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Veröffentlicht am 16.07.2019

Eine Enttäuschung auf (fast) ganzer Linie

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Zuallererst ist mir aufgefallen, dass keines der Fremdworte in dem Buch erklärt wird. In der deutschen Ausgabe gibt es hinten ein Glossar, was gut gewesen ist, mir aber viel zu spät aufgefallen, weshalb ...

Zuallererst ist mir aufgefallen, dass keines der Fremdworte in dem Buch erklärt wird. In der deutschen Ausgabe gibt es hinten ein Glossar, was gut gewesen ist, mir aber viel zu spät aufgefallen, weshalb ich mich schon daran gewöhnt hatte, mit so wenig Information wie möglich zu arbeiten. Die Welt ist an das feudale Japan angelehnt, das heißt, es gibt Schwerter und andere Waffen, Ränge und Umgangsweisen und alle werden nicht erklärt. Hätte ich nicht vorher schon ein bisschen – wirklich minimal – Ahnung gehabt, ich wäre nach drei Kapiteln hoffnungslos verloren gewesen. All die Begriffe der Samurai und die förmlichen Redewendungen prallten damit aber völlig an mir ab. Ich habe zu diesem Teil des Buches nichts mitgenommen. Zumindest nicht aus dem Buch selber, sondern höchstens, weil ich die Kultur interessant fand und selber nachgeschaut habe. Ich kann verstehen, wenn die Autorin nichts erklärt hat, weil sie das Buch für die weißen, privilegierten Leser nicht runter dummen wollte, sondern ein repräsentatives Buch über diese Kultur schreiben wollte, dass sich nicht verstellen muss. Für mich hat das aber leider nicht funktioniert.

„Sie wehrte sich dagegen, wie ein in einem Käfig eingesperrtes Tier zu sterben. Wie ein Mädchen, dem nichts blieb als nur ihr Name.“
6%

Mein größter Kritikpunkt in diesem Buch ist der Schreibstil. Ich weiß nicht, wie viel der Übersetzung geschuldet ist, aber die Übersetzung an sich ist schon merkwürdig. In einem Satz wird von „Wangenlöchern“ geredet, was bei mir nur ironisches Lachen ausgelöst hat. Dann sind Gespräche so unstimmig verfasst, dass ich nachdenken musste, um zu verstehen, was die Figuren zu einander sagen. Sätze wie „Du kennst meinen Ursprung nicht“ (44%) oder „Mariko wäre beinahe herausgeplatzt“ (61%) klingen für mich einfach komisch. Ich finde, da hat die deutsche Sprache mehr und schönere Möglichkeiten, das auszudrücken. An manchen Stellen konnte ich den Satzbau des Englischen erkennen und das liegt nicht daran, dass ich gut Englisch kann. Das fand ich besonders ärgerlich, weil die Autorin versucht hat, eine Atmosphäre mit ihrem Schreistil zu erschaffen, versucht hat, mit Sprache kreativ zu arbeiten, und für mich hat es auf Deutsch einfach nicht funktioniert. Allerdings ist auch der Versuch der Autorin für mich nur ein Versuch geblieben, denn einfache Wortphrasen mit einem Punkt zu versehen, ist kein ausgeklügelter Schreibstil und wirkte einfach nur sehr plump und ermüdend auf Dauer.

„Vielleicht ist meine Art Stärke nicht dieselbe wie eure, Vielleicht ist meine Art Stärke leicht wie eine Feder.“
44%

Eine weitere Sache, die das Buch für mich so schwer gemacht hat, war Hauptfigur Mariko. Sie ist wahnsinnig privilegiert, fühlt sich in ihrer Rolle als sittsame Tochter unterdrückt und übersehen – was durchaus verständlich ist – und hält sich für wahnsinnig schlau. Ach, und seltsam. Nur weil Mariko Interesse an Alchemie hat, ist sie seltsam. Jedenfalls fasst sie nach dem Überfall den Entschluss den Schwarzen Clan zu infiltrieren und sich zu rächen. Gedacht, getan. Mariko wird als Junge verkleidet in den Clan aufgenommen und benimmt sich fortan wie die schlechteste Spionin der Welt. Sie kann ihre Klappe nicht halten, stellt tausend Fragen, verrät viel zu viel über sich selbst, kann Situationen nicht einschätzen oder interpretiert sie meiner Meinung nach völlig falsch und benimmt sich einfach unglaublich dumm. Ihre Sturheit wird nur von ihrer laschen Impulskontrolle übertrumpft, die entweder darin endet, dass sie jemanden küsst oder umbringt. Ich dachte, diese Art Figur haben wir schon vor fünf Jahren hinter uns gelassen. Ich bin lange nicht mehr über eine so klischeebelastete Figur gestolpert, wie bei Mariko.

„Ich dachte, ich hätte alle Antworten. Oder wenigstens einige. Jetzt weiß ich, dass ich nichts verstehe.
Mariko, 86%

Ich denke, was mich an Mariko so gestört hat, war, dass sie sich konstant selbst überschätzt hat. In der Erzählperspektive wird dauernd etwas über sie festgelegt, dass sie in ihren Handlungen einfach nicht zeigt. Mir wird das eine über sie gesagt und dann tut sie etwas anderes oder auch gar nichts.. Und das trifft leider auch auf einige andere Figuren zu. Mit großen Worten und bedeutungsvollen Sätzen werden Figuren angepriesen, die diese Erwartungen dann nicht erfüllen. Es gibt ein paar starke Botschaften in diesem Buch, die aber leider total untergehen, weil sie nur Botschaften bleiben. Sie werden nicht umgesetzt, es wird nicht gezeigt, wie viel Wahrheit in diesen Sätzen stecken kann.

Mich nervte auch, dass Nichts aufgearbeitet wird, das als wichtig aufgezogen wurde. Es wird nicht geklärt, wer Mariko töten wollte, wie der Schwarze Clan dazu steht. Mariko fragt nicht. Sie hat die Möglichkeiten dazu, aber sie tut es einfach nicht. In der einen Szene schwört sie noch Stein und Bein, dass sie Antworten kriegen wird, dann wird ihr ein kleiner Friedenszweig angeboten und Zack – alle Fragen vergessen. Es handelt sich hier um eine zweiteilige Reihe, ich weiß, dass noch nicht alle Fragen geklärt werden können, aber keine Frage wird geklärt! Es werden so viele Möglichkeiten aufgerissen, so viel Fragen in den Raum gestellt und alle werden übergangen. Das war wahnsinnig frustrierend. Ich finde, so baut man keine Spannung auf, sondern verscheucht nur seine Leser.

Allerdings hatte das Buch auch seine besseren Seiten, als nämlich die anderen Figuren erzählt haben. Marikos Erzählstimme wird sporadisch von ihrem Bruder Kenshin, der sie sucht, Okami, der sie ausbildet und von einigen Figuren aus dem kaiserlichen Palast abgelöst. Diese Handlungsstränge haben mich am weiterlesen gehalten. Man erhält einen besseren Einblick in die Welt, erfährt allerdings auch nicht zu viel, um von der Handlung nicht mehr überrascht zu werden. Kenshins Suche nach seiner Schwester war spannend, weil er aus den falschen Annahmen nach ihr suchte und ich fand das Spiel von Intrigen und Verschwörungen recht gut gemacht. Kenshins Perspektive bietet die Möglichkeit zu zeigen, dass mehr hinter Marikos angeblicher Entführung steckt, dass der Feind ein anderer ist und die ganze Affäre mehr zu bieten hat, als es im ersten Moment erscheinen mag.

Letztendlich hat mich das Buch mehr enttäuscht, als unterhalten und das finde ich wahnsinnig Schade. Ich fand, dass die Geschichte Potential hatte, das einfach nicht ausgeschöpft wurde. Statt einer nachdenklichen, feministischen Erzählung im Rahmen der japanischen Samurai wurde ein mittelmäßiges Jugendbuch geschrieben, das schon in tausend anderen Versionen existiert.

Veröffentlicht am 03.04.2019

Starker Auftakt mit enttäuschender Wendung

Wild Hearts - Kein Blick zurück
7

Was mich ursprünglich zu diesem Buch zog, war das Versprechen auf einen spannenden Konflikt: Sawyer ist in einer Fundamentalisten-Gemeinde aufgewachsen, was ich nur mit einer Sekte vergleichen kann. Das ...

Was mich ursprünglich zu diesem Buch zog, war das Versprechen auf einen spannenden Konflikt: Sawyer ist in einer Fundamentalisten-Gemeinde aufgewachsen, was ich nur mit einer Sekte vergleichen kann. Das Nötigste zu Leben, viel Beten und Frauen in einer zurückgestellten, unterwürfigen Position. Dass sie sich daraus befreien will, fand ich spannend. Wie legt man jahrelang eingetrichtertes Verhalten ab, wie kommt man mit diesen entrückten Vorstellungen in einer normalen Gesellschaft zurecht? Dann begegnet sie Finn, der viel trinkt, wenig redet und groß und einschüchternd ist. Der Konflikt scheint klar: Finn erinnert stark an Sawyer Vater, kann sich da trotzdem eine Liebesgeschichte entwickeln?

Darauf hatte ich gehofft, das schien die Richtung zu sein, in die das Buch gehen würde. Aber ich lag so falsch.

Sawyer ist eine starke junge Frau, die erstaunlich stabil ist, dafür, dass sie 21 Jahre in einem missbräuchlichen Haushalt gelebt hat. Nach dem Suizid ihrer Mutter findet sie einen Brief und einen Vermerk zu einem Einlagerungskontainer, der ihr die Möglichkeit bietet abzuhauen. Das tut sie auch und landet in Outskirts, einem Ort, der so von wirtschaftlichem Unglück heimgesucht wurde, dass man sich fragt, wie man da noch leben kann. Sawyer weiß, was sie will – Alles – und fügt sich erstaunlich leicht in das normale Leben ein. In den ersten 100 Seiten erhält sie bereits ein Make-Over und scheint sich in knappen Shorts, Shirts mit Ausschnitt und Stiefeln wohler zu fühlen, als man es von jemandem, der jahrelang verhüllt leben musste, erwarten würde. Der tiefe Konflikt, auf den ich so gehofft hatte, bleibt aus. Sawyer hat gar kein Problem mit nackten Körpern, Begehren oder normaler Zivilisation. Wenn sie was nicht weiß, fragt sie nach und fertig ist. Keine Reflexion, kein Überdenken, kein Infragestellen. Ich mochte sie sehr gerne, sie ist eine offene, lustige Figur, die mit Bestimmtheit ihr Leben zum Guten wenden will. Aber es fehlte die Tiefe. Nach der Vergangenheit erwartete ich mehr und war äußert enttäuscht, als es sich nur als lahme Ausrede entpuppte, damit Sawyer mit dem ersten Mann, den sie sieht, ihr sexuelles Erwachen hat.

Kommen wir zu Finn. Es gibt kein schlimmeres Beispiel eines Alphamännchens, das notgeil und besitzergreifend ist. Seit er Swayer zum ersten Mal gesehen hat, steht für ihn fest, dass er sie ins Bett kriegen will. Okay, kommt vor. Aber was nicht vorkommen sollte, ist das:

Ich musste dem überwältigenden Verlangen widerstehen, Anspruch auf sie zu erheben. Sie zu markieren.

S. 136
Finn denkt, es ist eine gute Idee eine Angst vor Gewitter mit Oralsex zu kurieren. Finn findet es okay, seinen Freunden beim Sex zuzusehen, ohne, dass sie das wissen. Finn MUSS Sawyer beschützen, egal was Sawyer dazu sagt. Finn hält nichts von Verhütung. Finn erpresst mit Sex. Finn ist ein Neandertaler. Die Menge an Ausrufezeichen, die ich in diesem Buch hinterlassen habe, weil er widerholt Sawyers „Nein“ ignoriert, ist schlimm. In einer Szene verlangt sie allein elf Mal, dass er aufhört. Tut er es? Nö, denn Finn sieht ja, dass Sawyer ihn insgeheim will. Den Vogel abgeschossen hat er aber mit dieser Aussage:

„Es ist deine Schuld, wenn ich das tue.“

S. 143
Oder dieser:

„Ich werde dich küssen, wann immer ich will“, stellte Finn fest, als hätte ich dabei keinerlei Mitspracherecht.

S. 144
Ich hätte mein Buch am liebsten zerrissen, so sauer hat mich gemacht, was ich da gelesen habe. Sawyer ist etwas blauäugig, glaubt an das Gute im Menschen und Finn nutzt das aus. (Andere aber übrigens auch.) Sie nimmt hin, wie er sie behandelt, hinterfragt nichts, pocht nicht auf ihr Rechtvon Selbstbestimmung. Nein, sie lächelt lieb, sagt ihm neckend, dass sie kein Ding ist, das man besitzen kann und nimmt seine lahmen Ausflüchte dann hin. Ich konnte auch keine nennenswerte Chemie zwischen den beiden feststellen, weil sie keine wirklich Beziehung haben, außer ihrer sexuellen. Ich habe lange kein so flaches Buch mehr gelesen und bin entsetzt, dass eine Frau so etwas verachtendes schreiben kann. Es ist, als wenn alles, wofür Frauen in den letzten Jahren gekämpft und aufbegehrt haben, mit diesem Buch wieder zunichte gemacht wird. Es ist ein Tritt ins Gesicht für Gleichberechtigung und Entscheidungsfreiheit. (Okay, das sind meine Gefühle mit mir durchgegangen und ich bin etwas dramatisch geworden. Aber ich habe so dennoch empfunden und mag das nicht unter den Teppich kehren.)

Sosehr ich Finn auch verabscheue, gibt es doch ein paar gute Aspekte in Wild Hearts. Die Autorin hat einen schönen Schreibstil, er ist ausreichend malerisch und flüssig, es gibt das ein oder andere schöne Zitat und Botschaft. Und Hauptfigur Sawyer ist auch sympathisch, wenn sie auch, wie alle anderen Figuren, flach bleibt.

„Läufst du vor irgendetwas davon, Sawyer Dixon?“

Ich zögerte einen Augenblick. „Ich sehe es lieber so, dass ich auf etwas zu laufe.“

S. 78
Ich sollte noch erwähnen, dass dieses Buch zu einer Dilogie gehört, es endet auf eine fiese Art. Aus meiner Rezension sollte hervorgegangen sein, dass man dieses Buch nicht mit feministischen Augen lesen darf, aber ich kann das nicht mehr abschalten und will es auch gar nicht. Ich möchte nicht für ein Buch meine Moral und Vorstellung von Richtig oder Falsch über Bord werfen. Dass sie in Frage gestellt werden ist okay, von einem Buch zum Nachdenken angeregt werden mag ich gerne. Aber blind die Augen verschließen und etwas hinnehmen? Nein.

Wild Hearts: Kein Blick zurück hat seine Höhe- und Tiefpunkte und hat mir auf persönlicher Ebene nicht gefallen, Schreibstil und Ausführung waren aber gut. Dennoch würde ich es niemandem empfehlen.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Winter und Oberflächlichkeiten

Maybe this Kiss – Und mit einem Mal doch
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Mir fällt erst jetzt auf, dass die Autorin einen winterlichen Nachnamen hat und irgendwie finde ich das gerade sehr witzig. Denn wenn dieses Buch eine Tatsache authentisch vermittelt hat dann den Winter. ...

Mir fällt erst jetzt auf, dass die Autorin einen winterlichen Nachnamen hat und irgendwie finde ich das gerade sehr witzig. Denn wenn dieses Buch eine Tatsache authentisch vermittelt hat dann den Winter. Es ist eine Kurzgeschichte, die vor der eigentlichen Colorado-Ice-Reihe spielt und sich im Gegensatz zu den Büchern mit der Schwester der drei Brüder beschäftigt. Ironischerweise steht bei Becky Westmore der Mann vor der Tür, den sie vor Jahren wegen seines Berufs verlassen hat. (Neil ist zur Amey gegangen, Beckys Mann war Polizist. Sie hat sich von Neil getrennt, weil sie nicht eines Tages einen Anruf bekommen wollte, der ihr sagt, dass ihr Freund im Einsatz gestorben ist.) Nur um dann ihren nun-verstorbenen-Mann im gleichen Berufsfeld zu heiraten. Dass ihre Jugendliebe Neil sich da etwas verarscht fühlt ist kein Wunder, dennoch akzeptiert er Beckys Entscheidung und geht sehr respektvoll mit der Tatsache um, dass ihr Mann gestorben ist und sie eine Tochter von ihm hat. Der Aspekt des Eishockeys, der sich durch die Reihe zieht wird hier eher wenig einbezogen – allerhöchstens durch die begeisterte Tochter – und allgemein kommt hier alles etwas kurz. Ich fand die Beziehung zwischen Becky und Neil wenig glaubwürdig und sehr klischeebelastet, ihre Chemie schien mehr aus Körperlichkeiten zu bestehen, denn Gesprächen und mir fehlte öfters etwas im Schreibstil. Wie kamen sie an den einen Ort oder warum kann er plötzlich in ihrem Zimmer stehen? Ein bisschen mehr Liebe zum Detail hätte mein Leseerlebnis verbessert. Für einen verschneiten Nachmittag auf dem Sofa ist es wohl das richtige Buch, allerdings konnte es mich aufgrund kleinerer Verfehlungen nicht begeistern.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Slowburn und Humor

Idol - Gib mir dein Herz
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Ich bin von diesem Buch nachhaltig beeindruckt. Als Quereinsteiger der Reihe (Das scheint ein Muster mit den Büchern der Autorin zu werden.) hatte ich etwas wesentlich Schlechteres erwartet und war dann ...

Ich bin von diesem Buch nachhaltig beeindruckt. Als Quereinsteiger der Reihe (Das scheint ein Muster mit den Büchern der Autorin zu werden.) hatte ich etwas wesentlich Schlechteres erwartet und war dann sehr überrascht. Der sehr klischeebelastete Pitch des Buches verschleiert die Tatsache, dass Sophie Darling durch ihre Offenheit und „Plapperei“ Menschen aus Schneckenhäusern lockt und ein sehr umgänglicher und vertrauenswürdiger Mensch ist. Das tut dem verspannten Gabriel „Scottie“ Scott natürlich gut und nach einem einprägsamen Flugerlebnis entscheiden beide, dass sie den anderen auf irgendeine Art in ihrem Leben brauchen.
Dies wird etwas fadenscheinig mit „Schlafstörungen“ begründet, wird aber keinesfalls von der Autorin ausgenutzt und die Beziehung die sich langsam (!) zwischen den beiden entspinnt ist wunderschön gewesen.
Mir hat gefallen, dass beide kein Blatt vor den Mund genommen haben, ihre Probleme offen beredet haben und Konflikte nicht auf Missverständnissen beruhten. Außerdem war das Bandleben sehr gut recherchiert und glaubhaft dargestellt, eigentlich war es die Erfüllung aller meiner Fanfiktionwünsche aus Zeiten von 5SoS-Fanfiktions.
Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen, denn dieses Buch war so viel besser, als alle andere, die ich von der Autorin bisher gelesen habe. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, besonder bei den Wortgefechten von Gabriel und Sophie, ich habe selten so viel gelacht.

Veröffentlicht am 23.12.2018

Der letzte erste Song

Der letzte erste Song
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Ich habe auf dieses Buch hingefiebert, wie auf kein anderes der Reihe. Obwohl Mason mir immer am wenigsten sympathisch war – um nicht zu sagen: gar nicht -, hatte ich richtig Lust auf den Abschluss dieser ...

Ich habe auf dieses Buch hingefiebert, wie auf kein anderes der Reihe. Obwohl Mason mir immer am wenigsten sympathisch war – um nicht zu sagen: gar nicht -, hatte ich richtig Lust auf den Abschluss dieser Reihe und das Thema Musik hat mich auch ziemlich angesprochen. Und weil es sonst im Regal unvollständig aussieht, musste zustätzlich zum eBook natürlich auch das Print her. ^^‘

DARUM GEHTS

Grace versucht den emotionalen Folgen des Schönheitswettbewerbs in ihrer Heimatstadt zu entkommen und wagt etwas, was sie lange nicht mehr getan hat: Singen. Um sich extra etwas zu beweisen, singt sie bei Masons Band vor, die händerigend eine neue Frontfrau suchen. Dass sie den Part tatsächlich kriegen würde, hätte sie nicht gedacht und lehnt prompt ab. Aber Grace hat nicht mit Masons Hartnäckigkeit gerechnet …

MEINE MEINUNG

Ich war wirklich überrascht, wie sympathisch mir Mason in diesem Buch geworden ist. Seine Erzählstimme war sehr angenehm und nachvollziehbar, besonders der ganze Rummel um seine On-Off-Beziehung mit Jenny wurde gut erklärt und dargestellt. Sein Hang zum Drama, der ihm in den anderen Büchern gerne mal vorgworfen wurde, wirkte überhauptnicht übertrieben, stattdessen hat Mason sein Herz auf der Zunge getragen.

Grace war eine Figur mit der ich mich weniger indetifizieren konnte. Sie kämpft mit einer Essstöhrung und überwachenden Mutter, trifft gerne mal fixe Entscheidungen, zieht diese dann aber meistens auch durch. Ihr Lampenfieber erschwert ihre Rolle in der Band ziemlich, dafür ist die Band aber absolut verständnisvoll. Waiting for Juliet besteht aus vier sehr coolen, netten Jungs, die einander unterstützen und nicht karrieregeil sind. Immerhin ist es eine College-Band, die nur in der Freizeit der Studenten besteht. Allerdings hat Mason da vielleicht eine Sache im Blick, die ein bisschen mehr Druck bedeuten könnte.

Mason und Grace mögen sich am Beginn des Buches nicht wirklich, sie haben beide eher schlechte Meinungen voneinander, die sich erst langsam als falsch heraus stellt. Viel dazu beigetragen hat die Musik, sie war der neutrale Boden, auf dem die beiden sich kennenlernen konnten und wo ihre Leidenschaft für die Musik sie einander näher gebracht hat.

Die ersten 300 Seiten des Buches waren absolut genial, man konnte langsam verfolgen, wie die beiden erst Freunde und dann eventuell „mehr“ wurden und das immer wieder unterlegt mit Musik. Es gab viele lustige Stellen, die Awkwardness zwischen Mason & Grace führte zu interessanten Szenen, für die ich Bianca Iosivonis Bücher liebe.

Dennoch gab es nach 300 Seiten einen Einbruch in der Handlung. Das Ende wurde sehr gestreckt, unnötige Wiederholungen nahmen dem Konflikt die Glaubwürdigkeit und der sonst viel gelobte Freundeskreis bekam davon Nichts mit. Außerdem wirkte der Epilog viel zu gehetzt.Ich hätte mir an dieser Stelle lieber eine zusätzliche Kurzgeschichte gewünscht, damit alle Figuren nochmal zusammen kommen können. So war es zu melodramatisch und schnell, als Leser hatte man kaum Zeit sich von den Figuren zu verabschieben.

Insgesamt also ein schönes Buch, als Abschluss der Reihe hat es mir allerdings weniger gefallen.