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Veröffentlicht am 02.09.2017

Nur 100 Seiten mehr, bitte!

Coldworth City
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Coldworth City ist ein Mutantenroman und soweit ich weiß, bisher nur ein Einzelband. Was nicht schlimm ist. Einzelbände sind super und man muss nicht monatelang warten und bangen bis der nächste Band erscheint. ...

Coldworth City ist ein Mutantenroman und soweit ich weiß, bisher nur ein Einzelband. Was nicht schlimm ist. Einzelbände sind super und man muss nicht monatelang warten und bangen bis der nächste Band erscheint.

Also, in Coldworth City geht es um Raven, eine junge Erwachsene die ganz allein für ihren Bruder sorgt und nebenbei eine Mutantin ist. Für alle Muntanten-Newbies: Mutanten sind Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Das ist sowas wie Gegenstände bewegen, ohne sie anzufassen (Telekinese) oder Gedanken hören können oder Wasser bändigen. Das Schöne an Mutanten ist, dass ihren Fähigkeiten keine Grenzen gesetzt sind. In Fantasywelten kann man meist nur die Elemente beherrschen ODER hat geistige Fähigkeiten wie die Cullens aus Twilight. Mutanten können alle Arten von Fähigkeiten in sich vereinen, das auch so weit geht, den eigenen Körper transformieren zu können. Vielleicht sagen euch ja die X-Men was. Genau das sind Mutanten. (Und wer die X-Men nicht kennt – egal ob alte oder neue Generation - der hat ganz schön lange gepennt.)

Raven beherrschte Telekinese und ein bisschen Telepathie, die sie aber vor der Öffentlichkeit versteckt, denn in ihrer Stadt Coldworth City sind Mutanten zwar per Gesetzt Teil der Gesellschaft mit Rechten und all so nem Zeug, aber im Allgemeinen doch eher verpönt. Das geht so weit, dass sie alle ein Mal tragen, dass sie als Mutant kennzeichnet. Das erinnert so ein bisschen an den Judenstern, oder? Sind auch die gleichen Verhältnisse.

Raven – die in der Öffentlichkeit Quinn heißt – hat eine schwierige Vergangenheit und möchte dieser davonlaufen. Dafür verleugnet sie auch ihre Identität als Mutantin, muss ihren Fähigkeiten aber ab und zu Luft machen, damit sie nicht explodiert. Deswegen schleicht sie als einsamer Rächer Nachts durch die Stadt und hält Verbrecher auf. Oder versucht es zumindest.

Guckt ihr vielleicht Arrow? Mit dem coolen wortkargen Typen im grünen Anzug? Genau so liest sich Coldworth City. Es gibt viele Elemente die mir aus der Serie bekannt vor kamen, ohne dabei kopiert zu sein. Es ist einfach eine ähnliche Atmosphäre, da es sich auch um ähnliche Verhältnisse handelt. Erinnert ihr euch noch an die Folge mit dem Vertigo? Behaltet das gut im Hinterkopf.

Weiter will ich auf die Handlung nicht eingehen, damit ihr noch Spaß am Lesen habt. Deswegen komme ich jetzt zum analytischen Teil.

Coldworth City ist nicht mit der Again-Reihe zu vergleichen. Es ist zum einen ein ganz anderes Genre, es ist ein anderer Verlag und Mona Kasten schreibt da auch anders. Das hat mich positiv überrascht. Ihren Stil hat sie nämlich der Situation angepasst und weniger blumig gemacht. Die Geschichte wird fast nüchtern erzählt, manchmal meiner Meinung nach ein bisschen zu nüchtern. Selten wurde tiefer auf Bewegründe eingegangen, zumindest nicht so tief, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Figuren waren trotzdem alle gut beschrieben und nachvollziehbar. Die Erzählperspektive hat sich auch geändert, nun wird die Geschichte in der dritten Person erzählt, was es auch gleichzeitig ermöglichte mehr als einen Protagonisten zu haben.

Die Geschichte ist Spannend, Actiongeladen und Witzig. Mona Kasten wartet wieder mit wundervollen Figuren auf, die allerdings sehr stereotypisch sind.

Allgemein hatte ich bei dem Buch den Eindruck, dass alles sehr schnell ging. Ich hätte mir gerne circa einhundert Seiten mehr gewünscht, einfach um mehr Erklärungen und Details einzubringen. Die gewohnte Tiefe von Mona Kasten fehlte und die Figuren wurden nur oberflächlich angekratzt. Ich hätte mir gewünscht, die Figuren scheitern zu sehen, dass sie mal ausrutschen (im buchstäblichen Sinne) oder sich wehtun (Nur im kleinen Rahmen, wie Zehen anstoßen oder so.). Diese kleinen Details machen eine Handlung realistisch und verankern die Figuren, aber hier ist das einfach nicht genug passiert. Da steckt noch so viel mehr drin, da bin ich mir sicher.

Viele Handlungselemente waren für mich vorhersehbar, ich wusste was ihr Zweck war und wo alles hinführen würde. Mir fehlte der Knall, der Überraschungseffekt. Ich war nicht einmal sonderlich motiviert das Buch weiter zu lesen. Jedes bisherige Mona-Buch hat keine zwei Tage bei mir überlebt und hier brauchte ich über eine Woche. Es war nicht langweilig oder ähnliches, aber irgendwie hat es mich nicht wirklich gepackt.

Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass dieser Mangel an Details dem Lektorat geschuldet ist. Man hört und liest ja immer über den Schreibprozess und lernt, das manche Szenen raus genommen werden mussten, weil sie nicht relevant für die Handlung wahren oder ähnliches. Aber manchmal und in diesem Fall ganz besonders, müssen solche unwichtigen Szenen vielleicht rein, um den Leser an die Figuren und die Handlung zu binden. Alle vorgestellten Figuren haben Potenzial und ihre eigene Stimme und ich hätte so gerne noch mehr Zeit mit ihnen verbracht. Alles wirkte zusammengeschoben und ist zu schnell passiert, an einigen Stellen wirkte es sogar unrealistisch. Handlungen wurden nicht in Frage gestellt, Dinge nicht weiter durchdacht. Sogar die Fähigkeiten wurden nicht genug erklärt, zumindest für meinen Geschmack. Ich hätte so gerne noch mehr über diese Welt gelernt, aber dafür war wohl einfach kein Platz.

Coldworth City hat nur 310 Seiten, das ist weniger als in vielen New-Adult-Romanen. Und für mich funktionieren Mona Kastens Bücher deshalb so gut, weil man die Figuren kennenlernt und ihrer Entwicklung folgen kann. Und hier gab es einfach keine große Entwicklung.

Nach dem jetzigen Stand der Handlung müsste eigentlich noch ein zweiter Teil kommen. Ich würde so gerne mehr über die Clique lernen, da ist noch so viel, dass nicht gezeigt wurde und ich bin sicher, dass Mona Kasten da noch einiges im Ärmel hat.

Also nochmal knapp zusammengefasst: Coldworth City ist ein spannender Roman über Mutanten, der mit tollen Figuren überzeugt, aber ein bisschen flach ist. Ein paar mehr Details zu allem (Figuren, Handlungen, Fähigkeiten) hätten die Qualität um einiges gehoben.

Coldworth City bekommt 3,5 Sterne von mir. Ich hoffe, dass ihr trotz meiner Meckerei Spaß an dem Buch habt und wir bald mehr aus Coldworth City zu lesen bekommen.


Alles Liebe, Friederike

Veröffentlicht am 29.05.2017

Ein phenomenalbombastischer Reihenabschluss

Feel Again
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INHALT
Sawyer Dixon hat nicht gerne mit Menschen zu tun, am allerwenigsten mit Menschen die einfach über sie urteilen. Und erst recht will sie nicht ihrer Freundin beim Turteln mit deren Freund zusehen. ...

INHALT
Sawyer Dixon hat nicht gerne mit Menschen zu tun, am allerwenigsten mit Menschen die einfach über sie urteilen. Und erst recht will sie nicht ihrer Freundin beim Turteln mit deren Freund zusehen. Isaac Grant geht es genauso. Und so landen sie zusammen an einer Bar, um den fürchterlich süßen Pärchen in ihrer Umgebung zu entfliehen. Als Sawyer mitbekommt, dass Isaac aufgrund seines Kleidungsstils gemobbt wird, schreitet sie kurzerhand ein und küsst ihn vor den Augen aller anderen. Was sie nicht erwartet hat, ist wie gute Isaac küssen kann und dieses komische Kribbeln in ihrem Bauch.
Kurzerhand erklärt sie Isaac zu ihrem Abschlussprojekt und will ihm helfen sein Image aufzupolieren und das alles fotografisch festhalten. Was als Projekt begann, wird bald zu viel mehr, als Sawyer jemals berechnen konnte ...

HANDLUNG
Am liebsten würde ich das Buch gleich nochmal lesen. Sawyer und Isaac sind zwei wundervolle verkorkste, lustige Figuren, die den normalen New-Adult-Stil herumdrehen. Sawyer ist die starke, grummelige Person und Isaac der schüchterne, sozial unbeholfene Nerd. Ich liebe diese Schema; es zeigt eine ganz andere Art von Beziehung und Konstellationen und hebt gleichzeitig andere Charaktereigenschaften in den Vordergrund.
Sawyer und Isaac haben beide eine Vergangenheit die ihr heutiges Verhalten geprägt hat und ich konnte mich mit ihnen am Besten von allen identifizieren. Das waren Probleme die ich kannte und mehrmals hatte ich Tränen in den Augen. Das hat kein anderer Band der Again-Reihe geschafft.

Sawyer ist kein Vorzeige-Character, das muss gleich einmal klargestellt werden. Sie ist sehr Ich-bezogen und denkt wenig über andere nach und ist demzufolge von Dawns hartnäckiger Freundschaft mehr als einmal überrascht. Nebenbei muss sie eine Menge Emotionen und Agressionen verarbeiten und sagt manchmal mehr, als gut ist. Diese Unperfektheit, dieses offensichtliche Schwertun mit emotionalem Ballast, hat mich sehr an meine Pubertät erinnert und mir Sawyer sehr sympathtisch gemacht.

Die Botschaft die mit Isaacs Transformation gemacht wurde, finde ich leider sehr problematisch. Nicht im Sinne von "Das ist sehr schlecht und gemein", sondern wirklich schwierig zu händeln. Einerseits macht Isaac eine starke Entwicklung durch und entfaltet sein Potenzial, andererseits finde ich, sollte er das nicht durch sein Image und Kleidungsstil bestimmen lassen. Warum Isaac so ist, wie er ist, hat er selbst entschieden und ich finde, das sollte man respektieren. Niemand sollte sich aufgrund seines Aussehens verändern müssen.

Dann wiederum hat es natürlich Spaß gemacht zu sehen, wie Sawyer ihn umkrempelt und zeigt, dass er sich wegen nichts minderwerrtig fühlen muss. Isaac hingegen gelingt es langsam zu Sawyer durchzudringen und gibt ihr das was sie am meisten braucht: Einen Freund, der sie in den Arm nimmt. Das daraus mehr werden wird, ist das eigentliche Versprechen dieses Buches und wurde wunderbar umgesetzt.

SCHREIBSTIL
Mona Kasten hat eine Art Figuren zu erschaffen, die ich selten gelesen habe. Ihr Schreibstil ist schlicht, aber auch malerisch und sie erweckt mit simplen Kommentaren ihre Charaktere zum Leben. Sawyer ist durch das ganze Buch hindurch präsent und niemals hatte ich das Gefühl, dass jemand anderes die Geschichte erzählt. Gleichzeitig und ohne in seinen Kopf gucken zu können, lernt man auch Isaac kennen und seine Handlungen verraten viel über ihn und seine Entscheidungen. Ich mochte, wie verletzlich Mona Kasten ihn geschrieben hat, selten werden Charaktere so offensichtlich "nackt" dargestellt. Es hat Isaac als Figur sehr besonders und liebenswert gemacht, ich wollte ihn die ganze Zeit knuddeln und beschützen.

REALISTIK
Die Probleme von Isaac und Sawyer waren für mich die Greifbarsten von allen. Es sind Dinge die wir alltäglich erleben oder zumindest davon hören. Auch die College-Gemeinde spielt dabei eine große Rolle und die offensichtliche Brutalität mancher Figuren hat mich einfach nur wütend gemacht. An einer Stelle des Buches musste ich erst einmal zehn Minuten lang meinen Frust rauslassen, ehe ich weiterlesen konnte. Dadurch, dass ich eine so heftige Rekation hatte, zeigt sich auch gut, wie real es sich anfühlte. Dieses Buch mag vielleicht nicht so dick sein, wie Begin Again, aber es ist emotional viel kraftvoller für mich gewesen.

FAZIT
Feel Again ist ein würdevoller Abschluss der Reihe und ich freue mich immer noch, dass wir die Geschichte dieser beiden Figuren lesen durften. Es ist nicht mein Lieblingsbuch, aber nicht weil es schlechter ist, sondern für mich einfach zu real. Ich kann es nicht einfach zurück ins Regal stellen, mich lässt die Geschichte nicht los. Sawyer und Isaac werden einen besonderen Platz in meinem Regal einnehmen und wann immer ich Mut brauchen werde, werde ich es lesen.
Dieses Buch entzieht sich eigentlich jeglicher Sterne-Bewertung für mich, aber wenn ihr es unbedingt wissen wollt ... Natürlich kann ich nur 5 Sterne geben, immerhin habe ich es verschlungen.

Veröffentlicht am 20.05.2017

Eine fesselnde Fortsetzung - und das mehr als einmal

Throne of Glass 2 - Kriegerin im Schatten
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Heute gibt es meine Rezension zu Throne of Glass - Kriegerin im Schatten.
Genau wie den ersten Band habe ich dieses Buch verschlungen, dazu gleich mehr.
Aber zuerst der Inhalt:

Celaena Sardothien hat ...

Heute gibt es meine Rezension zu Throne of Glass - Kriegerin im Schatten.
Genau wie den ersten Band habe ich dieses Buch verschlungen, dazu gleich mehr.
Aber zuerst der Inhalt:

Celaena Sardothien hat den tödlichen Wettkampf gewonnen und ist nun der Champion des Königs. In seinem Auftrag soll sie die Gegner der Krone beseitigen. Doch immer öfter durchkreuzt sie heimlich die finsteren Pläne des Königs. Sie muss sich entscheiden: Auf wessen Seite steht sie?
Für wen kämpft sie?
Kann sie die Menschen, die sie liebt, beschützen?

Dies ist Band #2 zu der Throne of Glass - Reihe und erzählt die Geschichte um Celaena weiter.
Nachdem man im ersten Band vor allem Celaena und die Charaktere kennen gelernt hat, baut dieser Band auf der Geschichte Erileas und besonders auch auf Celaenas Geschichte auf.
Die Andeutungen zu der Magie Erileas, Nehemia und dem König von Adarlan werden weiter enthüllt und Celaena begibt sich auf eine gefahrvolle Erkundung der Schloss-Katakomben.

Es wird jeweils aus 3 Perspektiven erzählt: Chaol, Dorian und natürlich Celeana. Der Erzähler ist in der Er/Sie-Form und personell, was die Handlung meiner Meinung nach immer fördert, weil dann nicht aller Gedankenquatsch aufgelistet wird. Das zeigt unter anderem, dass nicht nur Celaena die Handlung trägt, sondern auch Chaol und Dorian an immer mehr Wichtigkeit gewinnen und einige Kapitel wurde sogar aus des Königs Sicht erzählt. Den werden wir also auch nicht so schnell los.

Ich habe dieses Buch bereits im Oktober angefangen, es dann aber schweren Herzens wieder beiseite legen müssen aus persönlichen Gründen.
Aufgrund der Informationsfülle würde ich euch allerdings raten, dies nicht zu tun, sondern das Buch in einem Rutsch zu lesen. Nehmt euch Zeit und Ruhe, lest es in den Ferien, denn es verschlingt euch und spuckt euch erst am Ende mit zitternden Nerven wieder aus.

Ich möchte nicht zu viel von der Handlung erzählen, aber mir hat es wirklich, wirklich sehr gefallen, da in diesem Buch einfach alles vereint ist, was ein guter High-Fantasy Roman braucht: Action (Celaena ist wirklich die coolstes Assassine der Welt), Liebe (Team Dorian oder Chaol?) und vor allem Geheimnisse und Schrecken. Was wäre eine Welt ohne schreckliche Wesen die dich jederzeit töten können?
Celaena erfährt hier sehr viel mehr über die Wyrd-Zeichen als sie eigentlich möchte, kommt den dunklen Machenschaften des Königs auf die Spur und gleichzeitig unterschätzt sie ihn noch.
Viele neue Charaktere werden eingeführt von denen einige später noch eine bedeutend größere Rolle spielen werden.
Intrigen am Schloss und die Kämpfe um Eyllwe werden immer intensiver und spitzen die Handlung zusätzlich.
Sarah J. Maas hat es geschafft den roten Faden beizubehalten und gleichzeitig so viele neue kleine Nebenhandlungen darin mit einzuspinnen, das mir schier der Kopf geplatzt ist, als mir klar wurde wie perfekt sie das alles zusammengeführt hat.
Das ist wirklich ganz große Kunst. Jeder der Charaktere hat ein Eigenleben, geht seine eigenen Schritte und trägt dabei zur Handlung bei, die wirklich real erscheint. Genau so würde ein Mensch handeln.

Die Erzählweise von Maas ist wieder Weltklasse. Sie schreibt nicht sonderlich kompliziert, aber auch so komplex, dass die Worte völlig natürlich wirken und in den Leser hineinfließen. Kein Stocken, kein Haspeln, kein Gefühl sie hätte das falsche Wort benutzt.

Der deutsche Titel passt übrigens wie die Faust aufs Auge, denn während der ganzen Handlung bleibt Celaena mit ihren Plänen und Gedanken vor dem König verborgen, also praktisch im Schatten.

Ich finde es Schade, dass so wenig Leser über diese Reihe bescheid wissen, denn meiner Meinung nach könnte das größer werden als Twilight, Chroniken der Unterwelt und vielleicht sogar Harry Potter. - Aber nur vielleicht, wer Harry Potter schlägt ist ein verdammter Gott. (Entschuldigung.)
Ich wage es noch nicht es mit Herr der Ringe zu vergleichen, aber genauso geht es sich an. Also alle die auf große Sagen rund um eine Welt stehen, alle die mehr suchen als nur einen Zeitvertreib, sondern Abenteuer und Mut, all die sollten dieses Buch unbedingt lesen. Der Zweite ist wirklich noch eine ganze Ecke besser, als der Erste und ich freue mich schon auf 653 Seiten Erbin des Feuers.

Von mir bekommt Kriegerin im Schatten 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 20.05.2017

Erstes Jahreshighlight

Der letzte erste Blick
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Hallo ihr Alle!


INHALT
Emery Lord möchte mit dem kleinen College in Virginia das machen, was viele sich erträumen: Neu anfangen. Keine peinlichen Geschichten aus der Highschool, keine bekannten Gesichter, ...

Hallo ihr Alle!


INHALT
Emery Lord möchte mit dem kleinen College in Virginia das machen, was viele sich erträumen: Neu anfangen. Keine peinlichen Geschichten aus der Highschool, keine bekannten Gesichter, sich neu erfinden.
Das geht auch ungefähr fünf Minuten lang gut. Dann verpasst sie ihrem neuen männlichen Mitbewohner eine blutende Nase. Und lernt die Verwalterin der Wohnheime persönlich kennen. Emery sammelt also fleißig neue Bekanntschaften, aber leider nicht in der positiven Art und Weise, wie sich das eigentlich gedacht hat. Und das ganze wird noch schlimmer, als der beste Freund ihres Arschloch-Mitbewohners sie zu seiner neuen Lieblingsbeschäftigung erklärt . . .

HANDLUNG
Dieses Buch wird aus der Sicht von Emery und Dylan erzählt. Und schon bei der ersten Begegnung spüren sie das Kribbeln und die Spannung zwischen sich. Während Dylan sein Interesse ziemlich offen zur Schau trägt, legt Emery fest, dass sie diese Art der Beziehung nicht mit ihm führen möchte. Und verlegt sich prompt aufs Streiche-spielen.

Bianca Iosivoni beweist auch in diesem Buch, wie viel Humor und tolle Ideen sie hat. Die Streiche lockern die Handlung auf, bringen den Leser zum lachen und geben dem Buch den locker-flockigen Touch, den man mit dem Beginn des Sommers sucht.
Neben den typischen College-Geschichten bekommt man als Leser aber auch einen Einblick in das Leben eines arbeitenden Studentens, der sich nicht alles leisten kann: Dylan. Nicht jeder kommt aus einer wohl situierten Familie, die das College zahlen kann. Und so hat Dylan neben seinem Studium einen Job in einer Tierklinik und kümmert sich um eine erkrankte Freundin. Zeit hat er also eigentlich keine, trotzdem schafft er es irgendwie sich noch mit Emery anzulegen.
Mir hat dieser Aspekt sehr gefallen, da ich selber neben dem Studium arbeiten gehe und in zu vielen New-Adult-Romanen leider nicht gezeigt wird, wie stressig so etwas sein kann.

SCHREIBSTIL
In diesem Buch hatte ich das Gefühl, dass der Schreibstil ein bisschen weniger gefühlsbelastet war. Emery und Dylan tragen nicht die selbe Art Probleme mit sich herum wie Callie aus "Was auch immer geschieht" und dadruch ändert sich auch ihre Reflektion ihrer Gefühle. Dylan steht sich und seinen Problemen sehr offen gegenüber, er weiß genau wo er Schwächen hat, auch wenn er das nicht jedem Menschen in seiner Umgebung auf die Nase bindet. Emery hingegen schließt ihre Gefühle und Ängste weg. Sie ignoriert sie und erlaubt sich nicht über sie Nachzudenken, ganz nach dem Motto "wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht". Das lässt den Schreibstil ein bisschen leichter klingen und man denkt über das Ausmaß der Probleme gar nicht wirklich nach, bis sie einschlagen wie eine Bombe. Das ergibt nebenbei einen richtig guten Spannungsbogen und tollen Showdown am Ende.

REALISTIK
Ohne ein wichtiges Handlungselement enthüllen zu wollen, möchte ich noch kurz etwas zu der Alltags-tauglichkeit der Konflikte schreiben. Dylans Bürde habe ich ja weiter oben schon "gelobt". Geldliche Probleme werden meiner Meinung nach viel zu selten angesprochen. Auch Probleme mit den Leistungen würde ich gerne mehr sehen, denn College besteht aus mehr als der großen Liebe und Partys. Aber Bianca Iosivoni hat das gemacht und dafür liebe ich ihre Bücher. Ich fühle mich den Figuren verbunden, kenne ihre Ängste und Probleme aus meinem eigenen Leben. Und nebenbei bekommt man auch noch Mut zugesprochen, denn die Figuren haben es ja auch geschafft alles zu händeln.
Dann ist da noch die Sache mit Emerys Bürde. Da kann ich nicht aus Erfahrung sprechen, das können glaube ich, die Wenigsten, aber ich habe erst vor kurzem ein Buch zu derselben Thematik gelesen und sehe nun wie unterschiedlich mit dem Thema umgegangen werden kann. Das hat auch viel mit der Charakterstärke der Figuren zu tun, aber auch viel mit dem sozialen Umfeld. Emery hat da leider den schwarzen Peter gezogen und als Leser erfährt man wie unglaublich brutal Jugendliche sein können. Und auch junge Erwachsene sind da nicht wirklich besser.
Am Ende habe ich wirklich ein bisschen an der Menschheit gezweifelt, denn das was Bianca Iosivoni da beschreibt ist Tatsache. Das passiert leider viel zu häufig, wir sind uns dessen nur nicht bewusst. Wem die Serie "Tote Mädchen lügen nicht" (oder auch 13 Reasons Why) gefallen hat, dem wird dieser Aspekt des Buches auch "gefallen". Wobei man dabei nicht von "gefallen" reden sollte.

FAZIT
Dieses Buch liest sich sehr schön und flüssig, bringt eine gesunde Mischung aus Spaß und Problemen mit und spricht auf ganz subtile Weise Probleme unserer Gesellschaft und Zeit an. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass Bianca Iosivoni eine Meisterin dieses Genres ist und New Adult keine falschen Illusionen vom Erwachsen-werden beinhalten sollte.
Mit "Der letzte erste Blick" ist Bianca ein toller Auftakt der Firsts-Reihe gelungen und ich freue mich schon auf die Geschichte von Ellen und Luke im Herbst.

Alles Liebe, Friederike

  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 03.05.2017

Gelungene Fortsetzung

Royal Me
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INHALT:
Obwohl es erst wenige Wochen her ist, dass ein Anschlag auf die Erben verübt wurde, steht sogleich ein neues Ereignis von der Tür: Der Geburtstag der spanischen Thronfolgerin. Während es für die ...

INHALT:
Obwohl es erst wenige Wochen her ist, dass ein Anschlag auf die Erben verübt wurde, steht sogleich ein neues Ereignis von der Tür: Der Geburtstag der spanischen Thronfolgerin. Während es für die Einen ein Tag der Ablenkung und des Aufatmens werden soll, müssen Andere sich mit viel größeren Problemen herumschlagen. Wobei schlagen schon ein ziemlich treffender Begriff ist ...

HANDLUNG:
Auch dieser Teil beschäftigt sich wieder mit den bereits bekannten Perspektiven aus Teil Eins. Für mich war es sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Figuren mit dem Danach umgegangen sind und welche neuen Probleme auf sie warteten. Denn ihre Welt ist bei weitem nicht mehr so perfekt, wie sie gedacht haben und jeder hat das anders zu spüren bekommen. Dieser Teil legt den Fokus auf eine eher ruhige und emotionale Seite, voller Spannungen, aber ohne Aktion. Was zur Abwechslung im Ton des Serials beiträgt und was ich sehr begrüßt habe. War im ersten Teil noch alles Neu, so kann man jetzt einen Blick hinter die Kulissen erhaschen und mehr Details erkennen und auch hinterfragen. Ein Spannungsbogen wird dadurch der sanft aufgebaut und verspricht in den nächsten Teilen noch an Bedeutung zu gewinnen.

SCHREIBSTIL:
Mir ist bezüglich des Stils nichts negatives aufgefallen. Die Autorin hält ihren Standard vom ersten Teil und nach wie vor ist jede Figur ein bisschen anders geschrieben. Es wurde ein bisschen mehr Dramatik in die Handlung gemischt, was sich natürlich auch auf den Schreibstil auswirkte, aber keineswegs schlecht. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und keine Längen oder überflüssigen Beschreibungen feststellen können.

REALISTIK:
Wie schon erwähnt, ist dieser Teil ruhiger angelegt und dadurch ähnelt er stark einem normalen Tagesablauf. Man erfährt was die Figuren so machen ohne von außen beeinflusst zu werden, bekommt einen tieferen Einblick in ihre Leben - die alle unterschiedlich verlaufen - und kann sich dadurch ganz entspannt zurücklehnen. Mir hat das echt gut gefallen und auch gut getan, da Bücher vieler Genre dazu neigen immer das extraordinäre zu beschreiben und selten auf ruhige Momente achten.

FAZIT:
Royal Me - The Birthday überzeugt zwar auf einer anderen Linie, als gewohnt, aber das ist neu und spannend und deswegen lesenswert. Man muss mit einer anderen Einstellung an das Buch herangehen, aber Abwechslung ist immer gut und wird sehr unterschätzt. Ich freue mich schon darauf in Teil Drei alle wiederzusehen und bin gespannt, was Tina Köpke noch alles mit ihren Figuren vorhat.