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Veröffentlicht am 25.10.2021

Absolute Leseempfehlung! Band 1 der neuen Bodensee-Saga hat mich begeistert!

Töchter der Hoffnung
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Meersburg
Helena Lindner und ihre beiden jüngeren Schwestern Lilly und Katharina genießen eine unbeschwerte Kindheit und Jugend auf dem Lindenhof, der malerisch direkt am Bodensee liegt und ihnen viel ...

Meersburg
Helena Lindner und ihre beiden jüngeren Schwestern Lilly und Katharina genießen eine unbeschwerte Kindheit und Jugend auf dem Lindenhof, der malerisch direkt am Bodensee liegt und ihnen viel Platz und Abwechslung durch die Weitläufigkeit der Obstwiesen und Gärten bietet. Auf dem feudalen und uralten Adelsgut führen ihre Eltern Gustav und Elisabeth einen Gasthof und Helena träumt schon als junge Frau davon, das Anwesen später einmal zu einem Grandhotel ausbauen zu können. Doch durch den Ersten Weltkrieg, die Abwesenheit ihres Vaters und die fehlenden Gäste, gerät ihr Gasthof in eine Schieflage. Elisabeth würde am liebsten sofort alles verkaufen und ihr ist jedes Mittel recht um dies in die Tat umsetzen zu können. Doch Helena kämpft zusammen mit ihrem Vater, der kriegsverletzt wieder nach Hause gekommen ist, um den Erhalt des Anwesens. Aus der Not heraus richten sie im Gasthof ein Lazarett ein und sie sind dankbar über das plötzliche Erscheinen von Maxim Baranow, der ihnen seine Hilfe anbietet, als ihnen die Arbeit über den Kopf zu wachsen scheint. Der russische Adlige trägt Narben in seinem Gesicht und auf seiner Seele, die von leidvollen Erlebnissen zeugen. Als er und Helena sich mit der Zeit anfreunden, stoßen sie auf ein Geheimnis in ihrer Vergangenheit. Auf der Suche nach Antworten kommen sie sich immer näher und Maxim und ihre Familie müssen um ihr Leben fürchten, als Helena in eine gefahrvolle Situation gerät.

Was für ein wunderschöner historischer Roman! Beim Lesen dieser bezaubernden Geschichte konnte ich Dank Maria Nikolais warmherziger, fesselnder und bildreicher Erzählkunst alles um mich herum ausblenden und durfte einfach nur genießen und entspannen! Das Flair der Bodenseeregion kommt durch die detailreichen landschaftlichen Beschreibungen voll rüber und die eigenen Sinne werden angeregt, wenn Helena und die Köchin Käthe die Schätze aus dem eigenen Garten zu tollen Marmeladen- oder Tortenkreationen verarbeiten. Der Roman umfasst die Familiengeschichte der Lindners von 1907-1919 und ist in 4 Teile untergliedert: Stürmische Zeiten, Verborgene Träume, Verzweifelte Hoffnung und Leuchtender Glanz. Die Hauptkulisse ist der Lindenhof und die Gegend rund um Meersburg am Bodensee, aber vereinzelt werden auch Schauplätze und Handlungen in Moskau, Genf, Stuttgart und Paris mit eingeflochten. Nur am Rande fließen historische Ereignisse und das Auftauchen der Spanischen Grippe mit in die Geschichte hinein, die zur Unterstreichung des damaligen Zeitgeschehens und der persönlichen und schicksalhaften Wege der Charaktere dienen. Meine Neugierde darauf, welche Gemeinsamkeit Maxim Baranow und Helena verbindet und ob sie es schaffen den Lindenhof zu retten und ihm neuen Glanz zu verleihen, hat Lesesucht pur bei mir ausgelöst.

Maria Nikolai ist es hervorragend gelungen die Emotionen ihrer feinfühlig erschaffenen Charaktere darzustellen. Helena ist eine unheimlich warmherzige und kreative Frau, die ihre Träume lebt und sich für die Menschen einsetzt, die sie liebt. Ihre jüngste Schwester Katharina unterstützt sie bei ihrer Liebe zur Medizin und um Lilly macht sie sich immer Sorgen. Sie hat so früh das Elternhaus verlassen und muss ihr Leben gerade alleine meistern, da ihr Ehemann nach dem Krieg immer noch nicht zu Hause angekommen ist. Ihren Vater Gustav mag ich auch sehr. Er ist ein so liebevoller Mann, der eine Sehnsucht und ein Geheimnis in sein Herzen trägt. Ihre Mutter Elisabeth kommt hingegen gefühlskalt und eigennützig rüber. Maxim Baranow habe ich auch sofort in mein Herz geschlossen. Er flüchtet aus politischen und persönlichen Gründen aus seinem Heimatland und es ist schön mitzuerleben, wie sein Leben in Meersburg wieder einen neuen Sinn bekommt. Richtig polarisiert haben mich die Charaktere, die von Neid und der Gier nach Reichtum angetrieben werden.

Fazit:

Mit dem ersten Band ihrer Bodensee-Saga konnte mich Maria Nikolai sehr begeistern und ich bin schon so gespannt darauf, wie sich die schicksalhaften Wege der Charaktere in der Fortsetzung weiterentwickeln. Vor mir erhält der Roman eine unbedingte Leseempfehlung und 5 hochverdiente Sterne!

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Purer Lesegenuss! Wenn das Schicksal Menschen auf unverhoffte Weise zusammenführt.

Wenn die Hoffnung erwacht
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Regensburg 31.12.1947
Die 20-jährige Apothekerstochter Nora Längsfeld sehnt sich nach Abwechslung in ihrem tristen Leben und geht ohne das Wissen ihrer Eltern mit ihrer Freundin Hedi auf eine Silvesterparty, ...

Regensburg 31.12.1947
Die 20-jährige Apothekerstochter Nora Längsfeld sehnt sich nach Abwechslung in ihrem tristen Leben und geht ohne das Wissen ihrer Eltern mit ihrer Freundin Hedi auf eine Silvesterparty, die von Amerikanern veranstaltet wird. Die Reizüberflutung dort ist riesengroß und die Annäherungsversuche von Captain William Bowman machen sie schwach. Während ihrer heimlichen Treffen entwickelt sich eine große Liebe zwischen ihnen, die nicht ohne Folgen bleibt. William möchte sie heiraten, doch zum Leidwesen von beiden, wird er für einen Auftrag aus Deutschland abgezogen und er bittet sie um ein wenig Geduld. Als immer mehr Zeit verrinnt kann Nora ihren Zustand vor ihren strengen Eltern nicht mehr verheimlichen und sie muss fortan die Verachtung, Erniedrigung und Herrschsüchtigkeit ihres Vaters ertragen. Aus Eigennutz will er sie an den Bankier Gollnick verschachern, der ein Auge auf sie geworfen hat. Nora weigert sich und ist geschockt, als ihr Vater damit droht ihr das Kind wegzunehmen. Hals über Kopf flüchtet sie mit ihrem Sohn Richtung München und hofft bei Verwandten Unterschlupf zu finden, bis William wieder da ist. Ihre Zuversicht schwindet, als sie vom Tod ihrer Familienangehörigen erfährt und von der Realität eingeholt wird. Die Stadt ist voll von Wohnungssuchenden und ohne Zuzugserlaubnis muss sie befürchten auf der Straße leben zu müssen. Durch Zufall wird sie auf eine hilflose und kranke junge Frau aufmerksam, die sie mithilfe eines Polizisten zum Haus ihrer Eltern bringt. Hier nimmt ihr Leben eine ganz unerwartete Wendung.

Ich liebe Lilli Becks warmherzige, fesselnde und sehr bildliche Erzählweise mit der sie mich jedes Mal zu begeistern weiß. Mit ihrem neuen Roman „Wenn die Hoffnung erwacht“ wurde ich auch wieder voll abgeholt. Ihre Geschichte spielt in den Jahren des Wiederaufbaus, in denen die Menschen immer noch mit den Nachwirkungen des Krieges zu kämpfen hatten, Frauen nur eine untergeordnete Rolle in der Gesellschaft zustand und einigen von ihnen Häme und Verachtung entgegenschlug, wenn sie sich mit Besatzungssoldaten eingelassen hatten. Der Aufbau der Geschichte beginnt an zwei unterschiedlichen Handlungsorten und ich war unheimlich gespannt darauf, in welchem Zusammenhang Noras aufrührendes Leben in Regensburg mit dem der gutbetuchten Familie von Wolf Wagner in München zusammenhängt und verflochten wird. Mit Noras Flucht vereinen sich beide Handlungsstränge schicksalhaft und eine Lüge liegt von Beginn an wie ein Damoklesschwert über den Köpfen von allen. Man wartet förmlich die ganze Zeit darauf, dass das Unheil seinen Weg nimmt und die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Auch wenn man schon erahnen kann, wie die Geschichte sich zum Ende hin entwickelt, hat es dem Lesevergnügen und der Spannung keinen Abbruch getan. Das Happy End am Schluss war sehr gefühlsselig und hat mein Herz erwärmt.

Lilli Beck schafft es wieder vorzüglich ihre Charaktere zum Leben zu erwecken und sie dem Leser als kurzzeitige Freunde an die Seite zu stellen, mit denen man mitfiebert, leidet und sich mit ihnen freut. Bis auf den Bankier Gollnick und Noras Vater waren mir alle sympathisch. Beide sind so gefühlskalt und berechnend. Ganz besonders ans Herz gewachsen ist mir der kleine Willi, der ein richtiger Sonnenschein in der Geschichte ist. Noras Zerrissenheit, ihre Schuldgefühle und ihre verzweifelte Hoffnung, dass ihre große Liebe William wieder zurückkommt, haben mein ganzes Mitgefühl für sie erweckt. Wolf Wagner ist auch ein sehr reizvoller Charakter im Buch. Ihm liegt das Wohl seiner Familie sehr am Herzen, die durch schwere Schicksalsschläge tief getroffen wurde. Er ist ein Mann mit Visionen, die er auch in diesen schwierigen Zeiten dank guter Kontakte in die Tat umsetzen kann. Sehr sympathisch fand ich auch seinen Neffen Luis, der ihn bei seiner neuen Geschäftsidee unterstützt. Er war mir aufgrund seiner Aufrichtigkeit und seiner liebenswerten Art sehr sympathisch.

Von mir bekommt „Wenn die Hoffnung erwacht“ eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 07.09.2021

Lesehighlight! Ganz großes Kino!

Krone des Himmels
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1189
Das Leben der Handwerkstochter Aveline gerät durch ein Gewaltverbrechen aus den Fugen und sie sieht keinen anderen Ausweg mehr, als ihr sicheres Elternhaus zu verlassen und eigene Wege zu gehen. Ausgehungert ...

1189
Das Leben der Handwerkstochter Aveline gerät durch ein Gewaltverbrechen aus den Fugen und sie sieht keinen anderen Ausweg mehr, als ihr sicheres Elternhaus zu verlassen und eigene Wege zu gehen. Ausgehungert und am Ende ihrer Kräfte wird sie von einer Pilgergruppe aufgenommen, die sich auf dem Weg ins Heilige Land befindet. Um ihre Seele am Grab von Jesu von Schuldgefühlen reinzuwaschen, begibt sie sich gemeinsam mit ihnen auf die Reise, die für sie nur von kurzer Dauer ist. Doch Aveline verliert ihr Ziel nicht aus dem Auge, nachdem ein schwerer Schicksalsschlag sie aufgehalten hat. Sie schließt sich inkognito dem kaiserlichen Heer von Barbarossa an und wird auf ihrem Kreuzzug nach Jerusalem mit in den Krieg zwischen Abendland und Orient hineingezogen. Vor den Toren der Hafenstadt Akkon kreuzt sich ihr Weg mit dem des Wundarztes Étienne D’Arembour, der mit seinem Lehrmeister und Förderer Caspar auf Wunsch den Grafen Guillaume für die Versorgung des Heeres vor Ort ist. Sie finden Gefallen aneinander und ihre langsam wachsende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, da der Krieg ihre ganze Kraft und Opfer von ihnen fordert und sie zudem ins Visier eines Mannes geraten, der sie erpresst und für seine Rachepläne ausnutzt.

Mit „Krone des Himmels“ hat Juliane Stadler einen großartigen Debütroman erschaffen, der mich vom Anfang bis zum Ende hin begeistert hat. Ein 700-seitengewaltiges Meisterwerk mit einer wunderschönen Buchgestaltung, in dem eine akribische Recherchearbeit steckt und das vollgepackt ist mit emotionsvollen, schockierenden und berührenden Momenten, die einen mitreißen. Historie wird hier wunderbar mit den schicksalhaften Wegen der faszinierenden Charaktere verknüpft. Die Atmosphäre des Mittelalters, der Wahnsinn des Heiligen Krieges und der Kampf um die Krone Jerusalems werden hautnah zum Leser transportiert. Der Schreibstil der Autorin ist überaus fesselnd und erzeugt durch die sehr bildlichen Darstellungen der Kulissen und Handlungsorte großes Kopfkino. Aufgrund der Vielzahl von fremdländischen Namen und dem ständigen Wechsel der Schauplätze ist ein aufmerksames Lesen von Nöten. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Sicht von Aveline und Étienne und sporadisch von Karakush, dem Statthalter von Akkon, erzählt. Mit einer ungeheuren Sogkraft lässt sie einen nicht mehr los, da man auf den Fortlauf der spannenden und dramatischen Entwicklung hin fiebert und dabei auch noch durch unvorhersehbare und raffiniert eingeflochtene Wendungen überrascht wird. Ständig habe ich mich um Aveline und Étienne gesorgt, hatte Angst um Caspars Leben und war angewidert von Coltaires und Bertrands Gewaltbereitschaft, Rachegelüsten, und Egoismus. Sehr gut gefallen hat mir auch die ehrliche und selbstlose Männerfreundschaft zwischen Del, Anselme und Étienne, die sich während des Kreuzzuges gegenseitig stützen, helfen und Rückhalt geben. Der Showdown zum Ende der Geschichte hin hatte es dann auch noch einmal ganz schön in sich. Menschlichkeit wird bei einer spektakulären Rettungsaktion großgeschrieben und zeigt auf, dass aus Feinden Freunde werden können und jeder das Schicksal bekommt, dass er verdient hat.

Sehr gut herausgearbeitet hat Juliane Stadler ihre vielschichtigen Charaktere, die sie mit all ihren Stärken und Schwächen hervorragend dargestellt hat. Bis auf Coltaire und Bertrand, die einen polarisieren, waren mir alle sympathisch. Aveline hat mich am meisten fasziniert. Aus einer hilflosen und verängstigten jungen Frau wurde eine mutige Kämpferin mit einem unbändigen Lebenswillen. Trotz aller Widrigkeiten setzt sie alles daran, dass ihre Liebe zu Étienne eine Zukunft hat. Seinen Charakter fand ich auch total spannend. Als 3. von vier Söhnen eines adligen Ritters, der mit einer Missbildung am Fuß zur Welt gekommen ist, leidet er unter der Ausgrenzung und Erniedrigung seines Vaters. Nach einer erneuten Bloßstellung fasst er den Entschluss sein Leben zu ändern, die Tristesse aus seinem Alltag zu verbannen und seinem Freiheitsdrang nachzugeben. Heimlich verlässt er den Familiensitz und begegnet durch eine schicksalhafte Fügung auf seinem Weg dem Wundarzt Caspar. Der lebenserfahrene und weise Mann, entdeckt sein ungeahntes Talent, stellt ihn vor große Herausforderungen, schenkt ihm Achtung und Respekt und behandelt ihn wie einen Sohn. Mit seiner manchmal ruppigen aber herzlichen Art hat Caspar sich auch in mein Herz geschlichen. Viele weitere tolle Nebencharaktere bereichern die Geschichte zu denen ich Graf Guillaume, den Statthalter Karakush und Étiennes Freunde Del und Anselme zähle.

Mein Fazit:

„Krone des Himmels“ ist ein Buchschatz, der mir wunderschöne Lesestunden geschenkt hat und den ich mit zu meinen Lesehighlights 2021 zählen kann! Juliane Stadler hat mich mit ihrem Roman vollkommen überzeugt und ich würde mich freuen, wenn es demnächst wieder ein neues Werk aus ihrer Feder geben würde. Gerne spreche ich hier eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe verdiente 5 Sterne!


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Veröffentlicht am 24.08.2021

Leseempfehlung! Ein superspannender und emotionsvoller dritter Band der Falkenbach-Saga!

Der Bund der Familien
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Gut Falkenbach 1938
Durch zwei tragische Schicksalsschläge und einer drohenden Gefahr von außen müssen die Familien von Paul Friedrich von Falkenbach und den beiden Brüdern Wilhelm und Heinrich Lehmann ...

Gut Falkenbach 1938
Durch zwei tragische Schicksalsschläge und einer drohenden Gefahr von außen müssen die Familien von Paul Friedrich von Falkenbach und den beiden Brüdern Wilhelm und Heinrich Lehmann noch enger zusammenhalten. Gauleiter Karl Langmüller hat sie im Visier und versucht alles Menschenmögliche um sie zu Fall zu bringen und ihr Leben zu zerstören. Derweil kämpft sich Wilhelm nach einem Schlaganfall zurück ins Leben und lässt zusammen mit Paul Friedrich eine Bombe platzen, die alle Familienmitglieder schocken. Viel Erklärungsbedarf ist nach dem Verkauf und der Übertragung von Firmenanteilen nötig. Doch am meisten bewegt gerade alle der schwere Schicksalsschlag von Heinrichs Schwiegertochter Elisabeth, der sie unfassbar bestürzt und der zu ihrer eigenen Sicherheit verschleiert werden muss.

Die Falkenbach-Saga von Ellin Carsta lässt mich nicht mehr los! Sehnsüchtig erwartet, habe ich Band 3 „Der Bund der Familien“ gefühlt eingeatmet und er war wieder so gut! Die Geschichte steckt voller Dramatik, Spannung und hochemotionalen Momenten. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt leicht zu lesen, fesselnd und schafft eine unheimliche Nähe zu den Charakteren. Lesesucht pur wird durch die sich ständig abwechselnden Handlungsstränge von vielen Protagonisten erzeugt, bei denen immer ein Cut in den spannendsten Momenten oder verzwicktesten Situationen stattfindet. Die Frauen der Familie zeigen wieder einmal, dass sie die stützenden, verständnisvollen, hilfsbereiten und beratenden Säulen ihrer Männer sind und sie raffiniert in die Richtung lenken, die am besten für sie ist. Besonders gut funktioniert hat es in dieser Geschichte bei Heinrich und Wilhelms Sohn Leopold und ich musste darüber auch ein bisschen schmunzeln. Bei dem gewaltbereiten und unberechenbaren Leopold stelle ich mir immer wieder die Frage, kann sich so ein Mensch noch ändern? Mit Elisabeths Schicksalsschlag habe ich überhaupt nicht gerechnet und sie und ihr Mann Ferdinand haben mein ganzes Mitgefühl. Aber ich bin guten Mutes, dass sie sich aus diesem tiefen Tal herauskämpfen werden. Wieder einmal hat mich Paul Friedrich mit dem Zweck seiner Reise nach München und dem raffinierten Austricksen von Langmüller geschockt. Trotz seiner manipulativen und kriminellen Ader mag ich ihn, da er immer für seine Familie und seine Freunde da ist. Sogar seine Tochter Wilhelmine konnte er dieses Mal überraschen, die immer noch nicht den richtigen Platz im Leben gefunden hat. Ganz toll fand ich es, wie er hinter seinem Sohn Gustav steht, der mit einer Extremsituation fast überfordert wird. Richtig spannend war für mich auch Karl Langmüllers Part in der Geschichte, der seine Rolle als unsympathischer und fieser Nationalsozialist perfekt verkörperte.

Ganz ungeduldig warte ich jetzt auf die Fortsetzung und fiebere ihr schon sehr entgegen! Fans von Familiensagas kommen hier wieder voll auf ihre Kosten und ich kann für diesen Roman und die ganze Reihe nur ein große Leseempfehlung aussprechen.



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Veröffentlicht am 18.08.2021

Ein absolutes Lesehighlight! Ergreifend, bedrückend und wundervoll erzählt!

Ein neuer Morgen für Samuel
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Paris 1944
Auf ihrer Flucht vor den deutschen Besatzern werden Sarah und David in ihrem Versteck entdeckt, als ihr gerade geborener Sohn Samuel sich durch Laute bemerkbar macht. Auf ihr kurzes Glück folgt ...

Paris 1944
Auf ihrer Flucht vor den deutschen Besatzern werden Sarah und David in ihrem Versteck entdeckt, als ihr gerade geborener Sohn Samuel sich durch Laute bemerkbar macht. Auf ihr kurzes Glück folgt Angst und Schrecken. Sie werden inhaftiert und sollen bald von Drancy aus mit Waggons in ein Lager deportiert werden, von dem es angeblich kein Zurück mehr gibt. Als ihr Zug wegen einem Defekt anhalten muss und die Türen geöffnet werden, hat Sarah nur einen Gedanken, ihr Kind soll am Leben bleiben. In purer Verzweiflung reicht sie dem gerade vorbeikommenden Gleisarbeiter Jean Luc Beauchamps ihr Baby und bittet ihn Samuel zu retten. Im ersten Moment ist er sprachlos und geschockt, doch dann lässt er sein Herz sprechen und schleicht sich mit ihm unbemerkt davon. In Paris sind sie nicht sicher und er sieht keinen anderen Ausweg, als sich mit ihm zusammen auf die Flucht nach Amerika zu begeben. Zur Tarnung begleitet sie die junge Krankenschwester Charlotte und sie geben vor ein Paar zu sein. Jahre später jedoch holt sie die Vergangenheit wieder ein und ihr glückliches und sorgenfreies Leben als Familie wird auf bestürzende Weise auf den Kopf gestellt.

Ich liebe historische Romane und ich habe mit „Ein neuer Morgen für Samuel“ wieder ein weiteres Lesehighlight für mich entdeckt, das mich absolut begeistert hat. Ruth Druarts Schreibstil ist überaus fesselnd und eindringlich und sie schafft damit eine unglaublich atmosphärische, bedrückende und berührende Geschichte, die mir voll unter die Haut gegangen ist und so viele Emotionen bei mir erzeugt hat. Durch die zwei zeitlich sich abwechselnden Erzählstränge und dem dramatischen und spannenden Aufbau des Geschehens konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. In diesem Roman wird Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Mut, Verzweiflung, Hoffnung, Liebe und Einsicht großgeschrieben. Durch die Rückblicke in die Vergangenheit erlebt man die Grauen des Holocaust, was für Strapazen und Gefahren Menschen auf der Flucht auf sich nehmen und welche persönlichen Dramen sich noch Jahre nach Kriegsende abgespielt haben. In dem Erzählpart in der Gegenwart steht hauptsächlich der 9-jährige Samuel im Mittelpunkt des Geschehens und ich konnte mich so tief in ihn hineinversetzen und seine Not nachempfinden. Die ganze Zeit fragt man sich, wie weit geht die Liebe einer Mutter und was für Opfer ist sie bereit einzugehen, damit ihr Kind wieder glücklich und gesund ist. Samuel hatte mein ganzes Mitgefühl und ich habe so für ihn gehofft, dass alles gut für ihn ausgeht und seine Kinderseele keinen Schaden nimmt. Seine Figur und die Charaktere aller anderen wurden von der Autorin hervorragend ausgearbeitet und sie waren mir allesamt sympathisch und nahbar. Jean Luc und Charlotte habe ich dafür bewundert welches Wagnis sie für ein fremdes Kind auf sich nehmen und wie schnell sich dieses kleine Wesen in ihr Herz geschlichen hat. Besser als sie hätten seine leiblichen Eltern auch nicht für ihn sorgen können. Sarahs und Davids Schicksal hat mich auch sehr bedrückt und berührt und man kann es fast nicht in Worte fassen, was für schmerzhafte und leid- und emotionsvolle Erfahrungen sie machen mussten.

Die letzten 50 Seiten in der Geschichte waren einfach nur noch Emotionen pur und ich konnte besonders in dem Epilog, der die Geschichte perfekt abgerundet hat, meine Tränen vor lauter Rührung nicht zurückhalten.

Für diesen beeindruckenden Roman kann ich nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen!

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