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Veröffentlicht am 01.05.2022

Zeigt ein authentisch wirkendes Bild der Berliner Gesellschaft in den 1920ern

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz
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er dritte Band der Trilogie rund um die „Polizeiärztin Magda Fuchs“ des unter dem Pseudonym Helene Sommerfeld schreibenden Autorenduos trägt den Untertitel „Das Leben, ein wilder Tanz“ und spielt in den ...

er dritte Band der Trilogie rund um die „Polizeiärztin Magda Fuchs“ des unter dem Pseudonym Helene Sommerfeld schreibenden Autorenduos trägt den Untertitel „Das Leben, ein wilder Tanz“ und spielt in den Jahren 1924 bis 1926. Der Haupthandlungsort ist das quirlige Berlin. Nach der Währungsreform 1923 sind Güter des täglichen Bedarfs wieder bezahlbar. Darüber hinaus reicht das Einkommen besser gestellter Berlinern auch dazu, sich Vergnügungen zu leisten.

Die 33-jährige Magda ist mit Kuno Mehring glücklich verheiratet. Neben ihrer Arbeit als Polizeiärztin führt sie ihre eigene gynäkologische Praxis. Bei ihr wächst der Wunsch nach einem eigenen Kind. Gemeinsam mit ihrem Mann gibt sie aber ebenfalls die Suche nach dem verschwundenen Bruder des Adoptivkinds ihrer Schwester nicht auf. Das Leben von Celia Fahrland-Hinnes nimmt im Roman einen breiteren Raum ein. Sie ist schwanger. Ihr Schwiegervater, der als der reichste Mann Deutschland gilt, ist schwerkrank. Celias Ehemann Edgar wird bei seinem Tod das Unternehmen der Familie weiterführen. Für sie steht plötzlich in Frage, ob sie ihre Zukunft an der Seite von Edgar wie geplant gestalten kann.

Auch den aus den ersten beiden Teilen bekannten Figuren Doris und Erika begegnete ich im vorliegenden Band. Beide leben immer noch in der von Celia geführten Pension. Doris ist inzwischen eine erfolgreiche Schauspielerin. Ebenso konnte ich den weiteren Weg der mit Magda zusammenarbeitenden Fürsorgerin Ina verfolgen und den der für Celia tätigen Anwältin Ruth.

Das Berliner Autorenehepaar baut rund um seine Figuren ein brodelndes Berlin auf mit Musik, Theater und Film. Es scheut sich aber auch nicht, die Schattenseiten der Stadt zu zeigen. Einerseits las ich vom Leben der fiktiven Familie Hinnes mit Dienstpersonal, das angelehnt ist an die reale Geschichte von Hugo Stinnes. Auf der anderen Seite folgte ich Ina bei ihrer Fürsorge um Kinder, die auf der Straße leben.

Eine Gleichberechtigung der Frauen ist noch in weiter Ferne und die Schritte dahin sind klein. Celia erfährt geringe Wertschätzung in ihrer Schwiegerfamilie, wodurch ihr Selbstbewusstsein leidet und sie sich immer wieder selbst in Frage stellt. Unterstützung findet sie bei ihrer Schwägerin, die ihr das Autofahren beibringt.

Martha wird zur Untersuchung eines verletzten weiblichen Opfers gerufen, die bald darauf verstirbt. Der Fall zieht immer größere Kreise und führt sie zu einem Gruppe von ganz speziellen Liebesuchenden. Mit Kuno ergänzt sie sich nicht nur privat sondern auch beruflich. Es ist schön, die beiden im Einvernehmen zu erleben.

Dank der sehr guten Recherche und des mitreißenden Schreibstils schafft Helene Sommerfeld im dritten und abschließenden Band der Polizeiärztin Magda Fuchs-Reihe „Das Leben, ein wilder Tanz“ ein authentisches Bild der Berliner Gesellschaft Mitte der 1920er Jahre. Die Figuren haben ihre je eigenen Probleme, die meisten sind nicht absehbar, und ich konnte mitverfolgen, welche Gedanken sie bewegen und wie sie zu einer für sich passenden Lösung gelangen. Am Ende der Geschichte gelingt den beiden Autoren eine Verbindung zu ihrer ersten Serie rund um die Ärztin Ricarda Thomasius. Das Buch hat mich gut unterhalten und gerne empfehle ich es weiter. Für Helene Sommerfeld-Leser ist es ein Muss.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

5,0 von 5 Sternen Stimmt bei der Aufdeckung eines wohlgehüteten Familiengeheimnisses nachdenklich

Waldinneres
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Das Buch „Waldinneres“ ist der erste Roman von Mónica Subietas, einer in Spanien geborenen und heute in Zürich lebenden Schriftstellerin. Das schön gestaltete Cover zeigt einen Ausschnitt aus dem titelgebenden ...

Das Buch „Waldinneres“ ist der erste Roman von Mónica Subietas, einer in Spanien geborenen und heute in Zürich lebenden Schriftstellerin. Das schön gestaltete Cover zeigt einen Ausschnitt aus dem titelgebenden Gemälde von Gustav Klimt. Auf den Innenseiten der Klappen ist das Bild vergrößert wiedergegeben. Als Leserin begleitete ich dessen Weg von 1943 bis ins Jahr 2010.

Die Geschichte beginnt mit einem „Vorfall“. Der 56-jährige Gottfried Messmer ist Inhaber einer Szenekneipe in Zürich. Tony, der Koch des Lokals, hat den mit seinem Chef befreundeten Maler Max Müller in dessen Atelier leblos aufgefunden. Vorher hatte er Streit mit dem Künstler, weswegen er in Verdacht gerät, ihn lebensgefährlich verletzt zu haben. Aber die Erzählung fokussiert nicht auf dem Kriminalfall, allerdings wird das Verbrechen aufgeklärt. Weswegen es zu der Tat gekommen ist, reicht weit in die Vergangenheit zurück, bis in das Jahr 1942. Damals half der Vater von Gottfried, ein Forstaufseher, einem jüdischen Immigranten dabei, in die Schweiz einzuwandern.

Der Roman spielt auf mehreren Handlungsebenen. Neben der Fluchthilfe von Gottfrieds Vater und dessen Vermächtnis sind ein amerikanischer Kunsthändler, der jetzt in der Schweiz lebt und eine flüchtige Beziehung von Max zu einer Kellnerin für den Hergang ebenso wichtig. Die Autorin beschreibt ebenfalls das fiktive Schicksal eines jüdischen Kunstsammlers, der aufgrund eines Beschlusses des Schweizer Bundesrats in eine Klemme gerät. Der Erlass schloss die Grenze für Flüchtlinge, die allein aus Rassegründen um Aufnahme baten. Außerdem fasst sie das Thema Kunstraub im Nationalsozialismus auf. Bis heute ist der Umgang aufgrund der beinhalteten Wertigkeit der Werke umstritten. Damit schlägt Mónica Subiertas eine Brücke zwischen der Vergangenheit und dem Heute.

Die Figuren des Romans erleben Höhen und Tiefen. Von Beginn an fühlte ich mich als Leserin mitgerissen von der Frage, von wem Max überfallen wurde und aus welchem Grund. Im anschließenden Kapitel verschwindet dann noch ein Mensch. Was mit ihm geschah, bleibt lange ungeklärt. Über die gesamte Geschichte hinweg bringt Mónica Subietas immer wieder die Valenzen zweier Menschn ins Spiel. Die Charaktere der Geschichte haben Lebenserfahrung in unterschiedlichen Bereichen. Daher ist ihre Gewichtung von dem, was sie besonders wertschätzen verschieden. Manchmal habe ich mir gewünscht, mehr über eine Person zu erfahren, um noch stärker ihrer Gedankenwelt und der Hintergründe für ihre Handlungen folgen zu können.

Im Roman „Waldinneres“ bildet Mónica Subietas das Thema Kunstraub mehrschichtig ab und nutzt es für den Hintergrund krimineller Aktivitäten, die mehrere Personen in Bedrängnis bringen. Die Geschichte baut Spannung auf und stimmt bei der Aufdeckung eines wohlgehüteten Familiengeheimnissen nachdenklich über die Werte in unserer Gesellschaft. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 25.04.2022

Durchgehend spannende Fantasy voller frischer Erzählideen, mysteriös und geheimnisvoll

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
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Das Buch „A Song of Wraiths and Ruin“ der in den USA lebenden, in Ghana geborenen Autorin Roseanne A. Brown ist eine High Fantasy-Dilogie. Die Geschichte spielt in der zentral gelegenen Wüstenstadt Ziran ...

Das Buch „A Song of Wraiths and Ruin“ der in den USA lebenden, in Ghana geborenen Autorin Roseanne A. Brown ist eine High Fantasy-Dilogie. Die Geschichte spielt in der zentral gelegenen Wüstenstadt Ziran im fiktiven Reich von Sonande. Jedes 50. Jahr finden dort die Spiele von Solstasia statt, weswegen der erste Band entsprechend einen Untertitel trägt, der auf das Turnier hinweist. Eine Woche dauern die Feiern zu Ehren der Gottheiten, die jeweils einem Wochentag zugeordnet werden. Entsprechend der sieben Schutzgötter kämpfen sieben Auserwählte darum, welche Gottheit das neue Zeitalter nach Abschluss der Spiele regieren wird.

Bei den Spielen lernen sich der siebzehnjährige Malik und die gleichaltrige Karina kennen. Malik ist einer der Champions. Er ist mit seinen Schwestern nach Ziran gereist. Seine jüngere Schwester wird von einem Geist gefangen genommen, der sie nur dann wieder frei lässt, wenn Malik Karina tötet. Noch bevor das Turnier beginnt, stirbt Karinas Mutter, die Königin von Ziran, daher soll Karina als einziges, noch lebendes Familienmitglied ihrer Mutter nachfolgen. Viel lieber wäre es ihr aber, ihre Mutter wiederzubeleben, doch dazu benötigt sie für ein magisches Ritual das Herz eines Königs. Malik hat beste Voraussetzung, den Platz an ihrer Seite einzunehmen.

Die von Roseanne A. Brown kreierte Fantasywelt ist facettenreich. Basierend auf einer mittelalterlich anmutenden Umgebung beschreibt sie ein quirliges, trubeliges Leben in Ziran, in das sich Karina gerne hineinstürzt. Ihr Verhalten wird am Königshof nicht besonders geschätzt. Sie hat als Kind ihre ältere Schwester verloren. Immer wieder vergleicht sie sich mit ihr und kann doch die Lücke, die diese hinterlassen hat, nicht ausfüllen. Auch Malik wertschätzt seine Familie, die für ihn an erster Stelle steht. Beide sind ihrer Herkunft verpflichtet, die sehr verschieden ist. Von Beginn an hoffte ich darauf, dass Karina und Malik sich näherkommen. Die Autorin beginnt ein Katz- und Maus-Spiel mit den beiden, das für hohe Spannung beim Lesen sorgt.

Karina und Malik empfand ich nicht als reine Sympathieträger, denn sie haben Ecken und Kanten, durch besonders interessant sind. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Ungerechtigkeiten deutlich wahrnehmen, sich aber auch ihres Mangels an Aktionsmöglichkeiten bewusst sind, die abhängen von ihren eigenen magischen Fähigkeiten und der von anderen. In der Welt, in der sie leben, sind viele auf ihren eigenen Vorteil bedacht, wodurch es zu Hinterhältigkeit und arglistigen Fallen kommt. Mächte bekämpfen sich gegenseitig, was zum immer größeren Zerfall des Reiches führt und der Frage, ob Karina und Malik den Untergang aufhalten können. Aufgrund ihres Alters sind die beiden Protagonisten noch unerfahren, lernen aber hinzu.

Gekonnt flechtet Roseanne A. Brown aktuelle Themen wie beispielsweise Geschlechterverständnis und Antirassismus in die Fantasy ein. Die Autorin ist eine gute Geschichtenerzählerin wovon vor allem der Charakter des Malik profitiert. Immer wieder geschehen unerwartete Wendungen. Im Buch wird auf die Anwendung von Gewalt hingewiesen, weswegen die Erzählung eher nicht von Feinsinnigen gelesen werden sollte. Durch den farbigen Buchschnitt ist es eine Freude, das Buch in der Hand zu haben.

Das Buch „A Song of Wraiths and Ruin – Die Spiele von Solstasie“ von Roseanne A. Brown ist eine durchgehend spannende Fantasy voller frischer Erzählideen, mysteriös und geheimnisvoll. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an Lesende des Genres ab etwa 14 Jahren.

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Veröffentlicht am 22.03.2022

Schenkt Stunden kurzweiliger Unterhaltung mit Wohlgefühl

Die Liebe tanzt barfuß am Strand
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Der Roman „Die Liebe tanzt barfuß am Strand“ von Gabriella Engelmann ist der erste Band der Trilogie „Zauberhaftes Lütteby“. Der fiktive Ort liegt in der Nähe der Nordsee und hat einen gewissen Charme ...

Der Roman „Die Liebe tanzt barfuß am Strand“ von Gabriella Engelmann ist der erste Band der Trilogie „Zauberhaftes Lütteby“. Der fiktive Ort liegt in der Nähe der Nordsee und hat einen gewissen Charme zu bieten, denn rund um den Marktplatz versammeln sich reizende Giebelhäuser, in denen sich unter anderem eine Apotheke, ein Blumenladen, ein Kiosk, ein italienisches Restaurant und ein französisches Café befinden. Die Bewohner sind an ein beschauliches Leben gewohnt, für Touristen also die perfekte Möglichkeit Entspannung vom Alltag zu erhalten.

Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Lina, Mitte Dreißig, arbeitet seit sechs Jahren in ihrem Heimatort halbtags in der Touristeninformation. Außerdem hilft sie ihrer Großmutter im Laden am Markt, in dem Geschenkideen angeboten werden. Vorher hat sie in Hamburg studiert und als Grundschullehrerin gearbeitet. Sie war mit einem Mitschüler liiert. Die Trennung hat Lina immer noch nicht ganz verschmerzt. Als ihr Chef krankheitsbedingt mehrere Wochen ausfällt, kommt mit dem attraktiven Jonas neuer Wind ins Büro. Linas Liebesleben bringt er durcheinander.

Die Geschichte vermittelt ein Wohlgefühl. Natürlich fehlt es den Lüttebyern nicht an Sorgen. Beispielsweise kennt Lina ihren Vater nicht, hofft darauf, dass ihre verschwundene Mutter eines Tages wieder zurückkehrt und ihr die große Liebe doch noch über den Weg läuft. Aber trotz der Probleme ist in der Erzählung spürbar, dass die Bewohner offen sind für den Kummer ihrer Mitmenschen und bereit dazu, einander zu helfen.

Als Figur ist Lina eine unbedingte Sympathieträgerin. Sie erfreut sich an kleinen Dingen des Alltags, ist zurückhaltend und mitfühlend. Den Morgen am Meer und die abendliche Dämmerung genießt sie. Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass sie den Mut findet, bei bestimmten Angelegenheiten deutliche Worte zu sprechen. In Sachen Liebe ist sie zwiegespalten, denn einerseits sehnt sie sich nach einer eigenen kleinen Familie, andererseits redet sie sich ein, dass sie nicht auf der Suche nach einem neuen Partner ist. Lina ist bei ihrer Großmutter aufgewachsen, die Lina in ihren Freiheiten nicht einengt. Auch die weiteren Figuren verfügen über eigenwillige Eigenschaften, wenn auch manchmal etwas klischeebehaftet.

Gabriella Engelmann umrahmt die Geschichte mit einer erdachten, in den Kontext passenden Legende, die mich als Leserin ins 17. Jahrhundert führte. In Lütteby sorgt sie bis in die Gegenwart für einen Mythos in Bezug auf die ewige Konkurrenz zur benachbarten Kleinstadt und für Grusel in einer Villa vor Ort.

Mit dem Roman „Die Liebe tanzt barfuß am Strand“ schenkte mir Gabriella Engelmann einige Stunden kurzweilige Unterhaltung. Die Geschichte vermittelt ein Gefühl von Behaglichkeit. Zum Ende hin warteten auf mich noch einige überraschende Wendungen, die dazu führten, dass die Protagonistin ihr Vertrauen in Frage stellt. Aufgrund des offenen Endes freue ich mich auf die beiden weiteren Bände der Reihe, um mehr über die verborgenen Geheimnisse in Linas Familie zu lesen. Gerne empfehle ich den Roman für schöne erheiternde Lesestunden weiter.

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Veröffentlicht am 18.03.2022

Wieder durchgehend spannend

Mörderfinder - Die Macht des Täters
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Der Thriller „Mörderfinder – Die Macht des Täters“ ist der zweite Teil der Reihe von Arno Strobel rund um den Protagonisten Max Bischoff, der früher beim Kriminalkommissariats 11 aus Düsseldorf ermittelt ...

Der Thriller „Mörderfinder – Die Macht des Täters“ ist der zweite Teil der Reihe von Arno Strobel rund um den Protagonisten Max Bischoff, der früher beim Kriminalkommissariats 11 aus Düsseldorf ermittelt hat und jetzt als Dozent und Fallanalytiker an der Polizeihochschule in Köln arbeitet. Diesmal wird Max von Katharina Baumann, einer neuen Kollegin im KK11 kontaktiert, deren Neffe Selbstmord begangen hat. Zuvor war dieser des Mordes an einer jungen Frau beschuldigt worden. Die Fakten sprechen gegen ihn, aber ein Motiv ist nicht zu erkennen. Doch dann geschieht wieder ein Mord. Nur ein Zettel, der bei der Leiche gefunden wird, lässt auf einen Zusammenhang zu der vorherigen Tat schließen.

Für Max und die Ermittler vom KK11 stellt sich die Frage, ob sie es mit einem Serienmörder zu tun haben. Schnell merkt Max, dass der Fall anders ist als seine bisherigen. Er hat als Analytiker Probleme damit, sich in die Denkweise des Täters einzufinden. Das ist ihm bisher noch nicht passiert. Als Figur ist Max sympathisch unter anderem deshalb, weil er sich im Beruf voran gearbeitet hat, seinen Prinzipien treu und um seine Schwester mit Handicap besorgt ist.

Als Leserin wusste ich durch kursiv gesetzte Einschübe, in denen ich an der Wahrnehmung einer Person vor oder während eines Mords teilhaben konnte, von deren dubioser Gefühlslage. Obwohl ich glaubte, dadurch einen Wissensvorsprung im Vergleich zu Max zu erhalten, gelang es mir nicht, eine Lösung vor ihm zu finden.

Die Ermittlungen werden für Max auch durch die neue Chefin des Kriminal-kommissariats erschwert. Über ihr Verhalten ist er zwiegespalten. Mal benimmt sie sich ihm gegenüber aufgeschlossen und erfreut über seine Mithilfe, andererseits zeigt sie sich verärgert von seiner Einmischung und der spärlichen Ergebnisse. Die vorliegende Mordserie löst bei den Kollegen des KK11 in Bezug auf den Täter oder die Täterin unterschiedliche Meinungen aus. Obwohl die beiden manchmal andere Ansichten haben ist Horst Böhmer, sein früherer Partner und jetziger Leiter der für die Morde zuständigen SOKO, bei den Ermittlungen an der Seite von Max. Die beiden vertrauen einander, jedoch hat Horst auch auf seine Dienstvorschriften zu achten, mit allem Verständnis durch Max.

Von Beginn an ist die Spannung hoch und wird bis zum Ende gehalten. Geschickt baut Arno Strobel einige Randfiguren ein, die ich mir gut als Täter vorstellen konnte, die sich aber als falsche Fährte erwiesen. Mir gefällt es, dass für jede Wendung in der Geschichte stets eine Begründung vom Autor geliefert wird und sich auf diese Weise eine denkbare Handlung ergibt. Max gerät schließlich mit seinem Verhalten ungewollt selbst den Fokus der Ermittlungen. Die Auflösung ist nach der Komplexität des Falls erwartet überraschend. Die Erklärung dazu ist gut ausgedacht.

Auch der zweite Band der Serie um den in Düsseldorf lebenden „Mörderfinder“ Max Bischoff von Arno Strobel ist durchgehend spannend. Fehlende Motive, ins Leere laufende Ermittlungen in verschiedenen Richtungen und unerwartete Wendungen konnten mich als Leserin vom richtigen Weg zur Lösung abbringen und mich bis zum Schluss in den Bann ziehen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und darum empfehle ich das Buch jedem Thrillerleser gerne weiter.

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