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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2019

Spannende Geheimnisse

Dark Call - Du wirst mich nicht finden
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Holly Wakefield ist Kriminalpsychologin und wird von der Met Police zu einem blutigen Fall hinzugezogen. Sehr schnell erkennt sie, dass es sich um einen Serienmörder handeln muss.

Doch dieser Serienkiller ...

Holly Wakefield ist Kriminalpsychologin und wird von der Met Police zu einem blutigen Fall hinzugezogen. Sehr schnell erkennt sie, dass es sich um einen Serienmörder handeln muss.

Doch dieser Serienkiller kennt auch ihr dunkles Geheimnis, mit dem sie sich nun auseinandersetzen muss. Der Autor Marc Griffin hat eine ausgeklügelte Geschichte geschrieben, die sich nicht nur mit Hollys Geheimnis, sondern mit den vielen anderen Geheimnissen der handelnden Personen beschäftigt. Wobei er eines der größten Geheimnisse bis zum Schluss aufbewahrt - ein würdiges Ende dieses faszinierenden Thrillers.

Das Buch ist trotz einiger Längen sehr spannend geraten, hier faszinieren vor allem die Figuren, die vieles verbergen. Sehr gerne empfehle ich diese Geschichte weiter.

Veröffentlicht am 11.06.2019

Die vielen Gesichter einer Affäre

Die Macht der Affäre. Warum wir betrügen und was wir daraus lernen können.
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Untreue - ein Verrat des Partners, der schwer zu verkraften ist. Warum aber gehen Menschen fremd?

Die Beziehungstherapeutin Esther Perel betrachtet die vielen Gesichter einer Affäre genauer. Sie beschreibt ...


Untreue - ein Verrat des Partners, der schwer zu verkraften ist. Warum aber gehen Menschen fremd?

Die Beziehungstherapeutin Esther Perel betrachtet die vielen Gesichter einer Affäre genauer. Sie beschreibt den Schmerz und die Zerstörung dieser Grenzüberschreitung, aber auch den damit verbundenen Nervenkitzel und die Selbstfindung. Sie stellt die Affäre in den Kontext der weiteren Kreise der Familie wie auch in einen breiteren historischen und sozialen Kontext. Unterschiedliche kulturelle Perspektiven werden aufgezeigt. Der Schmerz der Betroffenen findet seinen Niederschlag in ihren Betrachtungen wie auch die Welt der Betrügenden. Dabei wertet sie nicht und verurteilt nicht, ihr Ziel ist Hilfe bei der Reflexion der Geschehnisse. Ergebnisse aus der Forschung in Psychologie und Soziologie verknüpft sie mit ihrer praktischen Arbeit in der Paarberatung.

Das Buch ist gut verständlich geschrieben und eine Hilfe sowohl für Praktiker in der Beratung wie auch für Laien.

Veröffentlicht am 11.06.2019

Spiel mit Illusionen und Wahrheit

Das Echo der Wahrheit
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Der Psychiater Cobb wird angefragt, dem Multimillionär Joshua Fleischer zu helfen, der sich mir seinen Erinnerungen plagt. Fleischer ist todkrank und befürchtet, vor vielen Jahren in den Tod einer jungen ...


Der Psychiater Cobb wird angefragt, dem Multimillionär Joshua Fleischer zu helfen, der sich mir seinen Erinnerungen plagt. Fleischer ist todkrank und befürchtet, vor vielen Jahren in den Tod einer jungen Frau verwickelt gewesen zu sein. Cobb soll ihm helfen, die Wahrheit herauszufinden. Doch dabei weckt der Psychiater seine eigenen verdrängten Dämonen.

"Wahrheit ist ein großes Wort. Wissen Sie, wie es ist, wenn man aus einem Albtraum erwacht und Dinge und Bilder aus dem bösen Traum leibhaftig vor sich sieht? Nach einer Weile kann man kaum noch zwischen Traum und Leben unterscheiden." (S. 304)

Das ist für den Autor Eugene Chirovici in diesem Buch Programm: Er spielt gekonnt mit Traum und Wahrheit, dass nicht nur sein Protagonist, sondern auch der Leser sich im Wirrwarr der Illusionen und der Wahrheit zurechtfinden muss. Immer wieder tauchen neue Aspekte der Geschichte auf, Bruchstücke, die scheinbar überhaupt nicht mit dem Rest zusammen passen wollen. Überraschend ist es, wie letztendlich die Geschichte diese unpassenden Teile zu einem Stück zusammen fügt.

Wenn auch manchmal etwas langatmig geraten, zeigt dieses Buch ein überraschendes und gleichzeitig überzeugendes Spiel mit Illusionen und Wahrheit, dass ich es gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 11.06.2019

Ophelias Aufbruch

Die Spiegelreisende
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Die junge Ophelia wird ungefragt verlobt mit dem Adligen Thorn. Dafür muss sie ihre Heimat Anima verlassen und auf den eisigen Pol ziehen. Dort ist es für sie äußerst gefährlich, denn sie wird sehr eisig ...

Die junge Ophelia wird ungefragt verlobt mit dem Adligen Thorn. Dafür muss sie ihre Heimat Anima verlassen und auf den eisigen Pol ziehen. Dort ist es für sie äußerst gefährlich, denn sie wird sehr eisig empfangen. Wem nur kann sie wirklich trauen?

Mit der jungen Frau und ihrer besonderen Gabe, Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen zu können, hat die Autorin Christelle Dabos eine interessante Protagonistin geschaffen, die sich aus ihrer beschützten Welt in einer gefährlichen Welt zurechtfinden muss. Vieles ist nicht so, wie es scheint in diesem Haifischbecken, das nun plötzlich zu ihrer neuen Heimat wird. Die Welt, in der Ophelia lebt, ist äußerst faszinierend, und deren Beschreibung ist der Autorin gut gelungen. Mit Ophelia orientiert sich der Leser in dieser Welt, wobei mich die Ereignisse nicht immer überzeugen konnten, manches davon erschien mir etwas konstruiert. Besonders Ophelia Entwicklung erscheint mir nicht stringent, so naiv und introvertiert wird sie anfangs dargestellt.

Dieser erste Band ist der erste von vier Bänden, und so hatte ich immer wieder das Gefühl, eine Einleitung in diese neue Welt zu lesen, die in die Geschichte selbst noch nicht richtig eingestiegen ist. Ob die weiteren hier etwas ergiebiger sind? Auch wenn mich dieses Buch nicht hundertprozentig überzeugen konnte, bin ich auf die Fortsetzung neugierig geworden.

Veröffentlicht am 07.06.2019

Roadmovie mit einem Toten

Rückwärtswalzer
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Der arbeitslose Schauspieler Lorenz muss ganz viel auf einmal verkraften: Er ist pleite, sein erhofftes Engagement löst sich in Luft auf, und seine Freundin trennt sich von ihm. Selbstmitleid ist zunächst ...


Der arbeitslose Schauspieler Lorenz muss ganz viel auf einmal verkraften: Er ist pleite, sein erhofftes Engagement löst sich in Luft auf, und seine Freundin trennt sich von ihm. Selbstmitleid ist zunächst angesagt. Doch dann stirbt Onkel Willi, und seine Frau möchte ihn in seiner Heimat Montenegro vergraben, so wie er es sich immer gewünscht hat. Das Geld für die Überführung ist allerdings bereits verbraten, und so bricht Lorenz mit dem toten Willi und seinen Tanten im Auto auf nach Montenegro.

Eine liebenswürdig-chaotische Familie ist das, die dem leiblichen Wohl ausgiebig fröhnt. Die Mengen an Speisen, die dieses Buch erwähnt, sind schon sehr enorm. Ausgefallen und skurril ist die Geschichte um Willis Tod und um seine Vergangenheit, die parallel zur Gegenwart aufgerollt wird. Da kommt so manches Geheimnis zu Tage. Da schimmert dann durch die manchmal etwas unfreiwillig komische Geschichte eine unerwartete Tragik hindurch.

Ein Buch, das gut unterhält und zum Lachen wie auch zum Nachdenken verführt, deshalb sehr empfehlenswert ist.