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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2020

Die Gräuel des Krieges

Heimat ist ein Sehnsuchtsort
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Hanni Münzer ist es gelungen einen sehr emotional mitreißenden Roman zu schreiben. Den Schmerz der Protagonisten fühlt man regelrecht mit. Die Familie Sadler und deren Hofangehörige erleiden viele Schicksalsschläge, ...

Hanni Münzer ist es gelungen einen sehr emotional mitreißenden Roman zu schreiben. Den Schmerz der Protagonisten fühlt man regelrecht mit. Die Familie Sadler und deren Hofangehörige erleiden viele Schicksalsschläge, auch schon vor dem Krieg .So viel Leid und Schmerz, dass es mir trotz dieser harten Zeiten etwas zu konstruiert wirkt; jedoch ich habe diese Zeiten nicht selbst erlebt. Auch ,dass die Familie Sadler das Zentrum so vieler Begebenheiten sein sollte,war mir etwas zu viel. Es ist ein bißchen vollgepackt 
und ich bin mir nicht sicher,ob es nicht auch mit weniger, das Gräuel des Krieges hätte veranschaulicht werden können. 
Der Sprachstil fand ich etwas unausgegoren. Weite Strecken läßt der Roman sich wunderbar lesen, jedoch hätten einige ,der doch recht einfachen Sätze überarbeitet werden können und der Anfang war so steif, dass ich Schwierigkeiten hatte hinein zu finden.




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Veröffentlicht am 03.09.2020

Romantisch aber nicht kitschig

Das Antiquariat der Träume
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Es war ein geheimnisvolles, romantisches und unterhaltsames Buch . Es geht ein bißchen in die Richtung magischer Realismus, wenn literarisch nicht ganz so anspruchsvoll. Aber gefällig. Mir gefiel es sehr ...

Es war ein geheimnisvolles, romantisches und unterhaltsames Buch . Es geht ein bißchen in die Richtung magischer Realismus, wenn literarisch nicht ganz so anspruchsvoll. Aber gefällig. Mir gefiel es sehr ,dass man es nicht immer ausmachen konnte , was Realität, was Traum ,oder Einbildung ist. Es bleibt auch manches unerklärlich, schön. Sehr positiv fand ich auch, dass das Buch zwar eine romantische Seite hat, aber nicht in Kitsch abdriftet.

Am Anfang  plätschert die Erzählung  ein bißchen angenehm vor sich hin, wie ein Bach bei schönem Wetter, nimmt dann Fahrt auf. Das Aauftauchen der literarischen Personen ist interessant,manchmal auch lustig, auch die Idee die dahinter steht ist gut. Man braucht auch nicht alle Figuren kennen um daran Spaß zu haben.

Das Buch hat auch noch einen Nebeneffekt,  man bekommt richtig Lust wieder in ein Antiquariat zu gehen, vorzüglich mit einem angeschlossenen Literaturcafe. 

Eine kleine Warnung, am besten nicht den Klappentext vorher lesen, er spoilert an einer Stelle, die Spannung und  Überaschung wäre dort größer ausgefallen.


 

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Veröffentlicht am 03.09.2020

Eine Corona Rückschau

Der Corona-Effekt - Zwischen Shutdown und Neubeginn: Was wir jetzt über uns lernen können
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Das Inhaltsverzeichnis vermittelte sofort, dass die Corona Krise sehr differenziert von allen Seiten betrachtet wird.
Schon das erste Kapitel las ich mit großem Intresse.Gerade da ich selbst den Lockdown ...

Das Inhaltsverzeichnis vermittelte sofort, dass die Corona Krise sehr differenziert von allen Seiten betrachtet wird.
Schon das erste Kapitel las ich mit großem Intresse.Gerade da ich selbst den Lockdown verhältnissmäßig gut überstanden habe, bis auf ein wenig Tristesse( fehlender Chor) und mir die Decke gelegentlich auf den Kopf fiel, bekam ich hier etwas den Eindruck davon, wie andere den Lockdown erlebten. Wir sitzen alle im selben Boot,aber dann doch irgendwie anders.Jedoch viel neues bekam ich nicht, da ich scheinbar schon in dieser Zeit ausgiebig reflektiert hatte.
Der angesprochen Aspekt, die der Chance zu sich selbst zu finden und zu Ruhe zu kommen in der Krise , ist für mich persönlich deswegen nicht so relevant. Bei den Gedanken zum übermäßigem Konsum fühlte ich mich auch nicht angesprochen, ich fliege auch überhaupt nicht . Nun ja, es ist vielleicht für manche nicht schlecht darüber nachzudenken.
Beim Beurteilen der Coronamaßnahmen und deren Folgen, versucht die Autorin die Meinungen von allen Beteiligten zu betrachten,Kritik die anklingt ist immer belegt. Auch das Präventstionsparadox wird angesprochen, was anschließend im Betrachten des Themas Verschwörungstheorien kumuliert ( zum Glück ablehnend) . Zum Schluß wagt sie einen kleinen Ausblick für die Zeit nach Corona
Loben möchte ich die Autorin und Journalistinfür die gute Recherche der wirklich vielfältigen Aspekte, nicht alles neu,aber durchweg differenziert betrachtet . Und das alles mit Vernunft und Verstand.
Alles in Allem eine gelungene Rückschau der Corona Krise mit optimistischen Ausblick auf die Zeit danach.

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Veröffentlicht am 03.09.2020

Wunderbares Paar

Henry persönlich
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Beim Vorgänger des Romans " Emily allein" war Emily Witwe. In diesem Buch ist der Alltag des alten den Paares aus der Sicht Henrys beschrieben. Und das sehr liebevoll. Ich mochte das weitgehend harmonische, ...

Beim Vorgänger des Romans " Emily allein" war Emily Witwe. In diesem Buch ist der Alltag des alten den Paares aus der Sicht Henrys beschrieben. Und das sehr liebevoll. Ich mochte das weitgehend harmonische, aufeinander eingestellte Paar sehr. Es passiert im Grunde nicht sehr viel in ihrem Leben dessen Ablauf geprägt ist von den Jahreszeitlichen Urlauben und Festen, zu denen meist die Kinder und Enkelkinder zu Besuch kommen. Um so überraschender ist, wie spannend eine Schilderung über eine Antenne vom Dach herunter holen sein kann. Neben ein paar Höhen und Tiefen liegt über dem Roman Glück und Zufriedenheit am Leben, aber auch ein bißchen Melancholie in Hinsicht des nähernden Ende.
Ich las die englische Originalausgabe " Henry Himself". Sie lies sich sprrachlich gut lesen




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Veröffentlicht am 03.09.2020

Anspruchsvoll und Komplex

Die Topeka Schule
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Die Komplexität des Romans reizte mich sofort, nachdem ich den Klappentext und die Leseprobe bei Vorabblesen las. Dies wird auch durch die vielen Perspektivwechsel verstärkt. Eigentlich wäre es kein Problem ...

Die Komplexität des Romans reizte mich sofort, nachdem ich den Klappentext und die Leseprobe bei Vorabblesen las. Dies wird auch durch die vielen Perspektivwechsel verstärkt. Eigentlich wäre es kein Problem ihnen zu Folgen, wenn dem Autor (Übersetzer?),auf Seite 19 unten ,nicht den Fehler unterlaufen wäre die falsche Person ( Darren) in die Szene zu bringen, obwohl es Adams Kapitel war. Dies war zunächst sehr irritierend. Manchmal waren die Gedanken und Mitteilungen von einzelnen Personen sehr ausschweifend und behinderte, auf der einen Seite, so den Fluß der Geschichte. Es war auch nicht leicht zu folgen, vor allem dann nicht, wenn man das Buch weg lag und erst an nächsten Tag wieder weiterlas. Dadurch ,dass die "Stimme " eines engen Familien Freundes ( Klaus,der Psychoanalytiker ist), bei allen auftauchte,schienen die Perspektiven manchmal auch zu verschwimmen ( beabsichtigt?). Auf der anderen Seite gelang es Ben Lerner dadurch die komplexen psychischen Befindlichkeiten seiner Protagonisten darzustellen und es war wahrscheinlich auch seine Möglichkeit alle seine gesellschaftskritischen Themen unterzubringen. Ein großes Thema war die verlorene, privilegierte amerikanische Jugend und die Krise des Weißen Mannes/ Wut des Weißen Mannes, die sich oft in Sexismus entlud, aber auch im Umgang mit schwächeren Jugendlichen ,was zu einem tragischen Vorfall führte. Obwohl Ben Lerner selbst Debattiermeister war, scheute er sich nicht auch die Kultur des Debattier Wettbewerbs zu kritisieren. Beim politischen Debattier Wettbewerb wird etwas verwendet, dass sich schnellsten nennt und dadurch zum bedeutungslosen ,aber manipulierendem Geplapper mutiert. Hierdurch hatte ich auch einen Hauch davon mitbekommen/ verstanden wie amerikanische Politik funktioniert.
Über allem liegt aber die Bedeutung der Sprache als soziales Medium und "Stimmen" ,einmal in physischer Sicht und wie sie aus perspektivischer Sicht in der Modernen Erzähltheorie verwendet werden.
Der Roman hat mich eher interessiert als berührt. Großartige Literatur kann auch Distanz schaffen und verhindern dass Emotionen vermittelt werden.

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