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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2020

Grandios erzählt, emotional fesselnd und brandaktuell

Eine Farbe zwischen Liebe und Hass
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Zum Autor

Vorweg: Mir war, bevor ich den Roman in Händen hielt und einen Blick auf das Autorenportrait war, nicht bewusst, dass sich hinter dem Autor „Alexi Zentner“ der mir bereits bekannte Autor „Ezekiel ...

Zum Autor

Vorweg: Mir war, bevor ich den Roman in Händen hielt und einen Blick auf das Autorenportrait war, nicht bewusst, dass sich hinter dem Autor „Alexi Zentner“ der mir bereits bekannte Autor „Ezekiel Boone“ verbirgt. Die Reihe „Die Brut“ habe ich bereits gelesen und fand auch dieses Action-Abenteuer grandios. Und auch mit diesem gesellschaftskritischen Roman hat der Autor mich begeistern können.

Meine Meinung

In „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“ befasst sich der Autor im grundlegenden mit dem noch immer in Amerika vorkommenden Rassismus gegenüber schwarzen Amerikanern. Dabei wählt Alexi Zentern einen meiner Meinung nach eher ungewöhnlichen Protagonisten – den jungen Jessup (weiß, arm und Mitglied der „Heiligen Kirche des Weißen Amerika“). Eigentlich, sollte man meinen, müsste Jessup ein unmöglicher Protagonist sein. Oder zumindest ein Protagonist, den der Leser hassen muss. So ging es mir beim Lesen aber absolut nicht. Mit Feingefühl stellt Alexi Zentner Jessup vor, der eben in einer Familie aufgewachsen ist, die diese Kirche besucht. Die Zugehörigkeit zu seiner Familie scheint für ihn lange Zeit mit der Zugehörigkeit zu dieser Kirche verbunden zu sein. Der Kirche den Rücken zu kehren würde bedeuten, auch der Familie, die er hat und liebt, den Rücken zu kehren. Zentner arbeitet den Konflikt des heranwachsenden Jessup behutsam aber eindringlich heraus – dass Jessup das Gedankengut dieser Kirche ablehnt, dass er in seine Freundin Deanne verliebt ist (die Tochter seines schwarzen Coaches im Footballteam) aber er auch hin- und hergerissen ist zwischen der Loyalität zu seiner Familie und dem Gefühl, dass er sowieso in den Augen der anderen als „Rassist“ abgestempelt ist Weil sein Bruder und Stiefvater im Gefängnis sind bzw. waren, wegen Totschlag an zwei schwarzen jungen Männern. Weil er mit diesen beiden Menschen verbunden ist.

Der Schreibstil des Autors hatte auf mich eine unwahrscheinliche Sogwirkung. Ich konnte wirklich eintauchen in die Zerrissenheit von Jessup, der sich eigentlich nichts weiter wünscht, als aus seinem jetzigen Leben auszubrechen. Und dabei wird die Geschichte zwar aus Jessups Sicht, aber in der dritten Person und nicht durch einen Ich-Erzähler wiedergegeben. Im Verlauf der Geschichte werden Fragen danach beleuchtet, ob man Menschen, die einem wichtig waren oder sind, loslassen muss, wenn man deren Meinung nicht mehr tolerieren kann. Es geht darum, die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, aber auch darum, für die eigenen Handlungen beurteilt zu werden und nicht dafür, in welche Familie man geboren wurde.

Für mich ist „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“ jetzt schon ein absolutes Highlight für mein Lesejahr 2020, das ich definitiv weiterempfehlen kann. Der Roman ist brandaktuell, fesselnd und emotional so aufwühlend, dass ich die Geschichte von Jessup noch lange nicht vergessen werde.

Daher vergebe ich auch fünf von fünf möglichen Sternen von diesen neuesten Roman von Alexi Zentner.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2020

Packende Mischung aus Magie, Historie und Action

Priest of Bones
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"Priest of Bones - Der Kampf um den Rosenthron" Band 1 ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe. Der Autor, Peter McLean, liefert hier meiner Meinung nach eine spannende und packende Mischung aus Magie, ...

"Priest of Bones - Der Kampf um den Rosenthron" Band 1 ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe. Der Autor, Peter McLean, liefert hier meiner Meinung nach eine spannende und packende Mischung aus Magie, Historie und Action ab, die definitiv Lust auf mehr macht.

Der Armeepriester Tomas Piety, der nach dem Krieg in seine Geburtsstadt zurückkehrt, ist dabei der Charakter, der im Mittelpunkt der Handlung steht. Tomas ist ein Charakter, der durchaus polarisieren kann. Auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, dass er grundsätzlich das Herz am richtigen Fleck hat, auf der anderen Seite ist er in seinem Zorn und seiner Rache absolut erbarmungslos. Und natürlich hat auch der Krieg seine Spuren bei Tomas hinterlassen, auch wenn man diese vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennt.

Am Anfang war der Schreibstil des Autors doch etwas gewöhnungsbedürftig für mich, das gebe ich zu. Es fallen derbe Worte, Beschimpfungen, aber in einigen Momenten, so unbarmherzig diese beschrieben werden, schwingt eine absolut herzergreifende Melancholie, ein Schmerz mit, der einem an die Substanz geht.

Die Handlung spielt in einer fiktiven Welt, auch wenn einige Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten (Gerbereien etc.) durchaus daran erinnern, wie ich mir das Mittelalter in England oder Frankreich vorstelle. Ich bin eigentlich kein typischer Fan von historischen Romanen, daher war ich ganz froh, dass das Setting einfach nur in einer magisch angehauchten Vergangenheit zu spielen scheint und er Fokus eher auf den Charaktere, politischen Intrigen und nicht zuletzt der Actionszenen lag.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich fiebere dem nächsten Band schon entgegen. Daher erhält dieser erste Band von mir auch volle fünf Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2020

Der Wolf ermittelt wieder

Wolves – Die Jagd beginnt
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Mit „Wolves – Die Jagd beginnt“ legt der britische Autor Daniel Cole den dritten Thriller um William „Wolf“ Fawkes vor. Und ja, ich zähle das trotzdem so, obwohl Wolf im zweiten Band nicht im Mittelpunkt ...

Mit „Wolves – Die Jagd beginnt“ legt der britische Autor Daniel Cole den dritten Thriller um William „Wolf“ Fawkes vor. Und ja, ich zähle das trotzdem so, obwohl Wolf im zweiten Band nicht im Mittelpunkt der Handlung stand.
Der Kriminalfall, in dem es in diesem Band geht, hat an sich nicht unbedingt etwas mit den Vorgängerbänden zu tun. Ich finde es dennoch hilfreich, dass man Finlay schon kannte, dass der manchmal etwas ruppige Kerl eben aufgrund des beinahe schon Vater-Sohn-Verhältnisses zu Wolf für mich liebenswert war. Obwohl auf den ersten Blick alles auf Selbstmord hindeutet, kann Wolf das einfach nicht glauben und setzt alles daran, zu beweisen, dass sein Freund ermordet wurde.
Die Geschichte in „Wolves – Die Jagd beginnt“ spielt zum einen in der Vergangenheit, als Finlay noch jung war. Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart, in der Wolfe, Baxter und die anderen ihre Ermittlungen anstellen. Die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Personen und der für diesen Band relevanten Ereignisse aus den Vorgängerbänden werden zumindest erwähnt, ich persönlich denke aber, dass es einem leichter fällt zu verstehen, worum es bei den Anspielungen und Reaktionen der einzelnen Personen geht, wenn man den Anfang der Geschichte (Band 1) und den Mittelteil (Band 2) auch kennt. Es ist aber durchaus möglich, diesen Band als eigenständige Geschichte zu lesen.
Ich habe mich gefreut, die lieb gewonnenen Charaktere wie Wolf und Baxter, Edmunds und Rouche wiederzusehen. Obwohl die Auflösung des Falls ab einen gewissen Punkt für mich sehr offensichtlich war, hat mich dann das Ende des Thrillers doch für den einen oder anderen Absacker im Spannungsbogen entschädigt, sodass ich insgesamt auf vier Sterne komme.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2020

Fesselndes Märchenabenteuer

Shadowscent
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Was habe ich von „Shadowscent – Die Blume der Finsternis“ erwartet, nachdem ich den Klappentext gelesen habe? Eine magische Geschichte in der Wüste, mit dem Flair von Aladdin und den Märchen aus 1001 Nacht, ...

Was habe ich von „Shadowscent – Die Blume der Finsternis“ erwartet, nachdem ich den Klappentext gelesen habe? Eine magische Geschichte in der Wüste, mit dem Flair von Aladdin und den Märchen aus 1001 Nacht, eine Liebegeschichte und Ränkespiele. Und obwohl der Roman all das geliefert hat, war ich von der Umsetzung doch überrascht – und das im positiven Sinne.
Zum einen ist da das Motiv der Düfte und Gerüche, dass sich bis in die Sprache der Protagonisten hindurchzieht. Düfte und Essenzen spielen nicht nur im politischen Geflecht eine Rolle, sondern durchdringen das Leben der Menschen.
Und dann die Charaktere. Rakel und Ash, aber auch der junge Kronprinz, sind mir im Verlauf der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ash, der mit all seinen Geheimnissen und der großen Verbundenheit zum Kronprinzen alles dafür tun würde, diesen zu retten und sich dabei zu Beginn mehr aus Notwendigkeit mit Rakel zusammentut. Rakel, die eigentlich gar keine Zeit hat, sich auf diese Mission zu begeben, aber der keine andere Wahl bleibt. Und er junge Prinz, hungrig nach Wissen und voller Gerechtigkeitsempfinden. Da dieser Band nur der erste Band war, freue ich mich schon auf die Fortsetzung der Geschichte und darauf, die offenen Fragen vielleicht beantwortet zu bekommen, die dieser erste Band hinterlassen hat.
Die Autorin hat ein Geschick für Sprache, man taucht ganz selbstverständlich in die Geschichte ein und erlebt gemeinsam die Abenteuer, die auf Rakel und Ash warten. Auch wenn einige von diesen Abenteuern ein wenig zu leicht überstanden werden, so fand ich die Geschichte nicht zuletzt wegen der emotionalen Verflechtungen unglaublich spannend.
Von mir erhält der Roman daher fünf Sterne.

  • Fantasie
  • Sprecher
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2020

Gut, aber nicht so gut wie der Vorgänger

1794
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Nachdem mich der Vorgängerband "1793" mit den beiden ungleichen Ermittlern Winge und Cardell sehr gefesselt hat, war ich natürlich auf den Nachfolger entsprechend neugierig.

Und ja, rein technisch gesehen ...

Nachdem mich der Vorgängerband "1793" mit den beiden ungleichen Ermittlern Winge und Cardell sehr gefesselt hat, war ich natürlich auf den Nachfolger entsprechend neugierig.

Und ja, rein technisch gesehen ermitteln auch in dem zweiten Band wieder Winge und Cardell. Dass es sich bei dem "Winge" in diesem Band nicht um Cecil handeln würde, hatte ich zwar schon befürchtet, aber irgendwie war ich zu Beginn des Buches dennoch ein bisschen enttäuscht. Allerdings entpuppte sich Emil Winge, Cecils jüngerer Bruder, mit dem Cardell in diesem Band gemeinsam ermittelt, dann doch als würdiger Nachfolger.

Man trifft diverse Charaktere aus dem ersten Band wieder - deren Geschichte wird fortgesetzt und es werden auch immer wieder Bezüge zum Vorgängerband hergestellt. Niklas Natt och Dag schafft es aber durchaus, durch Einstreuung von Informationen die Geschichte so zu präsentieren, dass man den Vorgängerband nicht unbedingt gelesen haben muss. Für das Verständnis der Geschichte ist es zwar meiner Meinung nach besser, aber eben nicht zwingend notwendig.

So interessant die Geschichte beginnt, so zieht sich der Rückblick von Erik Drei Rosen doch ziemlich in die Länge. Im Gesamtkonstrukt der Geschichte machen die Informationen, die man aus diesem Rückblick erhält, durchaus Sinn. Aber für meinen Geschmack hat sich der Autor hier ein bisschen zu viel Zeit genommen, um die Geschichte ins Rollen zu bringen.

Entschädigt haben mich tatsächlich die Entwicklungen rund um Cardell und Emil Winge, deren persönliches Schicksal.

Da ich das Buch in der Hörbuchfassung genießen durfte, muss ich noch anmerken, dass die beiden Sprecher einen wundervollen Job machen. Ich mag sowohl die Stimmen sehr gerne, als auch die Betonung und das Sprechtempo.

Aufgrund der Längen zu Beginn des Buches vergebe ich leider dieses Mal nur vier von fünf Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere