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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2021

Berührend, nachdenklich stimmend und hoffnungsvoll

The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen
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Den britischen Autor Matt Haig kannte ich bisher nur über seine Romane - "Wie man die Zeit anhält" und "Die Mitternachtsbibliothek" sind hier zwei Beispiele für Bücher des Autors, die mir sehr gefallen ...

Den britischen Autor Matt Haig kannte ich bisher nur über seine Romane - "Wie man die Zeit anhält" und "Die Mitternachtsbibliothek" sind hier zwei Beispiele für Bücher des Autors, die mir sehr gefallen haben. Daher war ich sehr neugierig auf "The Comfort Book" - dessen Cover mich an einen Sonneauf- oder Sonnenuntergang erinnert und das meiner Meinung nach extrem gut zur Thematik der Textsammlung passt, die Matt Haig hier veröffentlicht hat.

Dass Matt Haig selbst mit Depressionen zu kämpfen hatte und hat, das war mir bis zum Erscheinen von "The Comfort Book" nicht bewusst. In dem Buch steckt genau das drin, was der Titel verspricht - Trost, in Form von Worten, Gedanken, Erinnerungen, der Betrachtung philosophischer Weisheiten... und auch wenn mir nicht alle enthaltenen Texte, die mal länger, mal kürzer sind, extrem gut gefallen haben, so finde ich, dass das Buch in seiner Gesamtheit wundervoll gelungen ist.

Bei einigen Abschnitten musste ich tatsächlich das eine oder andere Tränchen vergießen oder auch mal ein bisschen schwer schlucken. Matt Haig lässt über seine Texte einen tiefen Einblick in sein Innenleben zu - auch in die dunkleren Momente, die, von denen Menschen anderen Menschen sonst nicht unbedingt so offen erzählen.

Er lässt seine Leser aber auch an den Gedanken und Erlebnissen teilhaben, die ihm wieder Hoffnung gegeben haben, die ihm immer noch Hoffnung geben. Und ich finde, viele dieser Gedanken und Ausführungen sind wirklich lesenswert und geben hoffnungsvolle Impulse, können dazu anregen, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen mal aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten.

"The Comfort Book" ist kein Selbsthilfebuch. Es ermöglichte mir einen Einblick in das Seelenleben eines Autors, in dessen Büchern auch immer eine gewisse Mischung aus Hoffnung und Melancholie mitschwingt. Für mich ist es eine Bereicherung, über diese Texte dem Autor Matt Haig näher gekommen zu sein. Ich habe mir immer wieder Textpassagen markiert, die mich persönlich nachdenklich gemacht haben, die etwas in mir zum Klingen gebracht haben.

"The Comfort Book" ist meiner Meinung nach ein wundervolles Buch, das man immer wieder zu Hand nehmen kann, um einzelne oder mehrere Textpassagen erneut zu lesen und erhält von mir volle fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2021

Absolut würdiger zweiter Band der Reihe

Stormsong
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Nach „Witchmark“ ist „Stormsong“ der zweite Band der Fantasy-Reihe von C. L. Polk und setzt mit der Handlung dort an, wo „Witchmark“ endete. Allerdings steht dieses Mal nicht Dr. Miles Singer im Mittelpunkt ...

Nach „Witchmark“ ist „Stormsong“ der zweite Band der Fantasy-Reihe von C. L. Polk und setzt mit der Handlung dort an, wo „Witchmark“ endete. Allerdings steht dieses Mal nicht Dr. Miles Singer im Mittelpunkt der Geschichte, sondern dessen Schwester Grace, aus deren Sicht die Handlung in diesem Band der Reihe erzählt wird. Für Grace steht viel auf dem Spiel – sie bewegt sich persönlich wie auch politisch nach den Ereignissen in „Witchmark“ auf dünnem Eis. Wie wird dieser Tanz auf Messers Schneide für Grace, aber auch für Aeland selbst ausgehen? Genau darum geht es in „Stormsong“.
Meine Meinung
Für mich war es unglaublich schön, wieder nach Aeland zurückzukehren. Ich gebe zu, ich war ein wenig besorgt, ob mich „Stormsong“ genauso fesseln und begeistern würde wie der erste Band der Reihe. Nachdem ich Miles als Protagonisten und Erzähler einfach sehr ins Herz geschlossen hatte und Grace zumindest in Teilen des ersten Bandes nicht unbedingt meine Sympathie gewinnen konnte, war ich mir einfach nicht sicher, ob mir die Geschichte mit ihr als Erzählerin gefallen würde.
Aber da habe ich mir vollkommen umsonst Sorgen gemacht. Durch die Erzählung aus der Perspektive von Grace erfährt man, wie sehr Grace ihr Verhalten ihrem Bruder gegenüber bereut. Dass sich ihre Sicht der Dinge mit der Aufdeckung bestimmter Geheimnisse geändert hat und sie nun danach strebt, Wiedergutmachung zu leisten. Und ja, Grace ist mir im Laufe der Geschichte genauso sehr ans Herz gewachsen wir ihr Bruder Miles. Dieser spielt übrigens auch in diesem Band eine Rolle – und auch Tristan ist wieder mit von der Partie. Damit ist meine Hoffnung auf weitere Einblicke in die Entwicklung der Beziehung der beiden voll und ganz erfüllt worden.
Und auch in die Gepflogenheiten und Geheimnisse der Amaranthine habe ich weitere Einblicke erhalten, auch wenn nach wie vor Fragen offen und Geheimnisse verborgen zu sein scheinen. Aber zumindest im englischen Original gibt es bereits einen dritten Band der Reihe, auf dessen Übersetzung ich wirklich hoffe und auf den ich mich schon freue.
C. L. Polk hat es wieder mit einem sehr feinen, wundervollen Schreibstil geschafft, dass ich direkt in die Geschichte eintauchen konnte. Die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet und die feine Romanze, die sich zwischen Grace und Avia entspinnt, hat sich perfekt in die Handlung eingefügt.
Stormsong erhält von mir fünf von fünf möglichen Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2021

Thematisiert emotional die Frage „Was wäre gewesen, wenn…“

Die Mitternachtsbibliothek
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Der Klappentext für „Die Mitternachtsbibliothek“ hat mich neugierig darauf gemacht, welche Art von Geschichte Matt Haig hier für mich entfalten würde. „Die Mitternachtsbibliothek“ ist nicht mein erstes ...

Der Klappentext für „Die Mitternachtsbibliothek“ hat mich neugierig darauf gemacht, welche Art von Geschichte Matt Haig hier für mich entfalten würde. „Die Mitternachtsbibliothek“ ist nicht mein erstes Buch von Matt Haig, daher habe ich mich auf einen feinen, emotionalen Schreibstil gefreut und irgendwie auch schon darauf eingestellt, dass mich die Geschichte emotional angehen würde. All das hat Matt Haig meiner Meinung nach auch abgeliefert – für mich war Nora`s „Reise“ durch die Leben „die gewesen wären, wenn…“ absolut fesselnd, hochemotional, wenn auch keine fröhliche Lektüre für zwischendurch.

Das Buch verfügt über eine ziemlich verzweifelte Protagonistin, die sich und ihr Leben gleich zu Beginn der Handlung aufgeben möchte. Da dies bereits im Klappentext des Buches erwähnt ist, spoilert dies nichts, aber ich hatte hier das Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass der Einstieg in die Geschichte dadurch relativ dramatisch ist. Mit Nora als Protagonistin konnte ich mich eigentlich ganz gut identifizieren – und zumindest in Teilen dürfte sich jeder Mensch ab einem bestimmten Alter vielleicht gefragt haben, wie das eigene Leben wohl heute aussehen würde, wenn man an einer Weggabelung eine andere Abzweigung genommen hätte. Diese Neugier kann Nora durch ihren Zwischenstopp auf dem Weg ins Jenseits befriedigen, sie kann die verschiedenen Leben quasi anprobieren und stellt dabei fest, dass jede anders getroffene Entscheidung nicht zwangsläufig zu einer komplett „besseren“ Version ihres Lebens führt. Greift das Buch hier einen völlig neuen Gedanken auf? Sicherlich nicht, aber durch Nora’s Erfahrungen in der Mitternachtsbibliothek wird aus diesem Abstrakten Konzept ein sehr plastisches Bild gemalt.

Für mich beschreibt „Die Mitternachtsbibliothek“ sehr deutlich, dass es keinen Sinn hat, über „Was wäre gewesen, wenn…“ groß nachzugrübeln. Man hat das „Hier“ und das „Jetzt“ und kann von diesem Punkt aus die weiteren Schritte bestimmen. Es ist trotz des dramatischen und eher depressiv anmutenden Anfangs ein hoffnungsvolles Buch, das mich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und einer kleinen Träne im Augenwinkel zurücklässt.

Ich habe das Buch übrigens in der Hörbuchfassung, gelesen von Annette Frier genossen. Ihre Stimme ist angenehm, das Sprechtempo und die Betonung waren meiner Meinung nach super und man hat in den emotionalen Teilen der Geschichte auch wirklich Emotionen gehört. Für mich hat Annette Frier hier eine rundum gelungene Leistung abgelegt.

Von mir erhält „Die Mitternachtsbibliothek“ volle fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2021

Grandios unterhaltsam

Tinte & Siegel
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Mit "Tinte & Siegel" hat Kevin Hearne (Autor der Chronik des Eisernen Druiden) den ersten Band einer neuen Buchreihe (Chronik des Siegelmagiers) geschaffen - und ich bin absolut begeistert von der grandiosen ...

Mit "Tinte & Siegel" hat Kevin Hearne (Autor der Chronik des Eisernen Druiden) den ersten Band einer neuen Buchreihe (Chronik des Siegelmagiers) geschaffen - und ich bin absolut begeistert von der grandiosen Mischung aus Spannung, Witz, Schabernack aber auch sehr ernsten Themen, die der Autor hier in Form einer fesselnden Geschichte niedergeschrieben hat.

Das auf dem Buchrücken abgedruckte Lob einer meiner Lieblingsautorinnen (Charlaine Harris) ist definitiv begründet und ich kann mich ihrer sehr, sehr guten Meinung von diesem Fantasyroman nur anschließen.

Mit Al, Nadia und Buck (und natürlich noch weiteren Charakteren) hat Kevin Hearne eine Truppe exzentrischer, aber durchaus liebenswerter Protagonisten zu liefern, mit denen ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Besonders Al ist mir im Verlauf der Geschichte sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Geschichte, um zu erfahren, wie es mit ihm weitergeht.

Die Geschichte rund um den Siegelagenten Al spielt zudem (zumindest hauptsächlich) in Schottland - und als Leser erfährt man so einiges über die magischen Wesen, die man vielleicht aus Sagen und Erzählungen zumindest dem Namen nach bereits kennt und wie sie sich in unserer Welt herumtreiben. Kevin Hearne hat es wunderbar geschafft, dass man ein Gefühl für Glasgow und Schottland im allgemeinen bekommt.

Das gesamte Buch hindurch wurde ein kontinuierlicher Spannungsbogen aufgebaut, der sich zwar immer mal wieder in kleinen Wellen ein wenig entladen hat, aber dafür gesorgt hat, dass die Geschichte bis zum Ende spannend geblieben ist.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu dem meiner Meinung nach unglaublich gelungenen Cover, auf dem diverse Gegenstände abgebildet sind, denen man im Laufe der Geschichte begegnen wird. Das Cover ist ein wenig skurril und düster, die bunte blaue Schrift bringt da einen schon beinahe verspielten Touch mit hinein in das Gesamtbild - und spiegelt gerade dadurch ganz wunderbar den Charakter der Geschichte und den Schreibstil des Autors.

Ich habe "Tinte & Siegel" jedenfalls geliebt und vergebe daher auch volle fünf Sterne für den Roman.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Feurige Romanze mit vom Leben gebeutelten Charakteren

Kissing Chloe Brown
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Wo fange ich hier nur an? Nach der Inhaltsbeschreibung habe ich einen unterhaltsamen, wenn auch vielleicht vorhersehbaren Liebesroman erwartet. Eine schnelle Lektüre für Zwischendurch, lustig, aufmunternd ...

Wo fange ich hier nur an? Nach der Inhaltsbeschreibung habe ich einen unterhaltsamen, wenn auch vielleicht vorhersehbaren Liebesroman erwartet. Eine schnelle Lektüre für Zwischendurch, lustig, aufmunternd – genau richtig, um sich von der aktuellen Realität abzulenken und ein bisschen seichte Unterhaltung zu genießen.
Auch das Cover ist niedlich, aber – und hier erhebe ich ironisch tadelnd und ganz in Chloe-Brown-Manier den Zeigefinger – absolut irreführend, was die Chemie und die explizite Beschreibung der romantischen Liebesszenen zwischen Red und Chloe angeht. So brav das Cover nämlich scheint, so knistert es doch gewaltig zwischen den beiden Protagonisten der Geschichte und das wird auch relativ eindeutig beschrieben.
Und ja, es ist ein Liebesroman, der einem das Herz erwärmt und der als Ablenkung vom aktuellen alltäglichen Umfeld für mich geeignet war Aber die Charaktere haben Tiefgang, was ich so nicht unbedingt erwartet hätte. Hier treffen zwei verletzliche Menschen aufeinander, die auch schon Erfahrungen mit Schmerz und Verlust gesammelt haben. Chloe und Red sind dreidimensionale, glaubbare Charaktere, die einem sehr schnell ans Herz wachsen. Ich habe mit ihnen mitgefiebert, gehofft, dass sich alles zum Guten wenden würde – ich verrate hier übrigens nicht, wie es ausgeht, das müsst ihr selbst lesen.
Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend – ich konnte das Buch bzw. ebook nicht aus der Hand legen und freue mich schon auf den nächsten Band der Geschichte, denn auch wenn der Rest der Familie von Chloe und Red in diesem Band eher oberflächliche Nebencharaktere waren (mal abgesehen von der charismatischen und einschüchternden Großmutter Gigi vielleicht), freue ich mich auf die Geschichte von Danika (eine von den beiden Schwestern von Chloe).
Von mir erhält „Kissing Chloe Brown“ daher auch fünf Sterne und eine definitive Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere