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Veröffentlicht am 18.10.2020

Die Jagd nach dem Reliqiuar

Die dunklen Pfade der Magie
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Csorwe ist die Auserwählte Braut des Unaussprechlichen und soll mit 14 Jahren geopfert werden. Kurz vorher lernt sie aber den Magier Sethennai kennen, der sie aus ihrer Lage befreit und mit in seine Heimat ...

Csorwe ist die Auserwählte Braut des Unaussprechlichen und soll mit 14 Jahren geopfert werden. Kurz vorher lernt sie aber den Magier Sethennai kennen, der sie aus ihrer Lage befreit und mit in seine Heimat nimmt. Er trainiert sie im Schwertkampf und macht sie zu seiner Kämpferin, die ihn bei der Suche nach dem Reliquiar unterstützt. Gemeinsam mit dem anderen Untergebenen Tal reist sie durch die Welten, auf der Suche nach dem Reliquiar und begibt sich dabei immer wieder in Gefahr. Doch am Ende stellt sich heraus, dass Sethennai nicht der ist, der er vorgibt zu sein und Csorwe trennt sich von ihm, um die Adeptin Shuthmili zu retten, die sie auf ihrem Weg kennen und lieben gelernt hat.

Auf den ersten Blick hat mich "Die dunklen Pfade der Magie" wirklich begeistert. Nicht nur das schlichte und farblich schön gestaltete Cover hat mir sofort gefallen. Auch die Karte der Welten mit seinen Toren, durch die die Protagonisten reisen und die Übersicht über die Charaktere und die Aussprache ihrer Namen haben mich total begeistert. Beim Lesen hat man immer wieder zurückblättern und sich die richtige Aussprache der Namen angucken können, bis man sie irgendwann richtig drauf hatte.

Auch der Aufbau der Geschichte hat mir insgesamt gut gefallen. Die Beschreibungen der einzelnen Welten und der Charaktere haben mich begeistert. Hauptprotagonisten mit Hauern kannte ich bis dahin noch nicht. Allerdings wurde auch sehr schnell deutlich, dass sich der Inhalt nur an der Oberfläche bewegt. Handlungen wurden sehr unpräzise und schnell abgehandelt. So sind von Anfang an viele Fragen entstanden, die leider auch bis zum Ende nicht geklärt wurden. Kampfszenen oder Situationen, die eine wichtige Situation innerhalb der Geschichte darstellten, sind so schnell und unkompliziert gelöst worden, dass ich nicht richtig gefangen vom Geschehen war und nicht mitfiebern konnte. Gerade Csorwe als Hauptperson hat sich unglaublich toll entwickelt. Da aber viele Dinge nie erwähnt wurden, erschloss sich mir leider so gar nicht, wieso sie sich in diese Richtung entwickelt hat.

Die Beziehung zwischen zwei Frauen in einem Fantasy-Roman kannte ich in dieser Form auch nicht. Leider ist aber auch sie zum größten Teil sehr lieblos erzählt worden und erschien mir manchmal nur als Mittel zum Zweck, um die Geschichte voranzutreiben.

Die ganze Idee hinter der erzählten Geschichte hat meiner Meinung nach viel Potenzial, dieses wurde aber leider nicht genutzt, da viel Inhalt in sehr kurzer Zeit erzählt wurde und ansonsten auch den Rahmen gesprengt hat. Leider hat mir dieser Umstand das Weiterlesen manchmal etwas schwer gemacht. Sollte es einen zweiten Teil des Buches geben, glaube ich nicht, dass ich dieses auch lesen werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2020

Spannendes Thema mit einigen Schwächen

Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
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Eine Gruppe junger Leute macht im Rahmen eines Betriebsausflugs ein Digital Detox in einem Hotel in den Bergen. Ein Unwetter beginnt und die Gruppe wird so tief eingeschneit, dass sie das Hotel nicht mehr ...

Eine Gruppe junger Leute macht im Rahmen eines Betriebsausflugs ein Digital Detox in einem Hotel in den Bergen. Ein Unwetter beginnt und die Gruppe wird so tief eingeschneit, dass sie das Hotel nicht mehr verlassen kann. In der ersten Nacht verschwindet einer der Teilnehmer und wird wenig später von den anderen gefunden - schwer misshandelt und verstümmelt. Kurze Zeit darauf stirbt er an den Folgen der ihm zugezogenen Verletzungen. Da Handys und andere Geräte nicht mitgenommen wurden, ist es der Gruppe nicht möglich Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen und Hilfe zu holen.

Schon als ich das Cover des Buches das erste Mal gesehen habe, war ich sehr neugierig auf die Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Auch der Klappentext ließ vermuten, dass es sich um einen absoluten spannenden und lesenswerten Thriller handelt. Leider wurde meine Vermutung und meine Hoffnung auf ein spannendes, gut geschriebenes Buch ziemlich schnell enttäuscht.

Zu Beginn erfährt man von einer Frau, Katrin, die über die Geräte ihres Smarthomes Morddrohungen erhält. Diesen Part fand ich dermaßen spannend, dass ich dachte, das kann nur gut werden. Auch der erste Mord war so gut beschrieben, dass ich Gänsehaut bekam und vollkommen von der Spannung gepackt war. Doch dann ging es langsam bergab.

Insgesamt muss ich sagen, dass alle Charaktere sehr dünn beschrieben wurden. Man erfährt nicht wirklich viel über sie. Die meiste Zeit geht es darum, dass die Protagonisten sich gegenseitig beschuldigen und gekränkt reagieren, wenn sie beschuldigt werden. Die Geschichten der Personen, die wirklich eine tragende Rolle in der Geschichte haben, wird nicht richtig zu Ende erzählt und so weiß man nach Beenden des Buches nicht, was nach der Rettung mit ihnen passiert ist. Mir persönlich erschließt es sich auch nicht, wie es überhaupt möglich war, dass die Person, die die Taten begangen hat unerkannt bleiben konnte. Am Ende stehen immer noch viele Fragezeichen.

Für mich handelt es sich bei "Offline" also leider um keinen empfehlenswerten Thriller, was wirklich schade ist, weil das Thema an sich doch eigentlich viel Potenzial hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2020

Anders als erwartet

DUNKEL
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Hulda Hermannsdóttir ist Kommissarin bei der Polizei in Reykjavik und steht kurz vor der Pensionierung. Als eine der wenigen Frauen in ihrem Revier hatte sie gegenüber ihren männlichen Kollegen stets das ...

Hulda Hermannsdóttir ist Kommissarin bei der Polizei in Reykjavik und steht kurz vor der Pensionierung. Als eine der wenigen Frauen in ihrem Revier hatte sie gegenüber ihren männlichen Kollegen stets das Nachsehen. Wenige Monate vor ihrer Pensionierung wird sie auf uncharmante Art und Weise frühzeitig ihres Postens enthoben, um durch einen jungen Kollegen ersetzt zu werden. Zum Abschluss darf sie aber noch einen cold case ihrer Wahl bearbeiten. Hulda entscheidet sich für den Fall der Russin Elena, die vor einem Jahr tot aufgefunden wurde. Doch die Ermittlungen bringen auch Hulda in Gefahr.

Aufgrund der vielen positiven Stimmen zu "Dunkel" war ich sehr gespannt auf das Buch. Das Cover ist auf jeden Fall ein Hingucker, schlicht gehalten und sehr passend zur Geschichte.

Zu Beginn war es etwas ungewöhnlich, dass die einzelnen Kapitel sehr kurz gehalten und ständige Sprünge in den Handlungssträngen der einzelnen Protagonisten vollzogen wurden. Daran konnte ich mich aber schnell gewöhnen. Die Geschichte wurde sehr interessant erzählt und gerade Hulda sehr vielschichtig mit einer Menge Schicksalsschläge dargestellt.

Leider hatte dieses Buch nichts von einem Thriller. Spannung wollte sich zumindest für mich nicht wirklich aufbauen, da es hauptsächlich um das Gefühlsleben Huldas ging. In der zweiten Hälfte begann die Geschichte dann so langsam an Fahrt aufzunehmen und endete in einer dann doch sehr packenden Auflösung des Mordfalls und einer sehr unerwarteten Wendung für Hulda. Doch trotz allem wurde das Genre für mich hier klar verfehlt und passt vielleicht besser in den Bereich der Krimis oder Romane.

"Dunkel" ist auf jeden Fall jedem zu empfehlen, der gute Krimis mag. Wer aber auf fesselnde Spannung von Anfang an hofft, wird aber meiner Meinung nach enttäuscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2020

Fesselnde und erschreckende Geschichte einer mutigen Frau

Unorthodox
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Deborah Feldman erzählt in "Unorthodox" ihre Geschichte als Mädchen und Frau in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde.

Die Satmarer sehen den Holocaust als Strafe Gottes für Assimilation und Zionismus. ...

Deborah Feldman erzählt in "Unorthodox" ihre Geschichte als Mädchen und Frau in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde.

Die Satmarer sehen den Holocaust als Strafe Gottes für Assimilation und Zionismus. Um einer weiteren Strafe dieses Ausmaßes zu entgehen, lebt diese Chassidische Sekte nach den strengsten Regeln, die sie in ihrer Religion begründen. Sie verzichten auf nahezu alles, was Spaß und Freude bringt und glauben daran, dass Gott es ihnen damit dankt, sie nicht wieder zu bestrafen.

Besonders eingeengt und unterdrückt werden in dieser Gemeinschaft die Frauen, die nicht einmal ein Auto fahren dürfen, geschweige denn ein Buch lesen. Wie die meisten Mädchen wird Deborah mit 17 Jahren verheiratet. Die Ehe scheitert und sie findet Jahre nach der Geburt ihres Sohnes den Mut sich von den Zwängen der Sekte zu befreien und ein eigenes, freies Leben zu führen.

Es hat mich teilweise wirklich schockiert zu lesen, unter welchen Umständen die Menschen, aber besonders Frauen, in modernen Zeiten in einer Stadt wie New York leben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen, konnte ich das Buch beinahe nicht mehr aus der Hand legen, weil ich ungläubig war, über das, was ich dort las und erfahren wollte, was die Geschichte als nächstes enthüllen würde.

Ich war fasziniert von dem Mut dieser Frau für ihre Freiheit zu kämpfen und alles was sie kannte und hatte hinter sich zu lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel Mut es bedarf, diesen Schritt alleine zu gehen! Ich hätte mir gewünscht, dass der Prozess des Austreten aus der Gemeinschaft noch etwas ausführlicher beschrieben worden wäre. Für meinen Geschmack wurde dieser Teil ein wenig zu schnell abgehandelt. Aber auch so ist diese Geschichte absolut lesenswert und fesselnd.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Spannung pur!

Stoneheart 1: Geraubte Flamme
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Ezlain lebt in einer von Männer dominierten Welt, in der Frauen keine eigene Meinung haben, geschweige denn diese kundtun oder gegen den Willen eines Mannes handeln dürfen. Da sie aber einen eigenen Kopf ...

Ezlain lebt in einer von Männer dominierten Welt, in der Frauen keine eigene Meinung haben, geschweige denn diese kundtun oder gegen den Willen eines Mannes handeln dürfen. Da sie aber einen eigenen Kopf hat, begehrt sie gegen diese Regeln auf. Als Strafe dafür soll ihr der einzige Mensch genommen werden, der ihr etwas bedeutet: Ihre Sklavin Cressa. Um dem zu entgehen fliehen die beiden und heuern als Männer verkleidet auf einem Schiff an. Ihre Tarnung wird entlarvt und die beiden getrennt. Nun beginnt für Ezlain die verzweifelte Suche nach ihrer besten Freundin. Zum Glück trifft sie auf den geheimnisvollen Drayce, mit dem sie einen Pakt schließt und der sie auf ihrer Reise begleitet und beschützt.

Die Geschichte um Ezlain und Drayce auf der Suche nach der Sklavin Cressa ist unglaublich spannend aufgebaut. Der Schreibstil ist flüssig und baut einen Spannungsbogen auf, der es mir manchmal schwer gemacht hat nicht "vorzulesen" und Teile wegzulassen, weil ich es nicht aushalten konnte, zu erfahren wie der Handlungsstrang ausgeht.

Auch das Knistern zwischen den beiden Hauptpersonen ist beinahe mit Händen greifbar, so bildlich erzählt die Autorin die Geschichte der beiden.

Die Geschichte ist gut durchdacht, es passieren viele unerwartete Dinge und es macht einfach Spaß jede einzelne Seite zu lesen. Fünf Sterne möchte ich dem Buch trotz allem nicht geben, da mir das Menschenbild, insbesondere das Männerbild, dass in ihm gezeichnet wird nicht wirklich zusagt. Gerade zu Beginn, aber auch zwischendurch immer wieder, bekommt man das Gefühl, dass alle Männer gewalttätige, sexbesessene Bestien sind, die an keiner Frau auch nur ein gute Haar lassen. Auch ansonsten scheinen alle Menschen grundsätzlich schlecht zu sein und die einzigen guten Menschen auf dieser Welt sind Ezlain und Drayce. Mir persönlich ist diese Darstellung etwas zu eindimensional.

Um ehrlich zu sein bin ich am Anfang etwas skeptisch an dieses Buch heran gegangen. Ich habe es geschenkt bekommen und im ersten Moment hat es mich nicht wirklich angesprochen. Wahrscheinlich hätte ich es mir selbst gar nicht gekauft. Im Nachhinein bin ich wirklich froh, es gelesen zu haben und kann es nur jedem, der in diesem Genre zu Hause ist, empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere