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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wer eine wahre Geschichte wunderbar als Kopfkino erleben will - hier ist er richtig

Die australischen Schwestern
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Vorab möchte ich anmerken, dass dies der Folgeband zu "Die Australierin" ist, dieser jedoch vollkommen unabhängig davon gelesen werden kann. Kenne den "1. Band" noch nicht, konnte jedoch sofort ins Geschehen ...

Vorab möchte ich anmerken, dass dies der Folgeband zu "Die Australierin" ist, dieser jedoch vollkommen unabhängig davon gelesen werden kann. Kenne den "1. Band" noch nicht, konnte jedoch sofort ins Geschehen eintauchen.

Ulrike Renk umschreibt die Saga nach einer wahren Geschichte wirklich hervorragend real und nachvollziehbar. Auch hat sie die Mitwirkenden emotional und bildhaft dargestellt, so dass sich der Leser komplett in die jeweilige Person hineinversetzen kann.

Einen Spannungsaufbau benötigt dieses Buch nicht, da die realen Geschichten, die das Leben eben schreibt voller Intensität und Emotionen sind und genauso hat sie die Autorin rübergebracht.


Die Geschichte dreht sich vor allen Dingen um drei Schwestern, die bis ins Jahr 1891 zusammen in Australien aufwachsen. Dann geschieht ein schwerer Schicksalsschlag und Carola, die Älteste, muss nach Deutschland zu Ihrer Tante und die beiden anderen Schwestern bleiben in Australien mit ihren Brüdern bei den Großeltern.


Die Autorin zeigt die unterschiedlichen Ereignisse und Gefühle in den verschiedenen Kapiteln unter der jeweiligen Person (Schwester) auf und sie schafft dadurch ein emotionales und einfühlsames Kopfkino.


Mein Fazit: Wer eine wahre Geschichte wunderbar als Kopfkino erleben will - hier ist er richtig

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Buch, das sicherlich polarisiert und schwere Kost liefert.

Etta und Otto und Russell und James
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Emma Hooper hat einen ganz aussergewöhnlichen Schreibstil, der in meinen Augen sicherlich sehr polarisieren wird. Deshalb fällt mir diese Rezension auch nicht leicht. Bin hin- und hergerissen, da die Autorin ...

Emma Hooper hat einen ganz aussergewöhnlichen Schreibstil, der in meinen Augen sicherlich sehr polarisieren wird. Deshalb fällt mir diese Rezension auch nicht leicht. Bin hin- und hergerissen, da die Autorin einerseits die Stimmung im Buch, die ja vielerlei Erschwernisse des Lebens darstellt, wiederspiegelt, andererseits mir aber auch schwergefallen ist, das Buch immer mal wieder zur Hand zu nehmen.

Der Leser wird mit in die Geschichte hineingezogen, so dass man das Ende auf jeden Fall lesen will. Durch die etwas spröde Schreibweise fällt jedoch das "Dranbleiben" etwas schwerer.


Das Buch handelt, wie ja der Titel schon sagt, von den Protagonisten Etta und Otto und Russell und James. Etta, eine Mittachtzigerin, die anscheinend unter Demenz leidet, will endlich das Meer sehen und macht sich nur mit wenig Reisegepäck zu Fuß dorthin auf den Weg. Ihr Mann Otto lässt sie ziehen. Ihr Nachbar und Freund Russell will sichergehen und folgt ihr nach. Ja, und James ist ein Weggefährte, bei dem nicht sicher ist, ob real oder Fantasie.


Die Autorin erzählt die Leben der Protagonisten in abwechselnden Zeitsprüngen und macht so die Handlungen begreifbar.


Mein Fazit: Ein Buch, das sicherlich polarisiert und schwere Kost liefert.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wer sich ins 15. Jahrhundert begeben will, ist hier goldrichtig

Die Salbenmacherin
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Die Schreibweise der Autorin schafft einen Spannungsbogen, der sich von Anfang bis Ende hervorragend durchzieht.

Die Erzählweise, die oft aus der Sichtweise des jeweils Handelnden aufgezeigt ist, macht ...

Die Schreibweise der Autorin schafft einen Spannungsbogen, der sich von Anfang bis Ende hervorragend durchzieht.

Die Erzählweise, die oft aus der Sichtweise des jeweils Handelnden aufgezeigt ist, macht es total lebendig und lädt den Leser mitten ins Geschehen ein.


Das Buch dreht sich um die Protagonistin Jugendliche Olivera, die mit ihrem Vater in Konstantinopel zuhause ist. In ihrem jugendlichen Eifer wünscht sie sich die baldige Heirat mit dem von ihr auserwählten Laurenz.

Mit List und Tücke gelingt ihr dieser Schachzug und schon bald ist sie mit ihrem Mann auf dem Weg nach Tübingen, da dieser dort beheimatet ist.

Dass Laurenz sich immer mehr verändert, weil ihm etwas auf der Seele liegt, kann sie zuerst nicht ahnen, dann nicht fassen. Das Leben in Tübingen ist für die junge Frau eine wahre Herausforderung.


Silvia Stolzenburg hat die Verhaltensweisen und Einstellungen der damaligen Zeit zu den unterschiedlichsten Dingen gekonnt dargestellt. Die Heilmittel und Kräuter, die im Buch erwähnt werden, sind äusserst interessant geschildert. Auch der Umgang, gerade in Bezug auf Glaube und Religion wurden authentisch und lebendig erzählt.


Mein Fazit: Wer sich ins 15. Jahrhundert begeben will, ist hier goldrichtig

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gefühlvoll bis ins Mark. Hautnah und herzzerreissend, da bleibt kein Auge trocken

Lichtblaue Sommernächte
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Emily Bold hat einen sagenhaften Schreibstil, der den Leser voll ins Geschehen manövriert und nicht mehr loslässt. Hervorragend.

Als ich den Titel und das Cover sah, dachte ich an eine Liebesgeschichte, ...

Emily Bold hat einen sagenhaften Schreibstil, der den Leser voll ins Geschehen manövriert und nicht mehr loslässt. Hervorragend.

Als ich den Titel und das Cover sah, dachte ich an eine Liebesgeschichte, die man so nebenbei lesen kann. Aber, weit gefehlt, dieses Buch hat eine Leichtigkeit mit enormen Tiefsinn, der zu Herzen geht.


Der Aufbau der Geschichte als Feier mit Rückblicken aufs Leben der Protagonistin Lauren ist genial. Hier werden Gegenwart und Vergangenheit optimal verwoben, so dass sich der Leser voll und ganz hineinversetzen kann.

Die Familienangehörigen sowie Freunde von Lauren sind lebensnah und herzlich geschildert.

Die alltäglichen Szenen von Familiengründung bis über den Alltag wirken real und ergreifend. Ebenso werden die Themen Freundschaft und Liebe sowie Höhepunkte und Krisen eindrucksvoll wiedergegeben. Dies trifft auch auf den Beginn der Krankheit und dem Begreifen der Dimensionen, die diese nach sich zieht, zu.

Alle diese Lebensabschnitte sind in solcher Intensität erzählt, dass der Leser voll im Geschehen mitkämpfen und -fühlen kann. Die innere Zerrissenheit ist hautnah spürbar.


Der Autorin ist es gelungen, das schwierige und traurige Thema in Leichtigkeit zu verpacken, die dennoch nicht vergisst, die extremen Emotionen real und herzergreifend darzustellen.

Mitunter zeigt es auch auf, dass Unsicherheit auch wie Abweisung oder Ablehnung wirken und dies viele Missverständnisse nach sich ziehen kann.


Mein Fazit: Gefühlvoll bis ins Mark. Hautnah und herzzerreissend, da bleibt kein Auge trocken

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider wirkt das Buch auf mich wie gewollt und nicht gekonnt. Schade, war so vielversprechend.

Wir zerschneiden die Schwerkraft
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Der Schreibstil von Irmgard Fuchs ist eher abgehakt und gewöhnungsbedürftig.

Weiß nicht, ob es hier an der falschen Altersklasse liegt und dieses Buch eher Leser im Alter von etwa Anfang bis Ende 20 ansprechen ...

Der Schreibstil von Irmgard Fuchs ist eher abgehakt und gewöhnungsbedürftig.

Weiß nicht, ob es hier an der falschen Altersklasse liegt und dieses Buch eher Leser im Alter von etwa Anfang bis Ende 20 ansprechen wird.

Die Ansätze für Ironie und Tiefsinn sind zu finden, jedoch lassen die Pointen und der klare Sinn auf sich warten. Ist für mich zu seicht und hat schlechte Stimmung verbreitet.


Die Aufteilung des Buches ist in die unterschiedlichsten Erzählung von "Gott und der Welt" eingeteilt und sollte, wie der Titel ja verspricht, die Schwerkraft zerschneiden.

Sprich: zwar die Leere und die Depression aufzeigen, jedoch auch mit Ironie und Slapstick eben die Schwere cutten.

Dies ist der Autorin leider nur in ihrer ersten Erzählung gelungen, danach war es ansatzweise zu erahnen, es fehlte jedoch das gewisse Etwas dazu.


Mein Fazit: Leider wirkt das Buch auf mich wie gewollt und nicht gekonnt. Schade, war so vielversprechend.