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Veröffentlicht am 08.10.2016

Die Liebe ist oft trügerisch

Die Venezianerin und der Baumeister
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Der historische Roman spielt in Italien von 1526 bis 1547 und zeigt Ausschnitte aus dem Leben des Architekten Andrea Palladio.

Er wird hier dargestellt, dass er voll und ganz in seiner Liebe zur Architektur ...

Der historische Roman spielt in Italien von 1526 bis 1547 und zeigt Ausschnitte aus dem Leben des Architekten Andrea Palladio.

Er wird hier dargestellt, dass er voll und ganz in seiner Liebe zur Architektur aufgegangen ist und Familie oder dergleichen nur eine Nebenrolle spielten. Aber, dies wird sicherlich zu damaliger Zeit der Normalfall gewesen sein. So nach dem Motto: Der Mann sorgt fürs Überleben, die Frau ist für den Haushalt und die Kindererziehung....zuständig.

Diese Einstellung wird durch ein Zitat aus dem Buch (S. 387) nochmal in Kürze dargestellt:

"Sie konnte nicht erwarten, dass er sein ganzes Leben auf die Bedürfnisse der Familie abstellte. Was waren Haushalt und Kinderkram gegen die ewige Schönheit und Wahrheit der Kunst und das kühle Licht sonnenbeschienenen Marmors."



Der Schreibstil Gudrun Lerchbaums hat mich anfangs bis zum zweiten Drittel hin gefesselt. Dort hat mir kurzzeitig etwas die Tiefe zum Geschehen gefehlt. Dies hat sich jedoch wieder in einen gut zu lesenden Schluss entwickelt.

Die wahrscheinlich damals vorherrschenden Emotionen und Stimmungen hat die Autorin mit ihrer Schreibtechnik nachvollziehbar rübergebracht.



Die Protagonistin Mariangela wird fast zeitlebens von ihrer Ziehschwester Allegra und auch von Andrea ausgenutzt. Sie lässt es mit sich geschehen, weil sie den beiden aufgrund ihrer Lebensumstände dankbar oder sogar fast hörig ist. Ausserdem spielt die Liebe hier auch eine tragende Rolle.


Es zeigt auch klar, dass es früher vor allen Dingen darum ging, zu überleben und dafür eben das passende Gegenstück gefunden werden musste und die Liebe sicherlich oft nicht ausschlaggebend für Eheschließungen war.



Mein Fazit: Die Liebe ist oft trügerisch

Veröffentlicht am 08.10.2016

Über 1000 Seiten Spannung, Liebe - Hass, Intrigen, Geschichtswissen

Der Jahrhundertsturm
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Dieser mitreissende Roman spielt in der Zeitspanne von 1840 bis 1871 und zeigt die großartigen Veränderungen dieser umwälzenden Zeit und die damit verbundenen Höhen und Tiefen detailgetreu und realistisch ...

Dieser mitreissende Roman spielt in der Zeitspanne von 1840 bis 1871 und zeigt die großartigen Veränderungen dieser umwälzenden Zeit und die damit verbundenen Höhen und Tiefen detailgetreu und realistisch auf.

Der Schreibstil des Autors macht bereits von Anfang an neugierig und hält den Spannungsbogen hindurch aufrecht.

Die Entstehung des "Deutschen Reiches" mit ihren Machtkämpfen und Intrigen bis hin zu Aufständen, Revolutionen und Kriegen umfassen den Inhalt des Buches.

Des Weiteren werden die Anfänge und der Aufbau der Eisenbahn mit den verbundenen Schwierigkeiten und auch Gier so vortrefflich erläutert, dass es für mich super lehrreiche tolle Lesestunden waren.

Richard Dübell hat zu den historischen Hintergründen so schlüssig geschrieben, dass es ein Leichtes war, die Zusammenhänge dadurch zu begreifen. Die Vorgänge sind schlichtweg greifbar.



Die fiktive Geschichte dreht sich um die Protagonisten Louise Ferrand, Alvin von Briest und Paul Baermann, deren dreier Leben nicht unterschiedlicher hätte sein könnte. Zufall oder auch Schicksal führt die Drei zusammen und lässt eine Freundschaft bzw. Dreiecksbeziehung entstehen. Dies wird vom Autor so dargestellt, dass es weder kitschig noch unrealistisch daherkommt, nein, im Gegenteil, ich hatte oft das Gefühl, ich befinde mich direkt neben den Darstellern und fiebere mit.



Die fiktiven und realen Handlungsstränge sind hervorragend ineinander verwoben und schildern die vorherrschende Zeit der Armen und auch der Reichen. Dabei kommen bedeutende Persönlichkeiten, die Strangzieher der damaligen Veränderungen waren, wie beispielweise Otto von Bismarck, Joseph von Maffei, August Borsig, William Wilson, Robert Stephenson, Eugene und Stephane Flachat und einige weitere im Geschehen vor.

Die Wesenszüge und guten wie auch schlechten Eigenheiten der oben Genannten bringt der Autor wunderbar auf`s Papier.



Mein Fazit: Über 1000 Seiten Spannung, Liebe - Hass, Intrigen, Geschichtswissen

Veröffentlicht am 08.10.2016

Spannend umgesetzte Geschichtslehre mit Suchtfaktor

Die Königin der Orchard Street
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Susan Jane Gilman zeigt mit ihrem Buch hervorragend auf, dass in jedem Menschen Gutes und Böses vereint sind und der Leser aber selbst die "bösen" Seiten verstehen und anerkennen kann.

Der Spannungsbogen ...

Susan Jane Gilman zeigt mit ihrem Buch hervorragend auf, dass in jedem Menschen Gutes und Böses vereint sind und der Leser aber selbst die "bösen" Seiten verstehen und anerkennen kann.

Der Spannungsbogen wird von Beginn bis Ende hervorragend auf Höhe gehalten und lässt ins Geschehen eintauchen. Das Leben der Protagonistin bleibt von Anfang bis Ende des Buches unvorhersehbar und äusserst spannend.

Der Handlungsfaden wird im steten Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart abgespult und gibt der Geschichte dadurch zusätzliche Energie.


Das Buch umfasst eine Zeitspanne von rund 70 Jahren und beginnt im Jahr 1913. Dies ist das Jahr, in dem das jüdische Mädchen Malka im Alter von etwa 6 Jahren mit ihrer Familie aus Russland nach Amerika auswandert. Da die damaligen schweren Zeiten alles von den Menschen forderten, musste auch Malka schon als Kind Härte, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Gerissenheit und Kreativität an den Tag legen.

Hier zeigt sich aber auch, dass trotz oder vielleicht gerade wegen oben genannter Stärken oder Schwächen eine innere Leere, Gleichmut und auch Rache zutage treten können.

Alle genannten Charaktereigenschaften werden Malka das ganze Leben begleiten.


Sehr eindrucksvoll wird der Werdegang vom armen Mädchen hin zur reichen Geschäftsfrau eines Imperiums aufgezeigt.

Durch immer wieder neue Schicksalsschläge und die damit verbundenen Änderungen ihres Lebens wird sie von mal zu mal stärker aber eben auch härter und rücksichtsloser.


Obwohl in der Zeitspanne des Buches die beiden Weltkriege stattfanden, ist es dennoch kein "Kriegsbuch". Gekonnt werden die damaligen Ereignisse ins Geschehen eingeflochten, jedoch wird sich darin nicht "verloren".


Mein Fazit: Spannend umgesetzte Geschichtslehre mit Suchtfaktor

Veröffentlicht am 08.10.2016

Bewegende Familiengeschichte zur Zeit des 1. Weltkrieges

Der Glanz von Südseemuscheln
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Die Autorin schildert die Vorgänge im Buch so eindrucksvoll und real, dass sich der Leser in diese Zeit hineinversetzen kann.

Der Schreibstil ist flüssig und die Spannung trägt sich durch das ganze Buch.

Manche ...

Die Autorin schildert die Vorgänge im Buch so eindrucksvoll und real, dass sich der Leser in diese Zeit hineinversetzen kann.

Der Schreibstil ist flüssig und die Spannung trägt sich durch das ganze Buch.

Manche Dinge sind etwas vorhersehbar, was dem Buch aber keinen Abbruch leistet, denn die unvorhersehbaren Geschehnisse sind zuhauf.


Die Geschichte handelt von Almas und Mathildes Familien, die ihr Leben in Sydney, bzw. Samoa während des

1. Weltkrieges meistern müssen.

Regina Gärtner hat die realen Begebenheiten hervorragend in die fiktive Geschichte versponnen.

Dem Leser wird somit das Leid und der Kampf ums Überleben zu der damaligen Zeit bildhaft und spannend erläutert.


Mein Fazit: Bewegende Familiengeschichte zur Zeit des 1. Weltkrieges

Veröffentlicht am 08.10.2016

Etwas langatmiger Ausflug in andere Welten

Der Architekt des Sultans
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Elif Shafaks Schreibstil ist sehr ausschmückend und verliert sich leider zu oft in zu vielen Details, dass ich häufig gezwungen war, die Absätze mehrere Male zu lesen, um den Zusammenhang wieder zu finden.

Die ...

Elif Shafaks Schreibstil ist sehr ausschmückend und verliert sich leider zu oft in zu vielen Details, dass ich häufig gezwungen war, die Absätze mehrere Male zu lesen, um den Zusammenhang wieder zu finden.

Die bildhaften Darstellungen sind ihr jedoch durchaus gelungen.


Das Buch dreht sich um den Inder Jahan, der nach dem Tod seiner Mutter vor dem Stiefvater flieht und dabei in vielerlei spannende aber auch oft sehr gefährliche Situationen gerät.

Die Autorin lässt das Leben Jahans Revue passieren und nimmt den Leser mit in vergangene Zeiten.

Die vielen realen Begebenheiten, die Elif Shafak zur Fiktion beisteuert, sind sehr interessant und geben Aufschluss in Gepflogenheiten dieser anderen Welt.


Mein Fazit: Etwas langatmiger Ausflug in andere Welten