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Veröffentlicht am 06.06.2021

Wildpflanzen sammeln und verwenden

naturverbunden
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"Naturverbunden" ist ein Ratgeber, der 40 verschiedene Wildpflanzen vorstellt und Tipps gibt, wie man sie erkennen, sammeln und verwenden kann.

Nach einer kurzen Einleitung, die das sichere, nachhaltige ...

"Naturverbunden" ist ein Ratgeber, der 40 verschiedene Wildpflanzen vorstellt und Tipps gibt, wie man sie erkennen, sammeln und verwenden kann.

Nach einer kurzen Einleitung, die das sichere, nachhaltige Sammeln erklärt und hervorhebt, wie schade es ist, dass wir dabei sind so viel Wissen unserer Vorfahren zu Wildpflanzen zu verlieren, geht es gleich los mit den Pflanzenportraits. Diese sind nach Standorten geordnet: Wald, Hecken & Waldsäume, Wiesen & Wegesrand, Ödland & Magerwiesen und an Bächen, Flüssen & Seen.

Die Portraits haben immer einen ähnlichen Aufbau.


Zunächst wird die frühere Verwendung erläutert. Das ist sehr interessant zu lesen und unterhaltsam geschrieben. Alte Sagen werden ebenso erwähnt wie historische Fakten. Beim Lesen kam bei mir eine richtige Sehnsucht nach mehr Ursprünglichkeit und Naturverbundenheit auf. Die stimmungsvollen Fotos haben dazu sicher auch beigetragen.


Ein kleiner Infokasten beschreibt dann Wissenswertes zu Aussehen, Standort, Sammelgut, Wirkstoffen und Anwendung.
Falls vorhanden wird im Text auch auf giftige/ungenießbare Doppelgänger eingegangen und Unterscheidungsmöglichkeiten aufgezeigt. Anhand der Fotos und Beschreibungen bekommt man zwar einen ersten Eindruck von der Pflanze, dennoch empfiehlt es sich, beim Sammeln noch ein Bestimmungsbuch mitzunehmen. Hier kann ich zum Beispiel "Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Doppelgänger", ebenfalls aus dem Kosmos-Verlag, empfehlen.


Zuletzt wird noch ausführlich auf die Verwendung eingegangen. Besonders gut gefällt mir, das passende Rezepte gleich mitgeliefert werden: Nicht nur zur Anwendung als Heilpflanze, auch kulinarische Rezepte gibt es. Von der Tinktur über den Sirup, den Tee, die Salbe oder das Würzsalz - die Rezepte sind super vielfältig und dennoch einfach nachzumachen. Sehr gut gelungen!
Im Innenumschlag des Buchs finden sich außerdem die wichtigsten Rezepte mit Seitenverweisen.

Alle, die sich für Heilpflanzen bzw. generell die Verwendung von Wildpflanzen interessieren, kommen mit diesem Ratgeber sicherlich auf ihre Kosten. Er ist übersichtlich und vermittelt kompakt Wissen, wobei er gleichzeitig stimmungsvoll und unterhaltsam ist. Eine sehr schöne Mischung.

Veröffentlicht am 01.06.2021

Ein toller, praxisnaher Naturführer für unterwegs

Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Doppelgänger
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"Essbare Wildkräuter & ihre giftigen Doppelgänger" ist ein Naturführer aus dem Kosmos Verlag. Wie der Titel schon sagt soll einem dieser Ratgeber dabei helfen essbare Wildkräuter zu bestimmen und zu verwenden ...

"Essbare Wildkräuter & ihre giftigen Doppelgänger" ist ein Naturführer aus dem Kosmos Verlag. Wie der Titel schon sagt soll einem dieser Ratgeber dabei helfen essbare Wildkräuter zu bestimmen und zu verwenden ohne dabei versehentlich ihre giftigen oder ungenießbaren Doppelgänger zu erwischen.

Als erstes ist mir das handliche Format des Buchs aufgefallen. Sehr praktisch, weil man das Buch so unterwegs mitnehmen und gleich anwenden kann.
Der Umschlag enthält auffaltbare Klappen. Vorne kann man Abbildungen zu den botanischen Fachausdrücken bei Blättern und Blüten finden, was für die späteren Bestimmung anhand der Pflanzenbeschreibungen hilfreich ist, hinten gibt es einige Rezepttipps mit Wildkräutern.

Ein kurzer allgemeiner Teil, der die Verwendung des Buches erklärt, auf wichtige Inhaltsstoffe der Pflanzen eingeht und Tipps zum Sammeln gibt leitet in das Buch ein. Besonders gut gefällt mir, dass hier auch noch einmal darauf hingewiesen wird, nachhaltig zu sammeln, also nicht ganze Bestände abzuernten. So können die Kräuter wieder nachwachsen und auch andere können sich an ihnen erfreuen.

Die Einteilung der Pflanzen nach Jahreszeiten hat mich erst überrascht, macht aber im nachhinein betrachtet richtig Sinn! So kann man recht schnell herausfinden, welche Pflanze man gerade entdeckt hat - einfach die Jahreszeit auswählen, in der man sich gerade befindet, die passende Blütenfarbe aussuchen und die entsprechenden Pflanzenportraits durchsehen. Anhand der Beschreibungen und Farbfotos bekommt man eine erste Idee um welche Pflanze es sich handeln könnte. Falls giftige oder ungenießbare Doppelgänger existieren, wird hier zu einem weiteren Pflanzenportrait verwiesen und es werden Unterscheidungsmöglichkeiten aufgezeigt. Zu jeder Pflanze gibt es noch Angaben zu Ernte und Verwendbarkeit.
Natürlich sollte es selbstverständlich sein nur Pflanzen zu sammeln, bei denen man sich sicher ist, dass es sich um die essbare Variante handelt. Hierauf wird im Buch auch extra noch einmal hingewiesen.

Mich hat das Buch auf jeden Fall überzeugt. Es ist sehr interessant und das Bestimmen der Kräuter macht viel Spaß.
Für Naturliebhaber definitiv eine Empfehlung wert!



Veröffentlicht am 31.05.2021

Pflanzenvielfalt durch eigene Saatgutvermehrung

Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst – und so ein kleines Stück Welt rettest
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"Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst - und so ein kleines Stück die Welt rettest" ist ein weiterer toller Gartenratgeber aus dem Löwenzahn Verlag.
Diesmal gibt die Autorin Sigrid Drage Hilfestellung für ...

"Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst - und so ein kleines Stück die Welt rettest" ist ein weiterer toller Gartenratgeber aus dem Löwenzahn Verlag.
Diesmal gibt die Autorin Sigrid Drage Hilfestellung für alle, die ein Stück unabhängiger werden möchten und ihr Saatgut selbst gewinnen möchten.

Inhaltlich lässt sich das Buch in fünf Teile unterteilen:
- eine umfangreiche Einführung in die Thematik. in der darauf eingegangen wird, wieso man sein Saatgut selbst vermehren sollte. Neben ökologischen Aspekten hat das nämlich auch eine Menge Vorteile für einen selbst!
- einen Teil, der allgemeinverständlich die Grundlagen der Pflanzenvermehrung erklärt
- einen Praxisteil, in dem alles zur Aussaat, Pflege und natürlich Saatgutgewinnung aufgeführt ist
- einen Teil mit verschiedenen Pflanzenportraits mit allem Wissenswerten zu Standort, Pflege, Ernte, Vermehrung etc. und
- einen Anhang, u.a. mit Glossar und umfangreichen Bezugsquellen

Was sofort auffällt, wenn man das Buch durchblättert sind die vielen, schönen farbigen Bilder. Man sieht Natur, die wunderbar ungezähmt aussieht, glückliche Gärtner und jede Menge Fotos von Pflanzen, Früchten und Samen. Das macht gute Laune und Lust darauf, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Aber nicht nur vom Aussehen her ist dieser Ratgeber gut gelungen. Auch den Inhalt kann ich nur loben: Ich habe noch nie ein so umfangreiches Werk zu dieser Thematik gelesen!
Den Einführungsteil fand ich beinahe schon zu ausführlich, er wirkte manchmal fast langatmig, aber der Praxisteil und die Pflanzenportraits haben das mehr als ausgeglichen. Hier erfährt man wirklich alles, was man wissen muss und möchte.
Diese Teile sind übersichtlich, so gibt es zum Beispiel zu Beginn jeweils eine Tabelle mit allen wichtigen Infos zu den verschiedenen Pflanzen. Hier kann man schnell Dinge wie die richtige Aussaatzeit, den perfekten Standort oder den Zeitpunkt der Samenernte nachschlagen.
Der immer gleiche Aufbau der Pflanzenportraits wirkt ebenfalls sehr übersichtlich.
Dazu gibt die Autorin unglaublich viele, praxisnahe Tipps wie die Saatgutvermehrung auch wirklich gelingt. Ihr Schreibstil ist außerdem sehr locker und sympathisch, so dass es wirklich Spaß macht, die Erläuterungen zu lesen.

Nicht zuletzt werden im Anhang auch gleich Bezugsquellen für zum Beispiel samenfestes Saatgut genannt. Hier habe ich einige wirklich tolle Websites gefunden. Sehr praktisch, dass man so direkt Anregungen hat, wie man anfangen kann. Bei dem Saatgut in den klassischen Gartencentern handelt es sich nämlich meist um Hybriden, die nicht vermehrungsfähig sind.

Wer Obst, Gemüse und weitere Pflanzen nicht nur aus Samen ziehen möchte, sondern auch gleich die nächsten Generationen mit eigenem Saatgut im Blick hat, dem kann ich diesen Ratgeber jedenfalls uneingeschränkt empfehlen. Hier findet sich alles an Wissen, was man dazu braucht.

Veröffentlicht am 25.04.2021

Upcycling und weitere Ideen um Plastik beim Gärtnern zu vermeiden

Plastikfrei gärtnern
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"Plastikfrei Gärtnern" ist ein Ratgeber aus der neuen #machsnachhaltig Reihe des Ulmer Verlags. In dieser Reihe dreht sich alles um mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein beim Gärtnern, in diesem Band ...

"Plastikfrei Gärtnern" ist ein Ratgeber aus der neuen #machsnachhaltig Reihe des Ulmer Verlags. In dieser Reihe dreht sich alles um mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein beim Gärtnern, in diesem Band mit einem Schwerpunkt auf der Plastikvermeidung.

Der Ratgeber beinhaltet fünf Teile:
- Plastik unter der Lupe: Ein allgemeiner Teil, der sich mit den verschiedenen Plastikarten und Alternativen beschäftigt
- Neues Grün ohne Plastik: Was gibt es für Alternativen zum klassischen Plastikblumentopf?
- Gießen und Düngen: Wie kann man effektiv und nachhaltig gießen? Wie kann man düngen, ohne (in Plastik verpackten) Flüssigdünger zu kaufen?
- Binden, Stützen und Begrenzen: Plastikfreie Varianten
- Was man sonst noch so braucht: Tipps zu Gartenwerkzeug, -kleidung und Gartenmöbeln

Mich hat an "Plastikfrei Gärtnern" dabei vor allem die Vielfalt und Kreativität der Tipps zur Plastikvermeidung begeistert. Sei es die Vermehrung von Stauden (was den Kauf neuer -in Plastiktöpfen verpackten- Pflanzen verringert), die Herstellung eigener Saatscheiben aus Zeitungspapier und Mehlkleber oder Eisstiele zur Beschriftung von eingepflanzten Samen, man lernt unglaublich viele Möglichkeiten kennen den Plastikkonsum beim Gärtnern zu verringern. Und das sind nur wenige Beispiele, im Buch gibt es noch viele weitere.

Infokästen und Tabellen sorgen für Übersichtlichkeit und viele Fotos lockern den Text auf. Besonders gut gelungen ist auch der Anhang, in dem sich viele nützliche Bezugsquellen für Saatgut und nützliches zum plastikfreien Gärtnern finden.

Wer Wert auf mehr Nachhaltigkeit beim Gärtnern legt, sollte sich diesen Ratgeber einmal anschauen. Für mich hat er definitiv fünf Sterne verdient!

Veröffentlicht am 19.04.2021

Weniger gießen, mehr genießen

Garten ohne Gießen
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"Garten ohne Gießen" von Annette Lepple ist ein Ratgeber aus einer neuen Buchreihe des Ulmer-Verlags rund um mehr Nachhaltigkeit im eigenen Garten.

In diesem Buch geht es um ein Problem, das wohl viele ...

"Garten ohne Gießen" von Annette Lepple ist ein Ratgeber aus einer neuen Buchreihe des Ulmer-Verlags rund um mehr Nachhaltigkeit im eigenen Garten.

In diesem Buch geht es um ein Problem, das wohl viele Gartenbesitzer kennen. Spätestens im Sommer geht es los, dass man teilweise jeden Tag gießen muss, je nach Gartengröße ein zeitintensives Unterfangen. Und noch dazu nicht gerade umweltfreundlich.
Abhilfe versprechen die Auswahl der richtigen Pflanzen und einige weitere Umgestaltungen - und genau hierbei hilft "Garten ohne Gießen".

Das Buch lässt sich in drei Teile unterteilen:
- Die Basics: Grundwissen zu Mikroklima, nachhaltigen Praktiken, klugem Umgang mit Wasser, Kompostieren und standortgerechten Pflanzen
- Die Harten für den Garten: Portraits verschiedener pflegeleichter, trockenheitsresistenter Pflanzen
- Troubleshooting: Erste Hilfe für Pflanzen, zum Beispiel bei Krankheiten, Schädlingen und Wetterschäden

Dabei ist der Ratgeber sehr übersichtlich gestaltet - was man schon am für einen Gartenratgeber eher kleinen Format (A5) erkennen kann : Das Wichtigste ist schön zusammengefasst und Tabellen, Aufzählungen und Infokästen sorgen dafür, dass man die gelesene Information schnell wiederfindet.
Durch die direkte Ansprache, kleinere Anekdoten der Autorin und die vielen schönen Bilder macht es außerdem noch richtig Spaß, sich durch das Buch zu lesen.

Besonders gut hat mir aber gefallen, wie toll man die Tipps der Autorin in der Praxis umsetzen kann. Gerade die Pflanzenportraits sind hier Gold wert, aber auch die immer wieder eingestreuten Projekte zu mehr Nachhaltigkeit sind sehr gut - da war auch vieles dabei, das ich so noch nicht gelesen habe. Es wird viel Wert auf Bienenfreundliche Pflanzen und Rückzugsräume für Tiere im Garten gelegt, ein weiterer Pluspunkt.

Ich habe durch "Garten ohne Gießen" eine Menge Anregungen bekommen, was ich im eigenen Garten verändern kann und hoffe, dass sich die Auswirkungen auf meinen Wasserverbrauch - und mein Arbeitspensum - in diesem Sommer schon zeigen.

Ein sehr empfehlenswerter Ratgeber, der von mir fünf Sterne bekommt!