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Veröffentlicht am 01.08.2021

Ein wundervoller Abschluss der Reihe!

What if we Trust
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Achtung: Im Folgenden handelt es sich um eine vollkommen gefühlsgesteuerte Rezension, die Spuren von Herzschmerz und Fangirling enthalten kann.

In dem finalen Band der UBC Reihe geht es um Hope und Scott. ...

Achtung: Im Folgenden handelt es sich um eine vollkommen gefühlsgesteuerte Rezension, die Spuren von Herzschmerz und Fangirling enthalten kann.

In dem finalen Band der UBC Reihe geht es um Hope und Scott. Scott ist der berühmte Sänger PLY, der seit einiger Zeit jedoch abgetaucht ist und von dem Hope ein absolutes Fangirl ist. Über ihn hat sie sogar eine Fanfiction verfasst und ist somit umso geschockter, als sie Scott eines Tages auf einer Party begegnet. Er wirkt kalt und unnahbar, dennoch kommen die beiden sich näher und Hope muss feststellen, dass ihre Geschichte mehr als einen Funken Wahrheit beinhaltet, was Scotts Dämonen angeht. Doch nicht nur diesem Hindernis müssen sich die beiden gemeinsam stellen…

Anfangen muss ich diese Rezension mit einem Lob oder vielmehr einer Bewunderung für den Schreibstil von Sarah Sprinz, denn selten fiel mir der Einstieg in ein Buch so leicht wie hier. Obwohl es schon einige Monate her ist, dass ich Band zwei inhaliert (Ja inhaliert. Es ist das einzige Wort, welches auf das eindrucksvolle Leseerlebnis von damals zutrifft) habe, fühlte ich mich augenblicklich zu Hause. Vancouver noch ein letztes Mal zu besuchen, Abschied von der UBC zu nehmen hätte nicht schöner sein können. Die Atmosphäre in diesem Buch war unbeschreiblich, ich habe die Szenen in der Uni wegen ihrer Leichtigkeit gemocht und war von den Kapiteln in Scotts Haus eingenommen, da sie einfach eine andere Realität beschrieben haben. Während besagter Kapitel habe ich ungelogen Gänsehaut bekommen, denn was ich fühlte war pure Magie. Hope und Scott, wie sie gemeinsam im Pool baden und dabei der Rest der Welt nicht existiert, Hope und Scott, wie sich zusammen die Sterne anschauen und diese kleine Szene mir endgültig klar gemacht hat, dass das Buch ein Kunstwerk ist.

Hope war schon in Band eins mein Comfort Charakter und mit jedem Band schloss ich sie ein kleines Stück mehr in mein Herz. In diesem Buch ihre dunkelsten Gedanken zu kennen und ihre Seele offenbart zu haben war wundervoll. Sie ist viel mehr, als die warmherzige und stets optimistische Fassade, die man in den vorherigen Bänden kennenlernte. Von ihren Zweifeln und Ängsten zu lesen hat mich fertiggemacht, denn sie verdient alles Glück der Welt. Vor allem berührt hat mich hier erneut die starke Verbundenheit zu ihrer Familie und wie aufopfernd sie für diese ohne nachzudenken handeln würde. Außerdem ist Hope Synästhetikerin und ich liebe es, wie damit umgegangen wurde, denn es war schlicht ein Merkmal von ihr und sie wurde weder nur auf dieses Kennzeichen beschränkt, noch wurde es in jedem zweiten Kapitel angesprochen. Die Passagen, in denen Hope dann aber von der Farbenwelt ihrer Gedanken berichtete waren für mich so faszinierend und emotional.

Und Scott war ein Charakter, den man kennenlernte und sofort mehr über ihn wissen wollte. Schon anfangs erschien er mir sehr facettenreich und ich wurde keinesfalls enttäuscht. Seine anfängliche Abneigung und Abwehrhaltung brachen mir ebenso das Herz, wie sein Gefühlsoffenbarung Hope gegenüber. Oberflächlich betrachtet könnte man Scott kalt und klischeehaft nennen, doch er ist ein klarer Klischeebrecher. Vor allem die Art, wie er mit Hope umgegangen ist, die so zum Kontrast zu seinem sonstigen Verhalten stand sorgte bei mir für Gänsehaut. Vorhin habe ich erwähnt, dass Hope und Scott Szenen pure Magie waren, jetzt glaube ich, dass Scotts alleinige Präsenz schon magisch ist. Alles an ihm ging mir unglaublich nahe, da jede Entscheidung, jeder Fehler und jeder Mutausbruch nachvollziehbar war und das, obwohl man alles nur aus Hopes Perspektive las. Oder vielleicht gerade, weil man seine Handlungen aus ihrer Perspektive betrachten konnte, denn niemand schafft es so empathisch Dinge aufzuzeigen, wie Hope.

Dieses Buch war alles, was mein Herz brauchte, um sich noch ein letztes Mal nach Vancouver zurückzuziehen und jedes Detail in sich aufzusaugen. Hope und Scott werde ich nicht mir Amber und Emmett oder Laurie und Sam vergleichen, da alle für sich stehen. Jedes Pärchen hat mir etwas gelehrt und mitgegeben. Hope & Scott? Danke für eure Zeit, für eure so intensiven Dialoge und traumhaften Seifenblasen Szenen.

Hier zum Abschluss noch meine ungefilterten Gedanken direkt nach dem Beenden von „What if we trust“ (es war 2 Uhr nachts, also seid gnädig mit mir): What if we trust beenden, direkt Vancouver Fernweh haben. Alle markierten Stellen noch einmal lesen, um mich weiter zerstören und gleichzeitig zu heilen. Nicht wissen wohin mit meinen Gedanken, weil mein Kopf gleich platzt voller Bewunderung für die Geschichte. Mehr von Sarah Sprinz lesen wollen und jedes Wort auf mein Herz brennen lassen. In eine Leseflaute oder eher ein Herzflaute geraten, weil Hope und Scott sich dort schon eingenistet haben und ich sie so schnell nicht loslasse. Weil in diesem Moment niemand an sie herankommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2021

Tolle Fortsetzung mit faszinierenden Charakterentwicklungen

DESTROYED Hearts
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Destroyed Hearts ist die Fortsetzung von Destroyed Souls, die Rezension könnte also SPOILERN.

In diesem Band geht es um die zutiefst enttäuschte Kaycee, die von James betrogen wurde. Dieser setzt aber ...

Destroyed Hearts ist die Fortsetzung von Destroyed Souls, die Rezension könnte also SPOILERN.

In diesem Band geht es um die zutiefst enttäuschte Kaycee, die von James betrogen wurde. Dieser setzt aber alles daran, die Beziehung zu Kaycee noch zu retten, doch ist es dafür schon zu spät?

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht und ich war direkt wieder in der Welt von Kaycee und James, obwohl es schon eine Zeit zurücklag, dass ich Band 1 gelesen habe.

James machte in diesem Buch eine enorme Entwicklung und ich schloss ihn noch viel mehr in mein Herz als im vorherigen Teil. Er wurde wirklich vom „Bad Boy“ zu einem gewissenhaften, liebevollen Menschen und behielt dabei trotzdem seine alten Charakterzüge, sodass die Entwicklung nichtsdestotrotz realistisch und nachvollziehbar war. Er steckte so viel Liebe in die Beziehung mit Kaycee, er kämpfte so sehr und man merkte einfach, wie stark sie ihm am Herzen lag.
Auch Kaycee wurde in diesem Band noch stärker. Schon in Teil eins lernte man sie als eine selbstbewusste Kämpferin kennen und auch hier passierten Dinge, die sie noch mehr abhärteten. Leider konnte ich ihr Verhalten James gegenüber manchmal nicht ganz nachvollziehen, da sie sehr wankelmütig war und ihre Meinung anscheinend sehr schnell änderte. Zuerst war sie total sauer und voller Wut auf James, aber direkt danach nahm sie ihn zurück und alles war wieder gut. Dies hat mich zwar ein wenig gestört, aber es wurde keinesfalls unrealistisch, viel mehr hat man gemerkt, wie sehr sie James liebt.
Kaycees Schwester Darina bzw. Dina gefiel mir in dieser Geschichte leider die meiste Zeit überhaupt nicht. Ihre Handlungen und ihr Verhalten waren so dermaßen egozentrisch, dass ich wirklich oft die Augen verdrehen musste. Der Twist am Ende änderte meine Meinung zu ihr zwar ein wenig, da nun einige Aspekte nachvollziehbarer waren, trotzdem war sie nicht mein liebster Charakter.
Aiden hingegen gehörte in dieser Geschichte definitiv zu meinen Favoriten! Auch wegen Dinas Verhalten ihm gegenüber war sie mir immer unsympathischer, denn wie kann man so einen lieben Kerl verletzen? Er war unfassbar lieb zu ihr, die Szenen mit ihm waren jedes Mal aufs Neue herzerwärmend. Zwischendurch war ich jedoch auch ihm gegenüber misstrauisch, dass legte sich zum Glück aber schnell.

Die Storyline in diesem Teil mochte ich persönlich noch lieber, da vor allem der Plottwist unfassbar fesselnd war. Die Behandlung von Kaycee war zwar sehr extrem, generell war dieses Buch nach dem Twist sehr extrem, trotzdem gefiel mir die aufgebaute Spannung und der Höhepunkt. Auch, dass Kaycee und Dina noch eine Schwester haben war total unvorhersehbar, was ebenfalls zur Spannung der Geschichte beitrug.
Das Ende allgemein war so schockierend, dass ich beim Lesen wahrscheinlich kurz aufgehört habe zu Atmen. Als man dachte, jetzt wäre endlich alles gut und nichts könnte schlimmer werden, kamen die Szenen mit Dina und ließen mich sprachlos zurück. Ich möchte jetzt unbedingt, definitiv, auf jeden Fall Dinas und Aidens Geschichte lesen!!

Insgesamt war dieser Teil in vielerlei Hinsichten noch viel besser, als Teil eins! Ich habe die Entwicklung der Charaktere geliebt, genauso wie die Spannung, die sich durch das ganze Buch zog. Annie Tears hat hier eine faszinierende Fortsetzung geschrieben, die wirklich lesenswert ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2021

Ruhige friends-to-lovers Geschichte

Fly & Forget
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In der Geschichte geht es um Noah und Liv, welche eine gemeinsame Vergangenheit teilen. Doch die Freundschaft der beiden endete abrupt, als Noah nach einem einschneidenden Ereignis den Kontakt zu Liv abbricht. ...

In der Geschichte geht es um Noah und Liv, welche eine gemeinsame Vergangenheit teilen. Doch die Freundschaft der beiden endete abrupt, als Noah nach einem einschneidenden Ereignis den Kontakt zu Liv abbricht. Drei Jahre später laufen sich die beiden erneut über den Weg und spüren direkt eine Anziehung, aber beide haben sich verändert. Außerdem steht die Vergangenheit weiterhin zwischen ihnen…

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und trotzdem nicht zu oberflächlich, er hat es mir erleichtert einen angenehmen Einstieg in die Geschichte zu finden. Zudem überschlagen sich die Ereignisse am Anfang schon direkt, weshalb man umgehend gefesselt wird und weiterlesen möchte.
Die Länge der Kapitel empfand ich anfangs nicht als störend, im Laufe der Geschichte störte sie mich dann jedoch und ich hätte mir weniger Längen an einigen Passagen gewünscht.

Thematisch konnte mich das Buch zwar begeistern, leider waren mir aber manche Stellen zu einseitig und das Thema von Rileys Tod verdrängte andere, ebenfalls wichtige, Themen.
Dass die Protagonisten schon relativ früh zusammenkamen gefiel mir sehr, es wurde anders als in anderen Geschichten nicht künstlich herausgezögert. Dennoch war das Ende dann sehr abrupt und für die Versöhnung der beiden hätte ich mir noch mehr Kapitel oder zumindest noch eines gewünscht.

Liv war ein total frischer Charakter, der nicht auf allen Ebenen perfekt war und dadurch unglaublich glaubwürdig wirkte. Man merkte, dass ihr das Schreiben bzw. der Journalismus am Herzen lag und ihr Verhalten in der Redaktion konnte ich immer nachvollziehen. Was mich besonders gefreut hat, ist, dass sie mit ihrer alten Redaktion am Ende abschließen konnte und sich im Hinblick auf ihre Haltung deutlich ins Positive verändert hat.
Auch, dass die Beziehung zu Josh im Laufe der Geschichte noch einmal aufgegriffen wurde und die beiden auch nach ihrer Beziehung ein gesundes Verhältnis beibehielten vermittelte für mich adäquate Werte. Genauso war ich erleichtert, dass hier nicht das Klischee des Betrügens als Trennungsgrund bedient wurde, die beiden gingen wegen etwas weniger Toxischem auseinander.
Charaktereigenschaften, die ich an Liv besonders schätze, waren ihre Lebensfreude und die Entschlossenheit, die sie an den Tag legte.
Vor allem mochte ich aber ihre Freundschaft zu Matilda und auch zu Briony, man merkte vom ersten Moment einfach, dass die Energie zwischen den dreien stimmte.

Noah war einerseits voller Klischees und andererseits so einzigartig, was man aber besonders durch seine Kapitel merkte. Wenn das Buch nur aus Livs Perspektive geschrieben wäre, hätte ich Noah bis zum Ende wahrscheinlich nicht wirklich gemocht und ihn als 0815 Fuckboy eingestuft. Durch seine tiefgründigen Gedanken schloss ich ihn dann aber sehr in mein Herz. Sein Problem mit Alkohol und Drogen erschien mir dafür wieder sehr basic und wurde meiner Meinung nach auch zu schnell abgehandelt.
Dafür liebte ich auch bei ihm die Art, wie er mit seinen Freunden, bzw. in diesem Fall mit Anthony umging. Die Freundschaft zwischen den beiden war mal etwas ganz anderes und nicht das typische Kumpel-Verhältnis, von dem man sonst häufig liest. In dieser Geschichte erschien sie mir zwar nicht sonderlich ausbalanciert, da Anthony sehr viel gab und Noah wenig zurückgab, aber ich kann mir vorstellen, dass sich das in Band zwei ändert.

Als letztes muss ich unbedingt auf die Nebencharaktere eingehen, denn die liebte ich abgöttisch und auf jeden Fall noch viel mehr als die Protagonisten. Matilda wirkt wie eine richtige Bad-Bitch, die aber anscheinend auch etwas erlebt hat, was sie zu jemandem Gefühlskalten im Hinblick auf Männer gemacht hat.
Anthony versprüht so viele Künstler-Vibes und scheint Millionen Masken zu besitzen, dieser Typ ist mir immer noch ein Rätsel und hat gleichzeitig etwas wirklich Anziehendes und Faszinierendes an sich.
Briony wirkte in diesem Band ein wenig schwach, sie wurde einfach am wenigsten behandelt, dennoch mochte ich auch sie und der Aspekt des Schauspielerns wurde bei ihrer Rolle total gefühlvoll aufgegriffen.

Insgesamt war das Buch eine ruhige Friends-to-lovers Geschichte, die nicht die krassesten Twists, dafür aber unglaublich facettenreiche Charaktere und ein tolles Setting hatte!


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2021

Geschichte mit viel Potential, leider eine Enttäuschung bei der Umsetzung

Lea und das Labyrinth der Zeit
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In dem Buch geht es um die Jugendliche Lea, die ihre Sommerferien auf dem Bauernhof ihrer Großeltern verbringt. Dort trifft sie nicht nur Menschen, die merkwürdige Mythen verfolgen, sie trifft auch einen ...

In dem Buch geht es um die Jugendliche Lea, die ihre Sommerferien auf dem Bauernhof ihrer Großeltern verbringt. Dort trifft sie nicht nur Menschen, die merkwürdige Mythen verfolgen, sie trifft auch einen Zeitreisenden. Dieser hat zudem noch eine Warnung für Lea, denn eine dunkle Macht stellt eine Gefahr für die ganze Menschheit dar…

Ich entspreche wahrscheinlich nicht ganz der Zielgruppe des Buches, die Protagonistin ist zwei Jahre jünger als ich, nur erhoffte ich mir durch das Alter von dem Protagonisten einen Ausgleich.
Leider muss ich aber sagen, dass das Buch mich auf dieser Ebene definitiv enttäuscht hat, für mich persönlich verhielten sich die Charaktere einfach zu kindisch, sodass ich mich kaum mit ihnen identifizieren konnte.
Dennoch gefiel mir der Schreibstil, er ermöglichte mir einen leichten Einstieg in die Geschichte. Auch die Kapitellänge war genau richtig, es gab deshalb im gesamten Buch keine unnötigen Längen und man geriet in einen flüssigen Lesefluss.

Das Thema Zeitreisen war sehr gut umgesetzt und obwohl es mittlerweile doch schon einige Bücher zu dem Thema gibt, war diese Idee mir vollkommen neu und konnte mich begeistern. An manchen Stellen hätte ich sogar gerne noch mehr Informationen gehabt, mir fehlte es dann an Tiefe, jedoch liegt das wahrscheinlich daran, dass ich, wie schon erwähnt, nicht ganz der Zielgruppe entspreche. Die meisten Handlungen waren eben eher oberflächlich und Szenen wurden schnell abgehandelt, dass mir dies nicht gefallen hat, ist meinem persönlichen Geschmack zuschulden.
Außerdem konnte mich das Buch eigentlich an keiner Stelle überraschen, das meiste war vorhersehbar.

Die Protagonistin Lea empfand ich als sehr kindisch und irgendwie gelang es mir auch gegen Ende nicht wirklich ihren Charakter zu durchschauen. Erst wirkte sie rücksichtlos und undankbar, dementsprechend verhielt sie sich auch eher unsympathisch, danach spürte man dafür eine gewisse Reife und sie handelte plötzlich erwachsen, was ich kaum nachvollziehen konnte. Nichtsdestotrotz war sie tief im Herzen ein Mensch mit guten Intentionen, das merkte man.

Moritz gefiel mir an sich als Charakter, jedoch hätte ich ihn kaum als Protagonisten identifiziert… Es gab andere Charaktere, die mehr zum Geschehen beitrugen als er, dazu kommt, dass Moritz erst relativ spät in der Geschichte auftauchte.
Dennoch wirkte er authentisch, nur konnte ich auch zu ihm keine emotionale Bindung aufbauen, er war mir ein wenig zu nüchtern und viele seiner Denkweisen waren zu abstrakt, sodass ich sie nicht nachvollziehen konnte.

Das Ende des Buches war gelungen, aber ich hätte mir ebenfalls eine tiefere Behandlung gewünscht. Zudem gab es noch einige offene Fragen, von denen man erwartete, dass sie sich klärten, dann war die Geschichte abrupt zu Ende.

Insgesamt für mich trotz des angenehmen Schreibstils und der ausgeklügelten Storyline eher eine Enttäuschung, für Leser/innen, die gerne leichte Jugendbücher mit jüngeren Protagonisten lesen hingegen vielleicht eine Empfehlung. Meiner Meinung nach hatte das Buch auch durchaus Potential, nur entsprach die Umsetzung nicht ganz meinen Vorstellungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2021

Eine klare Leseempfehlung

Everything I Ever Needed
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In „Everything I ever needed“ geht es um Dexter und Ava, die zusammen an der Preston University studieren. Jeder der beiden hat sein eigenes Päckchen zu tragen, Ava lebt mit einem neuen Herz und Dexter ...

In „Everything I ever needed“ geht es um Dexter und Ava, die zusammen an der Preston University studieren. Jeder der beiden hat sein eigenes Päckchen zu tragen, Ava lebt mit einem neuen Herz und Dexter kämpft mit Dämonen aus seiner Vergangenheit. Dennoch fühlen sich die beiden zueinander angezogen, doch etwas steht ihrer Liebe im Weg…

Der Schreibstil von Kim Nina Ocker ist sehr angenehm zu lesen, ich mochte sowohl die lebendigen Dialoge als auch die tiefgründigen Gedanken der Protagonisten. Mir hat auch gefallen, dass die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wurde, denn es spoilerte den Plot nicht, der Twist hatte nämlich weniger mit den Gefühlen der Protagonisten zu tun und mehr mit einem anderen Element, das den Leser bis zum Ende auf die Folter spannte.
Zudem übte das Buch einen unglaublich krassen Suchtfaktor auf mich aus, da die Kapitel immer mit kleinen Cliffhangern endeten und ich deshalb nicht anders konnte als weiterzulesen und ein Kapitel nach dem anderen zu verschlingen.


Die angesprochenen Themen berührten mich und vor allem das Thema Organspende hat die Autorin unfassbar gut umgesetzt. Es war ein wichtiger Teil der Geschichte, aber wirkte trotzdem an keiner Stelle künstlich bzw. gewollt und verlieh der Storyline auch keine zu kitschige Note, was mir sonst oft bei Liebesgeschichten auffällt, in denen Organspenden eine Rolle spielen.
Bei einem Punkt wurde ich leider enttäuscht, ich hatte mir abgesehen von dem Thema Organspende noch Fokus auf Dexters Alkohol- und Drogenproblem gewünscht. Dieses war nämlich schon ein wesentlicher Bestandteil des ersten Bandes, weshalb ich dachte, dass es im zweiten bestimmt ausführlich behandelt werden würde. Wahrscheinlich hatte ich aber durch den ersten Band die falschen Erwartungen, denn es wurde ja schon angesprochen, nur nicht so tiefgehend, wie ich mir erhofft hatte.

Ava als Protagonistin war durchaus vielschichtig, jedoch kommt es mir im Nachhinein so vor, als wenn der/die Leser/in sie nie wirklich kennengelernt hat. Man kannte ihre Grundcharakterzüge, aber wenig ihrer tiefergehenden Gedanken. Im ersten Drittel beschränkten sich ihre Gedanken dazu nur auf ihre Sorgen und Zweifel gegenüber Nathan. Die Art und Weise, wie Nathan in das Buch eingebaut wurde gefiel mir leider gar nicht. Am Anfang führte Ava eine absolut toxische Beziehung mit ihm, die mit einem Betrug von beiden Seiten endete. Dieser wurde für mich auch etwas zu harmlos dargestellt, zumindest was Avas angeht, denn auch wenn sie Dexter nur geküsst hat, war es trotzdem nicht in Ordnung und ich hätte mir mehr Deutlichkeit bezüglich des Themas gewünscht. Jedenfalls war ich erleichtert, als es endlich zur Trennung von Ava und Nathan kam, danach verschwand Nathan aber komplett von der Bildfläche, was ich irgendwie als unauthentisch empfand. Die beiden hätten sich wenigstens noch am Campus über den Weg laufen können, eine Aussprache am Ende wäre natürlich auch schön gewesen, jedoch hätte mir Nathans Auftauchen in einigen Szenen im Hintergrund schon gereicht.
Doch zurück zu Ava, sie war eine sehr herzensgute und entschlossene Person, mir gefiel ihr Selbstbewusstsein, das immer mehr zunahm. Dadurch, dass der Fokus mehr auf Dexters Gefühlwelt lag, verlor ich den Anschluss zu Avas Gedanken ein wenig und muss nach wie vor sagen, dass ich nie tiefgehende Gedanken von ihr gelesen habe. Dennoch war sie mir nicht unsympathisch, ich hätte sie nur gerne näher kennengelernt.

Dexter war kompliziert. Und dabei meine ich in erster Linie nicht seinen Charakter, sondern seine Beziehung zu mir. Es kam einer Hass-Liebe schon ziemlich nahe, wobei die Liebe definitiv gewann. Ich liebte es, dass er ungefiltert sprach und genauso dachte, ich liebte aber auch seine schmutzigen und frechen Sprüche, dafür hasste ich sein besitzergreifendes Verhalten, wobei es auch schon süß war. Vor allem im letzten Drittel konnte er mich dafür vollkommen überzeugen, denn seine Gedanken berührten mich. Die Art, wie er dachte, dieses leicht selbstzerstörerische Gedankengut in Kombination mit Trauer, Wut, Zweifel und Angst sorgte dafür, dass ich ihn einfach in den Arm nehmen wollte. Dexter öffnete sich im Laufe der Geschichte immer mehr, nicht nur Ava und seinen Freunden gegenüber, auch den Lesern und das fand ich unglaublich schön, denn man konnte seine Entwicklung mitverfolgen.

Die Protagonisten kamen erst relativ spät im Buch zusammen, was mich aber nicht störte, denn alles andere hätte sich nicht richtig angefühlt. Das hin und her konnte ich gut nachvollziehen, vor allem weil sich dieselben Situationen nicht immer wiederholten, sondern da immer neue Probleme auftraten. Das Ende könnte man als schnell abgehandelt oder kitschig sehen, mich hat es aber einfach nur emotional abgeholt. Bei den letzten Seiten konnte ich komplett abschalten und habe gemerkt, wie ich diese Geschichte vermissen werde. Die Szene am Friedhof hat mir förmlich die Kehle zugeschnürt, ich kann selber nicht in Worte fassen warum genau. Die Atmosphäre hat bei mir einfach viele Gefühle hervorgerufen.

Generell lebte das Buch meiner Meinung nach von Gefühlen. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass die Gefühle eher durch atmosphärische Beschreibungen und Gedanken der Protagonisten hervorgerufen wurden, denn die Gespräche waren meistens oberflächlich. Natürlich gab es auch tiefgründige Szenen zwischen den Protagonisten, jedoch dachten sie viel umfassender, als sie sprachen.

Insgesamt war die Geschichte eindrucksvoll und lebendig, doch vor allem sehr authentisch. Die Charaktere, sowohl die Protagonisten, als auch die Nebencharaktere, konnten mich mit ihrer Vielschichtigkeit für sich gewinnen und der Plot war in jeder Hinsicht überzeugen. Nur anfangs hatte ich einen etwas holprigen Start und noch Schwierigkeiten mit den Protagonisten, ansonsten überzeugte mich das Buch und ist eine klare Leseempfehlung.


  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl