Platzhalter für Profilbild

Hannicake

Lesejury Star
offline

Hannicake ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hannicake über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2021

Spannung und ein sehr fesselnder Schreibstil

ONE OF US IS LYING
0

Wie fühlt es sich an, unschuldig als Mörder angeklagt zu werden und in der Aufmerksamkeit der Presse zu stehen, sodass man die eigenen Zukunftspläne vergessen kann? Diese Erfahrung machen Bronwyn (das ...

Wie fühlt es sich an, unschuldig als Mörder angeklagt zu werden und in der Aufmerksamkeit der Presse zu stehen, sodass man die eigenen Zukunftspläne vergessen kann? Diese Erfahrung machen Bronwyn (das Genie, das so gut wie auf dem Weg nach Yale ist), Addy (die Schönheit mit dem scheinbar perfekten Freund), Cooper (Baseballstar mit sehr viel Talent) und Nathan (auf Bewährung stehender wegen Drogenhandel verurteilter Ex-Häftling), die für den Tod des Schülers Simon, der eine Gossip-App betreibt, die gut gehütete und ungeliebte Wahrheiten ans Licht bringt (Pretty Little Liar- und Gossip Girl-Vibes sind garantiert), angeklagt werden. Sie sind die einzigen, die während einer Nachsitzenstunde mit Simon im Raum waren und so in den unmittelbaren Tatverdacht fallen. Doch sind sie wirklich unschuldig, wie sie beteuern oder lügt einer von ihnen?

Dadurch, dass das Buch aus der Sicht der Vier in der Ich-Perspektive geschrieben ist, baut man als Leser eine Bindung zu ihnen auf und fängt an, sie immer mehr zu mögen, zumal wir sie bei ihrer persönlichen Entwicklung ein Stück weit begleiten dürfen und sie gut kennenlernen können, bis es soweit geht, dass man nicht mehr möchte, dass einer von ihnen etwas mit dem Tod von Simon zu tun hat. Die Autorin spielt mit uns Lesern - man hofft bis zum Ende, dass sie es nicht gewesen sind, auch wenn sich mit der Zeit herausstellt, dass jeder von ihnen ein Motiv dafür hätte.

Die Charaktere wirken von Beginn an keineswegs blass, was vor allem daran liegt, dass sie uns Lesern sofort zeigen, dass sie, egal wie unterschiedlich sie auch sein mögen, alle mit eigenen Problemen zu kämpfen haben - sei es der Leistungsdruck durch die Eltern, Suchtprobleme im familiären Umfeld oder anderweitige Schwierigkeiten.

Der Schreibstil ist locker, humorvoll und fesselnd und sorgt dafür, dass sich das Buch sehr flüssig lesen lässt. Auch das Original, d.h. auf Englisch ist es gut verständlich geschrieben. Bei jedem Perspektivwechsel ist das Datum und die Uhrzeit, an dem die Handlung spielt, angegeben, sodass wir den Geschehnissen gut folgen können und manchmal das Gefühl haben, die Handlung wie eine Akte gegliedert zu lesen.

Die Auflösung ist noch einmal spannend und überraschend. Auch, wenn man vorher schon eine in die Richtung gehende Theorie hatte, so verwirft man diese durch neue Erkenntnisse immer wieder, bis man zwischenzeitlich gar nicht mehr weiß, wer es gewesen sein könnte und wem man glauben soll. Es ist ein verstrickter Fall, der im Nachhinein betrachtet jedoch auch selber anhand verschiedener Hinweise hätte gelöst werden können - Spannung und die Möglichkeit zum dauerhaften Miträseln sind hier garantiert.

Das ganze Buch beinhaltet viel Spannung, schon von Beginn an, sodass beim Lesen keine Langeweile aufkommt. Zugleich ist die Atmosphäre nicht zu düster, sodass man das Buch gut lesen kann, wenn man einen Einstieg in das Genre Thriller wagen möchte.

Das Buch hat alles, was ich mir von einem guten Buch wünsche - Spannung, Humor, sich weiterentwickelnde sympathische Charaktere, ernste Themen und unerwartete Plottwists, weshalb ich es nur empfehlen kann!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2021

Umwerfende Liebesgeschichte mit ernsten Themen und emotionsgeladener Ausgestaltung

Broken
0

Der Ex-Häftling und Student Luce Snow benötigt Nachhilfe, um den Inhalt des letzten Semesters, in dem er im Gefängnis saß, aufzuarbeiten. Die Studentin Kat soll ihm dabei helfen. Doch wie geht sie damit ...

Der Ex-Häftling und Student Luce Snow benötigt Nachhilfe, um den Inhalt des letzten Semesters, in dem er im Gefängnis saß, aufzuarbeiten. Die Studentin Kat soll ihm dabei helfen. Doch wie geht sie damit am besten um? Am liebsten möchte sie es so schnell wie möglich hinter sich bringen. Doch sie hat nicht mit seinen grauen Augen und seinem attraktiven Auftreten sowie den gelegentlichen Blicken, die er sie hinter seiner Fassade gewährt, gerechnet. Ihr Vorsatz, nichts näher mit ihm zu tun zu haben und die Nachhilfe schnell hinter sich zu bringen, misslingt. Doch was nun? Kann sie sich auf ihn einlassen oder steht zu viel (Unausgesprochenes) zwischen ihnen oder wurden sie zu sehr durch weniger erfreuliche Erlebnisse geprägt?

Der Einstieg fällt durch die Erzählform sowie durch die gewählte Anfangsszene sehr leicht. Man ist sofort in der Geschichte drin, spürt die lockere Campusatmosphäre und ich hatte schon nach wenigen Seiten das Gefühl, die Charaktere länger zu kennen und bereits eine Verbindung zu ihnen zu haben, sodass ich fast von Beginn an die Geschichte genießen und mit den Charakteren mitleiden und mitfühlen konnte.

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Erzählform aus der Perspektive von Kat und Luce, wobei der Großteil aus der Perspektive von Kat erzählt wird. Die wenigen Kapitel aus Luce´s Sicht sind dadurch etwas besonderes und geben uns pointierte, exklusive Einblicke hinter seine Fassade. Schon auf diesen wenigen Seiten wird deutlich, dass es ihm sehr viel schlechter geht, als er seiner Außenwelt glaubhaft macht. Nach außen hin führt er sich auf wie ein gefühlloser ignoranter Mann, aber wir Leser können hinter seiner zum Selbstschutz errichteten Mauer sehen und erkennen, dass er sehr viel erlebt hat und erfahren musste, was ihn nicht gerade auf positive Art und Weise geprägt hat. Doch dadurch, dass es nur wenige Kapitel aus seiner Perspektive sind, bleiben viele Fragen zurück und wir bekommen erst nach und nach ein erstes Bild von ihm, das sich puzzleartig zusammensetzt.
Auch Kat hat Verluste in ihrem Leben erfahren, was man zunächst vielleicht gar nicht denken mag, da sie im großen und ganzen eher eine positive Seite ausstrahlt und schlagfertig wirkt. Doch Beschreibungen von Momenten, in denen sie sich nicht gut fühlt, sind vorhanden und machen sie authentisch.

Schön finde ich, dass man beim Lesen nicht das Gefühl hatte, dass die beiden etwas überstürzen oder sofort eine Verbindung zueinander hatten, sondern dass die Gefühle, in welche Richtung diese auch gehen mögen, sich langsam und somit authentisch entwickelt haben.

Darüber hinaus gibt es wunderbare Nebencharaktere wie Kat´s Mitbewohnerin Emma, die einen mit ihrer guten Laune ansteckt und eine sehr gute Freundin ist, die Kat immer zur Seite steht. Aber auch Danny, Luce bester Freund, lässt das Herz von uns Leser schneller schlagen. Er wirkt von seinem ersten Auftreten an sympathisch und steht hinter seinem Freund, unabhängig davon, wie er sich gerade verhält.

Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und fesselt uns Leser nur so an die Seiten. Zahlreiche Dialoge und abgedruckte Chatnachrichten lockern ihn noch einmal auf. Er transportiert die Emotionen und die Atmosphäre gut und lässt uns fühlen, als ob wir direkt beim Geschehen dabei wären.
Zu beachten ist jedoch, dass auch explizite Szenen erzählt werden bzw. ein expliziter Schreibstil gewählt wurde – dieses Buch ist deshalb wahrscheinlich nur etwas für euch, wenn ihr mit solchen Szenen umgehen könnt und diese euch nicht stören, auch wenn diese zum Teil in verschiedenen Szenen hintereinander auftauchen.

Es werden ernste Themen angesprochen, mit deren Vorkommen ich nicht unbedingt gerechnet habe. Diese werden nicht lediglich nebenbei abgehandelt, sondern bekommen den Raum, den sie verdienen, das heißt auf diese wird in der jeweiligen Situation gut eingegangen. Das macht die Geschichte vielschichtiger und vermittelt dadurch einige wichtige Messages und bringt die Charaktere durch diese ernsten Erlebnisse auch näher zueinander.

Schön finde ich, dass es nicht im Fokus steht, dass Luce im Gefängnis saß und ein gefährlicher Straftäter sein könnte, sondern vielmehr, wie es dazu gekommen ist und was die Zeit dort mit ihm gemacht hat. Das vermittelt nicht den Eindruck, dass alle Ex-Häftlinge gefährlich oder böse sein könnten, sondern zeigt, dass diese auch nur Menschen sind und man sie nicht pauschal betrachten und in Schubladen einordnen darf.

Diese Geschichte lässt sich theoretisch als alleinstehendes Buch lesen, jedoch endet es mit einem Cliffhanger, der Neugier auf den abschließenden Band der Dilogie und die weiteren Entwicklungen macht. Zudem konnte ich hier schon mit den Protagonisten mitfühlen und hatte viele schöne Momente gemeinsam mit Kat und Luce sowie mit den anderen Charakteren, sodass ich mich freue, diese wiederzusehen und hoffe, dass sie ihren Schwierigkeiten und Dämonen aus der Vergangenheit trotzen können, egal was noch passieren mag. Darüber hinaus erhoffe ich mir beim nächsten Band, dass es mich auch wieder auf immer neue Art und Weise berührt und so viele Emotionen in mir auslöst.

Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen – es war sehr emotional mit authentischen und liebevollen Charakteren sowie mit einem guten Handlungsverlauf, erzählt mit einem fesselnden Schreibstil. Ich kann es euch nur empfehlen, denn es ist aus vielen Gründen so schön!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Emotionales, spannendes und sehr atmosphärisches Buch, das noch besser ist als Band 1

Matching Night, Band 2: Liebst du den Verräter?
0

"Glück ist... das ehrliche Lächeln deines Gegenüber" - doch wessen Lächeln ist ehrlich, das heißt wem kann Cara wirklich vertrauen?

Der Einstieg gelingt super, denn das Geschehen fängt in der Szene an, ...

"Glück ist... das ehrliche Lächeln deines Gegenüber" - doch wessen Lächeln ist ehrlich, das heißt wem kann Cara wirklich vertrauen?

Der Einstieg gelingt super, denn das Geschehen fängt in der Szene an, wo Band 1 geendet hat. Man ist sofort wieder in der Szene drin und kann die Atmosphäre fühlen.
Zwischendurch werden immer wieder Stichworte bzw. Erinnerungen an Geschehnisse aus Band 1 eingeworfen, die dafür sorgen, dass man wieder in die Situation der Anwärterphase hineinversetzt wird und über gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen von Cara lächeln kann.

Auch sonst ist der grundlegende Aufbau gleich. Die Kapitel sind mit Datum versehen, was uns Lesern einen guten zeitlichen Überblick verschafft, der Schreibstil ist immer noch gut zu lesen und durch die gewählte Ich-Perspektive kann man sich als Leser gut in Cara hineinversetzen und ihre Gedanken bzw. Gefühle nachvollziehen. Sie wirkt authentisch und zugleich im großen und ganzen sehr sympathisch. Auch, wenn sie dem ein oder anderen im Auftaktband vielleicht ein bisschen naiv vorgenommen ist, so war hier nichts mehr davon zu spüren.

Das Buch ist wieder sehr atmosphärisch. Es gibt weitere Bälle und Spiele, was ein bisschen an die Anwärterphase erinnert und zugleich dieses Flair und diese geheimnisvolle Atmosphäre auf den Leser überträgt.

Wir können uns hier wieder auf viele Emotionen freuen und auch die Liebesgeschichte entwickelt sich weiter, sowie damit einhergehend das Gefühlschaos. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz, denn die Frage, was mit Beverly passiert ist, steht immer noch ungelöst im Raum und wird für uns Leser erst Stück für Stück gelüftet. Es erwartet uns wieder eine gute Balance zwischen Emotionen und Handlung.

Auch, wenn man denkt, man hat den Überblick und weiß, was Beverly passiert ist, wird man bis zum Ende immer wieder in eine andere Richtung gelenkt, denn es kommen immer wieder neue Details ans Licht, die die vorherigen Theorien widerlegen. Dies baut Spannung auf und sorgt dafür, dass man als Leser das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man immer weiterlesen möchte, um zu erfahren, was wirklich passiert ist und wer tatsächlich alles involviert war.

Dieses Buch ist ein sehr zu empfehlender 2. Band, der nicht ohne Vorkenntnisse aus Band 1 gelesen werden kann. Mir hat dieser Band noch etwas besser gefallen als der Auftakt, da man hier schon mehr Antworten erhalten hat, die Spannung aber trotzdem bis zum Schluss nicht abgeflacht ist, Band 2 legt also noch etwas auf Band 1 drauf und es ist schade, dass wir Whitefield nun verlassen müssen, denn Stefanie Hasse hat es geschafft, dass ich mich beim Lesen gefühlt habe, als wäre ich direkt dabei und und würde all das Beschriebene hautnah erleben, wodurch sehr viel Nähe zu den Charakteren aufgebaut worden ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Wichtige Themen gut umgesetzt - emotionale Geschichte mit viel Tiefe

Veilchensturm
0

Egal, wie gebrochen man ist, man ist es immer wert, geliebt zu werden.

Stargeiger Maddox Madness ist zurück. Mit der Absicht, die Welt ein bisschen besser zu machen und Kindern die Chance zu geben, die ...

Egal, wie gebrochen man ist, man ist es immer wert, geliebt zu werden.

Stargeiger Maddox Madness ist zurück. Mit der Absicht, die Welt ein bisschen besser zu machen und Kindern die Chance zu geben, die sie verdienen, kauft er ein Sommercamp, das er zusammen mit seinen zumeist ebenfalls berühmten Freunden herrichtet, sodass Kinder aus "Problemfamilien" dort einen unvergesslichen, aufregenden und abenteuerlustigen Sommer erleben können. Von den Mitarbeitern sticht eine jedoch aus der Reihe - Violet, die er vor einiger Zeit durch ihre Schwester kennengelernt hat und die nun unentwegt in seinen Gedanken schwirrt. Geht es ihr genauso? Wird dieser Sommer für die beiden vielleicht viel unvergesslicher als für die Kinder? Und was ist, wenn Maddox von seiner zum Teil schwierigen Vergangenheit überrollt wird - wer steht ihm dann zur Seite?
Tauche ein in die emotionale Geschichte von Violet und Maddox und finde die Antworten auf diese Fragen selber heraus.

Zu Beginn eines jeden Kapitels sind Schlagzeilen abgedruckt, die uns Lesern immer wieder vor Augen führen, aus welcher Gesellschaftsschicht die Charaktere kommen bzw. in welchen Kreisen wir uns bewegen, wenn wir das Buch lesen. Zudem verdeutlichen sie, dass der Ruhm und die damit verbundene Bekanntheit auch seine Schattenseiten hat und die Menschen, die sich eh schon in einer schwierigen mentalen Situation befinden, zerstören kann.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Violet und Maddox. Dadurch bekommen wir Leser die Möglichkeit, nicht nur das in den Protagonisten zu sehen, was sie einen wissen lassen möchten, sondern auch darüber hinaus zu erfahren, was sie wirklich beschäftigt und wie abweichend teilweise ihre innere Gefühlswelt von der Wahrnehmung durch Außenstehende ist.
Schnell wird deutlich, dass Violet und Maddox eine Vergangenheit haben, die sie nicht nur auf positive Weise geprägt hat und keine fehlerfreien und immer glücklichen Menschen sind – wer ist das schon. Sie haben beide eigene, ganz unterschiedliche Probleme und Dämonen ihrer Vergangenheit, mit denen sie zurecht kommen müssen, aber das hält sie nicht davon ab, sich besser kennen zu lernen und die Hoffnung zu haben, sich gegenseitig stützen zu können.

Maddox lässt uns nicht nur an seinen gegenwärtigen Gefühlen, sondern auch an seiner Vergangenheit teilhaben. So können wir ihn besser verstehen bzw. nachvollziehen, warum er so gebrochen und sein wahrer Charakter anders ist, als er es mit Maddox Madness allen Menschen glaubhaft machen möchte. Wir erhalten hier also nicht nur Einblicke in sein Leben als Stargeiger Maddox Madness, sondern vor allem auch in das von Maddox Reynolds - seinem wahren Ich, das er nur wenigen zeigt und bei dem er sich nicht zu verstellen braucht. Immer wieder zeigt er sich uns von dieser wahren, verletzlichen Seite und beweist, was für ein liebevoller und herzensguter Mensch er ist, was unter anderem durch die friedliche Atmosphäre, die er für die Kinder den Sommer über geschaffen hat, verdeutlicht wird. Durch seine Ehrlichkeit und das nicht Schönreden von ernsten Aspekten, traumatischen Erfahrungen und dem nicht lobenswerten Verhalten mancher Personen wirkt er sehr authentisch, sodass es mir als Leserin gelungen ist, eine gute Bindung zu ihm aufzubauen.

Violet ist ebenfalls eine sympathische Protagonistin, die sich für andere aufopfern würde, wenn es notwendig wäre. Auch, wenn ihr Kennenlernen mit Maddox, wie ihr schnell lesen werdet, nicht gerade das beste war, so lernt sie doch schnell, trotz ihrer anfänglicher Unsicherheit und ihrer Scham seine Nähe zu genießen und locker sowie auf humorvolle Art mit ihm umzugehen. Leichter gesagt als getan, wie sie herausfindet, denn das Knistern zwischen ihnen kann sie nicht lange ignorieren.

Es werden viele ernste Themen angesprochen und intensiv aufgearbeitet - wenn ihr euch unsicher seid, ob ihr damit umgehen könnt, schaut euch am besten die Triggerwarnung an. Diese Themen werden umfassend und ernst sowie sensibel behandelt, sodass zum Einen das Ausmaß, die diese Themen auf die Protagonisten haben können, deutlich wird, zum Anderen aber auch mögliche Lösungewege aufgezeigt werden. Eine zentrale Message in diesem Buch ist, dass es nie zu spät ist, um glücklich zu werden und es immer Menschen gibt, die einem zur Seite stehen und sich nicht abwenden, nur weil man gerade vielleicht durch die Dunkelheit wandert anstatt im Licht zu gehen. Zudem zeigt uns insbesondere Violet, dass es nie zu spät, seine eigenen Träume zu finden und zu verwirklichen. Diese und weitere Gedankengänge und Erkenntnisse lassen sich schön zwischen den Zeilen rauslesen, verleihen der Geschichte Tiefe und vermitteln uns Lesern immer wieder Hoffnung und Zuversicht.

Ihr könnt euch auf ein hoffnungsvolles und schönes Ende freuen, das jedoch nicht alles verklärt, sondern aufzeigt, dass es auch weniger schöne Dinge und Erfahrungen gibt, die man trotz liebevoller Menschen an seiner Seite nicht vollkommen ablegen, sondern nur lernen kann, auf gute und gesunde Weise mit ihnen umzugehen.

Es ist von Vorteil, zumindest Band 3 der Reihe gelesen zu haben, in dem Maddox das erste Mal vorkommt, damit man bestimmte Anspielungen versteht und das Buch noch mehr bzw. umfassender genießen kann, aber es ist keine Voraussetzung, um den Inhalt hier zu verstehen. Das liegt vor allem daran, dass in diesem Band die Protagonisten aus den vorhergehenden Bänden keine große Rolle spielen, anders in anderen Teilen der Buchreihe.

Nach Maddox' und Violets grandioser Geschichte finde ich es sehr traurig, dass die how to be happy Reihe schon ihren fulminanten Abschluss gefunden hat, aber die Zeit, die wir bis hierhin mit all den tollen Protagonisten verbringen durften, war großartig und lohnt sich.

Insgesamt ist diese Buch sehr berührend, wahnsinnig emotional, mit ernsten Themen, die gut in die Handlung eingebaut worden sind und bei denen nicht alles beschönigt, sondern auch mal den Ernst der Lage verdeutlicht bzw. die Schattenseiten aufgezeigt worden sind. Ich kann es euch auf jeden Fall nur empfehlen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2021

Tolle Protagonisten, die herzzerreißende Erlebnisse verarbeiten müssen

Durch die kälteste Nacht
1

„Wenn jemand dir das Gefühl gibt, schwach zu sein, tu etwas, das dir das Gefühl gibt, stark zu sein.“

Kennedy zieht nach persönlichen Schicksalsschlägen in die Kleinstadt Havenbarrow. Dort trifft sie ...

„Wenn jemand dir das Gefühl gibt, schwach zu sein, tu etwas, das dir das Gefühl gibt, stark zu sein.“

Kennedy zieht nach persönlichen Schicksalsschlägen in die Kleinstadt Havenbarrow. Dort trifft sie auf Jax, der den Ruf des Bad Boys der Stadt, aber auch verschiedene Lasten zu tragen hat. Beide scheinen kein einfaches Leben zu führen, sondern schon zu viel erlebt zu haben und zu oft verletzt worden zu sein. Irgendwie scheinen Kennedy und Jax sich zu kennen. Doch woher und können sich die beiden gegenseitig stützen und füreinander da sein?

Die Geschichte über Kennedy und Jax geht nicht nur stumpf vorüber, sondern nimmt einen emotional gefangen und zieht uns Leser in seinen Bann. Sie berührt sehr und ist manchmal so authentisch und intensiv, dass ich das Buch kurz zur Seite legen musste, um einmal durchzuatmen. Es sind so gut wie alle Gefühle vertreten, denn durch ernste Themen und Ängste ist es an vielen Stellen traurig und man möchte die beiden Protagonisten einfach nur in den Arm nehmen. Durch den Handlungsort in der Kleinstadt gibt es viele neugierige Nachbarn, die eine Grenze überschreiten und auf die man zwischenzeitlich echt wütend ist, aber durch viele humorvolle Szenen wird die Stimmung wieder aufgelockert, das Gefühl der Schwermut wird geringer und manchmal kann man als Leser gar nicht anders als anfangen loszulachen.

Wieder ist es ein schöner, fast schon poetischer Schreibstil, der sehr viele Naturbeschreibungen und Metaphern aus diesem Bereich nennt und die Atmosphäre sowie das Setting gut und eindrucksvoll an uns Leser transportiert. Lediglich an ein oder zwei Stelle im Buch wurde von dem berührenden Schreibstil abgewichen und passte nicht, aber darüber kann ich gut hinwegsehen, da er ansonsten wundervoll war.
Es gibt immer wieder Perspektivwechsel, sodass wir die Geschehnisse sowohl aus der Sicht von Kennedy als auch von Jax erleben können und gute Einblicke in deren Gedanken und Gefühlswelt erhalten. Das bringt uns Lesern die beiden näher und wir können beinahe hautnah miterleben, was sie prägt und beschäftigt.

Der Fokus liegt hier weniger auf der Handlung, sondern mehr auf den Gefühlen und den Entwicklungen der Protagonisten. Lediglich am Ende gibt es einen großen Plottwist, den ich während des Lesens nie erwartet hätte. Er kommt zwar überraschend, aber ist keineswegs unglaubwürdig, sondern passt gut in die Geschichte hinein. Seid also gespannt auf diese Wendung und nehmt davor die Emotionen der Protagonisten in euch auf bzw. begleitet diese.

Es gibt viele schön ausgestaltete liebevolle Nebencharaktere unterschiedlichen Alters, die Kennedy und Jax begleiten und ihnen durch schwere Zeiten helfen. Einige von ihnen sorgen für humorvolle Szenen und lockern die Stimmung auf, andere Sorgen für Wut, Ärger, Trauer und Verzweiflung bzw. für eine negative Grundstimmung.
Das heißt, es gibt natürlich auch unsympathische Nebencharaktere, die man am liebsten schütteln und zu einem besseren Verhalten besinnen würde, aber genau dies ist in meinem Augen das Schöne, dass man so sehr in der Geschichte drin ist, dass man in sie eingreifen möchte, um die Protagonisten, die einem im Laufe des Buches ans Herz wachsen, zu schützen.
Von manchen hätte ich mir gewünscht, dass sie noch eine größere Rolle für den Handlungsverlauf oder allgemein für die Protagonisten gespielt hätten und nicht nur ab und zu aufgetaucht wären, wenn es sich gerade passte. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt der berührenden Geschichte.

Besonders schön finde ich, dass wir zwischendurch immer wieder zurück in die Kindheit von Kennedy und Jax reisen und die beiden so von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Wir können sehen, wie die Zeit und die Personen, mit denen sie Umgang hatten, die beiden verändert haben und woher sie sich kannten bzw. in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Wir können die beiden auch bei ihrer Entwicklung in der Gegenwart begleiten und sehen, ob sie sich gegenseitig stützen können. In ungefähr der ersten Hälfte der Geschichte steht Kennedy im Fokus, während wir in der zweiten Hälfte eher sehen, was Jax alles erleiden musste und ob er es schafft, sich von seiner Vergangenheit zu lösen bzw. nach vorne zu schauen.

Das Buch beinhaltet ernste und wichtige Themen wie beispielsweise Trauer, Schuldgefühle und toxische Beziehungen, um ein paar zu nennen ohne zu spoilern. Diese wurden gut und glaubwürdig umgesetzt und manchmal waren sie so präsent und intensiv, dass ich das Buch kurz zur Seite legen und mich erst wieder sammeln musste. Aber Brittainy C. Cherry schafft einen guten Ausgleich zwischen den intensiven Gefühlen bzw. ernsten Themen und humorvollen, herzergreifenden Szenen, sodass eine gute Balance herrscht.

Diese Geschichte zeigt schön, dass die Vergangenheit immer ein Teil von einem bleibt. Die schönen Momente vergisst man nicht und trägt sie in seinem Herzen und aus den nicht so schönen lernt man. Und manchmal kann man einen Teil der schönen Vergangenheit in die Zukunft holen. Finde heraus, inwiefern das auf Kennedy und Jax zutrifft.

Insgesamt ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung. Es ist in meinen Augen nicht Brittainy C. Cherry's bestes Werk, aber es lohnt sich definitiv, es zu lesen. Der Schreibstil ist wunderschön und es wird kein Halt vor ernsten Themen gemacht, die gut aufgearbeitet werden.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl