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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2017

cold Case

Das Buch der Spiegel
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Wer hat Joseph Wieder getötet?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn der Mord ist schon 30 Jahre her und somit ein Cold Case. Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des ...

Wer hat Joseph Wieder getötet?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn der Mord ist schon 30 Jahre her und somit ein Cold Case. Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des Richard Flynn in die Hände gerät, in der dieser schreibt, wie er Wieder kennen gelernt hat. Doch leider endet das Manuskript an der entscheidenden Stelle und Katz beginnt, Nachforschungen anzustellen. Er stößt auf eine Mauer des Schweigens. Entweder sind die Menschen schon gestorben, oder sie haben etwas zu verbergen – wie im Fall von Laura, die mit Wieder und Flynn befreundet war.
Erst als ein zum Tode Verurteilter sein Schweigen bricht, kommt Licht ins Dunkle.

Etwas anstrengend zu lesen fand ich das Ganze. War doch die Erzählweise etwas distanziert und in jedem der 3 Teile von einem anderen Ich-Erzähler berichtet. Sehr gut hat mir der Plot gefallen und die Idee hinter dem Buch. Ich mag so Cold Cases sehr gerne, auch wenn es manchmal zu viel Zufall ist, dass nach 30 Jahren auf einmal ein Zeuge auftaucht, der damals zufällig im Urlaub war oder so. Hier ist das ähnlich, aber zuvor wird der Leser sehr lange im Dunkeln gelassen und in die Irre geführt. Denn die Geschichten der Zeugen widersprechen sich ein ums andere Mal.

Fazit: Gute Story, guter Plot, dennoch etwas anstrengend beim Lesen.

Veröffentlicht am 21.01.2017

Zauberhaft

Ab morgen wird alles anders
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In 5 Kurzgeschichten erzählt Anna Gavalda die Storys von Mathilde, Jeannot, Pierre, Yann und Lulu.
Allen geht es irgendwie nicht gut und alle sind auf der Suche nach Verbesserung. Doch von allein passiert ...

In 5 Kurzgeschichten erzählt Anna Gavalda die Storys von Mathilde, Jeannot, Pierre, Yann und Lulu.
Allen geht es irgendwie nicht gut und alle sind auf der Suche nach Verbesserung. Doch von allein passiert nichts. Sie müssen an sich arbeiten.

Da ist zum Einen Jeannot, dessen Hund stirbt und diese Tatsache bringt ihn zum Grübeln. Zeit zum Reflektieren über sein Leben und das seiner Frau. Die seit dem Tod des Sohnes nur noch putzt und die dann doch ein kleiner Anstoß dazu bringt, sich ihrem Mann wieder zu nähern.

Zauberhafte Geschichten, aber nicht einfach geschrieben. Vor allem die Story mit Mathilde. Gavalda erzählt nicht nur stur nach Schema F. Sie schweift ab, kommt wieder zurück, nur um wieder in die Vergangenheit der Charakere einzutauchen. Das macht es nicht leicht, zu folgen. Ihre Geschichten sind komplex, aber zauberhaft. Am meisten Gefühl entwickelte für mich die Geschichte von Pierre und seinem Sohn Valentin. Wie Valentin einem Mitschüler die Reifen seines Rollstuhls zersticht und sein Vater reagiert – einfach nur herrlich zu lesen!

Gabaldas Figuren haben Persönlichkeit. Jede für sich. Jede wird anschaulich beschrieben und jede hat eine kleine nette Art, die sie besonders liebevoll macht. Die kürzeren Geschichten fand ich einfacher zu lesen als die zwei langen.
Die Storys im Einzelnen:

Mein Hund wird sterben
Mathilde
Meine Kraftpunkte
Yann
Minnesang

Veröffentlicht am 20.01.2017

Die Welt von morgen?

Glashaus
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Glashaus ist eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Internet sicherer zu machen. Dass sie dabei nicht ganz legal arbeiten stößt einigen Leuten auf. Und besonders einem: Godspeed. Der ...

Glashaus ist eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Internet sicherer zu machen. Dass sie dabei nicht ganz legal arbeiten stößt einigen Leuten auf. Und besonders einem: Godspeed. Der will nämlich selbst an die Macht und das Internet für seine Zwecke nutzen, weshalb er Glashaus massiv bekämpft.
Mark West, in Afghanistan verwundet, soll helfen, den Hacker dingfest zu machen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn der einem immer einen Schritt voraus ist.


Eigentlich hatte ich hier ein Science-Fiction-Szenario erwartet, bin aber angenehm überrascht worden. Denn die Handlung spielt in der Gegenwart und ist sehr brisant und aktuell. Was alles mit dem Internet machbar ist – erschreckend. Sehr gefesselt hat mich die Szenerie mit dem Stromausfall und wie schnell es dann zur Anarchie kommt. Das hätte man in meinen Augen noch mehr ausbauen können. Und dafür die Szenen mit der Kanzlerin weglassen. Die fand ich nicht wichtig für die Handlung, wenngleich ich sie mit einem Grinsen gelesen habe. Auch wenn die Frau im Buch anders heißt – ihre Reden hatten in meinen Ohren den Klang unserer Kanzlerin.

Der Autor schreibt sehr anschaulich und die Handlung hat mich durchwegs gefesselt. Auch mit den Charakteren konnte ich gut mitfühlen. Vor allem Mark West hat es mir hier angetan. Am Ende geht alles recht schnell. Hier hätte ich mir noch ein wenig mehr gewünscht. Vor allem beim Tod eines Protagonisten, der mir etwas gleichgültig abgehandelt wurde.


Veröffentlicht am 14.01.2017

Lucy ist gut, Mark ist besser

Schwarze Witwen
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Der erste Fall für Lucy Clayborne

Nach einem misslungenen ersten Einsatz bei der Kripo ist Lucy wieder im Streifendienst. Ihr Traum von einem festen Job bei der Kripo scheint geplatzt. Doch als „Jill ...

Der erste Fall für Lucy Clayborne

Nach einem misslungenen ersten Einsatz bei der Kripo ist Lucy wieder im Streifendienst. Ihr Traum von einem festen Job bei der Kripo scheint geplatzt. Doch als „Jill the Ripper“ auftaucht und als Anhalterin Männer tötet, bekommt Lucy eine zweite Chance. Die Spur führt ins Gangster- und Prostituiertenmilieu und Polizistin Lucy ermittelt undercover.

Paul Finch geht einmal andere Wege. Mit seiner neuen Ermittlerin Lucy Clayborne, die jung ist und sich unbedingt beweisen will, strebt Finch ein zweites Standbein neben seiner Mark Heckenburg Reihe, an. An und für sich fand ich auch die Handlung mit Lucy nicht schlecht, allerdings reicht sie in meinen Augen nicht an Heckenburg heran. Lucy ist tough, zielstrebig, stur und gibt nicht nach auf der Suche nach der Mörderin. Dass sie sich dabei selbst in Gefahr bringt – egal. Irgendwie bekam ich keinen richtigen Draht zu ihr. Zu unnahbar war sie beschrieben und so ein wenig Jane Bond-mäßig. Mit gebrochenem Handgelenk fährt sie ihre Ducati, telefoniert nebenbei noch auf ihrem Handy und bleibt an ihren Verfolgern dran. Nun ja. Ein wenig Übertreibung darf ja mal sein. Sehr gut gefallen hat mir jedoch Lucys Wendigkeit. Als Nutte auf der Straße oder Garderobiere im Edelpuff – immer einen flotten Spruch auf den Lippen und immer voll dabei.

Der Schreibstil von Finch war wieder überaus flüssig, trat manchmal allerdings auch etwas auf der Stelle. Auffällig war, dass jegliche Spur einer Liebesbeziehung im Buch fehlte, was mir persönlich ganz gut gefallen hat. Viele Thrillerautoren „würzen“ ihre Handlungen mit Polizisten, die sich verlieben und sorgen so öfter für eine Nebenhandlung, die die Haupthandlung überlagert. Finch hat das nicht nötig. Allerdings baut auch er einen Strang ein, den es für mich nicht gebraucht hätte und wo man schnell ahnt, was er mit seinen Andeutungen bezweckt.

Fazit: Lucy ist gut, Mark ist besser .

Veröffentlicht am 12.01.2017

Super Plot

Minus 18 Grad
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Fabian Risk bekommt es mit seinem mysteriösesten Fall zu tun:
nach einer wilden Verfolgungsjagd durch seine Kollegin stürzt der verfolgte Wagen ins Meer und der Fahrer ertrinkt. Doch bei der Obduktion ...

Fabian Risk bekommt es mit seinem mysteriösesten Fall zu tun:
nach einer wilden Verfolgungsjagd durch seine Kollegin stürzt der verfolgte Wagen ins Meer und der Fahrer ertrinkt. Doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Mann tiefgefroren war.
Risk denkt an ein Versehen des Gerichtsmediziners, doch der ist überaus glaubhaft. Als die nächste Leiche gefunden wird, kommt ein wenig Licht ins Dunkel. Doch bei dieser Leiche bleibt es nicht...

"Leichen pflasterten seinen Weg" könnte man dieses Buch unterschreiben. Ich habe jetzt nicht mitgezählt, aber es waren ganz schön viele. Und ganz schön viele Personen. So fiel mir der Einstieg ins Buch nicht gerade leicht. Zumal anfangs mit jedem Kapitel eine neue Handlung mit neuen Charakteren begann. Erst allmählich fand ich mich so im Buch zurecht.

Ahnhem entwickelt ein Szenario, das den Leser miträtseln lässt. Ferngesteuertes Auto? Doppelgänger? Man kommt nicht drauf, denn Ahnhems Vorstellungskraft ist größer als unsere. Was er hier aufbaut sucht seinesgleichen. Gleichzeitig darf der Leser mit so manchem Opfer hautnah mitleiden und zittern und am Ende überschlägt sich fast alles vor lauter Spannung.
Gleichzeitig läuft eine zweite, nicht minder spannende, Erzählung über "Happy Slapping", das willkürliche Angreifen und Filmen von Personen. Wobei das gar nicht mal so willkürlich ist.

Mir hat die Handlung mit Risks Familie dieses Mal wieder sehr gut gefallen. Der Teenager, der sich erst (wieder) finden muss und aufbegehrt und der doch nur Liebe sucht. Und das Kind, das Angst um seine Familie hat und deshalb zu einem ausgefallen Mittel greift. Wobei mir das etwas unbegreiflich blieb und es wurde auch nicht aufgelöst, wer Greta denn nun wirklich ist. Wobei ich einen Verdacht habe. Das Ende wartet wieder mit einem Cliffhanger auf: Ein alter Fall - und ein Kollege Risks darin verwickelt.

Hoffentlich schreibt Ahnhem bald Nachschub :)