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Harakiri

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2022

Spannend und vielschichtig

Der gute Samariter
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Olivia Rönning ist verschwunden! Fieberhaft machen sich ihre Kollegen auf die Suche nach ihr.
Mette Olsäter muss den Fall der vergifteten Corona-Impfstoffe lösen.
Und Tom Stilton hat seinen ganz eigenen ...

Olivia Rönning ist verschwunden! Fieberhaft machen sich ihre Kollegen auf die Suche nach ihr.
Mette Olsäter muss den Fall der vergifteten Corona-Impfstoffe lösen.
Und Tom Stilton hat seinen ganz eigenen Kampf zu kämpfen.
Den Fall einen Fall für Rönning und Stilton zu nennen finde ich etwas irreführend. Denn eigentlich ist Olivia dieses Mal fast alleine. Die drei Handlungsstränge sind jeweils sehr spannend und interessant aufgebaut, es kommt keine Langeweile auf und ich war gespannt, wie alles zusammenhängt. Allerdings fand ich, dass das Corona-Thema ein wenig überhandgenommen und dominiert hat.
Das Buch beginnt schon sehr spannend mit Olivias Flucht und ihrem Martyrium im Keller. Schon hier war ich wieder komplett der Sprachgewalt des Autorenduos verfallen. Durch gut platzierte Perspektivenwechsel bleibt die Spannung das ganze Buch über auf hohem Niveau.
Die Fälle verlaufen parallel und jeder für sich hat mir sehr gut gefallen. Auch wie am Ende alle Fäden zusammenlaufen ist sehr gut gelöst. Verdächtige gibt es genug, so dass ich gut miträtseln konnte und die Charaktere sind auch sehr vielschichtig und vor allem Ellinor sehr undurchsichtig.
Fazit: Das Buch ist wieder sehr gut gelungen, sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Lediglich das Corona-Thema war mir ein bisschen zu viel.

Veröffentlicht am 01.05.2022

Zwei für eins

Der Tote aus Zimmer 12
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Susann, die ehemalige Verlegerin der Atticus Pünd-Romane, ist nach dem Tod ihres Autors und dem Verlust des Verlages nach Griechenland gezogen und führt dort ein Hotel. Aus Geldsorgen nimmt sie das Angebot ...

Susann, die ehemalige Verlegerin der Atticus Pünd-Romane, ist nach dem Tod ihres Autors und dem Verlust des Verlages nach Griechenland gezogen und führt dort ein Hotel. Aus Geldsorgen nimmt sie das Angebot eines Paares an, dessen Tochter verschwunden ist, nachdem sie herausgefunden hatte, dass ein Mörder unschuldig im Gefängnis sitzt.
Fand ich „Die Morde von Pye Hall“ teilweise etwas langgezogen, war ich bei „Der Tote aus Zimmer 12“ von Anfang an geflasht. Horowitz versteht es, seine Leser zu fesseln, seine Schreibweise ist einfach einmalig. Ich kenne keinen anderen Autor, der seine Handlungen so raffiniert aufbaut und verschachtelt und somit am Ende für einen AHA-Effekt sorgt, der es in sich hat.
Er lässt die Leser mit raten, gibt ihnen auch die Chance, selbst auf den Täter zu kommen, allerdings sind deine Hinweise so perfide und oft erst am Ende des Buches zu verstehen, dass man eigentlich gar nicht damit rechnet, den Täter selbst entlarven zu können, sondern sich gleich dem Genuss hingibt und seinen Worten begierig folgt.
Ähnlich wie beim Vorgängerband gibt es wieder ein Buch im Buch, aber dieses Mal sogar einen kompletten Pünd-Roman, der zur Lösung des Verbrechens beitragen soll. Auch hier versucht man beim Lesen die Parallelen zu finden oder gar Hinweise auf den Täter. Ich fand diese Idee sehr gelungen. Auch ganz am Ende, Susans Jagd, bei der Horowitz den Leser noch über viele versteckte Hinweise aufklärt, fand ich genial.
Fazit: bei Horowitz ist jedes Wort und jedes Satzzeichen im Buch wichtig. Versteckte Andeutungen und überraschende Lösungen sind seine Spezialität und setzen den I-Punkt für die gloriose Auflösung.

Veröffentlicht am 01.05.2022

Wie überführt man einen Richter?

Der Verdächtige
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Über viele Jahre hinweg verfolgt Jeri die Spur des Mörders ihres Vaters. Immer wieder werden Leichen gefunden, die auf dieselbe Weise getötet wurden. Als sich Jeri sicher ist, wer der Täter ist, wendet ...

Über viele Jahre hinweg verfolgt Jeri die Spur des Mörders ihres Vaters. Immer wieder werden Leichen gefunden, die auf dieselbe Weise getötet wurden. Als sich Jeri sicher ist, wer der Täter ist, wendet sie sich an Lacy Stoltz, eine Ermittlerin, deren Arbeitsgebiet es ist, kriminell gewordene Richter zu überführen. Jeri ist überaus vorsichtig, doch dann kommt eben dieser Richter ihr auf die Spur und sie gerät in Gefahr.

Nach 5 Jahren geht die Story um die Ermittlerin Lacy Stoltz weiter. Und der Fall hat es echt in sich. Ein Wunder schon allein, dass Jeri auf die Spur des Richters gekommen ist, aber der ist so raffiniert und clever, dass man ihm nichts beweisen kann. Das erhöht natürlich die Spannung und Brisanz des Buches gewaltig.
Vor allem als Bannick mit seinen Nachforschungen beginnt, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Jeri ist schon clever, aber er noch viel mehr. Spätestens hier habe ich mich gefragt, wie wohl die finale Aufklärung stattfindet, welchen Fehler alle bisher übersehen haben. Ich war dann über das Ende sehr überrascht und ein winziges bisschen enttäuscht.
Durch den Perspektivenwechsel zwischen dem Richter und Lacy und Jeri, treibt Grisham die Handlung immer weiter voran bis zu ihrem Höhepunkt und fesselt den Leser immer mehr. Einesteils entwickelt er das perfekte Verbrechen, andererseits scheint es dieses dann doch nicht zu geben.
Fazit: Ich habe lange keinen Grisham mehr gelesen, weil ich in den ganzen Gerichtsfällen irgendwie immer eine Wiederholung gesehen habe. Der Fall „Der Verdächtige“ ist aber erfrischend anders und etwas Neues.

Veröffentlicht am 28.04.2022

Klufti in Bestform

Affenhitze (Kluftinger-Krimis 12)
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An einer Ausgrabungsstätte wird ein toter Mensch gefunden und der Interims-Polizeipräsident Adi Kluftinger hat eine schwer zu lösende Aufgabe. Verdächtige gibt es genügend, aber die Ermittlungen gestalten ...

An einer Ausgrabungsstätte wird ein toter Mensch gefunden und der Interims-Polizeipräsident Adi Kluftinger hat eine schwer zu lösende Aufgabe. Verdächtige gibt es genügend, aber die Ermittlungen gestalten sich als schwierig. Vor allem in der Gemeinschaft der lieben Frau, deren Mitglieder sich an den Grabungsarbeiten beteiligen und von einer starken Persönlichkeit gelenkt werden. Und dann sind da ja auch noch die privaten Probleme Kluftis.
Ein interessantes Thema greifen die beiden Klufti-Autoren in ihrem neuen Krimi auf: der Fund des Affen Udo im Allgäu. Ausführliche Recherchen der beiden, auch vor Ort, merkt man dem Buch an. Ich fand die Story sehr authentisch. Auch erzählerisch war die Handlung wieder auf hohem Niveau und sehr humorvoll erzählt, vor allem die Pizzabestellung fand ich zum Prusten komisch.
Ein wenig straffen hätte man die Geschichte aber können. Ich lese zwar sehr gerne von Klufti, aber die Privatseite hat in diesem Buch die Ermittlungen fast überlagert. So ist die Flohmarkt-Episode zwar nice to read, bringt aber die Handlung nicht voran. Gespannt bin ich aber schon, wie die Sache mit Frau „Wohlfahrt“ weitergeht.
Sehr amüsiert habe ich mich aber über Kluftis Internetversuche. Herrlich, wie er zum Facebook-Star wird oder seine Begabung für Langhammers Drohne.
Fazit: wieder ein sehr kurzweiliges Abenteuer für unseren Kommissar im Allgäu.

Veröffentlicht am 24.04.2022

Megs Rache

Der Plan – Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel.
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Meg ist eine Trickbetrügerin. Doch sie sieht sich eher als der Robin Hood der Täuschung. Als Kind von einem Politiker aus ihrem Haus vertrieben, musste sie mit ihrer Mutter auf der Straße leben. Das prägt. ...

Meg ist eine Trickbetrügerin. Doch sie sieht sich eher als der Robin Hood der Täuschung. Als Kind von einem Politiker aus ihrem Haus vertrieben, musste sie mit ihrer Mutter auf der Straße leben. Das prägt. 10 Jahre nimmt sie sich Zeit für ihre Rache und zum Üben – und dann schlägt sie erbarmungslos zu. Allerdings hat sie eine Gegenspielerin, die sich vorgenommen hat, Meg zur Strecke zu bringen. Ein spannender Wettlauf beginnt.
Ein wirklich rasantes Abenteuer, das an Perfidie kaum zu übertreffen ist. Meg erweckt Mitgefühl und man hofft, dass sie ihren Plan durchziehen kann. Doch Kat ist auch nicht ohne und ihr dicht auf den Fersen. Das erweckt Spannung und Neugier. Ich habe mich manches mal gefragt, wie es die Autorin schafft, solch ein Szenario zu entwickeln, ohne sich hoffnungslos zu verwickeln. Aber am Ende sind alle Fäden entwirrt.
Auch die Schreibweise von Clark ist mitreißend und locker, man hat keine Probleme der Story zu folgen, die aus zwei Perspektiven und teilweise auf zwei Ebenen – Megs Vergangenheit – erzählt wird.
Fazit: Ich jedenfalls fand es herrlich, Meg auf ihren Eskapaden zu begleiten und zu beobachten, wie sie die Leute um ihren Finger wickelt. Manchmal fand ich es allerdings ein wenig dick aufgetragen und unglaubwürdig.