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Veröffentlicht am 20.06.2021

Mein Fantasy-Highlight 2021

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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Zum Inhalt:
Es ist das Jahr 1714, als Adeline LaRue in einem kleinen Ort in Frankreich verzweifelt den Zwängen ihrer Familie zu entkommen versucht. Sie soll einen Witwer mit 3 Kindern heiraten, den sie ...

Zum Inhalt:
Es ist das Jahr 1714, als Adeline LaRue in einem kleinen Ort in Frankreich verzweifelt den Zwängen ihrer Familie zu entkommen versucht. Sie soll einen Witwer mit 3 Kindern heiraten, den sie nicht einmal kennt. In ihrer Hochzeitsnacht läuft sie davon in den Wald und betet zu den alten Göttern, damit sie sie aus dieser ausweglosen Lage befreien. Doch nur der Teufel antwortet und bietet ihr einen Pakt an:  Freiheit und mehr Lebenszeit gegen ihre Seele. Doch das Abkommen hat einen Haken. Fortan ist sie dazu verdammt, ein rastlos Leben ohne Familie und Freunde zu führen. Denn jeder, der ihr begegnet, vergisst sie kurz darauf wieder. Und jede kleine Spur ihrer Existenz wird sofort wieder gelöscht. 300 Jahre später begegnet sie jedoch in New York einem jungen Mann, der sich wieder an Adeline erinnert und sich sogar in sie verliebt. Doch wie lange kann diese Liebe bestehen?

Meine Leseerfahrung:
Ich habe bisher noch keine Bücher von V.E. Schwab gelesen, was ich durchaus bedauere. Die Autorin hat mich bereits mit den ersten Seiten in die Story gezogen und gefesselt.

Die Themen "Ewiges Leben" und "Pakt mit dem Teufel" sind zwar nicht wirklich neu, aber die Verflechtung und die Umstände, mit denen sich die Hauptfigur über 300 Jahre abmühen muss, sind bemerkenswert konstruiert. Da Adeline keiner Menschenseele auf Dauer in Erinnerung bleibt, ist es ein sehr einsames und hartes Leben, das die Autorin sehr gekonnt erzählt. Die Kapiteln wechseln zwischen Adelines Vergangenheit angefangen im Jahre 1689 und der Gegenwart im Jahre 2014.

Ich habe Adeline sofort ins Herz geschlossen. Ihre Entwicklung durch die Jahrhunderte ist bemerkenswert. Aus dem einfachen naiven Mädchen wird eine mutige und scharfsinnige junge Frau, die schließlich so weit ist, dem Teufel die Stirn zu bieten. Außerdem fand ich es beeindruckend, wie sie trotz ihres Fluches einen Weg findet, sich mit Hilfe von Künstlern zu verewigen, indem sie sie als Muse inspiriert. Ich habe diese historischen Abschnitte sehr genossen. Denn Adeline durchwandert viele Schauplätze der europäischen Geschichte und erlebt faszinierende Momente. Auch grausame Erlebnisse bleiben ihr nicht erspart. So ist man zwischen den Kapiteln dermaßen gefesselt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.

Ihr Gegenspieler Luc alias der Teufel ist ebenfalls ein faszinierender Charakter mit vielen Facetten. Als Leser ist man hin und hergerissen, ob man ihn mögen oder hassen soll. Neben ihm wirkt Henry etwas glanzlos. Das einzig Interessante an diesem ist sein Geheimnis, das er vor allen Menschen verbirgt und das nach und nach gelüftet wird.

Was jedoch alle Figuren gemein haben, ist ihre Authentizität. Schwab ist eine grandiose Geschichtenerzählerin, die ein Blick für Zusammenhänge hat und dieses Talent zu einem Meisterwerk verarbeitet. Das wird sicherlich nicht das einzige Buch von ihr in meinem Regal sein.

Fazit:
Was als ein Leben in Ewigkeit beginnt, entwickelt sich zu einer bewegenden Liebesgeschichte mit einem denkwürdigen Abschluss. "Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" ist ohne Zweifel mein bisheriges Fantasy-Highlight des Jahres und gehört von nun an zu den seltenen Schätzen im Bücherregal.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Schonungslos harte Story

Vergiss mein nicht
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Zum Inhalt:
Gerichtsmedizinerin Sara Linton und Polizeichef Jeffrey Tolliver befinden sich gerade auf einem Date an der Rollschuhbahn, als draußen auf dem Parkplatz die 13-jährige Jenny einen Teenager ...

Zum Inhalt:
Gerichtsmedizinerin Sara Linton und Polizeichef Jeffrey Tolliver befinden sich gerade auf einem Date an der Rollschuhbahn, als draußen auf dem Parkplatz die 13-jährige Jenny einen Teenager mit einer Waffe bedroht. Jeff schafft es nicht, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, und muss sie schließlich erschießen, um das Leben des Jungen zu retten. Bei der Obduktion macht Sara eine grauenvolle Entdeckung. Gemeinsam mit Jeff begeben sie sich in tiefe Abgründe ihrer sonst so idyllischen Kleinstadt...

Meine Leseerfahrung:
Wer Karin Slaughter kennt, weiß, dass die Autorin nicht zögerlich ist, wenn es um Brutalität und Grauen geht. Im zweiten Teil ihrer Linton/Tolliver-Reihe befasst sie sich mit sexuellem Missbrauch an Kindern/Pädophilie und damit gehört dieser Band für mich persönlich zu den schockierendsten und erschreckend realitätsnahen Stories, die Slaughter bisher zu bieten hatte. Es mag vielleicht daran liegen, dass ich als Mutter nunmal sensibilisiert bin oder aber die anschauliche Erzählweise der Autorin ist dermaßen ergreifend, dass ich an einigen Stellen hart schlucken oder eine Pause einlegen musste.

Die gesamte Ermittlungsarbeit liest sich wir eine True-Crime-Story, was überaus spannend angelegt ist. Was ich an Slaughters Büchern zudem sehr schätze, sind die authentisch gezeichneten Charaktere und die lebensnahen Geschichten um die einzelnen Figuren. Es wird nie langatmig, vielmehr überrascht Slaughter immer wieder mit geschickt eingebauten Wendungen und sorgt damit für konstante Spannung. Allerdings sollte man bei ihr auch immer auf die ungeschönte Wahrheit und Brutalität gefasst sein; dieser Band ist mE besonders hart und definitiv nichts für schwache Nerven oder zart Besaitete.

Für manche mögen die grauenvollen Umstände im Buch zu übertrieben erscheinen. Leider sind solche und ähnlich gelagerte Fälle keine Seltenheit. Thriller wie diese nennen grauenvolle Dinge beim Namen, während man selbst am Liebsten gar nicht über das Böse da draußen nachdenken möchte. Daher sollte man zweimal überlegen, bevor man zu diesem Buch greift.

Fazit:
Mit dem zweiten Band der Linton/Tolliver-Serie wagt sich Karin Slaughter auf ein schwieriges und absolut ekelerregendes Terrain und erzählt auf schockierend lebensechte Weise vom Grauen, dass nebenan lauert. Absolut fesselnd, aber mit Vorsicht zu genießen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2021

Mehr als ein klassisches Wimmelbuch

Alles rollt! Mein Buch der Fahrzeuge
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Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst ...

Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst und in liebevolle Illustrationen eingebettet. Die Bilder sollen zum Erzählen anregen, die Fantasie und Kreativität der Kinder wecken und die Beobachtungsgabe fördern. Geeignet ist das Buch bereits ab 2 Jahren.

Meine Leseerfahrung:
Unsere zwei Jungs (2,5 und 5 Jahre alt) sind absolute Fahrzeugfans, was sich beim Blick aufs Spielzeug im Kinderzimmer leicht feststellen lässt. So war dieses Buch natürlich superinteressant und hatte auch neben bekannten Fahrzeugen auch jede Menge neue Dinge zu bieten, wie beispielsweise verschiedene Eisenbahnarten oder landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Bilder sind sehr detailreich und ansprechend angefertigt und haben einen unterhaltsamen Wimmelbildcharakter. Auf jeder Doppelseite kann man einen entsprechenden vierzeiligen Reim zum Dargestellten lesen. Die eingebetteten Figuren sind ausschließlich Tiere, so dass die Kinder auch diese erkennen und aufzählen können. Lediglich die letzten beiden Seiten stellen 2 Kinder dar, die in einem Kinderzimmer spielend hocken. Hier können die Kinder dann all die vorherigen gelernten Fahrzeuge wiederfinden. Unsere Jungs, und wir als Eltern natürlich auch,  sind begeistert von diesem Buch und würden uns auch andere Themenbereiche in demselben Stil wünschen.

Fazit:
"Alles rollt!" ist ein tolles Wimmelbildbuch mit lehrreichen und äußerst ansprechenden Darstellungen für die kleinen Fahrzeugfans, was die Vostellungskraft und die Beobachtungsgabe anregt. Ideal für das gemeinsame Lesen und Entdecken mit der ganzen Familie!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2021

Mehr als ein klassisches Wimmelbuch

Alles rollt! Mein Buch der Fahrzeuge
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Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst ...

Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst und in liebevolle Illustrationen eingebettet. Die Bilder sollen zum Erzählen anregen, die Fantasie und Kreativität der Kinder wecken und die Beobachtungsgabe fördern. Geeignet ist das Buch bereits ab 2 Jahren.

Meine Leseerfahrung:
Unsere zwei Jungs (2,5 und 5 Jahre alt) sind absolute Fahrzeugfans, was sich beim Blick aufs Spielzeug im Kinderzimmer leicht feststellen lässt. So war dieses Buch natürlich superinteressant und hatte auch neben bekannten Fahrzeugen auch jede Menge neue Dinge zu bieten, wie beispielsweise verschiedene Eisenbahnarten oder landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Bilder sind sehr detailreich und ansprechend angefertigt und haben einen unterhaltsamen Wimmelbildcharakter. Auf jeder Doppelseite kann man einen entsprechenden vierzeiligen Reim zum Dargestellten lesen. Die eingebetteten Figuren sind ausschließlich Tiere, so dass die Kinder auch diese erkennen und aufzählen können. Lediglich die letzten beiden Seiten stellen 2 Kinder dar, die in einem Kinderzimmer spielend hocken. Hier können die Kinder dann all die vorherigen gelernten Fahrzeuge wiederfinden. Unsere Jungs, und wir als Eltern natürlich auch,  sind begeistert von diesem Buch und würden uns auch andere Themenbereiche in demselben Stil wünschen.

Fazit:
"Alles rollt!" ist ein tolles Wimmelbildbuch mit lehrreichen und äußerst ansprechenden Darstellungen für die kleinen Fahrzeugfans, was die Vostellungskraft und die Beobachtungsgabe anregt. Ideal für das gemeinsame Lesen und Entdecken mit der ganzen Familie!

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Eine Séance mit tödlichem Ausgang

Die Totenfrau von Edinburgh
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Zum Inhalt:
Im 5.ten Band der Frey/McGray-Reihe geht es diesmal wieder gespenstisch zu. McGrays gute Freundin, die Hellseherin Madame Katerina, hält bei einer hoch angesehenen Familie Edinburghs eine Séance ...

Zum Inhalt:
Im 5.ten Band der Frey/McGray-Reihe geht es diesmal wieder gespenstisch zu. McGrays gute Freundin, die Hellseherin Madame Katerina, hält bei einer hoch angesehenen Familie Edinburghs eine Séance ab. Am Morgen danach werden jedoch alle 6 Familienmitglieder, die daran teilnahmen, tot aufgefunden. Als einzige Überlebende wird Madame Katerina des vielfachen Mordes beschuldigt und verhaftet. Sie aber hält daran fest, dass der während der Séance gerufene Geist Rache an der Familie ausgeübt hat. McGray braucht jedoch eine rationale Erklärung, um sie vor einer Hinrichtung zu bewahren und macht sich mit seinem britischen Kollegen Frey an die Aufklärung des Falles. Der sonst von Vernunft geleitete Frey ist sich diesmal aber nicht so sicher, ob hier vielleicht doch Geister ihre Finger im Spiel haben könnten...

Meine Leseerfahrung:
Ich liebe Storys, die in der viktorianischen Zeit angesiedelt sind. Und wenn es sich dann auch noch um einen mystisch angehauchten Krimi mit Gruselfaktor handelt, ist der Roman perfekt für mich. Daher bin ich auch ein großer Fan dieser Reihe und warte bereits sehnsüchtig auf eine Verfilmung.

Der Autor beginnt auch diesen Teil der Reihe in gewohnt rasantem Tempo. Diesmal lernen wir die bereits bekannte Figur der Madame Katerina näher kennen. Zudem erfahren wir mehr zu den Anfängen der freundschaftlichen Beziehung zwischen ihr und McGray. Da sie nun auch noch die Hauptverdächtige im aktuellen Fall der beiden Ermittler ist und ihr unglücklicherweise der Galgen droht, ist dieser Band viel emotionaler als seine Vorgänger. Auch die Hauptprotagonisten Frey und McGray, die sich ansonsten verbal immer wieder mal anecken, wirken hier viel umgänglicher miteinander. Frey ist gerade dabei einen Todesfall in der Familie zu verarbeiten, als er von McGray wieder in den Dienst gerufen wird. Der üblicherweise vernunftgesteuerte Brite ist emotional angeschlagen und macht im Rahmen der Ermittlungen eine eigene "Geistererfahrung", die ihn ziemlich aus der Bahn wirft und an seinen rationalen Ansichten zweifeln lässt. Auch McGray macht eine Veränderung durch. Jahrelang hielt er an dem Glauben an das Übernatürliche fest und war davon überzeugt, dass seine Schwester von Dämonen besessen war, als sie die eigene Familie umbrachte. Nun werden wir Zeugen davon, dass sich seine Wahrnehmung allmählich ändert. Er erkennt, dass keine Hoffnung mehr für seine Schwester gegeben ist.

Gemeinsam sind sie ein unterhaltsames Ermittlerteam, das sich wunderbar gegenseitig ergänzt und auf dessen weitere Fälle ich mich jedes Mal sehr freue. Zusätzlich finde ich es immer sehr spannend zu lesen, wie der Autor am Ende seiner Bücher in den Anmerkungen interessantes Hintergrundwissen über die einzelnen Themen des Buches vermittelt. Diesmal klärt er uns über eine chemische Reaktion mit Quecksilber auf, die eine besondere Rolle in der Handlung des Romans spielt. Zudem erfahren wir auch etwas über die Art der Goldgewinnung sowie die daraus resultierenden Quecksilbervergiftungen auch in der heutigen Zeit.

Fazit:
Mit seinem 5. Roman über das britisch-schottische Ermittlerduo entführt uns Oscar de Muriel wieder ins Edinburgh der viktorianischen Zeit und beschert uns eine absolut erstklassige Krimiunterhaltung mit Gruselstimmung.

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