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Veröffentlicht am 31.12.2018

Ein unfassbar gutes und wichtiges Debüt !

Jetzt ist alles, was wir haben
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Hadley McCauley ist all das, was sich vermutlich jeder weibliche Teenager wünscht: Sie ist reich, sie lebt in einem schicken Haus, sie ist Kapitänin des Lacrosse-Teams und eine der besten Schülerinnen ...

Hadley McCauley ist all das, was sich vermutlich jeder weibliche Teenager wünscht: Sie ist reich, sie lebt in einem schicken Haus, sie ist Kapitänin des Lacrosse-Teams und eine der besten Schülerinnen in der Highschool.

Was niemand weiß: Hinter der Fassade lebt eine verängstigte junge Frau, die von ihrem Vater tyrannisiert, emotional missbraucht und tagtäglich drangsaliert wird. Mental wie körperlich. Ist sie nicht immer die Beste und gibt alles, egal wie sehr es ihr widerstrebt oder missfällt, egal welche Schmerzen sie dabei leidet und ob sie darauf überhaupt Lust hat, dann ist das in den Augen ihres Vaters absolutes Versagen, das bestraft wird.

Als Hadley Charlie kennenlernt und sich ihn verliebt, da erfährt sie zum ersten Mal Geborgenheit und Nähe und sie beginnt sich zu öffnen. Sie spricht über ihre Ängste, darüber wie sie versucht ihre kleine Schwester Lila zu beschützen.

Zuhause wird es unterdessen immer schlimmer, bis schließlich alles aus dem Ruder läuft...

Ich gebe zu, das ich dieses Debüt, obwohl es mir beim Durchsehen der Neuerscheinungen immer wieder aufgefallen ist, nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Erst nachdem ich einige, durchweg positive, Bloggerstimmen dazu vernommen habe und mir die Thematik der Geschichte bewusst wurde, wurde mein Interesse entfacht und ich wusste, das ich es unbedingt lesen muss.

Mittlerweile ist wohl vielen Lesern bekannt, das ich gerne zu Büchern greife, die eine Thematik behandeln, die leider oft traurige Realität ist und der die Gesellschaft zu wenig Beachtung schenkt. Ich weiß nicht woher diese Faszination für Geschichten dieser Art kommt, aber ich schiebe es gerne darauf, das ich in meinem Leben selbst schon schlechte Erfahrungen gemacht habe und daher einfach einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn entwickelt habe. Wenn es in meiner Macht stünde, dann würde ich jeden einzelnen Menschen vor Unheil bewahren. Das war schon immer so. Das aber nur so am Rande, zurück zur Geschichte.

Amy Giles hat hier ein unfassbar gutes Debüt hingelegt !!! Sie hat mich nicht nur mit der Thematik und der Umsetzung dieser komplett gekriegt, sondern mit dem Gesamtpaket.

Hadley ist eine so liebenswerte und bemerkenswert taffe Protagonistin, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe und die ich am liebsten aus ihrem Martyrium befreit hätte. Sie ist so unglaublich mutig und selbstlos, beschützt ihre kleine Schwester vor dem tyrannischen Vater, obwohl sie weiß, das sie dadurch selbst immer mehr einstecken und ertragen muss. Als sie Charlie kennenlernt, in den sie schon lange heimlich verschossen ist, da erfährt sie endlich was es heißt geliebt zu werden. Die beiden führen ziemlich schnell eine unglaublich intensive Beziehung. Doch wo ich bei solch einer schnellen Entwicklung sonst ja eher den Kopf schüttel, war ich hier absolut gefangen und diese Nähe zwischen den beiden wirkte absolut authentisch und vor allem nachvollziehbar. Charlie wird zu Hadleys Anker und wird, außer Lila, zum Grund, der sie am Leben hält. Doch auch Charlie kann sie nicht vor weiteren Ausrastern des Vaters bewahren und so kommt es irgendwann zur absoluten Katastrophe.

Amy Giles erzählt die Geschichte unglaublich intensiv und das obwohl sie ganz ohne großes Drama und unnützes Tamtam auskommt. Es ist eine Geschichte in der sich die Spannung unterschwellig entwickelt und die Atmosphäre mit jeder Seite düsterer wird. Hadleys Umfeld ist aufmerksam, weiß, das in diesem Haushalt etwas gehörig schiefläuft und doch sind sie allesamt machtlos. Man kann diese Ohnmacht regelrecht spüren. Und leider spiegelt das die Realität ein gutes Stück weit wider. Wo man nichts sieht, wird von Seiten unseres Rechtssystems oft nicht oder aber zu spät gehandelt.

Ich weiß gar nicht, wie ich meine Gefühle hier so richtig auf den Punkt bringen soll, deshalb kann ich nur sagen: Bitte bitte, lest dieses Buch !
Befasst Euch mit der Thematik von emotionalem Missbrauch und häuslicher Gewalt. Schaut nicht weg, seid offen und aufmerksam, wenn euch etwas seltsam vorkommt. Alleine in Deutschland gab es im Jahr 2016 4202 Fälle von "körperlichem" Kindesmissbrauch, die Dunkelziffer ist noch viel höher und emotionaler Missbrauch ist da noch nicht mal mit eingeschlossen. Das ist erschreckend und es ist vor allem allgegenwärtig.

Amy Giles hat mich mit diesem Buch noch mehr für dieses Thema sensibilisiert und mich emotional, mit der kompletten Bandbreite an Gefühlen, berührt.

Es ist, wenn auch auf der Zielgeraden in Richtung neues Jahr, eines der besten und wichtigsten Jugendbücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe !!!

Veröffentlicht am 17.12.2018

Eine süße, winterwunderweihnachtliche Geschichte !

Das Weihnachtscafé in Manhattan
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Iona ist die Besitzerin des wundervollen Candied Apple Café mitten in Manhattan, das sie gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen betreibt. Gerade herrscht hier vorweihnachtlicher Betrieb und Iona ...

Iona ist die Besitzerin des wundervollen Candied Apple Café mitten in Manhattan, das sie gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen betreibt. Gerade herrscht hier vorweihnachtlicher Betrieb und Iona verliert sich im Schmücken des Cafes und im Verteilen von Adventskalendern. Darüber vergisst sie komplett, das sie eigentlich einen Termin mit Mads Eriksson, einem sehr erfolgreichen Hotelmanager hat, der unbedingt eine Zusammenarbeit mit ihr anstrebt. Mads, Vater einer 6-jährigen Tochter, hat im vergangenen Jahr seine Frau, nach einem langen Kampf gegen den Krebs verloren, und ist deshalb eher weniger festlich gestimmt. Doch da Iona ihn versetzt, macht er sich mitsamt seiner Tochter Sofia auf und besucht das Café. Und obwohl er sich geschworen hat, sein Herz nicht mehr zu verschenken, um sich und vor allem auch seine Tochter vor neuem Leid zu beschützen, erliegt er nicht nur ziemlich schnell dem Candied Apple Café mit seinem Weihnachtlichen Touch, sondern auch Iona.

Das Weihnachtscafé in Manhattan ist eine sehr sehr süße, wenngleich auch mit irrsinnig vielen praktischen Zufällen gespickte, Weihnachtsgeschichte, die sich hervorragend eignet, um an einem ungemütlichen Winternachmittag, einfach ein bisschen abzutauchen und ein bisschen Weihnachtszauber zu erleben.

Die Geschichte ist flüssig geschrieben und erzählt und ich hatte wirklich viel Freude beim Lesen.

Was mich allerdings ein wenig gestört hat, war, das es die ganze Zeit so wirkte, als seien dem Buch bereits mehrere Bände vorausgegangen. Es wurden Dinge aus den Leben der drei Freundinnen angesprochen bei denen es mir wirklich so vorkam, als hätte vielleicht jede der drei Freundinnen schon mal ihre eigene Geschichte erzählt und dieses Buch hier sei quasi nur eine nette Zugabe. Ich habe aber tatsächlich keine weiteren Titel der Autorin gefunden, zumindest nicht bei den deutschen Titeln. Vielleicht war es also nur so ein Gefühl.

Wie dem auch sei, mich konnte diese winterwunderweihnachtliche Geschichte wirklich sehr unterhalten und ich bin dem Zauber dieses besonderen und einzigartigen Cafés absolut erlegen. Wer also auf der Suche nach einer schönen Geschichte mit ganz viel Herz und Weihnachtsstimmung ist, der wird mit diesem Roman definitiv glücklich.

Veröffentlicht am 11.12.2018

Ein grandioser Auftakt !

Die Krone der Dunkelheit
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Ich finde es immer unfassbar schwierig, Bücher zu rezensieren, die ich richtig gut fand. Warum das so ist, kann ich schwer beantworten, aber ich vermute, das es einfach daran liegt, das man das Gefühl ...

Ich finde es immer unfassbar schwierig, Bücher zu rezensieren, die ich richtig gut fand. Warum das so ist, kann ich schwer beantworten, aber ich vermute, das es einfach daran liegt, das man das Gefühl hat, dem Buch, den Charakteren und vor allem dem Autor oder der Autorin sowieso gar nicht gerecht werde zu können. Verrückte Sache.

Nichtsdestotrotz will ichs natürlich versuchen und euch erzählen, warum mir DIE KRONE DER DUNKELHEIT so gut gefallen hat.

Laura Kneidl entführt mich in ihrem ersten High Fantasy Roman in eine völlig fremde Welt, die in vier wichtige Gebiete unterteilt ist. Es gibt Thobria, die Welt der Menschen, in dem es verboten ist, Magie zu wirken, es gibt Melidrian, das Reich der Fae, das wiederum in Unseelie und Seelie unterteilt ist, was es irgendwie zu zwei Gebieten macht, denn die Fae sind sich untereinander nicht besonders wohlgesonnen und dann gibt es noch die Mauer ! Die die beiden Reiche voneinander trennt und von Wächtern bewacht und geschützt wird, die den Frieden zwischen den Menschen und den Fae wahren.

Zu Beginn, da kam ich ehrlich gesagt ein bisschen durcheinander, nicht nur in Bezug auf die Gebiete, sondern vor allem auch in Bezug auf die Protagonisten.
Laura Kneidl schafft nämlich, gerade zu Beginn, eine Art Episodenroman.

Wir erleben einerseits die Geschichte von Prinzessin Freya, die verzweifelt nach ihrem Bruder sucht und nicht davor zurückscheut für ihre Suche, die Magie zu nutzen, die im Reich der Menschen eigentlich strengstens verboten ist. Ihre Suche führt sie ins Land hinter der Mauer, nach Melidrian, dort, so ist sie sich sicher, wird sie Talon finden.
Doch um überhaupt erst nach Melidrian zu gelangen, braucht sie Hilfe und setzt auf den berüchtigten Wächter Larkin, der schon ziemlich lange im Verlies ihres Vaters sitzt.

Die andere Geschichte, die dieser Roman erzählt, ist die Geschichte von Ceylan, einer unerschrockenen jungen Frau, die durch die hässlichen und mordlüsternen Kreaturen Elva ihre Familie verloren hat. Die Elva haben ihr ganzes Dorf vernichtet und seit sie sich als einzige Überlebende retten konnte, ist es ihr Ziel ein Wächterin an der Mauer zu werden.
Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn es gibt dort keine Frauen. Ceylan ist jedoch fest entschlossen eine Wächterin zu werden und deshalb erkämpft sie sich ihren Posten.

Es gibt im Verlauf der Handlung noch weitere Figuren, deren Geschichten wir erfahren. Irgendwann kommt dann aber ein Punkt, an dem alle Fäden zusammenlaufen. Bis es so weit ist, muss man wirklich ein wenig durchhalten. Ich habe mir gerade zu Beginn richtig schwer getan, dranzubleiben, weil Laura Kneidl, immer dann wenn es gerade spannend wird, zwischen den beiden Frauen und anderen Protagonisten hin und her switched.

Irgendwann war ich dann aber voll und ganz drin und habe das Buch regelrecht verschlungen. Für mich im Übrigen sehr untypisch, da ich nur selten High Fantasy lesen, in denen es nur einen klitzekleinen Hauch von Romantik gibt. Zwar zeichnen sich hier einige Paare ab und es gibt um die Protagonisten herum schon ein bisschen Gefühle, aber Laura Kneidl setzt weitestgehend echt auf Spannung und auch ein bisschen Action. Das hat mir überraschend gut gefallen und ich war immer begierig darauf, zu erfahren, was die einzelnen Charaktere so umtreibt und beschäftigt.

Es gibt viele Wendungen, die man nicht erwartet, aber auch viele Zufälle, die den Figuren oft in die Hände spielen und die man vielleicht ein bisschen geschickter hätte lösen können, damit sie nicht so offensichtlich sind. Aber das ist schon fast Gejammer auf hohem Niveau.

"Die Krone der Dunkelheit" ist ein wirklich großartiger Auftakt, den ich SO nicht erwartet hatte. Es ist nicht ganz perfekt und ich denke, das Laura Kneidl durchaus noch eine Schippe drauflegen kann ( und wird ), aber ich fiebere dem zweiten Band wirklich schon jetzt sehr entgegen.

Veröffentlicht am 04.12.2018

Ein sehr vielschichtiges und emotional packendes Debüt ! Unbedingt lesen !

Songbird
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Es gibt diese Bücher, die dich von der ersten Seite an kriegen und dich dann Seite um Seite total begeistern, von Anfang bis Ende. Das ist eigentlich schon das NonplusUltra, das einem Vielleser passieren ...

Es gibt diese Bücher, die dich von der ersten Seite an kriegen und dich dann Seite um Seite total begeistern, von Anfang bis Ende. Das ist eigentlich schon das NonplusUltra, das einem Vielleser passieren kann.

Und dann gibt es da aber auch noch diese Ausnahmebücher ! Ein, zwei Titel im Jahr, bei denen du mit der ersten Seite in so einen krassen Sog hineingezogen wirst, das du die ganze Nacht durchliest, auch wenn du weißt, das du am nächsten Tag zu nichts zu gebrauchen sein wirst !!!

Genau so ein Buch war, FÜR MICH, "Songbird" von Anna Rosina Fischer !!! Sicher wird das nicht jeder Leser so empfinden, aber mich hat die Autorin mit ihrem Debüt absolut überwältigt und geflasht. Ich hatte tausend Herzkribbelmomente, ich habe gelacht, gelitten, geweint und vor allem habe ich die Nacht zum Tag gemacht, denn ich konnte das Buch einfach keine Minute aus der Hand legen.

Ella und Sam kennen sich eigentlich schon gefühlt ewig, denn Sam ist der beste Freund, Mitbewohner und Bandmitglied ihres Bruders Kurt. Geht also seit Jahren im Haus ihrer Familie ein und aus. Und nie, wirklich NIEMALS hätte Ella sich träumen lassen, das Sam sie anders wahrnimmt, als wie eine Art kleine Schwester. Obwohl sie es vielleicht doch auch immer zu hoffen gewagt hat. Und Sam ? Der hat schon lange Gefühle für Ella, die er sich jedoch erst einmal wirklich bewusst eingestehen muss und die ausgerechnet dann hochkochen, als er die Stelle als Referendar an ihrer Schule annimmt.

Jetzt wird es für beide absolut kompliziert, denn obwohl sie sich ihrer Gefühle füreinander endlich bewusst sind, dürfen sie nicht offen zueinander stehen.

Ich kratze mit dieser wirklich kurzen und dürftigen Zusammenfassung nur an der Oberfläche der Geschichte, denn sie ist so viel mehr als eine profane Schüler-Lehrer-Liebe-Darf-Nicht-Sein-Geschichte, wie wir sie schon kennen.

Der Schreibstil ist toll, voller Gefühl, sehr emotional. Manchmal gibt es auch ein paar Wortwiederholungen, aber über die konnte ich Dank dieser intensiven Dynamik zwischen Ella und Sam, hinwegsehen.

Die Handlung ist unglaublich reich an Themen, über die man, ich betone das immer wieder gerne, viel mehr reden muss. Gerade Sam hat in seinem Leben vieles durchgemacht, mit dem man als Mensch alleine oft nicht zurecht kommt. In Ellas Familie hat er jemanden gefunden, der für ihn da ist und ihn aufgefangen hat, doch die dunklen Schatten bestimmen seinen Alltag nach wie vor. Gerade weil ich total gut nachvollziehen kann, wie er sich fühlt, konnte ich verstehen, warum er mehrfach versucht Ella von sich zu stoßen, obwohl sie eigentlich sein größter Halt ist. Das hat mich wahnsinnig mitgenommen und mir oft das Herz zerrissen, für beide !

In Bezug auf eine Sache, von der Ella direkt betroffen und die für mich selbst wahnsinnig wichtig ist, da war ich lange unsicher, ob die Autorin die Kurve zu einem, für mich, zufriedenstellenden Ende noch kriegen würde, denn damit hat sie sich tatsächlich lange Zeit gelassen und ich hatte echt Sorge, das mir das am Ende die Geschichte kaputtmacht, wenn sie es nicht vernünftig auflöst. Und puuuuh, ganz am Ende, da hat sie mich dann erlöst und ich war so froh darüber, weil ich noch niemals so ungern hätte einen Punkt abziehen müssen als hier !

Anna Rosina Fischer bringt also eine unfassbar gefühlvolle Liebesgeschichten mit interessanten und wichtigen Themen zusammen, spickt das Ganze mit richtig viel Humor, ganz viel Musik, mit Freundschaft und Familie, wie sie sein sollte und rundet das alles mit einem Hauch von Dramatik ab !!!

Für mich gehört dieses Buch zu den besten Debütromanen des Jahres !!!


Veröffentlicht am 03.12.2018

Was für ein krasses, aber geniales und aufrüttelndes Buch !!!

Was geschah mit Femke Star
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Für schwache Gemüter ist das Buch nichts, das sage ich schon einmal vorab, denn es gibt viele Trigger ( Mobbing, Vergewaltigung, Gewalt ) und dem sollte man sich bewusst sein.

Als Kinder waren Anouk und ...

Für schwache Gemüter ist das Buch nichts, das sage ich schon einmal vorab, denn es gibt viele Trigger ( Mobbing, Vergewaltigung, Gewalt ) und dem sollte man sich bewusst sein.

Als Kinder waren Anouk und Femke unzertrennlich, doch dann hat eine blöde Situation die beiden Freundinnen entzweit. Als Femke Anouk viele Jahre später, im Hier und Jetzt, um Hilfe bittet, da eskaliert die Situation, Femke verunfallt und Anouk ist plötzlich nicht mehr die die sie einmal war. Angetrieben von Neugier und einer Sache, die ich hier nicht erläutern kann, weil sie spoilern würde, versucht Anouk herauszufinden, was mit Femke Star geschah.

Und was sie dabei entdeckt, ist beängstigend...

Das Kerstin Ruhkieck spannende Geschichten schreiben und geniale Ideen umsetzen kann, das hat sie mir bereits mit ihrer "Forbidden Touch Trilogie" bewiesen, von der ich nach wie vor ein großer Fan bin.

"Femke Star" ist allerdings ganz anders und vor allem einen ganzen Ticken schärfer, es ist ein aufwühlendes Buch, weil es Themen behandelt, die leider absolut real sind, denen sich viele Menschen aber vielleicht gar nicht so bewusst sind, weil die Opfer, wie auch Femke eines ist, nicht darüber sprechen und das mit sich selbst ausmachen, was verheerende Folgen haben kann, die hier ebenfalls aufgezeigt werden.

Der Einstieg in die Geschichte war ein kleines bisschen verwirrend, weil Kerstin Ruhkieck ihre Leser direkt ins Geschehen wirft, sie dann in verzwickte und verdrehte Situationen bringt, die man auf keinen Fall kommen sieht und man erstmal seine Gedanken sortieren muss. Der Schreibstil ist Wortkunst vom Feinsten, eigentümlich, aber einnehmend und so spannend, das man richtiggehend zum Weiterlesen angetrieben wurde. Außerdem animiert er zum Miträtseln.

Ich habe wirklich permanent versucht Zusammenhänge zu entschlüsseln und miteinander zu verbinden, bin daran oft gescheitert, weil die Autorin einfach alle Verbindungen und Handlungen sehr ausgeklügelt und geschickt miteinander verwoben hat und man echt lange im Dunkeln tappt. Bis dann der Moment kommt, an dem alles zusammenläuft und in einem gewaltigen und krassen Finale endet, das die Gemüter erhitzen wird !

Mir hat das Gesamtkonzept echt außerordentlich gut gefallen, weil ich einen Roman in dieser Form noch nie gelesen habe.

Ich bin mir allerdings auch bewusst und absolut sicher, das das Buch nicht jedem Leser gefallen wird.