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Veröffentlicht am 13.11.2017

der Ursprung und das Schicksal der Menschheit

Origin
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Ich war sehr gespannt auf den neuen Dan Brown, denn die Buchreihe begleitet mich seit vielen Jahren und ist immer wieder für fesselnde Leseerlebnisse gut.
Das Buch ist nach dem bewährten Muster aufgebaut, ...

Ich war sehr gespannt auf den neuen Dan Brown, denn die Buchreihe begleitet mich seit vielen Jahren und ist immer wieder für fesselnde Leseerlebnisse gut.
Das Buch ist nach dem bewährten Muster aufgebaut, Robert Langdon steht vor einem Rätsel, dessen Entschlüsselung weltweite Auswirkungen haben kann, an seiner Seite eine gut aussehende Frau, und er wird verfolgt von mächtigen Gegnern. Dieses immer gleiche Schema könnte manche stören, für mich war es o.k.
Das Thema von Origin ist nichts Geringeres als der Ursprung und das Schicksal der Menschheit. Hierüber hat der exzentrische Computerspezialist Kirsch etwas Bahnbrechendes herausgefunden und will es unter spektakulären Umständen der ganzen Welt eröffnen. Kurz davor ruft er an einem geheimen Ort Vertreter der Weltreligionen zusammen um ihnen seine Erkenntnisse vorab mitzuteilen. Die gläubigen Männer sind zutiefst schockiert und einer von ihnen kommt kurz darauf um und er bleibt nicht das einzige Opfer. Wie immer lässt Dan Brown seine Geschichte an außergewöhnlichen Orten spielen, die diesmal vor allem in Spanien liegen. Die Beschreibung etwa der Sagrada Familia oder des Museums in Bilbao sind so lebendig dass ich mir alles gut vorstellen konnte, ohne jemals dort gewesen zu sein. Auch darüber hinaus ist die Erzählkunst des Autors nicht umsonst weltberühmt und das Buch hat mir spannende Lesestunden bereitet und mich am Ende sehr überrascht zurückgelassen. Ich gebe eine absolute Leseempfehlung für "Origin".

  • Cover
  • Spannung
  • Tempo
  • Atmosphäre
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 19.07.2017

ein Mädchen zwischen zwei Kulturen

Die Tochter des Seidenhändlers
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„Die Tochter des Seidenhändlers“ von Dinah Jefferies ist ein historischer Roman, der um 1950 in Vietnam spielt. Hauptfigur ist die junge Nicole, die als Tochter eines französischen Seidenhändlers und einer ...

„Die Tochter des Seidenhändlers“ von Dinah Jefferies ist ein historischer Roman, der um 1950 in Vietnam spielt. Hauptfigur ist die junge Nicole, die als Tochter eines französischen Seidenhändlers und einer Vietnamesin zwischen den Kulturen der Vietnamesen und der französischen Kolonialherren aufwächst. Zu Beginn der Story ist sie ein naives Mädchen, das für den attraktiven Amerikaner Mark schwärmt und sich mit ihrer Schwester Sylvie streitet. Nun soll sie Verantwortung lernen, indem sie in Hanoi ein Stoffgeschäft übernehmen soll. Eifrig macht sie sich an ihre neue Aufgabe und erlebt durch die Bekanntschaft mit einem Widerstandskämpfer die Ziele aber auch die brutale Vorgehensweise der Revolutionäre. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und läst sich sehr gut lesen. Die Personen sind interessant gestaltet und auch Nebenfiguren haben ein eigenes Profil. Leider konnte ich mich mit dem Handeln der Hauptfigur nicht immer anfreunden.
Neben der spannenden und überraschenden Handlung erfährt man viel über das Leben in Vietnam um 1950. So war mir die französische Herrschaft dort nicht bewusst gewesen. Das alltägliche Leben ist vor allem zu Beginn sehr lebendig dargestellt, später tritt die Handlung rund um Nicoles Schicksal in den Vordergrund. Das Ende kam für mich überraschend schnell, hier hätte ich es mir ausführlicher gewünscht.
Mein Fazit: ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und gebe 4 Sterne

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Dramaturgie
  • Figuren
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.09.2016

gelungenes Eintauchen in die Atmosphäre des London vor 100 Jahren

Die rubinrote Kammer
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"Die rubinrote Kammer" von Pauline Peters ist ein historischer Krimi, der 1907 in London und Umgebung steht. Das Buch ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, mit der jungen Victoria Bredon als Hauptfigur. ...

"Die rubinrote Kammer" von Pauline Peters ist ein historischer Krimi, der 1907 in London und Umgebung steht. Das Buch ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, mit der jungen Victoria Bredon als Hauptfigur. Victoria ist aus gutem Hause, arbeitet als Fotografin, sympathisiert mit der Suffragettenbewegung und lebt nach dem Tod ihres Vaters mit Haushälterin und Butler. Die junge Frau erfährt von einem Adligen, Sir Francis, beunruhigende Dinge über ihre eigene Vergangenheit. Kurz darauf wird Sir Francis ermordet. Victoria geht der Sache auf den Grund, unterstützt wird sie bei ihren Ermittlungen vom Butler Hopkins, der Victorias Vertrauter ist. Daneben spielt auch die Liebe eine Rolle, so hat sich Victoria in den adligen Randolph verliebt, aber auch der Journalist Jeremy Ryder spielt eine Rolle in ihrem Leben. "Die rubinrote Kammer" ist flüssig geschrieben und man kann sich wunderbar in die damalige Zeit zurück versetzen und über die Etikette der Gesellschaft den Kopf schütteln. Geschickt baut die Autorin interessante Orte in die Handlung ein, etwa ein geheimes Nobelbordell, einen Pub, ein Herrenhaus und einen Ball mit Anwesenheit des Königs. Hier wird das Leben vor 100 Jahren lebendig. Der Fall ist lange sehr undurchsichtig, klärt sich aber am Ende, die Krimihandlung ist nicht zu brutal beschrieben. Die Figuren sind sympathisch bis skurril und bieten Potential für weitere Fälle. Spannung, Liebe, eine ungewöhnliche junge Frau als Hauptfigur und ein gelungenes Eintauchen in die Atmosphäre des London vor 100 Jahren – diese Auftakt der Krimireihe gefällt mir und ich freue mich auf weitere Abenteuer!

  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Handlung
  • Lesespaß
  • Cover
Veröffentlicht am 06.05.2020

Schicksal einer jüdischen Familie

Die verlorene Tochter der Sternbergs
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"Die verlorene Tochter der Sternbergs" ist ein Roman von Armando Lucas Correa, in dem es um das Schicksal einer jüdischen Familie aus Berlin im Nationalsozialismus geht. Amanda Sternberg ist Buchhändlerin ...

"Die verlorene Tochter der Sternbergs" ist ein Roman von Armando Lucas Correa, in dem es um das Schicksal einer jüdischen Familie aus Berlin im Nationalsozialismus geht. Amanda Sternberg ist Buchhändlerin aus Leidenschaft und ihr Mann ein gefragter Herzspezialist. Als sie heiraten und ihre Kinder Lina und Viera zur Welt kommen, ahnen sie noch nicht wie sehr der Aufstieg der Nationalsozialisten ihr Leben prägen wird. Doch dann werden die Bücher aus Amandas Laden verbrannt und Ehemann ins Konzentrationslager gebracht. Er organisiert, dass seine Frau und die Kinder Deutschland verlassen. Die sechsjährige Viera fährt auf einem Auswanderer Schiff nach Kuba, wo sich ihr Onkel um sie kümmern soll, während Amanda und die kleine Lina nach Frankreich fliehen. Doch auch dort sind sie nicht sicher, denn durch den Krieg reicht der Arm der Nationalsozialisten auch in das beschauliche französische Dörfchen, in dem sie untergekommen sind. Das Buch basiert auf tatsächlichen Lebensgeschichten jüdischer Menschen und ist ein bedrückendes Zeugnis der damaligen Gräueltaten. Man erlebt mit, wie die gutbürgerliche Existenz der Sternbergs immer mehr zerbricht und sie sich vor Entscheidungen gestellt sehen, ein kleines Kind ganz alleine über den Ozean zu schicken oder auf der Flucht zu sein. Leider hat sich der Autor nicht auf die Hauptfiguren konzentriert, sondern es tauchen immer wieder neue Schauplätze und Schwerpunkte auf, so dass einerseits Fragen offen bleiben und andererseits wichtige Figuren wie aus dem Nichts erscheinen. Davon abgesehen ist das Buch ein empfehlenswerter Roman über eine unrühmliche Zeit unserer Geschichte.

  • Cover
  • Thema
  • Geschichte
  • Erzählstil