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JS_Winter

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2021

Schuld und Vergebung

Be My Tomorrow
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Be my tomorrow von Emma Scott hat mich, wie auch schon andere Bücher von Emma Scott, berührt und mich mit tausenden Gedanken zurückgelassen. Ich will nicht sagen, dass dieses Buch perfekt ist, es gab ein ...

Be my tomorrow von Emma Scott hat mich, wie auch schon andere Bücher von Emma Scott, berührt und mich mit tausenden Gedanken zurückgelassen. Ich will nicht sagen, dass dieses Buch perfekt ist, es gab ein paar Punkte, die mich gestört haben, aber dieses Buch hat am Ende eines erfüllt – es hat mich berührt. Es hat mich berührt und in vielen Momenten einfach sprachlos gemacht. Denn Zeldas und Becketts Geschichte ist anders, langsam fließend, nicht schnell, hektisch. Man findet langsam in dieses gigantische Gewirr aus Gedanken, Sorgen, Ängsten, Wut und Schuld und wird mit den Punkten erschlagen, die jedem schon irgendwie begegnet sind: Schuld und Vergebung. Die Geschehnisse, die Zelda und Beckett mitgemacht haben und zu verantworten haben, sind nicht einfach, lassen innehalten, schlucken, reflektieren, aber gleichzeitig fühlt man mit beiden Charakteren in Emma Scotts Werk. Zwei Menschen, die an ihrem Tiefpunkt angekommen sind. Das Werk an sich fängt tatsächlich schon mit dem Tiefpunkt an und auch das hat mir besonders gefallen. Ich war überrascht, dass man als Leser schon früh erfährt, was geschehen ist, welches Gepäck die Protagonisten des Werkes mit sich tragen, aber man wird dennoch in einen Sog aus Gefühlen gezogen, der so typisch für Emma Scott ist. Gerade die Seiten aus Zeldas Graphic Novel oder Becketts gefühlvolle, herzzerreißende Briefe lassen nicht los, führen noch einmal vor Augen wie schwer Gefühle wie Schuld und auch Vergebung wiegen können. Und gerade auch kleine Details lassen dieses Werk besonders erscheinen. Die Erklärung, warum der Originaltitel „The Butterfly Project“ heißt, die kleine Erwähnung, dass Zelda nach Zelda Fitzgerald benannt ist und die vielen Nebenfiguren, die dem Werk Leben einhauchen. Ich hatte das Gefühl, dass etwas fehlt, was ich nicht benennen konnte, aber letzten Endes hat mich dieses Werk einfach überzeugt, weil all die Fragen, all die Entscheidungen letzten Endes Punkte waren, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen und freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil „Forever Right Now“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2021

Eine Buchhandlung aus der Sicht eines Buchhändlers

Tagebuch eines Buchhändlers
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Ein Buch, von dem ich mir eine Fortsetzung wünsche, ist „Tagebuch eines Buchhändlers“ von Shaun Bythell. Der Titel verrät wortwörtlich die Handlung des Buches. Es handelt sich um ein Tagebuch des Buchhändlers ...

Ein Buch, von dem ich mir eine Fortsetzung wünsche, ist „Tagebuch eines Buchhändlers“ von Shaun Bythell. Der Titel verrät wortwörtlich die Handlung des Buches. Es handelt sich um ein Tagebuch des Buchhändlers Shaun Bythell, der im schottischen Wigtown eine Buchhandlung „The Book Shop“ betreibt. Der autobiographische Roman beschreibt den Alltag aus der Sicht des Buchhändlers, der durch lustige Anekdoten, Bestellungsübersichten und Beschreibungen ein Buch gefüllt hat, das mir einige schöne Stunden beschert hat. Besonders gefallen haben mir die Auszüge aus George Orwells „Erinnerungen an eine Buchhandlung“. Das Buch ist ein schönes Buch für zwischendurch und bietet einen guten Einblick in den Alltag eines Buchhändlers. Immer mehr Buchhandlungen schließen und auch Bythell beschreibt seine wirtschaftlichen Sorgen und auch Tage, in denen er kaum etwas verkauft. Das Buch ist nicht spektakulär oder super spannend, aber ab und zu braucht man auch Bücher, wie „Das Tagebuch eines Buchhändlers“. Man erfährt viel über verschiedene Bücher, einige davon haben sogar einen Platz auf meiner Wunschliste gefunden. Ich fand es genial, wie Shaun Bythell seine Kunden beschrieben hat und was für sonderbare Wünsche und Anmerkungen von Kunden vorgebracht worden sind. Es gibt gewisse Passagen, die durch Bythells Stil unglaublich witzig sind und gerade der spezielle Humor lässt auch über gewisse Wiederholungen im Buch hinwegblicken. Es ist einfach ein realistisches Buch, das zum Schmunzeln bringt und sich gut dazu eignet, es zwischendurch zu lesen. Ich habe es an einem Nachmittag verschlungen und würde mich freuen, mehr Anekdoten aus der kleinen Buchhandlung zu lesen. Und es hat in mir den Wunsch geweckt auch einmal nach Schottland zu fliegen und das Wigtown Book Festival zu lesen. Ein charmantes, witziges Buch, das man jedem Buchliebhaber empfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2021

Ein eindrucksvolles Buch über die Judenverfolgung aus der Sicht eines jungen Mädchens

Ein Buch für Hanna
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Ein Buch, das ich immer wieder gerne lese und das ich einfach nicht vergessen kann, ist „Ein Buch für Hanna“ von Mirjam Pressler. Die vor zwei Jahren verstorbene Autorin hat ohnehin einige meiner Lieblingsbücher ...

Ein Buch, das ich immer wieder gerne lese und das ich einfach nicht vergessen kann, ist „Ein Buch für Hanna“ von Mirjam Pressler. Die vor zwei Jahren verstorbene Autorin hat ohnehin einige meiner Lieblingsbücher geschrieben, aber „Ein Buch für Hanna“ habe ich, auch wenn ich es vor Jahren gelesen habe, nicht vergessen.
Die Geschichte behandelt das Leben der vierzehnjährigen Hanna, die Nazi-Deutschland verlassen muss, weil sie Jüdin ist. Ich habe schon viele Jugendbücher gelesen, die sich mit der Thematik der Judenverfolgung befassen, aber wenige sind mir so gut in Erinnerung geblieben, wie die Geschichte von Hanna. Ich konnte mich von den ersten Seiten an gut in die Situation einfühlen. Ich habe das Buch auch ungefähr in dem Alter das erste Mal gelesen und kann nur wiederholen, dass wenige Bücher es schaffen, die Thematik so eindrücklich zu beschreiben. Das Buch ist außerdem an wahre Begebenheiten angelehnt und ist dadurch umso eindrucksvoller. Es werden die einzelnen Stationen Hannas geschildert, die auf ihrer Flucht schreckliche Dinge erlebt, Menschen verliert, die sie liebt und letzten Endes auch im Konzentrationslager landet. Ihre gesamte Flucht ist von Angst geprägt und ich musste oft auch beim Lesen innehalten, weil es mich so sehr mitgenommen hatte. Und doch ist es wichtig, dass Bücher über die Judenverfolgung gelesen werden, dass man sich mit der Thematik beschäftigt, vor allem, weil immer weniger Zeitzeugen in der Lage sind, ihre Geschichte zu erzählen. „Ein Buch für Hanna“ beschreibt erschreckend genau, wie viel Leid Hanna auf dieser Flucht erlebt, wie viele Jahre ihres Lebens sie verliert und wie viel sie in ihrem jungen Alter durchmachen muss. Ich finde, dass dieses Buch, trotz der traurigen und ernsten Thematik immer wieder gelesen werden sollte und dass man sich mit diesen Ereignissen auseinandersetzen muss. Das Buch zeigt die Verluste Hannas auf und auch das tiefe Leid, das Hanna erlebt hat. Und ihre Geschichte steht für so viele schlimme Schicksale, die erlebt worden sind. Es gibt viele Bücher über die Nazi-Vergangenheit Deutschlands, die das Schicksal der jüdischen Bevölkerung beschreiben. „Ein Buch für Hanna“ gehört zu den Büchern zu der Thematik, die definitiv gelesen werden sollten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2021

Sommergefühle

Sternschnuppenschauer
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Das Buch ist zwar schon ein paar Jahre älter, aber ich lese es immer wieder gern, weil das Sommerfeeling in diesem Buch einfach super eingefangen wird. Cassie verbringt nach dem Tod ihres Vaters ihren ...

Das Buch ist zwar schon ein paar Jahre älter, aber ich lese es immer wieder gern, weil das Sommerfeeling in diesem Buch einfach super eingefangen wird. Cassie verbringt nach dem Tod ihres Vaters ihren Sommer bei den Atkins, nachdem ihre Mutter dies entscheidet. Cassie hatte eine sehr enge Beziehung zu ihrem Vater und ist nach seinem Tod am Boden zerstört. Ich fand es schön, wie die Beziehung zu ihrem Vater beschrieben wurde, vor allem die gemeinsame Aktivität des „Sterne Fangens“. Die beiden hatten eine wirklich enge Beziehung und diese Verarbeitung der Trauer und dieses Gefühlschaos werden in dem Buch toll eingefangen. Ich konnte ihre Gefühle, ihre Wut und auch diese Trauer voll und ganz nachvollziehen. Weiter mochte ich die Atkins, die auch ihr eigenes Gepäck zu tragen haben und die Cassie nach einer ganzen Weile wieder sieht. Gleichzeitig helfen Logan und Summer Atkins Cassie dennoch dabei, den Tod ihres Vaters zu verarbeiten und irgendwie trotzdem einen schönen Sommer zu erleben. Ich musste gleich bei Sommergeschichten an diese Geschichte denken, weil Summer und Cassie an einer Sommer-Challenge mit verschiedenen Aufgaben teilnehmen, wie etwa: „Tanze im Sommerregen“, oder „Kreiere deinen perfekten Sommerlook“. Gleichzeitig wird das Gefühlschaos beschrieben, dass Cassie wegen Logan durchlebt, der seine eigene schwere Beziehung zu seinem Vater hat und einige andere Dinge verarbeiten muss, die nachvollziehbar waren. Ich mochte das Buch sehr und kann es jedem ans Herz legen, der eine schöne Sommergeschichte lesen möchte. Ich mochte die Spannung, ich mochte dieses Gefühlschaos und die Sternenthematik und ich konnte Cassies Verlust voll und ganz nachvollziehen. Sie und Summer waren tolle Charaktere, die man irgendwie doch ins Herz geschlossen hat. An Spannung mangelt es gleichzeitig auch nicht und ich denke, dass mich gerade dieser Aspekt bei der Geschichte überrascht hat. Ich hatte eine oberflächliche Sommergeschichte erwartet, die dann aber überraschend tiefgründig war und die Gefühle eines Mädchens, das ihren Vater verloren hat, gut beschrieben hat. Daher gehört das Buch zu meinen liebsten Sommergeschichten, die ich auch nach Jahren noch gerne lese.

  • Cover
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Veröffentlicht am 22.05.2021

Wohlfühlroman über eine Fernbeziehung

Long Distance Playlist
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Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen habe, habe ich nicht erwartet, dass mir dieses Buch so gut gefallen würde. Ich zähle es bereits jetzt schon zu meinen besten Leseerlebnissen dieses Jahres. ...

Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen habe, habe ich nicht erwartet, dass mir dieses Buch so gut gefallen würde. Ich zähle es bereits jetzt schon zu meinen besten Leseerlebnissen dieses Jahres. Ich kann nur sagen, dass Taylors und Isoldes Geschichte mir rundum gefallen hat. Zu Beginn war ich tatsächlich noch etwas skeptisch und kam nicht gleich in den Fluss, aber als ich weiter gelesen habe, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Taylor und Isolde ergänzen sich auf so vielen Ebenen und sind so tiefgründig geschrieben, wie ich es schon lange nicht mehr in einem Young Adult Buch gelesen habe. Ich bin wirklich positiv überrascht von der Tiefe und der langsam aufkommenden Liebe zwischen den Beiden. Das Buch setzt sich aus den Perspektiven von Taylor und Isolde zusammen und wird durch die titelgebenden Playlists von Taylor, Chatnachrichten und Anrufprotokollen ergänzt. Schön fand ich auch die verschiedenen Nachrichten und Gespräche zwischen Isolde und ihrer Freundin Ana und zwischen Taylor und seinem besten Freund Finn. Ich war zu Beginn tatsächlich sehr skeptisch, weil ich dachte, dass es wieder eine Geschichte wird, die mit Liebeskummer beginnt und in der dann der beste Freund endlich seine Liebe zu seiner besten Freundin entdeckt. Stattdessen hat das Buch einen unglaublichen Tiefgang, beide bewältigen auf ihrem Weg Probleme, die so realistisch sind, dass das dadurch erzeugte Drama nicht erzwungen wird. Man fiebert mit beiden mit und sehnt sich beinahe nach dem Happy End. Das Buch hat mich auf vielen Ebenen überrascht und berührt, dass ich es nur weiterempfehlen kann. Besonders gefallen hat mir die Danksagung, die unglaublich persönlich war und mich dadurch noch mehr von diesem Buch überzeugt hat. Ich mochte das australisch-neuseeländische Setting, die Beschreibungen der Natur und der Snowboard-Pisten und der Reiseorte, die tatsächlich so etwas wie Fernweh geweckt haben. Ich habe die wunderbaren Playlists geliebt, die voller Lieder waren, die ich selbst liebe (gerade die Seiten über Wonderwall waren wunderschön). Und ich mochte die Charaktere im Buch, abgesehen von Aidan und Natalie natürlich, die dem Buch Leben eingehaucht haben. Alle waren so schön beschrieben und wirklich facettenreich. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir. Ich hoffe, dass das Buch euch genauso sehr überraschen wird, wie es mich überrascht hat. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Buch über Fernbeziehungen mich so begeistern könnte.

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