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Veröffentlicht am 15.01.2026

Grauners letzter Fall?

Am Hang des Todes
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Nach seiner Weltreise wollte Commissario Grauner es eigentlich ruhig angehen lassen, auf der Ofenbank liegen, mit seiner Frau Alba Urlaubsfotos anschauen und seinen Kühen im Stall Mahler vorspielen. Doch ...

Nach seiner Weltreise wollte Commissario Grauner es eigentlich ruhig angehen lassen, auf der Ofenbank liegen, mit seiner Frau Alba Urlaubsfotos anschauen und seinen Kühen im Stall Mahler vorspielen. Doch es kommt anders. Ihn erreicht ein Anruf seines Mitarbeiters Ispettore Saltapepe. Während eines Weltcup Rennens in Gröden wurde einer der Favoriten, ein junger Mann und Nachwuchstalent aus dem Tal, erschossen.

Der Vater des Mordopfers, Franz Ungerer, nennt den Ermittlern schon gleich zu Anfang zwei Motive für diesen Mord und verdächtigt seinen alten Rivalen Waldsteiner. Natürlich gehen die Ermittler diesen Anschuldigungen nach und bringen Licht in die uralten Streitigkeiten der beiden Familien. Manches stellt sich allerdings ein wenig anders dar, als vom Vater des Mordopfers dargestellt. Während diese alte Auseinandersetzung noch während der Ermittlungen weiter eskaliert, lässt sich daraus jedoch nicht der Mord an Philip Ungerer ableiten und nachweisen. Und so führt erst langwierige und zeitaufwendige Polizeiarbeit Grauner auf die richtige Fährte.

Dem Autor Lenz Koppelstätter ist es meiner Meinung nach in diesem Band gut gelungen, eine Stimmung zu transportieren. Über dem ganzen Geschehen hängt ein Nebel, ein Wehmutsschleier und der betrifft nicht nur die Trauer über den jungen Südtiroler, der während des Weltcups zu Tode kam. Viele Grödener bedauern, ihr Tal dem Skispektakel geöffnet zu haben, Grauner würde sich viel lieber bei seinen Kühen aufhalten und bedauert, dass ihm seine Tochter seine Almhütte in eine Calm Alm umgewandelt hat. Außerdem hat er zeitweise seinen Spaß an der Arbeit verloren und gibt immer mehr seiner Aufgaben an Silvia und Claudio ab.

Die Karten am Anfang des Buches sind sehr hilfreich für die Orientierung. Südtirol hat so viele Täler und durch die Krimis rund um Commissario Grauner habe ich schon einige davon kennengelernt. Die tief verschneite Bergwelt auf dem Cover passt sehr gut zur Handlung, selbst hier hängen Nebel über den Hängen und verhüllen die klare Sicht.

Mir hat dieser Krimi gut gefallen, zumal er vielschichtig und an manchen Stellen auch durchaus spannend war.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Gestörter Vorweihnachtsfrieden

SYLTKRIMI Wintergrab
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Es ist Winter auf Sylt und die Bürgermeisterin eröffnet gerade den Weihnachtsmarkt, als ein Auto ohne zu bremsen in die Absperrpoller fährt. Aus dem Wagen wird eine Frau im sexy Weihnachtskostüm gerettet, ...

Es ist Winter auf Sylt und die Bürgermeisterin eröffnet gerade den Weihnachtsmarkt, als ein Auto ohne zu bremsen in die Absperrpoller fährt. Aus dem Wagen wird eine Frau im sexy Weihnachtskostüm gerettet, die dann später im Krankenhaus den erstaunten Beamten eröffnet, dass sie ihren Gatten in Notwehr getötet hat. Tatsächlich finden sich Hämatome an Armen und Beinen, Würgemale am Hals, also alles Hinweise, dass sie die Wahrheit sagt.

Ziemlich gleichzeitig melden Spaziergänger mehrere erfrorene Jogger und in einem Van einen verunglückten Fahrer. Den Kommissaren sind das zu viele Zufälle, die alle zeitgleich passieren und sie vermuten einen Zusammenhang. Allerdings sind an den Toten keine Spuren von Gewalteinwirkung festzustellen, die Gerichtsmedizin findet nichts, was auf einen Mord hindeuten würde.

Als dann aber in dem Van ein teures Gemälde von Gerhard Richter gefunden wird, scheint das Misstrauen der Beamten doch gerechtfertigt zu sein.

Krinke Rehberg hat einen sehr schnellen Krimi geschrieben, man muss schon sehr genau lesen, um nichts zu übersehen. Die Handlung ist spannend und gut durchdacht, so dass mir nicht bereits in der Mitte klar war, wer hier Täter und wer Opfer war. Die Protagonisten, insbesondere Bente, sind zwar manchmal kompliziert im Umgang, aber sie machen ihre Arbeit gut und der Humor kommt auch nicht zu kurz.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Kind Nr. 104, geb. XX. XX. 1942

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Auf dieses Buch hatte ich lange gewartet und mich darauf gefreut und ich wurde auch nicht enttäuscht. Der erste Band von Susanne Abel „Stay away from Gretchen“ war mein absolutes Lesehighlight des Jahres ...

Auf dieses Buch hatte ich lange gewartet und mich darauf gefreut und ich wurde auch nicht enttäuscht. Der erste Band von Susanne Abel „Stay away from Gretchen“ war mein absolutes Lesehighlight des Jahres 2021 und auch, wenn ich das Lesehighlight für dieses Jahr Anfang Januar noch nicht benennen kann, so ist dieses Buch auf jeden Fall ein Werk, das in Erinnerung bleibt.

1945 wird im Sauerland ein kleiner Junge in einem Kinderheim abgeliefert, der nicht weiß, woher er kommt. Er weiß nicht wie alt er ist und kennt seinen Namen nicht. Man gibt ihm zwar den Namen Hartmut, meistens aber wird er als Nr. 104 bezeichnet und er wächst in einem katholischen Kinderheim auf. Weil er nicht spricht, glaubt man, dass er behindert sei, damals nannte man das noch schwachsinnig. Eine fünf Jahre ältere Waise, Margret, die ebenfalls in diesem Heim aufwächst, kümmert sich um ihn und die beiden werden zu einer Stütze füreinander.

Die zweite Zeitebene spielt im Hier und Jetzt. Emily, die Urenkelin von Margret und Hardy, wird nach einem nächtlichen Ausreißen der Fünfjährigen bei ihren Urgroßeltern in Obhut gegeben. Sie sollen das Sorgerecht übernehmen, so wie sie es schon bei ihrer Enkelin vorher getan haben. Mutter und Großmutter sind eher unstet, befinden sich in wechselnden Partnerschaften und sind für die Erziehung zu unzuverlässig. Hier spielt das Jugendamt eine positive Rolle und nimmt seine Verantwortung ernst.

Hardy erlebt in seinen Heimjahren alle nur denkbaren Grausamkeiten: Essensentzug, Einsperren in dunkle Keller, Schläge und später nach einem ihm zugeschriebenen Unfall auch noch Verlegung in ein anderes Heim und Medikamentenversuche an ihm. Sein Mutismus ist keine böse Absicht, sondern durch seine Angst begründet. Er könnte sprechen, tut es aber nur, wenn er mit Margret allein ist. Nur sie hat Zugang zu ihm, bei ihr kann er sich öffnen. Allerdings führt dieses Nicht-Sprechen auch dazu, dass man ihm jede Schulbildung verweigert, er lernt nie Lesen und Schreiben.

Auch Margret scheint zunächst Glück zu haben und findet Verwandte, die sie aufnehmen, wenig später schon wird sie missbraucht und flüchtet, nachdem man ihr keinen Glauben schenkt. Erst Jahre später findet sie Hardy wieder und von da an bleiben die beiden zusammen. Beide sind durch diese Kindheit für ihr Leben geprägt und geben das Trauma, das sie erlebt haben, unbewusst an die Tochter weiter. Allerdings sprechen sie nie darüber, was sie in den Nachkriegsjahren erlebt haben.

Beide gehen ganz unterschiedlich mit diesem Trauma um. Margret überbehütet ihre Kinder und provoziert damit den Freiheitsdrang von Tochter und Enkelin. Die Kontrolle, die sie früh übernahm, gibt sie ein Leben lang nicht mehr ab. Hardy glaubt auch als Urgroßvater immer noch daran, minderbemittelt zu sein. Auch im Erwachsenenalter nimmt er es nicht auf sich, noch lesen und schreiben zu lernen. Er arbeitet als Hilfsarbeiter und ist für die schweren körperlichen Arbeiten zuständig. 40 Jahre schleppt er Mehlsäcke in der Aurora-Mühle. Dabei ist er ein ausgesprochen lebenskluger Mann. Erst Emily, die Urenkelin, ist zwar auch davon genervt, überall überwacht zu werden, aber sie ist die erste, die nach dem „Warum“ fragt und die die Geschichte aufarbeitet.

Das vorliegende Buch hat im Aufbau durchaus Ähnlichkeiten zu den beiden Vorgängern. Und so hatte ich den packenden, versöhnenden und emotionalen Abschluss schon erwartet und tatsächlich traf er auch ein. Witzig fand ich, dass selbst Tom Monderath mit seiner Fernsehshow noch einen kleinen Auftritt hat, egal ob man das Stilmittel nun Easter Egg oder Cross-Over nennen will. Es gab auf jeden Fall dem Ganzen noch mehr fiktive Glaubwürdigkeit und war ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Susanne Abel hat vorzüglich recherchiert und es ist fair von ihr, zu erwähnen, dass einige der genannten Einrichtungen, wie das Franz Sales Haus in Essen, ihre Vergangenheit aufgearbeitet haben und von sich aus auf ehemalige Heiminsassen zugegangen sind, um sich zu entschuldigen. Andere versuchen bis heute, die Vorkommnisse zu leugnen.

Ich empfehle das Buch sehr gerne mit voller Punktzahl weiter. Möge es viele begeisterte Leser finden.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Schwierige Ermittlungen in Concarneau

Bretonische Versuchungen
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Bei Kommissar Dupins 14. Fall stehen eindeutig Morde im Vordergrund. Hatte ich mich bei den letzten Büchern schon fast daran gewöhnt, immer wieder eine neue Seite der Bretagne kennenzulernen, so haben ...

Bei Kommissar Dupins 14. Fall stehen eindeutig Morde im Vordergrund. Hatte ich mich bei den letzten Büchern schon fast daran gewöhnt, immer wieder eine neue Seite der Bretagne kennenzulernen, so haben wir es dieses Mal tatsächlich mit langwierigen und schwierigen Mordermittlungen zu tun.

Eine Frau ist ertrunken, allerdings nicht im Meer, sondern in einem Bottich aus Schokolade. Die Frau ist eine der Eigentümerinnen der in der Bretagne berühmten Firma Zerua, ihr Name ist Adeline Mazago. Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Schwester im Baskenland führt sie das weitverzweigte Unternehmen, das sich in Concarneau auf Schokolade konzentriert hat. Es gibt allerdings auch noch weitere Geschäftsfelder, die aber im Roman keine Rolle spielen.

Ihr Tod entpuppt sich als kaltblütiger Mord. Wer hatte es auf die allseits beliebte und anerkannte Unternehmerin abgesehen?

Dupin nimmt sich zunächst einmal die Familie und die engsten Mitarbeiter vor. Ihm und Nolwenn, die sich in diesem Fall eng an ihn anschließt und nicht nur aus dem Büro heraus unterstützt kommt es so vor, dass die Familie mauert. Sie sind zwar freundlich und hilfsbereit, geben sich aber am liebsten den Anschein einer perfekten Familie. Es dauert lange und bedarf des besonderen Riechers Dupins, endlich Licht in das Dickicht aus Lügen und Wahrheit, aus Gesagtem und Ungesagtem zu bringen.

Wie bereits zu Anfang erwähnt, gefiel es mir, endlich mal wieder einen richtigen Krimi von Jean-Luc Bannalec zu lesen. Ich habe zwar eine ganze Menge über Schokolade, ihre Produktion und ihre glücksbringenden Eigenschaften gelernt, aber es diente immer der Lösung des Falles.

Andererseits weiß ich natürlich auch, dass Jörg Bong mittlerweile Sonderbotschafter der Bretagne geworden ist und dieser Teil Frankreichs steht auch ganz oben auf meiner Wunschliste für eine längere Tour durch unser Nachbarland. Von daher haben auch die Vorgängerbände ihren Zweck erfüllt und mein Fernweh geweckt.


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Veröffentlicht am 03.12.2025

Morde, die wie Unfälle aussehen sollen

Reben und Sterben
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Im rheinhessischen Rebenheim kommt ein Winzer nach einer Weinverkostung zu Tode. Zunächst glaubt man, er sei im eigenen Weinkeller in den Gärgasen erstickt, später findet die Polizei Hinweise auf ein Verbrechen.
Wer ...

Im rheinhessischen Rebenheim kommt ein Winzer nach einer Weinverkostung zu Tode. Zunächst glaubt man, er sei im eigenen Weinkeller in den Gärgasen erstickt, später findet die Polizei Hinweise auf ein Verbrechen.
Wer könnte dem angesehenen Winzer nach dem Leben getrachtet haben?
Die Polizei verdächtigt den Gastgeber der Weinverkostung, den Winzer Pierre Fabron. Pierre kommt ursprünglich aus Aquitanien, seine Frau Miriam, eine Rebenheimerin, hatte ihn dort während eines Praktikums kennen- und lieben gelernt.
Pierre ist gut befreundet mit einem ehemaligen Kommissar der Polizei namens Hannes Willenscheidt, dessen Enkelin hat die Ermittlungen übernommen. Das klingt zunächst einmal danach, dass die aufkommenden Verdächtigungen gegen Pierre schnell entkräftet werden können. Aber Hannes hatte lange keinen Kontakt zu seiner Enkelin und ihr Verhältnis ist ausgesprochen unterkühlt. Als aufstrebende Polizeioberkommissarin will sie alles richtig machen und versucht mit allen Mitteln, sich zu beweisen. Und so sammelt sie fleißig Indizien, die auf eine Schuld von Pierre hinweisen.
Nach und nach lernt der Leser die Hintergründe in Rebenheim besser kennen. Wie in jedem Dorf gibt es Streitigkeiten, die schon seit Jahrzehnten gepflegt werden und immer dann wieder zum Vorschein kommen, wenn Kontrahenten zu viel getrunken haben. Da ist zum einen die Tatsache, dass Pierre einem Winzer aus dem Dorf die Freundin ausgespannt hatte. Matthias verfolgt Pierre seit 10 Jahren mit seinem Hass und macht immer wieder deutlich, dass Miriam ja eigentlich sein Mädchen sei.
Da sind aber auch Entscheidungen im Gemeinderat, die die Winzer im Dorf gegeneinander aufgebracht haben und natürlich geht es dabei auch um Geld.
Pierre ist schon allein aufgrund der Verdächtigungen gegen ihn dazu gezwungen, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Zusammen mit Hannes drehen und wenden sie den Fall in alle Richtungen. Eigentlich kann der Mörder sich nur unter den Teilnehmern der Weinverkostung befinden und hier handelt es sich um einen relativ kleinen Kreis von Personen.
Als sich langsam absehen lässt, wer wirklich für den Tod von Knut Waldholz verantwortlich war, nimmt die Handlung noch einmal Fahrt auf und sie bleibt spannend bis zum Schluss.
Der Krimi hat vieles, was einen Cozy Crime anziehend macht: Er spielt in einer lieblichen Weingegend in der Nähe von Ingelheim. Ingelheim liegt zwischen Mainz und Bingen und gehört zum Weinanbaugebiet Rheinhessen. Da sind Pierre, der Winzer und Hannes, der pensionierte Kommissar, beides sympathische Charaktere, die besonnen versuchen, Licht ins Dunkel des Falles zu bringen. Beide haben sie ihre Hunde, nämlich Blanca und Lazlo, später gesellt sich dann noch Alf dazu. Auch sie spielen eine wichtige Rolle im Buch.
Die Kommissarin Alexandra Willenscheidt, Enkelin von Hannes, wirkt zunächst einmal vollkommen abweisend und voreingenommen. Glücklicherweise ermittelt sie dann doch in alle Richtungen.
Das Buch liest sich flüssig, je nach Situation wirken die Orte düster und gefährlich oder auch angenehm und entspannt. Es werden Probleme in der Weinwirtschaft angesprochen, wie z. B. die Differenzen zwischen Bio-Winzern und herkömmlichen Winzern, außerdem kommen natürlich auch die finanziellen Probleme zur Sprache. In Rebenheim scheinen die schwierigeren Jahre in der Mehrzahl gewesen zu sein, denn viele Winzer kämpfen mit dem Überleben und können nicht so investieren, wie es eigentlich notwendig wäre.
Glücklicherweise kommt auch der Wein nicht zu kurz. Der Arbeit im Weinberg und im Keller wird immer mal wieder kurz Beachtung geschenkt und man merkt, dass sich die Autorin gerade zu Bio-Weinbau und den Mitteln gegen Schädlingsbefall informiert hat.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und empfehle das Buch gerne weiter.

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