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Veröffentlicht am 23.10.2020

"Mach dein Monster."

Ich war der Lärm, ich war die Kälte
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Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!

In "Ich war der Lärm, ich war die Kälte" geht es um die junge Lex, die zusammen mit ihrer kleinen Schwester Iris, ihrer Mutter ...

Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!

In "Ich war der Lärm, ich war die Kälte" geht es um die junge Lex, die zusammen mit ihrer kleinen Schwester Iris, ihrer Mutter und ihrem Stiefvater John zusammenlebt.
Sie hat immer wieder mit ihrer Wut zu kämpfen, oft rastet sie komplett aus und zerstört alles, was ihr in die Quere kommt. Während ihr Stiefvater klare Vorstellungen davon hat, wie er Lex Verhalten begegnen möchte, ist ihre Mutter vollkommen überfordert und schwankt zwischen ihrer Zuneigung zu ihrer Tochter und dem Besänftigen ihres Verlobten John hin und her.
Lex selbst kommt im Laufe des Buches ihres eigenen Verhaltens auf die Schlichte und ist sich sicher, einen Verursacher ausgemacht zu haben: Stiefvater John als "Tyrann" der Familie.

Der Schreibstil von Jenny Downham hat mir in diesem Buch leider nicht gefallen. Sie setzt viel auf eine indirekte Wiedergabe des Geschehens. (Beispiel: "Sie fragte mich, ob ich das gesehen habe? Ob es mir gefallen habe? Ich mache einen unzufriedenen Eindurck?") Das Lesefluss war für mich dadurch sehr gestört und holprig.

Die Thematik des Buches, die ohne viel zu spoilern, auf emotionalen Missbrauch aufbaut, konnte mich überzeugen. Es wurde facettenreich dargestellt und zeigt, dass Missbrauch nicht entweder schwarz oder weiß sein muss.

Ebenfalls hat mir gefallen, wie das Thema Psychotherapie indirekt kritisiert wurde: Viel zu oft versuchen Therapeuten lediglich, die Symptome einer Krankheit zu "bearbeiten", selten wird tiefer nach den Auslösern geforscht. Bei Lex konzentrierte man sich lediglich darauf, wie man sie am besten still "stellt", ohne dass man auf ihre Gründe eingeht.

Die Charaktere waren sehr realitätsnah ausgearbeitet. So hat beinahe jeder Charakter seine guten und seine schlechten Seiten, so wie es im echten Leben nun auch mal ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich das Thema unfassbar faszinierend finde, mir aber die Umsetzung und gerade der Schreibstil leider nicht sonderlich gefallen haben.

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Veröffentlicht am 18.10.2020

Eine stürmische Liebe!

Hiding Hurricanes
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Nachdem mir die ersten beiden Bände der Fletcher-University schon sehr gefallen haben, war ich auf den dritten umso mehr gespannt. Ich wurde glücklicherweise nicht enttäuscht.

Es geht um Lenny, die sich ...

Nachdem mir die ersten beiden Bände der Fletcher-University schon sehr gefallen haben, war ich auf den dritten umso mehr gespannt. Ich wurde glücklicherweise nicht enttäuscht.

Es geht um Lenny, die sich tagsüber in schlabbrigen, weiten Klamotten versteckt und sich allgemein sehr zurückzieht. Nachts verwandelt sie sich in die Stripperin Daisy, die in ihrem Nachtclub für ihre Tänze bekannt ist und die von allen Jungs umschwärmt wird. Kaum einer weiß von ihrem Doppelleben, nicht einmal ihr bester Freund Creed, für den sie schon lange Gefühle hegt. Als Creed anfängt, für Daisy zu schwärmen und ihr näher kommen möchte, kommt Lenny mit ihren Rollen immer mehr durcheinander.

Ich liebe den lebhaften und flüssigen Schreibstil von Tami Fischer. Die Story wird abwechselnd aus Lennys, Daisys und Creeds Sicht geschrieben.

In Fletcher fühlt man sich direkt wohl, trifft auf altbekannte Charaktere und taucht direkt wieder in die Clique rund um Ella, Savannah, Summer, Carla und co. ein. Hier wurde einfach eine wunderbare Welt erschaffen, in die man gerne zurückkehrt!

Wir haben Lenny in den ersten Bänden als sehr gemein und griesgrämig erlebt, sie legt im Laufe der Geschichte jedoch eine wahnsinnige Entwicklung hin, die der Leser super mitverfolgen und nachvollziehen kann.
Creed hat eine schwierige Vergangenheit hinter sich, aber geht toll mit dieser um. Er sieht der Zukunft positiv entgegen und arbeitet jetzt schon hart für diese.

Die Beziehung zwischen Lenny und Creed war so eine Sache! Sie schlichen umeinander rum und manchmal hätte ich die beiden einfach nur schütteln können, damit sie endlich aufwachen, miteinander reden und zu ihren Gefühlen stehen. Auch kann ich es mir so schwierig vorstellen, dass Creed Daisy nicht als Lenny erkennt, aber gut, darauf basiert diese Geschichte natürlich. Es war trotzdem spannend zu lesen und ich wollte unbedingt wissen, unter welchen Umständen die Sache letztendlich ans Licht kommt.

"Hiding Hurricanes" hat mir wieder einmal sehr gut gefallen und macht direkt Lust auf den vierten Teil. Eine klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 04.10.2020

Ein sehr kritischer Blick auf die beliebteste Internetplattform!

UNFOLLOW!
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"Hör auf, Follower zu sein. Werde zum Influencer deines eigenen Lebens."

Vielen Dank an die Autorin für dieses Rezensionsexemplar! Nena Schink schreibt in diesem Buch über ihre eigenen Erfahrungen mit ...

"Hör auf, Follower zu sein. Werde zum Influencer deines eigenen Lebens."

Vielen Dank an die Autorin für dieses Rezensionsexemplar! Nena Schink schreibt in diesem Buch über ihre eigenen Erfahrungen mit Instagram.

Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt:

Teil 1: "Mein persönliches Erwachen".
Als eine Art Experiment versucht die Autorin, auf Instagram schnellstmöglich zu wachsen. Das Ziel: Eine Influencerin zu werden, die davon tatsächlich leben kann. Während sie das versucht, verliert sie immer mehr den Zugang zur Realität und befindet sich in einem höchst toxischen Mindset, das lediglich auf Likes, Kommentare und Follower konzentriert.
Was mir in dem Abschnitt nicht so gut gefallen hat, ist, dass die Autorin schon in den ersten Kapiteln appeliert, weniger Zeit auf Instagram zu verbringen. Sogar 20 Minuten am Tag (= neun Stunden im Monat) seien zu viel. Stattdessen solle man Zeit mit seiner Familie verbringen. Für mich ist Bookstagram beispielsweise ein Hobby, dem ich Zeit widen möchte. Rät die Autorin auch dazu, andere Hobbys, wie beispielsweise reiten, tanzen, etc. sein zu lassen? Nein - dabei ist das der Argumentation nach doch auch Zeitverschwendung, weil wir nicht bei unserer Familie sind?

Teil 2: "Die Welt der Influencer"
Hier geht die Autorin auf das"Geschäftsmodell Influencer" ein. Hierfür interviewt sie mehrere Personen, die sich im Kreise der Influencer bewegen. Der zweite Teil war für mich tatsächlich der interessanteste, auch wenn ich nicht so viel neues erfahren habe: Dass InfluencerInnen wahnsinnig viel Geld verdienen, sollte heutzutage niemanden überraschen. Mir taten tatsächlich die Marken und Labels leid, die im diesen Zuge starkt für ihre Zusammenarbeit mit BloggerInnen kritisiert wurden - es handelt sich hierbei nun mal um eine wahnsinnig effektive Marketingstrategie. Warum sollte man diese nicht nutzen?

Teil 3: "Auf der Suche nach der einen perfekten Instagram-Lösung"
In dem letzten Teil des Buches appeliert Nena Schink an das Instagram-Verhalten der LeserInnen und möchte, dass diese ihren Konsum hinterfragen und bestenfalls einschränken.

Ich finde die Thematik des Buches wirklich sehr interessant. Ich fand es gut, dass mit vielen Quellen und anderen Gesprächspartnern gearbeitet wurde.
Leider habe ich eine ganz andere Meinung und finde es schade, dass in diesem Buch nur die Meinung der Autorin beleuchtet wurde und Gegenstimmen so gut wie komplett außenvorgelassen wurde.
Ich finde, die Thematik ist in schwarz-weiß dargestellt worden, den verschiedenen Nuancen dazwischen wurde keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Trotzdem ein interessanter Read, wenn man sich für die Kritik an Instagram interessiert und tiefer in diese eintauchen möchte.

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Veröffentlicht am 30.09.2020

Die Lösung aller Probleme wäre Kommunikation gewesen...

Das Licht von tausend Sternen
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Ich glaube, das Cover von "Das Licht von tausend Sternen" ist mit Abstand das schönste Cover, das mein Bücherregal zu bieten hat.
Dementsprechend war ich gespannt, ob die Geschichte mit seinem schillernden ...

Ich glaube, das Cover von "Das Licht von tausend Sternen" ist mit Abstand das schönste Cover, das mein Bücherregal zu bieten hat.
Dementsprechend war ich gespannt, ob die Geschichte mit seinem schillernden und elegant aussehenden Buchdeckel mithalten kann. Spoiler alert: Naja.

In der Geschichte geht es um Harper, die zusammen mit ihrem autistischen Bruder Ben und ihrer Mutter zusammenlebt, nachdem ihr Vater bei einem tragischen Unfall verstorben ist. In der Schule trifft sie Ashton und verliebt sich sofort in ihn und er scheint ihre Gefühle auch zu erwidern. Leider traut sich Harper nicht, ihm von Ben zu erzählen und von der Verantwortung, die mit auf ihr lastet. So verschwindet sie immer wieder auf unerklärliche Art und Weise und Ashton wird misstrauisch...

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Harper und Ashton. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen.

Kommen wir einmal zu meinem größten Kritikpunk und der ist leider Harper selbst. Sie ist mit einer so tollen Mutter gesegnet, die immer hinter ihr steht und sich - so gut es geht - alle Pflichten mit ihr teilt. Sie lässt ihr Freiraum und stellt die Schule jederzeit an erste Stelle. Sie hat es einfach nicht verdient, von Harper so mies behandelt und angelogen zu werden.
Meiner Meinung nach hat Harper ein absolut egoistisches Verhalten an den Tag gelegt, mit dem ich mich null identifizieren konnte.

Auch Ashton kam mir vom Verhalten gerade zum Ende hin etwas vor wie ein trotziges Kind.

Beide Charaktere haben sich ihre Probleme einfach selber geschaffen, durch mangelnde Kommunikation und Lügen.

Mir hat es gefallen, dass Autismus in dem Buch eine Rolle gespielt hat, auch wenn es in dem Buch eher rüberkam wie ein Mittel zum Zweck, damit Harper einen Grund hat, ihre Familie vor Ashton zu verstecken. Sehr schade!
Gut fand ich auch die familiären Hintergrundgeschichten der beiden Hauptfiguren. In die jeweilige Vergangenheit konnte ich mich gut hinein fühlen.

Es war definitiv eine nette und unterhaltsame Geschichte, nur leider hat es mir an Tiefe und Emotionen gemangelt.

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Veröffentlicht am 27.09.2020

Trotz 450 Seiten an fast einem Tag verschlungen!

Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln
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Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

In "Ein Lächeln sieht man auch im Dunklen" geht es um das Geschwisterpaar Theo und Marie, die beide auf dieselbe High School ...

Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

In "Ein Lächeln sieht man auch im Dunklen" geht es um das Geschwisterpaar Theo und Marie, die beide auf dieselbe High School gehen.
Theo ist seit einem schlimmen Ereignis traumatisiert und wird somit schnell zu einem gefundenen Fressen für die anderen Jungs an der Schule, die ihn täglich mobben.
Eines Tages treffen sie auf Samuel, der neu auf der Schule ist und sich mit beiden auf Anhieb gut zu verstehen scheint. Er und Marie fühlen sich sehr zueinander hingezogen. Der Klappentext trifft es genau auf den Punkt: "Marie, Samuel, Theo – ihr Aufeinandertreffen bedeutet für alle drei einen Neubeginn, aber auch, sich den Geschehnissen ihrer Vergangenheit zu stellen, denn Samuel trägt ein Geheimnis mit in diese neue Freundschaft ..."


Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und fesselnd, die Kapital sind schön kurz gehalten und ermöglichen ein richtiges "Verschlingen" der knapp 450 Seiten.

Alle drei Charaktere sind sehr authentisch. Man liest abwechselnd aus allen Sichtweisen und entwickelt ein weitgehendes Verständnis für das Verhalten eines jeden einzelnen. Samuel und Theo hadern stark mit ihrer Vergangenheit, Marie insbesondere mit ihrem Alltag. Sie sind alle irgendwann so tiefgehend miteinander verbunden, dass ihre Schicksale sich zu ergänzen scheinen.

Das Buch lebt nicht nur von seinen Emotionen, sondern auch von seiner Spannungskurve: Man erfährt erst nach und nach etwas über die Vergangenheit der Protagonisten, sodass man sich sein Puzzle im Laufe der Geschichte immer weiter zusammensetzen kann.

Ich habe geahnt, welche Richtung das ganze zum Schluss hin einschlagen wird und ich hatte Recht. Das hat der Spannung trotzdem keinen Abbruch getan, ich wollte unbedingt wissen, wie es für die drei weitergeht. Die Handlung war in sich absolut schlüssig und gut miteinander verknüpft.

Alles in allem möchte ich mich auf eine Passage aus dem Buch beziehen: Es war ein toller Gedankenspaziergang!
Ich kann dieses Buch absolut jedem Jugenbuchleser ans Herz legen und bin sehr gespannt auf die anderen Bücher der Autorin.

Ich vergebe 5 Sterne!

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