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Veröffentlicht am 07.07.2019

Die Geschichte einer jungen und unerschrockenen Frau im alten England

Lady Annes Geheimnis
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Sommer 1714
Anne ist seit drei Jahren Zofe der Damen am Hofe des Kurfürsten Georg Ludwig in Hannover. Ihre Eltern haben sie nach Deutschland zu ihrer Tante damals geschickt, um ihr uneheliche Schwangerschaft ...

Sommer 1714
Anne ist seit drei Jahren Zofe der Damen am Hofe des Kurfürsten Georg Ludwig in Hannover. Ihre Eltern haben sie nach Deutschland zu ihrer Tante damals geschickt, um ihr uneheliche Schwangerschaft zu vertuschen, nach der Geburt wurde ihr kleiner Sohn John ihr weggenommen. Als Anne erfährt, dass ihr Sohn sich in England befindet ist es ihr größter Wunsch nach England zurückzukehren und ihn zu finden.
Als Georg Ludwig dann zum englischen König ausgerufen wird und mit seinem Hof nach London zieht, bietet sich Anne die erhoffte Gelegenheit. Jedoch wird es für sie so noch gefährlicher als nur ihren guten Ruf bei Hofe zu verlieren, denn der Vater ihres Kindes ist einer von Georgs erbittertsten Gegner.


Der historische Roman von Martha Sophie Marcus spielt in der Zeit, wo in England, nach Queen Annas Tod, die schottischen Aufstände begannen, weil die Schotten ihren König James II auf den Thron sehen wollen statt eines deutschen Monarchen. Die Autorin hat hier wirklich gut recherchiert und man merkt auch, dass eine ganze Menge Arbeit in den Recherchen steckt. Viele der im Buch genannten Charaktere gab es wirklich aber natürlich sind auch viele fiktive Personen dabei. Eine Frau, wie Anne es ist, kann es damals gegeben haben, was das Buch sehr authentisch macht. Anne ist für ihre Zeit eine ziemlich unerschrockene Frau, die alles tut um ihre uneheliche Familie wieder zusammen zu bringen. Sie ist nicht nur unerschrocken, sondern auch ziemlich schlau. Statt klein beizugeben kämpft sie für ihr Glück ein einer von Männern dominierten Gesellschaft.

Mit ihrem Schreibstil schafft es die Autorin den Leser in die Vergangenheit reisen zu lassen. Ihr Schreibstil ist flüssig, bildlich und detailliert, so dass man sich das Leben am Hof gut vorstellen kann und mit Anne mitfiebert.

Leider hat es sich etwas sehr in die Länge gezogen, bevor die Handlung ihren Lauf nahm und ich vollständig in die Geschichte abtauchen konnte. Was daran lag, dass Martha Sophie Marcus sich hier wirklich Mühe gegeben hat, dass Leben am Hofe so gut wie möglich zu erklären, jedoch war es damals ziemlich kompliziert, alleine mit den diversen Anreden und Titeln. Für mich hätte das hier etwas kürzer gehalten sein, ich tauche lieber schnell ins Geschehen ein. Aber dies ist nun wirklich eine Geschmackssache. Ich empfehle diesen Roman dennoch jedem, der wie ich, das alte England liebt und von historischen Liebesgeschichten nicht genug bekommen kann.

Veröffentlicht am 09.06.2019

Gefühlsvoll und bewegend

With your Eyes
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Die siebzehn jährige, von Kunst begeisterte Sutton bekommt eine Diagnose, die ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt.

„Du wirst blind.“

Sutton leidet an fortgeschrittene Retinitis Pigmentosa, eine ...

Die siebzehn jährige, von Kunst begeisterte Sutton bekommt eine Diagnose, die ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt.

„Du wirst blind.“

Sutton leidet an fortgeschrittene Retinitis Pigmentosa, eine Augenkrankheit, die unheilbar ist und mit der Zeit die Netzhaut zerstört.
Für die Zeit nach der Highschool hatte Sutton einen Plan. Doch ist dieser noch zu verwirklichen mit dieser Diagnose?
Solange es geht versucht Sutton ihr normales Leben beizubehalten – nicht zu viel über diese Krankheit nachzudenken – dies fällt ihr aber immer schwerer zumal sie auch merkt, wie ihre Sehkraft immer mehr schwindet.

Doch dann taucht Blake plötzlich und unerwartet in ihrem Leben auf. Blake einer der beliebten Jungs aus der Schule, den Sutton immer nur vom weiten bei den Schwimmwettbewerben verträumt beobachtet hat. Schnell merkt sie aber, dass auch Blake nicht der unbeschwerte Schwimmer ist, den er oftmals in der Schule zu sein scheint. Auch er hat erst vor kurzem einen schweren und weitreichenden Schicksalsschlag erlitten.
Beide kommen sich in ihrer gemeinsamer Zeit näher und starten kurzer Hand einen gemeinsamen Roadtrip, mit dem Risiko von diesem nicht unbeschadet zurückzukehren.



Dies war nicht mein erster Roman von der Autorin aber bisher der, der mir am besten gefallen hat. Rose Bloom zieht einen hier schon auf den ersten Seiten in den Bann ihrer Geschichte. Ihr Schreibstil ist schön flüssig, gefühlsvoll, bewegend und spannend. Wir bekommen sowohl einen Einblick in die Chaoswelt von Sutton als auch in die von Blake. Das hat mir als Leser besonders gut gefallen, denn auch wenn sich die Zwei immer näherkommen gibt es bei Blake noch immer eine Distanz, die unüberwindbar scheint. Durch den Wechsel fällt es einem leicht ihn wirklich schnell ins Herz zu schließen und zu erahnen, was ihn belastet.
Mir hat dieser Roman mit der Liebesgeschichte und dem doch wirklich ernsten Themen sehr gut gefallen. Zwei junge Menschen, von denen jeder an seinem persönlichen Abgrund steht und droht von der Last, in die Tiefe gezogen zu werden und wie Beide dagegen ankämpfen, jeder auf seine Art und Weise .
Auch wenn hier wirklich ernste Themen angeschnitten sind, hat der Roman dennoch immer eine gewisse Leichtigkeit. Als Leser wird man schon dazu angeregt zu überlegen, wie man selbst vielleicht auf solche Situationen reagieren würde, oder wie man damit umgehen würde. Doch überwiegen die Schatten hier nicht das Licht. Die zarte, sich entwickelnde Liebe, der Beiden ist wirklich unheimlich schön beschrieben. Man hofft sehr, dass Beide es schaffen und einen Weg finden, wie sie die sich näher kommende, dunkel scheinende Zukunft bewältigen können.

Ich will hier auch gar nicht zu viel verraten, liest das Buch am besten selbst, wenn ihr Liebesgeschichten und auch Drama mögt.
Das Buch bekommt von mir 4/5 Sternen, weil auch wenn ich an einigen Stellen wirklich mitgelitten habe, war es mir manchmal noch etwas zu seicht, dennoch würde ich es glatt noch ein zweites Mal lesen.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Eine Zeitreise ins alte Dänemark

Das Zeitenmedaillon – Die Seherin
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Von ihrer todkranken Mutter bekommt Amélie das Zeitenmedaillon vererbt. Ein Medaillon, dass sie in andere Zeiten reisen lässt – das Ziel jedoch bestimmt das Medaillon selbst.Obwohl es Amélie widerstrebt ...

Von ihrer todkranken Mutter bekommt Amélie das Zeitenmedaillon vererbt. Ein Medaillon, dass sie in andere Zeiten reisen lässt – das Ziel jedoch bestimmt das Medaillon selbst.Obwohl es Amélie widerstrebt ihr Familie zu verlassen und sich auf eine unvorhersehbare Reise zu begeben, packt sie ihr sieben Sachen und zieht los. Schnell findet sie sich im Jahre 1437 wieder, wo sie auch gleich an die falschen Leute gerät und verschleppt wird. Sie wird eingesperrt und trifft auf den Dänen Holmger. Dieser bietet ihr die Möglichkeit sie zu befreien und ihn mit seinen Männer nach Dänemark zu begleitet, ohne das ihr Leid angetan wird. Amélie nimmt das Angebot des sehr attraktiven Mannes an und begibt sich auf die Reise nach Dänemark. Während dieser Reise kommen sich Holmger und Amélie näher und sie verlieben sich. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, denn die Intrigen und Verrate des Mittelalters ,machen auch vor einem dänischen Königshaus nicht halt. Ein Scherge des Königs will das Medaillon haben und es Amélie abnehmen, doch das würde ihren sicheren Tod bedeuten.

Die junge Frau möchte aus dieser gefährlichen Zeit fliehen, doch was wird aus Holmger, wird sie ihn dann je wieder sehen?


Tanja Neise hat hier einen schönen Roman über das Zeitreisen geschrieben. Auch wenn einige Charaktere fiktiv sind, hat sie gut recherchiert, um die Ereignisse zeitgetreu wiederzugeben. Der Schreibstil ist Autorin ist schön flüssig und spannend.
Die ersten Seiten hatte ich allerdings Probleme in die Story einzusteigen, dass hatte sich dann aber mit der ersten Zeitreise gelegt. Als dann Holmger noch dazu kam und sich die Situation immer mehr zu spitzte, wollte ich das Buch gar nicht mehr weglegen. Sobald ich nach eine gezwungen Pause – irgendwann muss man ja auch mal arbeiten – weitergelesen habe, war ich umgehend im alten Dänemark.
Die Charaktere haben mir gut gefallen, auch wenn die Handlungen meiner Meinung nach an manchen Stellen etwas überdreht sind.

Allgemein hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Was die Beiden zusammen erleben ist teilweise wirklich grausam, teilweise aber auch was schönes und wunderbares, doch ging das ab und an unter, weil schon gleich die nächste spannende Szene folgte. Etwas mehr Pause für die beiden Liebenden hätte mir gut gefallen.

Auch hatte ich mit ein paar mehr Zeitreisen gerechnet aber im Endeffekt hat die Autorin es hier wirklich gut gelöst, ohne sich in irgendwelche Ungereimtheiten zu bringen.

Dies ist der zweite Teil des Zeitenmedaillons, jedoch kann er unabhängig von dem ersten Teil gelesen werden. Da ich den ersten Teil noch nicht gelesen habe, werde ich das wohl umgehend nachholen aber für mich stellte es keinen Nachteil dar, den ersten nicht gelesen zu haben.

Es ist ein typischer und gut geschriebener Fantasieroman, wie man ihn gerne liest. Eine Leseempfehlung für alle, die gerne Fantasie lesen und auch für, die gerne mal von einem mittelalterlichen, attraktiven Dänen träumen wollen.




Veröffentlicht am 07.05.2019

Erfrischender Liebesroman

No Sweeter Kiss
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Nie hatte Ben Sullivan gedacht, dass sein Leben so verlaufen würde - geplant war es anders. Doch da steht er jetzt, alleine mit seiner kleinen Tochter, die von ihrer Mutter – seiner Frau – verlassen wurde. ...

Nie hatte Ben Sullivan gedacht, dass sein Leben so verlaufen würde - geplant war es anders. Doch da steht er jetzt, alleine mit seiner kleinen Tochter, die von ihrer Mutter – seiner Frau – verlassen wurde. Jetzt muss er die ungewollte Herausforderung meistern ganz neu anfangen und der Kleinen die Veränderungen so schonend wie möglich bei zu bringen.Er ist fest entschlossen sein Herz nicht wieder aufs Spiel zu setzten zumal er jetzt zu erst an seine Tochter denken muss. Mary Harris, seine neue Nachbarin jedoch schleicht sich immer mehr in sein Herz und auch seine Tochter hat einen Narren an ihr gefressen. Die Besitzerin der Eisdiele „Sunshine Creamery“ bringt Licht in das traurige und stressige Leben von Vater und Tochter.


Das ist der zweite Teil von Sweeter in the City und kann unabhängig von dem ersten Teil gelesen werden.

Olivia Miles hat hier einen schönen Liebesroman geschrieben, der perfekt für graue Regentage ist, da Mary nicht nur Sonnenschein in das Leben von Ben und seiner Tochter bringt, sondern auch in das des Lesers. Mir hat dieser Band sehr gut gefallen – viel besser als der Erste, der mich leider nicht überzeugt hat. Da mir Mary aber schon im ersten Teil, der um ihre Schwester geht, sehr gut gefallen hatte, wollte ich es mir nicht nehmen lassen ihre Geschichte zu lesen.

Der Schreibstil ist schön flüssig und romantisch. Es wird abwechselnd mal aus Marys Sich und aus Bens Sicht geschrieben, dies gibt dem Leser einen guten Einblick in die Gegühlswelt der Beiden. Die Handlungen sind dadruch gut nachvollziehbar und es macht es dem Leser leicht sich in die Charaktere hineinzuversetzten. Die Herzen der Liebesromanleserin lässt die Geschichte auf jeden Fall höher schlagen.

Die Charaktere sind authentisch und man schließt sie sehr schnell ins Herz. Mary ist einfach ein Sonnenschein, obwohl sie auch ihre eigenen Probleme hat ist sie für ihre Mitmenschen da und das nicht auf eine überdrehte Art und Weise. Ben, ein Vater, der nun allein mit seiner kleinen Tochter zurecht kommen muss und leider völlig überfordert ist, denn natürlich vermisst das kleine Mädchen seine Mutter, die von heute auf morgen ihre Koffer gepackt hat und gegangen ist. Alleine, dass Bens Tochter für ihn an erster Stelle steht und wie er mit ihr umgeht macht ihn unheimlich attraktiv.

Und natürlich ist Violet, die Tochter von Ben, ein kleines Highlight in der Geschichte, das Mädchen ist so niedlich und gleichzeitig so verwirrt. Wie soll ein kleines Kind verstehen, dass die Mutter es verlassen hat, wie soll es damit klar kommen? Die kleine Violet versteht die Welt plötzlich nicht mehr und macht Ben das Leben dadurch nicht gerade einfach.

Ich bin sehr begeistern von dem zweiten Teil und empfehle es jedem, der gerne Liebesgeschichten liest, die einen selbst auch glücklich machen, denn dies ist so eine Geschichte.


Veröffentlicht am 07.05.2019

Ein Buch voller interessanter Denkansätze

First Comes Love
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Gray ist ruhig und in sich gekehrt, er hat Mauern um sich gezogen, damit keiner die tiefen Abgründe da hinter sehen kann. Er existiert nur noch anstatt wirklich zu Leben. Doch dann tritt Dylan in sein ...

Gray ist ruhig und in sich gekehrt, er hat Mauern um sich gezogen, damit keiner die tiefen Abgründe da hinter sehen kann. Er existiert nur noch anstatt wirklich zu Leben. Doch dann tritt Dylan in sein Leben. Ein Mädchen, das vor Lebensfreude nur so sprüht. Sie ist aufgeschlossen, spontan und lebt ihr Leben, wie sie will, ohne sich Gedanken zu machen, was andere von ihr denken.
Mit ihre ganz eigenen Art zu sein lockt sie Gray immer mehr aus seiner Barrikade hervor. Zusammen erkunden sie die Phoenix und die Umgebung der Stadt. In deinem klapprigen Auto machen sie einen Roadtrip, philosophieren gemeinsam über das Leben und die Menschen, adoptieren einen Hund – der Liebe nötig hat und kommen sich dabei immer näher.

First Come Love – Liebe mich, wenn du dich traust – von Katie Kagvinsky ist ein wunderschöner Roman, über zwei junge Menschen, die sich kennenlernen. Während Gray sich abgeschottet hat, damit niemand seine tiefen Wunden sehen kann, die ein schlimmer Verlust bei ihm hinterlassen hat und seit diesem er eigentlich nur noch existiert aber nicht mehr wirklich lebt, ist Dylan das Leben selbst.
Die zwei Charaktere gefallen mir unheimlich gut. Dylan, die lebt wie sie will und auch mal was riskiert ohne darauf zu achten, was andere von ihr denken und Gray, der während des Romans eine große Veränderung durchlebt. Es war schön diese Reise mit den Beiden zu machen und zu erleben, wie sich aus leichter Verachtung uns Skepsis von Grays Seite aus, dann Freundschaft und mehr entwickelt.
Der Schreibstil ist schön, er ist flüssig aber nicht zu gefühlsbetont. Wer hier auf Schmetterlinge und eine rosa rote Welt hofft, ist falsch. Es ist eine schöne nüchterne und realitätsnahe gehaltene Geschichte.
Die Handlung selbst ist nicht sonderlich überraschend, es ist der übliche Ablauf, den man schon aus vielen anderen Romanen kennt, aber was dieses Buch so besonders macht, sind die vielen schönen Zitate und Lebensweisheiten, die immer wieder auftauchen und den Leser zum nachdenken bewegen. Besonders die Art von Dylan kennenzulernen, wie sie die Welt sieht ist unheimlich interessant und schonungslos ehrlich.

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