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Janine2610

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Veröffentlicht am 19.06.2017

Etwas tun, auf das es ankommt

Die Nachtigall
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Über den zweiten Weltkrieg haben wir alle vermutlich bereits sehr viel gelesen oder gelernt. Wie es den Männern an der Front ergangen ist, was sie durchmachen und erleben mussten, das wird einem in den ...

Über den zweiten Weltkrieg haben wir alle vermutlich bereits sehr viel gelesen oder gelernt. Wie es den Männern an der Front ergangen ist, was sie durchmachen und erleben mussten, das wird einem in den unterschiedlichsten Situationen ja immer wieder mal ins Gedächtnis gerufen. Aber was ist eigentlich mit den Frauen, die den Krieg überstehen mussten? Haben die auch irgendetwas leisten müssen? Mussten sie Dinge entbehren, Opfer bringen, Hunger leiden? Kaum einer weiß viel über das Leben der Frauen während dem zweiten Weltkrieg. Dass diese es auch alles andere als leicht hatten und auf gewisse Weise ebenso einen großen Einfluss auf das Kriegsgeschehen hatten, ist vielen Menschen nicht bewusst. In diesem Roman, mit wahrem historischen Hintergrund, erzählt die Autorin Kristin Hannah von ebenjenen (französischen) Frauen und ihren erschreckend bewegenden Schicksalen.

~ Für uns war es ein Schattenkrieg. Und nachdem er vorbei war, gab es keine Paraden für uns, keine Orden und keinen Platz in den Geschichtsbüchern. Im Krieg taten wir, was wir tun mussten, und nachdem er vorbei war, sammelten wir die Scherben ein und fingen noch einmal von vorn an. ~
(S. 599)

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen also die beiden französischen Schwestern Vianne und Isabelle. Während Vianne, Mutter einer kleinen Tochter, auf die Rückkehr ihres Mannes von der Front wartet, erlebt sie ihre ganz persönliche Hölle in ihrem eigenen Zuhause, denn dort quartieren sich nacheinander zwei deutsche Offiziere ein, mit denen beiden ziemlich schlecht Kirschen essen ist.
Isabelle hingegen, die einen wirklich ganz eigenen Kopf mit widerspenstigem Charakter besitzt, ist, im Gegensatz zu ihrer Schwester, kein brav und still gehorchendes Mädchen, sondern jemand der aktiv Widerstand leisten will. Jede Aktion, die schlecht für die Nazis ist, ist ihr willkommen. Ihr Wesen lässt sich demnach in etwa so beschreiben: Wurde ihr gesagt, dass sie etwas nicht tun sollte, tat sie es erst recht, jede Mauer verwandelt sie in eine Tür.

Jedenfalls durchleben die beiden Schwestern, mal zusammen, mal länger voneinander getrennt, eine Menge unschöne Momente. Sowohl große Verluste, sich Verlassenfühlen und hochgefährliche Situationen, als auch Hunger, Kälte und die permanente Angst vor dem Feind im eigenen Land sind Themen, die in diesen Jahren allgegenwärtig und kaum auszuhalten waren ...

~ »Denke nicht darüber nach, wer sie sind. Denk darüber nach, wer du bist, und darüber, mit welchen Opfern du leben kannst und welche dir den Halt nehmen würden.« ~
(S. 180)

Für mich war diese Lektüre sehr spannend und mitreißend. Bewegend war vor allem die Tatsache, dass mir bewusst war, dass dies wahre Schicksalsgeschichten sind, die so tatsächlich stattgefunden haben. All die entsetzlichen Szenen, all das Leid, der Hunger, die Kälte, die Vergewaltigungen, Gewalt im Allgemeinen, der Tod ... Es muss furchtbar gewesen sein, das mitzuerleben. Und ich ziehe meinen Hut vor all jenen Frauen, die in dieser Zeit die Kraft hatten, nicht aufzugeben, das überstanden haben und danach, auf welche Weise auch immer, mit ihren Verlusten zurechtgekommen sind.

Ich kann euch allen dieses aufwühlende Stückchen Literatur nur ans Herz legen. Der Inhalt ist so gewaltig, so tiefberührend, dass er mich an manchen Stellen wirklich sprachlos zurückgelassen hat und das will schon was heißen. Aber von der Autorin habe ich glücklicherweise ja schon einmal ein derartig bewegendes Buch gelesen, deswegen steht fest: in naher Zukunft gerne Weiteres von Kristin Hannah!

Veröffentlicht am 04.05.2017

Denn alle Wahrheit bahnt sich irgendwann ihren Weg.

Die Schmetterlingsinsel
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»Die Schmetterlingsinsel« war nach »Eine wundersame Weihnachtsreise« mein zweites Buch von Corina Bomann, allerdings hat mir dieses hier um Längen besser gefallen.
Schon auf den ersten Seiten habe ich ...

»Die Schmetterlingsinsel« war nach »Eine wundersame Weihnachtsreise« mein zweites Buch von Corina Bomann, allerdings hat mir dieses hier um Längen besser gefallen.
Schon auf den ersten Seiten habe ich gemerkt, wie flüssig und schnell sich das Ganze lesen lässt und wie sehr es die Geschichte schafft, mich zu fesseln.

Dieses Buch ist ein Familiengeheimnis-Roman und es befinden sich darin zwei Handlungs- bzw. Zeitstränge: Einer aus der Jetzt-Zeit und der andere spielt größtenteils Ende des 19. Jahrhunderts. Der Hauptschauplatz ist Ceylon (Sri Lanka).
Die junge Diana ist die Protagonistin aus dem Gegenwart-Teil und sie ist es, die nach dem Tod ihrer Großtante Emmely (auf ihren letzten Wunsch hin) Licht auf die finsteren Stellen ihrer Familiengeschichte werfen möchte. Und so begibt sie sich nach Sri Lanka, denn dort hat alles begonnen ...

~ »Es ist schon seltsam. Zu ihren Lebzeiten bemühen sich unsere Ahnen, die Flecken auf ihrer Vergangenheit geheim zu halten. Und dann bitten sie uns Nachfahren, sie zu finden, weil sie diese Last gern los wären und selbst nicht die Kraft haben, sie zu offenbaren.« ~
(S. 223)

Ich fand den Aufbau der Geschichte total gut gemacht, denn Bomann hat immer abwechselnd (kapitelweise) mal aus Dianas Sicht und dann wieder aus dem Blickwinkel von Grace (Ururgroßmutter von Diana) aus dem Jahre 1887 erzählt. Das war nicht nur abwechslungsreich für mich, sondern hat insofern auch gut gepasst, weil die Übergänge der Zeitsprünge immer auf irgendeine Weise etwas Verbindendes im Geschriebenen hatten.

Ich muss aber gestehen, dass ich Graces Geschichte wesentlich spannender empfunden habe, als die Geschehnisse in Dianas Zeit. Das aufregendere Leben hatte also eindeutig ihre Urahnin. ;)

~ »Ein Geheimnis mag gehütet werden oder sich irgendwo hinter dem Vorhang der Geschichte verstecken. Doch früher oder später taucht jemand auf, der es findet und ans Licht zerrt.« ~
(S. 493)

Bei mir taten sich beim Lesen so viele Fragen auf, ich wollte unbedingt wissen, was mit Grace geschehen war, für welchen Skandal sie (für damalige Ansichten) gesorgt hat und wie es zur Ausstoßung aus der Familie bzw. zu ihrer Enterbung gekommen ist.
Nach und nach wurde mir beim Lesen so einiges klar, aber gleichzeitig haben sich die Fragen bei mir getürmt. Diesen Umstand fand ich einfach unfassbar packend.

Wer also Freude an einem wirklich unterhaltsamen, gut geschriebenen und fesselnden Familiengeheimnis-Roman hat, bei dem man zusätzlich furchtbare Lust auf Ceylon-Tee bekommt, ist mit »Die Schmetterlingsinsel« hervorragend bedient.

Veröffentlicht am 29.04.2017

Unsere eigene göttliche Natur entdecken

Lebe in deinem eigenen Licht
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»Lebe in deinem eigenen Licht« ist in meinen Augen eher nichts für spirituelle oder esoterische "Laien". Es geht darin sehr viel um das eigene Bewusstsein, die Schöpferkraft und den damit einhergehenden ...

»Lebe in deinem eigenen Licht« ist in meinen Augen eher nichts für spirituelle oder esoterische "Laien". Es geht darin sehr viel um das eigene Bewusstsein, die Schöpferkraft und den damit einhergehenden Aufstiegsprozess für die gesamte Menschheit.
Jemand, der sich damit noch nie beschäftigt hat, wird sich wahrscheinlich schwer tun, den Inhalt zu verstehen. Auch für mich war nicht immer alles völlig klar und nachvollziehbar, was in vorliegendem Buch geschrieben stand. Dennoch gab es Passagen, die ich verstanden habe und mit denen ich etwas anfangen konnte und deswegen hat es sich schon gelohnt, es zu lesen.
Was man hier noch wissen sollte, ist, dass die Autoren das Geschriebene über "Wesenheiten" durch Channeling "empfangen" und niedergeschrieben haben. Mit Channeln habe ich mich bisher noch nicht befasst und für mich war es eine neue und interessante Erfahrung, zum ersten Mal so richtig etwas zu lesen zu bekommen, dass uns durch menschliche Kanäle erreicht hat.

Veröffentlicht am 09.04.2017

Gut recherchierter Krimi um den Untergang der Ostseefähre »Estonia«

Aus eisiger Tiefe
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Eine tote Anwältin in der Gegenwart. Ein verlassener Junge und eine Wasserleiche von vor 20 Jahren. Mittendrin ist immer wieder die Rede vom Untergang der Ostseefähre »Estonia«, die im Jahre 1994 auf ihrer ...

Eine tote Anwältin in der Gegenwart. Ein verlassener Junge und eine Wasserleiche von vor 20 Jahren. Mittendrin ist immer wieder die Rede vom Untergang der Ostseefähre »Estonia«, die im Jahre 1994 auf ihrer Fahrt von Tallinn nach Stockholm gesunken ist und mindestens 850 Menschen das Leben gekostet hat. Als Leser fragt man sich: Wie passen die beiden oben genannten Toten und der verwaiste Junge mit diesem schrecklichen historischen Unglück zusammen? Die Antwort nach und nach herauszulesen - davon habe ich mir viel (Spannung und Lehrreiches) versprochen ...

Von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson habe ich bereits Band eins (Später Frost) und zwei (Rotwild) um die beiden Kommissarinnen Ingrid Nyström und Stina Forss gelesen, allerdings ist das schon ein kleines Weilchen her. Nichtsdestotrotz konnte ich mich schnell wieder an die beiden ungleichen Frauen erinnern und habe mich sodann auf einen spannenden Kriminalroman gefreut, zumal ich in letzter Zeit ja eher selten einen gelesen habe und mal wieder richtig Lust auf Nervenaufreibendes hatte.

~ »Estonia«, sagte Edman. »Das ist ein großes Fass. Das ist das größte anzunehmende Fass überhaupt. Sollen wir das öffnen? Können wir das öffnen? Wollen wir das öffnen? Haben wir überhaupt die Mittel dazu?« ~
(S. 226)

Historische Ereignisse in Büchern miteinzubetten, finde ich immer besonders aufregend, schließlich kann man beim Lesen dann ja auch noch was lernen. Ich selbst habe mich nach der Lektüre noch ein wenig in die Thematik rund um die gesunkene Estonia eingelesen und habe festgestellt, dass »Aus eisiger Tiefe« ziemlich gut recherchiert sein dürfte. Zumindest wären mir jetzt keine Ungereimtheiten aufgefallen. Dass sich um dieses Fährunglück viele Mythen ranken, ist mir schnell klar geworden, und genau das ist ja auch Thema in diesem Krimi: Verschwörungstheorien. - Die mitunter sehr verworren daherkommen und bei mir von Zeit zu Zeit für Verwirrung gesorgt haben.
Dennoch fand ich die Idee der Autoren, sich ein solches Ereignis herauszupicken und darum herum eine abwechslungsreiche Geschichte aufzubauen, alles andere als schlecht. Die Geschichte war zum Teil zwar ganz spannend, mir persönlich aber bei weitem nicht spannend genug, vor allem, weil es für mich, gefühlt, zu viele "Baustellen" gab, um von den Geschehnissen dauerhaft wirklich gefesselt zu sein. Aber, ich denke, das ist wahrlich Geschmackssache.

Eine der beiden Hauptfiguren ist die junge Deutsch-Schwedin Stina Forss. Sie ist auf der einen Seite eine recht unnahbare, emotionslose Person, die zur Abgebrühtheit neigt und ganz gerne mal den einen oder anderen (riskanten und vor Blut nur so triefenden) Alleingang wagt. Auf der anderen Seite haben Voosen und Danielsson der guten Stina aber auch weiblich geltende Attribute zugeschrieben, schließlich stöckelt sie ziemlich häufig auf ihren Pumps durch die Ermittlungen ...
Die Hauptkommissarin Ingrid Nyström war mir, im Gegensatz zu Stina, wesentlich sympathischer, aber auch sie hatte etwas an sich, das mich eher abgeschreckt hat: So wirkte sie für mich immer wieder wie ein Opfer der Umstände (Krankheit). Generell würde ich sie als eher negativen, aber dennoch bemühten Menschen beschreiben. Im Grunde sind die beiden Frauen sehr unterschiedlich in ihrem Charakter und ihren Leben. Beide haben ihre persönlichen und privaten Schwierigkeiten, die ebenfalls einen signifikanten Raum in der Story eingenommen haben und ganz bestimmt nicht uninteressant zu verfolgen waren. Ich habe die Geschichten von beiden Damen also sehr gerne gelesen.

~ Forss war effektiv. Aber sie war ebenso unberechenbar. ~
(S. 226)

Allgemein gesehen konnte mich der Krimi leider nicht so sehr fesseln, wie ich mir das gewünscht hätte. Teilweise war er mir zu kompliziert/verworren und weiste zu viele Baustellen auf, um mich auf Dauer überhaupt mitreißen zu können. Die vielen Beschreibungen über den Fährenbau, die Technik, die dahinter steckt und das Geschreibsel über die Werften hätte man sich in meinen Augen sparen oder wenigstens stark kürzen können. Hinzu kommt, dass die Protagonisten-Sicht, aus der erzählt wurde, meiner Meinung nach, zu oft gewechselt hat. In den Ermittlungen ging erst nicht sonderlich viel voran und dann - ganz plötzlich - wird den Kommissaren Schlag auf Schlag alles klar, plötzlich passt alles zusammen und sie kommen zur Auflösung. - Inwiefern das authentisch ist, sei dahingestellt.
Ohne Abzüge punkten konnte alles rund um die Privatangelegenheiten der Buchfiguren. Diese Geschehnisse waren ausnahmslos echt spannend mitzuverfolgen.

Veröffentlicht am 28.03.2017

Wiederherzung / Erliebung

Maitreya - Die sieben Lektionen der Liebe
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Für mich kam dieses Buch genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe es von meiner ehemaligen Nachbarin, die Energetikerin ist, schon vor einiger Zeit geliehen bekommen, es mir aber erst jetzt zu Gemüte geführt. ...

Für mich kam dieses Buch genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe es von meiner ehemaligen Nachbarin, die Energetikerin ist, schon vor einiger Zeit geliehen bekommen, es mir aber erst jetzt zu Gemüte geführt.
Es ist wohl nicht für jeden etwas. - Eher für Leute, die sich mit ihrer eigenen Spiritualität beschäftigen und Interesse daran haben, ihr Bewusstsein zu erweitern.
Vor einiger Zeit habe ich schon ein anderes esoterisches Buch über das große Thema »Liebe« gelesen, allerdings war ich damals anscheinend noch nicht so weit, um es verstehen zu können. In dieser Lektüre ist mir so viel bewusst und klar geworden, habe ich so viel verstanden und annehmen können. Beim Lesen bzw. nachdem ich das Buch jedesmal zugeklappt habe, habe ich mich danach immer richtig energiegeladen gefühlt, also irgendwie ganz anders, kein Vergleich zu dem Gefühl, das ich habe, wenn ich einen gewöhnlichen Unterhaltungsroman lese. Ich habe mir aus »Maitreya« wirklich viel mitnehmen können, mit dem ich an mir arbeiten konnte. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass mich der Inhalt verändert und wahnsinnig bewegt hat - äußerst angenehm/positiv. Und deswegen gibt es von mir die volle Sternezahl dafür!