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Veröffentlicht am 28.10.2019

Miguel und Claudia

Fünf Tage und ein halbes Leben
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"Fünf Tage und ein halbes Leben"ist ein Liebesroman der Autorin Mara Torres und dem Verlag Bastei Lübbe.
Das Cover ist wunderschön,es hat mich direkt angesprochen da die Farben perfekt zusammen passen ...

"Fünf Tage und ein halbes Leben"ist ein Liebesroman der Autorin Mara Torres und dem Verlag Bastei Lübbe.
Das Cover ist wunderschön,es hat mich direkt angesprochen da die Farben perfekt zusammen passen ,mir gefällt das spanische Flair.
Der Schatten stellt Miguel und Claudia dar,die beiden Hauptcharactere der Geschichte. Aber am meisten wird über Miguel und sein deprimierendes Leben geschrieben,der die Hoffnung an eine Jungendliebe nie aufgibt. Und das über Jahrzehnte.
Miguels Geschichte beginnt mit seinem zwanzigsten und endet mit seinem vierzigsten Geburtstag. Hier wird in Jahressprüngen erzählt,die jeweils genau fünf Jahre auseinander liegen,immer an seinem Geburtstag.
Der Schreibstil ist recht flüssig und detailliert,was mir ebenso sehr gut gefällt.
Die Charactere hier sind überschaubar,da wie gesagt am meisten Miguel im Vordergrund steht.
Er ist mir weder symphatisch noch unsymphatisch,er ist ein etwas komischer Character,den man entweder mag oder nicht.
Am Anfang kam er mir sehr unsympathisch rüber,aber nach und nach konnte er bei mir mit einigen Verhaltensweisen etwas an Symphatie gewinnen,aber was sein Verhältnis zu Frauen angeht ist er sehr eigen.

Mit 20 Jahren an seinem Geburtstag lernt er Claudia kennen,er verliebt sich von null auf hundert.
Seine Traumfrau,nach kurzer Zeit weiss er alles über sie,wirklich alles!Das hat schon was von einem Stalker.
Aber irgendwann gesteht er ihr seine Liebe,die nicht erwidert wird und er fällt in ein Loch und hat seitdem ein komisches Verhältnis zu Frauen.
Claudia und er verlieren sich aus den Augen,aber etwas hat sie immer wieder verbunden und er denkt täglich an sie.
Das Ende hat mich sehr überrascht,mit dem ich nicht gerechnet hätte. Dies hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Die einzige Kritik die ich habe :Mir fehlt die Liebe im Buch. Davon habe ich leider nicht wirklich viel von gemerkt.
Ansonsten absolut zu empfehlen für einen gemütlichen Nachmittag!

Veröffentlicht am 06.10.2019

Wahnsinnig interessant!

Die Hinrichtung des Martin P.
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"Die Hinrichtung des Martin P.",geschrieben von Klaus Oppitz und dem Verlag Kremayr-Scheriau als Herausgeber ist ein sehr interessanter Thriller, der zum Nachdenken anregt und ein Thema beschreibt,was ...

"Die Hinrichtung des Martin P.",geschrieben von Klaus Oppitz und dem Verlag Kremayr-Scheriau als Herausgeber ist ein sehr interessanter Thriller, der zum Nachdenken anregt und ein Thema beschreibt,was jeden Tag in der Welt aktuell ist:Die Welt der sozialen Medien.
Hasspostings gehören zur Tagesordnung,das Internet bietet da eine grosse Auswahl an.Hier ist man stärker als in Wirklichkeit,hier verstecken sich Menschen,die oft nicht nachdenken und dessen Konsequenzen nicht bewusst sind,wie hier im Buch.

Martin Pietsch ist schon lange arbeitslos,seine Beziehung zu Rosi nimmt er auch nicht wirklich ernst.Aus Langeweile und Frust trinkt er oft Alkohol .
Als ein 17-jähriger Tschetschene ein kleines Mädchen tötet,wird im Internet und besonders in Facebook viel diskutiert und darüber geschrieben.
Vor allem Hasspostings stehen ganz oben auf der Liste und auch Martin P.zieht mit und veröffentlicht einen Beitrag,indem er den Mörder am liebsten mit einem Messer umbringen will.
Dass er zu dem Zeitpunkt einen riesen Fehler begangen hat, ahnt er noch nicht.Aber die Konsequenzen folgen und ich war richtig vertieft in der Geschichte.
Die Schwester des Mörders Malika wird sehr gut in dem Thriller vorgestellt.
Sie kann ihren Bruder nicht verstehen und verzeihen,sie lebt in der Angst,als Schwester des Mörders entdeckt zu werden und kapselt sich langsam von ihrer Familie ab.
Sie versucht ein sich ein neues Leben aufzubauen,aber im letzten Moment versucht jemand,dies noch rechtzeitig zu verhindern.
Dies geschieht zum Ende hin,wo die Spannung meiner Meinung nach am grössten war.
Dee Thriller ist in 3 Kapitel aufgebaut:Tat,Urteil und Strafe.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen,da auch der Schreibstil des Autors spannend und leicht verständlich ist .
Absolut zu empfehlen!

Veröffentlicht am 19.06.2022

Ein Suspense-Roman, der mich spannungstechnisch leider nicht überzeugen konnte!

Was die Nacht verschweigt
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,,Was die Nacht verschweigt" von Louise Doughty ist ein Suspense-Roman, der am 9. Mai 2022 im ‎Penguin-Verlag erschienen ist. Der Klappentext hat mich anfangs direkt angesprochen und neugierig gemacht, ...

,,Was die Nacht verschweigt" von Louise Doughty ist ein Suspense-Roman, der am 9. Mai 2022 im ‎Penguin-Verlag erschienen ist. Der Klappentext hat mich anfangs direkt angesprochen und neugierig gemacht, sodass ich auf den Inhalt sehr gespannt war. Ich habe mich auf eine Geschichte eingestellt, indem Lisa Evans und der Bahnhofspolizist Lockhart zwei Todesfälle aufklären, die in kurzen Abständen an Gleis 7 stattgefunden haben. Natürlich hatte ich deshalb auch schon vorab einige Fragen in meinem Kopf und habe mich auf eine nervenaufreibende Suche nach diesem mysteriösen Zusammenhang eingestellt. Doch relativ schnell wurde mir klar, dass der Klappentext nicht das wiedergibt, was ich erwartet habe, was eigentlich auch nicht schlimm ist. Als ich verstanden habe, dass die Hauptprotagonistin Lisa Evans hier zu Beginn erst einmal als Geist auftaucht, war ich umso gespannter. Schnell sieht die unsichtbare Tote, dass ein weiterer Mensch an genau derselben Stelle umkommt, an der auch sie ihr Leben beenden musste. Ich habe mir meine Gedanken gemacht und war überzeugt, dass es zwischen den beiden Menschen mit Sicherheit einen Zusammenhang geben muss. Auf der Suche nach dem Grund, warum Lisa und der Mann an derselben Stelle zu Tode kamen, wurde ich jedoch in eine ganz andere Richtung geführt, mit der ich überhaupt nicht mit gerechnet habe.

Im Laufe der Handlung habe ich hauptsächlich sehr detailliert erfahren, wie die Beziehung zu Lebzeiten von Lisa Evans und ihrem Freund Matthew, einem angesehenen Arzt, verlief. Dieser Abschnitt wird aus ihrer Sicht geschrieben, aber auch als Geist schildert sie das komplette Geschehen aus ihrer Perspektive. Beobachtungen, die sie immer wieder macht, werden teilweise sehr ausschweifend erzählt. Diese haben mich ehrlich gesagt auch nicht immer großartig interessiert, da es der Spannung nur unnötig geschadet hat. Die Autorin schreibt sehr ausführlich, für mich war es oft einfach zu detailliert, zusammenhanglos und uninteressant. Bei 512 Seiten hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass dieser Zweck nur zum befüllen der Seiten gedient hat. Ich mag es wirklich gerne detailliert und bildlich, hier war es mir dann doch regelmäßig zu viel des Guten. Louise Doughty hat schon versucht, den Spannungsbogen die ganze Zeit über bei der Stange zu halten, was für mich aber schon allein wegen des ausschweifenden Geplapper von Lisa gescheitert ist. Davon abgesehen, ist dieser suspensetypisch sehr groß angelegt und ich war trotzdem die ganze Zeit über gespannt, was mich erwartet, weshalb das Buch weiterhin meine volle Aufmerksamkeit bekam. In der Hoffnung, am Ende doch noch auf etwas Spektakuläres und/oder eine überraschende, unerwartete Wendungen zu treffen, wurde ich für mich persönlich leider enttäuscht.

Die toxische, manipulative und extreme Beziehung von Lisa zu Matthew hat mich zwar in sehr erschreckende Abgründe dieser Beziehung blicken lassen, die Entwicklung vom Kennenlernen bis zu Lisas Tod an Gleis 7 konnte ich gut und verständlich mitverfolgen. Jede Veränderung und vor allem das Verhalten des Arztes gegenüber Lisa hat mich sehr berührt und schockiert. Doch auch hier muss ich enttäuschenderweise sagen, dass mir der große Knall danach ebenfalls gefehlt hat. Matthew ist ein manipulativer Kontrollfreak, Lisas’ Andeutungen, er sei schuld an ihrem Tod, hat mich enttäuscht. Die ursprüngliche Handlung und die ersten Kapitel waren vielversprechend, aber dann verlangsamte sich plötzlich alles. Bis auf den Verlauf der teuflischen Beziehung hat mich die Geschichte bedauerlicherweise nicht gefesselt. Einige Nebenprotagonisten kamen zwischendurch vor, dessen Sinn in der Geschichte war mir meistens unklar. Warum der Mann nach Lisa auf Gleis 7 unter den Schienen kam, wurde mit der Zeit aufgeklärt, mit Lisas’ Schicksal hatte dies jedoch in meinen Augen nicht viel gemeinsam. Vom Polizisten Lockhart hatte ich auch mehr erwartet. Außer, dass er ein paar Recherchen getätigt hat, konnte mich seine magere Anwesenheit nicht überzeugen.

Es kommen einige brisante Themen wie Suizid, Kindesmissbrauch und der Verlauf einer stark psychischen Abhängigkeit innerhalb einer Beziehung vor. Spannungstechnisch und gefühlsmäßig konnte mich der ruhige Inhalt mit mystischem Hauch nicht überzeugen, jedoch fand ich den Schreibstil der Autorin klasse. Dieser ist sehr authentisch, flüssig und lebendig. Bis zum Ende habe ich enttäuschenderweise vergebens auf einen großen Showdown gehofft. Lisa, die ich als lebendige, junge Lehrerin sowie als Geist immer besser kennenlernen konnte, ist sehr tief ausgearbeitet. Ich konnte ihre Gedanken und Handlungen meistens sehr gut mitverfolgen und ab und zu auch nachvollziehen. Sie hat ihre Geschichte von ihrem Leben erzählt, welches von vielen Hochs begleitet wurde und schlagartig in einen tiefen Abgrund landet. Von mir gibt es zweieinhalb Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2022

Toxische Freundschaften und Geheimnisse aus der Vergangenheit sorgen für geschickt ineinander verflochtene Handlungsstränge!

Freunde. Für immer.
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Toxische Freundschaften und Geheimnisse aus der Vergangenheit sorgen für geschickt ineinander verflochtene Handlungsstränge!

Der Thriller ,,Freunde. Für immer.“ von Kimberly McCreight ist am 02.05.22 ...

Toxische Freundschaften und Geheimnisse aus der Vergangenheit sorgen für geschickt ineinander verflochtene Handlungsstränge!

Der Thriller ,,Freunde. Für immer.“ von Kimberly McCreight ist am 02.05.22 im Droemer Knaur-Verlag erschienen. Die 370 Seiten habe ich mit gemischten Gefühlen beendet, da der Inhalt zwar gut durchdacht geschrieben ist, bis zur Hälfte wurde mir persönlich jedoch ein sehr langsames und schleppendes Tempo aufgebaut. Die Geschichte kommt sehr langsam in Fahrt und hatte anfangs überhaupt keinen Thrill. Erst ab der Mitte wurde es so langsam spannend, sodass ich von einer Wendung überrascht wurde, die mir gut gefallen hat und die ich so nicht erwartet habe. Deshalb ist der Autorin das Ende meiner Meinung nach super gelungen, doch zwischendurch musste ich mich das ein oder andere Mal durch die Seiten kämpfen.

Die Protagonisten haben mich die ganze Zeit über gar nicht überzeugt, ich empfand die hochnäsige Clique als äußerst unsympathisch. Es lag nicht einmal an dessen Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, sondern das Verhalten jedes Einzelnen fand ich oftmals schon zu unglaubwürdig. Diese Freunde-Gruppe, die sich auf eine freundschaftliche Weise so innig liebt, hat überhaupt kein Gewissen, was unter anderem dazu beigetragen hat, dass bei mir kein einziger mit Sympathie punkten konnte. Auch im weiteren Verlauf wurde mir diese Eigenschaft bestätigt, was ich nicht mehr als Verdrängung hinnehmen konnte. Die Atmosphäre war in der Gruppe von Anfang an sehr angespannt, die Gründe waren schnell zu durchschauen. Ein Klischee hat das nächste gejagt und als Jonathans’ Verlobter plötzlich auch noch mit Anwesenheit glänzte, wurde die Anspannung im Wochenendhaus immer größer. Doch der Gewinner der unsympathischsten Charaktere war der Künstler Finch, der sich selbst zur Gesellschaft eingeladen hat und von Anfang an regelmäßig für Aufruhr zwischen den Freunden gesorgt hat. Auch der Sohn eines Bauunternehmers hat mit seinem widerlichen Verhalten nicht gegeizt. Es geht um ein Geheimnis aus der Vergangenheit, welches unter der Gruppe ausgeschwiegen wird, Drogen, Geldschulden und weitere unüberlegte Taten der Protagonisten, weshalb sie sich am angeblichen Junggesellenabschied immer mehr und tiefer in den Abgrund stürzen. Besonders die unüberlegten Aktionen haben dafür gesorgt, dass diese, welche zu der höheren Schicht der Gesellschaft gehören, total unglaubwürdig rüberkamen.

Obwohl das Buch abwechselnd aus der Sicht von Jonathan, Derrick, Keith, Stephanie, Maeve und Detektive Julia Scutt geschrieben wurde, konnte ich die Gedanken und Handlungen der Freunde nicht folgen oder nachvollziehen. Sie waren für mich außerdem zu flach und unglaubwürdig. Bei Detektive Julia Scutt sah es dagegen öfter anders aus, da sie für mich authentischer rüberkam. Obwohl sie herausfinden muss, was an dem Unfallort geschehen ist, wird sie von dem Mord an ihrer Schwester aus der Vergangenheit eingeholt. Obwohl es Parallelen zum aktuellen Leichenfund und dem ihrer Schwester gibt, versucht sie keinen Zusammenhang zu konstruieren. Doch es gelingt ihr nicht immer und kleine Details verraten ihr den wahren Mörder. Im Nachhinein kann ich mich ebenfalls an diese Details erinnern, denen ich jedoch keine allzu große Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, jedoch nichts Besonderes. Die ganze Geschichte wird eher oberflächlich geschrieben, doch die ineinander verflochtenen Handlungsstränge empfand ich als sehr gelungen. Diese kamen wie erwähnt leider erst ziemlich spät, sodass ich vorher größtenteils mit den einzelnen Gedanken der Freunde gefüttert wurde. ,,Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast!“, dieser Satz spielt eine wichtige Rolle bei den fünf, den sie jahrelang erfolgreich ignorieren konnten. Doch plötzlich sollen diese Worte die Wahrheit ans Licht bringen und es wird immer deutlicher, dass die Freundschaft zwischen den jungen Menschen weitaus mehr verbindet als Sympathie füreinander. Wer hier die Wahrheit sagt und wer Dreck am stecken hat, hat deshalb für ein rasantes Finale gesorgt. Mehr als drei Sterne kann ich für den Gesamtinhalt trotzdem nicht vergeben. Die Geschichte ist keinesfalls schlecht, ein Highlight war sie wiederum auch nicht. Für mich war es insgesamt zu ruhig, kaum Spannung und zu viele Längen, die einfach nur die Seiten gefüllt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2022

Ein Nordsee-Krimi mit mäßiger Spannung und einer Menge Lokalkolorit!

Nordwestnacht
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,,Nordwestnacht“ der Autorin Svea Jensen ist ein Kriminalroman, der am 22.03.22 im HarperCollins-Verlag erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für die Soko St. Peter-Ording, der mir diesmal leider nicht ...

,,Nordwestnacht“ der Autorin Svea Jensen ist ein Kriminalroman, der am 22.03.22 im HarperCollins-Verlag erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für die Soko St. Peter-Ording, der mir diesmal leider nicht so gut wie die Vorgänger gefallen hat. Das Cover passt hervorragend zu den anderen beiden Bänden, da es einen großen Wiedererkennungswert hat. Es strahlt eine düstere und beklemmende Atmosphäre aus, auf die ich mich sehr gefreut habe. Doch enttäuschenderweise habe ich hiervon während des Lesens nur unregelmäßig etwas gespürt, da sich für mich die Handlung zu oft in die Länge gezogen hat. Auch die privaten Probleme der Kommissare waren für meinen Geschmack teilweise etwas zu ausschweifend beschrieben. Dies hat den Spannungsbogen regelmäßig in den Ruhemodus versetzt, weshalb ich meistens nur schleppend mit dem Lesen des Buchs vorankam. Das Setting des Krimis wurde von der Autorin detailliert und bildlich beschrieben, die Nordseelandschaft in St. Peter-Ording konnte ich mir wirklich sehr gut vorstellen. Die Geschichte beinhaltet viel Lokalkolorit, was ich von den Vorgängerbänden schon kenne und mir auch diesmal erneut gut gefallen hat.

Obwohl ich auf diesen Band sehnsüchtig gewartet habe, konnte mich die Handlung im Ganzen nicht so richtig überzeugen. Der Kriminalfall ist spannend, keine Frage. Aber das drumherum war mir oftmals einfach zu viel. Wie erwähnt hat mir das Privatleben der Protagonisten Anna Wagner, Hendrik Norberg und Nils Scheffler zu viel Raum eingenommenen, sodass der spannende Fall in den Hintergrund gedrängt wurde. Es gab Abschnitte, die mich schon fast gelangweilt haben und ich gehofft habe, dass die Autorin endlich wieder zum eigentlichen Punkt kommt. Der Krimi kommt deshalb jedoch sehr authentisch und lebendig rüber, der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und bildlich. Auf der Suche nach dem Mörder und der verschwundenen Schauspielerin kommen ziemlich spät erst interessante Details ans Licht, die Ermittlungen laufen eher schleppend voran. Neugierige Nachbarn, die zu jeder Uhrzeit die Nachbarschaft im Auge haben, durften hier natürlich nicht fehlen.

Der Schauplatz Sankt Peter-Ording ist klasse gewählt und gibt dem Krimi das gewisse Etwas. Detailliert und schon fast malerisch erzeugt Svea Jensen klare Bilder während des Lesens, sodass ich neben dem Mord des Aufnahmeleiters und der Suche nach der Schauspielerin von tollem Nordsee-Feeling heimgesucht wurde. Dies ist deshalb ein waschechter Regionalkrimi. Trotzdem, bis zum Fund des Leiters hat es für meinen Geschmack etwas zu lange gedauert, auch ansonsten konnte ich keinen konstanten Spannungsbogen feststellen. Zum Ende hin wurde es schließlich besser und dann auch rasant, was mir bei fast 400 Seiten einfach zu lange gedauert hat. Das bin ich aus den Vorgängerbänden nämlich nicht gewohnt, so richtig warm wurde ich mit dem Buch deshalb leider nicht. Trotzdem ist der Fall komplex und bedauerlicherweise erst zu spät wendungsreich und spannend. Ich habe mich vorher oft gefragt, wie der Mord und das Verschwinden der jungen Frau zusammenhängen, denn an einen Zufall habe ich nicht geglaubt. Auch das Motiv des Täters hat mich lange Zeit beschäftigt und somit ständig rätseln lassen. Das plötzliche Verschwinden der Schauspielerin hat mich ebenfalls beschäftigt und ich habe mich öfter gefragt, ob sie vielleicht doch in einem anderen Licht steht als vermutet. Doch mit Geduld wurden all meine offenen Fragen beantwortet und jedes Puzzleteil hat seinen richtigen Platz gefunden. Der mysteriöse Täter war für mich bis zum Schluss nicht zu erahnen. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und kommen mit ihren Ecken und Kanten authentisch zur Geltung: Anna Wagner, die frisch verliebt ist, Hendrik Norberg, dessen Gewissen hin und her schwankt und Nils Scheffler, der als Polizeiberater am Drehset mitmischt. Er hat sich in die verschwundene Schauspielerin verliebt, weshalb ihm ihre Suche doppelt am Herzen liegt. Er ist wie immer höchst motiviert und sympathisch, doch dieser Fall geht ihm besonders an die Nieren. Da er seine Gefühle nicht unterdrücken kann, kommt er immer wieder in verzwickte Situationen.

Auch wenn mich diese Geschichte diesmal nicht allzu sehr vom Hocker gehauen hat, werde ich den Folgeband aber auf jeden Fall lesen. Das Ende hat mich mit einem Cliffhanger überrascht, weshalb ich auf die Fortsetzung erneut gespannt bin. Dieser macht mich jetzt schon sehr neugierig und ich bin deshalb schon sehr gespannt. Geschmäcker sind verschieden, meiner war es hier diesmal nicht ganz. Deshalb gibt es von mir für ,,Nordwestnacht“ enttäuschenderweise nur drei Sterne.

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