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Veröffentlicht am 02.04.2022

Ein spannender Thriller mit ein paar Schwächen!

Killout
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,,Killout: Der Mörder ist näher, als du denkst“ von Darren O′Sullivan ist ein Thriller, der am 22.02.2022 im HarperCollins-Verlag erschienen ist. Ich habe dieses Buch mit gemischten Gefühlen beendet, denn ...

,,Killout: Der Mörder ist näher, als du denkst“ von Darren O′Sullivan ist ein Thriller, der am 22.02.2022 im HarperCollins-Verlag erschienen ist. Ich habe dieses Buch mit gemischten Gefühlen beendet, denn es gab für mich einige gute, jedoch auch genau so viele negative Punkte, die mir in dieser psychologischen Handlung aufgefallen sind. Claire Moore ist die Hauptfigur, die seit einem brutalen Mordversuch nur noch ein Schatten ihres Selbst ist. Ein psychisches Wrack, welches ohne Hilfe ihrer Mutter nicht alleine lebensfähig ist. Obwohl der missglückte Anschlag 10 Jahre her ist, leidet sie an extremen Zwangsstörungen, Phobien, Alpträumen und sie hat große Schwierigkeiten, sich der Realität anzupassen. Auch ihre Körperhygiene kann sie nur unter sicherer Aufsicht ihrer Mutter ausführen. Jeder Versuch, vor die Haustür zu gehen, endet in einer Panikattacke und ihre Halskette, die aus ihren Haus- und Fensterschlüsseln (Haustür, Hintertür, Fenster oben, Fenster unten) besteht, gibt ihr zumindest etwas Sicherheit. Diese Kette wird, wenn überhaupt, nur kurz fürs unregelmäßige Duschen abgelegt, ansonsten ist dieser Zustand für Claire nicht zu ertragen. Ihre Mutter unterstützt sie seit Beginn ihres Martyriums und hilft ihr in jeder für Claire verzweifelten Lage. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, dann gehört ein Mensch in diesem Dauerzustand in eine Psychiatrie, um endlich wieder am Leben teilnehmen zu können. In der Realität würde Claire bestimmt nicht 10 Jahre lang so krank und ohne fachliche Hilfe überleben, auch wenn ihre Mutter sich größte Mühe gibt. Außer ein paar wenige, unregelmäßige Therapiestunden und Medikamente konnte ich keine weiteren Behandlungen ihrer geschädigten Seele erkennen. Größtenteils ging es darum, ihr seelisches Leid bis ins kleinste Detail zu erfahren. Obwohl dies sehr authentisch rüberkamen, haben sich diese Erzählungen und Schilderungen oft wiederholt. Klar hatte ich Mitleid mit ihr und auch was ihr im weiteren Verlauf widerfährt, hat mich teilweise mit ihr mitfiebern und mitzittern lassen. Besonders dann, wenn ein plötzlicher Stromausfall ihre Nerven bis zum äußersten strapaziert hat. Auch als weitere Morde geschehen, konnte ich Claires’ Gedanken und Angst sehr gut nachvollziehen. Dieser Charakter war mir unheimlich sympathisch und ihr Schicksal hat mich nicht kaltgelassen, jedoch waren ihre Versuche, sich selbst zu therapieren, bis zum Ende erfolglos. Deshalb glaubt sie, verschiedene Verdächtige als den Trittbrettfahrer des Blackout-Killers' zu identifizieren, mit fatalen Folgen.

Ihre eisige Hand, die regelmäßig zum Leben erwacht und das ständige zubereiten und trinken von Tee waren auffällige Wiederholungen, die meinen Lesefluss etwas gestört haben. Ich empfand es als willkommene Abwechslung, wenn selten mal ein Kaffee getrunken wurde. Neben Claires’ Perspektive kam auch der Blackout-Killer zu Wort, der nach und nach seine Gründe fürs Morden offenbart hat. Auch warum er so sehr auf Claire fixiert ist, hat für Abwechslung und Spannung gesorgt. Er schreibt verstörende Briefe, mit denen er sein überlebendes Opfer überraschen will. Dieser Teil des Killers hat mir gut gefallen, der für ordentliche Spannung gesorgt hat. Er erzählt außerdem von seinen Mordmethoden, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Trotzdem konnte ich mir seine schrecklichen Taten bildlich sehr gut vorstellen. Insgesamt ist der Schreibstil des Autors bildlich, flüssig, klar und authentisch. Er sorgt für eine permanent, angespannte Atmosphäre.

Es sind hin und wieder, besonders am Ende, gelungene Twists eingebaut, die mich überrascht haben. Besonders am Ende gab es eine Wendung, die ich überhaupt nicht erwartet habe. Doch das offene Ende hat mich wiederum enttäuscht. Denn gerade, als ich richtig Gänsehaut bekam, war Schluss und ich wurde enttäuscht zurückgelassen. Ich hätte meine Fantasie anregen können und mir ein eigenes Finale durchspielen können, doch ich fand den abrupten Abbruch sehr schade. Der Plot ist definitiv sehr interessant, mich haben aber, wie schon erwähnt, einige Längen und Wiederholungen gestört. Es hat immer wieder gedauert, bis Spannung aufkam, die dann auch so schnell wie sie gekommen, auch wieder verschwunden ist. Mit dem Protagonisten Paul, dem Claire versucht zu vertrauen und auf dem besten Weg war, sich in ihn zu verlieben, hatte ich eigentlich, was seine Rolle anging, recht behalten. Auch wenn versucht wurde, mich auf eine falsche Fährte zu führen und zu verwirren, habe ich bis zum bitteren Ende seine wahre Identität durchschaut. Die Rolle eines vermutlichen Stalkers von Claire war, wenn man die Schilderungen des Blackout-Killers' richtig deutet, vorhersehbar. Mit einem konstanteren Spannungsbogen, weniger Wiederholungen und Längen hätte mir ,,Killout“ wesentlich besser gefallen.

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Veröffentlicht am 02.03.2022

Skurrile Charakter und ausschweifende Situationen haben mich leider nicht überzeugt!

Der Garten des Sargmachers
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,,Der Garten des Sargmachers" von Stuart MacBride ist der dritte Band seiner Detective Constable Ash Henderson-Reihe, welcher am 18. Oktober 2021 im Goldmann-Verlag erschienen ist. Dies war mein erster ...

,,Der Garten des Sargmachers" von Stuart MacBride ist der dritte Band seiner Detective Constable Ash Henderson-Reihe, welcher am 18. Oktober 2021 im Goldmann-Verlag erschienen ist. Dies war mein erster Thriller des Autors und ich habe anhand des Klappentextes ehrlich gesagt eine andere Handlung erwartet. Ich bin mit hohen Erwartungen an das Buch gegangen, denn eine rasante Serienmörderjagd in den Highlands hat mich sehr neugierig gemacht. Doch leider konnte mich dieser Thriller nicht begeistern, da ich den Inhalt sehr langatmig fand. Der Autor hat sich in Nebensächlichkeiten verloren, sodass ich von Spannung nicht viel gemerkt habe. Schwarzer, schottischer Humor hätte mich im Grunde nicht gestört, doch in dieser Geschichte war mir davon zu viel enthalten. Das ist der Grund, warum ich die kompletten 640 Seiten überhaupt nicht ernst nehmen konnte. Ich würde diesen Thriller deshalb eher in die Kategorie Cosy-Krimi einordnen.

Der Thriller enthält zwei Handlungsstränge. Nicht nur die Jagd nach dem plötzlich verschwundenen Killeropa Gordon Smith ist ein Teil der Handlung. Dieser hat verstörende Fotos in seinem Keller versteckt und unzählige Leichen in seinem Garten vergraben. Gleichzeitig wird dringend nach einem Kindermörder gesucht, der kleine Jungs auf brutale Weise tötet. Diesen Job versucht Alice, die Polizeipsychologin und Kollegin von Ash Henderson, aufzuklären. Doch anstatt sich intensiv um ein Täterprofil zu kümmern, besäuft sie sich täglich bis zur Bewusstlosigkeit, sodass es ihr am nächsten Tag dementsprechend geht. Als sie gegen Ende eine heiße Spur verfolgt, kommt Henderson mit seinem ebenfalls nicht ganz normalen Kollegen Shifty dem vermutlich pädophilen Täter auf die Spur. Da er zu der Zeit aber einen guten Lauf hat, ist er auch dem Killeropa dicht auf den Fersen und versucht ihn, trotz Unwetter, zu stellen. Er wendet, wie die ganze Zeit über, seine eigenen Ermittlungsmethoden an. Obwohl dieser von einer vergangenen Schussverletzung im Fuß diesen kaum mehr belasten kann und am Stock geht, vergisst er häufig seine Schmerzen und sein Gehumpel. Auch der Krückstock wird zweckentfremdet und nach Lust und Laune in die Extremitäten seiner Gegner gerammt. Oft hatte ich das Gefühl, dass Henderson unsterblich ist. Denn er bekommt regelmäßig ordentlich Prügel und ist im Anschluss trotzdem noch fit genug, um auf Verbrecherjagd zu gehen. Seine große Klappe ist schon sehr auffällig, welche ich anfangs noch lustig fand. Doch da er permanent seine Mitmenschen beleidigt, egal ob persönlich oder in Gedanken, hat mich seine Art mit der Zeit immer mehr genervt. Dass er auch noch die Dienste zweier Auftragskiller in Anspruch nimmt, die ihn kurz davor zusammengeschlagen haben, war dann die absolute Krönung. Selbst die beiden konnte ich überhaupt nicht ernst nehmen, da sie sich wie Pat und Patterchon aufgeführt haben.

Alle Protagonisten sind skurril gezeichnet, welche einfach übertrieben dargestellt wurden. Hendersons′ Chefin, die von allen „Mutter“ genannt wird, Helen, eine äußerst knasterfahrene Aggro-Oma und besonders der Killeropa Gordon Smith, der seine tote Frau in der Urne überall mit hinschleppt, haben mich mehrmals an eine Comedyserie erinnert. Ich habe zwar öfter gelacht, was ich bei einem Thriller mit ernster Handlung nicht gemacht hätte. Zum Lachen gehe ich definitiv nicht in den Keller und auch gegen schwarzen Humor habe ich nichts, doch in Verbindung mit dieser Handlung sind diese Punkte für mich nach hinten losgegangen. Oftmals wurden beide Fälle arg in den Hintergrund gedrängt, da immer wieder langatmige Erzählungen in den Vordergrund gerückt sind. Stuart MacBride schreibt sehr detailliert und ausschweifend, was der Spannung überhaupt nicht gutgetan hat. Von einem Spannungsbogen kann ich leider überhaupt nicht sprechen.

Der Schreibstil dagegen ist flüssig, klar und lebendig. Die Atmosphäre ist unheimlich dicht, sodass ich mich gedanklich öfter in Schottland wieder gefunden habe. Das schottische Setting und das stürmische, kalte Wetter in den Highlands wird spürbar beschrieben. Ein weiterer Pluspunkt war Hendersons′ Hund Henry, der mir von der kompletten Truppe am normalsten erschienen ist. Der Plot ist von der Idee her nicht schlecht, doch die skurrilen Charaktere und viele nicht ernst zu nehmende Situationen konnten mich persönlich bedauerlicherweise nicht überzeugen. Von mir gibt es deshalb nur 2,5 Sterne! Für mich war der Gesamtinhalt enttäuschenderweise nicht teuflisch genug. Der britische Humor war für einen Thriller einfach zu viel. Die Begegnungen zwischen Henderson und Smith waren spannend, diese konnten den Rest jedoch nicht wieder gut machen.

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Veröffentlicht am 19.02.2022

Ein tödlicher Killervirus mit unersättlichem Hunger, der es auf zwei Schwestern abgesehen hat!

Red Hands – Tödliche Berührung
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,,Red Hands – Tödliche Berührung" von Christopher Golden ist am 4. Januar 2022 im Cross Cult-Verlag erschienen. Hierbei handelt es sich um einen Horror-Thriller aus dem Bereich Übersinnliches und Okkultismus. ...

,,Red Hands – Tödliche Berührung" von Christopher Golden ist am 4. Januar 2022 im Cross Cult-Verlag erschienen. Hierbei handelt es sich um einen Horror-Thriller aus dem Bereich Übersinnliches und Okkultismus. Ich war von dem Klappentext sehr angetan. Der Anfang hat mir auch klasse gefallen und ich kam gut mitten ins Geschehen rein, der weitere Verlauf der Geschichte konnte mich dagegen oft nicht in den Bann ziehen. Ein Killervirus, der es auf zwei Schwestern abgesehen hat und diese zu Zombies verwandelt, hat leider nicht so ganz meinen Geschmack getroffen. Dieser gefährliche Virus, der sich bei der kleinsten Berührung zur schnell tödlichen Waffe entwickelt, war eigentlich gar nicht das große Problem. Der Plot ist recht interessant und spannend gewesen, doch mich haben zwischendurch Längen, die ich teilweise als langweilig empfunden habe, abgeschreckt. Besonders die Protagonisten Ben Walker und Maeves’ Vater Ted Sinclair, dessen starkes Alkohol- und Drogenproblem regelmäßig erwähnt werden musste. Dafür hat sich die Spannung jedes Mal einen großen Minuspunkt eingefangen. Denn anstatt sich auf Maeve Sinclair, die mit dem tödlichen Killervirus infiziert wurde, zu konzentrieren, wurden private Details einiger Figuren eingefügt, die für die Handlung nicht groß relevant waren. Auch die beste Freundin von Ted, Rue Crooker, fand ich persönlich in dieser kompletten Handlung fehl am Platz. Sie hat zwar einige Seiten gefüllt, jedoch hat ihre Anwesenheit in meinen Augen nicht großartig was Sinnvolles zum Geschehen beigetragen. Der Autor hat versucht, mir mit einigen Gedankengängen einzelner Protagonisten dessen emotionale Seiten näherzubringen, welche bei mir leider nicht so richtig angekommen sind. Auch Walkers’ Gewissensbisse gegenüber seinem Sohn hätten nicht ständig erwähnt werden müssen. Hier will zum Beispiel der stockbesoffene und körperlich schwer angeschlagene Ted seine Tochter, die allmählich zum Zombie mutiert, suchen. Dazu setzt er sich ans Steuer, in einer Hand das Lenkrad, in der anderen die gute, alte Jack Daniels-Flasche. Ob dies gereicht hat, um seine starken Schmerzen zu betäuben, obwohl er einige Stunden vorher auf der Parade vom Todesfahrer angefahren wurde und über seine Windschutzscheibe flog, konnte ich mir ebenfalls nicht vorstellen. Auf jeden Fall konnte ich deutlich spüren, dass er sich nichts sehnlicher als ein paar Pillen gewünscht hat, um seine Situation erträglicher zu gestalten. Diese ständigen Wiederholungen hätten auf 400 Seiten nicht mehrmals wiederholt werden müssen, da sie, wie gesagt, mir die Spannung geraubt haben.

Die Geschichte ist definitiv brutal und teilweise etwas eklig, denn das Verhalten von Maeve wird gut beschrieben. Je weiter sie zur tödlichen Bedrohung mutiert, desto detaillierter wurde ihr dahinsiechen dargestellt. Auch ansonsten hat der Autor durch seine detaillierten Beschreibungen klare Bilder erschaffen, sodass ich die Handlung sehr gut vor meinen Augen hatte. Nicht nur das plötzliche Attentat, sondern auch die rasante Jagd nach Maeve wurde spannend und brutal geschildert. Ihre Gefühle in sämtlichen Situationen kamen deutlich und glaubhaft rüber, ich konnte ihren inneren Kampf mit den Dämonen sehr gut nachvollziehen. Plötzlich wurde sie auf der einen Seite selbst ein Opfer, auf der anderen Seite jedoch eine Gefahr, die zur Bedrohung geworden ist. Wie schnell ihre tödlichen Berührungen killen konnten und wie rasant sich ihr Hunger ausgebreitet hat, empfand ich als spannend erzählt. Diese blutige Erzählung wird aus mehreren Perspektiven geschildert, Walker und Maeve stehen dabei im Fokus und nehmen die Rollen des (guten) Jägers und der Gejagten ein. Obwohl dies ein Horror-Thriller ist, war mir einiges zu weit hergeholt. Zum Ende hin wurde es immer unglaubwürdiger und ich kam mir vor wie in einem klassischen Zombiefilm. Das Buch enthält 29 Kapitel, die zwar nicht wie von mir bevorzugt kurz sind, dennoch trotzdem angenehm zu lesen waren. Die durchschnittliche Lesedauer eines Kapitels liegt im Durchschnitt bei einer viertel Stunde.

Maeve, die stolz auf ihren Heimatort Jericho Falls ist, wurde im Gegensatz zu den restlichen Protagonisten tief ausgearbeitet und ihren Leidensweg konnte ich während der Handlung sehr gut nachvollziehen. Ihre schleichende psychische Veränderung und äußerliche Verwandlung wurde detailliert und gut beschrieben, ihre Flucht vor den zahlreichen Jägern hat mich teilweise sehr mitfiebern lassen. Obwohl die Atmosphäre anfangs gelassen und fröhlich erscheint, ändert sich diese schlagartig. Denn die Parade zum Feiertag am 4. Juli in Jericho Falls, die wie jedes Jahr um 11 Uhr abgehalten wird, endet im schrecklichen Desaster und hinterlässt viele Tote. Wie aus dem Nichts rast ein Auto von der Kingsbury Road in die feiernde Menschenmenge und tötet so schon einige Menschen. Als der Fahrer das Fahrzeug anschließend verlässt, berührt er weitere Bewohner, die anschließend auf der Stelle qualvoll sterben. Auch Maeve wird von der tödlichen Berührung des Fahrers nicht verschont, doch im Gegensatz zu den anderen Menschen bleibt sie am Leben. Sie stellt schnell fest, dass sie diese tödliche Gabe an andere Menschen weitergeben kann und flieht vor allen Lebewesen und vor allem vor sich selbst. Als plötzlich eine unheimliche Stimme in ihrem Kopf auftaucht und sie von bizarren Alpträumen geplagt wird, droht ihr Verstand durchzudrehen. Sie wird körperlich immer schwächer und der einzige Weg um an neue Energie zu gelangen ist ihren immer größer werdenden Hunger zu stillen, indem sie einen Menschen berührt. Es dauert nicht lange bis ihre Schwester Rose und Walker bei Maeve sind, weshalb sie ihren Drang nach einer tödlichen Berührung immer schlimmer unterdrücken muss. Hier habe ich oft mitgefiebert, denn als ihr Hunger mit der Zeit immer größer wird, konnte ich ihre nächsten Schritte irgendwann nicht mehr einschätzen. Ihre Qualen, die sie permanent durchlebt, haben mich schockiert und mitleiden lassen. Die rasante Jagd nach Maeve wurde extrem brutal und schockierend beschrieben, keiner ihrer Jäger hat auch nur einen Funken Rücksicht auf sie oder weitere Menschen genommen.

Was es mit dieser geheimnisvollen, tödlichen Fähigkeit auf sich hat, wurde mit der Zeit erklärt. Wie sie sich bei Maeve geäußert hat, war mir am Ende dann doch etwas zu absurd. Ich mag zwar Horror und Gruselelemente, Zombies dagegen langweilen mich. Ich habe diese Wendung anfangs nicht erwartet, weshalb bei mir ab diesem Zeitpunkt der Lesespaß rapide abgenommen hat und ich froh war, als ich die letzte Seite erreicht habe. Das offene Ende fand ich ebenfalls enttäuschend, auch wurde ich nicht über den weiteren Verlauf einer weiteren Infizierten informiert. Wenn dies alles auf eine Fortsetzung hinauslaufen soll, dann werden meine offenen Fragen wohl nicht mehr beantwortet werden. Denn wie gesagt, Horrorgeschichten lese ich ganz gerne. Bei der Entstehung von Zombies dagegen bin ich aber dann raus, weil ich diese Kreaturen einfach albern und langweilig finde. Der Schreibstil des Autors dagegen ist flüssig, bildlich und angenehm zu lesen, von mir gibt es für die tödliche Berührung insgesamt trotzdem leider nur 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.02.2022

Ein wendungsreicher, rasanter Thriller und ein Bulle, der so manchen Psychopathen die Show stiehlt!

Vollblutbulle
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Kurz vor seiner Pensionierung bekommt der Bulle einen neuen Fall auf seinen Tisch. Ein Prostituierten-Mord. Als er beginnt, mit seinen üblichen Methoden zu ermitteln, wird er von dem Fall entbunden. Auf ...

Kurz vor seiner Pensionierung bekommt der Bulle einen neuen Fall auf seinen Tisch. Ein Prostituierten-Mord. Als er beginnt, mit seinen üblichen Methoden zu ermitteln, wird er von dem Fall entbunden. Auf eigene Faust macht er weiter und stößt auf einige Ungereimtheiten. War der Täter wirklich der Familienvater Andreas Steinhoff? Oder versucht jemand, ihm den Mord in die Schuhe zu schieben? Und was verschweigt der Zuhälter der ermordeten Nutte? Als ein weiterer Mord geschieht, wird der Fall noch komplizierter. Wird es dem Bullen gelingen, den wahren Mörder zu stellen?


,,Vollblutbulle" von Alexander Wolf ist ein Thriller, der am 12. Januar 2022 im RedrumBooks Verlag erschienen ist. Da die Bücher aus dem Verlag nichts für Zartbesaitete sind, sollte man sich auf keinen ruhigen Inhalt einstellen. So wie in ,,Vollblutbulle", der alles andere als ein herkömmlicher Thriller ist. Mich hat er insgesamt gut unterhalten, denn diese rasante Story ist vielfältig und wendungsreich. Mit einer derben Fäkalsprache sollte man wirklich kein Problem haben, denn diese begegnete mir hier regelmäßig. Aber sie passt zum Inhalt und besonders zum Vollblutbullen, der vielen Psychopathen die Show stehlen kann.

Das Buch ist vom Schreibstil her flüssig und einfach geschrieben, sodass ich der Handlung ganz gut folgen konnte. Einige Szenen wurden übertrieben dargestellt und etwas weit hergeholt, weshalb sie oftmals sehr unglaubwürdig rüberkamen. Der Autor hat seiner vielfältigen Fantasie merklich ungenierten Lauf gelassen, die er in dieser verrückten Geschichte aufs Papier gebracht hat. Durch den flüssigen und bildlichen Schreibstil hatte ich während des Lesens ganz klare Bilder vor Augen. Da aus mehreren Perspektiven geschrieben wird, wurde es mir zu keiner Zeit langweilig. Zwischendurch wurde ich aus einem verwirrenden Handlungsstrang, der mystische Elemente enthält, nicht schlau. Bis zur Aufklärung konnte ich diesen Strang der restlichen Handlung nicht so ganz zuordnen. Im Nachhinein wurde er jedoch stimmig aufgeklärt. So hatte ich vorher eine Zeit lang die Gelegenheit, intensiv mitzurätseln.

Obwohl es hin und wieder ekelig und blutig wurde, übertreibt die Handlung in dieser Hinsicht nicht. Dafür hat der Autor ganz gut und gerne mit der Psyche seiner Protagonisten gespielt. Denn was hier nach und nach ans Licht kommt und geschieht, ist der reinste Wahnsinn und das Werk eines kranken Geistesgestörten. Doch nicht nur dieser meint, durch perfide Pläne ans persönliche Ziel zu kommen, um sich das nehmen zu können, was ihm seiner Meinung nach zusteht. Auch der Vollblutbulle ermittelt auf eigene Faust, der sich dank seinem Russen im Nacken um schmutzige Tatorte keine Sorgen machen muss. Er wendet sich mit bemerkenswerter Leichtigkeit der Gewalt zu und ist weit entfernt von einem „gängigen“ Ermittler.

Ganz ehrlich, dieser Bulle ist ein Asi wie es im Buche steht. Anstatt offiziell zu ermitteln, verbündet er sich lieber mit Russen und Libanesen, um anschließend mit seinen eigenen und speziellen Methoden ans Ziel zu kommen. Obwohl er jahrelang im Dienst ist, hat mich sein Tunnelblick im Fall der ermordeten Prostituierten genervt. Aber auch sein komplettes Verhalten ist unter aller Sau, denn seine Aktionen wurden mir oft zu übertrieben dargestellt. Ich konnte seinen Gedanken und Handlungen überhaupt nicht nachvollziehen. Seine speziellen Ermittlungsmethoden sind das eine, doch auch sein Charakter ist einfach nur abartig unsympathisch. Respekt ist für den Bullen ein Fremdwort. Benimmt sich an Tatorten wie die letzte Drecksau, aber beim Anblick einer gebrechlichen und hilfebedürftigen alten Dame wird er plötzlich zum Gentleman und Liebling aller Schwiegermütter. Der Vollblutbulle sorgt zwar für Unterhaltung, ernst konnte ich ihn jedoch nicht immer nehmen.

Es kommen während der Handlung einige Protagonisten vor, die nicht großartig tief beschrieben werden. Neben dem Bullen konnte ich einige Details über den Verdächtigen Andreas Steinhoff und seiner Ehefrau erfahren. Auch dieses Paar bekommt von mir null Sympathiepunkte, denn das Verhalten der beiden hat mich auch nicht vom Hocker gehauen. Bis auf den Bullen sind die meisten Triebgesteuert, die Leidenschaft zur französischen Liebe wird von den Protagonisten detailliert und gerne ausgeübt. Ich habe früh gemerkt, dass Sex ein Thema ist, welches hier eine große Rolle spielt. Irgendwann war das Thema für mich dann aber auch ausgelutscht, da immer wieder ähnliche Handlungen den Spannungsbogen gestört haben. Das Motiv des Täters war schnell klar und da er hier regelmäßig zu Wort gekommen ist, wusste ich von seinen nächsten Plänen immer Bescheid. Wer der Täter ist, war mir nach einem Ereignis ebenfalls klar, womit ich dann auch recht hatte. Am Ende hat mich diesbezüglich leider keine große Überraschung erwartet, worüber ich schon etwas enttäuscht war. Die Geschichte wirkt gehetzt und einige Ideen fand ich etwas zu unterentwickelt.

Derber und schwarzer Humor hat mich das ganze manchmal einfach nicht ernst nehmen lassen. Dies ist schon eine krasse Geschichte, wo ich mich mehrfach gefragt habe, wer hier der größere Psychopath ist. Das Buch enthält viele und sehr kurze Kapitel, die für einen schnellen Lesefluss gesorgt haben. Deshalb war ich ruckzuck mit dem Inhalt durch, das Ende hat mich bedauerlicherweise enttäuschend zurückgelassen. Ich bin gespannt, ob es einen Folgeband geben wird, der mir meine restlichen Fragen beantworten wird. Ansonsten ist dies eine kurzweilige und unterhaltsame Story, die, wie schon erwähnt, an manchen Stellen zu übertrieben dargestellt wurde und ich sie deshalb irgendwann nicht mehr ganz ernst genommen habe. Insgesamt hat mich der Thriller jetzt nicht vom Hocker gehauen, denn der Inhalt hat mich nach dem Beenden des Buches nicht weiter verfolgt. ,,Vollblutbulle" ist nicht schlecht, meiner Meinung aber nach noch ausbaufähig. Deshalb gibt es von mir drei Sterne.

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Veröffentlicht am 23.12.2021

Ein komplexer, technischer und wissenschaftlicher Spannungsroman mit dem Schwerpunkt künstlicher Intelligenz!

Tot bist du perfekt
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Du schlägst die Augen auf und etwas stimmt nicht. Du weißt nicht, was dir passiert ist. Du liegst in einem fremden Bett. In einem Krankenhaus. Neben dir steht dein Mann Tim, ein erfolgreicher Unternehmer. ...

Du schlägst die Augen auf und etwas stimmt nicht. Du weißt nicht, was dir passiert ist. Du liegst in einem fremden Bett. In einem Krankenhaus. Neben dir steht dein Mann Tim, ein erfolgreicher Unternehmer. Er hat Tränen in den Augen, weil du – seine geliebte, perfekte Frau – am Leben bist. Du denkst, du hättest einen schweren Unfall gehabt. Doch dann sagt Tim: Wir haben jahrelang daran gearbeitet, dass ich dich wiederbekommen konnte …

Du entdeckst dein Leben wie mit fremden Augen. Du ahnst Gefahr, aber du weißt nicht, wo genau sie lauert. Du weißt nur: Du musst wachsam sein. Denn irgendwo in deinem schönen Haus, bei deinen Liebsten liegt der Grund dafür – der Grund, warum du vor Jahren gestorben bist.


"Tot bist du perfekt" von JP Delaney ist ein Thriller, der am 09.11.2021 im Penguin Verlag erschienen ist. Dies war wirklich eine sehr außergewöhnliche Geschichte, mit der ich anhand des Klappentextes nicht mit gerechnet habe. Deshalb bin ich bei diesem Werk des Autors sehr zwiegespalten. Denn es gab für mich viele positive, jedoch auch genau so viele negative Aspekte, weshalb mich das Buch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Vor kurzem habe ich vom Autor den Psychothriller "Du gehörst uns" gelesen und ich war restlos begeistert. Dieser hier war für mich ein komplexer, technischer und wissenschaftlicher Spannungsroman mit dem Schwerpunkt künstlicher Intelligenz, der jedoch sehr stark von der Realität abgewichen ist. Ich habe nichts gegen Fiktion, welche in Thriller eingebaut werden. Aber bei dieser Handlung war es mir dann doch einen Ticken zu viel des Guten. Deshalb würde ich das Buch schon eher in die Science-Fiktion-Kategorie einordnen.

Mir fiel von Anfang an der außergewöhnliche Schreibstil auf, der zwei unterschiedliche Erzählperspektiven enthält. Außerdem zwei Zeitabschnitte, wo in der Gegenwart aus der Sicht des Cobots Abbie und in der Vergangenheit aus einer völlig fremden Person geschrieben wird. Diese Erzählperspektive in der dritten Person war leider gar nicht meins, da ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wer dieser mysteriöse Erzähler ist. Da es sich in der Vergangenheit hauptsächlich um den Aufbau der Beziehung zwischen Abbie, einer selbst ernannten Künstlerin und Surfer-Frau und Tim Scott, dem ehrgeizigen, obsessiven Hightech-Unternehmer handelt, konnte ich besonders gut Tims' Verhalten nachverfolgen. Er zeigt nach und nach, besonders nach der Geburt seines Sohnes sein wahres Gesicht, aber auch Abbies' Veränderungen konnte ich gut erkennen. Dass ein Baby das Leben verändert ist logisch, jedoch hat sich Tim danach wie ein noch größeres Ekelpaket benommen. Seine Meinung zu Frauen kommt mit der Zeit sehr deutlich rüber, weshalb er mir immer unsympathischer wurde. Aber auch sein Verhalten gegenüber seinem Kind fand ich unmöglich. Nach einer erschütternden Diagnose des Kindes nimmt er Behandlungsmethoden in Kauf, die er seiner Meinung nach für richtig hält. Für ihn zählt nichts außer die Wissenschaft, mit allem anderen will er sich gar nicht auseinandersetzen. Sein cholerisches, stures und frauenfeindliches Verhalten kommt auch in der Firma nicht gut an. Die Mitarbeiter kuschen jedoch sofort, wenn ihr Chef, den einige schon als Gott ansehen, was verlangt. Wenn er will, dass sie springen, fragen einige noch unterwürfig wie hoch. Sein dominantes Machtverhalten ändert sich anfangs gegenüber Abbie, bis er sein wahres Ich zeigt.

Abbies' Veränderungen kamen schleichend. Ich erfuhr einige Details aus ihrem Leben, auch wurde über ihre Beziehung zu ihrem Sohn nach der Diagnose geschrieben, sodass ich ein klares Bild der Frau hatte. Da ihr Verschwinden unklar war, konnte ich lange Zeit nicht einschätzen, ob sie Tod oder untergetaucht ist. Tim, der ohne Abbie nicht leben kann, erschuf einen Cobot, einer Roboterfrau. Obwohl sie komplett aus Technik besteht, kann sie gefühlsmäßig mit einem Menschen mithalten. Nach dem ersten Schock ihrer Erschaffung freundet sie sich immer mehr mit ihrem Roboterleben an und ist zuversichtlich, ein glückliches Leben mit Tim führen zu können. Doch als sie mysteriöse Handynachrichten erhält und Tim ihr den wahren Grund ihrer Erschaffung beichtet, kommen bei der neuen Robo-Abbie viele alte Erinnerungen hoch und sie erkennt, dass sie eine Mission zu erfüllen hat, bevor man sie vernichten will. Ich habe mir sehr oft die Frage gestellt, ob die menschliche Abbie noch lebt oder ob Tim sie umgebracht hat. Dieses Rätsel hat meiner Meinung nach in der Gegenwart für mehr Spannung gesorgt als in der Vergangenheit. Diese empfand ich teilweise sehr langatmig und langweilig, dann habe ich doch eher zu der realitätsfernen Gegenwart tendiert. Nach und nach entwickelten sich Situationen, die unvorhersehbar und überraschend waren. Einige Wendungen haben mir sehr gut gefallen.

Psychologische Aspekte kamen vor, die jedoch oft schwach im Hintergrund standen. Das Krankheitsbild des Heller-Syndroms, eine Art des frühkindlichen Autismus, wurde gut und sehr interessant in die Handlung eingearbeitet. Besonders die Beziehung zwischen der menschlichen Abbie und ihrem plötzlich erkrankten Sohn hat emotionale Pluspunkte gesammelt. Als Charakter alleine war sie mir zu blass und nicht tief genug ausgearbeitet. Tim konnte ich mir dafür umso besser vorstellen, wenn er mit seinem albernen Kichern und autistischen Kleidungsstil seine Mitarbeiter tyrannisiert, anschreit, beleidigt und regelmäßig vor Gericht zieht. Für mich hatte der Kerl die ganze Zeit einfach nicht alle Latten am Zaun, er ist ein wahnsinniger Freak, der in seiner kompletten Welt lebt.

JP Delaney schreibt in dieser Geschichte sehr bildlich, sodass sich während des Lesens unheimlich klare Bilder in meinem Kopf abspielten. Der Plot hat auf jeden Fall Potenzial für einen Science-Fiction-Film. Szenen wo zum Beispiel der Cobot an und abgestöpselt wurde oder wenn er sich ausgezogen hat, konnte ich mir wunderbar vorstellen. Die deutlich angespannte Atmosphäre in der Gegenwart war gut zu spüren und die Ungewissheit, was mit der Abbie aus Fleisch und Blut geschehen ist, hat mich nicht losgelassen. Viele und sehr kurze Kapitel, die in ebenso viele Teile eingeteilt sind, haben für einen schnellen Lesefluss gesorgt. Wie gesagt fand ich das Geschehen in der Gegenwart zwar sehr aus der Luft gegriffen, aber es hat mich gut unterhalten. Die Geschehnisse aus der Vergangenheit haben, besonders am Anfang, den Spannungsbogen dadurch immer wieder sehr in die Tiefe gerissen. Obwohl diese nur im ersten Kapitel eines Teils vorkamen, habe ich auf die Rückblenden nicht hingefiebert. Ich vergebe für dieses Werk leider nur drei Sterne.

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