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Veröffentlicht am 03.06.2022

Ein unheimlich spannender Thriller und ein nervenaufreibendes Psychospiel zwischen Himmel und Erde!

Flug 416
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,,Flug 416" ist ein (Psycho)Thriller der Autorin T.J. Newman, der am 16. Mai 2022 im Goldmann-Verlag erschienen ist. Spannung, Nervenkitzel und rasante Action haben mich auf 416 Seiten hervorragend unterhalten, ...

,,Flug 416" ist ein (Psycho)Thriller der Autorin T.J. Newman, der am 16. Mai 2022 im Goldmann-Verlag erschienen ist. Spannung, Nervenkitzel und rasante Action haben mich auf 416 Seiten hervorragend unterhalten, da ich ein nervenaufreibendes Psychospiel während eines Flugs in der Maschine von Coastal Airways mit der Flugnummer 416 mitverfolgen konnte. Der Alptraum aller Piloten und ein tief sitzender Schock, wenn trotz bester Sicherheitsvorkehrungen dessen Leben plötzlich aus den Fugen gerät. Nicht nur 149 unschuldige Seelen an Board werden ein Teil dieses Fiaskos, als Bill Hoffman plötzlich direkt doppelt bestraft und vor seiner schlimmsten Entscheidung seines Lebens gestellt wird. Er muss sein Flugzeug mitsamt seinen Passagieren und seiner Crew zum geplanten Absturz bringen, da ein kranker Terrorist damit droht, seine Familie auszulöschen. Dies ist eine rasante und spannende Geschichte über ein entführtes Flugzeug, dessen Hintergründe tief und schicksalhaft rüberkommen. Erst langsam wurden mir die Beweggründe des Terroristen nahe gebracht, die mich wirklich schockiert haben. Anfangs habe ich mich natürlich oft gefragt, warum ausgerechnet Bill eine so schwerwiegende Entscheidung treffen muss. Ist er ein Zufallsopfer oder hat der kurdische Täter noch eine Rechnung mit dem Piloten offen? Rückblenden aus Bills’ Vergangenheit, wo die Beziehung zu seiner Frau wächst, konnte ich zuerst nicht einordnen. Was mir dieser Strang erzählen wollte, wurde im Laufe der Handlung immer deutlicher. Auch das sensible Thema Rassismus wurde von der Autorin geschickt und gut durchdacht mit eingearbeitet.

Nicht nur in der Luft habe ich mit den Protagonisten mitgefiebert, auch an Land kam ich ums mitzittern nicht herum. Denn Bills’ Familie ist in den Fängen eines skrupellosen und rachsüchtigen Terroristen gefangen, die er einem extrem schlimmen Psychospiel aussetzt. Ich konnte mich in die Angst der Ehefrau und die des Sohnes sehr gut hineinversetzen und dessen Ohnmacht komplett nachvollziehen. Die Anspannung, die die ganze Zeit über herrscht, geht auch nicht an dem jüngsten Familienmitglied, dem Baby, vorbei. Sie müssen mit ihren eigenen Augen ansehen, wie ihr Vater und Ehemann zum Massenmord gezwungen wird, während sie gleichzeitig noch ihr Zuhause verlieren und anschließend verschleppt werden. Dass diese Ereignisse an dessen Substanz gezerrt haben, wurde mir glaubhaft und authentisch rübergebracht. Das Verhalten der Familie hat mich berührt, während es mich auf der anderen Seite auch beeindruckt hat.

Diese psychologisch tief ausgearbeitete Geschichte besitzt von Anfang bis Ende nicht vorhersehbare Wendungen, die Protagonisten kommen klar und authentisch rüber. Bills’ Angst war ebenfalls sehr gut zu spüren und ich habe während des Lesens deutlich erkennen können, wie er fieberhaft auf der Suche nach einer Lösung war. Die Angst um seine Familie hat ihm fast den Verstand geraubt, da er per Chat mit ihnen verbunden war und dessen Martyrium so auch noch live mit ansehen musste. Als er sich seiner Crew anvertraut, versucht sie alles, um den Kampf um Leben und Tod zu beenden. Zusammen versuchen drei unheimlich tapfere, mutige und sympathische FlugbegleiterInnen, sich und ihre Passagiere aus dieser grauenvollen Todesfalle zu befreien und das Flugzeug auf festen Boden zu bringen. Dass unter den unschuldigen und anfangs völlig ahnungslosen Menschen ein Komplize ist, versuchen sie so gut es geht zu ignorieren. Es wird geschickt versucht, die schreckliche Lage unter Kontrolle zu bekommen. Aus der Luft heraus stellt die Flugbegleiterin Jo Handykontakt mit ihrem Cousin und FBI-Agent Theo Baldwin her, der nicht nur das grauenvolle Treiben in der Luft stoppen, sondern auch Bills’ Familie aus den Fängen des Täters befreien muss. Ab da beginnt eine rasante, spannende und actionreiche Jagd, wo ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Heldenhaft beschreibt T.J. Newman die Bemühungen und Anstrengungen aller Protagonisten, um unzählige Menschenleben zu retten. Besonders Theo Baldwin kämpft bis zum bitteren Ende, um ein verheerendes Unglück zu verhindern.

Ein erpresserischer, nervenaufreibender Plot, eine gut strukturierte Handlung, tief ausgearbeitete und differenziert gezeichnete Protagonisten, eine durchgehend angespannte Atmosphäre und ein flüssiger, bildlicher und authentischer Schreibstil sorgen für einen wirklich hervorragenden Thriller. Ich wurde von Anfang an in den Bann einer schrecklichen Katastrophe gezogen, bildhafte Beschreibungen haben für klare Bilder und ein unglaubliches Kopfkino gesorgt und mich glauben lassen, mittendrin zu sein. Die Spannung nimmt von Seite zu Seite immer mehr an Fahrt auf und durch den wechselnden Perspektivenwechsel ist diese Handlung zugleich noch spannender und abwechslungsreich. Ein fulminantes Finale ließ mich zittern, weshalb ich eine klare Leseempfehlung und brillante fünf Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Ein spannender, dänischer Krimi, wo eine erschütternde Vergangenheit hervorragend mit einer korrupten Gegenwart verknüpft wird!

Gefrorenes Herz
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,,Gefrorenes Herz“ ist ein starker Kriminalroman vom Autorenduo Stine Bolther und Line Holm, der am 10. Januar 2022 im Heyne-Verlag erschienen ist. Diese spannende, komplexe und gut strukturierte Geschichte, ...

,,Gefrorenes Herz“ ist ein starker Kriminalroman vom Autorenduo Stine Bolther und Line Holm, der am 10. Januar 2022 im Heyne-Verlag erschienen ist. Diese spannende, komplexe und gut strukturierte Geschichte, die sich in Dänemark abspielt, hat mir unheimlich gut gefallen. Die Schauplätze haben unter anderem für ein gelungenes, passendes und atmosphärisches Setting gesorgt. Dieser Band ist der erste der Maria-Just-Reihe, weshalb ich mich auf den Nachfolger jetzt schon sehr freue. Knapp 580 Seiten haben mir ein wunderbares Lesevergnügen beschert und keine davon empfand ich als langweilig oder gar unnötig. Die hier vorkommenden Handlungsstränge haben allesamt ihren Sinn, die im Laufe der Handlung stimmig miteinander verknüpft werden. Nicht nur die Polizei jagt fieberhaft nach dem Mörder von Georg Schmidt, dem einflussreichen Generalsekretär des Roten Kreuzes, der auf grausame Weise getötet und anschließend skurril zur Schau gestellt wurde. Auch für die Polizeihistorikerin Maria Just wird der Fall immer interessanter. Da sie zufällig auffällige Parallelen bei zwei Cold-Case-Fälle entdeckt, hilft sie den beiden Ermittlern Mikael Dirk und seinem neuen Kollegen Frederik Dahlin, eine tickende Zeitbombe zu stoppen. Sie stürzt sich in das aktuelle Geschehen, wo sie von einer grausamen und verstörenden Vergangenheit mit einbezogen wird und zu spät merkt, dass sie dort zu tief gegraben hat. Dass es weitere Tote geben wird, hat der Täter früh und deutlich angekündigt. Maria geht ihm mit ihren Ermittlungen zu weit, was am Ende sehr deutlich wird und schließlich für einen unheimlich spannungsgeladenen Showdown sorgt.

Die Autorinnen kombinieren einzelne Rückblicke aus die Vergangenheit mit den Vorgängen in der Gegenwart. Langsam kristallisiert sich dadurch die ganze Tragödie einer Vergangenheit heraus, die zu den Vorkommnissen der Gegenwart geführt haben. Korrupte Politiker wollen für ein kinderfreundliches Dänemark sorgen, da ihnen deren Wohlbefinden besonders stark am Herzen liegt. Doch wie sie auch in Zukunft ihre Versprechen einhalten wollen, hat mich geschockt. Obwohl es hier nicht um das Thema Kindesmissbrauch geht, haben mich die hier beschriebenen Zustände, wo es trotzdem um stark schädigendes Verhalten von Kindern geht, genau so geschockt. Das Leid hilfloser Eltern und dessen traumatisierten Kinder haben eine düstere Grundstimmung hinterlassen, die ich deutlich spüren konnte.

Dass neben zwei Ermittler der Polizei eine Polizeihistorikerin und Cold-Case-Expertin mit ermittelt, ist für mich eine neue und interessante Kombination gewesen. Obwohl Maria nicht zu den Gesetzeshütern gehört, fand ich ihre Tätigkeit im Polizeimuseum sehr interessant. Dass zufällige Entdeckungen aus der Vergangenheit ihr Leben komplett auf den Kopf stellen, damit hat sie nicht mit gerechnet. Sie wollte anfangs nur einen interessanten Cold-Case-Fall am Tag ihrer Ausstellung im Polizeimuseums präsentieren, doch sie sticht ungeahnt in ein Wespennest mit verheerenden Folgen. Maria ist mir die ganze Zeit unheimlich sympathisch gewesen, da sie eine Menge Tiefe besitzt. Sie ist interessant und glaubwürdig, psychologisch sowie sozial klasse ausgearbeitet. Ich konnte ihre Denkweisen und ihre Gefühlswelt gut nachvollziehen, auch ihre Handlungen wurden authentisch geschildert. Diese und ihre Dialoge sind durchaus schlüssig. Als Zivilistin ist sie ausnahmsweise mal keine neugierige Person, die gefährliche Situation provoziert. Auch habe ich ihre Ermittlungen nicht als diese einer tratschenden Hobbyermittlerin empfunden, sondern sie hat verständlicherweise nach Antworten gesucht, dessen Fragen mit der Zeit aufgekommen sind. Ihre ,,Zusammenarbeit“ mit der Polizei ist auch super beschrieben, sodass sie wirklich sehr realistisch rübergekommen ist. Insgesamt ist sie eine neugierige junge Frau mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, die durch ihre Herkunft geprägt ist. Da ihr Vater in ihrer Jugend tödlich verunglückte, schwebt ein permanent dunkler Schatten über sie.

Aber nicht nur Maria ist eine lebhafte und authentische Figur, auch die beiden dänischen Ermittler Frederik Dahlin und Mikael Dirk haben mir gut gefallen. Ein Duo, welches vom Charakter her komplett unterschiedlich ist und anfangs Zeit gebraucht hat, warmzuwerden. Im Laufe der Handlung erfuhr ich einige Details aus dessen Privatleben, die gut zum Gesamtinhalt gepasst haben. Auch Dahlin und Dirk haben ein turbulentes Privatleben eines typischen Ermittlers mit zu wenig Zeit für die Familie, um die sie sich kümmern müssen, während sie gleichzeitig dringend einem Mörder auf die Spur kommen wollen. Alle Figuren haben ihre Ecken und Kanten, weshalb sie mir in diesem Krimi besonders gut gefallen haben. Die Charaktere von korrupten Politikern, egal ob Tod oder lebendig, kamen ebenfalls richtig gut rüber.

Das Element Wasser und wie ein mysteriöses Zeichen, mit dem die Opfer aus der Gegenwart und der Vergangenheit markiert wurden, haben nach und nach Licht in eine komplexe und überraschende/unvorhersehbare Geschichte gebracht. Die Autorinnen haben die düstere Vergangenheit Dänemarks hervorragend in einem spannenden Krimi untergebracht. Die kompletten Ermittlungen sind realitätsnah geschildert, auch für eine angespannte Grundatmosphäre wurde permanent gesorgt. Gleichzeitig ist die Geschichte gut aufgebaut, sie enthält ein angenehmes Erzähltempo, einen gut durchdachten Plot und einen logischen Schluss. Ich wurde gut und spannend unterhalten, der flüssige, bildliche und authentische Schreibstil hat für ein schnelles Lesetempo gesorgt.

Der Handlung fehlt es nicht an Dramaturgie, der Spannungsbogen war für mich, trotz privaten Abschnitten der Protagonisten, im konstant hohen Bereich. Am Ende hat der Krimi noch einmal ordentlich Fahrt aufgenommen und ich wurde super überrascht. Das ganze Ausmaß der Geschichte war überraschend und nicht zu erahnen. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon sehr auf die Fortsetzung, denn mich würde wahnsinnig interessieren, ob Maria endlich komplett ihre Angst überwunden und Schwimmen gelernt hat. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Ein spannender und interessanter Krimi mit historischem Hintergrund der Kolonialgeschichte in Afrika!

SchwabenSchatten
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,,SchwabenSchatten" ist ein spannender und interessanter Schwaben-Krimi mit historischem Hintergrund der Kolonialgeschichte in Afrika von Jochen Bender, der am 1. März 2022 im ‎CW Niemeyer-Verlag erschienen ...

,,SchwabenSchatten" ist ein spannender und interessanter Schwaben-Krimi mit historischem Hintergrund der Kolonialgeschichte in Afrika von Jochen Bender, der am 1. März 2022 im ‎CW Niemeyer-Verlag erschienen ist. Mich hat dieser Krimi gut unterhalten, da er abwechslungsreich, spannend, gut durchdacht und abwechslungsreich geschrieben ist. Die Ermittlungsarbeiten der Kommissare wird authentisch dargestellt, in die Gedankenwelt und Handlungen der Protagonisten konnte ich mich sehr gut hineinversetzen. Durch den flüssigen und bildlichen Schreibstil bekam die Handlung deutliche Konturen und Bilder, alle enthaltenen Handlungsstränge wurden im Laufe der Geschichte geschickt miteinander verbunden.

Die brutal zugerichtete Leiche eines Afrikaners sorgt für große Aufruhr und Verwirrung, doch da der Täter auf dem Opfer eine Signatur hinterlassen hat, übernimmt das BKA den Fall. Für den plötzlichen Gruppenleiter Lohse ist der Fall eindeutig, denn er ist sich sicher, dass die Tat aufgrund rassistischer Hintergründe begangen wurde, weshalb der Mord nach einer Festnahme eines Nazis für ihn schnell und zweifelsfrei aufgeklärt ist. Als der Fall zu den Akten gelegt wird, sind sich Kommissar Neven Rohlfing und Kommissarin Sabrina Eisele sicher, dass ein Irrtum vorliegt und sie ermittelt trotzdem weiter. Dabei decken sie ungeahnte Wahrheiten auf, die vorher nicht zu erahnen waren. Dass sie dabei auf die historische Vergangenheit der Nationalkriege in Namibia treffen, damit haben sie nicht mit gerechnet, weshalb diese Wendung für ein rasantes Finale gesorgt hat. Rückblenden eines heutigen Weinhändlers aus dieser Zeit werden in separaten Kapiteln erzählt, sodass ich ein paar Einblicke aus dieser Zeit gewinnen konnte. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mir gut gefallen, weshalb der Spannungsbogen stetig angestiegen ist. Die historischen Aspekte Afrikas sind gut mit der Gegenwart und dem aktuellen Mordfall verknüpft.

Die Ermittlungen werden von Kommissar Neven Rohlfing und Kommissarin Sabrina Eisele weitergeführt, doch Rohlfing werden permanent Steine in den Weg gelegt. Als es dann auch noch zu seiner Suspendierung kommt, ist dies der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Er lässt sich von seiner gehässigen und egoistischen Chefin nicht unterkriegen und kommt auch ohne offiziellen Ermittlungen mit Eisele einer grausamen Wahrheit, die aus Korruption, Habgier, Eifersucht und Macht besteht, auf die Spur. Die beiden Ermittler haben mir als Charaktere ebenfalls sehr gefallen, von denen ich deshalb gerne gelesen habe. Neven Rohlfing erzählt aus seiner Sicht, während Sabrina Eiseles’ Sicht aus der Erzählperspektive geschrieben wird. Beide Charaktere, die mir sehr sympathisch waren, wurden mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen glaubwürdig dargestellt, Eifersucht sorgt unter anderem dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen dem ungleichen Duo alles andere als glattläuft.

Es ist ein komplexer und unvorhersehbarer Kriminalfall, dessen wahrer Täter, trotz mehrerer Verdächtigen, bis zur Auflösung am Ende im Verborgenen bleibt. Dem Autor ist es wunderbar gelungen, mich auf eine falsche Fährte zu führen und zu überraschen. Auch die dunklen Geheimnisse des unsympathischen Gruppenleiters vom BKA, der hier ebenfalls eine wichtige Rolle übernommen hat, hat die Handlung hervorragend abgerundet. Genau wie ein Zwischenstrang, der aus Eifersucht und Gewalt besteht. Alle losen Fäden ergeben am Ende einen stimmigen, gut durchdachten und spannenden Plot, der für ein angenehmes Lesevergnügen und einen schnellen Lesefluss gesorgt hat. Von mir gibt es deshalb fünf Sterne für den gelungenen Schwaben-Krimi.

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Veröffentlicht am 13.05.2022

Ein spannender, überraschender und geschickter Thriller mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo!

Riechst du ihre Angst?
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Am 5. Mai 2022 ist das Buch ,,Riechst du ihre Angst?" von Gunnar Schwarz im FeuerWerke Verlag erschienen. Dieser Thriller ist der dritte Teil der Thriller-Reihe um Frieda Rubens und Marc Wittmann, den ...

Am 5. Mai 2022 ist das Buch ,,Riechst du ihre Angst?" von Gunnar Schwarz im FeuerWerke Verlag erschienen. Dieser Thriller ist der dritte Teil der Thriller-Reihe um Frieda Rubens und Marc Wittmann, den man auch sehr gut unabhängig von den anderen beiden Teilen der Serie lesen kann. In dieser Geschichte schlägt erneut ein perfider Serienkiller zu, der die Kripo in Viden ordentlich auf Trab hält. Da ich die beiden Vorgängerbände schon klasse fand, war ich auf diese Fortsetzung wieder sehr gespannt. Auch diesmal wurde ich von den Ideen des Autors nicht enttäuscht, der Gesamtinhalt des Thrillers hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich hatte ein paar unheimlich spannende Lesestunden, dank des spannenden Plots hatte ich das Buch leider an nur zwei Abenden durchgelesen. Der gewohnt flüssige, authentische, bildliche und schnörkellose Schreibstil sorgte erneut für einen schnellen Lesefluss. Das Buch an die Seite zu legen fiel mir unheimlich schwer, denn wenn ich einmal zu lesen angefangen hatte, konnte ich mich den Seiten nur schwer entziehen. Gunnar Schwarz schafft es immer wieder, mich mit seinen Serienmörder-Thrillern in den Bann zu ziehen.

Nach Friedas’ ausgiebigem Urlaub hält die Erholung nicht allzu lange an, da ihr Entschluss, nicht mehr als Beraterin für die Kripo tätig zu sein, nicht lange anhält. Die nächsten nervenaufreibenden Serienmorde betreffen Frauen, dessen Zusammenhänge mir lange Zeit ein Rätsel waren. Frieda ist Psychologin mit einer Spezialisierung auf geistig abnorme Rechtsbrecher und gleichzeitig eine bekannte Autorin. Sie war einige Zeit mit Marc Wittmann liiert, was die Zusammenarbeit zwischen den beiden erheblich erschwert. Doch da Frieda ein starkes Verantwortungsbewusstsein besitzt, bietet sie auch diesmal ihre Hilfe an, einen skrupellosen Serienmörder zu stoppen. Denn die Zeit rennt und die Abstände der Morde werden immer kürzer. Private Details aus dem Leben von Rubens und Wittmann machen den Thriller abwechslungsreich, beide Charaktere sind gut ausgearbeitet und sie sind mir mittlerweile schon etwas ans Herz gewachsen. Ihre Gefühle, Handlungen und Gedanken konnte ich wieder sehr gut nachvollziehen, auch diesmal habe ich gemerkt, dass zwischen den beiden noch nicht das endgültige Ende in Sicht ist. Obwohl beide in einer unangenehmen Situation stecken, arbeiten sie professionell zusammen und setzen ihren Fokus voll und ganz ein, um die Identität des Mörders schnellstmöglich herauszufinden.

Es wird abwechselnd aus Rubens’ und Wittmanns’ Perspektive geschrieben, zwischendurch meldet sich auch der Mörder indirekt zu Wort, indem er ab und zu online war und ich somit Chatauszüge zwischen ihm und seiner Chatpartnerin zu lesen bekam. Bis zur Auflösung war mir die Identität und auch das Motiv des unbekannten Mörders unklar. Ich wurde in dem Punkt wirklich völlig überrascht, da ich mit dieser Überraschung nicht gerechnet habe. Mir war zwar relativ schnell klar, dass der Täter seine Opfer gekannt hat, doch auf die kompletten Zusammenhänge bin ich, trotz miträtseln, nicht gekommen. Gunnar Schwarz hat mich mit gelungenen Wendungen überrascht, die schlüssig und gut durchdacht eingebaut wurden. Außerdem ist der Spannungsbogen die ganze Zeit im hohen Bereich, der zum Ende hin noch einmal rasant angestiegen ist und für nervenzerreißende Momente gesorgt hat. Jedes Opfer kommt während der Handlung ein einziges Mal zu Wort und ich war mit dabei, als diese ihren letzten Augenblick geschildert haben, bevor sie auf ihren Mörder getroffen sind.

Die extremen Auftritte der Reporter-Schlange Cheyenne Sturm haben auch diesmal nicht gefehlt. Überraschenderweise ging es bei ihr hier tiefgründiger zu, was mir gut gefallen hat. Obwohl sie von außen eine harte Nuss ist, konnte ich diesmal ihren kleinen, weichen Kern erkennen. Die Frage, ob der Täter ein Kerl mit Gotteskomplex ist oder ob komplett andere Gründe hinter seinen grausamen Morden stecken, war lange Zeit ein großes Rätsel. Deshalb versucht Frieda auch so schnell wie möglich herauszufinden, was die genauen Beweggründe des Mörders sind, da sie ein Faible für die Abgründe der menschlichen Psyche hat. Dass sie gut darin ist, in kranke Psychen einzudringen, setzt sie auch diesmal unter Beweis. Duftöle, Schweiß und Zitate sprechen für einen stark ausgeprägten Fetisch. Doch was wirklich hinter dieser erschütternden Mordserie steckt, hat für spannende Unterhaltung gesorgt. Von mir gibt es erneut eine klare Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 30.04.2022

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Trigger
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,,Trigger" ist ein Psychothriller von Wulf Dorn, der am 8. März 2022 im Heyne-Verlag erschienen ist. Dies ist der erste Band aus seiner Trigger-Reihe, der mir wahnsinnig gut gefallen hat. Ich habe den ...

,,Trigger" ist ein Psychothriller von Wulf Dorn, der am 8. März 2022 im Heyne-Verlag erschienen ist. Dies ist der erste Band aus seiner Trigger-Reihe, der mir wahnsinnig gut gefallen hat. Ich habe den zweiten Band ,,Trigger – Das Böse kehrt zurück“ erst vor Kurzem gelesen und da er es mir ebenfalls angetan hat, musste ich schleunigst den Vorgänger lesen. Ich konnte die Protagonistin Ellen Roth im zweiten Band schon kennenlernen und erfuhr dort einiges aus ihrem Leben, welches plötzlich aus den Fugen geraten ist. Als ehemalige Psychiaterin hat sie ein komplett neues Leben begonnen. Bis ihr Ex-Kollege Mark Behrendt sie kontaktiert und sie dringend um Hilfe bittet. Einige Details verrieten mir, dass sie eine schlimme Zeit hinter sich hat, doch was genau mit ihr geschehen ist, wurde nicht detailliert erläutert. Denn im zweiten Band war es hauptsächlich Behrendt, der mit seinen Dämonen zu kämpfen hatte. Diese Geschichte hier spielt davor und ich konnte den kompletten Anfang des bitteren Endes von Ellen Roth mitverfolgen. In diesem genialen Thriller ist sie die Hauptprotagonistin, die Hilfe bei Behrendt sucht und erhält.

Ellen Roth ist Psychiaterin in einer psychiatrischen Klinik und äußerst besorgt um ihre neuste Patientin, die scheinbar schlimmes durchmachen musste, bis sie bei ihr gelandet ist. Roth zeigt ein besonders großes Interesse an der verwahrlosten, eingeschüchterten und stark traumatisierten Frau, die sie immer wieder vor einem schwarzen Mann warnt. Ihr geht das Schicksal dieser Patientin extrem nahe und sie versucht dringend, zu ihr durchzudringen. Als die unbekannte Frau plötzlich verschwindet, ist Roth in höchster Alarmbereitschaft. Auf der Suche nach ihr muss sie schließlich erfahren, dass außer ihr niemand etwas von der Frau aus Zimmer 9 der geschlossenen Station mitbekommen hat. Niemand will die schwerst traumatisierte Frau wahrgenommen haben, weshalb sich Roth auf eine alptraumhafte Suche nach ihr macht. Sie ist sich sicher, dass sie sich die Frau nicht eingebildet hat und versucht, ihre Glaubwürdigkeit zu beweisen. Dabei stößt sie auf Träume und Ereignisse, weshalb ihre Wahrnehmung den Bezug zur Realität immer weiter verliert. Realität und Wahn driften immer weiter auseinander und sie beginnt ein verzweifeltes Spiel um ihr Leben.

Ich finde, Wulf Dorn hat einen atemberaubenden Psychothriller geschrieben, der die Welt geschädigter Seelen und menschliche, krankhafte Abgründe besonders authentisch rübergebracht hat. Der Autor war zwanzig Jahre lang in einer psychiatrischen Klinik tätig, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Diesen großen und positiven Vorteil hat er hervorragend genutzt, um sein Wissen und seine Erfahrungen in einen spannenden Psychothriller umzusetzen. Von der ersten bis zur letzten der 450 Seiten war ich vollkommen gefesselt, von der psychologisch geschickten und sehr gut durchdachten Handlung komplett in den Bann gezogen. Es fiel mir unheimlich schwer, das Buch an die Seite zu legen, weshalb ich zwei sehr kurze Nächte hatte. Hier wurde die nackte Realität mit spannender Fiktion durchgemixt, was einen rasanten, fesselnden und interessanten Psychothriller-Cocktail ergibt und mir ein wunderbares Lesevergnügen beschert hat.

Wie eine traumatisierte Seele auf einen Trigger reagieren kann, wurde geschickt, gut durchdacht und schlüssig eingefädelt. Der beklemmende Psychothriller wird ausnahmslos unheimlich spannend erzählt, zahlreiche Wendungen und falsche Fährten haben mir immer wieder Gänsehaut beschert. Ich habe oft mitgefiebert und mitgerätselt, doch erst eine Rückblende vor vielen Jahren hat Licht ins schreckliche Dunkel gebracht. Ein geheimnisvolles Mädchen, ein düsterer Wald, ein schauriger, dunkler Eiskeller und klassische Märchen ergeben einen brillanten Plot. Es wird die meiste Zeit aus Ellen Roths’ Perspektive erzählt, sodass ich ihre Gedanken und Handlungen sehr gut nachvollziehen und verstehen konnte. Aber auch Mark Behrendt, ihr Kollege, kommt gelegentlich, besonders gegen Ende, zu Wort. Obwohl Roth mir sehr sympathisch war, wurde ihr Verhalten immer verwirrender und mysteriöser. Ich wusste irgendwann nicht mehr, was ich noch glauben sollte, da auch ich irgendwann in jeden Charakter eine Gefahr gesehen habe. Das hat Wulf Dorn klasse hinbekommen und dank seinem flüssigen, bildlichen und authentischen Schreibstil lief die Handlung vor meinen Augen wie ein Film ab. Ja, der Plot entspricht der Fantasie des Autors. Doch da es in der Realität viele schwerwiegende Krankheiten der Psyche wie zum Beispiel Schizophrenie, Identitätsstörungen oder posttraumatische Belastungsstörungen gibt, regt dieser Inhalt sehr zum Nachdenken an. Ich hatte Zugang zu einer kranken Seele, dessen Ausmaß mich mit der Zeit mitgenommen und geschockt hat. Es ist nicht alles zu hundert Prozent glaubwürdig, muss es in einem Thriller ja auch nicht. Ich habe dieses Buch gelesen, um mich auf spannende Art zu unterhalten, was Herr Dorn definitiv geschafft hat. Dies ist ein Psychothriller, der mit zu den besten gehört, die ich bis jetzt schon gelesen habe (und das sind auf jeden Fall sehr viele).

,,Trigger“ hat regelmäßig für Nervenkitzel gesorgt, da mich Wulf Dorn schonungslos in die Abgründe der menschlichen Psyche gezogen hat. Ein hoher Spannungsbogen war für mich die ganze Zeit vorhanden, die Protagonisten haben die meiste Zeit authentisch agiert. Besonders das Ende habe ich in diesem Ausmaß nicht kommen sehen, sodass dem Autor dieser Abschnitt besonders gut gelungen ist. Überraschend und in einem Punkt völlig unvorhersehbar, so wie es bei guter Spannungsliteratur sein muss. Mich haben die Handlungen und vor allem die Darstellungen der Charaktere überzeugt, besonders Ellen Roth. Sie ist besonders gut ausgearbeitet und ich konnte mich oft in ihre verzweifelte Lage hineinversetzen. Ich habe mit ihr mitgefiebert und versucht, ihren Gedanken zu folgen. Aber auch Mark Behrendt, den ich vorher im zweiten Band ausgiebig kennenlernen konnte, hat hier einen guten Part übernommen.

Spannende Handlungsstränge und interessante, realistische Details aus dem Alltag einer psychiatrischen Klinik haben die Geschichte perfekt abgerundet. Der stressige Alltag, der dort vierundzwanzig Stunden herrscht und die Arbeit der Psychiater, die mit den noch stressigeren Situationen ihrer Patienten umgehen müssen, die an verschiedener Arten psychischer Krankheiten leiden, haben dieses Buch erst so richtig authentisch erscheinen lassen. Auch hat dies für gelungene Abwechslung gesorgt. Es herrscht die ganze Zeit eine düstere und beklemmende Atmosphäre, der beschriebene Alltag in der Psychiatrie ist definitiv keine Fiktion. Interessante psychologische Erklärungen aus dem psychiatrischen Bereich, der Neurologie und der Psychologie runden den Thriller perfekt ab.

Das komplette Geschehen ist einfallsreich und dadurch, dass ich immer wieder auf falsche Fährten geführt wurde, hatten meine Nerven ordentlich zu kämpfen. Die erschütternde und unerwartete Geschichte die hier hinter steckt, hat mich wirklich geschockt. Jede Szene und vor allem die Räumlichkeiten sind klar und deutlich vor meinen Augen entstanden, sodass ich zusammengefasst eine deutliche Leseempfehlung ausspreche. Selten schafft es ein Autor oder eine Autorin, dass Handlungsstränge äußerst fesselnd und geschickt zu einem so interessanten und spannenden Thriller verstrickt werden. Deshalb auch ganz klare und verdiente fünf Sterne für ,,Trigger"!

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