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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2021

✎ Tom Roth - CO2 ° Welt ohne Morgen

CO2 - Welt ohne Morgen
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Als ich den Klappentext von "CO2 - Welt ohne Morgen" las, war klar: Das Buch muss ich hören!

Klimawandel und -schutz ist ein so aktuelles Thema, dass man da einfach nicht dran vorbei kommt. Klar kann ...

Als ich den Klappentext von "CO2 - Welt ohne Morgen" las, war klar: Das Buch muss ich hören!

Klimawandel und -schutz ist ein so aktuelles Thema, dass man da einfach nicht dran vorbei kommt. Klar kann man die Augen davor verschließen und sich sagen: "Nach mir die Sintflut!" Aber man kann auch aufstehen und zeigen: So geht es nicht weiter!

Als Mama einer kleinen Tochter ist es mir persönlich wichtig, meinem Kind mit auf dem Weg zu geben, dass wir achtsam mit unserer Umwelt umgehen müssen. Nicht jeder muss versuchen, die Welt zu retten, aber wenn jeder nur einen kleinen Schritt geht, ist dies ein enormer Schritt für die Umwelt.

In seinem Thriller geht Tom Roth aufs Ganze. Eine Entführung - von Kindern. Ermordungen - vor laufender Kamera. Drastische Ziele - deren Erreichen nahezu unmöglich scheint.

Durch ständige Perspektivwechsel bekommt die Geschichte eine hohe Dynamik. Das macht es anfangs nicht ganz leicht, den ganzen Namen zu folgen. Dennoch war es interessant, mit welchen Charakteren man es hier zu tun bekommt. Denn: Wo viele Menschen sind, gibt es massenweise Ansichten / Meinungen. Und die alle unter einen Hut bringen zu wollen, ist nicht möglich.

Geschickt streut der Autor reichliche Informationen zum Thema 'Klimawandel' ein. Diese kommen jedoch nicht belehrend daher, sondern regen zum Nachdenken an - selbst nach dem Hören noch.

Die emotionale Seite wurde ebenfalls gut herausgearbeitet. Dadurch fühlte ich mich irgendwie immer ein wenig verbunden. Es gab auch Stellen, die mir schier den Atem raubten. Mehr als einmal dachte ich: Das kann nicht sein!

Trotz mehr als 14 Stunden Gesamtlänge wurde mir nie langweilig. Hier weiß einer definitiv, wie man schreibt. Und daher gibt es von mir eine absolute Hörempfehlung.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 21.01.2021

✎ Dimitri Verhulst - Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten

Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten
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"Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten" wird unter 'Liebesroman' oder 'Gegenwartsliteratur' geführt. Ich habe mich während des Lesens die ganze Zeit gefragt, ob man nicht besser 'Satire' dran schreiben ...

"Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten" wird unter 'Liebesroman' oder 'Gegenwartsliteratur' geführt. Ich habe mich während des Lesens die ganze Zeit gefragt, ob man nicht besser 'Satire' dran schreiben sollte. Dann hätte ich das Werk von Anfang an nicht gelesen, denn es ist nicht mein Genre. So habe ich gedacht, es ist etwas Gefühlvolles, vielleicht was fürs Herz. Aber da lag ich voll daneben.

Die Geschichte ist mit ihren knapp 140 Seiten recht kurz. Dennoch kam sie mir unendlich lang vor, weil ich mich stellenweise ein wenig durch sie durchquälte.

Dimitri Verhulst benutzt auf der einen Seite eine wirklich liebevolle Sprache. Wenn er über Sonnys Mutter spricht, merkt man richtig, was damals zwischen ihnen war.

Auf der anderen Seite kommen derbe und vulgäre Worte, die für mich nicht in das Gesamtkonzept gepasst haben. Im Gegenteil, ich wurde teilweise richtig wütend über das, was geschrieben stand, weil es mir schier das Herz zerbrach. Weil es um einen 16-jährigen, behinderten Jungen geht, der auf eine Weise vorgeführt wird, die ich einfach nicht akzeptieren kann.

Ich fühlte mich letzten Endes ratlos. Zwar ist der Schluss in meinen Augen nochmal richtig emotional, aber der Weg dorthin gefiel mir überhaupt nicht. Daher bekommt Buch von mir auch keine Leseempfehlung. Es sei denn, man kann über diese herablassende Art hinwegsehen ...

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 15.01.2021

✎ Anna McPartlin - Irgendwo im Glück

Irgendwo im Glück
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Mit "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" hat die Autorin mein Herz tief berührt. Es war damals das erste Buch, welches ich von ihr gehört habe und mir war klar: Da muss noch mehr von kommen. Die Messlatte ...

Mit "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" hat die Autorin mein Herz tief berührt. Es war damals das erste Buch, welches ich von ihr gehört habe und mir war klar: Da muss noch mehr von kommen. Die Messlatte ist mit diesem Werk natürlich sehr, sehr hoch angelegt, aber ich war zuversichtlich, unter ihren anderen Veröffentlichungen erneut eine Perle zu finden. Bisher ist es mir leider nicht gelungen ...

Den Klappentext von "Irgendwo im Glück" habe ich gar nicht gelesen. Ich wollte einfach ein weiteres Buch der Schriftstellerin hören und bin automatisch davon ausgegangen, dass sie generell Herzensromane schreibt. Damit lag ich auch gar nicht falsch.

Durch die ständigen Perspektivwechsel und Zeitsprünge lernt man einige Personen näher kennen. In meinen Augen ist das gut gelungen.

Als es zu dem Punkt kam, an dem Jeremy stirbt, hatte ich Gänsehaut, einen Kloß im Hals und Tränen in den Augen. An dieser Stelle hatte mich Anna McPartlin also vollkommen in ihren Händen. Mein Herz brach regelrecht.

Leider war dies die für mich einzig hochemotionale Stelle in dem ganzen Drama.
Obwohl es einige andere Begegnungen gibt, die das Potenzial haben, kamen sie bei mir nicht richtig an.

Dennoch trägt vor allem Nina Petri mit ihrer Vortragsweise wesentlich dazu bei, die Botschaften der Geschichte an den Hörer zu bringen. Auch im Nachgang regen sie zum Nachdenken an.

Von mir gibt es trotz kleinerer Kritikpunkte eine Hörempfehlung, denn Frau McPartlin weiß, wie man schreibt.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 11.01.2021

✎ Marie Adams - Das Café der guten Wünsche

Das Café der guten Wünsche
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Ich lese nicht besonders viele Frauenromane - zumindest war es früher so. Sie waren mir einfach zu seicht. Mein bevorzugtes Genre war Psychothriller. Leider kann ich das nicht mehr ohne Weiteres lesen ...

Ich lese nicht besonders viele Frauenromane - zumindest war es früher so. Sie waren mir einfach zu seicht. Mein bevorzugtes Genre war Psychothriller. Leider kann ich das nicht mehr ohne Weiteres lesen - vor allem, wenn Kinder darin vorkommen. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, Bücher fürs Herz zu suchen. Geschichten, in denen man abtauchen kann; die schon im Hier und Jetzt spielen, jedoch romantisiert sein dürfen - auch mit ein wenig Kitsch, wenn es passt.

Genau solche Bücher findet man von Janina Venn-Rosky. Ich mag fast all ihre Geschichten. Leider habe ich jedes bisher erschienene Buch bereits gelesen und so durchstöberte ich Listen, um etwas Ähnliches zu finden. Die Beschreibung von "Das Café der guten Wünsche" hörte sich in diese Richtung gehend an und daher nahm ich es zur Hand.

Die Ernüchterung kam jedoch ziemlich schnell.

Ich fand keinen Zugang zur Geschichte. Und schon gar nicht zu den Charakteren.

Ja, es darf romantisch und ein wenig aus der Luft gegriffen sein - aber doch nicht total unrealistisch. Weder Julia, noch Robert, noch Nick haben mich auf irgendeine Weise berührt. Ihre Handlungen konnte ich teilweise nicht mal nachvollziehen. Auch andere Persönlichkeiten nahmen keine Gestalt an. Bei manchen frage ich mich sogar, was genau sie denn nun bezweckten. Für mich hatte die Handlung keinen geschlossenen Rahmen, sondern es wurde immer wieder versucht, etwas hinein zu quetschen.

Einzig der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Deshalb habe ich das Werk auch nicht vorzeitig abgebrochen. Es war jedoch mein erster und letzter Roman von Marie Adams, denn ich habe bereits in Rezensionen anderer Bücher hineingeschnuppert.

Vielleicht waren meine Anforderungen einfach zu hoch. Ich erwartete einen Wohlfühlroman, bekam jedoch nur etwas Hingeklatschtes. Meine Leseempfehlung gibt es daher nicht.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 08.01.2021

✎ Nora Fieling - Depression - und jetzt?

Depression - und jetzt?
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An diese Lektüre bin ich fast ganz ohne Erwartungen herangegangen. Ich war daher sehr gespannt.

Anfangs dachte ich, dass das Buch eher für Betroffene geschrieben wurde. Es wird erklärt, was eine Depression ...

An diese Lektüre bin ich fast ganz ohne Erwartungen herangegangen. Ich war daher sehr gespannt.

Anfangs dachte ich, dass das Buch eher für Betroffene geschrieben wurde. Es wird erklärt, was eine Depression überhaupt ist. Es werden Wege aufgezeigt, wie und wo man sich Hilfe holen kann. Es werden (alle) Therapien genaustens beschrieben.

Doch dann kommt ein Abschnitt für Angehörige. Dort wird darauf eingegangen, wie man sich Betroffenen gegenüber verhalten kann, jedoch ebenfalls, dass man zum Beispiel seine eigenen Grenzen kennen und bewahren muss, um wirklich eine Stütze sein zu können.

Nora Fieling schreibt sehr offen - sowohl über ihre eigene Geschichte, als auch über das Thema 'Depression' an sich. Ich habe mich in diesem Wegweiser sehr gut aufgehoben gefühlt. Einige meiner Fragen wurden beantwortet - für andere hat die Autorin entsprechende Anlaufstellen und Internetadressen genannt.

Nicht nur das - leider noch immer tabuisierte - Thema 'Depression' an sich findet Gehör, sondern auch eines der Symptome: Suizidgedanken. Ferner räumt die Verfasserin in diesem Bereich mit einigen Vorurteilen auf.

"Depression - und jetzt?" ist demnach für Betroffene ein super Überblick und gleichzeitig für Familie und Freunde eine kleine Hilfe. Von mir bekommt es eine Leseempfehlung.

©2020 Mademoiselle Cake