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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2019

Roadtrip, Drama und jede Menge Herzschmerz

Falling Fast
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Inhalt
Hailee DeLuca hat einen Plan: Die Zeit, in der sie sich zu Hause verkrochen und vor der Welt versteckt hat, ist vorbei. Sie will mutig sein und sich all die Dinge trauen, vor denen sie sich früher ...

Inhalt
Hailee DeLuca hat einen Plan: Die Zeit, in der sie sich zu Hause verkrochen und vor der Welt versteckt hat, ist vorbei. Sie will mutig sein und sich all die Dinge trauen, vor denen sie sich früher immer zu sehr gefürchtet hat. Doch dann lernt sie Chase Whittaker kennen - und weiß augenblicklich, dass sie ein Problem hat. Denn mit seiner charmanten Art weckt Chase Gefühle in ihr, die sie eigentlich niemals zulassen dürfte. Und nicht nur das. Er kommt damit ihrem dunkelsten Geheimnis viel zu nahe ...

Review
In "Falling Fast" folgen wir Hailee, die sich auf einem Roadtrip durch Amerika befindet und dabei Punkten auf ihrer Bucket List stellt für die sie stets zu schüchtern war. Die Geschichte fängt damit bereits vielversprechend an und obwohl ihr erstes Zusammentreffen mit Chase klischeehaft verläuft, war ich zunächst doch von der Handlung gefangen. Die anfängliche Begeisterung hielt aber leider nicht lange an. Ich habe bereits einige Bücher von Bianca Iosivoni gelesen und war daher überzeugt auch von "Falling Fast" begeistert zu sein. Doch leider konnte mich die Geschichte von Hailee und Chase nicht überzeugen. Es war alles vorhanden um ein großartiges Buch zu erschaffen, aber bei der Umsetzung ist es einfach gescheitert. Potential hatte die Grundidee ohne Zweifel und ich will auch nicht bestreiten zwischenzeitlich gut unterhalten worden zu sein. Das größte Problem sehe ich tatsächlich darin, dass man aus der Geschichte unbedingt einen Zweiteiler machen wollte, was leider darin endet, dass die Handlung in "Falling Fast" sehr langatmig ist. Man hätte die Geschichte ohne Probleme kürzen können und auch ohne den zweiten Teil zu kennen bin ich überzeugt, dass es sich wesentlich besser als Einzelband gemacht hätte. In "Falling Fast" passiert wenig, es gibt keine wirklichen Höhepunkte und es fühlt sich viel mehr nach einer langen Vorgeschichte an, bevor es dann in der Fortsetzung richtig losgehen wird.

Ein anderes Problem war für mich die Darstellung der Charaktere. Die Nebencharaktere finde ich vielversprechend, aber sie bleiben schlichtweg zu blass und hätten auch aus jedem x-beliebigen New Adult Buch stammen können. Die Hoffnungen liegen also auf Hailee und Chase, doch leider wird der Leser da wieder einmal enttäuscht. Hailee bleibt widersprüchlich und bis zum Schluss konnte ich mich nicht mit ihr anfreunden, was aber lediglich an der Darstellung lag. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt, Hailee und Chase. Aber auf Grund eines großen Cliffhangers am Ende wirkt die Erzählperspektive von Hailee unschlüssig. Man merkt, dass die Autorin etwas zurückhält und genau deshalb ist es unmöglich sich in Hailee hineinzuversetzen. Ich hätte es schöner gefunden den großen Cliffhanger von Anfang an anzusprechen, damit der Leser einen Zugang zu Hailee finden kann. Damit hätte gleichzeitig ein wichtiges Thema behandelt werden können und allen wäre geholfen gewesen. Stattdessen hat man sich aber für einen großen Cliffhanger entschieden, damit der Leser zum zweiten Buch greift. Das finde ich sehr schade und auch billig. Es war tatsächlich Chase, der es für mich noch retten konnte, denn er ist gut ausgearbeitet und es fällt leicht sich in ihn hineinzuversetzen. Er ist nicht perfekt, aber gerade das macht ihn so sympathisch. Es hat mich nur geärgert, dass er aus seinen Fehlern absolut nicht lernt.

"Falling Fast" führt Hailee in eine Kleinstadt, die mir ein richtiges Gilmore Girls Feeling gegeben hat und die Atmosphäre fand ich sehr gelungen. Die Autorin versetzt uns mitten in das Kleinstadtleben und es fällt leicht sich in das Geschehen hineinzuversetzen. Ich mag den Schreibstil von Bianca Iosivoni, es ist eine locker leichte Geschichte, die sich gut lesen lässt. Zum ersten Mal hatte ich nun aber bei einem ihrer Bücher das Problem, dass ich einfach nicht gefesselt war. Ich fand die Geschichte selbst sehr klischeebeladen und hatte das Gefühl jede New Adult Trope fand irgendwo ihren Platz. Gleichzeitig war es mir auch fast schon wieder zu dramatisch. Zu viele Schicksalsschläge werden eingebaut. Um Spoiler zu vermeiden will ich diese hier nicht weiter aufzählen, aber es war mir einfach zu viel. Im deutschsprachigen New Adult scheint es momentan wohl ein Trend zu sein so viele Krankheiten, Schicksalsschläge und Klischees einzubauen wie irgend möglich. Das finde ich sehr schade, weil es dadurch einfach nicht mehr aufrichtig wirkt und nichts davon richtig behandelt wird, sondern eben alles nur kurz angeschnitten wird. Besonders hinsichtlich Hailee fand ich das sehr schade und auch gefährlich wie ihre Darstellung auf einige Leute wirken könnte, weil der erste Band ihre Situation fast schon beschönigt und keinerlei Moral mit sich zieht.

Das mag sich soweit alles sehr negativ anhören, aber ich will nicht bestreiten, dass "Falling Fast" auch seine guten Seiten hat. Es wirkt nur leider so, als hätte die Autorin das Buch überstürzt geschrieben und der Handlung nicht die Zeit eingeräumt, die es benötigt hätte um daraus etwas Gutes zu machen. Darauf bezogen stellt sich die Frage, ob man wirklich ein Buch nach dem anderen veröffentlichen muss oder sich nicht vielleicht besser Zeit nimmt um das Beste aus einer Geschichte rauszuholen. Ich kann verstehen dass die Branche ein hartes Business ist aber wenn ich die vorherigen Bücher der Autorin mit diesem hier vergleiche erscheint es nun einmal einfach so als wäre dort die Deadline im Spiel gewesen und alles überstürzt beendet worden. Ich muss leider zugeben, dass die Strategie des Verlags wohl aufgehen wird und ich dem zweiten Teil eine Chance geben werden. Weniger auf Grund des Cliffhangers, sondern einfach weil ich darauf hoffe, dass "Flying High" die Geschichte noch retten kann.

Fazit
"Falling Fast" ist ein klassischer New Adult Roman mit den genretypischen Klischees und jeder Menge Drama. Hinsichtlich Mental Health, Krankheiten und Schicksalsschlägen wird alles eingebaut was irgendwie passt. Potential hat die Geschichte, aber an der Umsetzung ist es leider gescheitert.

Veröffentlicht am 12.05.2019

Emotionale Achterbahnfahrt!

Wenn Donner und Licht sich berühren
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Inhalt
Sich in Jasmine Green zu verlieben, fühlte sich an wie ein warmer Sommerregen. Leicht und unbeschreiblich schön. Als wir uns nach all den Jahren wiedersahen, war alles anders. Alles zwischen uns ...

Inhalt
Sich in Jasmine Green zu verlieben, fühlte sich an wie ein warmer Sommerregen. Leicht und unbeschreiblich schön. Als wir uns nach all den Jahren wiedersahen, war alles anders. Alles zwischen uns fühlte sich an, wie der düsterste Sturm.

Elliot und Jazz könnten unterschiedlicher nicht sein. Eigentlich passen sie nicht zusammen, doch was sie verbindet ist Musik - und ihre Einsamkeit. Mit Jazz fühlt sich das Leben für Elliot das erste Mal unbeschwert und leicht an. Doch ausgerechnet dann, als Elliot Jazz am meisten braucht, ist sie plötzlich verschwunden. Als sie sich Jahre später in New Orleans wieder begegnen, hat Jazz sich verändert. Genau wie Elliot. Das Leben hat sie härter gemacht. Eiskalt. Doch die zerbrochenen Scherben ihrer Seelen erkennen noch immer die Traurigkeit des anderen - und die Liebe zueinander. Und Elliot weiß, dass er seinen Fehler nicht noch einmal machen wird, dass er Jazz diesmal nicht mehr gehen lassen wird!

Review
"Wenn Donner und Licht sich berühren" war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der man nie wusste was einen als nächstes erwartet. Brittainy C. Cherry hat mich einige Male kalt erwischt und mich sprachlos zurückgelassen. Es war eines dieser Bücher, welches ich tatsächlich erst ein paar Tage später bewerten konnte, weil ich das Geschehene verarbeiten musste und für mich selbst reflektieren musste was ich dort erlebt habe. Die Autorin weiß definitiv wie sie ihre Leser fesselt, da muss man gar nicht diskutieren. Und ich bin mir auch ihrer großen Beliebtheit bewusst. Um ehrlich zu sein wurde ich dennoch recht enttäuscht zurückgelassen. Es mag an dem Hype um die Autorin liegen, aber meine Erwartungen waren extrem hoch. So oft hatte ich gehört wie großartig ihre Bücher sind, wie emotional die Geschichten sind und was für traumhafte Charaktere sie erschafft. Und obwohl ich zunächst tatsächlich erstmal mitgerissen wurde, kann ich mich der Begeisterung einfach nicht anschließen. Die Handlung ist stellenweise zu dramatisch und kein Schicksalsschlag wird ausgelassen. Doch es war die Charakterentwicklung, die mich besonders enttäuscht hat.

Im Mittelpunkt von "Wenn Donner und Licht sich berühren" stehen Jasmine und Elliott, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und hier kommen wir direkt zum ersten Problem. Der Klappentext vermittelt uns eine ganz andere Ausgangssituation, als wir sie im Buch erleben. Ich habe damit gerechnet, dass Elliott Jasmine dabei hilft ein neues Leben aufzubauen, nachdem sie gebrochen zu ihm zurückkehrt. Stattdessen ist es genau anders herum und es sind Elliotts Probleme, die im Mittelpunkt stehen. Jasmine spielte für mich tatsächlich eine eher untergeordnete Rolle und ist daher auch die gesamte Handlung über sehr blass geblieben. Ich liebe starke Protagonistinnen und da kann ich Jasmine einfach nicht zu zählen. Alles was sie ausmacht ist ihr Talent und ihre Liebe zur Musik. Davon abgesehen hat Jasmine Greene schlicht weg keine Eigenschaften und keinerlei Tiefe. Sie ist ein nettes Mädchen, aber ihre Naivität hat mich mehr als einmal den Kopf schütteln lassen. Besonders am Anfang, wenn die Vorgeschichte der beiden erzählt wird, ist es regelrecht schockierend wie naiv sie ist und auch im späteren Verlauf ist sie mir einfach nicht sympathisch geworden. Zudem hat es mich wütend gemacht, dass sie die ganze Zeit den Wünschen ihrer Mutter folgt und dafür alles aufgibt und sich nie wiedersetzt. Natürlich ist es verständlich, wenn sie um die Liebe ihrer Mutter kämpft, aber das war teilweise einfach lächerlich. Gleichzeitig wird der Leser die ganze Zeit im Unwissenden gelassen, weshalb sie den nun ihrem alten Leben den Rücken gekehrt hat, wodurch die eigentliche Offenbarung dann recht unspektakulär daher kommt. Meiner Meinung nach hätte man aus Jasmine viel mehr machen können.

Doch kommen wir nun zu Elliott, der mich bereits nach wenigen Seiten von sich überzeugen konnte. Er war so ganz anders als die typischen New Adult Helden. Ein schüchterner, schmächtiger Junge, der stottert aber unglaublich liebenswert ist und ein talentierter Jazz Musiker ist. Ich war davon direkt begeistert und habe in sofort ins Herz geschlossen. Es ist einfach unmöglich ihn nicht zu mögen und es hat mir richtig weh getan zu sehen wie sehr unter dem Mobbing seiner Mitschüler leidet. Nach dem ersten Drittel der Handlung gibt es jedoch einen Zeitsprung von 6 Jahren und der Elliott, den wir dann treffen hat gar nichts mehr mit dem liebenswerten Jungen gemeinsam. Und damit wären wir bei meinem größten Kritikpunkt angekommen. Ich kann die Verwandlung von Elliott einfach nicht nachvollziehen. Und ich fand es auch unglaublich nervig, dass die Autorin aus ihm den klassischen New Adult Muskelprotz machen musste. Ja, er hat schlimmer erlebt. Entschuldigt das sein Verhalten? Klares Nein! Ich war selten so enttäuscht von einem Charaktere und hab es nicht oft erlebt, dass ein Protagonist so vielversprechend aufgebaut wird und dann so stark nachlässt. Meiner Meinung nach hätte man so viel mehr aus ihm machen können.

Grundsätzlich hat "Wenn Donner und Licht sich berühren" viel Potential und wird auch bestimmt seine Fans finden, da es ein klassischer New Adult Roman ist und alle Klischees hat, die in dem Genre Erfolge erzielen. Für meinen Geschmack hätte aber bereits der Aufbau selbst anders angegangen werden sollen. Mir hat das erste Drittel der Geschichte unglaublich gut gefallen und ich hätte ohne zu zögern die volle Punktzahl vergeben. Doch mit dem Zeitsprung kamen für mich auch die Probleme. Ich hätte gerne mehr über Jasmines Zeit in London erfahren und mir erschien es als hätte sich die Autorin einfach für den leichten Weg entschieden. Mir wäre es dann sogar noch lieber gewesen, wenn sie den Anfang gekürzt hätte, wenn der Zeitsprung dafür besser gestaltet gewesen wäre. Was ich Brittainy C. Cherry aber zu Gute halten muss, ist ihr großartiger Schreibstil und die vielen poetischen Zitate, von denen ich mir am liebsten alle in ein Notizbuch geschrieben hätte. Die Autorin weiß mit Worten umzugehen und ich fand es besonders gelungen wie einige Szenen aus der Sichtweise von Jasmine und Elliott beschrieben wurden und man sehen konnte wie unterschiedlich die beiden gewisse Augenblicke wahrnehmen.

Brittainy C. Cherry scheut sich nicht davor sehr aktuelle und wichtige Themen anzusprechen, die nicht ganz leicht umzusetzen sind. Mobbing, sexueller Missbrauch, Totschlag und Verlust, gesundheitliche Schicksalsschläge, zerbrochene Familienverhältnisse und emotionaler Missbrauch finden in "Wenn Donner und Licht sich berühren" ihren Platz und obwohl man der Autorin anmerkt, dass sie all diesen Themen gerecht werden möchte und sich auch gelungen damit auseinandersetzt, waren es für meinen Geschmack zu viele brisante Themen auf einmal und ich hätte es besser gefunden, wenn sie sich auf ein oder zwei Themen beschränkt hätte. Besonders das Thema Mobbing wird zunächst gut dargestellt, aber letztendlich wird Elliott, der jahrelang darunter leidet, selber zu jemanden der andere Leute klein macht, was ich sehr schade fand.

Trotz einiger Kritikpunkte muss ich zugeben, das Buch innerhalb weniger Tage beendet zu haben, weil ich es schlichtweg nicht aus der Hand legen konnte. Die Geschichte fesselt ihre Leser und genau darin liegt die Stärke von "Wenn Donner und Licht sich berühren". Es mag nicht perfekt sein, aber es weiß zu unterhalten. Und genau darum geht es beim New Adult. Das Genre bringt keine Meisterwerke hervor, aber tolle und interessante und spannende Unterhaltung. Wer das Genre liebt, wird mit dem Buch sicherlich zufrieden sein! Ich selbst kann mich dem Brittainy C. Cherry Hype leider nicht anschließen und bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich ihren anderen Büchern noch eine Chance geben werde. Wer nicht genug Drama haben kann, wird mit der Autorin aber richtig beraten sein.

Fazit
"Wenn Donner und Licht sich berühren" ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die den Leser schockiert zurücklässt. Es ist eine Geschichte voller wichtiger Themen und großer Emotionen, die trotz vieler Klischees ein Muss für jeden New Adult Fan ist.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Vielversprechender Auftakt mit einigen Schwächen

Gold und Schatten
2

Inhalt

Gerade erst nach Paris gezogen, verliebt sich die sechzehnjährige Livia Hals über Kopf in Maél. Seine Welt sind die düsteren Katakomben unter den Straßen der Stadt. Die beiden kommen sich schnell ...

Inhalt

Gerade erst nach Paris gezogen, verliebt sich die sechzehnjährige Livia Hals über Kopf in Maél. Seine Welt sind die düsteren Katakomben unter den Straßen der Stadt. Die beiden kommen sich schnell näher, doch der draufgängerischen Maél geht immer wieder auf Abstand. Was hat er zu verbergen? Und warum um alles in der Welt kann Livia plötzlich Botschaften hören, die Bäume und Pflanzen zuflüstern? Ist sie dabei, den Verstand zu verlieren? Als es Livia schließlich gelingt, die einzelnen Fäden miteinander zu verknüpfen, kann sie kaum glauben, welches Geheimnis sich ihr offenbart. Denn dass sie Maél kennengelernt hat, war alles andere als ein Zufall...


REVIEW

Griechische Mythologie. Die Stadt der Lichter. Und die erste große Liebe. Scheinbar die perfekten Zutaten für ein großartiges Young Adult Buch. Ich bin sofort schwach geworden, als ich auf das Buch aufmerksam geworden bin. Nicht zuletzt wegen dem schönen Cover, welches ein absoluter Hingucker ist. "Gold und Schatten" ist definitiv unterhaltsam und es macht Spaß Livia und Maél auf ihrem Abenteuer zu begleiten, allerdings fehlt es der Geschichte an Tiefe und bleibt definitiv nicht in Erinnerung. Mich hat es ein wenig an "Starcrossed" von Josephine Angelini erinnert, wobei sich lange keine Spannung aufbaut und auch die mythologischen Aspekte hier nicht so gut umgesetzt wurden. Zwar begegnen wir im Laufe der Geschichte vielen bekannte Figuren, allerdings hätte es für meinen Geschmack alles noch weiter ausgebaut werden müssen. Stattdessen wird vieles nur angeschnitten und sich stattdessen auf die Liebesgeschichte konzentriert. "Gold und Schatten" arbeitet mit vielen Klischees und bleibt ziemlich oberflächlich, weshalb ich es eher jüngeren Leser empfehlen würde. Das mag sich nun alles erstmal negativ anhören, aber ich hab mich trotzdem gut unterhalten gefühlt und zwischendurch ist es auch mal schön eine seichte Geschichte zu lesen, besonders wenn die Grundidee selbst so vielversprechend ist.

Ein großer Schwachpunkt war für mich die Darstellung von Livia, mit der ich mich einfach nicht anfreunden konnte. Sie ist ein liebes und sympathisches Mädchen, welches Kräfte entwickelt und sich in einer neuen Welt zurecht finden muss. Mir erschien sie allerdings leider oftmals viel zu unreif und es gab mehrere Momente in denen ich einfach nur den Kopf schütteln musste. Obwohl sie mit Pflanzen sprechen kann, macht sie keinerlei Anstalten mehr darüber hinauszufinden oder ihre Kräfte zu hinterfragen und akzeptiert ihr Schicksal einfach. Das hat mich in den Wahnsinn getrieben. Mag sein, dass es im zweiten Band aufgeklärt wird, aber bisher wirkt sie einfach nur wie ein naives Mädchen. Wer interessiert sich schon dafür warum man plötzlich mit Pflanzen sprechen kann, wenn man stattdessen einen geheimnisvollen Bad Boy anhimmeln kann?

Maél selber konnte mich direkt überzeugen. Er ist geheimnisvoll, ambitioniert und wirkt mehr wie ein Antiheld als ein Traumprinz. Den Großteil der Geschichte war ich begeistert von ihm und wollte unbedingt mehr erfahren. Eine überraschende Offenbarung in der Mitte der Handlung wirft noch mal ein ganz neues Licht auf ihn und alles hätte so gut sein können. Doch dann kam das Ende und hat meine rosarote Blase mit einem großen Knall zersprengt. Die raue, geheimnisvolle Fassade war letztendlich nur aufgesetzt, um die Herzensdame zu beschützen. Was für eine Enttäuschung. YA Trope vom allerfeinstes. Hier war ich wirklich enttäuscht, denn sein Charakter hatte so viel Potential, welches komplett verschwendet wurde. So hat sich ganz überraschend Maéls Halbbruder Enko in mein Herz gespielt und ich hoffe sehr darauf mehr von ihm im zweiten Teil zu lesen. Der Wikingerprinz nimmt kein Blatt vor den Mund, hat seine Ecken und Kanten und erobert den Untergrund von Paris als Rockstar. Ich bin gespannt auf seine Entwicklung und hoffe sein Potential wird besser ausgebaut. Große Stärke der Geschichte liegt in seinen Nebencharakteren, von Livias Freundinnen über diverse Götter bis hin zu bekannten Sagengestalten. Für meinen Geschmack hätten die Nebencharaktere aber noch mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die griechische Mythologie spielt eine zentrale Rolle in "Gold und Schatten", kommt aber erst vergleichsweise spät ins Spiel. Zunächst steht erstmal nur die Liebesgeschichte zwischen Livia und Maél im Mittelpunkt, da hätte man gerne einiges kürzen können. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte unnötig in die Länge gezogen wird, weil man unbedingt einen Zweiteiler daraus machen wollte. Auch der Cliffhanger kam mir zu unerwartet und war zu sehr darauf konzipiert den Leser dazu zu bringen den zweiten Teil zu kaufen. Ich bin zwar gespannt auf die Fortsetzung, aber habe das Gefühl, dass man hieraus problemlos einen Einzelband hätte machen können.

Ich fand es schön zu sehen, wie die Autorin versucht hat verschiedene Figuren und Sagen der griechischen Mythologie in die Geschichte einzubringen. Wir begegnen mehreren Göttern, wobei mir besonders Hephaistos in Erinnerung geblieben ist. Ich hoffe sehr ihn im zweiten Band wiederzusehen. Die Darstellung der Götter und Sagengestalten fand ich größtenteils gelungen, teilweise aber auch etwas übertrieben. Hades ist der klassische Bösewicht, das war mir etwas zu langweilig. Und obwohl Hermes unglaublich liebenswert ist, wirkt seine Darstellung einfach komplett überzogen. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu verwöhnt von Percy Jackson und anderen Büchern in dem Genre. Aussagen wie 'wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause' passen für mich einfach nicht zu einem Gott. Allgemein hat der Humor der Autorin leider nicht meinem Geschmack getroffen und dürfte wohl eher junge Teenage ansprechen. So müssen McDonalds Rutschen als Eingang zur Hölle herhalten, das war mir einfach zu kindisch. Und auch viele der vermeintlich schlagfertigen Gespräche haben bei mir oftmals nur ein Gefühl des Fremdschämens hervorgerufen. Ich hätte mir gewünscht, dass das Lektorat da noch mehr geändert hätte. Ich kann aber verstehen, dass man von einer jungen Autorin nicht so viel erwarten kann wie von bekannten Größen im YA Bereich.

"Gold und Schatten" spielt in Paris und die Autorin nimmt den Leser mit zu Ausflügen in die Katakomben und den Eifelturm. Letztendlich hätte ich mir aber gewünscht, dass man dieses Setting noch mehr hervorhebt. Ich denke da nur an die "Die For Me" Reihe von Amy Plum, die mir das Gefühl hat selbst mitten in der Stadt der Lichter zu stehen. Das hat mir hier gefehlt und im Grunde hätte die Handlung auch in jeder anderen älteren Großstadt spielen können.

Die Review mag vielleicht recht kritisch ausgefallen sein, aber trotzdem muss ich sagen, dass ich die Geschichte unterhaltsam fand und es nicht bereue sie gelesen zu haben. Man merkt aber definitiv welches Zielpublikum hiermit angesprochen werden soll. Teenager, die gerade selber die erste Liebe erleben, werden das Buch mit Sicherheit lieben! Und auch wer seichte Unterhaltung sucht, ist mit dem Buch bestens beraten. Man sollte nur nicht zu viel erwarten und nicht den Fehler begehen es mit Percy Jackson und Co zu vergleichen. Obwohl ich bei dem Cliffhanger wirklich die Augen rollen musste, werde ich den zweiten Band definitiv lesen. Ich denke die Geschichte hat noch immer unglaublich viel Potential und bin gespannt wie dieses in der Fortsetzung umgesetzt wird. Zudem merkt man deutlich, dass der erste Teil nur das Vorspiel war und die Handlung jetzt erst richtig losgeht.

FAZIT
"Gold und Schatten" ist eine Geschichte rund um die griechische Mythologie und die erste Liebe. Jüngere Leserinnen werden dem Buch sicherlich direkt verfallen. Mir selbst hat es der Geschichte leider an Tiefe gefehlt, zudem gab es für meinen Geschmack zu viele Klischees. Die Handlung hat viel Potential, welches aber einfach nicht ausgeschöpft wird. Es bleibt daher eine seichte Unterhaltung für zwischendurch.

Veröffentlicht am 07.10.2018

Von Mulan inspirierte YA Geschichte

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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PLOT
Ein Mädchen, dazu bestimmt, des Kaisers Sohn zu heiraten.
Ein Junge, der den Glauben an das Gute in seinem Herzen begraben hat.
Eine große Liebe, die alles verändern kann.

Mariko, Tochter eines hochrangigen ...

PLOT
Ein Mädchen, dazu bestimmt, des Kaisers Sohn zu heiraten.
Ein Junge, der den Glauben an das Gute in seinem Herzen begraben hat.
Eine große Liebe, die alles verändern kann.

Mariko, Tochter eines hochrangigen Samurai, weiß, dass sie ihre Zukunft nicht selbst bestimmen darf. Sie ist klug und erfinderisch, aber eben ein Mädchen. Mit 17 wird sie dem Sohn des Kaisers versprochen. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit wird ihr Geleitzug vom berüchtigten Schwarzen Klan vernichtet. Mariko überlebt als Einzige und nutzt ihre Chance, dem vorgegebenen Pfad zu entkommen! Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erntet sie Anerkennung. Und sie verliert ihr Herz - ausgerechnet an den Feind

REVIEW
Wer sich für YA und Fantasy interessiert hat es schwer um Renee Ahdieh herumzukommen. Sie zählt zu den neuen Stars der Autorenszene und nachdem sich ihre erste Reihe im orientalischen Bereich abgespielt hat und locker auf "One Thousand and One Nights" basierte, wagt sich die Autorin diesmal in den asiatischen Raum und bedient sich der bekannten Geschichte um die kriegerische Mulan, welche sich als Junge ausgibt um die Ehre ihrer Familie zu bewahren. Weltweit wurde "Flame in the Mist" als Neuerzählung von Mulan angepriesen und hat mich so auch erst auf sich aufmerksam gemacht. Ich liebe den gleichnamigen Disneyfilm und konnte mir das Buch daher nicht entgehen lassen. Zugegeben hatten "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" und ich einige kleine Startschwierigkeiten, denn so ganz konnte mich die Handlung nicht fesseln. Ich kann nicht einmal genau benennen woran das nun eigentlich gelegen hat. Mir waren die Charaktere und deren Beweggründe etwas zu blass und auch das Worldbuilding hat für mich zu viele Fragen offen gelassen. Allerdings hat sich dies nach der ersten Hälfte langsam gebessert und nach guten 200 Seiten hatte ich tatsächlich zum ersten Mal das Gefühl, dass mich die Handlung wirklich fesselt.

Vielleicht liegt es daran, dass Mulan immer eine meiner liebsten Disney Prinzessinnen war, aber Mariko konnte mich als Leserin nicht ganz überzeugen. Es mag vielleicht nicht ganz fair sein, weil sie mit einer meiner Kindheitshelden konkurrieren musste, aber ich kann es einfach nicht schön reden. Mariko bringt durchaus alles mit was eine starke Protagonistin braucht. Ich finde es beispielsweise großartig, dass sie nicht die klassische reiche Tochter ist, sondern überall als etwas seltsames, vorlautes Mädchen bekannt war. Zudem stellt sie ihre eigenen Erfindungen her und beweißt mehrmals wie intelligent sie eigentlich ist, was man auch nicht von jeder Protagonistin behaupten kann. Dann wiederum ist sie aber vollkommen blind wenn es um den Schwarzen Clan geht. Bereits wenige Seiten nachdem man den Clan und seine Anführer kennenlernt, stellt man als Leser ihre Vermutung bereits in Frage. Mariko allerdings bleibt von ihren Vorurteilen gelenkt und das hat für mich nicht zu der starken, intelligenten Heldin gepasst, die uns am Anfang vorgestellt wird.

Wenn die weibliche Protagonistin einem Kopfschmerzen bereitet, kommt ein tragischer, leidender Antiheld gerade rechtzeitig. Okami hat es mir wirklich angetan, ich versuche es erst gar nicht zu leugnen. Am Anfang fällt es noch sehr schwer ihn zu durchschauen und selbst nachdem ich das Buch beendet habe, sind für mich noch so viele Fragen offen und er bleibt geheimnisvoll und spannend. Ich kann es nicht erwarten seine Vergangenheit im nächsten Band näher zu beleuchten und ihn hoffentlich besser kennenzulernen und mit ihm auch seine Fähigkeiten. Für mich ist er bisher definitiv nicht der klassische Held, weshalb ich gespannt bin zu sehen welche Richtung Renee Ahdieh im zweiten Teil der Reihe einschlagen wird. Und wenn man von Okami spricht, darf man Ranmaru natürlich nicht einfach übergehen. Ihn kann ich bisher ebenfalls schlecht einschätzen und bei beiden habe ich das Gefühl sie haben bisher einfach noch nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Ich möchte mehr über Ranmaru erfahren und kann charakterlich bisher zu ihm auch nur wenig sagen. Allgemein sind mir besonders die Nebencharaktere etwas zu blass geblieben und ich konnte zu niemandem eine Verbindung aufbauen.

Ich habe das Setting bereits am Anfang angesprochen und bisher habe ich noch nicht viele Bücher gelesen, die im asiatischen Raum gespielt haben. Was wohl auch der Grund dafür war, dass ich sehr lange große Schwierigkeiten mit den Namen und Eigennamen hatte. Zwar gibt es am Ende des Romans ein Glossar, aber das habe ich tatsächlich erst entdeckt, als ich mit der Geschichte bereits durch war. Irgendwie sind mir die Namen einfach nicht im Kopf geblieben, womit ich gar nicht gerechnet hatte, da ich viel im Bereich Fantasy lese und ungewöhnliche Namen daher eigentlich gewohnt bin. Den Weltenbau selbst fand ich allerdings durchaus interessant dargestellt und ich fand da mittelalterlich, asiatische Setting wirklich spannend und besonders die gesellschaftlichen Aspekte und die Machtverhältnisse haben mich direkt neugierig gemacht. Für meinen Geschmack hätte die Autorin den Weltenbau durchaus noch etwas vertiefen können.

Auch an mystisch, fantastischen Aspekten mangelt es in der Geschichte nicht, allerdings war die Darstellung für mich definitiv ausbaufähig. Bisher erfährt der Leser im Grunde noch gar nichts über die Magie in der Geschichte und ich hab bis zum Ende nicht ganz verstanden welchen Regeln sie unterliegt und in welcher Form sie eigentlich auftritt. Da besteht für mich in Hinsicht auf den zweiten Teil der Reihe noch viel Arbeit. Neugierig macht es auf jeden Fall und ich hoffe die Autorin wird darauf noch genauer eingehen!

Zum Ende hin möchte ich natürlich auch noch kurz auf das Cover zu sprechen kommen. Als jemand, der normalerweise das englische Original bevorzugt, muss ich diesmal zu meiner eigenen Überraschung doch gestehen, dass mir die deutsche Version doch besser gefällt. Ich mag die zarten Farben, die Schriftart und den Hintergrund. Ich finde es auch durchaus passend zur Handlung, wenngleich man dem asiatischen Setting für meinen Geschmack mehr Aufmerksamkeit hätte schenken können.

BEWERTUNG
4 von 5 Sternen

FAZIT
"Das Mädchen aus Feuer & Sturm" ist eine interessante Geschichte mit asiatischem Setting! Die starke weibliche Protagonistin und der gebrochene Antiheld stellen einen interessanten Gegensatz dar und machen gespannt auf die Fortsetzung. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten konnte mich die Handlung am Ende hin fesseln.

Veröffentlicht am 03.06.2018

TNT bieten Spannung, Herzschmerz und Drama

Die letzte erste Nacht
1

PLOT
Eine einzige Nacht kann dein ganzes Leben verändern.
Sie hätten niemals miteinander im Bett landen dürfen - das ist Tate und Trevor klar. Und schon gar nicht sollten sie den Wunsch verspüren, das ...

PLOT
Eine einzige Nacht kann dein ganzes Leben verändern.
Sie hätten niemals miteinander im Bett landen dürfen - das ist Tate und Trevor klar. Und schon gar nicht sollten sie den Wunsch verspüren, das Ganze zu wiederholen. Doch für die beiden ist es unmöglich, das Kribbeln zwischen ihnen zu ignorieren. Dabei kann Trevor auf keinen Fall erneut bei Tate schwach werden. Zu nah kommt die junge Studentin seinem dunkelsten Geheimnis: Während sie versucht, herauszufinden, warum ihr Bruder starb, setzt er alles daran, die Antwort auf diese Frage für immer vor ihr zu verbergen.

REVIEW
"Die letzte erste Nacht" ist der dritte Teil der "First" Reihe und nachdem ich davon schon soviel Gutes drüber gehört habe, musste ich mir einfach selbst ein Bild davon machen. Und obwohl das Buch nicht um die ein oder anderen New Adult Klischees herum kommt, konnte mich Bianca Iosivoni doch überzeugen und ich werde mir definitiv auch die anderen Bände der Reihe kaufen. In "Die letzte erste Nacht" folgen wir Tate und Trevor oder auch liebevoll TNT genannt. Dieser Spitzname sagt schon alles, denn die beiden sind ein äußerst explosives Duo. Ich fand die beiden sehr gelungen dargestellt, wenngleich ich mit Tate am Anfang kleine Startschwierigkeiten hatte. Eine besondere Stärke der Autorin liegt in der Gestaltung der Nebencharaktere, die einem richtig ans Herz wachsen und besonders die Gruppendynamik macht einen großen Teil des Charmes der Geschichte aus. Die Handlung selbst überzeugt mit Gefühl und Spannung und wenngleich man einige Aspekte durchaus vorhersehen kann, macht es doch Spaß den beiden zu folgen und auf ein Happy End zu bangen.

CHARAKTERE
In keinem anderen Genre habe ich so oft Probleme mit den weiblichen Hauptcharakteren wie im New Adult. Das liegt oftmals daran, dass sie mir zu überzogen dargestellt sind oder ihnen einfach die charakterliche Stärke fehlt. Von daher war ich unheimlich froh, dass dies in "Die letzte erste Nacht" nicht der Fall war. Ganz im Gegenteil habe ich mich Tate direkt verbunden gefühlt und es fällt unheimlich leicht sich in sie hineinzuversetzen. Man fühlt und leidet mit ihr und Bianca Iosivoni gelingt es wunderbar die innerliche Zerrissenheit ihrer Protagonistin darzustellen. Tate ist ehrgeizig, eine gute Studentin und doch gleichzeitig ein absolutes Partygirl, stets geplagt von den Geistern der Vergangenheit. Ich mag diese Gegensätzlichkeiten und obwohl sie eine unglaublich starke Protagonistin ist, merkt man doch wie sie innerlich sehr verletzlich und angreifbar ist.

Trevor hat es neben so einer starken Frau also gar nicht mal so leicht und gerade am Anfang hatte ich manchmal das Gefühl er würde fast schon in ihrem Schatten stehen. Das soll allerdings weniger ein negativer Punkt sein, sondern vielmehr ein Kompliment für Tate. Der Latino mit Köpfchen lässt Frauenherzen ohne Frage höher schlagen und ich habe ihn im Verlauf der Geschichte auch ins Herz geschlossen. Ich mag seine beschützerische Art gegenüber Tate und seinen Freunden. Er trägt ein Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich herum, welches ihn charakterlich stark geprägt hat und dies wird in der Handlung gelungen ausgearbeitet. Ich konnte ihn allerdings nicht immer ganz nachvollziehen.

Die "First" Reihe überzeugt mit einer großartigen Freundesgruppe, die ihren ganz eigenen Charme hat und die Geschichte erst zu etwas besonderem macht. Ich habe mich ein wenig in die Clique verliebt und bin daher sehr gespannt auf die Geschichten der anderen Paare. Luke und Dylan fand ich besonders großartig, was wohl auch der Grund ist weshalb Trevor trotz all seiner Vorzüge doch ein wenig in ihrem Schatten stand. Mason, der im abschließenden Teil der Reihe im Mittelpunkt steht, hat ebenfalls schon eine größere Rolle eingenommen und mich neugierig auf seine Geschichte gemacht.

SCHREIBSTIL
Bianca Iosivoni hat einen sehr locker, leichten Schreibstil der perfekt zur Handlung passt. Gleichzeitig zeigt sie aber in mehreren Szenen auch, dass sie wesentlich mehr zu bieten hat. Sei es nun die düstere Atmosphäre im Fitness Club oder die emotionaleren Szenen zwischen TNT, immer wieder gewinnt ihr Schreibstil an Tiefe und passt sich den jeweiligen Augenblicken an, wodurch sich dem Leser viel Abwechslung bietet. Dazu dienen auch die beiden unterschiedlichen Erzählperspektiven. Der Leser folgt nicht nur Tate sondern auch Trevor und gerade bei New Adult Büchern finde ich dies immer unheimlich wichtig, weil ich andernfalls oftmals das Gefühl habe etwas zu verpassen und den männlichen Charakter nicht gut genug kennenlerne. Von daher finde ich es schön, dass die Autorin uns an beiden Sichtweisen teilhaben lässt, denn Trevor ist unheimlich gelungen dargestellt.

COVER
Das Cover reiht sich wunderbar in die Gestaltung der anderen "First" Titel ein und ist definitiv sehr schön anzuschauen. Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Paaren oder Gesichtern auf dem Cover, aber in dem Fall gefällt es mir wirklich gut. Das liegt besonders an den farbigen Highlights im Vordergrund. Diese sind bei jedem Buch anders und mir gefällt in diesem Fall das grün besonders gut. Was mir besonders gut gefällt sind die Titel in der gesamten Reihe, weil diese mir irgendwie von Anfang an im Gedächtnis geblieben sind.

FAZIT
"Die letzte erste Nacht" kann mit seinen liebevoll gestalteten Charakteren und einer großartigen Gruppendynamik überzeugen. Die Handlung kommt zwar um einige New Adult Klischees nicht herum, aber hebt sich durch den gelungenen Mix von Spannung, Emotionen und Drama von anderen Büchern des Genres ab. Wer erstmal mit der "First" Reihe anfängt, wird dieser definitiv verfallen!

BEWERTUNG
4 von 5 Sternen