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Veröffentlicht am 17.09.2018

Fantastischer Auftakt mit Wow-Effekt

The Lost Prophecy - Vom Sturm erweckt
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Ich weiß gar nicht, wo ich bei ‚Lost Prophecy – Vom Sturm erweckt‘ anfangen soll. Bei Andurion, der riesigen fantastischen Welt mit den vier Elementarvölkern und den außergewöhnlichen Wesen, dem fesselnden ...

Ich weiß gar nicht, wo ich bei ‚Lost Prophecy – Vom Sturm erweckt‘ anfangen soll. Bei Andurion, der riesigen fantastischen Welt mit den vier Elementarvölkern und den außergewöhnlichen Wesen, dem fesselnden Schreibstil oder dem mitreißenden Plot und seinen zahlreichen Handlungssträngen, die erst nach und nach ineinanderlaufen?

Der fast tausendjährige Frieden in Andurion wird durch einen Hilferuf des Luftvolkes erschüttert. Bisher haben sich die Elemente weitestgehend voneinander ferngehalten, da mehrere kriegerische Auseinandersetzungen in der Historie des Landes gezeigt haben, dass eine friedliche Koexistenz nur möglich ist, wenn sie nicht miteinander involviert sind. Nun sind die Herrscher und Räte aber durch das Aufleuchten eines uralten Siegels gezwungen, Botschafter zu entsenden und dem Luftvolk zur Hilfe zu eilen. Die tödlichen Stürme und die mysteriöse Seuche die das Reich der Luft heimsuchen, könnten auch zur Bedrohung für die Menschen des Wassers, der Erde und des Feuers werden. Unter den Botschaftern befinden sich unter anderem Lorena, ein liebenswürdiges Wassermädchen und Tero, der trotz seines jungen Alters bereits als Vorgräber im Erdreich Schwerstarbeit leisten muss.

Die Geschichte wird abwechselnd vom personalen Erzähler aus sechs Perspektiven erzählt, wobei der Fokus überwiegend auf Lorenas und Teros Erzählstrang liegt. Zu Beginn hatte ich durch den Perspektivwechsel Angst, dass ich die Erlebnisse eines Charakters besonders spannend finden würde und mich durch die Kapitel der anderen quälen müsste. Bisher war es bei Büchern eher so, dass ich einem Wechsel der erzählenden Charaktere eher skeptisch gegenüberstand, da mindestens ein Nebenstrang langweiliger oder uninteressanter für mich war und ich die Seiten gezählt habe, bis ich wieder bei meinem Lieblingscharakter angekommen war. Bei ‚Lost Prophecy‘ war das zum Glück überhaupt nicht der Fall. Auch wenn mir Lorena mit Abstand am sympathischsten war und ich mich am ehesten in sie hineinversetzen konnte, hatte jeder Charakter etwas besonderes, durch das ich immer wissen wollte, wie es auch mit den anderen Charakteren weitergeht.

Carina Zacharias hat mit Andurion eine ganz besondere Welt geschaffen, mit einer eigenen über tausendjährigen Historie, außergewöhnlichen Charakteren, die alle einem der Elementarvölker angehören und von magischen und einmaligen Wesen umgeben sind. Die Beschreibungen haben ein sehr buntes und detailliertes Kopfkino bei mir ausgelöst und obwohl ich mir häufig Notizen machen musste, um nicht mit den vielen Namen und Begriffen durcheinanderzukommen, hat mir das Lesen riesigen Spaß gemacht. Die Reise der verschiedenen Botschafter zu verfolgen, war sehr spannend und durch die zahlreichen Sichten habe ich einen guten Überblick über die Eigenheiten und Traditionen der Elemente bekommen. Auch wenn Lorena und Co. nur auf wenige Hürden gestoßen sind und ich ein wenig die Hinweise auf die verstrichene Zeit vermisst habe (was wohl über mehrere Monate passiert war, las sich für mich eher wie wenige Wochen) denke ich, dass diese Fantasy-Geschichte für viele Leserinnen und Leser etwas zu bieten hat. Es geht um Liebe, Freundschaft, Loyalität, Magie und den Kampf für das Gute.

FAZIT

Der Auftakt der Fantasy-Saga ‚Lost Prophecy‘ hat mir alles in allem sehr gut gefallen. Andurion ist eine faszinierende Welt mit vielen interessanten Charakteren und magischen Wesen. Am Ende bleiben sehr viele Fragen offen, daher freue mich schon auf die Fortsetzungen, die zum Glück im Zweimonatsrythmus erscheinen. Von mir gibt es für diesen Wahnsinnsauftakt volle 5 Sterne

Veröffentlicht am 03.02.2019

Bleibt hinter dem Hype zurück

Someone New
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Dieses Buch hat mich einiges an Nerven gekostet, im positiven wie im negativen Sinne.
Nachdem ich von der ersten New Adult – Dilogie der Autorin absolut begeistert war und mich auf die neue Reihe so ...

Dieses Buch hat mich einiges an Nerven gekostet, im positiven wie im negativen Sinne.
Nachdem ich von der ersten New Adult – Dilogie der Autorin absolut begeistert war und mich auf die neue Reihe so gefreut hatte, dass ich die Special Edition von ‚Someone New‘ schon direkt nach Ankündigung vorbestellt hatte, begann ich kurz nach dem Erscheinen mit dem Hörbuch…und war irritiert.

Zum einen von Micah als Protagonistin. Sie ist reich, verwöhnt und aufdringlich. Sie verabscheut alles, wofür ihre Eltern stehen, lebt aber trotzdem auf deren Kosten. Ich bin dann circa ab der Mitte auf das Print umgestiegen, weil ich die Hoffnung hatte, dass Micah mir vielleicht aufgrund der Sprecherin unsympathisch sein könnte, was ich mir aber auch nicht vorstellen konnte. Carolin Sophie Göbel als Sprecherin empfand ich sogar als sehr angenehm und ohne ihre Stimme im Hintergrund wurde mir Micah sogar noch unerträglicher.
Hinzu kommt dann noch Micahs Vorliebe für Graphic Novels, die dem Leser ständig wieder ins Gedächtnis gerufen wird und besonders die zahlreichen Popkulturreferenzen waren einfach zu viel des Guten, selbst wenn man mit den erwähnten Serien, Filmen und Comics etwas anfangen kann, waren die vielen Nennungen nur noch ermüdend (bei ‚Winter is Coming‘ konnte ich schon nur noch mit den Augen rollen – und das schon auf Seite 58) und als jemand, der sich mit diesen Fandoms nicht auskennt, stelle ich es mir noch viel anstrengender vor, sich durch Micahs Gedankengänge zu wühlen.
Mal ab und an so ein Gimmick einzustreuen ist vollkommen in Ordnung, aber wenn ich das Gefühl bekomme, einen Dauerwerbetext anstatt einen Roman zu lesen, läuft in meinen Augen irgendetwas falsch.

Ein Lichtblick waren die Nebencharaktere, wie Julian und seine Mitbewohner und Micahs Freundinnen Alisa und Lilly. Selbst Kater Laurence konnte ich mehr abgewinnen, als der comicliebenden Protagonistin. Ich ertappte mich im Laufe der Handlung immer öfter dabei, wie ich mir wünschte, es würde mehr auf Cassies und Auris Beziehung zueinander eingegangen, anstatt zum widerholten Male auf Micahs Gejammere, weil sie ihr Jura-Studium hasst und Julian ihr nach eigener Ansicht nicht die Beachtung schenkt, die sie verdient hätte.
Wenn ich ehrlich bin, hat es mir im Nachhinein wenig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Auch der gewohnt gute, flüssige und sehr detaillierte Schreibstil der Autorin konnte die Geschichte für mich nicht retten. Ich habe es nur beendet, weil ich wissen wollte, was nun der große Twist am Ende sein sollte, der alle so berührt und überwältigt hat und dann kam diese Wendung und alle Schwierigkeiten und Konflikte haben sich einfach in Luft aufgelöst.

FAZIT

Leider ein Buch, dessen Hype ich nicht nachvollziehen kann. Ja, es werden Themen aufgegriffen, die im New Adult Genre noch nicht häufig aufgegriffen wurden, aber ich bewerte nicht nach der Wichtigkeit der angesprochenen Themen, sondern danach, ob die Geschichte, die erzählt wird, meiner Meinung nach in sich stimmig ist und ob die Charaktere vielschichtig angelegt und interessant sind und ob der Schreibstil dazu beiträgt, diese Geschichte greifbar zu machen
und hier passte für mich wenig zusammen. Die Handlung wurde durch ständige Wiederholungen in die Länge gezogen, die Protagonistin und Ich-Erzählerin Micah war mich absolut unsympathisch, was an sich für mich schon K.O.-Kriterium ist und dem Thema, das hier wohl im Mittelpunkt stehen sollte, wurde nicht genug Raum gegeben, da so ziemlich alle wohl gerade in der Gesellschaft kontrovers diskutierten Themen hier Platz finden sollten.

‚Someone New‘ konnte mich also leider überhaupt nicht begeistern. Wer sich einen eigenen Eindruck verschaffen möchte, dem rate ich, die Vertonung über audible von Carolin Sophie Göbel zu hören. Ihre angenehme Stimme mildert Micahs unsympathischen Charakterzüge stark ab und nur durch ihre Hilfe habe ich das erste Drittel überhaupt überstanden.
Auch wenn ‚Someone New‘ einfach nicht meins war, werde ich aber ‚Someone Else‘ trotzdem noch eine Chance geben, da ich auf Auris und Cassies Geschichte sehr gespannt bin. Julians Mitbewohner sind mir in den wenigen Szenen, denen ihnen eingeräumt wurden, bereits mehr ans Herz gewachsen als Micah und so hoffe ich, dass der Nachfolger mich wieder überraschen und begeistern kann.
Lobend erwähnen möchte ich auch noch einmal die wunderschönen Illustrationen der Special Edition aus der Feder von Gabriella Bujdosó. Sie hat die Charaktere und auch die Stimmung der verschiedenen Szenen sehr schön eingefangen und umgesetzt.

Veröffentlicht am 31.12.2018

Innen wie außen wunderschön

Die Schneeschwester
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INHALT & MEINE MEINUNG

Es ist kurz vor Weihnachten. Eigentlich die Zeit, auf die Julian sich gemeinsam mit seiner Familie am meisten freut. Doch nach dem Tod seiner älteren Schwester Juni ist alles anders. ...

INHALT & MEINE MEINUNG

Es ist kurz vor Weihnachten. Eigentlich die Zeit, auf die Julian sich gemeinsam mit seiner Familie am meisten freut. Doch nach dem Tod seiner älteren Schwester Juni ist alles anders. Am Essenstisch schweigen Mutter und Vater sich an und auch seine jüngere Schwester scheint ihre Lebhaftigkeit verloren zu haben. Julian frustriert das zunehmend. Auch er hat einen geliebten Menschen verloren, versucht aber dennoch alles, um seine Familie zusammenzuhalten. Eines Tages trifft er auf das quirlige Mädchen Hedvig, das sein Leben durcheinanderwirbelt und ihm durch seine Trauer hilft.

Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn der Tenor zunächst düsterer und bedrückender war, als anfangs angenommen. Wie Julian und seine Familie um die verlorene Juni trauern, wird sehr authentisch durch die Augen des Protagonisten geschildert und so hofft man auf ein, wenn auch kleines Happy End für die Familie und das sie es schaffen, sich aus dem Kreislauf aus Trauer und Verdrängung zu befreien. Die Illustrationen, welche diese Erzählung begleiten, sind einfach ein Traum und machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem.
Eingeteilt ist die Geschichte in 24 Kapitel. Wenn man weniger ungeduldig ist als ich, könnte man sich das Buch auf die 24 Tage bis Heiligabend einteilen. Ich hatte es aber innerhalb weniger Stunden verschlungen, da die Geschichte mich so gefesselt und berührt hat, das ich nicht noch bis Weihnachten auf die Auflösung hätte warten können oder wollen.

FAZIT

Selten hat mich eine Geschichte so zu Tränen gerührt wie ‚Die Schneeschwester‘, die Themen Verlust und Hoffnung sind hier beeindruckend miteinander geknüpft und durch das winterliche Setting passt es ganz wunderbar in die Weihnachtszeit. Einziger Kritikpunkt wäre von meiner Seite die Altersempfehlung. Die Geschichte wird hier aus der Sicht von Julian und wie ich finde, sprachlich kindgerecht geschildert, allerdings ist die Thematik eher ernst und bedrückend. Ich würde es eher ab 14 Jahren empfehlen, auch wenn ich Geschichte an sich und die Aufmachung grandios finde.

Veröffentlicht am 21.11.2018

Düster, melancholisch, spannend

Die Melodie der Schatten
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‚Die Melodie der Schatten‘ hat etwas sehr ruhiges, aber auch verstörendes an sich. Die Schatten, die durch Thristane Manor huschen, Melodien die scheinbar von nirgendwoher erklingen, Alpträume, die zwischen ...


‚Die Melodie der Schatten‘ hat etwas sehr ruhiges, aber auch verstörendes an sich. Die Schatten, die durch Thristane Manor huschen, Melodien die scheinbar von nirgendwoher erklingen, Alpträume, die zwischen Realität und Illusion schweben und unheimliche Vorkommnisse, die die zartbesaitete Fiona beinahe zu Tode ängstigen, dazu die hinter vorgehaltener Hand geflüsterten Legenden und Gerüchte über das alte Gemäuer und den Laird Aidan Thristane, bei dem Fiona nach dem Überfall auf ihre Kutsche und dem Mord an ihrer Tante untergekommen ist - all das verleiht dem Buch eine enorme Spannung und die Frage, ob hier übernatürliche Mächte am Werk sind oder nicht, hat mich von Anfang an begeistern können.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und durch die dichten atmosphärischen Beschreibungen fühlt man sich sofort ins Schottland des neunzehnten Jahrhunderts zurückversetzt.

Die Charaktere, insbesondere Fiona und Aidan sind sehr gut ausgearbeitet und facettenreich und auch die Handlung besticht durch ihre Vielschichtigkeit und überraschenden Wendungen. Besonders verwundert war ich, dass sich die erste Hälfte wie ein Gaslichtroman las. Auf dem Anwesen der Thristanes gehen viele merkwürdige Dinge vor sich; nächtliches Kratzen an Fionas Zimmertür, Schatten, die sie zu verfolgen scheinen und Hauspersonal, dass sich über die Vorkommnisse in Schweigen hüllt. Lange Zeit wird nur hier und da mal ein Hinweis oder eine Andeutung gestreut, die den Leser immer wieder auf falsche Fährten führen, was die Frage nach der Ursache der komischen Ereignissen, sowie Aidans Vergangenheit angeht. Hinzu kommt noch die Suche nach den Mördern ihrer Tante, die ihre Kutsche überfielen und denen Fiona nur durch eine glückliche Fügung entkam.

Insgesamt konnte mich die Geschichte überzeugen und ich werde auf jeden Fall weitere Werke der Autorin zur Hand nehmen.

FAZIT

Eine düster angehauchte, historische Geschichte über ein unheimliches Anwesen in den Highlands und den Geistern der Vergangenheit, die durch dessen Gänge wandeln und die lebenden Bewohner heimsuchen. Wer gerne historische Geschichten mit einem Touch Myterie liest oder sich für Schottland-Romane erwärmen kann, dem kann ich ‚Die Melodie der Schatten‘ nur empfehlen

Veröffentlicht am 20.09.2018

'Dreizehn Stunden hat die Nacht'

Glamour Girl
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Bissiger als ‚Gossip Girl‘, nervenaufreibender als ‚Pretty Little Liars‘ und eine Gesellschaft, die mich an eine Mischung aus ‚The Circle‘ von Dave Eggers und nur ganz am Rande an ‚Selection‘ von Kiera ...

Bissiger als ‚Gossip Girl‘, nervenaufreibender als ‚Pretty Little Liars‘ und eine Gesellschaft, die mich an eine Mischung aus ‚The Circle‘ von Dave Eggers und nur ganz am Rande an ‚Selection‘ von Kiera Kass (aber mit wesentlich mehr Spannung) erinnerte. Die Autorin hat ihr etwas ganz Eigenes geschaffen, das mich begeistern konnte und aufzeigt, dass es im Bereich Jugendbuch doch noch originelle Buchschätze zu entdecken gibt und das nicht jede Geschichte nach Schema F ablaufen muss, um gut anzukommen.

Man darf sich von dem Titel definitiv nicht abschrecken lassen. Bei ‚Glamour Girl‘ werden sicher einige denken, es gehe um ein verwöhntes Partygirl oder so eine typische Aschenputtel-Geschichte gemischt mit Gossip Girl – Anleihen. Armes Mädchen trifft auf reichen Bad Boy, sie lieben sich, sie hassen sich und wenn sie nicht gestorben sind… naja wurde eben schon in hunderten Jugendbüchern verwurstet. Evelyn Uebachs Geschichte ist das genaue Gegenteil von diesen vor Klischees triefenden 08/15 Liebesschmonzetten. Ich habe schon etliche Bücher aus diesem Genre gelesen und kenne viele der Kniffe und Wendungen, die ach so geheimnisvoll daherkommen und sich dann hinter der Maske doch nur als x-mal gelesener Deus Ex Machina entpuppen, aber bei ‚Glamour Girl‘ war ich eigentlich dauerhaft sprachlos, außer wenn jemand versucht hat, mich beim Lesen zu stören. Von Beginn an ist die Handlung nicht vorhersehbar, was nicht zuletzt an der sympathischen, aber unberechenbaren und leicht waghalsigen Protagonistin Vicky liegt. Sie schildert hier ihren Weg in die Glamourgesellschaft, die sie eigentlich verabscheut und für eine Sekte hält und trotzdem schafft sie es mitten hineinzuschlittern, ohne Rückfahrkarte und ohne Notfallplan. Ab und an erhält man auch Einblicke in die Gedankenwelt von Clea. Sie liebt die Glamourgesellschaft, den Luxus und die Partys, aber vor allem liebt sie Robin, den undurchsichtigen Anführer der Glamourgesellschaft Saya Nord, in der Vicky nun festsitzt.

Ich habe diese Geschichte regelrecht verschlungen und konnte nicht aufhören zu lesen, obwohl ich schon mit Grauen auf die letzten Seiten geschielt habe, da die Fortsetzung voraussichtlich erst im März 2019 erscheinen wird. Wenn man auf den Finalband einer derart gelungenen Dilogie wartet, kann sich das schon extrem lang anfühlen. An dieser Geschichte war einfach alles stimmig und rund. Man merkt sofort, dass die Charaktere bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wurden und das jeder so seine Beweggründe für sein Verhalten hat, selbst das Mädchen, dass ich am Anfang als die typische Zicke eingestuft habe, hat später noch einige Facetten entwickelt und ich konnte mit ihr mitfühlen und ihr Handeln ein Stück weit verstehen. Genauso ging es mir mit allen Charakteren, egal ob ich sie nun eher mochte oder eher nicht. Das habe ich bei Büchern selten. Es gibt eigentlich fast immer ein bis zwei Abziehbilder, die nur dafür da sind, die Handlung voranzubringen oder ihre Rolle zu erfüllen, die dabei aber relativ blass bleiben und beim Lesen höchstens lästig werden. Bei ‚Glamour Girl‘ gab es das in meinen Augen überhaupt nicht. Auch die Handlung war durchweg rund und schlüssig, blieb dabei aber immer erfrischend unvorhersehbar und originell. Es passierte meist etwas vollkommen anderes, als das, was ich vermutet hatte und der (Galgen-)humor, den Vicky und teilweise auch Robin hier an den Tag legt, ist einfach spitze.

Wie man sicher merkt, bin ich absolut begeistert und hoffe, dass ‚Glamour Girl‘ die Aufmerksamkeit bekommt, die es in meinen Augen definitiv verdient.

FAZIT

Wenn mich im Moment jemand nach einer Leseempfehlung im Bereich Jugendbuch fragen würde, wäre meine Antwort aktuell ganz klar ‚Glamour Girl.‘ Dieses Buch hat alles, was ich von einer guten und spannenden Geschichte erwarte. Originalität, überraschende Wendungen, eine starke Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt, eine gut dosierte Portion Drama und ab und an komödiantische Einlagen, die meistens unbeabsichtigt sind und hauptsächlich auf Vickys Kosten gehen.