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Josia-Jourdan

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2019

Interessantes Jugendbuchdebüt

Passiert es heute? Passiert es jetzt?
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Wolfgang wird in die Jugendpsychiatrie eingeliefert. Warum ist noch nicht ganz klar, aber im Verlauf seines Aufenthalts wird klar, dass er jahrelang unter seinem Vater gelitten hat. Mehr als das. Sein ...

Wolfgang wird in die Jugendpsychiatrie eingeliefert. Warum ist noch nicht ganz klar, aber im Verlauf seines Aufenthalts wird klar, dass er jahrelang unter seinem Vater gelitten hat. Mehr als das. Sein Vater hat die ganze Familie kontrolliert, nach seinen Wünschen geführt und immer mehr von der Aussenwelt abgeschirmt. Traumatische Erlebnisse, komplette Manipulation und eine dauerhafte Angst. Nach und nach baut sich immer mehr Spannung auf, bis es dann passiert. Doch was ist passiert? Das erarbeitet Wolfgang sich gemeinsam mit seinem Psychologen.

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven. Zum einen kommt unser Protagonist Wolfgang zu Wort und erzählt wie er den Alltag in der Psychiatrie erlebt, aber auch seine Erinnerungen an das Erlebte. Zum anderen ein Mädchen aus der Klinik, dessen Rolle mir aber bis am Ende schleierhaft bleibt. Auch wenn ihre Ansicht auf den Verlauf der Dinge durchaus interessant ist. Oder hat sie etwa einen grösseren Part gespielt und ich habe es nicht verstanden? Genauso wie der Bezug zum Gesellschaftsspiel Die Werwölfe von Düsterwaldwohl ein literarischer Trick darstellen soll, ehrlich gesagt aber mehr verwirrt, als zusätzliche Spannung hineinbringt.

Ein tyrannischer Vater und die Folgen daraus stellen die zentralen Themen des Romans dar. Gleichzeitig aber auch das Problem von Armeewaffen in den Händen Falscher Personen. Damit greift Minelli brisante Thematiken auf und verpackt das Ganze in einem Dialog zwischen Protagonist und Psychologe. Wie hätte man verhindern können, dass es so weit gekommen ist? Wie hätte man Wolfgang helfen können?

Fazit

«Passiert es heute? Passiert es jetzt?» ist ein sehr interessantes Jugendbuch, welches in gewissen Punkten zwar fast schon literarisch ist, gleichzeitig aber eine fesselnde, emotionale Familientragödie erzählt und Einblicke in die Psyche eines tyrannisierten Jungen gibt. Michèle Minelli beweist, dass sie auch im Jugendbuch schreiben kann und dass sie vollkommen verdient für den Schweizer Jugendleserpreis Bookstar nominiert ist. Ich vergebe 4 von 5 Sterne und empfehle das Buch allen Fans von psychologischen Spannungsromanen, die einen anspruchsvollen Schreibstil mögen.

Ich danke dem Jungbrunnen Verlag für mein Exemplar!

Veröffentlicht am 23.06.2019

Eine schöne sommerliche Story

DUMPLIN'
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Willowdean ist eine coole Protagonistin & ich mag sie von Beginn an. Sie ist impulsiv, leicht naiv und sehr menschlich. So ist sie zwar selbstbewusst und lässt sich nicht unterkriegen, ist aber wie jeder ...

Willowdean ist eine coole Protagonistin & ich mag sie von Beginn an. Sie ist impulsiv, leicht naiv und sehr menschlich. So ist sie zwar selbstbewusst und lässt sich nicht unterkriegen, ist aber wie jeder Mensch auch manchmal unsicher. Genauso wie sie zwar viele sympathische Momente an den Tag legt, aber eben auch manche, die zeigen, dass sie ebenfalls Fehler macht. Die meisten dieser Fehler scheinen mir ziemlich normal & dadurch habe ich sie eigentlich noch mehr gemocht, aber dann behandelt sie einen Jungen ziemlich mies & auch wenn ihr das bewusst ist, ändert sie nichts an ihrem verhalten. Das ist für mich dann auch der Teil am Buch, der mich gestört hat. Erstens ist es ein ziemlich unnötiger Handlungsstrang, Will verhält sich mies und dadurch hat mir das Lesen auf diesen Seiten auch nicht ganz so viel Spass bereitet.

Ansonsten finde ich die Geschichte grossartig. Humorvoll, realitätsnah & doch irgendwie abgedreht. Der Schönheitswettbewerb, die erste grosse Liebe, ein Streit mit der besten Freundin & viele spannende Personen werden behandelt. Das Buch ist vielfältig, unterhaltsam & cool geschrieben.
Zudem vermittelt es eine wichtige Botschaft: Schönheit ist was immer wir daraus machen. So wie Will beschliesst, dass sie trotz Übergewicht am Schönheitswettbewerb teilnehmen kann.

Fazit

July Murphy hat mit Dumplin’ ein unterhaltsames Buch geschrieben, mit einer coolen Protagonistin, die trotz einiger Macken, sympathisch ist. Das Buch beweist, dass Schönheit nicht definiert werden kann & jede/r Schönheitskönig/in sein kann, wenn man sich nur selbst schön fühlt.

Aber das Buch zeigt auch, dass niemand perfekt ist und selbst Protagonistinnen, welche sich selbst wünschen, besser behandelt zu werden, andere Menschen eben auch mies behandeln können. Mir hat das lesen grösstenteils sehr viel Spass bereitet, die Message gefällt mir und die Vielfältigkeit der Geschichte finde ich ebenfalls super. Ich vergeb 4,5 von 5 Sterne & freue mich auf mehr Bücher von Julie Murphy.

Veröffentlicht am 23.06.2019

Man fliegt nur so durch die Seiten

The Ivy Years - Wenn wir vertrauen
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Ich liebe den Schreibstil. Man fliegt nur so durch die Seiten. Das lesen bereitet unglaublich viel Spass. Erotische Szenen sind schön geschrieben und es gefällt mir gut, dass sowohl aus der Sicht von Rafe ...

Ich liebe den Schreibstil. Man fliegt nur so durch die Seiten. Das lesen bereitet unglaublich viel Spass. Erotische Szenen sind schön geschrieben und es gefällt mir gut, dass sowohl aus der Sicht von Rafe als auch aus Bellas Sicht erzählt wird.

Auch die beiden Charaktere haben mir gut gefallen. Bella als selbstbestimmte Frau, die zu ihrem Lebensstil steht. Es ist schrecklich, was ihr widerfährt und gleichzeitig finde ich es unglaublich wichtig, dass solche Themen eben auch angesprochen werden. Ob Bellas Rache dann das Richtige war? Darüber kann man sich streiten.

Rafe ist mir ebenfalls sympathisch, trotz einiger Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Er unterstützt Bella, spielt keine Rolle und steht zu sich selbst.

Es gab den ein oder anderen Punkt, der mich gestört hat. So will Rafe keine One-Night-Stands und plant alles für sein erstes Mal. Doch als seine Freundin ihm dann offenbahrt, dass sie ihn betrogen hat, springt er kurzerhand mit Bella ins Bett. Das hat mich gestört. Warum tut er das? Und natürlich ist er dann auch noch perfekt im Bett. Passt für mich nicht so gut zusammen.

Ebenso hat mich Bella in gewissen Momenten genervt. Sie ist zwar eine Kämpferin, steht für ihre Meinung ein und nimmt kein Blatt vor den Mund. Trotzdem hat es einige Momente gegeben, die für mich so gar nicht mit ihrem Charakter übereinstimmt haben.

Fazit

Dieses Buch hat mich extrem positiv überrascht. Ich habe es sehr gerne gelesen & die beiden Charaktere fand ich sehr interessant & sowieso lobenswert ist die Diversity in diesen Büchern. Trotzdem gab es einige Szenen, in denen ich die Augen verdrehen musste, weil es dermassen konstruiert gewirkt hat. Im Grossen und Ganzen bin ich aber happy, dass ich das Buch gelesen habe. Es ist romantisch, in den richtigen Momenten erotisch und das Lesen macht viel Spass. Ich vergebe 3.5 von 5 Sterne für dieses unterhaltsame Buch. Es hätten durchaus auch 4 von 5 sein können, aber dafür hat mich das ein oder andere Detail dann doch zu sehr gestört.

Ich danke dem LYX-Verlag für mein Exemplar!

Veröffentlicht am 14.05.2019

Ganz akzeptabler Thriller!

Pandemie - Die Extinction-Serie 1
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In Kenia bricht eine schreckliche Krankheit aus und sie breitet sich in Rekordgeschwindigkeit aus. Peyton Shaw ist Seuchenspezialistin und bereitet sich darauf vor die Seuche zu bekämpfen und herauszufinden, ...

In Kenia bricht eine schreckliche Krankheit aus und sie breitet sich in Rekordgeschwindigkeit aus. Peyton Shaw ist Seuchenspezialistin und bereitet sich darauf vor die Seuche zu bekämpfen und herauszufinden, wie die Infizierten geheilt werden können. Währenddessen erwacht Desmond Hughes in Berlin. Eine Leiche neben ihm. Auch wenn er sich an nichts mehr erinnert, so weiss er doch, dass er auf der Flucht ist und mit Hilfe von Codes findet er heraus, dass er Teil einer riesigen Sache zu sein scheint.

Die Geschichte ist aus unendlich vielen Perspektiven erzählt. Sowas bin ich mir von dem Autor gewöhnt und ich mag das grundsätzlich auch sehr. Doch bei diesem Buch ist es zwischenzeitlich aber sehr anstrengend. Denn so springt der Autor ohne Vorwarnung im nächsten Absatz an einen anderen Ort zu einer anderen Person. Und als wäre das nicht genug, gibt es auch unangemeldete Zeitsprünge. Ich hätte mir wenigstens eine kleine Überschrift gewünscht, wer gerade am erzählen ist. Ansonsten mochte ich die vielen Sichten sehr, denn das macht die Geschichte abwechslungsreicher & erlaubt uns Nebencharaktere & Hintergrundgeschichten besser kennenzulernen.

Die Story selbst gefiel mir lange Zeit sehr gut. Ich mag solche Szenarien und Riddle schafft es, das Ganze spannend aufzubauen. Gerade weil man einerseits mitverfolgen kann, wie sich die Krankheit ausbreitet und andererseits auch Einblicke bekommt, wie es überhaupt dazu gekommen ist. Die ersten dreiviertel des Buches haben mir dementsprechend auch viel Freude bereitet. Besonders gut haben mir die Parts gefallen, in denen uns Desmond in seine Kindheit, seine Jugend und später auch sein Berufsleben genommen hat.
Ebenso fasziniert hat mich, wie gekonnt der Autor immer wieder Fäden zusammengeführt hat und nicht mit dem Tod von Charakteren geizt oder gerne auch mal eine Bombe (im wahrsten Sinne des Wortes) platzen lässt.

Da ich nicht zu viel von der Geschichte wegnehmen möchte, gehe ich gar nicht allzu sehr darauf ein, was passiert.

Trotzdem möchte ich kurz auf das Ende eingehen. Allerdings ohne Spoiler. Das Buch hat mich lange begeistert, aber als es dann nach und nach an die Auflösung gegangen ist, ist mir plötzlich alles viel zu schnell gegangen. Während der Autor uns zuvor jeweils die Möglichkeit gibt, alles zu verstehen (auch die technischen Details). So wird am Ende alles sehr schnell abgewickelt. Ich habe weder verstanden, wie Peyton & Desmond herausfinden können, wer dahintersteckt, noch habe ich wirklich die Beweggründe der Schuldigen verstanden. Natürlich im Groben schon, aber ich hätte mir nach 800 Seiten Story doch eine bessere Erklärung beziehungsweise mehr Details gewünscht.

Fazit

Eine neue Reihe von einem meiner Lieblingsautoren. A. G. Riddle befasst sich wieder einmal mit einem Untergangsszenario der Welt und gekonnt baut er Spannung auf, bringt unzählige Charaktere ins Spiel und erlaubt uns dank der vielen Perspektiven auch einen Einblick in verschiedenste Personen und Szenerien. Die Charaktere sind vielschichtig und es ist schwierig zu sagen, wer mir schlussendlich sympathisch gewesen ist und wer nicht. Genauso habe ich auch die Kaltblütigkeit des Autors gemocht. Er scheut nicht davon Charaktere sterben zu lassen und hat mich damit mehr als nur einmal geschockt.

Das eine so spannend erzählte Geschichte, die mich richtig gepackt hat, dann am Ende irgendwie viel zu kompliziert und unerklärt endet, hat mich enttäuscht. Im Nachhinein würde ich auch behaupten, dass dem Buch 100 oder 200 Seiten weniger sicher nicht schlecht getan hätten. Trotz einiger Kritikpunkten vergebe ich 3.5 von 5 Sterne, da mich die Geschichte grösstenteils sehr begeistert hat. Ich bin gespannt, ob in Band 2 vielleicht dann noch bisschen mehr auf die Beweggründe der Pandemie-Auslöser eingegangen wird.

Ich bedanke mich beim Heyne Verlag für mein Exemplar!

Veröffentlicht am 14.05.2019

Ich liebe Nevermoor!

Nevermoor 2
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Morrigan ist nun ein Mitglied der Wundersamen Gesellschaft und gleichzeitig weiss sie nun auch, was sie wirklich ist: eine Wunderschmiedin. Genau wie der Bösewicht Ezra Squall. Was bedeutet das? Morrigan ...

Morrigan ist nun ein Mitglied der Wundersamen Gesellschaft und gleichzeitig weiss sie nun auch, was sie wirklich ist: eine Wunderschmiedin. Genau wie der Bösewicht Ezra Squall. Was bedeutet das? Morrigan darf niemandem erzählen, wer sie ist und nur die wichtigsten Leute der Wundersamen Gesellschaft wissen Bescheid. Und auch wenn Morrigan sich auf die Schule freut, realisiert sie bald, dass es nicht so toll wird, wie sie gehofft hat. Gemeine Mitschüler, nur ein einziger blöder Kurs und dann wird ihre Gruppe auch noch wegen ihr erpresst. Und dann werden auch noch Leute entführt! Was hat Ezra Squall damit zu tun?

Die Geschichte beginnt sehr locker und unspektakulär. Wir begleiten Morrigan durch ihren Alltag an der Schule und kaum hat die Geschichte angefangen bin ich schon wieder ganz verliebt in Nevermoor. Eine so märchenhafte, verspielte Welt, welche zwar auch ihre düsteren Seiten besitzt, insgesamt aber ein Gefühl vollkommener Zufriedenheit bei mir auslöst. Am genialsten finde ich immer noch die Schirmbahn!

Handlungsmässig fehlt es im ersten Drittel ziemlich an Spannung. Viel mehr gibt uns die Autorin Zeit gemeinsam mit Morrigan die Schule zu entdecken und die Situation zu verstehen. Zuerst fast bisschen enttäuscht, dass noch nicht so viel geschehen ist, nimmt das Buch richtig Fahrt auf. Plötzlich habe ich kaum mehr aufhören können zu lesen und die Geschichte hat mich voll in seinen Bann gezogen. Spannung, Plottwists, humorvolle und gleichzeitig auch gruselige Momente ergeben die perfekte Mischung und gepaart mit dem fantastischen Setting und den kuriosesten Ideen ist das ganze zu einem grandiosen Leseerlebnis für mich geworden.

Nebst der fesselnden Story überzeugt mich bei Nevermoor aber vor allem die Vielschichtigkeit der Charaktere. Niemand entspricht nur einer Rolle. Niemand ist vollkommen sympathisch oder unsympathisch. Viel eher beweist die Autorin, dass jeder Charakter Ecken und Kanten hat. Niemand in diesem Buch ist nur gut oder nur böse. Sondern eben vielschichtig und mit Gründen für sein/ihr Handeln. So täuscht uns die Autorin mehrmals und beweist, dass man manchmal tiefer blicken sollte, als bloss auf das Erscheinen einer Person. Gerade Ezra Squall kann ich immer noch nicht einschätzen. Ist er denn wirklich so böse? Warum hilft er Morrigan?

Fazit

Ich liebe Nevermoor! Ich hätte es nicht erwartet, aber dieser zweite Band ist genial und überzeugt auf der ganzen Linie. Auch wenn zu Beginn nur wenig Spannung vorhanden ist, so hat mich die Geschichte mitgerissen und ich habe das Buch kaum mehr aus den Händen legen können. Ausserdem liebe ich die Charaktere, ihre Vielfältigkeit und die Ungewissheit wer Gut und Böse ist. Nevermoor ist eine wunderschöne Welt, die mich vollkommen in ihren Bann gezogen hat. Ich vergeb für diesen fantastischen zweiten Teil 5 von 5 Sterne und kann den dritten Band kaum erwarten.

Ich danke dem Dressler Verlag für mein Exemplar!