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Veröffentlicht am 08.05.2020

Ein Buch, indem man sich inmitten von Liebe und Freundschaft in einem Küstenort beheimatet fühlt

Die kleinen Geheimnisse des Herzens
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Die ältere Dame May Rosevere im hohen Alter von 110 Jahren lebt in dem idyllischen Küstenörtchen Pengelly in Cornwall. Auf der steten Suche nach Erinnerungen fiebert sie ihrem 111. Geburtstag entgegen, ...

Die ältere Dame May Rosevere im hohen Alter von 110 Jahren lebt in dem idyllischen Küstenörtchen Pengelly in Cornwall. Auf der steten Suche nach Erinnerungen fiebert sie ihrem 111. Geburtstag entgegen, den sie mit allen Mitteln versucht zu erreichen. Alles geht sehr behutsam vor und ihr Nachbar Andy bringt ab und an seine kleine Tochter Tamsin vorbei. So hat er einen Blick auf die rüstige Rentnerin und da er alleinerziehend ist, jemanden, der nach der Schule auf die Sechsjährige aufpasst. Aufgrund des frühen Todes der Mutter wirkt Tamsin schon älter, bringt aber einen frischen Schwung mit ihrer kindlichen Ader in das Dorf der älteren Generation. Ihr Vater Andy ist die gute Seele in Pengelly, fürsorglich und lässt nicht selten seine Wünsche deshalb außer Acht. May finde ich sehr gespalten. Zum einen ist sie prägender Charakter des Buches „Die kleinen Geheimnisse des Herzes“ von Celia Anderson. Sie wächst einem ans Herz, einfach, weil es die eigene Oma sein könnte. Zum Anderen ist sie mit der Elster auf dem Titel des Buches zu vergleichen: Diebisch, nur um sich selber aufgrund der Kraft von Erinnerungen am Leben zu halten. Anfangs wirkt May mit all ihren Fehlern negativ, jedoch sieht sie bald ein, das sie nicht nur auf Kosten anderer Handeln kann. Eine schöne Wendung des Buches. Diese wird zum Teil durch das von Ida Carnell hervorgerufene „Leihoma-Projekt“ unterstützt. May wird ausgerechnet Julia Lovell an die Hand gegeben, mit der sie seit Jahren im Streit steht. Julia stellt den zweiten Hauptcharakter neben May da. Die beiden können unterschiedlicher nicht sein, harmonieren jedoch perfekt zusammen. Schließlich bringt ihre Enkelin Emily neuen Schwung in die Story und ist mir sofort ans Herz gewachsen. Ihre Oma kann den Alltag nicht alleine meistern, weshalb sich ihre Enkelin Emily direkt auf den Weg macht. Das passt ihr ganz gut, da sie von ihrem Leben selbst etwas Abstand braucht. Eine sehr liebevolle und selbstbewusste Frau, die sich schnell in das Dorfleben hineinleben kann! Da ich selber in einem Dorf wohne, ist das manchmal gar nicht so leicht zu verwirklichen. Celia Anderson hat es aber geschickt eingefädelt.


Ich behaupte nicht zu viel, dass man bereits ab den ersten Seiten die Themen Einsamkeit, Älterwerden, Freundschaft, Vermissen und die Liebe herauslesen kann. Für mich fast die bedeutendsten Themen über die man sich im Alltag mehr Gedanken machen sollte.
Von diesen Themen geprägt beschreiben die Kapitel abwechselnd das alltägliche Leben von den Charakteren und gehen später ineinander über. Hin und wieder weist das Buch einige schöne Überraschungen auf. Dies bringt Abwechslung und Spaß beim Lesen. Der Schreibstil ist flüssig und Celia Anderson verwendet viele beschreibende Adjektive, weshalb man auch schnell eine blühende Phanasie von dem Ort an der Küste und dessen Umgebung bekommt. Der Leser fühlt sich wie ein Teil des Buches.
Die Charaktere sind in ihrer Rolle sehr authentisch. Es wäre so, als beschreibe nur jemand, was vor seinem Fenster geschieht, nicht, als kreiere die Autorin gerade eine Geschicht für ihren Roman. Das Realitätsahe gefällt mir hier sehr.

Leider wollte die Autorin zum Ende zu viele Handlungsstränge einbringen, welches den Schluss etwas hinauszögert. Die Ansätze waren nicht fehl am Platz, doch hätte die Autorin lieber einen dickeren Wälzer daraus schreiben sollen. Auf den 474 Seiten wirkt es sehr gequetscht. Weitestgehend kann man darüber gut hinweglesen, da es so ein herzerwärmendes Ende mitsich bringt und noch auf den letzten Seiten einige interessante Fragen geklärt werden. Anderes bleibt allerdings offen oder wird gar nicht mehr erwähnt, wo man beim Lesen so darauf hinfiebert.

Ich fand es als junge Leserin sehr spanned in die Atmosphäre eines kleinen Dorfes mit betagteren Bewohnern zu tauchen. Mir wurde als Leser das Gefühl übermittelt, als wär ich Teil der Geschichte und säße mit den Figuren am Tisch. Auf eine andere Art und Weise ein sehr berührendes Buch, das mich zu Tränen rührte und nicht nur einmal mit den Figuren mitfiebern ließ. Ich kann das Buch nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.02.2022

Der Fahrer - Du kennst sie. Du vertraust ihnen. Aber er führt böses im Schilde.

Der Fahrer
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Der Thriller "Der Fahrer" von Andreas Winkelmann erschien 2020 als dritter Band um das Ermittlerduo Kerner und Oswald bei Rowohlt.

Es beginnt zu Leuchten. Zum Einen haben die Opfer Leuchtfarbe im Gesicht, ...

Der Thriller "Der Fahrer" von Andreas Winkelmann erschien 2020 als dritter Band um das Ermittlerduo Kerner und Oswald bei Rowohlt.

Es beginnt zu Leuchten. Zum Einen haben die Opfer Leuchtfarbe im Gesicht, zum Anderen findet sich die fluoreszierende Farbe in Form von Hashtags auf den Autos wieder. Könne sich unter #findemich Spuren auf den Verbleib der Frauen recherchieren lassen? Jens Kerner und Rebecca Oswald ermitteln wieder. Doch Jens lässt sich zu stark von seiner Vergangenheit leiten und verliert den Blick für das Wesentliche. Doch das Team um Carina, Rolf Hagenah, Levi Oktay, Kerner und Oswald hält zusammen.

Ich finde gut gelungen, dass Winkelmann Kerner und Oswald im Lauf der Bände immer weiter ausbaut. Die Figuren werden so immer durchsichtiger sowie sympathischer. Auch ist das Team sehr beständig und es kommen keine neuen Charaktere dazu.

Somit ist der Aufbau und die Struktur gut zu verfolgen. Die Kapitel sind gut geteilt, sodass immer eine andere Sichtweise gegeben ist. Dies lockert auf und lässt das Buch schnell und flüssig lesen.

Zusammenfassend ist "Der Fahrer" wieder ein Buch, welches man gut zwischendurch lesen kann. Die Geschichte ist abgeschlossen, jedoch sind die Charaktere bereits sehr aufeinander aufbauend und der Leser benötigt das Wissen aus den Vorbänden. Daher für mich klar als Empfehlung in der Reihenfolge zu lesen. Die Themen sind sehr aktuell und die Geschichte wirkt gut recherchiert.

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Veröffentlicht am 12.01.2022

Was geht vor in Nr. 39b?

Das Haus der Mädchen
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Der Thriller „Das Haus der Mädchen“ von Andreas Winkelmann stellt den ersten Band um das Ermittlerduo Kerner und Oswald aus Hamburg da. In dem 2018 erschienenen Buch geht es um Zivilcourage, Freundschaft ...


Der Thriller „Das Haus der Mädchen“ von Andreas Winkelmann stellt den ersten Band um das Ermittlerduo Kerner und Oswald aus Hamburg da. In dem 2018 erschienenen Buch geht es um Zivilcourage, Freundschaft und Ruhm.


Die Geschichte lässt sich grob in zwei Stränge unterteilen. Zum einen wird ein Mord begangen. Aus Angst bleibt der Augenzeuge anonym und verssucht unterzutauchen. Zum anderen verschwindet Vivien spurlos aus der Unterkunft einer Zimmervermittlung in 39b. Leni Fontane zieht es nach einem Streit mit ihrem Freund Niklas ebenfalls nach Hamburg und freundet sich mit dem Mädchen an. Da sie an kein zufälliges Verschwinden glaubt, begibt sie sich auf die Suche nach ihrer neuen Freundin.

Hinter Jens Kerner verbirgt sich ein Mittfünfziger Kommissar. Er ist allein, fühlt sich aber zu der im Rollstuhl sitzenden Sekretärin im Polizeikommissariat 33 hingezogen. Rebecca Oswald hilft Kerner hin und wieder, indem sie während ihrer zahlreichen Fahrten in der Red Lady durch die Nacht fahren und ihre neutrale Sicht zu den Fällen schildert. Die beiden geben ein sehr gutes Team ab und durch das Buch zieht sich eine Beziehungsentwicklung, die mitfiebernd zu verfolgen ist.

Rolf Hagenah stellt einen offiziellen Kollegen von Kerner dar. Die Kriminalrätin Mareike Baumgärtner ist ebenfalls ein eher strenges Teammitglied.

Das Buch ist in 7 Kapitel unterteilt, die wiederum unterteilt sind und führt uns durch Hamburgs Kanäle sowie Straßen und dunkle Ecken. Mit den Kapiteln wechseln auch die Charaktere, aus dessen Sicht der Leser den Fortlauf der Geschichte verfolgt. Somit bleibt der Spannungsbogen permanent erhalten und lockert das Buch auf. Dieses ist flüssig zu lesen.

Das Haus der Mädchen stellt für mich einen wunderbaren Beginn der neuen Ermittlerreihe von Winkelmann dar. Die Charaktere harmonieren sehr gut und ich freue mich darauf, über deren Entwicklung in den weiteren Bänden zu lesen. Das schöne ist, dass bereits 3 weitere Bücher um Kerner & Oswald veröffentlicht sind und der Lesespaß direkt weitergehen kann. Und empfehlen kann ich die Reihe jedem, der unterhaltsame Krimis mag. Das große Blutbad bleibt hier aus, aber dafür sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und lösen spannende Fälle im Norden!

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr

Das Mädchen im Dunkeln
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Jenny Blackhurst zweites Buch „Das Mädchen im Dunkeln“ erschien 2017, ist aber nach wie vor mit seinen Themen wie Vertrauen, Eifersucht und Treue sehr aktuell. Die Autorin baut auch immer einen psychologischen ...

Jenny Blackhurst zweites Buch „Das Mädchen im Dunkeln“ erschien 2017, ist aber nach wie vor mit seinen Themen wie Vertrauen, Eifersucht und Treue sehr aktuell. Die Autorin baut auch immer einen psychologischen Aspekt mit ein, der hier sehr gut umgesetzt wurde.

Doch worum geht es eigentlich? Karen Brown ist Psychologin am Cecil-Braxter-Institut. Die Probleme ihrer neuen Patientin schiebt sie zunächst auf ihr junges Alter. Doch schon bald merkt Karen, dass sie Jessica Hamilton unterschätzt hat und der Fall ihr viel Näher ist, als ihr lieb ist. Es geht schon lange nicht mehr nur um Banalitäten, sondern um Mord! Und sie steht auf der Liste der Tatverdächtigen ganz oben. Wie kommt sie aus dem Schlamassel wieder raus?

Das Buch ist in verschiedene Kapitel von den Freundinnen unterteilt. Den Hauptteil nimmt allerdings Karen Brown ein, die in der Geschichte den Hauptcharakter spielt. Auch werden ab und an psychologische Gutachten und Gesprächsverläufe von Therapiesitzungen eingeschoben. Der Aufbau ist abwechseln und dadurch spannend.

Ich stellte mir während des Lesens viele Fragen, dessen Antworten ich so schnell wie möglich erfahren wollte. Findet Karen Brown Zuflucht bei ihren beiden Freundinnen Karen Browning und Bea Barker? Steckt tatsächlich Jessica hinter all dem? Wer war der Mörder? Und wie passen die Figuren und ihre individuellen Geschichten und Probleme am Ende zusammen?
Jenny Blackhurst hat ihr Ziel als Autorin erreicht, denn mich als Leser hat sie voll abgeholt. Ich habe das Buch verschlugen und musste so schnell wie möglich wissen, wie es endet.

Jenny Blackhurst überzeugt mit ihren Geschichten, die so raffiniert aufgebaut sind. Wer ein Buch von ihr gelesen hat, muss einfach auch alle weiteren Bände lesen. Ich bin Fan und wenn auch du einer werden willst, lese ihre Bücher. Der Herbst als Lesezeit kommt. Und wenn du direkt mit dem zweiten Starten willst, kein Problem, denn ihre Bücher sind alle unabhängig voneinander lesbar. Viel Spaß!

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Veröffentlicht am 12.06.2021

Schafft es die SCU das Puzzle zusammenzusetzen und die Morde aufzuklären

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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JIGSAW MEN – IM ZEICHEN DES KILLERS ist der erste Roman der Autorin Nadine Matheson. Sie lebt in London, dem Setting des Buches und arbeitet als Verteidigerin in Strafrechtsverfahren. Die gute Recherche ...

JIGSAW MEN – IM ZEICHEN DES KILLERS ist der erste Roman der Autorin Nadine Matheson. Sie lebt in London, dem Setting des Buches und arbeitet als Verteidigerin in Strafrechtsverfahren. Die gute Recherche und Erfahrung ist in ihrem Buch wahrhaftig zu erkennen. Vorab möchte ich auf die Homepage hinweisen. Dort erlangen Interessierte einen tollen Einblick aufgrund von Fotos in die Schauplätze der Leichenfundorte. Dies verhilft dem Leser einer sehr bildlichen Vorstellung des Buches und generell über London.

Christian Matei, Heather Roszicky und Jacob haben eins gemeinsam. Sie alle haben Leichenteile entdeckt. Die SCU, das Dezernat für Serienmorde, übernimmt den Fall und stellt Ähnlichkeiten zu dem Fall des Jigsaw Men fest. Dieser hat seine Opfer wie ein Puzzle zerstückelt. Doch Peter Oliver, genannt Jigsaw, sitzt im Gefängnis. Eine spannende Ermittlung beginnt. Wer ist der Nachahmungstäter und was treibt ihn für diese Morde an?
Für Detective Inspector Anjelica Henley beginnt eine belastende Ermittlung, worin ihre Vergangenheit nicht ganz unrelevant ist. Ihr Kollege und sehr guter Freund Detective Sergent Stanford ist zunächst abwesend und sie wird Leiterin des Falles. An ihrer Seite: Azubi Salim Ramouter, ein sehr schlauer und aufmerksamer junger Mann, der auch seine Lasten zu tragen hat. Ein tolles Team, welches sich mit der Identifikation der Mordopfer, die Zusammenhänge und das Motiv des Mörders beschäftigt.

Ich finde sehr gelungen, dass die Autorin hier die Probleme zwischen Ehe und Job darstellt. Familie, Sicherheit, Eifersucht und Schutz sind einige Themen. Sie beschönigt die Situation nicht, dass das Buch und Berufslast noch ein Stückchen realer wirken lässt. Dazu trägt auch ihre überzeugende Recherche dar. Bis zum Ende habe ich als Leser mitgefiebert. Die Seiten konnte ich gar nicht schnell genug Blättern.

Das Buch ist sehr beliebt und alle wollten den Jigsaw Men lesen. Ich habe mich dem hinreißen lassen und nun auch endlich gelesen. Trotz allem habe ich mir etwas mehr erhofft. Allerdings handelt es sich um einen unterhaltsamen Thriller, das ist hier keine Frage. Matheson ist eine gute Autorin von der ich sicherlich noch mehr lesen werde. Eine klare Leseempfehlung spreche ich definitiv aus.

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