Profilbild von Jule1979

Jule1979

Lesejury Profi
offline

Jule1979 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jule1979 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2020

Spannend und kurzweilig

Malvita
0

Christina wurde von ihrem Freund betrogen - mit ihrer besten Freundin. Als sie sich immer weiter abkapselt, vermittelt ihre Mutter sie als Hochzeitsfotografin an die italienische Verwandtschaft, womit ...

Christina wurde von ihrem Freund betrogen - mit ihrer besten Freundin. Als sie sich immer weiter abkapselt, vermittelt ihre Mutter sie als Hochzeitsfotografin an die italienische Verwandtschaft, womit sich die Hobbyfotografin zunächst überfordert fühlt. Aber vielleicht tut es ihr ja ganz gut, ihre wohlhabende Familie endlich kennen zu lernen. Doch von Anfang an sind die Cousinen Marietta und Elena sehr unfreundlich zu ihr. Trotz ihres Reichtums scheint niemand in der "Villa Esposito" glücklich zu sein, nicht die Braut, nicht der Bräutigam. Welche Rolle spielt die Hochzeitsplanerin in den immer unheimlicher werdenden Ereignissen, wo ist die ursprüngliche Fotografin abgeblieben und was weiß das Hauspersonal?

Die Atmosphäre in dem Psycho-Krimi-Roman ist nie übertrieben gruselig oder bedrohlich, es wird auf eine für mein Empfinden sehr angenehme Art Spannung aufgebaut. Das Buch lässt sich super lesen.

Es bietet allerhand Möglichkeit zum Nachdenken, ist einerseits gesellschaftskritisch, weckt aber auch moralische Fragen, mehr will ich nicht verraten um nicht zu spoilern.

Das Ende hat mir sehr gefallen, ein Showdown, der nichts auf dem Silbertablett serviert, ein Ende, das man Weiter denken kann und muss.

Was mir letztendlich tatsächlich auch positiv aufgefallen ist war, dass ich keine einzige Figur in dieser Geschichte sympathisch fand. Und das ist im Grunde genommen mein Konsens, den ich aus dem Ende ziehe, ich gehe mit keinem der Charaktere mit, und das hat sich sehr interessant vom ersten bis zum letzten Satz gezogen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Unterhaltsamer Kinderkrimi

Das schwarze Schaf
0

Ich habe "Das schwarze Schaf" meiner 6-Jährigen Tochter vorgelesen, und es war für mich als Vorlesende sehr angenehm. Man verstellt intuitiv die Stimme wenn vom lispelnden Hasen die Rede ist, es war einfach ...

Ich habe "Das schwarze Schaf" meiner 6-Jährigen Tochter vorgelesen, und es war für mich als Vorlesende sehr angenehm. Man verstellt intuitiv die Stimme wenn vom lispelnden Hasen die Rede ist, es war einfach kurzweilig. Die Tochter hat viel gelacht, mitgerätselt und wir haben beim Lesen das Buch besprochen. Die Charaktere sind echt herzig und sehr lebendig und die Geschichte spannend und echt super für ihr Alter. Der 11-Jährige Bruder hat sich die letzten Kapitel nun auch noch mit angehört und mochte es sehr, auch mein Mann fand es total kindgerecht.

Ein großes Lob meiner ganzen Familie für das tolle Rätsel von Baskeltorp, wobei das größte Rätsel ungelöst bleibt und beim Abendessen für reichlich Diskussionen sorgte!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2020

Weltliteratur

Frankenstein
0

Mary Shelley war 19 Jahre alt, als sie, ihr zukünftiger Mann und 2 Freunde bei schlechtem Wetter am Kaminfeuer Gruselgeschichten ausdachten. Es blieb nicht bei einer kleinen Geschichte, sondern wurde 2 ...

Mary Shelley war 19 Jahre alt, als sie, ihr zukünftiger Mann und 2 Freunde bei schlechtem Wetter am Kaminfeuer Gruselgeschichten ausdachten. Es blieb nicht bei einer kleinen Geschichte, sondern wurde 2 Jahre später von einem Verleger für eine Buchreihe ausgewählt. In der so wunderbar handlichen und von Alexander Pechmann glänzend übersetzten Ausgabe von Manesse findet man zur Einleitung und im Anhang persönliche Worte Mary Shelleys, sowie ein umfangreiches Dossier mit Hinweisen zu Änderungen, die die anonym veröffentlichte Urfassung von 1818 und die überarbeitete Neuausgabe von 1831 unterscheiden.

Ich möchte zum Inhalt nichts weiter sagen, außer, dass ich es wohl all die Jahre als Horrorbuch verkannt habe. Tragisch und düster, unheimlich, das schon. Aber vielmehr durch und durch ein Kunstwerk, die Sprache vor allem und die Fähigkeit der Autorin, dem Leser die Moral nicht auf dem Silbertablett zu servieren sondern eine ambivalente Stimmung den Charakteren gegenüber zu erzeugen. Der Autor Georg Klein beschreibt Shelley im Nachwort als ".. eine Meisterin des indirekten, des andeutenden, ja des vermeidenden Erzählens."

Die Perspektive ist sehr ungewöhnlich, der Roman beginnt in Briefform in der der Polarforscher Robert Walton seiner Schwestern Margaret von den Ereignissen schildert, die sich aber mit wechselndem Erzähler immer weiter verschachteln und letztendlich wieder in der Briefform enden. Wir sind quasi Margaret.

Für mich machen die Ergänzungen, das Vorwort und Nachwort das Buch wirklich rund und ich habe alles Wort für Wort gelesen.

Ja, das ist unbestritten Weltliteratur.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2020

Anders als erwartet

Dem Wahnsinn entkommen
0

In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die sich mit einem Mann einlässt, der mit Zurückweisung nicht umgehen kann, er terrorisiert und belästigt sie über 5 Jahre hinweg und nimmt Einfluss auf ihr gesamtes ...

In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die sich mit einem Mann einlässt, der mit Zurückweisung nicht umgehen kann, er terrorisiert und belästigt sie über 5 Jahre hinweg und nimmt Einfluss auf ihr gesamtes Leben.

Die Handlung ist trotz der haarsträubenden Naivität der Hauptfigur und Erzählerin Sarah absolut glaubhaft und jagt einem doch den ein oder anderen kalten Schauer über den Rücken.

Wer aufgrund des Covers einen Thriller erwartet, der wird enttäuscht, es handelt sich um einen Roman. Die Schilderungen sind eher sehr weichgespült mit großzügig metaphorischer Sprache, teilweise sehr ausufernd.

Spannend und gut lesbar durchaus, und auch die psychische Verfassung des Opfers wird gut dargestellt, auch durch die Kapitel, die die Entwicklung in verschiede Phasen aufteilen. Es hätte für meinen Geschmack nur etwas weniger ausschweifend und theatralisch sein können.

Ein wichtiges Thema, mit dem es sich auseinanderzusetzen lohnt und dass angesprochen gehört.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Der Beginn der Pandemie in Norwegen

Als die Welt stehen blieb
0

Maja Lunde schreibt eigentlich dystopische Romane, und das sehr erfolgreich. Dies ist jedoch ein ganz persönliches Buch, ein Tagebuch, 18 Tage, vom Beginn der Pandemie. Zwischen Homeschooling, Informationsflut ...

Maja Lunde schreibt eigentlich dystopische Romane, und das sehr erfolgreich. Dies ist jedoch ein ganz persönliches Buch, ein Tagebuch, 18 Tage, vom Beginn der Pandemie. Zwischen Homeschooling, Informationsflut der Medien und Sorgen um Angehörige versucht sie, alles richtig zu machen, alles gut zu machen, die Kontrolle zu behalten, obwohl alles außer Kontrolle zu sein scheint.

Die Sprache ist einfach und die 200 Seiten sind schnell gelesen. Mit den Schilderungen ihres Alltags hat mich die Autorin absolut abgeholt. Wo sie jedoch ins philosophieren kommt, kann sie mich nicht überzeugen, sie hat einen Hang zur Theatralik, die fast effektheischerisch anmutet.

Trotzdem ein empfehlenswertes Buch über eine Zeit, in der tatsächlich die Welt stillstand.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere