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Jule1979

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Veröffentlicht am 17.11.2019

Wer hat nicht einen Schweinebär zu Hause?!

Ein Schweinebär im Schlafanzug
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Jules kleiner Bruder Sascha ist ein Schweinebär. Nein, er wird nicht nur von den Eltern so genannt, weil er keine Tischmanieren hat, eines Sonntags wacht Sascha als Schweinebär auf! Was soll man machen? ...

Jules kleiner Bruder Sascha ist ein Schweinebär. Nein, er wird nicht nur von den Eltern so genannt, weil er keine Tischmanieren hat, eines Sonntags wacht Sascha als Schweinebär auf! Was soll man machen? Die Eltern sind ratlos, beschuldigen sich gegenseitig, man habe ihn ja täglich so genannt, das musste ja passieren.. Doch nachdem man Sascha zunächst verzweifelt zu verstecken versucht, wird klar, was wirklich wichtig ist.
Die Geschichte ist aus Jules Sicht geschrieben, trotz dass Sascha sich beim Essen wie ein Schweinebär benimmt wird doch deutlich, dass sie ihren Bruder liebt. Der Zusammenhalt in der Familie nach Saschas "Verwünschung" wird schön beschrieben.
Ich habe das Buch mit meiner 5-jährigen Tochter gelesen, an einem Nachmittag durch. Sie fand es lustig, spannend, wollte unbedingt wissen, ob Sascha wieder zurück verwandelt wird. Von ihr gibt es - wie auch von mir - eine klare Leseempfehlung! Auf die Frage, was ihr besonders gut gefallen hat, antwortete sie: "Der Schweinebär. Der ist so niedlich!" und tatsächlich, absolut liebenswert

Veröffentlicht am 17.11.2019

Eine Bereicherung!

Was man von hier aus sehen kann
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Eine Freundin gab mir dieses Buch, es sei ganz ok. Mir war "Was man von hier aus sehen kann" schon das eine oder andere Mal über den Weg gelaufen und gehörte zu den Büchern auf meiner MUSSICHAUCHIRGENDWANNMALLESEN-Liste. ...

Eine Freundin gab mir dieses Buch, es sei ganz ok. Mir war "Was man von hier aus sehen kann" schon das eine oder andere Mal über den Weg gelaufen und gehörte zu den Büchern auf meiner MUSSICHAUCHIRGENDWANNMALLESEN-Liste. Was ich lesen durfte waren: Intelligente Sätze, wunderschöne Zitate, Lebensweisheiten. Über die Liebe, das Leben und Sterben, Freundschaft und Familie. Alles in witzigen, kurzweiligen 314 Seiten. Was für eine Freude, dass dieses Buch von ganz allein zu mir kam, eine Bereicherung!

Veröffentlicht am 17.01.2022

Alternative zum Original?

Verbrechen und Strafe
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Kurz und gut

Rodion Romanowitsch Raskolnikow ist ein Student aus Sankt Petersburg, der am Rande der Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts lebt. Als eine böse, alte Pfandleiherin aus seiner Not Profit ...

Kurz und gut

Rodion Romanowitsch Raskolnikow ist ein Student aus Sankt Petersburg, der am Rande der Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts lebt. Als eine böse, alte Pfandleiherin aus seiner Not Profit schlagen will, und ihm viel zu wenig Geld auszahlt, beschließt er, die Welt von der Wucherin zu befreien. Eine gute Tat, wie er sich einredet, doch es läuft nicht, wie geplant. In den folgenden Tagen plagt Rodion sein Gewissen in Form von Alpträumen und Verfolgungswahn. Grade jetzt reisen Mutter und Schwester an, Letztere soll gewinnbringend verheiratet werden, um die Familie vom Elend zu befreien. Immer enger zieht sich die Schlinge zu..

Düster ist die Geschichte, unheilvoll. Allerhand tragische Figuren lernen wir kennen, deren Schicksale betroffen machen. Die Art der Illustration passt dazu, die Bilder sind roh, kalt, sie weisen einen Mangel an Ästhetik auf, würde ich sagen, sie sind nicht schön, aber dafür umso prägnanter und pointierter.

Bastien Loukia hat ein 800-Seiten Werk in 160-Seiten umgewandelt, und das hat er sehr gut gemacht. Ohne das tatsächliche Werk zu kennen, bekam ich die gekürzte Handlung verständlich, spannend und eindringlich präsentiert. Die psychologischen und psychosozialen Aspekte, die Dostojewski in seinem umfangreichen Buch sicher differenziert ausgearbeitet hat, werden hier durch wenige treffende Sätze und Bilder auf engstem Raum dargestellt, und schließlich ein Kunstwerk für sich.

Sind Graphic Novels für euch "richtige Literatur"? Gar eine Alternative zum Original? Diese Graphic Novel hatte für mich den Reiz, dass ich das Original wohl nie lesen werde, aus verschiedenen Gründen. Die Intention Dostojewskis blieb trotz Comicstil spürbar und ich habe einen Überblick über die Handlung eines seiner Hauptwerke erhalten.
Eine gelungene Abwechslung!

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Veröffentlicht am 17.12.2021

Eine Geschichte, die alle Zeiten überdauert

Wolkenkuckucksland
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Ein uraltes Buch, eine Abenteuergeschichte, geschrieben um eine schwerkranke Familienangehörige zu unterhalten (und womöglich wieder gesund zu machen) ist Dreh- und Angelpunkt des Romans. Ein glückloser ...

Ein uraltes Buch, eine Abenteuergeschichte, geschrieben um eine schwerkranke Familienangehörige zu unterhalten (und womöglich wieder gesund zu machen) ist Dreh- und Angelpunkt des Romans. Ein glückloser Hirte sucht das Wolkenkuckucksland, ein Paradies im Himmel, doch wird er von einem Tier ins nächste verwandelt und kann doch dieses Land auch gar nicht erreichen, da er einem Missverständnis folgt. Die Tafeln mit dieser Niederschrift gelangen in die Hände von Anna, die im Mittelalter in einen Krieg gerät, über ihren Gefährten Omeir zu Schriftgelehrten, Jahrhunderte später zu Zeno, der das der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Werk im Andenken an einen Freund übersetzt und mit einer Gruppe Schülern als Theaterstück aufführen will. Später nimmt sich Seymour des Manuskriptes an, ein autistischer Einzelgänger, der die Zerstörung der Natur nicht erträgt und um dessen Leben sich nach meinem Gefühl der Großteil der Handlung dreht. Und schließlich zu Constance, die uns mit in die nahe Zukunft nimmt, auf ein Raumschiff mit Kurs auf die neue Heimat der Menschheit.

Wir folgen den verschiedenen Protagonisten in ihre jeweilige Zeit, die Kapitel sind kurz und tragen den Titel der Hauptfiguren, was die Orientierung unheimlich erleichtert, denn es geht hin und her. Ort und Jahreszahl werden ebenfalls genannt, so dass man einen Eindruck der zeitlichen Dimension hat.
Die Sprache ist sehr angenehm, poetisch ohne in Kitsch abzudriften, melodisch und an die Person, von der grade erzählt wird, angepasst. An 2-3 Stellen war ich mit der Übersetzung unzufrieden, aber das hat sich keineswegs durchgezogen sondern sind wirklich kleine Auffälligkeiten, ich bin und bleibe da ein Nerd.

Ich habe für meine Verhältnisse lange für das Buch gebraucht, was zum einen den Wechseln von Zeit, Ort und Person geschuldet war, aber ich muss auch zugeben, dass eine recht bedrückende, entmutigende, oder sagen wir hoffnungslose Atmosphäre herrscht. Verlust spielt in jeder der komplexen Stränge eine zentrale Rolle, sowie Ungesagtes, Bereutes und nicht genutzte Chancen, falsche Entscheidungen, Fehler.
Das Buch ist gut. Es ist so komplex und es sind Geheimnisse und Geheimtürchen eingebaut, eine Wahnsinnskonstruktion. Doch letztendlich konnte mich das Ende nicht überzeugen, mir haben Verknüpfungen gefehlt wo vorher jeder Schritt erklärt wurde. Der Autor hat mir teils zu viel gewollt, hat damit auf den letzten 100 Seiten eine so unglaubliche Erwartungshaltung erzeugt - und wollte dann fertig werden? Mir fehlen um die 50 Seiten, um diesen großartigen Plot rund werden zu lassen.
Trotzdem: Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Unterhaltsam

Der Schlüssel
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"Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Schlüsselreich komme. Dein Wille geschehe, wie auf Erden, also auch im öffentlichen Dienst."

Einer enthusiastisch zu Papier gebrachten ...

"Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Schlüsselreich komme. Dein Wille geschehe, wie auf Erden, also auch im öffentlichen Dienst."

Einer enthusiastisch zu Papier gebrachten Satire bin ich nie abgeneigt, und zudem bin ich immer auf der Suche nach neuentdeckten Klassikern. So fand ich diese Persiflage des Beamtentums, in dem nicht gedacht wird, sondern stur nach Vorschrift gehandelt wird.

J. ist ein Papierbeauftragter im niederen öffentlichen Dienst. Seinen Job hält er für einen der wichtigsten, stimmt etwas mit Dokumenten und Ordnern nicht, ist etwas falsch beschriftet oder abgelegt, könnten die Geschicke des ganzen Landes ins Unglück gestürzt werden.
Alles, womit er arbeitet, Akten, das Telefon, Schreibutensilien, haben für J. etwas Lebendiges und versuchen zuweilen, ihm die Arbeit zu erschweren.
Von seinem Vorgesetzten S. wird er gemaßregelt und zur Einhaltung strengster Vorschriften verpflichtet, zu Hause drangsaliert ihn seine lieblose "Alte". Versehentlich wird nun J. in seinem fensterlosen Büro eingesperrt. Sein Vorgesetzter ist theoretisch ab 17 Uhr im Urlaub, praktisch nutzt er aber eine Sonderregelung und hat die Behörde bereits um 14 Uhr verlassen. Aufgrund dieses Umstandes ist J. für diese Dauer nicht befugt, eigenmächtig zu entscheiden, wie er nun vorgehen soll. Als er sich doch, sorgfältig abgewägt, daran macht, seinem Gefängnis zu entkommen, scheitert er. Doch als am nächsten Morgen wieder Leben in das Büro kommt, kann man ihn leider nicht einfach so befreien, denn in diesem Präzedenzfall muss erst die Zuständigkeit geklärt werden.
Der Fall entwickelt sich zu einer Angelegenheit nationaler Tragweite als sogar die Kirche und die überregionale Presse sich der Sache annehmen.

Das Buch wird als kafkaesk bezeichnet, da ich Kafka jedoch bisher nicht gelesen habe, kann ich zu diesem Vergleich nichts sagen. In jedem Fall ist es absurd und ziemlich wirr, teilweise wahnhaft.
Man möchte wissen, wer nun die Verantwortung übernimmt, es liest sich sehr spannend, da auch ständig jemand Neues auf der anderen Seite der Tür steht und erklärt, wie weit man mit der Entscheidungsfindung gekommen ist.
Es ist an sich eine tragische Geschichte, in eine interessante Bürokratiesatire verpackt, durchaus gut umgesetzt und eindringlich, dennoch konnte es mich nicht ganz erreichen. Die Sprache ist mir zu derb und die Schilderung ist mir zu unruhig, es wirkt sehr gehetzt. Die Figuren sind mir zu sprunghaft und aufbrausend. Gelohnt hat es sich trotzdem, diesen irischen Klassiker kennen zu lernen.
Die Novelle ist nur 80 Seiten lang, im Anhang findet man hilfreiche Ergänzungen zum Inhalt und eine Zeittafel, in der das Werk auch politisch eingeordnet werden kann.

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