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Jule1979

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2020

Zu viele Nebenschauplätze

Die kleinen Geheimnisse des Herzens
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May ist uralt. Wie sie mit 110 Jahren noch so fit sein kann ist ein Geheimnis, sie hat eine Gabe vererbt bekommen: sie kann Lebensenergie aus Gegenständen absorbieren, aus Erinnerungen. Doch scheinbar ...

May ist uralt. Wie sie mit 110 Jahren noch so fit sein kann ist ein Geheimnis, sie hat eine Gabe vererbt bekommen: sie kann Lebensenergie aus Gegenständen absorbieren, aus Erinnerungen. Doch scheinbar läuft nun etwas schief, Julia, ihre Nachbarin, verliert auf diese Weise immer mehr Erinnerungen - sie wird zunehmend vergesslich. Wird May auf ihr Gewissen hören oder lässt sie sich von ihrer Sucht nach Leben leiten? Um nach ihrer Großmutter zu schauen reist Julias Enkelin Emily an, und mit ihr diverse Verwicklungen.

Grundsätzlich hat mir die Idee zu der Geschichte gut gefallen. Es handelt sich aber um mehrere Ideen, im Grunde genommen werden 2 Geschichten erzählt, verknüpft und dann auch noch mit allerhand Ereignissen bestückt. Es kommt so ziemlich alles vor, womit man irgendwie für großes Gefühlskino aufwarten kann, aber die Geschichte(n) werden davon erdrückt. Manches ist für die Entwicklung einfach überhaupt nicht wichtig gewesen und überladt den Leser dann regelrecht.

Eine wirklich schöne Geschichte und gut geschrieben, aber es ist schlichtweg zu viel los in diesem Buch.

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Veröffentlicht am 14.10.2020

Anders als erwartet

Dem Wahnsinn entkommen
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In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die sich mit einem Mann einlässt, der mit Zurückweisung nicht umgehen kann, er terrorisiert und belästigt sie über 5 Jahre hinweg und nimmt Einfluss auf ihr gesamtes ...

In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die sich mit einem Mann einlässt, der mit Zurückweisung nicht umgehen kann, er terrorisiert und belästigt sie über 5 Jahre hinweg und nimmt Einfluss auf ihr gesamtes Leben.

Die Handlung ist trotz der haarsträubenden Naivität der Hauptfigur und Erzählerin Sarah absolut glaubhaft und jagt einem doch den ein oder anderen kalten Schauer über den Rücken.

Wer aufgrund des Covers einen Thriller erwartet, der wird enttäuscht, es handelt sich um einen Roman. Die Schilderungen sind eher sehr weichgespült mit großzügig metaphorischer Sprache, teilweise sehr ausufernd.

Spannend und gut lesbar durchaus, und auch die psychische Verfassung des Opfers wird gut dargestellt, auch durch die Kapitel, die die Entwicklung in verschiede Phasen aufteilen. Es hätte für meinen Geschmack nur etwas weniger ausschweifend und theatralisch sein können.

Ein wichtiges Thema, mit dem es sich auseinanderzusetzen lohnt und dass angesprochen gehört.

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Veröffentlicht am 26.06.2020

Leichte Unterhaltung - aber mehr auch nicht

Unter den Linden 6
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Der historische Roman "Unter den Linden 6" spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und endet kurz nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges. Es ist aus Frauensicht eine schwierige Zeit, Frauen beginnen, mehr ...

Der historische Roman "Unter den Linden 6" spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und endet kurz nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges. Es ist aus Frauensicht eine schwierige Zeit, Frauen beginnen, mehr für sich und ihr Leben einzufordern als einen Mann, der ihnen ein Leben in Wohlstand sichert. Protagonistinnen sind Lise, Hedwig und Anni, die sich durch Zufall am Berliner Bahnhof begegnen und beste Freundinnen werden.

Die Geschichte lässt sich leicht lesen, ist spannend und man lernt auch noch etwas dabei. Die Figur der Lise Meitner ist, im Gegensatz zu den anderen Figuren, nicht fiktiv, es hat sie wirklich gegeben und ihre Biografie wurde in Teilen eingewoben.

Es ist ein netter "Frauenroman", doch leider aus meiner Sicht nicht mehr. Die Geschichte bleibt oberflächlich, man kommt kaum an die Wurzel der 3 Frauen ran. Alle 3 sind ganz unterschiedlich - zunächst. Denn wenn es um das starke Geschlecht geht sind es ständig errötende, erbleichende, zitternde, naive, pubertär wirkende Frauen, denen immerzu das Herz hüpft oder schmerzt oder stolpert, die Liste der Platten Floskeln ist endlos, und hat mir den Lesespaß mächtig verleidet. Es ist kein Wunder, dass man Frauen für unfähig der Wissenschaft hielt, wenn sie sich so benommen haben!

Im Klappentext heißt es: "Die 3 Frauen werden zu engen Verbündeten, die gemeinsam um ihr Glück und für die Liebe kämpfen". Davon konnte ich leider nichts herauslesen, glücklich waren sie zum Schluss, Naja, mit sich im Reinen würde ich sagen. Das Kämpfen dafür habe ich nicht sehen können, das meiste ist Zufall, den Rest besorgen die Herren, die alles für sie wieder in Ordnung bringen. Es war zum Teil haarsträubend, wie wenig diese 3 Frauen wissen, was sie wollen!

Schön zu lesen, aber inhaltlich und sprachlich eher mangelhaft.

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Veröffentlicht am 31.03.2020

Nicht mein Fall

Ich an meiner Seite
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"Ich an meiner Seite" von Birgit Birnbacher erzählt von einem jungen Mann, Arthur, und seinem Leben nach einem Gefängnisaufenthalt. In einer Resozialisierungseinrichtung nimmt er an einer geförderten Therapie ...

"Ich an meiner Seite" von Birgit Birnbacher erzählt von einem jungen Mann, Arthur, und seinem Leben nach einem Gefängnisaufenthalt. In einer Resozialisierungseinrichtung nimmt er an einer geförderten Therapie teil, die ihn in ein rechtschaffenes Leben entlassen soll.

In Rückblenden erfahren wir teils aus Tonbandaufnahmen für seinen betreuenden Arzt von Arthur selbst, teils durch den Erzähler in ganzen Kapiteln, unchronologisch Einzelheiten oder Zusammenhänge aus Kindheit und Jugend, das Gefängnis und wie es zur Haft kam, über Freundschaften und Verluste.

Der Inhalt des Buches ist interessant, ich habe allerdings große Probleme mit der Form gehabt. Der Schreibstil ist nicht mein Fall. Eine unverblümte, ja teilweise trostlos Sprache, die auch mal stellenweise nur aus Nebensätzen besteht und die ständigen Orts- und Zeitenwechsel haben es mir schwer gemacht, eine Beziehung zu Arthur oder einer der Nebenfiguren aufzubauen. Es wurde eine Distanz geschaffen, so dass es mir schwer fiel, mich in all das hineinzufühlen, was dieser junge Mann erlebt hat, es schien mir "fern". Fremd.

Nach 200 Seiten war ich recht ernüchtert von dem Buch und etwas enttäuscht, keinen Zugang gefunden zu haben, ich muss aber sagen, das zu Ende lesen hat sich dann doch gelohnt. Es wird länger am Stück aus dem Heute berichtet, das, was jetzt ist, was wird nun aus Arthur und schafft er es? Auch die Sprache wurde plötzlich humorvoller, die Dialoge schlau und so habe ich auf den letzten Seiten doch Sympathie für Arthur empfunden.

Trotzdem bleibt meine durchaus subjektive Meinung, dass dieses Buch einfach nicht mein Fall war.

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Veröffentlicht am 05.03.2020

Habe mir mehr davon erhofft

Die Silbermeer-Saga (Band 1) - Der König der Krähen
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Die Leseprobe des über 600 Seiten dicken Fantasyromans hat mich ebenso begeistert wie das Cover, die ganze Aufmachung innen wie außen.
Leider konnte die Story diesen zugegeben hohen Erwartungen und der ...

Die Leseprobe des über 600 Seiten dicken Fantasyromans hat mich ebenso begeistert wie das Cover, die ganze Aufmachung innen wie außen.
Leider konnte die Story diesen zugegeben hohen Erwartungen und der Hoffnung auf ein packendes Leseerlebnis nicht gerecht werden.
Das Buch ist für meinen Geschmack nicht zu lang, es passiert nur über viele Längen nichts Bedeutendes, oder es liegt einfach daran, dass mir Verknüpfungen fehlen. Dass Verbindungen nicht hergestellt werden. Dass ich mich beim Lesen oft gefragt habe, was dieses und jenes nun mit Tobin, dem Krähenkönig und überhaupt allem zu tun hat. Vielleicht erklärt sich vieles später, aber mir kamen viele Nebenepisoden so vor, als würden sie die Geschichte nicht voranbringen und die wesentlichen Fragen wurden einfach nicht wie erhofft Stück für Stück gelüftet.
Ich muss zugeben, ich habe mich mit dem Buch schwer getan, und bin nicht sicher, ob ich den nächsten Band lesen werde, wo ich schon Teil 1 dieser absolut wunderbar poetischen, aber flachen und langweiligen Geschichte mit sinkender Leselust zu Ende gebracht habe.

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