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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

starke Geschichte mit Gesellschaftskritik und bewegenden Schicksalen

Giftiger Grund
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Cover und Titel:
Der Titel „Giftiger Grund“ passt einerseits gut zu dem Setting an der verlassenen Tankstelle, wo durch das im Laufe der Jahre versickerte Benzin der Boden verseucht ist, wie auch mal im ...

Cover und Titel:
Der Titel „Giftiger Grund“ passt einerseits gut zu dem Setting an der verlassenen Tankstelle, wo durch das im Laufe der Jahre versickerte Benzin der Boden verseucht ist, wie auch mal im Roman erwähnt wird. Andererseits passt er aber auch im übertragenen Sinne prima: Die Protagonisten haben alle einen quasi vergifteten Hintergrund, der es ihnen schwer macht. Das Cover in giftgrün passt wiederum perfekt zum Titel und hat einen hohen Wiedererkennungswert.
Inhalt:
Der frisch aus dem Gefängnis entlassenen Joran, die junge Instagram-Fotografin Charu und Edda, ein Mädchen in Schlafanzug und Gummistiefeln treffen mitten in der Nacht an einem sogenannten Lost Place, einer verlassenen Tankstelle, aufeinander. Und dann ist da noch eine Leiche.
Meine Meinung:
Die Story wird zunächst abwechselnd aus Jorans und Charus Perspektive und später auch aus der von Edda erzählt. Dabei wählt der Autor vor allem am Anfang für jeden Charakter eine eigene Sprache, so dass der Leser gleich weiß, wessen Perspektive jetzt an der Reihe ist. In Charus Teil wimmelt es nur so von „Reels“, „Contents“, „Frames“ etc. Ich habe mich teilweise echt uralt gefühlt, weil ich immer wieder dachte: Hilfe, wovon spricht sie? 😉 Joran dagegen bekommt die typische coole Jugendsprache. Gegen Mitte des Buches wird dieses super-tolle Stilmittel leider aufgeweicht. Ich musste dann ein paarmal nachsehen, wer jetzt eigentlich gerade erzählt.
Die Charaktere sind so richtig gut getroffen. Ich konnte mich vor allem in Joran gut hineinversetzen. Er hat mich echt leidgetan. Da kommt man aus dem Gefängnis frei, ist ganz auf sich allein gestellt und alles und jeder hat sich offenbar gegen einen verschworen. Der Autor schildert sehr anschaulich wie schwer es ist trotz wirklich guter Absichten und einem guten Charakter nicht in die typische Abwärtsspirale zu geraten und wieder rückfällig oder erneut verhaftet zu werden.
Auch Charu und Edda haben jeder ihre eigenen Geschichten, wobei es anfangs nicht klar ist, welche Edda mitbringt. Der Leser findet das quasi gemeinsam mit Joran und Charu raus. Die Schicksale aller drei sind auf jeden Fall hart und liegen leider vermutlich nicht so weit von der Realität entfernt.
Das besondere Setting am Lost Place ist echt gut getroffen und vermittelt vor allem am Anfang einen Touch von Schatzsucheratmosphäre.
Gegen Ende gibt es dann sehr viel Action, die Ereignisse überschlagen sich. Der Schluss hat mich wie ein Schlag in den Magen getroffen. Damit hätte ich nicht gerechnet und der Leser fragt sich, wie es denn nun weitergeht. Das enthält uns der Autor nämlich vor. Im Prinzip könnte er damit direkt seinen nächsten Krimi starten.
Mein Fazit: Kein typischer Krimi, aber ein absolut lesenswertes Buch mit viel Gesellschaftskritik, starken Charakteren und tiefen Schicksalen. Und jeder Menge Spannung!

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Veröffentlicht am 08.03.2026

absolut köstlicher Schreibstil

39 Grad Mord
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Titel und Cover: Sowohl der Titel „Neundundreißig Grad Mord“ als auch das wunderschöne Cover mit einer sizilianischen Landschaft im Sonnenuntergang versprechen eine spannende Urlaubslektüre.
Inhalt: Die ...

Titel und Cover: Sowohl der Titel „Neundundreißig Grad Mord“ als auch das wunderschöne Cover mit einer sizilianischen Landschaft im Sonnenuntergang versprechen eine spannende Urlaubslektüre.
Inhalt: Die dänische Schriftstellerin Hannah wird von ihrem Lektor in einer chicen Villa auf Sizilien einquartiert um endlich den versprochenen Krimi zu schreiben. Doch der Plan geht nicht auf. Anstatt sich auf das Schreiben zu konzentrieren, stolpert Hannah bereits an ihrem zweiten Tag über die Leiche einer Frau, die sie tags zuvor kennenlernte.
Meine Meinung: Es wird durchgängig aus der Sicht von Hannah erzählt. Der Schreibstil ist angenehm. Hannahs ironische, fast schon sarkastische Denkweise über ihre Mitmenschen ist herrlich erfrischend und verleiht dem Buch etwas Einzigartiges. Ständig betitelt sie die Personen in ihrem Umfeld mit neuen, leicht abfälligen Wortschöpfungen. Da gibt es beispielsweise die „Fingernagelfrau“ oder die „Kinderpolizistin“. Während der gesamten Lektüre musste ich eigentlich ständig schmunzeln.
Vor allem zu Anfang des Buches wird das Setting auf Sizilien besonders herausgearbeitet und es wird eine super Atmosphäre geschaffen. Auch Island und Kopenhagen spielen eine Rolle. Ich war an beiden Orten schon und fühlte mich direkt dorthin zurück katapultiert. Die Orte werden nicht einfach nur genannt, sondern anschaulich beschrieben ohne dass es zu viel Raum einnimmt.
Die Story an sich ist grundsolide. Gegen Ende gibt es immer mal wieder ein paar rasante Szenen, die mich richtig gefesselt haben. Ich liebe es bei einem Krimi mitzurätseln. In diesem sind mir dafür zu wenige Fragen, die man als Leser beantwortet haben möchte und die einen zum Weiterlesen animieren. Insgesamt fehlt es mir vor allem im Mittelteil etwas an Spannung. Das hat die witzige Schreibweise dann aber immer wettgemacht.
Mein Fazit: Ein unterhaltsamer, witziger Krimi ohne all zuviel kriminellen Tiefgang

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Veröffentlicht am 15.02.2026

spannender Krimi vor traumhafter Kulisse

Die Tote von Nazaré
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Cover: Das Cover mit dem Bild von Nazaré zieht den Blick direkt auf sich. Es ist einfach wunderschön. Außerdem kann der Leser es als Orientierung beim Lesen nutzen. Es wird immer wieder berichtet, dass ...

Cover: Das Cover mit dem Bild von Nazaré zieht den Blick direkt auf sich. Es ist einfach wunderschön. Außerdem kann der Leser es als Orientierung beim Lesen nutzen. Es wird immer wieder berichtet, dass sich die Protagonistin beispielsweise zu der abgebildeten Festung oder zum Stadtstrand aufmacht. Den Hintergrund für Titel und Name des Autors ist eine für Portugal typischen Azulejo, also eine Keramikfliese, was ich sehr kreativ finde.
Inhalt: Die Kriminalkommissarin Maren Berger reist in das portugiesische Nazaré, dort wo es die höchsten Wellen der Welt gibt. Sie möchte sich von einer Schussverletzung, die sie sich bei einem Banküberfall zugezogen hat, erholen. Doch alles kommt ganz anders. Kaum angekommen stolpert sie über die Leiche einer Frau. Als Maren kurz darauf mit der Polizei zurück kommt, fehlt von der Toten jede Spur. Maren beginnt natürlich wie sich das für eine Kommissarin gehört zu ermitteln und merkt schnell, dass der Fall mehr mit ihr selbst zu tun hat als ihr lieb ist. Dumm nur, dass ihre Erinnerung an die letzten Monate vor dem Überfall verschwunden ist.
Meine Meinung: Hierbei soll es sich um den Beginn einer neuen Reihe handeln, was mich sehr freut. Denn Maren ist mir äußerst sympathisch. Sie hat mit ihren Problemen zu kämpfen, was sie authentisch und nahbar macht. Auch den portugiesische Kommissar Ferreira und die sich entwickelnde Dynamik zwischen beiden mochte ich. Gern würde ich noch mehr von ihnen und dem tollen Örtchen Nazaré lesen.
Die Spannung in diesem Krimi rührt einerseits aus den vielen Fragen her, die man als Leser natürlich beantwortet haben möchte. Was ich allerdings noch spannender finde, ist die Tatsache, dass die Protagonistin Maren sich an die Ereignisse ihrer nahen Vergangenheit nicht erinnern kann und quasi in eigener Sache ermitteln muss. Der Erzählstil ist rasant. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es ist eine gute Mischung aus Ermittlungsarbeit, actionreichen Szenen und Lokalloriot.
Besonders gerne mochte ich auch die anschaulichen Beschreibungen des Küstenörtchens. Zum einen sind typische Touristen-Hot-Spots Handlungsort, zum anderen werden aber auch die kleinen Gässchen erwähnt. Der Autor lebt zum Teil in Nazaré und das merkt man als Leser auch deutlich. Auf wunderbare Weise lässt er das portugiesische Lebensgefühl einfließen, sei es durch den Musikstil Fado, durch portugiesische Sprachfetzen oder die für südliche Länder bekannte chaotische Weise des Autofahrens. Dieser Krimi eignet sich wunderbar als Nachklang, wenn man gerade aus dem Urlaub von Nazaré zurückgekehrt ist oder als Vorbereitung für eine Reise. Oder einfach so, wenn man einen spannenden Krimi mit tollen Figuren lesen möchte. Von mir gibt es deshalb eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

spannendes Katz- und Maus-Spiel

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Cover: Die Aufmachung dieses Buches ist wirklich perfekt. Es handelt sich um einen wunderschönen, leuchtenden Farbschnitt. Das Cover selbst zeigt die Sicht von der Villa auf den Strand und die Ostsee. ...

Cover: Die Aufmachung dieses Buches ist wirklich perfekt. Es handelt sich um einen wunderschönen, leuchtenden Farbschnitt. Das Cover selbst zeigt die Sicht von der Villa auf den Strand und die Ostsee. So würde ich auch gern wohnen! Hut ab, die Covergestalter verstehen ihr Handwerk absolut! Schon allein auf Grund des Äußeren muss man dieses Buch einfach lesen wollen.
Inhalt: Cecilia ist chronisch knapp bei Kasse und kann sich nur ein winziges WG-Zimmer leisten. So macht sie aus der Not eine Tugend. Sie arbeitet als Housesitterin, bewohnt also noble Häuser während der Abwesenheit ihrer Besitzer. So kann sie im Luxus leben und dem tristen Alltag entfliehen. Seit einer Weile zählt auch die reiche Familie Waldner, welche mehrere Villen ihr Eigen nennt, zu Cecilias Kunden. Mit Johannes, dem Sohn der Familie, verbindet sie inzwischen eine Mischung aus Beziehung und Affäre. Ihr neuester Auftrag ist es die Waldner-Villa auf einer einsamen Privatinsel inmitten der Ostsee zu hüten. Um nicht so alleine zu sein, lädt sie drei Freunde ein. Ein verzwicktes Katz- und Maus-Siel beginnt. Doch wer ist Katz und wer Maus?
Meine Meinung: Der Prolog fängt schon mal super spannend an. Der Leser kriegt eine Szene präsentiert, weiß aber nicht welche der darin vorkommenden Personen wer ist. Wer ist das Opfer? Wer Täter? Wer Zeuge? Sonderlich viele Optionen gibt es nicht und dennoch erscheint jede möglich. Die Geschichte kommt mit einer kleinen Anzahl an Figuren aus, was mir sehr gut gefällt.
Das Buch ist in fünf Teile unterteilt, wobei der mittlere etwas länger ist als die anderen. Die kurzen Kapitel werden abwechselnd aus Cecilias und Johannes Perspektive sowie aus der von Cecilias bestem Freund Nick erzählt. Hierbei wird dem Leser manchmal dieselbe Szene zweimal präsentiert, nur eben aus verschiedenen Sichtweisen. Nun kann man sagen, das zieht das Buch unnötig in die Länge. Ich fand es jedoch sehr interessant wie unterschiedlich ein und derselbe Ablauf aus verschieden Blickwinkeln sein kann. Dabei lernt man als Leser jede Menge über die Protagonisten. Und die sind enorm wichtig für die Geschichte. Die Figuren zeichnen sich durch extreme Tiefe aus. Sie haben alle einen sehr spannenden, aber auch fragwürdigen Charakter, wie ich finde. Befreundet würde ich jedenfalls mit keiner von ihnen sein wollen. Der Autorin gelingt es aber jede einzelne Person trotz ihrer Fehler menschlich darzustellen. Man kann als Leser ihre fraglos unmoralischen Motive nachvollziehen. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass jeder seine ganz eigene Agenda hat, von der die anderen nichts wissen sollen. Doch wem wird es letztlich gelingen seinen Plan in die Tat umzusetzen? Obwohl der Leser die Sichtweise aller drei Personen kennt, gelingt es der Autorin meisterhaft deren Geheimnisse nur häppchenweise zu enthüllen.
Die Erzählweise unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von den meisten Thrillern, die ich bisher gelesen habe: Wo die üblichen Bücher im Laufe der Story jede Menge Fragen aufwerfen und diese erst ganz am Schluss beantworten, werden die Fragen hier ziemlich zügig beantwortet. Man denkt: Okay, jetzt weiß ich alles über die Geschichte. Doch weit gefehlt! Dann gibt es eine unerwartete Wendung und plötzlich steht der Leser vor eine Liste neuer Rätsel. Manchmal lag ich mit meinen Vermutungen richtig, aber oft genug wurde ich von der Auflösung überrascht.
Die Handlung findet zum einen in der „Jetztzeit“ statt, zum anderen gibt es viele Rückblenden in die Zeit vor einem, einem halben und 1,5 Jahren. Diese zeitlichen Sprünge haben mich manchmal etwas verwirrt und ich bin mitunter geschwommen, was den zeitlichen Ablauf der Ereignisse angeht, obwohl eigentlich immer klar am Anfang eines Kapitels steht, wann es spielt.
Ein großes Plus an diesem Thriller ist das wunderschöne, luxeriöse Setting: Eine Traumvilla mit Pool Strand und Meerblick auf einer einsamen Insel.
Mein Fazit: Ein absolut geniales Buch. Ich kannte die Autorin bisher nicht, habe aber gehört, dass der Stil des Thrillers ihr Markenzeichen ist. Deshalb muss ich ihre anderen Bücher jetzt unbedingt auch noch lesen!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Konnte es nicht aus der Hand legen

Eulenschrei
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Inhalt:
Ein Serienkiller scheint in Berlin umzugehen. Mehrere Menschen, zwischen denen es zunächst keine Verbindung zu geben scheint, werden grausam ermordet. Doch warum hinterlässt der Täter stets eine ...

Inhalt:
Ein Serienkiller scheint in Berlin umzugehen. Mehrere Menschen, zwischen denen es zunächst keine Verbindung zu geben scheint, werden grausam ermordet. Doch warum hinterlässt der Täter stets eine Visitenkarte in Form eines Lebkuchenmannes? Und das ist nicht das einzige, das er an den Tatorten hinterlässt. Kommissar Nils Trojan und seine Kollegin, die Profilerin Carlotta Weiss, nehmen die Spur auf.
Meine Meinung:
Nils und Carlotta sind für mich schon „alte Bekannte“. Dementsprechend habe ich mich sehr gefreut wieder von ihnen zu lesen. Und natürlich sind beide so sympathisch wie eh und je. Carlottas ungewöhnliche Ermittlungsmethoden finde ich hierbei sehr spannend. Dass es mit dem Chef der beiden kleinere Reiberein gibt peppt die Geschichte auf, nimmt aber nicht zu viel Raum ein.
Die Story wird aus einer Vielzahl an Perspektiven erzählt, sei es aus der von Carlotta, Nils, zukünftigen Opfern beziehungsweise deren Angehörigen oder Zeugen. Und dann gibt es immer wieder eingeschobene Kapitel aus der Perspektive eines kindlichen oder jugendlichen Ich-Erzählers, die ich besonders spannend finde. Trotz der vielen unterschiedlichen Perspektiven fiel es mir nicht schwer der Geschichte zu folgen. Im Gegenteil hat es mir Riesenspaß gemacht zu rätseln, wie die einzelnen Stories zueinander passen. Nach und nach erfasst der Leser Zusammenhänge und Motive. Allerdings bleibt manches bis ziemlich zum absolut logischen Schluss unklar.
Das Buch gehört mit fast fünfhundert Seiten zu den dickeren Exemplaren. Erfahrungsgemäß wird es bei einer solchen Vielzahl an Seiten zwischendurch immer mal wieder etwas zäh. Nicht so bei diesem Werk. Absolut jede Seite ist spannend. Ich konnte es wirklich nur schwer aus der Hand legen, so fesselnd ist es. Zwar habe ich schon viele Thriller des Autors gelesen, aber dieses ist meiner Meinung nach eines seiner besten.

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