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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

absolut köstlicher Schreibstil

39 Grad Mord
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Titel und Cover: Sowohl der Titel „Neundundreißig Grad Mord“ als auch das wunderschöne Cover mit einer sizilianischen Landschaft im Sonnenuntergang versprechen eine spannende Urlaubslektüre.
Inhalt: Die ...

Titel und Cover: Sowohl der Titel „Neundundreißig Grad Mord“ als auch das wunderschöne Cover mit einer sizilianischen Landschaft im Sonnenuntergang versprechen eine spannende Urlaubslektüre.
Inhalt: Die dänische Schriftstellerin Hannah wird von ihrem Lektor in einer chicen Villa auf Sizilien einquartiert um endlich den versprochenen Krimi zu schreiben. Doch der Plan geht nicht auf. Anstatt sich auf das Schreiben zu konzentrieren, stolpert Hannah bereits an ihrem zweiten Tag über die Leiche einer Frau, die sie tags zuvor kennenlernte.
Meine Meinung: Es wird durchgängig aus der Sicht von Hannah erzählt. Der Schreibstil ist angenehm. Hannahs ironische, fast schon sarkastische Denkweise über ihre Mitmenschen ist herrlich erfrischend und verleiht dem Buch etwas Einzigartiges. Ständig betitelt sie die Personen in ihrem Umfeld mit neuen, leicht abfälligen Wortschöpfungen. Da gibt es beispielsweise die „Fingernagelfrau“ oder die „Kinderpolizistin“. Während der gesamten Lektüre musste ich eigentlich ständig schmunzeln.
Vor allem zu Anfang des Buches wird das Setting auf Sizilien besonders herausgearbeitet und es wird eine super Atmosphäre geschaffen. Auch Island und Kopenhagen spielen eine Rolle. Ich war an beiden Orten schon und fühlte mich direkt dorthin zurück katapultiert. Die Orte werden nicht einfach nur genannt, sondern anschaulich beschrieben ohne dass es zu viel Raum einnimmt.
Die Story an sich ist grundsolide. Gegen Ende gibt es immer mal wieder ein paar rasante Szenen, die mich richtig gefesselt haben. Ich liebe es bei einem Krimi mitzurätseln. In diesem sind mir dafür zu wenige Fragen, die man als Leser beantwortet haben möchte und die einen zum Weiterlesen animieren. Insgesamt fehlt es mir vor allem im Mittelteil etwas an Spannung. Das hat die witzige Schreibweise dann aber immer wettgemacht.
Mein Fazit: Ein unterhaltsamer, witziger Krimi ohne all zuviel kriminellen Tiefgang

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Verbindung zum Cold Case

Todesflut
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Titel und Cover
Der Titel klingt auf jeden Fall spannend, macht Lust auf das Buch. Er weckt einen Hauch von Sehnsucht nach dem Meer. Ob er jetzt hundertprozentig passt ist, darüber lässt sich sicher unterschiedlicher ...

Titel und Cover
Der Titel klingt auf jeden Fall spannend, macht Lust auf das Buch. Er weckt einen Hauch von Sehnsucht nach dem Meer. Ob er jetzt hundertprozentig passt ist, darüber lässt sich sicher unterschiedlicher Meinung sein. Denn bis auf die Tatsache, dass die Morde in Städten in Küstennähe geschehen, hat die Handlung nichts mit dem Meer oder gar der Flut zu tun. Ich vermute, dass sich ein Krimi mit Assoziation zum Meer schlicht besser verkauft. Aber schaden tut der Titel schließlich auch nicht. Dasselbe gilt für das Cover, das die wilde Brandung und ein Boot am Ufer zeigt. Es ist wunderschön, weckt bei mir die Lust auf Urlaub, hat aber nicht viel mit der Story zu tun.
Inhalt
Privatdetektivin Emma Klar bekommt den Auftrag nach der aus der JVA entflohenen Karina Pohl zu suchen. Karina soll ihren Ex-Freund getötet haben. Emma findet eine Verbindung zu einem Cold Case: Karinas Freundin wurde vor Jahren ermordet aufgefunden. Doch damit nicht genug. Nach und nach kommt Emma eine Reihe von Verbrechen an obdachlosen Frauen auf die Spur.
Meine Meinung:
Bei dem Krimi handelt es sich um den zehnten Band einer Reihe. Die Anzahl der ermittelnden Personen ist vielleicht ein bisschen hoch. In zehn Bänden bildet sich natürlich mit der Zeit ein Ermittler- Netzwerk, das zu überschauen für den Neu-Leser mitunter etwas unübersichtlich sein kann. Dennoch bin ich auch ohne die anderen Bände zu kennen zügig ins Buch hineingekommen. Emma ist eine sympathische Ermittlerin, mit der ich mich schnell identifizieren konnte.
Ich mag Krimis, die einen Bezug zur Vergangenheit haben. Mit dem Mord an Karinas Freundin ist dies hier gegeben. Gemeinsam mit Emma lässt die Autorin den Leser nach und nach die Zusammenhänge herausarbeiten. Überraschende Wendungen und einen Täter, mit dem man nicht rechnet sind für mich wichtig bei einem Krimi. Beides ist hier ebenfalls gegeben.
Durch den roten Faden und dass der Leser gut mit raten kann, ist auf jeden Fall viel Spannung gegeben. Allerdings wird diese meiner Meinung nach mitunter durch Längen wie ausführliches Beschreiben der Ermittlerarbeit geschmälert. Auch das Beschreiben der Gedanken der Ermittler ist einerseits echt lustig, da dies mit einem Augenzwinkern geschieht und ich Emmas humorvolle Gedankengänge mochte. Andererseits wurde es mir manchmal auch etwas zu viel. Die ständigen Anspielungen auf Corona hätte ich ebenfalls nicht gebraucht.
Der Bezug zum Obdachlosenmilieu und speziell zu obdachlosen Frauen ist zweifellos ein heftiges Thema. Was in der Story geschieht stimmt nachdenklich, eben weil ich mir gut vorstellen kann, dass das zum Teil in der Realität ebenso passieren könnte oder vielleicht auch passiert. Wer vermisst schon obdachlose Frauen? Dann sind sie eben weiter gezogen. Traurig.
Mein Fazit
Ein sauber konstruierter Krimi mit einem interessanten Setting, aber auch mit einigen Längen.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Podcast mit Todesfolge

Todesstimme
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Kriminalhauptkommissarin Tara Kronberg wird mit einer rätselhaften Serie von Selbstmorden konfrontiert. Ein Unbekannter, der sich „Kadaver“ nennt, interviewt selbstmordgefährdete Personen für seinen Podcast. ...

Kriminalhauptkommissarin Tara Kronberg wird mit einer rätselhaften Serie von Selbstmorden konfrontiert. Ein Unbekannter, der sich „Kadaver“ nennt, interviewt selbstmordgefährdete Personen für seinen Podcast. Kurz nach der Ausstrahlung sind die Interviewten tot. Fieberhaft versuchen Tara und ihre Kollegen „Kadaver“ zu finden und seinen Podcast zu stoppen. Aber das stellt sich als nicht so einfach heraus.
Der Thriller ist der zweite in der Tara-Kronberg-Reihe. Zwar kann man ihn auch gut lesen ohne den Vorgängerband „Signalrot“ zu kennen. Trotzdem würde ich empfehlen, zuerst Band eins zu lesen, da einige offene Fragen aus dem ersten Band nun beantwortet werden.
Das Thema rund um Suizid und Depressionen ist sicher sehr sensibel und könnte vielleicht manche Leser triggern. Ich hatte aber keine Probleme damit.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, kommt mir jedoch manchmal zu beschreibend, zu unemotional vor. Die Gefühle der Personen werden zwar genannt, aber ich konnte sie oft nicht zwischen den Zeilen lesen.
Sowohl Tara als auch ihren Kollegen Gabriel mochte ich sehr. Es handelt sich um interessante, facettenreiche Figuren. Vor allem Gabriel und der Hausmeister des Dezernats bringen ihre Geheimnisse mit. Auf die Enthüllung dieser war ich fast genauso gespannt, wie auf die Antwort, wer denn nun der Täter ist. Die Kollegen der Leipziger Kripo, mit denen Tara unter anderem auch zusammen arbeitet, sind zwar alles andere als kompetent und auch nicht sonderlich sympathisch, wie ich finde, aber durchaus unterhaltsam.
Die Story ist auf jeden Fall spannend. Gut gefallen haben mir wie auch schon im Vorgängerband die Tagebucheinträge, von denen der Leser sich fragt, wer sie denn verfasst hat. Es wird aus einigen verschiedenen Perspektiven berichtet. In erster Linie aus Taras, aber auch aus Gabriels Perspektive sowie der anderer Kollegen oder Opfer. So lernt der Leser die Sichtweise verschiedener Personen kennen, was ich interessant finde. Allerdings schafft es der Autor, dass die Personen trotzdem ihre Geheimnisse wahren können.
Mit dem Mörder habe ich dann nicht gerechnet, insofern war die Überraschung da, wie ich mir das von einem guten Thriller wünsche. Allerdings hat mir zu wenig, im Prinzip gar nichts, auf den Täter hingedeutet. Deshalb und weil Schluss und Motiv meines Erachtens nach ebenfalls nicht hundert Prozent schlüssig sind, ziehe ich einen Stern ab.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

ein unverschämter Ermittler und rätselhafte Morde

Alex Brandt
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Inhalt:
Alexander Brandt und sein Team stehen vor einem Rätsel. Fünf Menschen wurden grausam ermordet, ihrer Herzen beraubt und doch tragen sie alle ein seliges Lächeln im Gesicht. Die Ermittler stoßen ...

Inhalt:
Alexander Brandt und sein Team stehen vor einem Rätsel. Fünf Menschen wurden grausam ermordet, ihrer Herzen beraubt und doch tragen sie alle ein seliges Lächeln im Gesicht. Die Ermittler stoßen auf eine Mordserie, die ihren Anfang vor langer, langer Zeit hatte.
Cover und Titel:
Schon das Cover macht echt was her, schlicht und wie man es in dem Genre erwartet doch düster: Ein menschliches Herz auf rot-schwarzem Hintergrund, passend zum Titel „Blutige Herzen“. Sowohl Cover als auch Titel passen prima zum Inhalt und haben mich neugierig auf den Thriller gemacht.
Meine Meinung:
Alexander Brandt ist sicher nicht der typische Sympathieträger, eher ein echtes Ekelpaket. Doch ein Ermittler muss meiner Meinung nach beileibe nicht immer nett sein, um interessant zu wirken, im Gegenteil. Die arrogante, sarkastische Art von Alex finde ich spitze. Das ist mal was ganz anderes. Nicht selten musste ich über seine doofen Sprüche und den unmöglichen Umgang seinen Mitmenschen gegenüber grinsen. Begegnen würde ich ihm im realen Leben nicht wollen, aber gelesen habe ich gern über ihn. Auch die anderen Teammitglieder sind keine Null-Acht-Fünfzehn-Charaktere, sondern gut ausgearbeitete, spannende Figuren.
Der Prolog beginnt schon mal sehr ungewöhnlich, anders als erwartet und lässt den Leser mit Fragen zurück. Auch die Geschichte an sich ist spannend, voller Rätsel und endet schließlich mit einem fulminanten Finale. Die historischen Bezüge sind eine Besonderheit und gut in die Story eingebettet. Die Mordschauplätze sind zum Teil recht ausführlich und grausam beschrieben. Nichts für schwache Nerven, also auch nichts für meine Nerven. Aber solche Passagen überfliege ich dann eben, von dem her hat es mich auch nicht gestört.
Das Buch liest sich zunächst wie ein „normaler“ Thriller. Erst nach über der Hälfte macht er seinem Namen Mystery-Thriller alle Ehre, denn ab hier kommen stimmungsvolle, mystische Elemente hinzu, die mir auch den einen oder anderen Gänsehautmoment beschert haben.
Der Schreibstil ist sehr detailliert wie ich finde und erzeugt damit zwar auf jeden Fall Atmosphäre. Mir war er jedoch etwas zu ausführlich, fast langatmig, und teilweise auch zu schwülstig.
Der Thriller spielt zum großen Teil in Frankfurt. Gegen Ende werden ein paar Orte dort erwähnt. Da ich selbst noch nie in Frankfurt war, hatte das für mich jetzt nicht unbedingt einen Mehrwert. Für diejenigen, die Stadt schon einmal besucht haben, wird das aber durchaus ein kleiner Bonus sein, denke ich.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

albtraumhafte Ferien

Tell Me Lies
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Cover und Titel:
Das Cover ist recht düster und zeigt das Ferienhaus, in dem die Protagonisten Urlaub machen. Insofern passt es sowohl zum Genre als auch zur Story. Allerdings wäre es mir jetzt nicht besonders ...

Cover und Titel:
Das Cover ist recht düster und zeigt das Ferienhaus, in dem die Protagonisten Urlaub machen. Insofern passt es sowohl zum Genre als auch zur Story. Allerdings wäre es mir jetzt nicht besonders ins Auge gestochen, hätte ich das Buch im Laden entdeckt. Was mir gut gefällt, ist die Schrift des Titels. Sie weiß-grau, glitzert und ist aufgeraut. Das wirkt edel.
Der Titel „Tell Me Lies“ passt zwar zum Buch, würde aber auch zu vielen anderen passen. Ich hätte eher „Owl Cottage“ oder etwas anderes mit Eulen gewählt.
Inhalt:
Hannah und Sam machen gemeinsam mit ihrer achtjährigen Tochter Urlaub in Cornwall in dem wunderschönen Owl Cottage um ihre Ehe zu retten. Doch schon bald findet Hannah tote Eulenküken im Haus und andere merkwürdige Dinge geschehen. Kann sie Sam wirklich trauen? Und sich selbst?
Meine Meinung:
Die allermeisten Kapitel der Geschichte sind in der Ich-Form aus Hannahs Perspektive geschrieben. Soweit, so gut. Allerdings redet sie von ihrem Ehemann nicht in der dritten Person, sondern spricht ihn direkt an. Es heißt also nicht „Sam tat das und das“, sondern „Du tatest das und das“. Wohlgemerkt findet man diese Formulierungen nicht nur in der wörtlichen Rede, wo man sie ja erwarten würde, sondern im ganzen Buch. Das fand ich doch sehr gewöhnungsbedürftig und ehrlichgesagt habe ich mich bis zum Schluss nicht wirklich daran gewöhnt. Zwischendurch gibt es auch einzelne Kapitel aus der Sicht anderer Personen wie beispielsweise von Sam.
Was mir besonders gut gefallen hat, waren die eingeschobenen Kapitel aus der Vergangenheit. Zum Teil beziehen sich diese auf Hannahs Kindheit und Jugend, wo der Leser erfährt, dass sie etwas Schreckliches erlebt hat als sie klein war, sich aber nicht richtig daran erinnern kann und bis heute damit zu kämpfen hat. Zum anderen Teil beziehen diese Kapitel sich auf die jüngere Vergangenheit und die Story, was zu den Eheproblemen von Hannah und Sam führte. Allerdings erfährt man alles immer nur stückchenweise und hat genug Raum um selbst zu spekulieren.
Und was ist eigentlich im Owl Cottage los? Wer oder was steckt hinter all den seltsamen Vorfällen? Eigentlich war ich mir ja sicher die Lösung zu kennen, nur um dann doch wieder zu zweifeln, genau wie Hannah auch. Es ist wirklich grandios wie die Autorin es hier schafft Hannahs Unsicherheit auf den Leser zu übertragen.
Was die Spannung angeht bin ich etwas zwiegespalten. Grundsätzlich ist das Buch auf jeden Fall spannend, keine Frage. Dafür sorgen kurze Kapitel, Rätselraten und überraschende Wendungen. Allerdings waren mir manche Passage zu lang. Man dreht sich mit Hannah und ihren Gedanken im Kreis, was natürlich einerseits ihre Zweifel gut veranschaulicht, andererseits aber auch leicht langweilig wird. Für den Part von Hannahs Kindheit und das dort Erlebte hätte ich mehr erwartet und war von der Lösung fast ein wenig enttäuscht.
Das Setting im Owl Cottage, das wie der Name schon sagt komplett im Eulenstil eingerichtet ist, hat mir gut gefallen. Eine schöne Idee ein Ferienhaus zu einem bestimmten Thema einzurichten.
Fazit: Den Thriller empfehle ich auf jeden Fall weiter. Und die Autorin werde ich im Blick behalten.

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