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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2019

Künstlerisch und nachdenklich

My Dead Sister's Love Story (Roman)
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KLAPPENTEXT: *Manchmal musst du alles verlieren, um zu erfahren, was es dir bedeutet...* Antonias große Schwester Zoe war immer die Coole, die von allen bewundert wurde. Sie war es, die sich über Regeln ...

KLAPPENTEXT: *Manchmal musst du alles verlieren, um zu erfahren, was es dir bedeutet...* Antonias große Schwester Zoe war immer die Coole, die von allen bewundert wurde. Sie war es, die sich über Regeln hinwegsetzte und für ihre Überzeugungen eintrat. Doch nun ist sie tot, gestorben bei einem Autounfall. Für Antonia bricht eine Welt zusammen. Alles, was ihr bleibt, ist ein Tagebuch, von dessen Existenz sie bisher nichts ahnte, und das Bewusstsein, dass sie ihre Schwester nie wirklich gekannt hat. Wie kann es sein, dass der Wagen ungebremst gegen einen Brückenpfeiler krachte? Und was verband Zoe mit Max, dem angesagten Musiker, der mit ihr im Auto verunglückte? Zusammen mit Theo, Max’ geheimnisvollem jüngeren Bruder, macht sich Antonia auf die Spur einer verborgenen Liebesgeschichte – und dabei erfahren beide mehr über sich, als sie jemals für möglich gehalten hätten...

REZENSION: Das Romandebüt von Lea Melcher ist eine sprachlich unheimlich ausgefeilte Geschichte. Die Sätze sind kunstvoll und die Sprachauswahl einfach ein literarischer Genuss beim Lesen. Meine Erwartungen an dieses Jugendbuch waren anders und wurden schon zu Beginn umgekrempelt. Kunstvoll und mit doch mit klaren Worten findet man sich nicht nur in Tonis sondern auch in Zoes Gedankenwelt wieder. Ich mochte es sehr, wie die Grenzen der beiden zunehmend verschwimmen. Der Klappentext spricht - meiner Meinung nach - eher jüngere Leser an, obwohl Sprache und Umsetzung definitiv auch älteren Lesern gefallen werden und vielleicht sogar eher für ein reiferes Publikum interessant sind. Ich muss gestehen, dass ich es schade fand, dass die Handlung teils vor der künstlerischen Umsetzung zurückstecken musste und es rückblickend relativ wenig Handlung gab. Das Buch hat sich so gerade im mittleren Teil ein wenig langwierig gelesen. Doch am Ende konnte mich die Geschichte noch einmal richtig fesseln. Eine berührende Geschichte mit sympathischen Charakteren auf der Suche nach Antworten, die auch mich als Leser nachdenklich zurückließen.

Veröffentlicht am 30.12.2018

Gelungener Abschluss trotz kleiner Schwächen

Der letzte erste Song
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„Der letzte erste Song“ von Bianca Iosivoni (auch unabhängig lesbarer Teil 4 der Firsts-Reihe)

KLAPPENTEXT: Ich werde nie wieder singen. Dieses Versprechen hat sich Grace vor langer Zeit gegeben. Doch ...

„Der letzte erste Song“ von Bianca Iosivoni (auch unabhängig lesbarer Teil 4 der Firsts-Reihe)

KLAPPENTEXT: Ich werde nie wieder singen. Dieses Versprechen hat sich Grace vor langer Zeit gegeben. Doch als Masons Band eine Sängerin sucht, lässt sie sich dazu überreden, mitzumachen. Allerdings ist sie nicht auf das Prickeln vorbereitet, das sie plötzlich in Masons Nähe spürt - und auch nicht auf die Erkenntnis, dass sich hinter seinen vorlauten Sprüchen viel mehr verbirgt, als es den Anschein hat. Mit ihm gemeinsam Songs zu schreiben, fühlt sich richtiger an als alles andere. Aber Grace weiß, dass sie nie mehr als Freunde sein können. Denn Masons Herz gehört einer anderen.

REZENSION: Dieser vierte und letzte Teil der Firsts-Reihe (1. „Der letzte erste Blick“, 2. „Der letzte erste Kuss“, 3. „Die letzte erste Nacht“, 4. „Der letzte erste Song“) von Bianca Iosivoni lässt sich sowohl im Reihenkontext als auch unabhängig davon lesen. Der Einstieg in das Buch war angenehm. Der lockere Schreibstil liest sich einfach sehr gut und ließ mich schnell in der Geschichte versinken. Ich war zunächst skeptisch, ob ich Grace und Mason als Protagonisten sympathisch finden würde, da ich die beiden als Randcharaktere in den vorherigen Büchern nie so wirklich gemocht hatte. Doch ich wurde positiv überrascht. Grace und Mason haben sich unheimlich schnell in mein Herz geschlichen und wurden tatsächlich zu meinem liebsten Pärchen der Reihe! Die wechselnden Sichtweisen haben es mich leicht gemacht, die beiden kennenzulernen. Leider war dieser Punkt auch einer der Schwachpunkte des Buches. Gerade zum Ende hin konnte durch die wechselnde Perspektive der Spannungsbogen nicht wirklich aufrecht erhalten werden und die Dramatik kurz vor Schluss hat sich dadurch doch recht langatmig gelesen. Dennoch habe ich die wunderbaren Momente zwischen Grace und Mason genossen. Es ist eins dieser Buchpaare,bei denen auch zwischen den Zeilen die Chemie stimmt und gerade das hat mir als Leser sehr gut gefallen. Schwächer dagegen habe ich die Szenen mit der ganzen Firsts-Clique empfunden. Die einzelnen Persönlichkeiten und Handlungen der Charaktere, die wir im Laufe der Reihe kennenlernen durften, kamen mir beim Lesen irgendwie gestelzt und unecht vor. Dennoch hat mir das Buch insgesamt besser als der Vorgängerband („Die letzte erste Nacht“ mit Tate und Trevor) gefallen, der aus meiner Sicht der schwächste Band der Reihe war. Der kleine Rückblick auf die drei vorherigen Teile zu Beginn des Buches, die berührende Liebesgeschichte von Grace und Mason sowie der abschließende Epilog haben die Reihe jedoch rundum abgeschlossen und ließen noch ein wenig Raum zum Träumen.

Veröffentlicht am 04.12.2018

Lesenswert!

Jeder von uns ist ein Rätsel
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KLAPPENTEXT: Andere Menschen zu verstehen ist für Alvie eine Herausforderung. Ihr Lieblingsbuch ist die Kaninchensaga »Unten am Fluss« und richtig wohl fühlt sie sich nur in ihrem Job im Zoo, bei den Tieren. ...

KLAPPENTEXT: Andere Menschen zu verstehen ist für Alvie eine Herausforderung. Ihr Lieblingsbuch ist die Kaninchensaga »Unten am Fluss« und richtig wohl fühlt sie sich nur in ihrem Job im Zoo, bei den Tieren. Doch als sie Stanley kennenlernt, ist alles anders: Er interessiert sich nicht nur für Quantenphysik wie sie, sondern ist auch unendlich geduldig. Aber auch Stanley fällt es schwer, sich zu öffnen. Und es ist ein langer, zum Teil sehr komischer, manchmal trauriger und wunderschöner Weg, der sie am Ende zusammenbringt – zu so etwas Ähnlichem wie Glück.

REZENSION: Hinter dem zugeben etwas schlichtem Cover verbirgt sich eine ganz besondere Geschichte über zwei ganz besondere Menschen. Alvie und Stanley sind alles andere als Klischee-behaftete Charaktere und überzeugen mit Tiefgang und gut recherchierten Hintergründen. Obwohl Alvie, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, es mir anfangs nicht leicht gemacht hat, konnte mich das Buch bald fesseln. Vor allem Stanley hat mir als Charakter gut gefallen. Ich mochte vor allem die Gegensätze der beiden und wie sich die beiden ergänzt haben. A. J. Steiger nimmt beim Schreiben kein Blatt vor den Mund und erzählt unbeschöigt von Alvies Kampf um einen normalen Alltag mit Asperger Syndrom. Die Handlung hält einige Wendungen bereit, mit denen ich nicht so gerechnet hatte. Da die Erzählweise durch Alvies Asperger Syndrom eher schlichter und weniger emotional gewählt ist, konnte mich die Dramatik am Ende nicht so wirklich berühren. Trotz allem konnte ich das Buch mit einem guten Gefühl zur Seite legen. Insgesamt ein lesenswertes Jugendbuch!

Veröffentlicht am 15.10.2018

Lyrische Reise durch die kalte Jahreszeit

Rilke Projekt - Wunderweiße Nächte
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18 Gedichte und Texte von Rainer Maria Rilke musikalisch und künstlerisch interpretiert. Das Cover wirkt edel, schlicht und winterlich. Auch die Gedichte nehmen den Hörer musikalisch mit auf die Reise ...

18 Gedichte und Texte von Rainer Maria Rilke musikalisch und künstlerisch interpretiert. Das Cover wirkt edel, schlicht und winterlich. Auch die Gedichte nehmen den Hörer musikalisch mit auf die Reise durch die kalte Jahreszeit vom Spätsommer bis zum Ende des Winters. Mal gesanglich, mal gesprochen und mit Musik untermalt können die Texte des Sprachgenies Rilke ihren ganz besonderen Zauber entfalten. Die Texte können im beiliegenden Heftchen mit gelesen werden, das ebenfalls passend zum Cover in schlichten schwarz-weiß Tönen gestaltet ist.
Matthias Koeberlin, Julia Koschitz, Cäthe, Nicholas Müller und Klaus Hoffmann geben Rilke sprachlich ihre Stimme. Vor allem die Gedichte, die von Matthias Koeberlin gelesen wurden, konnten mich besonders begeistern und habe ich unheimlich gerne gehört, wohingegen ich bei Julia Koschitz so einige Schwierigkeiten hatte. Doch wie bei allen Hörbüchern ist die Erzählstimme Geschmackssache. Trotz allem konnte mich die CD insgesamt begeistern und wird mich noch ein wenig weiter in die kalte Jahreszeit hinein begleiten. Auch beim zweiten und dritten Mal Anhören gab es noch so viel zu entdecken, vor allem sprachlich!
Das „Rilke Projekt“ ist für Lyric-Fans und auch für solche, die bisher kaum Berührungspunkte mit Gedichten hatten. Die Interpretationen sind so vielfältig, dass für jeden etwas dabei ist. Vor allem „So singt die Welt“ hat wahren Ohrwurm-Charakter.

  • Cover
  • Musik
  • Stimme
  • Umsetzung
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 05.10.2018

Lesenswerter Abschluss der San Francisco Ink Reihe

Always with you - Riley und Tess
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„Always with you“ von Amy Baxter (Teil 6 der San Francisco Ink-Reihe)

Riley hat alles, was er sich jemals erträumt hat. Mit seiner Band Obsidian feiert er Welterfolge, die Mädchen liegen ihm zu Füßen. ...

„Always with you“ von Amy Baxter (Teil 6 der San Francisco Ink-Reihe)

Riley hat alles, was er sich jemals erträumt hat. Mit seiner Band Obsidian feiert er Welterfolge, die Mädchen liegen ihm zu Füßen. Nur die Eine nicht. Und das ist Tess. Die schüchterne Stylistin der Band kommt Riley vor jedem Auftritt beruflich sehr nahe - doch niemals lässt sie die Mauer bröckeln, die sie zwischen sich und Riley aufgebaut hat. Riley weiß, dass er mit seinem Rockstar-Charme nicht bei ihr punkten kann. Er muss sich etwas anderes überlegen, um Tess zu zeigen, dass mehr in ihm steckt als der Groupie verschlingende Rockstar. Denn das, wonach er sich am meisten sehnt, sind weder Geld noch Ruhm - sondern eine Zukunft mit Tess.

Die Bücher der Reihe können unabhängig gelesen werden. Ich selbst habe auch noch nicht alle Teile der Reihe gelesen. Trotzdem wurden die Hintergründe und die früheren Hauptcharaktere knapp vorgestellt, so dass sich glücklicherweise die Namensflut bald lichten konnte. Riley und Tess sind zwei sehr sympathische Charaktere und sind mir – auch durch die wechselnden Sichtweisen – schnell ans Herz gewachsen. Vor allem Riley entpuppte sich für mich schnell als absoluter Traumtyp. Diese raue Rockstar-Fassade und dahinter der weiche-emotionale, aber trotzdem männliche Kern! Schnell ist klar, dass die beiden hervorragend zusammenpassen, doch natürlich kommt da erstmal so einiges dazwischen. Von der abschließenden Klärung der Situation hatte ich mir einen grundlegenderen und bisher nicht ersichtlichen Grund erhofft und war dann etwas enttäuscht, dass die Auflösung durch die wechselnden Sichtweisen längst ersichtlich war und dann erneut im Dialog wiedergegeben wurde. Dennoch hat es mir sehr gut gefallen, dass die Geschichte nicht den üblichen Verlauf dieser Rockstar-Liebesgeschichten nimmt und sich trotz der Unterschiede hervorragend in die Reihe rund um das Tattoo Studio in San Franzisco einfügt. Das Buch endet nicht nur mit der Liebegeschichte von Riley und Tess, sondern gibt auch einen Ausblick auf die Charaktere der letzten Bände. Obwohl mir nicht alle Teile bekannt waren, konnte mich die eine oder andere Geschichte noch neugierig machen und ist kurzerhand auf meine Wunschliste gewandert.

Zusammenfassend gesagt:
Die San Francisco Ink-Reihe findet mit Riley und Tess einen sehr lesenswerten Abschluss.