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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2017

Durchgeknallt und witzig - trotzdem auch ernst und aktuell.

Von Meersberg, Raum 13!
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Eine typisch deutsche WG: ein Schwuler, eine Blondine, ein Bürgermeistersohn, ein Voyeur,ein Wissenschaftler und der adelige Karli. Genauer Karl-Friedrich von Meersberg.

Aber eigentlich ist hier garnichts ...

Eine typisch deutsche WG: ein Schwuler, eine Blondine, ein Bürgermeistersohn, ein Voyeur,ein Wissenschaftler und der adelige Karli. Genauer Karl-Friedrich von Meersberg.

Aber eigentlich ist hier garnichts typisch deutsch. Karli wird von einem Gorilla k.o. geschlagen, landet ständig auf dem OP-Tisch einer Vermummten, hat einen totgelachten Stier auf dem Gewissen und bewahrt nebenbei die Erde vor einer Alien-Invasion.
Unter anderem…
Was im Plot wissenschaftlich bewiesen wird: Die Menschheit ist nur ein Spiel und existiert gar nicht. Einen syrischen Flüchtling braucht jeder. Und Pi ist der Schlüssel zu allem.
Unter anderem…

Genauso abgedreht wie der Klappentext klingt, ist das Buch tatsächlich auch.
Das Schöne ist, dass die Kapitel insgesamt relativ kurz sind und man das Buch somit immer in nerven- und verstandschonenden Häppchen lesen kann. Zusätzlich entwickelt das Buch zwar eine übergreifende Geschichte, die Kapitel sind aber episodenhaft und eher locker verbunden.
Der Sprachstil ist genau so knapp und knackig wie die die Handlung. Da es sich bei den WG-Bewohnern fast ausschließlich um Studenten handelt findet man im Text auch immer wieder Fachbegriffe. Diese haben den Lesefluss für mich aber nicht gestört.

Die Figuren passen alle mehr oder weniger in einen bestimmten Stereotyp. Genauso verrückt wie die Handlung sind auch die einzelnen Charaktere. Sie stellen ihren jeweiligen Typus manchmal extrem überzeichnet dar, witzig sind sie trotzdem alle. Sie sind aber auch für einige Überraschungen gut, die man ihnen zuerst garnicht zutraut.

Zum Ende hin hat der Autor es dann mit den durch geknallten Ideen etwas übertrieben. Teilweise haben sich die wildesten Ereignisse so sehr überschlagen, dass ich kaum folgen konnte und auch nicht mehr klar war, ob es tatsächlich „reale“ Ereignisse sein sollen oder sich Karli womöglich alle nur einbildet.
Diese Frage hat sich mir auch am Schluss den Buches weiterhin gestellt. Eine Antwort muss ich mir wohl selbst geben.

Trotz des verwirrenden und absolut geisteskranken Endes (oder gerade deswegen?) hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht. Was wie eine Comedy-Soap in einer deutschen WG beginnt, wächst sich zu einer verrückten Achterbahnfahrt mit einigen gesellschaftskritischen Seitenhieben aus.
So kann man über das Buch und seine Akteure nicht nur herzlich lachen. Man bekommt auch auf humorige und trotzdem ernstgemeinte Weise den Spiegel der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse vorgehalten.

Von mir eine unbedingte Leseempfehlung.
Und denken Sie daran, wir sind alle nicht echt, daher kann das Buch auch keine bleibenden Schäden hervorrufen! ;)

Veröffentlicht am 03.05.2017

Space-Fantasy statt wissenschaftliches Kauderwelsch. Spannend und faszinierend!

Die Krone der Sterne
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Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht.
Als die junge Adelige Iniza der Gottkaiserin als Braut ausgeliefert werden soll, versucht sie ...

Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht.
Als die junge Adelige Iniza der Gottkaiserin als Braut ausgeliefert werden soll, versucht sie alles um zu entkommen. Doch die Gottkaiserin ist nicht die einzige Bedrohung, der sie sich stellen muss...

Der Autor wirft den Leser direkt ins Geschehen und die Story wird direkt auf den ersten Seiten sehr dramatisch. Unter die sich überschlagenden Ereignisse mischt Kai Meyer geschickt die wichtigsten Informationen zu den Figuren und der Welt, in die er den Leser nach und nach einführt.
Für mich war dieser Einstieg sehr gelungen. Ich konnte mich auf die Geschichte konzentrieren und habe trotzdem die wichtigsten Eckdaten zugeflüstert bekommen. So verstrickt man sich nicht so schnell in Fachbegriffen und darf direkt mit staunen und mitfiebern anfangen.

Der Schreibstil von Kai Meyer ist sehr bildhaft und anschaulich. Er zeichnet die Schauplätze und Raumschiffe vor dem inneren Auge des Lesers, wie der Illustrator es mit der Covergeschaltung und den Bildern auf den ersten Seiten des Buches getan hat.
Dadurch braucht die Geschichte zwar etwas mehr Zeit um sich zu entwickelt, aber der Leser kann sich das das Wo und Wie sehr viel besser vorstellen.
Die Dialoge lassen sich flott lesen. Jede Figur hat eine etwas andere Art sich auszudrücken. So lassen sie sich gut unterscheiden, ohne das jedes Mal gesagt werden muss wer gerade redet.

Man sollte dazu sagen, dass „Die Krone der Sterne“ sich eher dem Genre Space-Fantasy zuordnen lässt. Denn es baut nicht so sehr auf einem wenigstens teilweise wissenschaftlich fundierten Grundgerüst auf, wie das viele Sci-Fi Storys heute eben tun. Vielmehr liegt der Fokus auf einer Abenteuergeschichte im Weltraum, mit beeindruckenden Schiffen, Raumschlachten und großen Blastern. Somit können auch Leser, die sonst nicht viel für Sci-Fi übrig haben Spaß an diesem Buch haben!

Ich war auf jeden Fall begeistert von der abenteuerlichen Story, den interessanten Figuren und der detailreichen und durchdachten Welt, die Kai Meyer hier erschaffen hat.
Ich hoffe sehr, dass es bald eine Fortsetzung geben wird.

Veröffentlicht am 03.05.2017

Nicht ganz überzeugend, aber sehr spannend.

DIE EWIGEN. Das Gedächtnis der Welt
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Thyri arbeitet im Lesesaal der London Museum Library. Dort, inmitten all der alten Bücher fühlt sie sich aufgehoben. Sie hofft in einem der abertausend Bücher Informationen über ihre Herkunft zu finden, ...

Thyri arbeitet im Lesesaal der London Museum Library. Dort, inmitten all der alten Bücher fühlt sie sich aufgehoben. Sie hofft in einem der abertausend Bücher Informationen über ihre Herkunft zu finden, über ihre Unsterblichkeit – und über Simon, den sie nicht vergessen kann.
Aber eine Begegnung mit einem besonderen Buch verändert plötzlich alles. Der Codex Sinaiticus, die älteste bekannte Bibelübersetzung der Welt, findet ihren Weg nach London…

DIE EWIGEN ist eine ebook-Reihe, in der jeder Band für sich selbst steht. „Das Gedächtnis der Welt“ ist der fünfte Teil und gleichzeitig der Erste, in dem die unsterbliche Thyri die Hauptrolle spielt. Thema sind dabei immer Mysterien vor den Kulissen der Weltgeschichte. In diesem Fall stößt Thyri auf Ungereimtheiten in Geschichtsbüchern und macht eine erschreckende Entdeckung über die Geschichtsschreibung unserer Welt.

Der Schreibstil ist sehr eingängig und lässt sich flott lesen. Die Geschichte ist auch durchweg spannend und wirklich unheimlich. Mir war der Aufbau aber etwas zu konfus.
Man wird ohne weitere Erklärungen in die Handlung geworfen. Diese verläuft aber nicht linear, sondern die Protagonistin erzählt abwechselnd aus verschiedenen Abschnitten ihres Lebens.
Zwar bekommt man die wichtigsten Dinge nach und nach sortiert. Am Ende bleiben aber noch relativ viele Fragen ungeklärt. Und da die einzelnen Teile der Reihe wohl nicht aufeinander aufbauen, werden diese Fragen wahrscheinlich auch in späteren Teilen nicht geklärt.

Da es sich um eine Kurzgeschichte handelt, ist natürlich nicht besonders viel Platz für Erklärungen und Charakterentwicklung. Trotzdem hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. Besonders über Thyri und ihr bisheriges Leben. Die Idee der Geschichten und der Ewigen gefällt mir sehr gut, aber mir fehlte einfach der richtige Einstieg. Vielleicht sollte man die Reihe doch besser ab Teil 1 lesen und auch wirklich alles mitzubekommen.

Veröffentlicht am 03.05.2017

Ungewöhnliche und interessante Fantasy, die etwas Zeit zum entwickeln braucht.

Ich, Johannes der V.
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Johannes ist Händler für antiquarische Bücher und Schriften. Daher befasst er sich oft mit Mythen und Geschichten. Doch er hätte sich nie träumen lassen, dass es da tatsächlich noch mehr gibt, als uns ...

Johannes ist Händler für antiquarische Bücher und Schriften. Daher befasst er sich oft mit Mythen und Geschichten. Doch er hätte sich nie träumen lassen, dass es da tatsächlich noch mehr gibt, als uns unsere Bildung, Wirtschafts- und Religionsführer glauben lassen. Und noch viel weniger hätte er gedacht, dass dies alle mit ihm verbunden ist…

Der Klappentext lässt auf eine ungewöhnliche Story schließen. Aber nicht nur der Inhalt an sich ist ungewöhnlich. Auch was er mit dem Leser macht ist sehr interessant.

Zunächst hatte ich das Gefühl einen Roman mit Mystery-Elementen vor mir zu haben. Man verfolgt Johannes in seinem Tagesablauf und während einer Reise. Man erfährt einiges über seine Geschichte und die seiner Familie. Und dann findet er ein Familienfoto an einem sehr mysteriösen Ort.
Doch was so schleichend und unspektakulär beginnt, wird bald zu einer Suche nach einer alternativen Weltgeschichte und einer fremden Zivilisation auf unserem Planeten.

Dieses Buch braucht Zeit. Der Leser sollte nicht erwarten, dass er direkt in die spannenden Verwicklungen einer großen Verschwörung geworfen wird. Er muss sich dir Zeit nehmen, zusammen mit dem Protagonisten nach und nach die Fakten aufzudecken und zu begreifen, dass die bekannte Weltgeschichte nicht alles ist, was es über unsere Vergangenheit zu erfahren gibt.

Der Autor schafft es bei aller Fantastik, dass einem die Ereignisse plausibel erscheinen. Er liefert Erklärungen für Mythen und Legenden verschiedener Kulturen, die genau so tatsächlich real sein könnten. Das führt dazu, dass man sich als Leser nach und nach Gedanken macht, ob das was man gelernt hat vielleicht auch falsch oder unvollständig ist.
Religionen und Kulturen erscheinen so in einem völlig anderen Licht und die heutigen Konflikte erscheinen einem irgendwie ziemlich überflüssig.

Das Buch lässt sich flüssig lesen und der Sprachstil passt sehr gut zu den Figuren. Zum Ende hin hat sich der ein oder andere kleine Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen. Das störte mich beim Lesen aber garnicht.
Die Geschichte hat mich ganz langsam immer mehr gefesselt, bis ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte.

Das es sich hier um einen ersten Teil handelt ist das Ende offen.
Und ich muss sagen, ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Wer gerne ungewöhnliche, eher ruhige Fantasy mit realem Bezug lesen möchte, dem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Vier Sterne gibt es da ich hoffe, dass der zweite Teil mich noch ein kleines bisschen mehr begeistern wird.

Veröffentlicht am 03.05.2017

Nette kleine Lektüre mit einigen Lachern. Nicht so gut wie erwartet.

Gustaf Alter Schwede
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Wo ist bloß der Haken? Das fragt sich Familie Baumann noch, als sie schon in ihrer Schnäppchenvilla im rheinischen Rotthoven eingezogen sind. Zu Recht: Hätte sie gewusst, dass ihr fortan Gustaf, der 411 ...

Wo ist bloß der Haken? Das fragt sich Familie Baumann noch, als sie schon in ihrer Schnäppchenvilla im rheinischen Rotthoven eingezogen sind. Zu Recht: Hätte sie gewusst, dass ihr fortan Gustaf, der 411 Jahre alte Schwede und Hausgeist das Leben zur Hölle macht, hätte sie ihre ganz persönlichen Krisen anders zu lösen versucht. Aber wenn Gustaf nicht gewesen wäre, hätten sie vielleicht beinahe ihr Glück verpasst…

Die Protagonisten sind eine typische, vierköpfige Familie. Die Eltern beide berufstätig und schon länger ohne Zeit für sich. Die Tochter gerade mitten in der Pubertät und der kleine Sohn ein neugieriges und aufgewecktes Nesthäckchen. Somit ist innerhalb der Familie schon einiges an Konfliktpotenzial gegeben.
Als dann auch noch Gustaf für Chaos sorgt, liegen die Nerven endgültig blank.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Mutter. Sie ist Psychologin in einem Krankenhaus und man erfährt nicht nur von ihren persönlichen Sorgen mit ihrer Familie, sondern auch etwas aus ihrem Arbeitsalltag.
Der Schreibstil lässt sich eigentlich gut lesen und die Kapitel sind relativ kurz, so dass man das Buch immer mal wieder zwischendurch lesen kann. Gespickt ist das ganze durch viel trockenen Humor. Vor allem wenn die Erzählerin in einem ihrer inneren Monologe schwelgt und sich wieder alles Schlimme in ihrem Leben vor Augen führt. Dies passierte meiner Meinung nach aber etwas zu oft. Über weite Strecken steckt die Geschichte in Selbstzweifeln und Vorwürfen fest. Da hilft dann auch der Humor nicht mehr weiter.
Das machte das Buch für mich Streckenweise recht anstrengend.

Der Hausgeist dient hauptsächlich dazu die Familie noch weiter zu reizen und sie auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Wirklich in den Fokus rückt er erst gegen Ende des Buches. Ich hätte mir gewünscht, dass er und seine Geschichte weiter ausgebaut gewesen wären. Man erfährt nur sehr wenig über sein Leben und seinen Tod. Und das was man zunächst erfährt wirft einige Fragen auf, die der Geschichte das Potenzial für einen historischen Regional-Krimi gegeben hätte.
Das Buch endet dann auch nicht mit seiner Austreibung von Gustaf, sondern geht noch etwas weiter. Der Autor hielt es wohl für notwendig auch die Nebenhandlungen mit einem Happy-End aufzulösen und einen Einblick in die weitere Entwicklung der Familie zu geben. Das war ganz nett, ich persönlich hätte es aber nicht zwingend gebaucht. Allerdings wartet der Schluss dann mit einer überraschenden und witzigen Wendung auf.

Insgesamt also ein lockeres, recht witziges Buch, dessen Handlung aber leider hinter den Erwartungen zurück bleibt.