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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2021

Der Spion, der mich liebte

Regency Roses. Eine Lady unter Verdacht
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Der zweite „Regency Roses“-Band ist keine direkte Fortsetzung der Geschichte von Emma Morten und Lord Huntington. Die Hauptfiguren sind diesmal Sebastian Colbourne, den mal als besten Freund von Lord Huntington ...

Der zweite „Regency Roses“-Band ist keine direkte Fortsetzung der Geschichte von Emma Morten und Lord Huntington. Die Hauptfiguren sind diesmal Sebastian Colbourne, den mal als besten Freund von Lord Huntington aus dem ersten Band kennt, und Lady Juliana.

Die Charaktere aus „Eine Lady in Not“ haben mir besser gefallen, da ich mich leichter in sie hineinversetzen konnte. Bei einem Spion und einer Alleinerziehenden ist mir dies vergleichsweise nicht so gut gelungen.

Besonders schön fand ich als verbindendes Element beider Bände „A Lady´s Diary“, das RTL-Exclusiv der Regency-Epoche. Für mich war es wie das Treffen mit einer alten Freundin, die man lange nicht gesehen hat: man kennt sich und wird hervorragend unterhalten. Ich mochte diese durch und durch fiktiven Stories sehr. (Was den Schluss zulässt, daß ich klatschsüchtig und boulevardbesessen bin!)

Das Tendre beider Protagonisten war spürbar intensiv und prickelnd. Nicht erotisch oder sexy, dafür umso sinnlicher. Ein knisternder Funkenflug.

Handlung und Schauplätze waren gut gewählt, der Komponentenmix mit Anteilen aus Krimi, Spionagethriller, HighSocietyLife und dunklen Familiengeheimnissen wohldosiert.

Nur zum Schluss wurde für meinen Geschmack arg geklotzt. Ein Zuviel an Zuckerguss, der zwar nicht den Geschmack verdorben hat, aber hier wäre weniger Mehr und vor allem realistischer gewesen. Es muß nicht alles bis in ´s letzte Detail in ein gängiges Ideal von Perfektion gepresst werden. „Kitsch as Kitsch can“ schmälerte am Ende das Leseerlebnis einer sonst gut gelungenen Geschichte.

Veröffentlicht am 09.07.2021

Vom hässlichen Entlein mit der schönen Seele

Regency Roses. Eine Lady in Not
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Gleich zu Beginn wird der Leserin bewußt, daß man sich in einer Zeit befindet, in der von Gleichberechtigung nicht mal geträumt wurde.

Die Autorin vermittelt sehr gekonnt, in welch beklemmender Situation ...

Gleich zu Beginn wird der Leserin bewußt, daß man sich in einer Zeit befindet, in der von Gleichberechtigung nicht mal geträumt wurde.

Die Autorin vermittelt sehr gekonnt, in welch beklemmender Situation sich die Protagonistin Emma befindet. Man spürt ihre Verzweiflung, allen Widrigkeiten zum Trotz aber das Beste aus ihrer Lage zu machen und sich der Herausforderung zu stellen, einen Ehemann zur Sicherung ihres Erbes zu finden.

Dabei muß Emma einen schmalen Grat beschreiten, um sowohl den gesellschaftlichen Anforderungen, wie auch den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und sich dabei selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Ihr Wunsch, einen sie respektierenden Ehemann zu finden, scheint heute so selbstverständlich, war damals, dem gängigen Rollenbild geschuldet, aber keine einfache Angelegenheit.

Es hat mir das Herz geblutet zu lesen, wie mit ihr umgegangen wurde. Ich will nicht zuviel verraten, aber Dana Graham hat mit Emma eine Figur geschaffen, der ich mich emotional sehr verbunden gefühlt habe.

Ich habe mit ihr gefiebert, gestaunt, gelitten und sie dafür bewundert, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und das eigene Wohlergehen dem Glück derer, die ihr am Herzen liegen, unterzuordnen. Jeden Gipfel habe ich mit ihr erklommen, jedes Tal durchschritten und werde auch im Folgeband an ihrer Seite sein!

Veröffentlicht am 09.07.2021

Glück im Unglück

Regency Roses. Der Lord ohne Lächeln
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Die ersten Sätze des dritten Bandes teleportierten mich binnen Sekunden zwischen raschelnde Röcke, Stimmengewirr und Puderduft in einen Ballsaal zu Cleo. Auf dem Land aufgewachsen fühlt sich diese fehl ...

Die ersten Sätze des dritten Bandes teleportierten mich binnen Sekunden zwischen raschelnde Röcke, Stimmengewirr und Puderduft in einen Ballsaal zu Cleo. Auf dem Land aufgewachsen fühlt sich diese fehl am Platz gegenüber der verlogenen Arroganz des Bon Tons. Ihre sie bevormundende und ambitionierte Mutter pflastert ihr innerhalb kürzester Zeit mit besten Absichten den Weg zur Ehehölle mit Baron Linton.
Die Hoffnungslosigkeit Cleo´s war überaus deutlich spürbar, Ihre Ohnmacht, nichts an ihrer Situation ändern zu können, schnürte mir beim Lesen die Luft ab. Nur langsam kann sie aufgrund glücklicher Fügung einen neuen Weg beschreiten, raus aus den Zwängen und Abhängigkeiten - und ich konnte während des Lesens wieder freier atmen.
Jedes Mal auf´s Neue überzeugt mich Dana Graham mit Charakteren, Handlung und Schauplätzen.
Die Lady-Diary-Kolumne spielte diesmal keine bedeutende Rolle und hatte mir überraschenderweise nicht gefehlt.
Im dritten Teil wird die Doppelmoral des Adels in finanziellen Angelegenheiten hervorgehoben und die Autorin schlägt damit gekonnt den Bogen zum kaufmännisch arbeitenden Teil der Bevölkerung.
Ich bin sehr gespannt, was es im vierten Teil zu entdecken gibt, ich bin dabei! - denn ich habe ein Tendre entwickelt! :)

Veröffentlicht am 12.12.2020

Großartiger Ersthelfer

Die Liebe in dunklen Zeiten
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Realitätsnah mit nützlichen Literaturverweisen und wohltuend fern der idealistischen Tipps und Tricks, wie man als Angehörige zu sein und zu handeln hat.
Eine Laterne für den düsteren, steinigen und gewundenen ...

Realitätsnah mit nützlichen Literaturverweisen und wohltuend fern der idealistischen Tipps und Tricks, wie man als Angehörige zu sein und zu handeln hat.
Eine Laterne für den düsteren, steinigen und gewundenen Pfad am Abgrund, den die Angehörigen zu beschreiten haben.