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KaraMelli

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Der Weg ist das Ziel

Der tiefste Grund
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Nachdem die heiß ersehnte Fortsetzung der Sumpflochsaga verfügbar war, habe ich lange gezögert, mit dem Anfang vom Ende zu beginnen: ich wollte den Abschied von der Saga hinauszögern.
Überraschenderweise ...

Nachdem die heiß ersehnte Fortsetzung der Sumpflochsaga verfügbar war, habe ich lange gezögert, mit dem Anfang vom Ende zu beginnen: ich wollte den Abschied von der Saga hinauszögern.
Überraschenderweise war das nicht nötig, denn das Leseerlebnis gestaltete sich zäh wie eine Runde Schwimmen in Kaugummi.
Aber warum?
Band 8.1 lieferte im Verlauf einen Abriss des Geschehens der Vorgängerbände. Was ich als sehr hilfreich empfand, denn der letzte Ausflug nach Sumpfloch lag lange zurück und mir war teilweise aufgrund der komplexen Inhalte ein wenig der Überblick abhanden gekommen.
Der Fortlauf der Geschichte aber hinkte damit hinterher und trat auf der Stelle. Es passierte wenig bis nichts.
Außerdem fehlte mir jedes Gefühl für die innig geliebten Figuren.
Es kam mir vor, als beobachtete ich die Ereignisse durch eine getönte Wand aus Panzerglas. Erst mit dem Abstieg der Protas in das Verfluchte Tal wurde die Wand mit jedem Schritt poröser und löste sich schließlich auf.
Und da war sie wieder: die pure, ungebändigte Sumpflochmagie mit starken Szenen und Dialogen.
Die mühsam erlesenen ersten zwei Drittel kann ich für mich nur mit drei Sternen bewerten. Ich hatte tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, abzubrechen und habe nebenher 11 andere Bücher gelesen. Das ist mir noch nie passiert. Aufgeben war Hanns-like aber keine Option, denn die Vorgängerbände und alle anderen Werke der Autorin gehören zu meinen absoluten Lieblingsbüchern! Hartnäckigkeit und Durchhalten haben sich gelohnt. Das letzte Drittel sauste wie Legionär dahin. Die Szenen mit ihm haben mir gefallen und waren sehr lustig.
Vermisst habe ich diesmal die Unvergessenen Verwegenen, dieses unkaputtbare Kraut. Ob es sie auch in Lettimur geben wird?

Veröffentlicht am 09.02.2020

Gute Zeiten, schlechte Zeiten?

Blätter der Unsterblichkeit
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Konträr zum Vorgänger 8.1 boten mir die ersten zwei Drittel von 8.2 beste Unterhaltung. Im letzten Drittel verpuffte die anfängliche Energie und mir ging auf den restlichen Seiten wieder beinahe die Puste ...

Konträr zum Vorgänger 8.1 boten mir die ersten zwei Drittel von 8.2 beste Unterhaltung. Im letzten Drittel verpuffte die anfängliche Energie und mir ging auf den restlichen Seiten wieder beinahe die Puste aus. Obwohl sich nach und nach alles fügt, möchte ich als Leserin langsam mal ankommen.
Die Frage, ob man die Bände derart aufteilen mußte, stellte sich mir nicht, aber (ich hätte nicht gedacht, daß das mal von mir kommt): es muß ein Ende haben. Band 08.15 mit dem x-ten Schleifedrehen möchte ich nicht.
Ich liebe diese von Halo Summer geschaffene Welt samt aller Figuren und die Qualität sollte nicht durch eine niemals enden wollende Verlängerung geschmälert werden. Die Saga darf nicht zur Soap mutieren.
Ich erwarte mit dem nächsten Band einen gebührenden Abschluss mit Spannung und einem furiosen Finale.

Veröffentlicht am 28.01.2020

Wunsch und Wirklichkeit

Kloster Northanger
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Anders als bei „Stolz und Vorurteil“ und „Verstand und Gefühl“ treten hier Spott und bissige Seitenhiebe für mich viel deutlicher hervor.
Es ist wirklich lustig geschrieben und während des Lesens schärft ...

Anders als bei „Stolz und Vorurteil“ und „Verstand und Gefühl“ treten hier Spott und bissige Seitenhiebe für mich viel deutlicher hervor.
Es ist wirklich lustig geschrieben und während des Lesens schärft sich automatisch der Blick für´s eigene Umfeld. Mir wurde wiederholt bewußt, daß sehr typgleiche Menschen ihren Auftritt auf meiner Lebensbühne hatten/haben und sich deren Handlungen und daraus resultierende Konsequenzen stark ähneln. Das ist für mich einer der Gründe, warum mich Austen´s Bücher nie langweilen. Ich erkenne Parallelen und bin auf´s Äußerste gespannt, welche Wendungen die Ereignisse nehmen – zwischen den Buchdeckeln und in der Realität. Wirklich bemerkenswert, wie es ihr immer wieder gelingt, mich bis zur letzten Seite zu bannen und zu fesseln.
Das einzig aber wenig Störende lag in der Person der Protagonistin. Obwohl ich der Hauptperson Catherine ihre Naivität und Gutgläubigkeit aufgrund ihres Alters oder ihrer Erfahrungen nicht vorwerfen kann, war sie mir dann doch ab und an zu … teeniemäßig. Trotzdem: es war wieder eine kurzweilige, genussvolle Zeitreise mit überzeugendem Ende.
Unterhaltsam und aufschlussreich waren auch in diesem Band die Fußnoten und ein starkes Nachwort. Beides hat bei Klassikern einen hohen Wert für mich. Ich würde es vermissen, wäre es nicht anhängend verfügbar. Es hilft mir sehr, viel mehr besser zu verstehen.

Veröffentlicht am 15.01.2020

Expect the unexpected

Verstand und Gefühl
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Diese Rezension bezieht sich auf meine Eindrücke von Buch und Film Jane Austen´s „Verstand und Gefühl“/“Sinn und Sinnlichkeit“.
Nachdem „Stolz und Vorurteil“ mich nicht nur filmisch sondern auch als Buch ...

Diese Rezension bezieht sich auf meine Eindrücke von Buch und Film Jane Austen´s „Verstand und Gefühl“/“Sinn und Sinnlichkeit“.
Nachdem „Stolz und Vorurteil“ mich nicht nur filmisch sondern auch als Buch überzeugen konnte (ach, was schreib´ ich?: es hat mich GEFLASHT – das eine wie das andere!!!), habe ich mir den Sammelschuber mit Hardcovern von Reclam gegönnt.
Cremezartes Papier in optisch unaufdringlicher Eleganz und die Frage, warum für Austen´s Werke gern und oft Blumenmotive für den Einband herhalten müssen… aber: mir gefällt es.
Dieses Mal stand jedoch die Lektüre vor der filmischen Fassung und es war für mich die richtige Entscheidung. Einige tragende Charaktere habe ich in der 1995er Filmversion doch sehr vermisst. Sie kamen einfach nicht darin vor und deshalb wich auch die Handlung von der des Buches ab.
Ich bin nicht sicher, ob der Steel´sche Charakter ohne Buchwissen gut erkennbar war (ein Indiz für diese Überlegung ist, daß ich Lucy während des Lesens ständig an den Haaren ziehen wollte, während des Schauens aber nicht so sehr…). Die Besetzung war mal mehr (Alan Rickman), mal weniger (Imelda Staunton) gelungen, trotzdem war die Kombination (Buch + Film) ein Genuss. Der Film allein, also ohne Buchwissen, hätte mir wahrscheinlich nicht besonders zugesagt.
Anfangs kam ich mit der namentlichen Zuordnung in der gedruckten Version noch durcheinander (z. B. Mrs. Dashwood und Mrs. John Dashwood), aber das legte sich schnell. Die verwendeten Fußnoten waren nicht zu umfangreich, ich fand sie sehr hilfreich und spannend informativ. Mit ihrer Hilfe konnte ich tiefer in das Zeitgeschehen eintauchen und habe des Öfteren Suchmaschinen für weiterführende Info´s benutzt.
Der abgebildete Stadtplan ist leider zu mickrig geraten, es war schwierig, darauf etwas zu erkennen.
Das Nachwort wiederum war ein echtes Highlight für mich. In Ermangelung an Möglichkeiten, sich über das Gelesene in einer bestimmten Form auszutauschen, war es sehr lehrreich und ich habe das Wissen aufgesogen wie ein Schwamm Flüssigkeit.
Buch und Film zusammen vermitteln einem ein, wie ich finde, gutes Gespür für die damalige Lebensweise. Wie haben die Protagonisten ihren Tag ohne Arbeit (und Streamingdienst) gestaltet? Wie isoliert war man aufgrund des vorhanden „Straßennetzes“ und der mobilen Möglichkeiten in einem Herrenhaus? Wie und in welcher Regelmäßigkeit blieb man ohne Handy und Internet in Kontakt mit Freunden und Verwandten? Wie sprach man miteinander und über was? Welche Kleidung und Frisuren waren angesagt?
Die Welt, in der man sich als Leserin bewegt, die Geschichte an der man teilnimmt, ist auch über 200 Jahre später greifbar, unfassbar lebendig und durchweg spannend. Darüber wundere ich mich immer wieder auf´s Neue und ebenso darüber, wie mir dieses Meisterwerk so lange entgehen konnte!

Veröffentlicht am 31.12.2019

Regency reloaded

Frühling der Herzen
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Nach ihrer acht Jahre währenden Trauerzeit möchte die nicht mal 30jährige Dorothy Collingwood wieder am Leben teilnehmen. Mehr oder weniger bewusst spürt sie ihre Sehnsucht nach Unbeschwertheit. Mit dem ...

Nach ihrer acht Jahre währenden Trauerzeit möchte die nicht mal 30jährige Dorothy Collingwood wieder am Leben teilnehmen. Mehr oder weniger bewusst spürt sie ihre Sehnsucht nach Unbeschwertheit. Mit dem Frühling erwachen auch ihre Lebensgeister und zu diesem Zeitpunkt kreuzen sowohl ein alter wie auch ein neuer Bekannter ihren Weg...
Ich kannte "Dotty" schon aus früheren Bänden der Autorin und obwohl nicht sehr umfangreich gefiel mir die Möglichkeit, mit dieser Geschichte mehr über sie zu erfahren.
Ein kurzer Ausflug, aber die Rückkehr zu raschelnden Röcken, Dinnerparty´s und Bällen ist immer wieder auf´s Neue ein Genuss für die Sinne.