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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2019

Die gute alte Zeit

Lockwood & Co. - Der Verfluchte Dolch
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Ich habe den Kurzbesuch bei meiner liebsten Geisterjäger-Gang hinausgezögert!
... weil ich das Ende der Lockwood-Reihe emotional noch nicht verarbeitet habe.
Irgendwann konnte ich einem Treffen aber nicht ...

Ich habe den Kurzbesuch bei meiner liebsten Geisterjäger-Gang hinausgezögert!
... weil ich das Ende der Lockwood-Reihe emotional noch nicht verarbeitet habe.
Irgendwann konnte ich einem Treffen aber nicht mehr widerstehen und habe der Versuchung nachgegeben.
Es war kurz, intensiv und hat mir verdeutlicht, was ich vermisst habe.
Also werde ich mich der kompletten Reihe ein zweites Mal hingeben, denn: ich liebe sie und Nostalgie hebt die Stimmung.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Grün ist die Hoffnung

Froschröschen
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Als begeisterte Sumpflochleserin, Amuylettreisende und großer TaimFan folgte auf „Aschenkindel“ nun auch „Froschröschen“. Es ist immer wieder ein Genuss, in diese Welt einzutauchen. Ich finde die Werke ...

Als begeisterte Sumpflochleserin, Amuylettreisende und großer TaimFan folgte auf „Aschenkindel“ nun auch „Froschröschen“. Es ist immer wieder ein Genuss, in diese Welt einzutauchen. Ich finde die Werke in ihrer Art sehr unterschiedlich, allen gemeinsam ist aber ihr grenzenloser Optimismus. Dieser wurde in „Froschröschen“ besonders durch die Figur Rosalie sichtbar. Nie hat sie aufgegeben, hat sich immer ein Herz gefasst und ist allen Herausforderungen mutig entgegengetreten. Das hat mir sehr imponiert! Nach äußerem Anschein zunächst nur „Prinzesschen“, steckte von Beginn an die Königin in ihr, ohne das es ihr selbst bewusst war. Mich haben sowohl die Protagonistin wie auch ihre Herangehensweise an die Situationen in ihrem Leben zutiefst beeindruckt.
Ebenso gelungen waren alle anderen Charaktere. In jedem steckte das Herzblut der Autorin und verlieh ihm seine eigene ausgefeilte persönliche Note. Sie waren jederzeit greifbar und sehr lebendig. Allen voran die grüne Pest: der Frosch ist ohne Umwege direkt mit riesen Sätzen in mein Herz gehüpft. Jedes Mal, wenn ich an die Geschichte denke, sitzt er vor mir mit seinen großen Augen und diesem Ausdruck im Gesicht…
Halo Summer ist es wieder einmal grandios gelungen den Protagonisten ihrer Welt Amuylett Leben einzuhauchen. Selten habe ich mehr an einer Geschichte teilgenommen, sie gesehen und gespürt. Der dunkelmagische Funke ist übergesprungen und glüht noch lange nach.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Zurück in die Zukunft

Memories To Do
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Aufmerksam wurde ich auf diesen Roman durch die zugehörige Kurzgeschichte „First Memory – Allie & Luis“ aus der Sammlung „Wenn Drachen fliegen“. Diese hatte mich in ihrer Intensität so sehr gebannt, daß ...

Aufmerksam wurde ich auf diesen Roman durch die zugehörige Kurzgeschichte „First Memory – Allie & Luis“ aus der Sammlung „Wenn Drachen fliegen“. Diese hatte mich in ihrer Intensität so sehr gebannt, daß ich auch das Hauptwerk lesen wollte.
Die Protagonistin Allie erleidet einen Gedächtnisverlust, bei dem ihr ihr halbes Leben abhandenkommt. Mit dem Erinnerungsstand einer 17-jährigen versucht sie, die Ereignisse der Folgejahre gedanklich zu rekonstruieren. Um die Spurensuche aufzunehmen, reist sie in ihren Heimatort, in dem auch ihre letzte Erinnerung wurzelt.
Als Leserin fühlte ich durch Allie, als würde man eine zweite Chance bekommen. Durch Unwissenheit begegnet man ihrem Umfeld völlig unvoreingenommen und kann alles und jeden neu beurteilen. Alle Altlasten sind über Bord geworfen – und haben sich natürlich nicht in Luft aufgelöst, sondern tauchen nach und nach wieder aus der Versenkung auf. Da Allie trotz allem ein rational denkender Mensch ist, wird schnell klar, daß es triftige Gründe gegeben hat, warum sie damals Orte und Menschen hinter sich gelassen und Verbindungen gekappt hat. Nach und nach klären sich die Umstände für ihr Handeln, die Spannung wird dabei durchgängig gehalten.
Besonders intensiv werden die Gefühlsebenen der Charaktere hervorgehoben. Hierfür hat die Autorin ein ausgesprochen gutes Händchen mit wachem Blick für kleinste Details. Diesem Talent ist es geschuldet, daß ich diesen Roman ohne große Unterbrechungen durchgelesen habe. Das erste Buch seit langem, daß mich mal wieder aus den Socken gehauen hat. Sehr emotionsgeladen, nie oberflächlich, kein bißchen kitschig und wirklich immer auf´s Äußerste fesselnd.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Die Fantastischen Vier auf Verbrecherjagd

Nebula Convicto. Grayson Steel und der Verhangene Rat von London (Fantasy)
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Zugegebenermaßen habe ich Schwierigkeiten mit männlichen Hauptrollen. Immer habe ich muffelige, dicke alte Säcke vor Augen. Das war hier nicht anders. Da halfen auch die Hinweise des Autors auf diverse ...

Zugegebenermaßen habe ich Schwierigkeiten mit männlichen Hauptrollen. Immer habe ich muffelige, dicke alte Säcke vor Augen. Das war hier nicht anders. Da halfen auch die Hinweise des Autors auf diverse sportliche Fähigkeiten des Protagonisten nicht. Der missmutige, dickliche Detective schob sich immer wieder vor die Linse, wurde aber durch die Nebencharaktere abgemildert.
Die Begeisterung Torsten Weitze´s für Rollenspiele merkt man seinem Werk an. Hier tummeln sich die unterschiedlichsten Wesenheiten. Besonders deutlich tritt diese Faszination in den Kampfszenen hervor, die ausreichend ausführlich, aber nicht über Gebühr brutal und blutig ausfallen.
Für mein Empfinden besitzt der Autor ein ausgesprochen gutes Händchen für Situationen und Settings. Mit bildhaften Details hebt er seine geschaffene Welt hervor und versucht dann, sie dem Leser mit allen Sinnen näher zu bringen. Für mich hat das sehr gut funktioniert, ich hatte sofort Zugang zu dieser Welt mit ihren eigenen Regeln und Gesetzen. Alle dabei aufkommenden Fragen werden durch den Hauptcharakter in der Geschichte gestellt und schlüssig vom übersichtlichen Kreis seiner Mitstreiter beantwortet. Nie wird es zu ausschweifend oder wirkt überladen.
Die Namen für Orte, Wesenheiten, Charaktere usw. sind erfreulicherweise einprägsam und keine Zungenbrecher wie bei manch anderen Stücken des Genres.
Ruhigere Sequenzen wechseln mit actiongeladenen Szenen ab, aber die Spannung ließ nie nach. Ein absolut gelungener Mix aus UrbanFantasy, Rollenspielelementen und einem kantigen Detective.

Veröffentlicht am 16.02.2019

Die Wurzel allen Übels

In des Waldes düstren Gründen
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Ich bin eine Serientäterin. Schon immer mochte ich reihenweise Kriminalfälle. Leider gelingt es nicht allen bevorzugten Autoren dauerhaft, mit jedem neuen Band zu überzeugen.
Die Mischung aus Mörderjagd ...

Ich bin eine Serientäterin. Schon immer mochte ich reihenweise Kriminalfälle. Leider gelingt es nicht allen bevorzugten Autoren dauerhaft, mit jedem neuen Band zu überzeugen.
Die Mischung aus Mörderjagd in Kombination mit einem sich entfaltenden Privatleben der Hauptakteure zieht meistens bei mir. Die Autorin verwendet diese Komponente auch in ihrem aktuellen Buch, natürlich so cozy wie nötig und so wenig extrem wie möglich. Der fünfte Fall von Ann Granger´s Jessica Campbell hat mir aus diesem Grund genauso gut gefallen wie seine Vorgänger.
Dazu absolut passend die bunt gemalten Cover ihrer Buchreihen und manchmal auch der ein oder anderen Leiche im abgebildeten Landschaftsidyll. Gefällige kleine Kunstwerke mit morbidem Touch und ich finde sie alle großartig.
Erfreulicherweise kommt Frau Granger ohne Serienmörder aus. Der Kreis der Verdächtigen ist überschaubar. Die Motive ihrer Täter basieren ganz primitiv auf Liebe und/oder Geld bzw. dem Mangel an beidem. Band fünf lebt vom Verwirrspiel seiner Akteure. Fast jeder meint, etwas verbergen zu müssen und sei es noch so banal. Natürlich wird der Fall gelöst und hat mich schlussendlich doch überrascht.
Die Campbell-Reihe ist ein angenehmer Zeitvertreib, kommt ohne das für mich ausgereizte und deutlich überstrapazierte Bild eines Mehrfachkillers mit Methoden der perversen Art aus und verzichtet ebenso auf detaillierte Blutrünsteleien. Sympathisch britische Whodunit-Landpartie.