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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2017

Sammlung spannender Artikel

Wie das Denken erwachte
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Dieses Werk besteht aus 17 Artikeln, die zwischen 2006 und 2010 in der Zeitschrift „Gehirn & Geist“ erschienen waren, und sich mit einer Reihe interessanter Themen befassen.
Sie untersuchen beispielsweise, ...

Dieses Werk besteht aus 17 Artikeln, die zwischen 2006 und 2010 in der Zeitschrift „Gehirn & Geist“ erschienen waren, und sich mit einer Reihe interessanter Themen befassen.
Sie untersuchen beispielsweise, über welche kognitiven Fähigkeiten diverse Tiere verfügen (könnten), wobei sich herausstellt, dass sogar Reptilien Ansätze für Fertigkeiten zeigen, die man lange nur Menschen zugetraut hatte, überlegen, was man aus archäologischen Funden über Geisteskräfte und kulturelle Leistungen von Neandertalern und anderen unserer Vorfahren ableiten kann, loten Bedeutung und Ausgestaltung der menschlichen Sprache aus, inklusive einer möglichen Erklärung dafür, welche Vokale weltweit am häufigsten verwendet werden, und werfen abschließend einen Blick auf die Frage, welche evolutionären Vorteile die Religion bietet.

Die Texte sind großteils gut geschrieben und allgemein verständlich. Sie sprechen viele faszinierende Aspekte an, der Inhalt geht allerdings nicht besonders in die Tiefe.
Da die einzelnen Beiträge ursprünglich unabhängig voneinander verfasst wurden, sind sie außerdem nicht aufeinander abgestimmt. Manche Fakten werden mehrmals erwähnt, andererseits wiedersprechen sie einander auch gelegentlich.

Dennoch bietet dieses Buch einige spannende Einblicke darin, was es auf Gebieten wie Neurowissenschaft oder Evolutionsbiologie alles zu entdecken gibt.

Veröffentlicht am 16.05.2017

Spanisches Lebensgefühl und Leidenschaft

Spanische Verführung - Shadows of Love
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In dieser Folge der „Shadows of Love“-Reihe steht Lucia im Mittelpunkt, die in Düsseldorf ein ruhiges Leben mit ihrem Partner Stefan führt und für ein Architekturmagazin arbeitet. Doch ein nur vier Tage ...

In dieser Folge der „Shadows of Love“-Reihe steht Lucia im Mittelpunkt, die in Düsseldorf ein ruhiges Leben mit ihrem Partner Stefan führt und für ein Architekturmagazin arbeitet. Doch ein nur vier Tage dauernder Aufenthalt in Barcelona, wo sie für einen Artikel über den katalanischen Architekten Antoni Gaudi recherchiert, wird alles ändern.
Lucia ist begeistert von der Mentalität und Lebensfreude der Spanier, vor allem aber fühlt sie sich von dem Gaudi-Experten Javier angezogen, der sich ihr als Reiseführer zur Verfügung stellt.

Diese Geschichte ist lebendig geschrieben und flott lesbar. Da in Ich-Form und im Präsens erzählt wird, entsteht ein besonders unmittelbarer Eindruck, ich hatte das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Die vorkommenden Zeitsprünge wirken dadurch allerdings etwas seltsam.
Ansonsten kann der Inhalt aber großteils überzeugen. Neben einiger Erotik gibt es sogar ein paar interessante Informationen zu Gaudis Architektur.
Für meinen Geschmack fehlt es allerdings an Spannung, das meiste ist doch ziemlich vorhersehbar

Veröffentlicht am 02.05.2017

Ausflug ins Frühmittelalter

Die fremde Königin
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Wie schon in „Das Haupt der Welt“ befasst sich Rebecca Gable auch in diesem Roman mit der deutschen Geschichte. Im Mittelpunkt steht Otto der Große, der mit harter und doch weiser Hand über sein Reich ...

Wie schon in „Das Haupt der Welt“ befasst sich Rebecca Gable auch in diesem Roman mit der deutschen Geschichte. Im Mittelpunkt steht Otto der Große, der mit harter und doch weiser Hand über sein Reich herrscht. Dabei muss er sich aber nicht nur gegen äußere Feinde wie Ungarn und Slawen durchsetzen, sondern ist auch mit Widersachern innerhalb seiner eigenen Familie konfrontiert.

Ihren Ausgang nimmt die Handlung im Garda des Jahres 951, wo die italienische Königin Adelheid monatelang in einem Verlies festgehalten wird, bis der Panzerreiter Gaidemar ihr in Ottos Auftrag zur Flucht verhilft.
Adelheid heiratet Otto und ist fortan darum bemüht, nicht nur ihre ehelichen Pflichten zu erfüllen, sondern sich als kluge und umsichtige Ratgeberin auch in das Regierungsgeschäft einzubringen.
Auch Gaidemars Leben durchläuft diverse Änderungen. Obwohl er ein Bastard ist, erringt er Wertschätzung und Vertrauen einiger mächtiger Persönlichkeiten und gelangt in einflussreiche Positionen, muss aber auch viele Gefahrensituationen und Schicksalsschläge meistern.

Es gelingt der Autorin hervorragend, die Vergangenheit wiederauferstehen zu lassen. Der Roman dürfte sehr gut recherchiert sein, es fließen viele interessante Informationen zu den geschichtlichen Hintergründen ein.
Mit Ausnahme von Gaidemar treten überwiegend reale historische Persönlichkeiten auf, weshalb sich der Inhalt nahe an reale Geschehnisse anlehnt. Da die Überlieferung aus dieser Epoche aber lückenhaft ist, hatte die Autorin doch einigen Spielraum für dichterische Freiheiten. Was Wahrheit und was Fiktion ist, wird dann in einem ausführlichen und informativen Nachwort erläutert.

Es wird immer wieder Spannung aufgebaut und die Handlung kann mit wirklichen Überraschungen aufwarten.
Einiges ist allerdings ziemlich vorhersehbar und vor allem am Ende fügen sich viele Dinge zu perfekt.
Außerdem hatte ich gewisse Schwierigkeiten, mit den Protagonisten richtig warm zu werden. Sie werden teilweise zu distanziert geschildert. Schön fand ich aber das Wiedersehen mit einigen aus dem ersten Teil bekannten Figuren, zum Beispiel Tugomir.

Nichtsdestotrotz ist dies ein lesenswerter historischer Roman, der sich eines interessanten Themas annimmt. Ich habe von Frau Gable allerdings schon bessere Bücher gelesen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Gefühle
  • Recherche
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 19.04.2017

Dreiecksbeziehung vor interessantem historischen Hintergrund

Demnächst in Tokio
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Dieser Roman erzählt von einer Frau, deren Leben von zwei Männern geprägt ist, die beide einige Geheimnisse vor ihr haben, sowie von der Situation in Japan kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs. ...

Dieser Roman erzählt von einer Frau, deren Leben von zwei Männern geprägt ist, die beide einige Geheimnisse vor ihr haben, sowie von der Situation in Japan kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte 1934, als die 18jährige Elisabeth aus heiterem Himmel mit dem deutlich älteren Ernst Wilhelm von Traunstein, Sohn des Arbeitgebers ihres Vaters, verheiratet wird. Die Hochzeit soll die Voraussetzung dafür sein, dass Ernst Wilhelm eine Stellung an der deutschen Botschaft in Tokio antreten kann, die genauen Hintergründe bleiben für Elisabeth aber im Verborgenen.
Entgegen ihren Befürchtungen verlaufen die nächsten Jahre für sie relativ ruhig, ihr Ehemann begegnet ihr mit großer Freundlichkeit, wenngleich ihr Verhältnis ansonsten sehr distanziert bleibt. Nur Ernst Wilhelms Freund Alexander sorgt für einige Abwechslung und als er plötzlich unter Spionageverdacht verhaftet wird, gerät ihr Leben vollends aus den Fugen.

Obwohl sämtliche Protagonisten rein fiktiv sind, liegen der Handlung doch reale Ereignisse zugrunde, insbesondere wurde sie von der Person des russischen Spions Richard Sorge inspiriert.
Den historischen Hintergrund fand ich sehr interessant. Ich habe bisher wenige Bücher gelesen, die in Asien spielen, und gerade über diese Epoche sowie auch das Verhältnis zwischen Nazi-Deutschland und Japan wusste ich relativ wenig. An ein paar Stellen hätte ich mir etwas ausführlichere Informationen gewünscht, insgesamt ist die Darstellung aber anschaulich und nachvollziehbar.

Da die Geschichte von Elisabeth in Ich-Form geschildert wird, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Zu Beginn wirkt sie noch ziemlich naiv und unbeholfen und es ist schön zu beobachten, wie sich ihre Persönlichkeit weiterentwickelt.
Am Ende geht einiges ziemlich schnell und manche Fragen bleiben offen, dies wirkt aber nicht unrealistisch.

Alles in allem ein lesenswerter historischer Roman, der ein interessanten Thema in eine gefühlsbetont und lebendig erzählte Handlung einbettet.

Veröffentlicht am 11.04.2017

Sachlicher Überblick

Geschichte Österreichs
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Dieses Werk befasst sich mit der gesamten Geschichte Österreichs – beginnend mit (oder kurz vor) der römischen Antike bis zum Jahr 2016. Die Vor- und Frühgeschichte werden also nicht behandelt, auch die ...

Dieses Werk befasst sich mit der gesamten Geschichte Österreichs – beginnend mit (oder kurz vor) der römischen Antike bis zum Jahr 2016. Die Vor- und Frühgeschichte werden also nicht behandelt, auch die Hallstadt-Zeit wird nur kurz erwähnt, dafür sind die Ausführungen zur Gegenwart fast auf dem allerneusten Stand.
Die einzelnen Kapitel befassen sich jeweils mit einem bestimmten Zeitraum und wurden von verschiedenen Autor/innen verfasst. Sie beschreiben, was in der entsprechenden Epoche so alles in „Österreich“ passiert ist – sodass natürlich zu Beginn erstmal definiert werden musste, was unter dem Begriff Österreich überhaupt zu verstehen ist, wurde dieser doch im Lauf der Jahrhunderte mit vielen verschiedenen Bedeutungen belegt. Dabei wird das Ziel ausgegeben, Österreich in seiner Gesamtheit zu betrachten. Obwohl dies besser gelingt als in anderen vergleichbaren Werken und immer wieder Abstecher in die Bundesländer unternommen werden, dreht sich der Großteil aber doch um Wien und die dort jeweils Herrschenden.

Positiv ist jedenfalls hervorzuheben, dass die jeweiligen Epochen in ihrer ganzen Breite ausgeleuchtet werden. Nicht nur politische Ereignisse werden betrachtet, sondern auch wirtschaftliche und soziale Entwicklungen sowie die Lebensverhältnisse der einfachen Bevölkerung.
Von ein paar eingestreuten Fachbegriffen abgesehen ist das Buch leicht lesbar, die Lektüre gestaltet sich allerdings eher trocken, man könnte historische Geschehnisse weitaus lebendiger darstellen.
Weites ist zu bedenken, dass 600 Seiten zwar auf den ersten Blick nach relativ viel aussehen, aber doch viel zu wenig sind, um die ganze Geschichte eines Landes wirklich ausführlich zu erörtern. Eine Reihe interessanter Ereignisse oder faszinierender Persönlichkeiten können daher nur in einem Nebensatz Erwähnung finden.

Dennoch bietet dieses Buch einen guten Überblick und kann dazu anregen, sich in das eine oder andere Thema noch weiter zu vertiefen.