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Veröffentlicht am 07.04.2019

Eine sehr gelungene Geschichte über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt

Drei Helden für Mathilda
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Jeder kennt das Drama, wenn ein Kind sein Lieblingskuscheltier vergessen oder gar verloren hat. Das ist der Moment, in dem jedes Elternteil in Panik ausbricht, denn ohne dieses Kuscheltier geht nichts ...

Jeder kennt das Drama, wenn ein Kind sein Lieblingskuscheltier vergessen oder gar verloren hat. Das ist der Moment, in dem jedes Elternteil in Panik ausbricht, denn ohne dieses Kuscheltier geht nichts mehr! Denn dieses Kuscheltier ist eben nicht nur zum Kuscheln da – es ist quasi ein ständiger Begleiter und Retter in der Not. Doch hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie diese Situation für ein Kuscheltier ist? Es verliert von jetzt auf gleich seine geliebte Bezugsperson, für die es alles getan hat. Genau diesem Thema hat sich Oliver Scherz in seinem neuen Buch „Drei Helden für Mathilda“ gewidmet.

Drei Kuscheltiere auf der Suche nach ihrem Kind
Als die drei Kuscheltiere – Fitze Fusselkopp, Wim und Bummel-Bom – eines Morgens in dem sonst verlassenen Bett erwachen, ahnen sie schon, dass etwas nicht stimmt. Mathilda ist verschwunden, ohne mit ihnen ausgiebig zu kuscheln. Einzig ein Bild hat sie als Nachricht hinterlassen, welches darauf hindeutet, dass sie von Räubern entführt wurde. Kurzerhand schmieden die drei Verlassenen einen Plan, um Mathilda zu retten. Sie seilen sich aus dem Fenster ab und landen in einem aufregenden Abenteuer, welches sie durch den Großstadtdschungel führt. Und dieser Dschungel ist fast so gefährlich, wie der echte …

Wir Leser begleiten das amüsante Trio durch ihr Großstadtabenteuer und lernen die andere Seite kennen. Also wie es für ein Kuscheltier ist, allein zu sein. Währendessen erleben wir mit ihnen viele aufregende, lustige und manchmal sehr emotionale Momente. Dabei wurden viele gewichtige Themen mit wertvollen Botschaften angesprochen.

Diese packende Freundschaftsgeschichte wird ab 6 Jahren empfohlen, jedoch hatte ich mit meinem Sohn (4 Jahre) einen gebannten Zuhörer. Er war so gespannt darauf, zu erfahren, wer die vermisste Mathilda nun entführt hat und bangte in aufregenden Szenen mit den Kuscheltieren. Schließlich weiß er genau, wie es ist, ohne seine heiß geliebten kuscheligen Freunde zu sein …

Aber nicht nur die Handlung ist sehr gelungen und kindgerecht verpackt. Viele von Daniel Napp wunderbar illustrierte Seiten begleiten die Geschichte und regen die Fantasie an.

„Drei Helden für Mathilda“ von Oliver Scherz ist wieder einmal eine sehr gelungene Geschichte über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Sie ist nicht nur für Kinder ab 6 Jahren geeignet, die sich womöglich im ersten Lesen üben. Sie eignet sich, dank der ausgewogenen Mischung aus Fließtext und Illustrationen, auch wunderbar zum gemeinsamen Vorlesen.

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Veröffentlicht am 17.03.2019

Tierisch gut!

Die ganze Welt der Dinosaurier
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Habt ihr Lust auf eine kleine Zeitreise? Dann nehmt das Buch „Die ganze Welt der Dinosaurier“ von Emilia Dziubak zur Hand und reist ein paar Millionen Jahre durch die Weltgeschichte:

Was ist ein Riojasurus?
Wer ...

Habt ihr Lust auf eine kleine Zeitreise? Dann nehmt das Buch „Die ganze Welt der Dinosaurier“ von Emilia Dziubak zur Hand und reist ein paar Millionen Jahre durch die Weltgeschichte:

Was ist ein Riojasurus?
Wer jetzt denkt, dass es sich um „wieder so ein Dinosaurierbuch“ handelt, liegt falsch. Denn Emilia Dziubak geht auf eine sehr amüsante Art auf die Geschichte der Dinosaurier ein. Sie setzt zwei sehr amüsante Helden – den Steinzeitmenschen Krause und seinen tierischen Begleiter Schabowski – in ein Ei, das sich als eine Zeitmaschine entpuppt, und lässt sie viele Millionen Jahre durch die Geschichte unserer Erde reisen. Bis hin zu den Dinosauriern, die im Gegensatz zu uns Menschen, eine unfassbar lange Zeit auf unserem Planeten verbracht haben …

Wer Emilia Dziubak bereits kennt, der weiß, wie liebevoll und kreativ sie ihre Bücher mit besonderen Geschichten füllt. Auch wenn es sich bei „Die ganze Welt der Dinosaurier“ um ein Sachbuch handelt, hat man zu keiner Zeit das Gefühl, dass es zu sachlich wird. Emilia Dziubak kleidet das interessante Sachwissen mit einer wunderbaren Geschichte aus, die jeden Leser begeistern wird. Hinzukommt, dass man so viele kleine humorvolle Details in den einzelnen Szenen der Dinosaurier findet, die für viele Lacher sorgen.

Wusstet ihr, dass die nächsten lebenden Verwandten der Dinosaurier Hühner und Tauben sind?
Das gesamte Buch ist mit interessantem Sachwissen gefüllt, welches abwechslungsreich auf Schaubildern oder übersichtlichen Karten dargestellt wird. Ergänzt werden diese Informationen von ein paar unterhaltsamen Suchbildern. Auf den manchmal Wimmelbuch ähnlichen Illustrationen tummeln sich unsere zwei munteren Zeitreisenden, die nebenbei ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen haben.

„Die ganze Welt der Dinosaurier“ ist ein Kinderbuch, das mit einem fundierten Sachwissen glänzt, welches auf wunderbare und humorvolle Weise an jung und alt vermittelt wird. Auf den großartigen Illustrationen von Emilia Dziubak erlebt man eine interessante und gleichzeitig so amüsante Zeitreise mit Krause und Schabowski. Wir verbringen immer wieder gerne viele Lesestunden mit diesem gelungenen Buch, weil es eben besonders und nicht zu vergleichen ist mit anderen Dinosaurierbüchern.

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Veröffentlicht am 17.03.2019

Ein Meisterwerk

Spaziergang mit Hund
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Erinnert ihr euch noch an eure Kindheit? Oder besser an die sich verändernde Wahrnehmung, wenn man erst einmal den Kinderschuhen entwachsen ist. Plötzlich sind Räume, die man aus seiner Kindheit kennt, ...

Erinnert ihr euch noch an eure Kindheit? Oder besser an die sich verändernde Wahrnehmung, wenn man erst einmal den Kinderschuhen entwachsen ist. Plötzlich sind Räume, die man aus seiner Kindheit kennt, viel kleiner und auch gar nicht mehr so geheimnisvoll. Der verwachsene Garten von Oma birgt längst nicht mehr so viele Geheimnisse und Abenteuer. Auch die Sicht auf die Landschaften, die man einst tapfer durchstreift hat, ist einfach anders. Rückblickend könnte man sagen, dass man mit der eigenen Kindheit etwas verloren hat. Jedoch gibt es Bücher, die den längst verloren geglaubten Zauber wieder wachrufen können. Sven Nordqvist hat es mit seinem neuen Buch „Spaziergang mit Hund“ geschafft, mich an meine kindliche Sichtweise auf die Welt zu erinnern.

Mein Sohn und ich sind riesige Fans von Sven Nordqvist. Egal ob Mama Muh oder Pettersson und Findus – dieser außergewöhnliche Künstler schafft es immer wieder, uns mit seinen fantasievollen und lebendigen Geschichten zu begeistern. Sein neues Werk hat mich jedoch auf eine ganz andere Art beeindrucken können. Ich musste dieses Buch erst einmal allein betrachten. Ein bisschen skeptisch war ich schon, weil es in diesem Buch keinen Fließtext gibt, der das Geschehen schildert. Jedoch war diese Skepsis völlig unbegründet, denn Worte sind in diesem Kunstwerk völlig überflüssig.

Sven Nordqvist nimmt uns Betrachter – wie der Titel dieser Geschichte bereits verrät – mit auf einen Spaziergang. Wohin er uns entführt, verrät er zunächst nicht. Vielmehr macht er uns mit unseren Begleitern vertraut – einem kleinen Jungen mit roter Schirmmütze und einem großen weißen, wuscheligen Hund. Nachdem wir uns von der Oma des Jungen verabschiedet haben, entführt uns der Sven Nordqvist in wunderbare Kulissen. Wir besteigen einen antiken Zug, der uns über riesige Brücken in atemberaubende Welten entführt. Wir treffen auf eine perfekte Mischung aus Realität und Fiktion und begegnen sehr divergenten und erstaunlichen Persönlichkeiten. Aber auch vielen anderen imposanten Lebewesen und Kreaturen.

Mit „Spaziergang mit Hund“ hat Sven Nordqvist ein ganz besonderes Werk erschaffen. Seine Illustrationen faszinieren alt und jung und er spricht darin eine Vielzahl von beachtenswerten Themen an. Beeindruckend waren für mich nicht nur die großartigen Illustrationen mit den zahlreichen Details, die zum Verweilen einladen. Sondern auch, dass diese Geschichte ganz ohne Worte auskommt und doch so viel aussagt.

„Spaziergang mit Hund“ ist nicht nur ein Buch für Fans von Sven Nordqvist. Es ist ein Meisterwerk, das seine Betrachter in wunderbare Welten entführt und ihn an die fantasievollen Abenteuer seiner Kindheit erinnert.

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Veröffentlicht am 23.02.2019

Die schönsten Momente erlebt man Offline

Offline ist es nass, wenn's regnet
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Mari steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Da man diesen ja nicht jeden Tag feiert, muss es schon ein etwas dekadenteres Fest sein. Schließlich darf sie ihre Follower im Social Media nicht mit billigen ...

Mari steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Da man diesen ja nicht jeden Tag feiert, muss es schon ein etwas dekadenteres Fest sein. Schließlich darf sie ihre Follower im Social Media nicht mit billigen Szenen abspeisen. Kurzerhand entschließt Mari sich, mit ihrem (Fake) Freund schick essen zu gehen. Nachdem die Fotos samt rührenden Szenen aufgenommen sind, begibt Mari sich zurück in ihr echtes Leben. Und für dieses Leben würde wohl niemand einen Like hinterlassen, weil es sehr einsam ist. Man könnte sagen, dass Mari in einer Scheinwelt lebt und alles dafür tut, neue Follower und Kooperationen zu bekommen. Auf ihrem Weg in den Himmel des Social Media hat sie jedoch vieles zurückgelassen. Dies wird Mari an ihrem Geburtstag schmerzlich bewusst und sie sehnt sich nach dem echten Leben.

Von passenden Geschenken und der Sehnsucht nach dem echten Leben

Als Mari ihre Haustür öffnet, findet sie ein riesiges Paket, in dem ein großer Wanderrucksack, ein Paar Wanderschuhe und ein Trailtagebuch für den Yosemite-Nationalpark enthalten sind. Lange überlegen muss Mari nicht. Das ist ihre Chance auf ein echtes Abenteuer ohne Social Media und dem damit verbundenen Druck. Obwohl sie noch nie mehr als zehn Schritte zu Fuß gegangen ist, macht sie sich auf den Weg.

Wir Leser begleiten die gefallene Social Media Queen über schneebedeckte Berge, durch reißende Flüsse und erleben, wie regenerierend so ein Trail durch die wunderschöne und zugleich gefährliche Natur sein kann. Trotz aller Strapazen stellt Mari sich tapfer, neuen Herausforderungen, die sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung wachsen lassen. Obgleich sie schon nach den ersten Kilometern einen großen Drang verspürt hat aufzugeben, wächst ihr Verlangen den gesamten Trail zu gehen. Wir Leser werden von Maris Reiselust angesteckt.

Wenn man mit einem Trail wie diesen beginnt, hat man viel Zeit über sein Leben und seine Taten zu reflektieren. Gerade das fand ich neben der interessanten Reise am besten. Mari hat wichtige Menschen in ihrem Leben durch ihr Hobby verloren und irgendwie auch sich selbst. Diese Reise bringt sie wieder ein Stück näher an den Menschen, der sie eigentlich immer sein wollte. Sie lässt ihre künstlich erschaffene Welt hinter sich und erkämpft sich ihr Leben zurück. Die Natur und die abenteuerliche Wanderung zeigen ihr deutlich, worauf es ankommt.

Jessi Kirby hat für ihr neues Jugendbuch „Offline ist es nass, wenn`s regnet“ ein sehr aktuelles Thema gewählt, das nicht nur Jugendliche betrifft. Social Media ist allgegenwärtig und für viele ist es zur Sucht geworden. Gerade in Bloggerkreisen kommt man nicht mehr ohne eigene Kanäle aus. Oft verbringt man, genau wie die literarische Hauptfigur dieses Buches, viele Stunden damit, neue Fotos für den nächsten Post zu machen. Nur um anschließend zu schauen, ob man ausreichend Follower und Likes damit generieren konnte. Doch das „echte“ Leben da draußen wartet nicht. Und genau das verdeutlicht Jessy Kirby mit ihrer so lebendigen Geschichte.

Offline ist es nass, wenn’s regnet

Ich habe viele schöne und aufregende Lesestunden mit Mari verbracht. Ihre Geschichte hat auch mir verdeutlicht, wie viel Zeit ich eigentlich manchmal verschenke und mich daran erinnert, was wirklich wichtig ist im Leben. Auch wenn das Social Media viele Vorteile in der heutigen Zeit bietet, kann es nicht die echten Freunde und wunderschönen Momente ersetzen, die man nur erlebt, wenn man mal Offline geht…

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Veröffentlicht am 23.02.2019

Ein entstaubter Kinderbuchklassiker

Coppenrath Kinderklassiker: Pinocchio
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Wer kennt sie nicht? Die Geschichte vom Holzschnitzer Geppetto, der aus einem einfachen Stück Pinienholz, die wohl schönste und lebendigste Marionette der Welt fertigte: Pinocchio. Kaum nimmt das Stück ...

Wer kennt sie nicht? Die Geschichte vom Holzschnitzer Geppetto, der aus einem einfachen Stück Pinienholz, die wohl schönste und lebendigste Marionette der Welt fertigte: Pinocchio. Kaum nimmt das Stück Holz Formen an und bekommt Beine geschnitzt, springt es schon aus der Tür und läuft seinem Schöpfer davon. Doch wie das so mit allen Kindern ist – wenn sie hungrig sind, finden sie immer ihren Weg nach Hause. Und während Pinocchio sich bei dem gutmütigen Geppetto und in die Welt einlebt– mit allen dazugehörigen Schwierigkeiten -, wächst in ihm der Wunsch, ein echter Junge aus Fleisch und Blut zu werden.

Die Abenteuer des Pinocchio
Wenn ich an Pinocchio denke, fällt mir als Erstes seine Nase ein, die bei jeder Lüge wächst. Doch wie viele Abenteuer der hölzerne kleine Junge so erleben muss – auf seinem Weg ein echter Junge zu werden -, hatte ich fast vergessen. Umso schöner ist es, dass ich den Kinderbuchklassiker nun erneut mit meinem Sohn entdecken durfte. Obgleich diese Geschichte viele Kinder und Erwachsene schon mehr als hundert Jahre begeistern konnte, scheint sie nicht in die Jahre gekommen zu sein. Die Themen sind zeitlos und haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.

Tiefgründige Episoden mit wertvollen Botschaften
In der Neuauflage wurde der Originaltext ein wenig gekürzt. Was dem Lesefluss und der Dynamik der Handlung jedoch nichts anhaben kann. Denn die zahlreichen spannenden Abenteuer von Pinocchio fesseln den Leser und verzaubern ihn. Nicht nur mit wunderschönen Illustrationen, die sehr passend, in einem klassischen Stil, gestaltet worden sind. Viele sehr tiefgründige Episoden enthalten wertvolle Botschaften, die zeitlos sind.

Ein entstaubter Kinderbuchklassiker
Der Coppenrath Verlag hat diesen Kinderbuchklassiker in der Neuauflage etwas entstaubt und ihm ein wunderschönes Gewand aus Ganzleinen mit Goldprägung verliehen. Trotz der sehr nostalgischen und sehr kunstvollen Illustrationen von Kestutis Kasparavicius , weht ein frischer Hauch durch die Zeilen.

Carlo Collodi hat mit „Pinocchio“ eine zeitlose und wunderbare Geschichte über eine sehr lebendige Marionette erschaffen, die man sich womöglich noch in hundert Jahren erzählt.

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