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Veröffentlicht am 06.01.2017

Mein Kind liebt diese Geschichte

Mein Freund Button
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Sie sind füreinander bestimmt: der Junge Ron und das Kuscheltier namens Button. Nur ahnen sie beide noch nichts davon. Als Button sich auf den Weg aus dem Kuscheltierland macht, um ein Kind zu suchen, ...

Sie sind füreinander bestimmt: der Junge Ron und das Kuscheltier namens Button. Nur ahnen sie beide noch nichts davon. Als Button sich auf den Weg aus dem Kuscheltierland macht, um ein Kind zu suchen, das ihn in sein Herz schließt, ist er sehr skeptisch. Wie um Himmels willen soll er dieses Kind nur finden? Doch seine Sehnsucht nach Freundschaft und Geborgenheit treibt ihn voran und lässt ihn einige Abenteuer überstehen. Bis der kleine Koalabär Button Ron trifft, einen Jungen, bei dem er sofort spürt, dass er angekommen ist. Beide sind sich sicher, dass ihre Freundschaft etwas ganz Besonderes ist.

Man nehme eine gute Idee für ein Kinderbuch, suche sich dann einen passenden Illustrator und - da dies im Moment so gut läuft -, suche man sich ebenfalls eine sympathische, schillernde Persönlichkeit, die singen kann und sich gerne im Rampenlicht präsentiert. Dieses Konzept scheint im Moment aufzugehen und sich bestens zu verkaufen, denn „Mein Freund Button“ von Sabine Zett und Ross Antony ist bereits das zweite Kinderbuch, welches durch diesen Stil geprägt wurde. Ziemlich schlau, wenn man mich fragt, denn durch die zusätzliche Aufmerksamkeit der Medien, ist die Geschichte noch präsenter. Hinzu kommt eine zusätzliche Einnahmequelle durch den Verkauf der Musik zum Buch. Also, alles richtig gemacht! Oder vielleicht doch nicht?

Nachdem ich mit meinem Sohn schon zahlreiche Kinderbücher entdecken durfte, gab es bei dieser Geschichte eine Premiere, denn bei diesem Buch waren wir nicht einer Meinung. Während mein Kind hellauf begeistert von den Illustrationen und der Geschichte war und mich immer und immer wieder zum Vorlesen aufforderte, habe ich schnell die Begeisterung für dieses Buch verloren. Das hatte viele Gründe.
Zum einen waren es die knallig bunten Farben und die zuckrig süßen Illustrationen von Sabine Kraushaar, die mir buchstäblich einen Zuckerschock verursachten. Mein Sohn findet sich nach wie vor großartig.
Die Handlung ist genauso zuckersüß, wie die Illustrationen. Sie vermittelt eine wertvolle Botschaft und verläuft ohne große Komplikationen, was meiner Meinung nach absolut angemessen für ein Kinderbuch der empfohlenen Altersklasse ist.
Als ein weiteres Manko habe ich die Figur Ron empfunden, weil sie ein Ebenbild des Sängers Ross Antony ist. Versteht mich nicht falsch, ich mag diesen quirligen Promi, jedoch hätte ich mir eine etwas neutralere Figur gewünscht. Meinen Sohn stört es nicht, weil er Ross Antony nicht kennt.
Mein Hauptkritikpunkt ist jedoch die Musik zum Buch. An sich ist es eine wunderbare Idee, die Geschichte musikalisch zu untermalen, welche besonders die Kinder ansprechen dürfte. Dieses Buch wird von einem Song ergänzt, welcher mit Text und Noten grafisch abgebildet ist. Nicht jeder kann Noten lesen. Für diejenigen gibt es einen Buchtrailer mit dem Freundschaftssong auf der eigens für „Mein Freund Button“ kreierten Homepage. Aber eben nur diesen einen. Hat das Kind erst einmal begeistert die Hüften zu diesem Freundschaftslied geschwungen, steht ihm der Sinn nach mehr. So war es auch bei uns. Jedoch muss man für die restlichen Titel, die zu dieser Geschichte gehören, zusätzlich die CD kaufen. Da ist viel Gejammer vorprogrammiert und ich würde es besser finden, wenn man die CD gleich mit dem Buch erhält.
Ein absolut überzeugender Punkt war für mich die Verarbeitung des Materials, denn die Seiten sind äußerst strapazierfähig.

Es fällt mir sehr schwer „Mein Freund Button“ von Sabine Zett und Ross Antony zu bewerten, denn dieses Buch lässt unseren Haushalt zwiegespalten zurück. Fakt ist, dass dieses Buch bei der empfohlenen Altersklasse bestens ankommt und das Buch immer wieder seinen Weg in die begeisterten Kinderhände findet. Da ist es dann auch egal, dass Mama diese Begeisterung nicht teilt.

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Veröffentlicht am 31.12.2016

Ein Klassiker neu aufgelegt

Gute Nacht, lieber Mond
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Wenn ich an Bücher aus dem Diogenes Verlag denke, fällt mir sofort eine Vielzahl von außergewöhnlichen Büchern talentierter Autoren ein, die für mich zur gehobenen Literatur zählen. Auch das sehr einheitliche ...

Wenn ich an Bücher aus dem Diogenes Verlag denke, fällt mir sofort eine Vielzahl von außergewöhnlichen Büchern talentierter Autoren ein, die für mich zur gehobenen Literatur zählen. Auch das sehr einheitliche Coverdesign ist sofort präsent. Dank meines Sohnes hat sich mein Blickwinkel bezüglich Literatur etwas verändert und bei der Sichtung der Verlagsprogramme verweile ich jetzt auch bei Kinderbüchern, die mir bisher entgangen sind. Durch diese Veränderung durfte ich den Diogenes Verlag noch einmal ganz neu kennenlernen.

Die Kinderbücher von Diogenes bestechen mit einem eigenen Stil und fallen dank ihrer außergewöhnlichen Gestaltung sofort ins Auge. Ein Buch hatte meine Neugier besonders geweckt: „Gute Nacht, lieber Mond“ von Margaret Wise Brown und Clement Hurd, welches zu den großen Klassikern der Kinderliteratur gehört, mir jedoch gänzlich unbekannt war.


Welche Mutter kennt es nicht? Je näher die Zeit zum allabendlichen Zubettgehen rückt, umso einfallsreicher werden die Kinder. Sie möchten lieber noch ein bisschen spielen, etwas trinken oder etwas essen und natürlich eine Gutenachtgeschichte nach der anderen vorgelesen bekommen. So vergeht die Zeit und man wundert sich, dass das eigene Kind wieder so spät schläft. Mit „Gute Nacht, lieber Mond“ habe ich mir bewusst ein Kinderbuch ausgesucht, welches man sehr gut für ein Ritual benutzen kann, um die abendliche Zeitschinderei zu durchbrechen.

„Gute Nacht, lieber Mond“ erzählt auf stimmungsvolle Weise die Geschichte von einem kleinen Hasen, der sich mit dem Schlafen etwas schwer tut. Denn dieser kann erst einschlafen, nachdem er all seinen Sachen, die sich in seinem Zimmer befinden, Gute Nacht gesagt hat. Und das sind einige.

Die Geschichte beginnt mit sehr farbintensiven, detailverliebten und oft etwas groberen Illustrationen von Clement Hurd, die den gereimten und recht kurz gehaltenen Text auf wunderbare Weise ergänzen. Zugegeben, an den Stil der Illustrationen musste ich mich erst einmal gewöhnen, da ich etwas feinere und weiche Zeichnungen bevorzuge. Mein 2-jähriger Sohn war jedoch sofort Feuer und Flamme und im Laufe der Handlung empfand ich Hurds Stil als sehr erfrischend.
Die Seiten, auf denen viele Szenen abgebildet und ausführlich beschrieben sind, werden abwechselnd bunt oder in schwarz-weiß koloriert. Im Laufe der Handlung werden die Farben etwas gedämpfter und das Zimmer dunkler, bis man die Szenen kaum noch wahrnehmen kann. Nur das gemütliche Feuer im Kamin flackert weiter vor sich hin. Mit jeder Seite lernt man das Zimmer des kleinen Hasen etwas besser kennen, entdeckt neue Details oder Szenen und begleitet ihn sanft in seinen wohlverdienten Schlaf.

„Gute Nacht, lieber Mond“ von Margaret Wise Brown und Clement Hurd ist für meinen Geschmack eine gute Abwechslung zu den üblichen Gutenachtgeschichten, die ich zusammen mit meinem Sohn gelesen habe. Vor allem die von Hurd gezeichneten Illustrationen sind unverwechselbar in ihrem Still und erschaffen beim Lesen eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre. Selbst mein kleiner Sohn, der den ganzen Tag sehr aktiv ist, entspannt sich mit jeder gelesenen Seite etwas mehr. Deswegen eignet sich diese Geschichte besonders für ein allabendliches Ritual vor dem Zubettgehen.

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Veröffentlicht am 31.12.2016

Eine gute Abwechslung zu den üblichen Geschichten

Wir sind nicht zu fassen
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Max ist ein klassischer Außenseiter, den man auf jeder Schule finden kann: ein fast unsichtbarer Junge ohne Freunde und nennenswerte Fähigkeiten, mit durchschnittlichen Noten. Einfach-nur-Max! Bislang ...

Max ist ein klassischer Außenseiter, den man auf jeder Schule finden kann: ein fast unsichtbarer Junge ohne Freunde und nennenswerte Fähigkeiten, mit durchschnittlichen Noten. Einfach-nur-Max! Bislang störte Max sich nicht an diesem Außenseiterdasein. Doch als er eines Tages eine Einladung von dem berühmt berüchtigten Chaos Club - der an der Asheville High sein Unwesen treibt -, erhält, sieht er seine Chance, etwas an seinem unscheinbaren Dasein zu ändern. Ein Teil dieses legendären Clubs zu sein, würde alles ändern. Denn wer kann von sich behaupten, dass er in einer nächtlichen Aktion eine ganze Kuhherde auf dem Schuldach platziert hat, oder öffentlich Rache an einem ihm verhassten Lehrer genommen hat, ohne dafür bestraft zu werden? Das sind verlockende Aussichten, jedoch vergisst Max - vor lauter Hoffnung, in den geheimen Club aufgenommen zu werden-, misstrauisch zu sein. Er ist zwar tatsächlich ein Teil der nächsten Aktion des Chaos-Clubs - nur nicht ganz so wie erhofft. Und so befindet er sich plötzlich mit vier weiteren vermeintlichen Anwärtern in einer prekären Lage, auf einem verunstalteten und hell erleuchteten Wasserturm auf dem Schulgelände, wieder. Umringt vom Sicherheitsdienst …

In "Wir sind nicht zu fassen" von Kurt Dinan stehen fünf junge Menschen, die wie Max auf den Streich des Chaos-Clubs hereingefallen sind, und ihr Rachefeldzug deutlich im Mittelpunkt. Fünf sehr unterschiedliche Jugendliche, die ihr Leben in die von ihnen gewählten Bahnen lenken möchten und dabei (zur Freude der Leser) einige Hürden überwinden müssen. Jeder von ihnen ist aus einem ganz persönlichen Grund motiviert diesen Club auffliegen zu lassen und so inszenieren sie eine Aktion nach der anderen. Natürlich sorgfältig geplant und gemeinsam in der Gruppe durchgeführt. Doch ihr Plan gerät oft ins Wanken, weil jeder die Chance nutzt, um einen persönlichen Rachefeldzug zu bestreiten. Dabei verlieren sie oft das gemeinsame Ziel aus den Augen.

Die bedeutsame und gewichtige Thematik dieser Geschichte bietet viel Potenzial, jedoch fehlt es ihr etwas an Tiefe. Viele Situationen wirken zugunsten der Situationskomik zu oberflächlich und rasch abgehandelt. Auch die Charaktere wurden von Kurt Dinan bis auf Max etwas eindimensional gezeichnet, sodass man nur einen kleinen Einblick in ihre wahre Persönlichkeit bekommt. Sehr lesenswert fand ich jedoch die Entwicklungen innerhalb der Gruppe, denn als Leser durfte ich erleben, wie fünf so verschiedene Jugendliche trotz ihrer Probleme zu einer verschworenen Einheit werden.

Der Titel „Wir sind nicht zu fassen“ kam für mich etwas zweideutig daher. Zum einen liegt die Erklärung dafür offensichtlich in der Handlung: der Chaos-Club arbeitet so versteckt, dass man seine Akteure nicht fassen kann. Die Zweideutigkeit liegt für mich aber auch in den Taten der fünf nach Rache lechzenden Außenseiter, denn diese agieren manchmal etwas unüberlegt und das Ergebnis ihrer Handlungen ist für sie selbst und den Leser nicht zu fassen, im Sinne von nicht zu begreifen.

Bis auf ein paar kleine Kritikpunkte bietet „Wir sind nicht zu fassen“ von Kurt Dinan fast alles, was ein unterhaltsames Jugendbuch benötigt: Eine interessante, überzeugende und humorvolle Handlung, die in einem einfach gehaltenen, aber nicht zu platten Schreibstil niedergeschrieben wurde und einige bedeutsame Botschaften für die Leser bereithält. Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann und die greifbar sind. Eben Menschen, mit denen der Leser sich gerne umgibt, oder die ihn bewegen, auf welche Weise auch immer. Nicht zu vergessen: bedeutsame und eindringliche Themen, mit denen sich der Leser gerne beschäftigt, die, gemischt mit einer guten Portion Situationskomik, die Handlung nie zu schwermütig werden lassen.

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Veröffentlicht am 31.12.2016

Ein besonderes Lesevergnügen

Grrrrr!
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Geht es im Leben immer nur darum, der Beste zu sein?

In unserer Gesellschaft ist alles darauf ausgelegt, dass man möglichst früh in seinem Leben schon etwas leisten kann. Selbst in der Kita gibt es schon ...

Geht es im Leben immer nur darum, der Beste zu sein?

In unserer Gesellschaft ist alles darauf ausgelegt, dass man möglichst früh in seinem Leben schon etwas leisten kann. Selbst in der Kita gibt es schon zahlreiche Lernschwerpunkte, die unsere Kinder auf das Tempo der Gesellschaft konditionieren. Schnell begreifen sie, dass es wichtig ist, möglichst erfolgreich zu sein, oder lernen auf unangenehme Weise an den ihn gestellten Forderungen zu scheitern. Schon oft habe ich mich gefragt, ob ich meinem Kind wirklich diesem Tempo aussetzen möchte. Auch wenn ich mir wünsche, dass mein Kind später erfolgreich ist und ein glückliches Leben führen kann, hoffe ich, dass ich ihm bestimmte Werte mit auf den Weg geben kann. Kinderbücher sind dabei für mich ein wichtiger Transporteur mit denen man auf wunderbare Weise wichtige Werte zu vermitteln. Mit „Grrrrr!“ von Rob Biddulph habe ich ein schönes Bilderbuch aus dem Diogenes Verlag gefunden, dass meinem Kind auf spielerische Weise vermittelt, dass es nicht immer darum geht, der Beste zu sein.

Seit Jahr und Tag gibt es im Wald einen ganz besonderen Wettkampf: Bester Bär des Waldes. Dieser Wettkampf ist immer wieder ein riesiges Spektakel und alle Tiere fiebern darauf hin. Besonders Fred, denn der Grizzly hat diesen Wettkampf in den letzten drei Jahren gewonnen. Doch in diesem Jahr hat er starke Konkurrenz bekommen, denn seit Kurzem gibt es einen neuen Bären im Wald, der Fred herausfordern will.

Schon der recht ungewöhnliche Titel dieses Kinderbuches „Grrrrr!“ verspricht, dass dieses Buch aus der Reihe tanzt. Schlägt man das Buch auf, bestätigen die ausgefallenen Illustrationen, mit ihren für das Auge angenehmen und satten Farben, diesen ersten Eindruck. Die Figuren und die Landschaft sind, je nach Handlung, etwas überproportional, verspielt und mit Liebe zum Detail gestaltet. Oft befinden sich mehrere Szenen auf einer Seite, die sich gut voneinander abgrenzen. Manchmal nimmt eine für die Handlung sehr wichtige Szene sogar zwei Seiten ein, und werden somit viel intensiver wahrgenommen. Ergänzt wird die Handlung von einem wunderbar lockeren, wortwitzigen Text, der in seiner Gestaltung ebenso außergewöhnlich ist, wie der Rest. Denn hier hat sich der Autor richtig ausgetobt. Hier ein lustiger und sich reimender Text - mit unterschiedlicher Schriftgröße und -art -, und da eine in ihren Proportionen variierende Sprechblase. So gibt es für die großen und kleinen Leser immer etwas Überraschendes zu entdecken.

Diogenes empfiehlt dieses Buch für Kinder ab 3 Jahren. Mein 2-jähriger Sohn hatte aber auch großen Spaß an dieser Geschichte und den liebenswerten Figuren. Nur beim Durchblättern musste ich etwas behilflich sein, da er motorisch noch nicht so weit ist, die Seiten selbstständig nacheinander umzublättern.

„Grrrrr!“ von Rob Biddulph war für meinen Sohn und auch für mich ein besonderes Lesevergnügen. Zusammen haben wir viele schöne und lustige Szenen mit wunderbaren Figuren in dieser Geschichte erlebt, haben uns an den außergewöhnlichen Illustrationen sattgesehen, einige gewichtige Botschaften von Erfolg, Misserfolg und Freundschaft gehört und uns von der dynamischen und farbenfrohen Handlung mitreißen lassen.

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Veröffentlicht am 31.12.2016

Emotional, bildgewaltig, außergewöhnlich

Der Geruch von Häusern anderer Leute
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Ihr seid auf der Suche nach einem Buch, dessen Handlung und literarische Figuren euch unter die Haut gehen? Ein Buch, das euch auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt und in Erinnerung bleibt? Dann ...

Ihr seid auf der Suche nach einem Buch, dessen Handlung und literarische Figuren euch unter die Haut gehen? Ein Buch, das euch auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt und in Erinnerung bleibt? Dann habe ich genau das Richtige für euch: Eine Geschichte über vier jungen Menschen, die vom unerbittlichen Alltag unweit des nördlichen Polarkreises gezeichnet wurden und deren Lebenswege sich auf unerwartete Weise kreuzen. Und fast scheint es so, als seien diese unerwarteten Momente vorbestimmt, um einander zu retten.

„Ich verstehe nicht, warum manche Erlebnisse uns unter die Haut gehen und uns zu neuen Menschen machen.“ Seite 243

Alyce, Ruth, Dora und Hank haben einen sehr divergenten Charakter und obwohl drei von ihnen in einem Ort wohnen, nur wenig mit einander zu tun. Ihre einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass alle vier von gewichtigen Problemen und Sorgen geplagt werden: Ruth hat ein kleines Geheimnis, welches sich wohl nicht mehr lange verbergen lässt. Hank flieht mit seinen Brüdern vor häuslicher Gewalt, ähnlich wie Dora, deren Vater gerne und sehr viel Alkohol trinkt. Dagegen erscheint Alyce Problem fast lächerlich. Doch für sie ist es schwierig mit der Trennung ihrer Eltern fertig zu werden, die ihr Leben buchstäblich zweigeteilt hat. Durch viele Begebenheiten nähern sich diese jungen Menschen einander – meist unbeabsichtigt.

Die Handlung dieses Jugendbuches von Bonnie-Sue Hitchcock spielt in den sechziger Jahren, nachdem Alaska zu einem Bundesstaat der USA wurde. In dieser Geschichte lernt der Leser nicht nur die Schicksale der vier Hauptakteure kennen, sondern er lernt auch sehr viel über die Geschichte von Alaska und dessen multikulturelle Bevölkerung. Durch die interessanten Einblicke in das Familienleben der literarischen Hauptfiguren, erfährt man vieles über das Leben im Territorium Alaska, bevor es zu einem Bundesstaat wurde.

„Das ist mein Herz. Es mag aus tausend Stücken zusammengeflickt und etwas mitgenommen sein, aber es schlägt. Eindeutig“ Seite 315

„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ von Bonnie-Sue Hitchcock ist eine sehr bewegende, stimmungsvolle, aber auch bedrückende Geschichte. Zwischen den Zeilen schwingen eine große Portion Melancholie und unerfüllbare Hoffnungen, die dem Leser buchstäblich unter die Haut gehen. Hitchcock hat für ihre tiefgründige und eindringliche Handlung wunderbare und facettenreiche literarische Figuren mit fesselnden Schicksalen geformt, die dem Leser noch lange im Gedächtnis bleiben.
Dank des wunderschönen und bildgewaltigen Schreibstils durfte ich während des Lesens auch Alaska und seine atemberaubende Natur kennenlernen.

„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ von Bonnie-Sue Hitchcock ist wieder so ein Buch aus dem Königskinder Verlag, das meinen Hunger nach weiteren besonderen Geschichten ins unermessliche wachsen lässt. Also bitte liebe Königskinder – macht euren Job genauso großartig weiter wie bisher!

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