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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2020

Eine delikate Geschichte

Die Abenteuer der Miss Petitfour
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Wenn die Tage kürzer und kälter werden, machen wir es uns gerne drinnen bei Kerzenschein, einer Tasse dampfenden Tee und kleinen Leckereien gemütlich. Gekrönt werden diese Momente nur noch von einem guten ...

Wenn die Tage kürzer und kälter werden, machen wir es uns gerne drinnen bei Kerzenschein, einer Tasse dampfenden Tee und kleinen Leckereien gemütlich. Gekrönt werden diese Momente nur noch von einem guten Buch. Doch nicht jedes Buch passt zu diesen stimmungsvollen Augenblicken. Vorzugsweise sollten es Geschichten sein, die nicht allzu umfangreich und zu beschwerlich sind. Sie sollten genauso delikat und fein sein wie das Gebäck, welches man zum Tee reicht. Mit „Die Abenteuer der Miss Petitfour“ habe ich einen sehr passenden literarischen Leckerbissen für eben jene Momente gefunden.

Die Abenteuer der Miss Petitfour

Die Hauptrolle in diesem zauberhaften Kinderbuch spielt Miss Petitfour, die zusammen mit ihren sechzehn Katzen lebt und einige Abenteuer erlebt. Es sind jedoch Abenteuer, die eine ganz besondere Größe haben und ganz unaufgeregt – aber nicht minder spannend – in einer gemütlichen Runde gelesen werden können. Und jedes Abenteuer nimmt irgendwann ein delikates Ende. Daher empfehle ich euch zu diesen Abenteuern die eine oder andere Leckerei bereitzuhalten. Denn sonst lauft ihr Gefahr, dass während des Lesens ein unstillbares Verlangen nach Gebäck in euch wächst – Miss Petitfour hat ihren Namen nicht ohne Grund.

Sechzehn Katzen unter einem Dach

Wenn man mit sechzehn Katzen unter einem Dach lebt, dann kann es ganz schön turbulent zugehen. Im Hause Petitfour geht es jedoch erstaunlich gesittet zu – wenn man über die Flugkünste der Miss Petitfour hinwegsieht. Ja – ihr lest richtig! Miss Petitfour kann fliegen und eigentlich bewegt sie sich außerhalb ihres Hauses auch immer auf diese Weise fort. Dafür benutzt sie ihre bunten Tischtücher, die sie mit dem Wind zu einem Ballon formt, der sie an die gewünschten Orte bringt. Ihre sechzehn Katzen haben eine ganz besondere Technik entwickelt, um mitzureisen. Und in dem Örtchen, wo sie leben, wundert sich niemand über ihre Art zu reisen.

Genauso deliziös wie die Geschichte und die feinen Abenteuer ist auch die Gesamtgestaltung dieses Buches. Vom Einband über das Vorsatzpapier bis hin zu den einzelnen Seiten – alles ist sehr appetitlich, ästhetisch und stimmig gestaltet worden. Wenn euch der Sinn nach einem besonders feinen Kinderbuch steht, dann solltet ihr „Die Abenteuer der Miss Petitfour“ von Anne Michaelis und Emma Block lesen.

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Veröffentlicht am 10.11.2020

Eine abwechslungsreiche Ergänzung der Biss-Reihe

Biss zur Mitternachtssonne (Bella und Edward 5)
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Es sind schon einige Jahre vergangen, nachdem ich Forks und die Welt der Vampire hinter mir gelassen habe. Wie ich die Biss-Reihe geliebt habe! Für mich war es, als würde ich selbst noch einmal 17 Jahre ...

Es sind schon einige Jahre vergangen, nachdem ich Forks und die Welt der Vampire hinter mir gelassen habe. Wie ich die Biss-Reihe geliebt habe! Für mich war es, als würde ich selbst noch einmal 17 Jahre alt sein und frisch verliebt. Als ich den letzten Band beendet hatte, dachte ich, dass ich nie wieder ein Buch finden würden, dass mich auch nur annähernd so begeistern kann wie diese. Auch wenn ich meinen (Liebes-) Kummer längst hinter mir gelassen habe und ich viele großartige und bewegende Geschichten gelesen habe, gehören die Bücher einfach zu mir und meiner Lesensgeschichte. Daher war für mich klar, dass ich auch „Biss zur Mitternachtssonne“ von Stephenie Meyer lesen werde.

Skeptisch war ich vor dem Lesen schon. Schließlich lagen für mich persönlich fast 10 Jahre zwischen „Biss zum Morgengrauen“ und diesem Band. Geschmäcker ändern sich bekanntlich und mittlerweile stehen kaum noch Bücher aus dem Fantasy-Genre auf meinem buchigen Speiseplan. Dennoch wollte ich es unbedingt lesen. Vielleicht kann „Biss zur Mitternachtssonne“ ja doch mein Lesefieber neu entfachen…

Biss zur Mitternachtssonne

Die Geschichte aus „Biss zur Mitternachtssonne“ ist jedem, der die Reihe gelesen hat, bekannt. In diesem Buch wird der Auftakt der Reihe aus der Perspektive von Vampir Edward erzählt. Klingt erst einmal nicht so aufregend. Aber wahrscheinlich war ich nicht die einzige Leserin, die sich beim Lesen oft gefragt hat, was im Kopf des im Sonnenlicht glitzernden Vampirs vor sich geht. Dieses Buch sollte nun die passenden Antworten liefern.

Antworten gab es viele – allerdings auch auf ungestellte Fragen. Denn Edward berichtet nun auch von den Momenten, die der Leser im ersten Buch nicht miterlebt hat. Eben jene, die der Vampir nicht mit Bella verbracht hat. Und allein für diese Einblicke hat es sich für mich absolut gelohnt, dieses Buch zu lesen. So erfuhr ich von vielen Hintergründen aus der Welt der Vampire, die die gesamte Reihe für mich abrundeten.

Das Leiden des jungen Edward

Ich muss gestehen, dass ich besonders nach dem ersten Drittel des Buches geneigt war, die Geschichte bei Seite zu legen. Ich war des Leidens von Edward überdrüssig. Auch wenn es sehr interessant für mich war, in die Gedankenwelt des Vampirs abzutauchen, war ich seine Gefühlsschwankungen mit masochistischem Charakter irgendwann leid. Für meinen Geschmack büßte die literarische Figur Edward dadurch einiges an Charme ein. Aber auch Bella wirkte aus dieser Perspektive verändert und sehr naiv und verlor für mich an Reiz. Doch im Laufe der Seiten wurde das Leiden weniger und die Geschichte wurde wieder viel interessanter für mich. Immer dann, wenn Edward unbekannte und überaus spannende Elemente zutage brachte.

Stephenie Meyer hat mit „Biss zur Mitternachtssonne“ sicher viele Fans der Reihe glücklich gemacht. Insbesondere durch die vielen neuen Eindrücke und Details, die in den anderen Geschichten sehr kurz abgehandelt werden oder gar im Hintergrund bleiben. Mich persönlich hat die Autorin nicht komplett überzeugen können, wie in allen anderen Bänden. Einige vorher schillernde Figuren haben für mich etwas an Glanz verloren. Trotzdem war diese Geschichte für mich eine willkommene und abwechslungsreiche Ergänzung der Biss-Reihe.


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Veröffentlicht am 19.10.2020

Ein zauberhaftes Kinderbuch!

Das Zauber-Labor
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Hokuspokus Fidibus, 3 mal schwarzer Kater! Das ist ein Zauberspruch, der in unserem Haus des Öfteren zu hören ist. Denn seit mein Sohn bei einer Zaubershow mitwirken durfte, ist er Feuer und Flamme für ...

Hokuspokus Fidibus, 3 mal schwarzer Kater! Das ist ein Zauberspruch, der in unserem Haus des Öfteren zu hören ist. Denn seit mein Sohn bei einer Zaubershow mitwirken durfte, ist er Feuer und Flamme für dieses Thema. Aber auch wir Erwachsenen können uns der Zauberei nicht gänzlich entziehen. Irgendwie ist man doch fasziniert von den Tricks und möchte gerne wissen, was dahinter steckt. Passend zu diesem Thema haben wir ein Buch entdeckt, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen viel Vergnügen bereitet.

Das Zauber-Labor

„Das Zauber-Labor“ das zweite Buch von Autor Steve Mould, welches bei uns einziehen durfte. Zuvor hat er uns bereits mit dem genialen Buch „Superstarke Bakterien: Die Welt geheimnisvolle der Mikroben“ begeistert. Daher mussten wir bei diesem Exemplar nicht lange überlegen. Kurz und knapp – es ist wieder ein Volltreffer!

Magische Experimente und wie sie funktionieren

Steve Mould führt uns Leser buchstäblich als Zauberlehrlinge in die Welt der Magie ein. Und sehr schnell wird den Schülern klar, dass diese Welt gar nicht so magisch ist, wie sie auf den ersten und auch auf den zweiten Blick erscheint. Denn jeder Zaubertrick lässt sich ganz einfach mit Chemie und Physik erklären.

Von magischen Schlaufen über schwebende Bälle bis hin zur Wahrsagerei …

Nach einer kleinen Einführung des Autors und einem Überblick auf alle Themen, die in diesem Kinderbuch besprochen werden, geht es auch schon ran an die Zauberei. Oder besser gesagt, an die Hintergrundinformationen zu einzelnen Zaubertricks. In diesem interaktiven Buch findet man viele faszinierende Dinge. Und das Beste ist, man kann sie spielend leicht nachmachen. Auf zahlreichen Doppelseiten findet man klassische Zaubertricks, die Schritt für Schritt erklärt werden. Erklärt wird jedoch nicht nur wie die einzelnen Kunststücke gelingen. Steve Mould führt auch die wissenschaftlichen Hintergründe auf, so dass jedes Kind sie verstehen kann.

Wundersame Lichtspiele am Himmel und mysteriöse wandernde Felsen

In der Natur gibt einige Phänomene, die für uns Menschen an Zauberei grenzen, weil wir sie uns lange nicht erklären konnten. Auch dazu kann man ein paar rätselhafte Beispiele und deren Lösung in diesem Buch finden.

„Das Zauber-Labor“ von Steve Mould ist wieder ein sehr originelles und überaus gelungenes Kinderbuch von Steve Mould. Es löst zahlreiche rätzelhafte Tricks und Phänomene auf und lädt die Leser auf spielerische Weise dazu ein, selbst den Zauberstab zu schwingen. Wir können dieses interaktive Buch nicht nur Fans der Zauberei empfehlen und wünschen viel Spass beim Nachzaubern!

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Veröffentlicht am 16.10.2020

Superschlaues Sachbuch für Kinder

Superschlaue Gene
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Mama – was ist DNA? Spätestens nach dieser Frage wurde mir schmerzlich bewusst, wie kompliziert einige Themen zu erklären sind. Ein paar Wissensbrocken kann man seinen Kindern ja noch hinwerfen. Leider ...

Mama – was ist DNA? Spätestens nach dieser Frage wurde mir schmerzlich bewusst, wie kompliziert einige Themen zu erklären sind. Ein paar Wissensbrocken kann man seinen Kindern ja noch hinwerfen. Leider geben sie sich damit meist nicht zufrieden und bohren weiter. Schließlich erwischt man sich dabei, wie man dann nur noch leise vor sich hin stammelt und (vergebens) nach tiefgründigen Inhalten des rauchenden Kopfes sucht.

Was sind Moleküle?

Ja, also, ähm … Wenn ihr als Eltern nicht so vor euren Kindern rumstammeln wollt, dann habe ich einen wirklich guten Buchtipp für euch. Mit „Superschlaue Gene“ von Alison Woollard und Sophie Gilbert habe ich ein wunderbares Sachbuch für Kinder gefunden, welches sich dem doch sehr komplexen Thema Genetik widmet.

Der Baum des Lebens

Auf insgesamt 72 umfangreichen Seiten tauchen wir Leser in die Welt der Genetik ab und erfahren so viel interessantes über den Ursprung unseres Daseins. Wusstet ihr z. B., dass der gemeinsame Vorfahr aller Organismen vor über vier Milliarden Jahre lebte? Oder dass alle Menschen genetisch zu 99,9 % sind? In „Superschlaue Gene“ erfahrt ihr diese und andere bedeutende Fakten.

Superschlaue Gene

Die 30 Unterthemen, die uns Leser die Welt der Genetik auf sehr anschauliche Weise darstellen, wurden sehr divergent zu Papier gebracht – keine Doppelseite gleicht einer anderen. Neben den kindgerecht verpackten Sachwissen, hochwertigen Grafiken und Illustrationen findet man kleine Experimente, die z. B. DNA sichtbar machen können oder Aufgabenstellungen, die Kinder (im Gegensatz zu Hausaufgaben) liebend gerne erledigen. Des Weiteren lernt man interessante Persönlichkeiten kennen, ohne die wir heute nicht so fundiertes Wissen über unsere Gene hätten.

„Superschlaue Gene“ ist ein aufwendig und lebendig gestaltetes und umfassendes Sachbuch für Kinder ab 8 Jahren. Dank der sehr kompakten und anschaulichen Darstellung von wissenschaftlichen Fakten nimmt dieses großartige Buch alle Leser mit und sogar wir Erwachsenen können einige Dinge dazulernen oder wieder auffrischen.

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Veröffentlicht am 01.10.2020

Ein Buch über eine ganz besondere Beziehung

Von Großeltern, Piranhas und vielem mehr
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Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit. Besonders an die Zeit, die ich mit meiner Oma verbracht habe. Wenn ich bei ihr war, gab es keine Langeweile. Selbst wenn wir stumm nebeneinander die Ruhe ihres ...

Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit. Besonders an die Zeit, die ich mit meiner Oma verbracht habe. Wenn ich bei ihr war, gab es keine Langeweile. Selbst wenn wir stumm nebeneinander die Ruhe ihres Gartens genossen. Wir brauchten nie viele Worte – unterhielten uns stumm und verstanden jede Veränderung in der Mimik der jeweils anderen. Bei ihr konnte ich Ich sein und sie hat nicht versucht, mich zu erziehen. Wahrscheinlich ist es genau das, was für viele Enkelkinder ein Besuch bei den Großeltern ausmacht. Auch Rocio Bonilla hat sich in ihrem Kinderbuch „Von Großeltern, Piranhas und vielem mehr“ dieser ganz besonderen Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln beschäftigt.

Von Großeltern, Piranhas und vielem mehr

Auf den ersten Seiten des Bilderbuches lernen wir Leser Nico und seinen Großvater Rufus kennen und erfahren, was genau ihre besondere Beziehung ausmacht. Opa Rufus hat ihm das Fahrradfahren beigebracht und überhaupt kann man eine Menge von ihm lernen. Nicos Großvater erzählt aber auch die besten Geschichten, denn er hat sie alle wirklich erlebt. Er ist ein großer Held für Nico. Nicht nur, weil er eine Narbe von einem „Tigerangriff“ aus seiner Zeit als Forscher hat. Nicos Mama bezweifelt dies zwar und behauptet, es sei eine Narbe von einer Blinddarmentzündung, aber er weiß es einfach besser. Opa Rufus ist immer da, wenn er gebraucht wird.

Jeder hat eine ganz eigene Geschichte

Neben der wunderbaren Geschichte über die besondere Bindung, die Nico und sein Großvater teilen, darf man auch ein paar weitere Freunde von Nico kennenlernen. Und auch sie berichten aus ihrem Alltag, den sie mit ganz besonderen Helden verbringen dürfen.

Ich bin ein riesiger Fan von Rocio Bonillas Geschichten und ihrer Illustrationen. Sie hat einen einzigartigen und unverwechselbaren Stil, den man in jeden ihrer Bücher wiederfindet. Auch in „Von Großeltern, Piranhas und vielem mehr“ durfte ich viele wunderbare und herzliche Momente mit den literarischen Figuren erleben. Am liebsten hätte ich mich in der einen oder anderen Szene mit einer kuscheligen Decke zu Nico und seinem Großvater gesetzt und ihren Geschichten gelauscht. Viele Episoden trafen mich mitten ins Herz, weil sie mich an meine Oma erinnert haben. Andere brachten mich zum Schmunzeln, weil auch Großeltern (trotz ihres Heldentums) nur Menschen sind.

Am Ende sind es die Erinnerungen an die vielen ruhigen und manchmal lauten Abenteuer, die man mit seinen Großeltern erlebt hat, die für immer bleiben. Gerade deswegen sind Bücher wie „Von Großeltern, Piranhas und vielem mehr“ so besonders. Weil sie viele Erinnerungen in uns Erwachsenen wach rufen können und vielleicht auch an die Verantwortung oder die verpassten Möglichkeiten als Oma oder Opa erinnern.

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