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Veröffentlicht am 12.05.2020

Schöne Naturgeschichte

Bork - Der Bäumling
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Bork – Der Bäumling

Maja spielt schon immer gerne im Wald. Doch als sie dort eines Tages auf den etwas merkwürdigen Jungen Bork trifft, machen ihr die Waldbesuch noch mehr Spaß. Denn Bork hält so einige ...

Bork – Der Bäumling

Maja spielt schon immer gerne im Wald. Doch als sie dort eines Tages auf den etwas merkwürdigen Jungen Bork trifft, machen ihr die Waldbesuch noch mehr Spaß. Denn Bork hält so einige tolle Überraschungen bereit, die nicht nur Maja in Staunen versetzen.

Olle Lindberg: Bork – Der Bäumling.
Mit Illustrationen von Daniela Kunkel.
Baumhaus Verlag, 30 April 2020.
176 Seiten, 12,00 €.
ISBN 978-3-8339-0616-9.
Empfohlen ab 6 Jahren.

Inhalt
Maja liebt den Wald und die Natur. In ihren Ferien spielt sie immer draußen und entdeckt neue Tiere und Pflanzen. Eines Tages begegnet sie einem etwas sonderbaren Jungen namens Bork. Er spricht ihre Sprache nicht, trägt komische Blätterkleidung und scheint eine besondere Bindung zu der Natur und den Tieren zu haben. Die Beiden Freunden sich schnell an und bald schon kann Bork auch ein paar Brocken Schwedisch sprechen. Aber ganz allein kann der Junge doch nicht im Wald bleiben. Daher quartiert Maja ihn kurzerhand in ihrem Baumhaus ein. Das fliegt jedoch schnell auf und nun weiß die ganze Familie von Maja über Bork bescheid. Nach einigem hin und her, darf Bork für einige Zeit bei der Familie bleiben. Doch der Junge bringt mit seinen außergewöhnlichen Gaben ganz schön Chaos in den Familienalltag. Denn der Junge ist halb Mensch, halb Baum und soll zwischen den Welten vermitteln. Dabei bringt er mit seinem Verhalten vor allem Majas Papa auf die Palme. Bork soll schon ins Kinderheim gebracht werden, als ein Ausflug, eine außergewöhnliche Rettungsaktion und schließlich ein großes Herz dann doch alles anderes werden lässt.
Kritik
Mit seinem Buch „Bork – Der Bäumling“ ist Olle Lindberg nicht nur eine abenteuerliche Geschichte über Freundschaft und Familie gelungen, sondern auch ein Buch mit engem Bezug zur Natur. Mit Bork ist dem Autor eine sympathische Figur gelungen, die mit ihren Eigenschaften und Charakterzügen viele Parallelen zur Natur aufweist. So hat der Junge Angst vor Feuer, wie die meisten Tiere. Auch tut es ihm in der Seele weh, wenn eine Pflanze krank ist oder den Kopf hängen lässt. Durch solche Anspielungen werden den Kindern beim Lesen viele wichtige Aspekte bezüglich Umweltschutzes, achtsamer Umgang mit der Natur und Nachhaltigkeit vermittelt. Zudem spielt auch das Thema Toleranz eine große Rolle. Denn Maha freundet sich trotz des merkwürdigen Verhaltens von Bork mit ihm an und auch ihre Familie nimmt ihn so auf, wie er ist. Hier fließen auch die Thematiken Freundschaft und Familie in das Buch mit ein. Durch Borks besonderen Gaben und ungewöhnlichem Verhalten wird es in der Geschichte nie langweilig. Es passieren viele kleine und größere abwechslungsreiche Handlungen, die die kleinen Leser und Leserinnen auch häufiger zum Lachen bringen. Ein Kritikpunkt hierbei ist einzig, dass Bork allzu oft bei vielen Dingen der Bester zu sein scheint. Er gewinnt beim Karten spielen, kann die lustigsten Grimassen schneiden und auf die höchsten Bäume klettern. Etwas das Bork nicht kann, scheint es nicht zu geben. Dies lässt seinen Charakter ein wenig zu perfekt erscheinen. Ansonsten sind die Personen in dem Buch authentisch und sympathisch. Maja hat ein großes Herz, streitet sich aber auch hin und wieder mit ihrem kleinen Bruder. Der Opa ist ein Opa, wie man sich ihn nur wünschen kann. Er lässt den Kindern viele Freiheiten und backt für sein Leben gerne Zimtschnecken. Die Eltern sind da etwas strenger, was die Handlung jedoch realistischer werden lässt.
Der Schreibstil ist geprägt durch kurze Sätze und einfache Wortwahl, ideal für Erstleser- und -leserinnen.
Besonders schön ist auch die Gestaltung des Buches. Die wundervollen Illustrationen von Daniela Kunkel sind hauptsächlich in schwarz-weiß gehalten. Akzente werden mit Grüntönen gesetzt, die dem Ganzen ein einheitliches Auftreten verleihen, den Bezug zur Natur aufgreifen und einen gewissen Charm verbreiten.
Ein braunes Lesebändchen schmückt das Buch, welches auf dem Cover zusätzlich mit Spotlack veredelt wurde. Zudem sind auch Vor- und Nachsatzpapier mit passenden Illustrationen von Blättern und Eicheln layouttechnisch schön umgesetzt.
Das Rezept für Opas allerliebsten Zimtschnecken, welches ganz hinten im Buch zu finden ist, rundet das Gesamtwerk harmonisch ab und schafft es, dass man sich selbst als teil von Maja, Bork und ihrer Familie fühlt. Auch die Leseprobe zu dem Folgeband macht schon neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit:
Das Buch „Bork – Der Bäumling“ ist eine unterhaltsame Lektüre mit schönem Bezug zur Natur. Durch den Jungen Bork, der zwischen Menschen und Natur vermitteln soll, wird den jungen Lesern und Leserinnen ein bewussterer Umgang mit der Umwelt vermittelt. Verpackt wird dies in eine unterhaltsame Geschichte über Freundschaft, Familie und Toleranz. Ein schönes Buch für Kinder ab 6 Jahren.

  • Geschichte
  • Stimmung
  • Fantasie
  • Cover
Veröffentlicht am 28.04.2020

Wichtiges Thema wunderbar umgesetzt

Der magische Blumenladen, Band 11: Hilfe per Eulenpost
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Der magische Blumenladen – Hilfe per Eulenpost

Inhalt
Violet freut sich schon riesig auf ihre Ferien bei Oma und Opa am Meer. Das Beste ist, dass ihre Freunde, die Zwillinge, Zack und Jack, mitkommen ...

Der magische Blumenladen – Hilfe per Eulenpost

Inhalt
Violet freut sich schon riesig auf ihre Ferien bei Oma und Opa am Meer. Das Beste ist, dass ihre Freunde, die Zwillinge, Zack und Jack, mitkommen dürfen und auch der sprechende Wellensittich Lady Madonna, ist mit von der Partie. Alle sind gespannt auf ein paar schöne Tage mit viel Sonnenschein, Strand und Erholung. Doch ihre Vorfreude wird schnell getrübt, als sie feststellen, dass ihre Badebucht immer wieder von Müll überflutet wird. Klar, dass die Kinder der Sache auf den Grund gehen müssen. Zusammen mit der Hilfe ihrer tierischen Freunde und nicht zu Letzt mit ein bisschen Blumenmagie, schaffen sie es, den Umweltverschmutzer zu enttarnen. So werden es doch noch wunderbare Ferien.

Mayer, Gina: Der magische Blumenladen – Hilfe per Eulenpost.
Illustrationen von Joelle Tourlonias.
Ravensburger Buchverlag, 05.05.2020.
144 Seiten, 9,990 €.
ISBN 978-3-473-40421-6.
Empfohlen ab 8 Jahren.

Kritik
Der magische Blumenladen – Hilfe per Eulenpost ist bereits der elfte Band der beliebten Reihe, rund um Violet und den Blumen Laden ihrer Tante. Dabei lassen sich die einzelnen Bände unabhängig von einander lesen. Die Autorin Gina Mayer ermöglicht durch, geschickt in die Handlung miteingeflochtene Erklärungen, jederzeit einen Einstieg in die Geschichten, ohne das Vorkenntnisse benötigt werden. Der Schreibstiel ist durch kurze Sätze und einfache Wortwahl ideal für die junge Zielgruppe. Von der ersten Seite ist man schon mitten in der Geschichte und da die Handlung schnell an Fahrt aufnimmt, entsteht ein schöner Lesefluss. Es ergeben sich immer wieder neue Wendungen, ohne dass sich die Handlungen dabei überschlagen. Dadurch wird es den Kindern leicht gemacht der Geschichte zu folgen und die Seiten fliegen nur so dahin. Zuträglich dabei ist auch der spannende Inhalt. Violet und ihre Freunde vermuten, dass der ganze Müll in ihrer Bucht von der kleinen Urlaubsinsel gegenüber kommt. Nach einigen verdeckten Nachforschungen verdächtigen sie die verantwortlichen Müllmänner, ihre Arbeit nicht ordentlich zu erledigen. Bei diesen Szenen gibt es einen leichten Spannungsbogen, der neugierig macht auf das weitere Geschehen. Zudem ist hierbei positiv hervorzuheben, dass die Autorin den Umweltschutz zu dem Hauptthema ihres Buches gemacht hat. Den kleinen Lesern und Leserinnen werden durch die Beschreibungen bewusst gemacht, welche unschönen Auswirkungen nachlässiger Umgang mit der Natur hat. Sie werden indirekt dazu angehalten, ihren Müll nicht einfach irgendwohin zu schmeißen, sondern fachgerecht zu entsorgen. Ein schönes Beispiel hierbei ist die Sezen, in der eine kleine Robbe droht an einem der Abfälle zu ersticken. Doch zum Glück kann Violets Opa sie retten. Solche Inhalte regen die Kinder zum Nachdenken an und schaffen schon in frühen Jahren einen reflektierten Umgang mit der Natur. Auch das Thema Freundschaft spielt indirekt eine große Rolle in dem Buch. Nur Zusammen schaffen Violet und die Zwillinge es, den tatsächlichen Umweltverschmutzer zu entlarven. Dabei erleben die kleinen Leser und Leserinnen am Ende eine überraschende Wendung. Denn es sind doch nicht die Müllmänner, die sich etwas zu Schulden kommen haben lassen.
Da Violet die Gabe hat, mit Hilfe der richtigen Blumen ein wenig zu zaubern, findet sich auch in diesem Band die gewisse Prise Magie wieder. Durch das Zittergras entfaltet sich ein Wahrheitszauber, der den Übeltäter dazu bringt, ein Geständnis abzulegen. Hierbei ist es besonders schön, dass der magische Anteil nicht im Vordergrund der ganzen Geschichte steht. Er ist eher Mittel zum Zweck und macht das Buch noch ein wenig Interessanter. Die meiste Zeit über bleibt es eine Geschichte, die nahe an der Realität spielt. Dadurch kann man leicht in das Geschehen hineintauchen. Zudem sind auch die einzelnen Charaktere wunderbar authentisch beschrieben. Violet ist liebenswürdig, kann aber auch einmal die Nerven verlieren und sich über den ständig plappernden Wellensittich aufregen. Jack, die Sportskanone, ist eigentlich ein Mädchen, hält von diesen aber nicht so viel und will daher lieber wie ein Junge behandelt werden. Ihr Zwillingsbruder Zack ist ein sehr ausgeglichener Charakter, der es versteht, die überhitzten Gemüter zu beruhigen. Aber auch Violets Großeltern, ihre Tanten und die ganze Familie sind liebe Personen, die man selbst gerne als Verwandtschaft hätte. Nicht zu Letzt sind auch die tierischen Freunde sehr facettenreich, lustig und frech und runden die Geschichte wunderbar ab.
Durch kleine Illustrationen von Joelle Tourlonias wird die Lesefreude noch zusätzlich verstärkt. Die warmen Farbtöne der digitalen Illustrationen strahlen eine gewisse Ruhe aus und ergänzen das Buch harmonisch.
Ganz am Ende des Buches findet sich dazu noch eine Anleitung, um Bienenwachstücher selbst herzustellen. So können die Kinder ganz einfach die Initiative ergreifen und einen Teil zur Nachhaltigkeit beitragen. Eine sehr schöne Idee.
Fazit
Mit ihrem Buch Der magische Blumenladen – Hilfe per Eulenpost ist Gina Mayer eine wunderbare Fortsetzung der erfolgreichen Reihe gelungen. Durch das zentrale Thema, dem Umweltschutz, lernen die Kinder in der Geschichte viel über dessen Bedeutung, ohne dass sie mit der Nase darauf gestoßen werden. Spannende Handlungen und eine überraschende Wendung am Schluss machen das Buch zu einem wahren Lesevergnügen, und lassen die Kinder das Buch in einem Rutsch durchlesen. Ideal für Fans der Reihe ab acht Jahren oder geübte jüngere Leser und Leserinnen und auch für alle, die die Bücher noch nicht kennen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2020

Mia auf Wolke Sieben

Mia 13: Mia und die Li-La-Liebe
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Mia und die Li-La-Liebe



Da kribbelt es im Bauch und eine lavaähnliche Hitzewelle steigt einem in den Hals. Solche Gefühle wird jeder einmal früher oder später kennenlernen. Dann ist man das erste Mal ...

Mia und die Li-La-Liebe



Da kribbelt es im Bauch und eine lavaähnliche Hitzewelle steigt einem in den Hals. Solche Gefühle wird jeder einmal früher oder später kennenlernen. Dann ist man das erste Mal ein wenig verliebt, so wie Mia. Doch das mit der Liebe scheint gar nicht so einfach…



Susanne Fülscher: Mia und die Li-La-Liebe.
Carlsen Verlag, 1. April 2020
242 Seiten, 9,99 €.
ISBN 978-3551650788
Empfohlen ab 4 Jahren.



Inhalt:

Mia ist das erstmal verliebt. Und dass, obwohl sie Max eigentlich kaum kennt. Doch die komischen Gefühle und ihr seltsames Verhalten, sind eindeutige Merkmale. Ihre Freundin Jette ist ganz aus dem Häuschen, dass Mia nun endlich versteht, wie sie sich sonst immer fühlt, wenn sie sich wieder einmal verguckt hat. Klar, dass sie Mia unbedingt dabei helfen muss, Max näher kennenzulernen. So schmieden die Beiden Pläne und heften sich an Max Versen. Als Max ihnen auf die Schliche kommt, scheint er erst nicht sonderlich begeistert, verfolgt zu werden. Doch bei einem ersten gemeinsamen Treffen von Mia und ihm, wird schnell klar, dass er das Mädchen auch ganz schön nett findet. Wärend Mia auf Wolke Sieben schwebt, kreiselt es bei ihren anderen Freundinnen in Sachen Liebe. Doch mit Mias und Jettes Hilfe bekommen sie auch diese Probleme gelöst. Als dann auch noch Leonie mit einer Schwärmerei für einen Jungen anfängt, obwohl sie ansonsten doch gar nichts für das andere Geschlecht übrig hat, scheinen wirklich alle von dem Thema Liebe umgeben zu sein. Nur Jette genehmigt sich, genau ungewöhnlich für sie, dabei eine Pause.

Kritik:

Susanne Fülscher beschreibt einfühlsam und authentisch, wie sich das erste Verliebtsein anfühlt. Dabei gelingt es ihr, das Buch möglichst nahe der Realität anzupassen und nicht, wie in vielen anderen Liebesgeschichten, allzu viel Herzschmerz oder übertriebene Liebesanwandlungen einfließen zu lassen. Zwar spielt die Liebe in diesem dreizehnten Band der erfolgreichen Mia-Reihe, eindeutig die Hauptrolle, durch Nebenhandlungen und humorvolle Erzählungen bleibt es jedoch abwechslungsreich und nicht zu einseitig. Mia und Jette versuchen Max nachzuspionieren, um mehr über ihn herauszufinden. Dabei geht so einiges schief und Jettes verrückte Einfälle bringen die Leser und Leserinnen zum Schmunzeln. Schön ist zudem, dass vor allem auch die Freundschaft wieder eine zentrale Rolle spielt. Mia und ihre Freundinnen halten zusammen und gemeinsam helfen sie sich gegenseitig bei ihren vertrackten Liebesproblemen. Gekonnt lässt die Autorin auch gesellschaftlich wichtige Themen, wie den Umweltschutz einfließen. Mia und ihre Freundinnen engagieren sich in einer Jugendgruppe, helfen beim Müll aufsammeln und achten auch sonst darauf, wenig Plastik zu gebrauchen und nachhaltiger zu leben. Dass das aber nicht immer umsetzbar ist, zeigen dabei kleine Alltagsmomente. So schlemmen die Mädchen trotzdem weiterhin Lakritzschnecken aus Plastiktüten, wie normale Kinder auch. Trotzdem wird einem beim Lesen bewusst, dass es die kleinen Dinge sind, die einen Unterschied ausmachen können und dass der Gedanke und der Wille zählen. Neben diesem Aspekt wird auch das Thema Trisomie 21 aufgegriffen. Max kleine Schwester hat dieses Gendefekt. Zusammen besuchen sie daher eine Inklusionsspielgruppe, bei der gesunde Kinder mit Kindern mit Behinderungen zusammenspielen. Ein schöner Gedanke, der bei den Lesern und Leserinnen die Akzeptanz und Toleranz fördert und vermittelt, dass jeder Mensch auf der Welt gleich wertvoll ist. Humorvolle Passagen und der allgemeine Mia-Trubel, in dem auch ihre flippige Oma nicht fehlen darf, runden das Buch harmonisch ab.
auffällig waren ein paar Wörter und Sätze, die teilweise sehr oft vorkamen und sich doppelten. So kam das Wort „tirilieren“ mehrfach in kurzen Abständen hintereinander vor, was beim Lesen ein wenig nervend auffiel.
Sehr schade ist zudem, dass sich in der Ausgabe (Stand April 2020, 1. Auflage) sehr viele Rechtschreib-, Grammatik- und Sinnfehler finden. Vierzehn Fehler fallen unschön und ziemlich deutlich auf, sodass der Verdacht entsteht, dass es sich um ein Mängelexemplar handelt, was jedoch nicht der Fall ist.
Sehr schön gelungen hingegen ist wieder einmal das Cover und das Vor- und Nachsatzpapier von Dagmar Henze. Die typischen runden Blasen, in denen die verschiedenen Personen des Buches vorgestellt werden und die Leser und Leserinnen auch schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Handlung der Geschichte bekommen, mach wirklich große Freude. Zudem ist das Cover mit Glanzlack veredelt, was das Buch auch haptisch und optisch hervorstechen lässt.

Fazit:

Mia und die Li-La-Liebe ist eine gelungene Vorsetzung der bisherigen Mia-Reihe, die authentisch und einfühlsam das Thema Liebe beschreibt. Durch die Kombination von humorvollen Passagen, wichtigen Themen und leichten Alltagsbegebenheiten ist auch dieser Band eine schöne Lektüre, die sich leicht und mit viel Freude lesen lässt. Mir persönlich haben die vorherigen Bücher besser gefallen, was jedoch einzig dem Thema zu schulden ist. Wirklich schade und zu kritisieren bleibe die vielen Fehler im Buch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2020

Wunderschöne Mutmach-Reime

Was du nicht alles kannst!
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In der heutigen Zeit, wo alles schneller, effizienter und vor allem besser gehen muss, wird Kindern viel zu selten die Bedeutsamkeit ihrer eigenen Fähigkeiten und Fantasie bewusst gemacht. Dieses Buch ...

In der heutigen Zeit, wo alles schneller, effizienter und vor allem besser gehen muss, wird Kindern viel zu selten die Bedeutsamkeit ihrer eigenen Fähigkeiten und Fantasie bewusst gemacht. Dieses Buch schätzt auch die kleinen Dinge wert und verbreitet damit jede Menge Lebensfreude.

Bell, Davina (Text); Colpoys, Allison (Bild): Was du nicht alles kannst!
A. d. Englischen von Kathrin Köller.
Insel, Frankfurt, 2020.
32 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-458-17860-6.
Empfohlen ab 3 Jahren.
Inhalt

Lesen können, in der Natur kleine Käfer entdecken, basteln, spielen, andere Leute trösten. Sich für Dinge interessieren, neugierig sein, Träume haben und sich in fantasievolle Welten begeben. All diese unscheinbar wirkenden Fähigkeiten von Kindern geraten allzu oft ins Hintertreffen. In einer Welt, in der Erfolg großgeschrieben wird, macht dieses Buch aufmerksam auf diese wichtigen, kleinen Eigenschaften.



Kritik

Das Buch Was du nicht alles kannst!, geschrieben von Davina Bell, ist ein lebensfrohes Mutmach-Buch. In liebevollen, kurzen Reimen wird den jungen Leserinnen und Lesern aufgezeigt, dass all ihre Eigenschaften, scheinen sie auch noch so bedeutungslos, sehr wertvoll sind und sie einzigartig machen. Dabei werden Charakterzüge mit ungewöhnlichen Tätigkeiten verknüpft.
So heißt es:

"Du bist schlau, weil du dich traust
und aus Kisten Boote baust." (o.S.)

Auch werden Fantasie und Träumereien positiv hervorgehoben.

"Ihr denkt euch tolle Spiele aus,
du träumst dich in die Welt hinaus." (o.S.)

Zudem wird Kindern vermittelt, dass allein ihre Fähigkeiten zählen und sie sich nicht mit denen anderer vergleichen oder gar messen sollten.
Durch diese schönen, gehaltvollen Texte wird nicht nur den kleinen, sondern vor allem auch den großen Lesern und Leserinnen wieder einmal die Bedeutsamkeit all dieser Fähigkeiten bewusst gemacht. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Digitalisierung und damit auch die Schnelllebigkeit immer mehr Raum einnimmt, geraten Fantasie und Träumereien zu oft in Vergessenheit. Zeit, den eigenen Interessen nachzugehen, zu malen oder zu basteln, bleibt selten. Durch die wunderbaren, farbenfrohen und freundlichen Zeichnungen der Illustratorin Allison Colpoys werden die Aussagen nicht nur verstärkt, sondern sie regen zugleich die Fantasie an. Da sitzt ein kleines Kind auf einem Ast, umgeben von winzigen Feen. Ein Junge tröstet einen Dinosaurier und ein verkleidetes Mädchen lädt ein schüchternes Monster zum Spielen ein. Die Illustrationen spiegeln eine unbeschwerte Kindheit wider, wie sie, wortwörtlich, im Bilderbuch zu finden ist. Die Kinder auf den Bildern erforschen neugierig die Natur oder reiten in ihren Träumen auf einem Drachen.

Durch eine bunte Mischung aus verschiedenen Szenarien, angefangen im Dschungel, über den Zoo bis hin zur Feenwelt, spricht das Buch Mädchen und Jungen gleichermaßen an. Auf Geschlechtergleichheit wurde auch in den Texten ein Augenmerk gelegt. Oft werden die Leser und Leserinnen mit "Du" angesprochen, ansonsten ist es mal eine "Sie", dann wieder ein "Er". Besonders schön ist zudem, dass am Ende noch einmal alle Illustrationen, die die verschiedenen Charakterzüge und Fähigkeiten der Kinder verkörpern, zusammenkommen. Dabei bekommt man einen guten Überblick darüber, was man nicht alles kann.

Bei ihrem Zeichenstil verzichtet Allison Colpoys auf harte Konturen und setzt stattdessen auf Farbe, mit der die einzelnen Komponenten abgegrenzt werden. Dadurch entsteht ein schöner Kontrast. Farblich sind die Zeichnungen hauptsächlich in Blau, Grün und Orange gehalten. Beim ersten Durchblättern wirkt vor allem letztere Farbe sehr grell, wie ein Textmarker. Doch durch gekonnt gesetzte Akzente und ein geschultes Auge für schöne Farbkompositionen gelingt es der Illustratorin wunderbar, lebensfrohe Seiten zu gestalten.

Fazit

Gemeinsam haben Davina Bell und Allison Colpoys mit Was du nicht alles kannst! ein Buch geschaffen, dass Mut macht, Freude am Leben verbreitet und vor allem stolz macht, auf all die kleinen und großen Dinge, die man selbst kann. Eine Geschichte, die in jedes Kinderzimmer gehört und auch in den Bücherregalen der Erwachsenen stehen sollte. Zum Vorlesen ideal für Kinder ab drei Jahren oder zum selbst lesen für alle, die manches Mal an ihren eigrnen Fähigkeiten und Werten zweifeln.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2020

Mysteriös und fantastisch

Das Rätsel von Ainsley Castle
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Das Rätsel von Ainsley Castle
Eine abgelegene Insel, eine böse Stiefmutter, eine Doppelgängerin und schließlich eine verrückte Autorin. Kurz: Ein mysteriöses und spannendes Abenteuer.

Rahlens, Holly-Jane: ...

Das Rätsel von Ainsley Castle
Eine abgelegene Insel, eine böse Stiefmutter, eine Doppelgängerin und schließlich eine verrückte Autorin. Kurz: Ein mysteriöses und spannendes Abenteuer.

Rahlens, Holly-Jane: Das Rätsel von Ainsley Castle.
Rowohlt Taschenbuch, 10 März 2020.
320 Seiten, 15,00 €.
ISBN 978-3499217470.
Empfohlen ab 11 Jahren.

Inhalt
Lizzy hat schon viel daran zu knabbern, dass sie mit ihrem Vater in ein Hotel auf eine kleine Insel gezogen ist und eine neue Stiefmutter vor die Nase gesetzt bekommen hat. Doch damit nicht genug. Auf einmal bekommt sie unheimliche E-Mails von einem unbekannten Absender, der genau zu wissen scheint, was sie gerade macht, wie sie sich fühlt und was für Gedanken ihr im Kopf herumspucken. Noch mysteriöser wird es allerdings, als Lizzy feststellen muss, dass der Absender auch in die Zukunft schauen kann. In ihrer Not vertraut sie sich dem Computergenie Mack an, der ihr bereitwillig hilft. Als dann aber auch noch eine Doppelgängerin auftaucht und sich herausstellt, dass Lizzy ein Charakter in der Geschichte einer verrückten Autorin ist, schweben Mack und Lizzy in Lebensgefahr. Nur mit viel Mut, Zusammenhalt und vor allem Macks Genie schaffen sie es, hinter das Geheimnis der Ereignisse zu kommen und Lizzy aus den Klauen der Autorin zu befreien.

Kritik
In ihrem Buch „Das Rätsel von Ainsley Castle“ erschafft die Autorin Holly-Jane Rahlens ein durch und durch fantastisches Abenteuer. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass mit Lizzy etwas nicht stimmt. Ihr ist ständig schwindelig und unwohl. Was harmlos beginnt, nimmt in der Geschichte schnell an Fahrt auf. Bald schon bekommt das Mädchen die ersten unheimlichen E-Mails zugesendet. Dadurch, dass die Autorin auf lange Einleitungen verzichtet, ist die Geschichte von Anfang an spannend und fesselt den Leser an ihren Inhalt. Auch, dass im weiteren Verlauf immer wieder neue, unerwartete Wendungen passieren, keine unnötigen Passagen auftreten, in denen nichts passiert, hält den Spannungsbogen hoch. Nach den ersten mysteriösen Nachrichten vertraut sich Lizzy dem Computer Genie Mack an, wodurch ein neuer vielschichtiger Charakter in das Geschehen miteinbezogen wird. Mit Lizzys Doppelgängerin erschafft die Autorin einen Kontrast zu der eher ungestümen Lizzy. Denn ihre Doppelgängerin ist in den meisten Dingen ihr genaues Gegenteil. Immer wieder wird ein Abgleich der beiden Charaktere geschaffen, wodurch Lizzys Ecken und Kanten deutlich werden. Dabei wird nicht nur ihr, sondern auch dem Leser aufgezeigt, dass es sich manchmal durchaus lohnt, seine eigenen Handlungen und Einstellungen zu hinterfragen. Die Geschichte spitzt sich weiter zu, als sich herausstellt, dass eine unbekannte Autorin die Macht besitzt, Lizzys Leben als Teil ihres Romanes, zu bestimmen. Trotz Lebensgefahr halten Lizzy, ihre Doppelgängerin und vor allem Mack zusammen. Hier spielt das Thema Freundschaft und Zusammenhalt eine zentrale Rolle, welches die Autorin immer wieder hervorhebt. Gemeinsam schaffen die drei es, Lizzy aus den Klauen der Autorin zu befreien. Hierbei zeigt sich eine Tiefe der Geschichte, die bisher nur zu erahnen war. Es stellt sich heraus, dass die Autorin selbst auch eine Version von Lizzy ist, die aus einer Parallelwelt stammt. Diese Tiefgründigkeit ist sehr interessant, bleibt jedoch trotzdem ein wenig verwirrend und scher zu durchblicken. Am Ende des Buches bleibt das Gefühl, die Geschichte nicht in ganzem Umfang erfasst zu haben. Dafür kamen zu viele Wendungen und Aufklärungen in zu kurzen Abschnitten und wurden nicht ausführlich genug erklärt. Man fragt sich, ob man wirklich alles verstanden hat und wie viele Parallelwelten und Versionen von Lizzy es wohl geben mag. Auch bezüglich der unheimlichen Albträume oder Visionen, die Lizzy plagen, bleiben die Leser und Leserinnen im Unklaren. Hier wären eine ausführlichere Erklärung und Beschreibung angebracht gewesen. In Anbetracht der offenen Fragen, wäre ein weiterer Band, der an eine der anderen Welten anknüpft und die Geschehnisse näher beleuchtet, durchaus denkbar.
Die Charaktere hingegen sind gut durchdacht und begeistern mit vielen Facetten. Wärend Lizzy von Anfang an sympathisch ist, mit ihrem ungestümen Wesen, der Abneigung gegenüber der Stiefmutter und ihrer saloppen Art, wird man mit ihrer Doppelgängerin erst langsam warm. Diese wirkt zuerst wie das nette Mädchen von neben an. Sie versteht sich gut mit der Stiefmutter, versucht es allen recht zu machen und ist immer nett. Im laufe der Geschichte zeigen sich jedoch auch an ihren gewisse Eigenheiten, sowie Ecken und Kanten. Dadurch schließen die Leser und Leserinnen auch sie ins Herz. Wärend die beiden Lizzys umfangreich charakterisiert werden, bleibt Mack immer ein wenig geheimnisvoll. Seine Gedanken behält das Computergenie meist für sich, sodass man keinen Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Diese Tatsache macht Mack als Person sehr interessant. Die anderen Personen in dem Buch werden größtenteils nur oberflächlich beschrieben, was für die Handlung jedoch völlig ausreichend ist. Einzig, was es mit der Hauswirtschaftlerin auf sich hat, hätte noch beschrieben werden können. Durch ihre geheimnisvollen Andeutungen, die auch einen gewissen Blick in die Zukunft erahnen lassen, wirkt sie mysteriös. Hier bleibt es den Lesern und Leserinnen selbst überlassen, sich auszumalen, ob und in wie fern sie etwas mit dem ganzen Geschehen zu tun hat.

Fazit:
„Das Rätsel von Ainsley Castle“ ist ein spannendes Buch, dass den Lesern und Leserinnen sehr viel Fantasie und Vorstellungsvermögen abverlangt. Durch die Tiefgründigkeit der Geschichte ist die Handlung zwar spannend, bleibt jedoch auch etwas diffus und verworren. Ein Abenteuer mit vielseitigen Charakteren, abwechslungsreichen Wendungen und viel Kreativität. Wer sich nicht an dem Gefühl stört, die Geschichte nicht ganz begriffen zu haben und ein etwas offenes und mysteriöses Ende mag, der wird dieses Buch mögen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere