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Veröffentlicht am 24.03.2020

Mysteriös und fantastisch

Das Rätsel von Ainsley Castle
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Das Rätsel von Ainsley Castle
Eine abgelegene Insel, eine böse Stiefmutter, eine Doppelgängerin und schließlich eine verrückte Autorin. Kurz: Ein mysteriöses und spannendes Abenteuer.

Rahlens, Holly-Jane: ...

Das Rätsel von Ainsley Castle
Eine abgelegene Insel, eine böse Stiefmutter, eine Doppelgängerin und schließlich eine verrückte Autorin. Kurz: Ein mysteriöses und spannendes Abenteuer.

Rahlens, Holly-Jane: Das Rätsel von Ainsley Castle.
Rowohlt Taschenbuch, 10 März 2020.
320 Seiten, 15,00 €.
ISBN 978-3499217470.
Empfohlen ab 11 Jahren.

Inhalt
Lizzy hat schon viel daran zu knabbern, dass sie mit ihrem Vater in ein Hotel auf eine kleine Insel gezogen ist und eine neue Stiefmutter vor die Nase gesetzt bekommen hat. Doch damit nicht genug. Auf einmal bekommt sie unheimliche E-Mails von einem unbekannten Absender, der genau zu wissen scheint, was sie gerade macht, wie sie sich fühlt und was für Gedanken ihr im Kopf herumspucken. Noch mysteriöser wird es allerdings, als Lizzy feststellen muss, dass der Absender auch in die Zukunft schauen kann. In ihrer Not vertraut sie sich dem Computergenie Mack an, der ihr bereitwillig hilft. Als dann aber auch noch eine Doppelgängerin auftaucht und sich herausstellt, dass Lizzy ein Charakter in der Geschichte einer verrückten Autorin ist, schweben Mack und Lizzy in Lebensgefahr. Nur mit viel Mut, Zusammenhalt und vor allem Macks Genie schaffen sie es, hinter das Geheimnis der Ereignisse zu kommen und Lizzy aus den Klauen der Autorin zu befreien.

Kritik
In ihrem Buch „Das Rätsel von Ainsley Castle“ erschafft die Autorin Holly-Jane Rahlens ein durch und durch fantastisches Abenteuer. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass mit Lizzy etwas nicht stimmt. Ihr ist ständig schwindelig und unwohl. Was harmlos beginnt, nimmt in der Geschichte schnell an Fahrt auf. Bald schon bekommt das Mädchen die ersten unheimlichen E-Mails zugesendet. Dadurch, dass die Autorin auf lange Einleitungen verzichtet, ist die Geschichte von Anfang an spannend und fesselt den Leser an ihren Inhalt. Auch, dass im weiteren Verlauf immer wieder neue, unerwartete Wendungen passieren, keine unnötigen Passagen auftreten, in denen nichts passiert, hält den Spannungsbogen hoch. Nach den ersten mysteriösen Nachrichten vertraut sich Lizzy dem Computer Genie Mack an, wodurch ein neuer vielschichtiger Charakter in das Geschehen miteinbezogen wird. Mit Lizzys Doppelgängerin erschafft die Autorin einen Kontrast zu der eher ungestümen Lizzy. Denn ihre Doppelgängerin ist in den meisten Dingen ihr genaues Gegenteil. Immer wieder wird ein Abgleich der beiden Charaktere geschaffen, wodurch Lizzys Ecken und Kanten deutlich werden. Dabei wird nicht nur ihr, sondern auch dem Leser aufgezeigt, dass es sich manchmal durchaus lohnt, seine eigenen Handlungen und Einstellungen zu hinterfragen. Die Geschichte spitzt sich weiter zu, als sich herausstellt, dass eine unbekannte Autorin die Macht besitzt, Lizzys Leben als Teil ihres Romanes, zu bestimmen. Trotz Lebensgefahr halten Lizzy, ihre Doppelgängerin und vor allem Mack zusammen. Hier spielt das Thema Freundschaft und Zusammenhalt eine zentrale Rolle, welches die Autorin immer wieder hervorhebt. Gemeinsam schaffen die drei es, Lizzy aus den Klauen der Autorin zu befreien. Hierbei zeigt sich eine Tiefe der Geschichte, die bisher nur zu erahnen war. Es stellt sich heraus, dass die Autorin selbst auch eine Version von Lizzy ist, die aus einer Parallelwelt stammt. Diese Tiefgründigkeit ist sehr interessant, bleibt jedoch trotzdem ein wenig verwirrend und scher zu durchblicken. Am Ende des Buches bleibt das Gefühl, die Geschichte nicht in ganzem Umfang erfasst zu haben. Dafür kamen zu viele Wendungen und Aufklärungen in zu kurzen Abschnitten und wurden nicht ausführlich genug erklärt. Man fragt sich, ob man wirklich alles verstanden hat und wie viele Parallelwelten und Versionen von Lizzy es wohl geben mag. Auch bezüglich der unheimlichen Albträume oder Visionen, die Lizzy plagen, bleiben die Leser und Leserinnen im Unklaren. Hier wären eine ausführlichere Erklärung und Beschreibung angebracht gewesen. In Anbetracht der offenen Fragen, wäre ein weiterer Band, der an eine der anderen Welten anknüpft und die Geschehnisse näher beleuchtet, durchaus denkbar.
Die Charaktere hingegen sind gut durchdacht und begeistern mit vielen Facetten. Wärend Lizzy von Anfang an sympathisch ist, mit ihrem ungestümen Wesen, der Abneigung gegenüber der Stiefmutter und ihrer saloppen Art, wird man mit ihrer Doppelgängerin erst langsam warm. Diese wirkt zuerst wie das nette Mädchen von neben an. Sie versteht sich gut mit der Stiefmutter, versucht es allen recht zu machen und ist immer nett. Im laufe der Geschichte zeigen sich jedoch auch an ihren gewisse Eigenheiten, sowie Ecken und Kanten. Dadurch schließen die Leser und Leserinnen auch sie ins Herz. Wärend die beiden Lizzys umfangreich charakterisiert werden, bleibt Mack immer ein wenig geheimnisvoll. Seine Gedanken behält das Computergenie meist für sich, sodass man keinen Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Diese Tatsache macht Mack als Person sehr interessant. Die anderen Personen in dem Buch werden größtenteils nur oberflächlich beschrieben, was für die Handlung jedoch völlig ausreichend ist. Einzig, was es mit der Hauswirtschaftlerin auf sich hat, hätte noch beschrieben werden können. Durch ihre geheimnisvollen Andeutungen, die auch einen gewissen Blick in die Zukunft erahnen lassen, wirkt sie mysteriös. Hier bleibt es den Lesern und Leserinnen selbst überlassen, sich auszumalen, ob und in wie fern sie etwas mit dem ganzen Geschehen zu tun hat.

Fazit:
„Das Rätsel von Ainsley Castle“ ist ein spannendes Buch, dass den Lesern und Leserinnen sehr viel Fantasie und Vorstellungsvermögen abverlangt. Durch die Tiefgründigkeit der Geschichte ist die Handlung zwar spannend, bleibt jedoch auch etwas diffus und verworren. Ein Abenteuer mit vielseitigen Charakteren, abwechslungsreichen Wendungen und viel Kreativität. Wer sich nicht an dem Gefühl stört, die Geschichte nicht ganz begriffen zu haben und ein etwas offenes und mysteriöses Ende mag, der wird dieses Buch mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2020

Mysteriös und fantastisch

Das Rätsel von Ainsley Castle
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Das Rätsel von Ainsley Castle
Eine abgelegene Insel, eine böse Stiefmutter, eine Doppelgängerin und schließlich eine verrückte Autorin. Kurz: Ein mysteriöses und spannendes Abenteuer.

Rahlens, Holly-Jane: ...

Das Rätsel von Ainsley Castle
Eine abgelegene Insel, eine böse Stiefmutter, eine Doppelgängerin und schließlich eine verrückte Autorin. Kurz: Ein mysteriöses und spannendes Abenteuer.

Rahlens, Holly-Jane: Das Rätsel von Ainsley Castle.
Rowohlt Taschenbuch, 10 März 2020.
320 Seiten, 15,00 €.
ISBN 978-3499217470.
Empfohlen ab 11 Jahren.

Inhalt
Lizzy hat schon viel daran zu knabbern, dass sie mit ihrem Vater in ein Hotel auf eine kleine Insel gezogen ist und eine neue Stiefmutter vor die Nase gesetzt bekommen hat. Doch damit nicht genug. Auf einmal bekommt sie unheimliche E-Mails von einem unbekannten Absender, der genau zu wissen scheint, was sie gerade macht, wie sie sich fühlt und was für Gedanken ihr im Kopf herumspucken. Noch mysteriöser wird es allerdings, als Lizzy feststellen muss, dass der Absender auch in die Zukunft schauen kann. In ihrer Not vertraut sie sich dem Computergenie Mack an, der ihr bereitwillig hilft. Als dann aber auch noch eine Doppelgängerin auftaucht und sich herausstellt, dass Lizzy ein Charakter in der Geschichte einer verrückten Autorin ist, schweben Mack und Lizzy in Lebensgefahr. Nur mit viel Mut, Zusammenhalt und vor allem Macks Genie schaffen sie es, hinter das Geheimnis der Ereignisse zu kommen und Lizzy aus den Klauen der Autorin zu befreien.

Kritik
In ihrem Buch „Das Rätsel von Ainsley Castle“ erschafft die Autorin Holly-Jane Rahlens ein durch und durch fantastisches Abenteuer. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass mit Lizzy etwas nicht stimmt. Ihr ist ständig schwindelig und unwohl. Was harmlos beginnt, nimmt in der Geschichte schnell an Fahrt auf. Bald schon bekommt das Mädchen die ersten unheimlichen E-Mails zugesendet. Dadurch, dass die Autorin auf lange Einleitungen verzichtet, ist die Geschichte von Anfang an spannend und fesselt den Leser an ihren Inhalt. Auch, dass im weiteren Verlauf immer wieder neue, unerwartete Wendungen passieren, keine unnötigen Passagen auftreten, in denen nichts passiert, hält den Spannungsbogen hoch. Nach den ersten mysteriösen Nachrichten vertraut sich Lizzy dem Computer Genie Mack an, wodurch ein neuer vielschichtiger Charakter in das Geschehen miteinbezogen wird. Mit Lizzys Doppelgängerin erschafft die Autorin einen Kontrast zu der eher ungestümen Lizzy. Denn ihre Doppelgängerin ist in den meisten Dingen ihr genaues Gegenteil. Immer wieder wird ein Abgleich der beiden Charaktere geschaffen, wodurch Lizzys Ecken und Kanten deutlich werden. Dabei wird nicht nur ihr, sondern auch dem Leser aufgezeigt, dass es sich manchmal durchaus lohnt, seine eigenen Handlungen und Einstellungen zu hinterfragen. Die Geschichte spitzt sich weiter zu, als sich herausstellt, dass eine unbekannte Autorin die Macht besitzt, Lizzys Leben als Teil ihres Romanes, zu bestimmen. Trotz Lebensgefahr halten Lizzy, ihre Doppelgängerin und vor allem Mack zusammen. Hier spielt das Thema Freundschaft und Zusammenhalt eine zentrale Rolle, welches die Autorin immer wieder hervorhebt. Gemeinsam schaffen die drei es, Lizzy aus den Klauen der Autorin zu befreien. Hierbei zeigt sich eine Tiefe der Geschichte, die bisher nur zu erahnen war. Es stellt sich heraus, dass die Autorin selbst auch eine Version von Lizzy ist, die aus einer Parallelwelt stammt. Diese Tiefgründigkeit ist sehr interessant, bleibt jedoch trotzdem ein wenig verwirrend und scher zu durchblicken. Am Ende des Buches bleibt das Gefühl, die Geschichte nicht in ganzem Umfang erfasst zu haben. Dafür kamen zu viele Wendungen und Aufklärungen in zu kurzen Abschnitten und wurden nicht ausführlich genug erklärt. Man fragt sich, ob man wirklich alles verstanden hat und wie viele Parallelwelten und Versionen von Lizzy es wohl geben mag. Auch bezüglich der unheimlichen Albträume oder Visionen, die Lizzy plagen, bleiben die Leser und Leserinnen im Unklaren. Hier wären eine ausführlichere Erklärung und Beschreibung angebracht gewesen. In Anbetracht der offenen Fragen, wäre ein weiterer Band, der an eine der anderen Welten anknüpft und die Geschehnisse näher beleuchtet, durchaus denkbar.
Die Charaktere hingegen sind gut durchdacht und begeistern mit vielen Facetten. Wärend Lizzy von Anfang an sympathisch ist, mit ihrem ungestümen Wesen, der Abneigung gegenüber der Stiefmutter und ihrer saloppen Art, wird man mit ihrer Doppelgängerin erst langsam warm. Diese wirkt zuerst wie das nette Mädchen von neben an. Sie versteht sich gut mit der Stiefmutter, versucht es allen recht zu machen und ist immer nett. Im laufe der Geschichte zeigen sich jedoch auch an ihren gewisse Eigenheiten, sowie Ecken und Kanten. Dadurch schließen die Leser und Leserinnen auch sie ins Herz. Wärend die beiden Lizzys umfangreich charakterisiert werden, bleibt Mack immer ein wenig geheimnisvoll. Seine Gedanken behält das Computergenie meist für sich, sodass man keinen Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Diese Tatsache macht Mack als Person sehr interessant. Die anderen Personen in dem Buch werden größtenteils nur oberflächlich beschrieben, was für die Handlung jedoch völlig ausreichend ist. Einzig, was es mit der Hauswirtschaftlerin auf sich hat, hätte noch beschrieben werden können. Durch ihre geheimnisvollen Andeutungen, die auch einen gewissen Blick in die Zukunft erahnen lassen, wirkt sie mysteriös. Hier bleibt es den Lesern und Leserinnen selbst überlassen, sich auszumalen, ob und in wie fern sie etwas mit dem ganzen Geschehen zu tun hat.

Fazit:
„Das Rätsel von Ainsley Castle“ ist ein spannendes Buch, dass den Lesern und Leserinnen sehr viel Fantasie und Vorstellungsvermögen abverlangt. Durch die Tiefgründigkeit der Geschichte ist die Handlung zwar spannend, bleibt jedoch auch etwas diffus und verworren. Ein Abenteuer mit vielseitigen Charakteren, abwechslungsreichen Wendungen und viel Kreativität. Wer sich nicht an dem Gefühl stört, die Geschichte nicht ganz begriffen zu haben und ein etwas offenes und mysteriöses Ende mag, der wird dieses Buch mögen.

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Veröffentlicht am 23.03.2020

Ganz nett

Irmelina Geisterkind - Das Geheimnis der Dorfeiche (Band 1)
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Irmelina Geisterkind – Das Geheimnis der Dorfeiche

Endlich ist es so weit! Irmelina bekommt ihr eigenes Geisterreich auf, das sie von nun an aufpassen muss. Doch als es nur die alte Dorfeiche ist, ist ...

Irmelina Geisterkind – Das Geheimnis der Dorfeiche

Endlich ist es so weit! Irmelina bekommt ihr eigenes Geisterreich auf, das sie von nun an aufpassen muss. Doch als es nur die alte Dorfeiche ist, ist die Enttäuschung groß. Aus Trotz und Langeweile beschließ sie, sich selbst ein Abenteuer zu suchen und freundet sich, verbotener Weise, mit dem Menschenmädchen Juna an. Wenn das kein aufregender Sommer wird…

Lydia Ruwe: Irmelina Geisterkind – Das Geheimnis der Dorfeiche.
Mit Illustrationen von Julia Birkandt.
Boje Verlag, 27 März 2020.
206 Seiten, 12,00 €.
ISBN 978-3-414-82568-1.
Empfohlen ab 8 Jahren.

Inhalt
Iremelina Geisterkind ist ein Naturgeist und endlich wird sie 10 Jahre alt. Das ist ein ganz besonderes Alter, denn nun bekommt sie ihr eigenes Geisterreich, auf dass sie aufpassen muss. Doch anstatt eine aufregende, neue Geisterwelt kennenzulernen, muss Irmelina von nun an auf die olle Dorfeiche aufpassen. Das findet das kleine Geistermädchen sterbenslangweilig und beschließt daher, sich ein eigenes Abenteuer zu suchen. So freundet sie sich, verbotener Weise, mit dem Menschenmädchen Juna an. Juna kommt die Begegnung mit Irmelina gerade recht. Sie hat Sommerferien und der Einzige, mit dem sie spielen kann, ist er nervige Nachbarsjunge Moritz. Zusammen denken sich Juna und Irmelina lustige Spiele aus, behaupten sich gegen doofe Jungs und haben jede Menge Spaß. Doch Moritz kommt Junas Geistergeheimnis gefährlich Nahe auf die Spur. Und Irmelina vernachlässigt ihr Geisterreich, bis die alte Eiche und damit ihr eigenes Geisterreich schließlich in großer Gefahr schwebt. Mit viel Mut und der unerwarteten Hilfe einer alten Dame, können die Beiden das Ruder noch einmal herumreisen. Dabei merkt Juna sogar, dass Moritz eigentlich gar nicht so nervig ist. Ihre geheime Freundschaft mit Irmelina, will sie trotzdem für sich behalten. Ob ihr das gelingt?

Kritik
Auf den ersten Blick klingt die Geschichte um Irmelina Geisterkind, von der Autorin Lydia Ruwe, und Juna wirklich aufregend und spannend. Dieser Eindruck wird jedoch leider nicht ganz bestätigt. Der Inhalt plätschert fast bis zur Hälfte des Buches eher so dahin, ohne dass große Ereignisse oder spannende Wendungen passieren. An sich wäre das nicht so schlimm, da es durchaus Bücher gibt, die ohne große Handlung auskommen und die Leser und Leserinnen mit Alltagsgeschichten in ihren Bann ziehen. Beispielhaft hierfür wäre das Buch „Edda aus dem Mosspfad“, der Autorin Jasmin Schaudin. In diesem machen vor allem die liebevollen und authentischen Charaktere, die Alltagsgeschichten zu einem wahren Leseerlebnis. Im Gegensatz dazu bleiben die Personen in „Irmelina Geisterkind“ eher etwas einseitig. Juna ist zwar durchaus ein sympathisches Mädchen und auch Moritz wird als nerviger Nachbarsjunge wirklich schön charakterisiert. Irmelinas Verhalten wird eher überspitzt dargestellt. Kleinste Kleinigkeiten bringen sie zum Todlachen, sodass sie sich auf dem Boden kugelt. Zudem ist sie sehr eigensinnig und wirkt naiv. Erst ab Mitte des Buches wird man mit Irmelina als Charakter etwas warm und kann mit ihr sympathisieren. Ab hier nimmt auch die Geschichte etwas mehr Fahrt auf. Für Juna wird es nun sehr schwer, sich heimlich mit Irmelina zu treffen, denn Moritz hat sie bei ihren Eltern beim Spielen außerhalb des Dorfes verpetzt. Auch Irmelina sitzen ihre Eltern im Nacken, denn sie wollen sie besuchen, um sich einen Eindruck ihres Geisterreiches zu machen. Dabei hat das Geistermädchen keinen Finger krumm gemacht, um dieses zu pflegen. Was sich langsam als ungutes Gefühl anbahnt, überschlägt sich gegen Ende des Buches mit einem größeren Unheil. Ein Blitz schlägt in die alte Eiche ein und setzt sie in Brand. Nur mit Mut und der Hilfe einer alten Dame aus dem Dorf schaffen es die Beiden, Irmelinas Geisterreich zu retten. Hier greift die Autorin ein wichtiges Thema auf. Dass es mutig ist, sich für Dinge einzusetzen und sich nicht einfach abwimmeln zu lassen. So setzt sich Juna für den Erhalt der Eiche ein, die ein geldgieriger Bauer nach dem Blitzeinschlag unnötigerweise fällen will. Generell spielt, wie so oft, Freundschaft eine weitere Rolle in der Geschichte, wird jedoch nicht extra hervorgehoben oder thematisiert. Auf weitere Appelle oder moralische Aspekte wird verzichtet. Dies kann jedoch durchaus positiv betrachtet werden, da das Lesen einer Lektüre nicht immer mit Beleherungen oder moralischen Aspekten verbunden sein muss. Der Bezug zur Natur sollte in diesem Buch wohl hervorgehoben werden, was durch den Aktivteil am Ende des Buches zu vermuten ist. In der Umsetzung hat das nicht recht funktioniert. Dass Irmelina ein Naturgeist ist und Juna und sie draußen spielen, bleibt der einzige Anknüpfungspunkt zu diesem Thema.
Ganz am Ende des Buches erfahren die Leser und Leserinnen etwas, dass Juna verborgen bleibt: Moritz hat sie und Irmelina beobachtet. Nun weiß er über ihr kleines Geistergeheimnis bescheid. Diese Wendung soll auf weitere Geschichten mit Juna und Irmelina neugierig machen. Was durchaus gelingt. Sollte in Folgebänden die Handlung frühzeitiger Fahrt aufnehmen und die Charaktere, wie gegen Ende des Buches, sympathischer beschreiben werden, wäre eine Fortsetzung durchaus interessant.
Hin und wieder finden sich ein paar kleine Illustrationen, gezeichnet von Julia Bikandt, zu der Geschichte. Diese sind ganz nett und hübschen das Buch ein wenig auf. Auffällig ist jedoch, dass diese oftmals sehr ähnlich, oder sogar identisch sind. Große Abwechslung oder Vielfalt ist dabei nicht gegeben.
Positiv hervorzuheben bleibt noch der kleine Wissens- und Aktivteil auf den letzten Seiten des Buches. Hier erfahren die Leser und Leserinnen interessante Fakten zu verschiedenen Bäumen und können mit einer Anleitung ein kleines Insektenhotel basteln. Eine wirklich schöne, thematisch passende Ergänzung.
Eine kleine Anmerkung noch zum Schluss:
Auf Seite 32 sollte es anstatt: „…, und der Ast auf dem Irmi lag, begann heftig wackeln.“
heißen: „…, und der Ast auf dem Irmi lag, begann heftig ZU wackeln.“

Fazit:
Das Buch „Irmelina Geisterkind – Das Geheimnis der Dorfeiche“ ist eine unterhaltsame Lektüre mit schönem Bezug zur Natur. Durch zwei Mädchen als Hauptcharaktere und doch etwas klischeehafte Abgrenzungen von Mädchen und Jungen, spricht dieses Buch eher die weibliche Zielgruppe an. Die Geschichte an sich zieht sich anfangs etwas in die Länge, sodass man erst ab Mitte des Buches mit ihr und den Charakteren richtig warm wird. Damit bleibt es ein nettes Buch für Zwischendurch, keines, dass unbedingt gelesen werden müsste.

  • Einzelne Kategorien
  • Spaß
Veröffentlicht am 23.03.2020

Fantastisches Bilderbuch

Max und Mux und der Riesenwunschpilz
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Max und Mux und der Riesenwunschpilz

Einmal ein richtiges Abenteuer erleben. Das ist der große Traum der Freunde Max und Mux. Als Max ein geheimnisvolles Buch entdeckt, geht dieser in Erfüllung und die ...

Max und Mux und der Riesenwunschpilz

Einmal ein richtiges Abenteuer erleben. Das ist der große Traum der Freunde Max und Mux. Als Max ein geheimnisvolles Buch entdeckt, geht dieser in Erfüllung und die Beiden machen sich auf in ein fantasievolles Abenteuer.

Schröder, Sven Maria: Max und Mux und der Riesenwunschpilz.
Boje Verlag, Februar 2020.
64 Seiten, 14,90 €.
ISBN 978-3-414-82563-6.
Empfohlen ab 4 Jahren.

Inhalt:
Max und Mux sind allerbeste Freunde und leben zusammen im Fabelwald. Da trifft es sich gut, dass ihre Baumhäuser nahe beieinanderstehen. Wenn dem einen langweilig ist, geht er einfach den anderen besuchen. Dann unternehmen sie immer lustige Dinge zusammen, lesen oder machen gemeinsam den Haushalt. Doch insgeheim träumen die Beiden davon, einmal ein richtiges Abenteuer zu erleben. Als Max auf ein geheimnisvolles Buch stößt, dass einer Art Schatzkarte gleicht, wird ihr Traum wahr. Denn wenn sie den geheimnisvollen Riesenwunschpilz rechtzeitig finden, haben sie einen Wunsch frei. Gemeinsam machen sich die Freunde auf den Weg, um den im Buch beschriebenen Riesenwunschpilz zu finden. Dabei müssen sie allerlei Mut beweisen. Denn der Weg führt nicht nur durch ein Labyrinth, sondern auch in den Dunkelwald, in dem die gefürchteten Riesen wohnen.
Kritik:
Das Buch „Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ von dem Autor und Illustrator Sven Maria Schröder begeistert von der ersten Seite an. Schon das Vorsatzpapier läutet die Geschichte mit einer Landkarte des Fabelwaldes ein, auf der die jungen Leserinnen und Leser den Weg von Max und Mux nachvollziehen können. Los geht es dann mit einer kleinen Einleitung dazu, wer Max und Mux überhaupt sind, wo und wie sie leben und wie sie sich gerne die Zeit vertreiben. Dadurch bekommen die Leserinnen und Leser einen schönen Überblick über die verschiedenen Charaktere der Geschichte. Dann nimmt die Handlung schnell an Fahrt auf, ohne dabei auf detaillierte Erzählungen zu verzichten. Durch diese geschickte Umsetzung bleibt die Aufmerksamkeit beim Lesen erhalten und man folgt gebannt dem Geschehen. Dieses bleibt durch abwechslungsreiche Ereignisse immer spannend. Erst wird es ein bisschen unheimlich, als Max und Mux in den gefürchteten Dunkelwald geraten, dann treffen sie auf ein vermeintlich böses Krawuschel und schließlich begegnen sie doch tatsächlich zwei echten Riesen. Bei all diesen Geschehnissen werden immer wieder Klischees und Vorurteile aufgedeckt. Das Krawuschel lockt Besucher nur deshalb in sein Labyrinth, da es so gerne Besuch bekommt. Auch die Riesen stellen sich als harmlos heraus, die ebenfalls Gefühle und eigene Sorgen und Probleme haben. Das Ende rundet die Geschichte harmonisch ab. Max und Mux haben den Riesenwunschpilz gefunden, wenn auch nicht rechtzeitig. Doch ihr eigentlicher Herzenswunsch ist trotzdem in Erfüllung gegangen: Sie haben ein richtiges Abenteuer erlebt. Zudem stellt sich heraus, dass das Buch, das die Beiden zu dem Wunschpilz geführt hat, einem der Riesen gehört. Dieser vermisst es schrecklich und so überlegen Max und Mux es, dem Riesen zurückzubringen. Dieser Schluss macht neugierig auf einen weiteren Band mit Max und Mux.
Die Charaktere selbst sind sehr sympathisch und authentisch gezeichnet. Während Max rundlich und abenteuerlustig ist, liest der schlanke Mux lieber in seinen Büchern. Trotzdem sind sie allerbeste Freunde, wodurch den Leserinnen und Lesern deutlich gemacht wird, dass Freunde auch unterschiedlich sein können. Auch dass man zusammen viel mehr erreichen kann als allein geht aus der Geschichte hervor. Max und Mux sowie ihre kleinen, vielzähligen, trierischen Freunde helfen sich immer gegenseitig und halten zusammen. So werden die beiden Abenteurer mit einem herzlichen Willkommen daheim begrüßt.
Neben der liebevollen Geschichte besticht das Buch mit seinen wunderschönen Illustrationen. Die Bilder erstrecken sich über die gesamte Größe der Seite und es sind zahlreiche kleine Details vorhanden. Diese gehen über die beschriebenen Ereignisse hinaus, sodass die kleinen und großen Leser und Leserinnen lange auf den Seiten verweilen können und immer wieder neue, teils lustige Zeichnungen entdecken können. Da fahren Mäuse mit einer Eisenbahn durch das Wohnzimmer oder haben sich in einer Nachtischschublade ein gemütliches Nachtlager eingerichtet. Es sind so viele Kleinigkeiten, dass manche erst bei einem zweiten Durchblättern auffallen.
Die Farben sind fröhlich, kräftig und bunt, ohne dabei grell oder aufdringlich zu wirken. Gekonnt gesetzte Schatten und Bewegungslinien lassen die Bilder lebendig wirken: eine perfekte Ergänzung zu den kurzen Textabschnitten. Durch die übergroßen 30 cm hohen Seiten lässt sich beim Vorlesen gut mithinein schauen, damit man die Illustrationen bestaunen kann.

Fazit:
Das Buch von Sven Schröder ist eine humorvolle, spannende und abenteuerliche Freundschaftsgeschichte. Liebevoll ausgearbeitete Charaktere und eine Handlung mit geschickt eingeflochtenen, pädagogischen Aspekten machen das Buch zu einem wahren Vorleseschatz. Zauberhafte, detaillierte Illustrationen begeistern nicht nur kleine Leser und Leserinnen. Ein wunderbares Buch, das einen mitnimmt auf eine fantasievolle Entdeckungsreise. Zum Vorlesen ab vier Jahren geeignet, aber auch zum Selberlesen für ältere Kinder empfohlen.

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Veröffentlicht am 09.03.2020

Interessantes Wissen - auch für Erwachsene

Tagesschau und Co. - Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen
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Tagesschau & Co. – Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen

Eigentlich wäre alles gut so wie es ist, findet Rikka. Doch dann geht plötzlich alles drunter und drüber und mit einem Mal steht ihre Welt ...

Tagesschau & Co. – Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen

Eigentlich wäre alles gut so wie es ist, findet Rikka. Doch dann geht plötzlich alles drunter und drüber und mit einem Mal steht ihre Welt Kopf. Nicht nur, dass ihre aller beste Freundin sich plötzlich verliebt und nur noch Tom im Kopf hat. Auch bei Rikka Zuhause läuft nicht alles glatt. Als Kind einer Patchwork-Familie fühlt sie sich nirgends wirklich dazugehörig. Und dann taucht da auch noch der neue Nachbarsjunge auf…

Welk, Sarah: Tagesschau & Co. – Wie Sender und Reaktionen Nachrichten machen.
Mit Illustrationen von Dunja Schnabel.
arsEdition GmbH, 24.02.2020.
128 Seiten, 15,00 €.
ISBN 978-3-8458-3240-1.
Empfohlen ab 10 Jahren.

Inhalt
Nachrichten finden sich überall. Egal, ob es sich dabei um eine SMS von einer Freundin handelt, ein Brief von der Tante oder um die Tageszeitung, die jeden Tag pünktlich im Briefkasten steckt. Doch Nachrichten sind nicht gleich Nachrichten. Nur ein Teil der Abermillionen Informationen und Neuigkeiten, die sekündlich auf der Welt entstehen, sind auch wirklich relevant. Und von diesen gibt es wiederum nur eine Handvoll, die wichtig genug erscheinen, um es in die großen Nachrichtenagenturen und schlussendlich in das Fernsehen oder die Zeitung zu schaffen. Doch wie werden diese Nachrichten ausgewählt? Und von wem? Welche Medien zeigen Nachrichten und warum? Viele Antworten auf diese Fragen, lustiges Wissen und interessante Fakten sind in diesem Buch zu finden.

Kritik
Sarah Welk kennt bringt als ehemalige NDR-Redakteurin nicht nur Branchenwissen mit. Als erfolgreiche Kinderbuchautorin versteht sie es zudem, Wissen in eine kindgerechte Form zu bringen. So erklärt sie in ihrem Buch „Tagesschau & Co. – Wie Sender und Reaktionen Nachrichten machen“ die wichtigsten Fakten rund um eben dieses Thema, auf einfache und verständliche Art und Weise. Dabei folgt das Buch einem roten Faden und beginnt mit ein paar geschichtlichen Fakten zu den ersten Nachrichtensendungen, allgemeinen Informationen zu wichtigen Begriffen und wie solche Nachrichten überhaupt erst entstehen. Dabei sind die einzelnen Bereiche immer in kurze Kapitel aufgeteilt, die nicht mehr als drei bis vier Seiten umfassen. Die Informationsflut hält sich also in Grenzen und das Wissen wird so gut wie möglich komprimiert. Das hat den großen Vorteil, dass die Leser und Leserinnen sich viel mehr Informationen behalten können und nicht mit unzähligem Wissen überfordert werden. Zuträglich sind hierbei zudem lustige oder interessante Fakten, die in kleinen Infoboxen zahlreich eingestreut werden. Man erfährt zum Beispiel, dass doch tatsächlich einmal ein Mann einen Polizeihund gebissen hat, die Queen einen Elefanten geschenkt bekam oder es die Stadt Saint-Louis-du-Ha! Ha! In Kanada gibt. Zudem kann man durch kleine Rätsel, mit Auflösung, sein Wissen testen.
Unterbrochen werden die einzelnen Abschnitte immer wieder durch interessante Interviews von Nachrichtenjournalisten, Sprechern oder Moderatoren, die man auch aus populären Sendungen kennt. In diesen erfährt man nicht nur spezifische Informationen zu deren Berufen, sondern auch allerlei private oder amüsante Fakten.
Durch das schöne Layout, farbige Gestaltung und viele comichaften Illustrationen und Bildern der Illustratorin Dunja Schnabel, lässt sich das gelesene viel einfacher visualisieren und bleibt länger im Gedächtnis erhalten. Zudem bereitet die schöne Aufmachung mit den farbigen Seiten wirkliche Lesefreude.
Dass der Inhalt von einer Expertin geschrieben wurde und auf geprüftem Wissen beruht merkt man nicht nur an dem gut aufbereiteten Wissen, sondern auch an den Quellenangeben, die hinten im Buch zu finden sind.
Fazit:
Mit dem Buch „Tagesschau & Co. – Wie Sender und Reaktionen Nachrichten machen“, ist der deutschen Autorin Sarah Welk ein Sachbuch gelungen, das nicht nur unterhaltsam ist, sondern zudem auf wissenschaftlicher Basis gekonnt die wichtigsten Informationen rund um das Thema Nachrichten und Journalismus vermittelt. Das Wissen ist dabei durch kurze Kapitel, einfache Erklärungen und Visualisierung kindgerecht aufbereitet. Durch spannende Fakten, Rätsel und witzige Anekdoten, sowie kurze Interviews bleibt es abwechslungsreich und regt zum Mitmachen und Mitdenken an. Die zahlreichen Illustrationen und das farbige Layout runden dieses Buch gekonnt ab. Für alle wissbegierigen kleinen und auch großen Leser und Leserinnen, die sich für das Thema Nachrichten und Co. interessieren ist dieses Buch eine wahre Bereicherung.

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