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Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider nicht so mitreißend wie erhofft

Poldark - Abschied von gestern
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Als Ross Poldark aus dem Krieg in Nordamerika zurück in seine Heimat Cornwall kommt, ist nichts so, wie er sich das erhofft hat. Denn sein Vater ist tot und der geerbte Besitz verwahrlost und heruntergewirtschaftet. ...

Als Ross Poldark aus dem Krieg in Nordamerika zurück in seine Heimat Cornwall kommt, ist nichts so, wie er sich das erhofft hat. Denn sein Vater ist tot und der geerbte Besitz verwahrlost und heruntergewirtschaftet. Zu allem Überfluss muss Ross außerdem feststellen, dass seine große Liebe Elizabeth, die er nach seiner Rückkehr eigentlich heiraten wollte, nun mit seinem Cousin Francis verlobt ist. Ross zieht sich zurück auf seinen Besitz. Erst als er Demelza, einem jungen Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, eine gewaltfreie Heimat gibt, findet auch Ross zurück ins Leben....

"Abschied von gestern" ist der erste Band der Poldark-Saga. Im Auftaktband lernt man die Poldark-Familie und ihre Lebensumstände kennen. Am Anfang ist es nicht ganz einfach, die vielen Personen, die nach und nach eingeführt werden, richtig zuzuordnen. Doch nach einer Weile hat man sich daran gewöhnt und kann der Handlung weniger konzentriert folgen.

Winston Graham beschreibt Handlungsorte und Gepflogenheiten sehr ausführlich. Man hat dadurch zwar ein umfassendes Bild vor Augen, doch zuweilen wirken die Beschreibungen recht ausufernd und verleiten zum Überfliegen der entsprechenden Szenen. Die Protagonisten werden ebenfalls detailliert beschrieben, dennoch fällt es schwer, eine Beziehung zu den Personen aufzubauen. Man beobachtet sie zwar interessiert, bleibt dabei jedoch auf Distanz und fiebert nicht richtig mit ihnen mit. Das ist leider auch bei den beiden Hauptprotagonisten Ross und Demelza so. Sie wirken zwar sympathisch, bleiben aber blass und nicht so richtig greifbar. Dennoch verfolgt man das Schicksal der Poldarks durchaus interessiert.

Der Schreibstil passt sehr gut zur damaligen Zeit. Man ist sich beim Lesen stets bewusst, dass es sich um einen historischen Roman handelt und eingeflochtene Gepflogenheiten sorgen außerdem für eine gelungene Atmosphäre.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen des ersten Bandes der Poldark-Saga recht gut unterhalten. Die Atmosphäre hat mir gut gefallen und die Handlung war durchaus interessant. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir gewünscht hätte, mehr mit den Protagonisten mitzufiebern. Denn leider habe ich das Ganze eher distanziert betrachtet. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch "nur" drei von fünf Sternchen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Für mich hätte es deutlich spannender sein dürfen

Lügenmauer. Irland-Krimi
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Als geschiedene, alleinerziehende Mutter, hat die Protestantin Emma Vaughan im katholischen Irland keinen leichten Stand in ihrem Beruf als Inspector bei der Mordkommission in Sligo. Und nun soll sie ausgerechnet ...

Als geschiedene, alleinerziehende Mutter, hat die Protestantin Emma Vaughan im katholischen Irland keinen leichten Stand in ihrem Beruf als Inspector bei der Mordkommission in Sligo. Und nun soll sie ausgerechnet den Mord an einem hochrangigen Kirchenmitglied aufklären. Anscheinend war Charles Fitzpatrick gut angesehen. Ein Motiv für seine Ermordung ist erstmal nicht in Sicht. Doch nach und nach stellt sich heraus, dass er längst nicht überall beliebt war. Emmas Vorgesetzter sitzt ihr im Nacken und will Ergebnisse sehen. Schließlich führt eine Spur in ein Kloster, in dem junge Mütter vor Jahrzehnten ihre unehelichen Kinder zur Welt brachten...


"Lügenmauer" ist der erste Fall für Emma Vaughan. Dadurch lernt man sie und ihren Partner James näher kennen. Emma ist allerdings keine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt, da sie es einem nicht ganz einfach macht. Ihre Tablettensucht beobachtet man eher skeptisch und bleibt deshalb auch etwas auf Distanz. Dennoch scheint sie das Herz auf dem richtigen Fleck zu haben und eigentlich ganz sympathisch zu sein.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dem Verlauf problemlos folgen. Der Fall selbst ist leider nicht besonders spannend und tritt eigentlich über große Teile des Buchs auf der Stelle. Man hat das Gefühl, dass es nicht richtig voran geht und dass man mit Details aus Emmas Privatleben hingehalten wird. Diese nehmen einen ziemlich großen Raum bei diesem Krimi ein. Es gibt allerdings auch Rückblicke in die Vergangenheit. Diese Einschübe, die sich mit einer jungen Frau, die durch eine Vergewaltigung Mutter wird, befassen, sorgen dafür, dass man trotzdem relativ interessiert bei der Stange bleibt. Denn man möchte gern erfahren, wie sich die unterschiedlichen Handlungsstränge miteinander verbinden. Die Auflösung überrascht dann durch eine Reaktion von Emma, die man so nicht erwarten konnte.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und da ich ein echter "Serien-Junkie" bin, freute ich mich sehr auf den Start einer neuen Krimireihe, die noch dazu in Irland angesiedelt ist. Leider konnte mich der Krimi aber nicht so richtig überzeugen, denn mir fehlte es hier deutlich an Spannung und Ermittlungsarbeit. Das Ganze plätscherte für mich eher so dahin. Ich vergebe deshalb auch eher verhaltene drei Bewertungssterne und bin nicht sicher, ob ich einen weiteren Fall dieser Ermittlerin lesen würde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Konnte mich leider nicht überzeugen

Der Nordseespuk
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Husum, 1843: Der Schreiber Peter Söt ist nach einem Kneipenbesuch auf dem Heimweg, als er im Hafenbecken einen goldenen Kelch entdeckt. Da er ihn nicht so einfach bergen kann, holt er sich eine Leiter. ...

Husum, 1843: Der Schreiber Peter Söt ist nach einem Kneipenbesuch auf dem Heimweg, als er im Hafenbecken einen goldenen Kelch entdeckt. Da er ihn nicht so einfach bergen kann, holt er sich eine Leiter. Als Söt mit der Leiter zurückkehrt, fehlt vom Kelch allerdings jede Spur. Dafür liegt nun die Leiche eines Mannes im Schlick. Söt informiert sofort seinen Arbeitgeber Theodor Storm von seinem Fund und geht mit ihm gemeinsam den Toten melden. Söt hat das Gefühl, dass er selbst in Verdacht gerät, etwas mit dem Tod des Mannes zu tun zu haben. Plötzlich gibt es einen zweiten Toten. Söt und Storm versuchen eine Verbindung zu finden und kommen dabei einer geheimnisvollen Sekte auf die Spur.....


Nach "Das Nordseegrab" ist "Der Nordseespuk" der zweite Fall, in dem der junge Anwalt Theodor Storm und sein Schreiber Peter Söt sich gemeinsam in Ermittlungen stürzen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man die Fälle auch unabhängig voneinander lesen.

Ohne große Eingewöhnungszeit, wird man gleich mitten ins düstere Geschehen geworfen. Denn man beobachtet, wie Peter Söt den Kelch bergen will und was dann daraus wird. Im Verlauf der Ereignisse trifft man dabei auf etliche Protagonisten, die leider über weite Teile der Handlung blass wirken, sodass es nicht ganz leicht ist, sie klar vor Augen zu haben und sich mit ihnen zu identifizieren. Das gilt leider auch für die beiden Hauptprotagonisten Söt und Storm. Söt wirkt zunächst sogar etwas unsympathisch und Storm agiert eher als Randfigur, sodass man ihn nur schlecht einschätzen kann. Deshalb fiebert man auch nicht so richtig mit den beiden mit und verfolgt ihre Bemühungen, die Todesfälle aufzuklären, eher distanziert. Die Handlung selbst plätschert auch eher gemächlich vor sich hin. Richtige Ermittlungen und spannende Momente gibt es leider kaum.

Die Atmosphäre ist allerdings sehr gelungen. Sie wirkt düster und bedrohlich. Man ist sicher außerdem stets bewusst, zu welcher Zeit sich die Handlung zuträgt, sodass man die historische Atmosphäre genießen und die damaligen Gepflogenheiten auf sich wirken lassen kann.

Krimis sind ja meine absoluten Favoriten und historische Romane lese ich ebenfalls mit großer Begeisterung. Deshalb freute ich mich bei diesem Band auf einen gelungenen Genre-Mix. Doch leider wurden meinen Erwartungen etwas enttäuscht, denn die Kriminalhandlung konnte mich nicht einen Moment in ihren Bann ziehen, da für mich keine wirkliche Spannung aufkam und auch die Protagonisten blieben für mich eher blass. Deshalb plätscherte die Handlung für mich zu sehr vor sich hin. Zum Ende hin gab es dann ja noch ein paar spannende Momente, doch die konnten mich dann auch nicht mehr überzeugen. Auf meiner persönlichen Leseskala erhält das Buch deshalb auch leider nur zwei von fünf Bewertungssternen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Definitiv nicht mein Thriller des Jahres

Dark Memories - Nichts ist je vergessen
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Jenny freut sich wahnsinnig auf eine Party, da sie dort einen Jungen treffen will, für den sie schwärmt. Doch der Abend endet vollkommen anders als gedacht. Denn Jenny verlässt überstürzt das Haus, in ...

Jenny freut sich wahnsinnig auf eine Party, da sie dort einen Jungen treffen will, für den sie schwärmt. Doch der Abend endet vollkommen anders als gedacht. Denn Jenny verlässt überstürzt das Haus, in dem die Party stattfindet, und kreuzt dabei den Weg eines Unbekannten, der sie im Wald brutal vergewaltigt. Damit Jenny vermeintlich unbeschwert weiterleben kann, entschließen sich ihre Eltern noch im Krankenhaus dazu, den Rat der Ärzte anzunehmen und Jennys Erinnerungen an die grausame Tat durch Medikamente auszulöschen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass Jenny ohne ihre Erinnerungen nicht damit beginnen kann, das Erlebte zu verarbeiten. Denn Jennys Körper hat nichts von dem vergessen, was im Wald geschah. Deshalb entschließt sie sich letztendlich dazu, mit einem Therapeuten, der auf solche Fälle spezialisiert ist, die Löschung ihrer Erinnerungen aufzuheben und sich gemeinsam mit ihm auf die Suche nach der Wahrheit zu machen....

Der Einstieg in den Roman gelingt nicht ganz mühelos, da man sich zunächst an die Erzählperspektive gewöhnen muss. Denn das Geschehen wird aus der Sicht des Therapeuten Alan Forrester geschildert. Dadurch hat man eine recht eingeschränkte Sicht auf die Dinge und muss sich mit dem zufrieden geben, was er preisgibt. Alan wahrt außerdem eine gewisse Distanz bei seiner Erzählung und deshalb fällt es schwer, eine Beziehung zu Jenny aufzubauen und sich ganz auf die Handlung einzulassen. Alan erklärt gerne und ausführlich seine Vorgehensweise bei Jennys Therapie und beleuchtet dabei auch das Familienumfeld genau. Das kann zuweilen schon etwas langatmig und zäh wirken. Man hat allerdings den Eindruck, dass das, was er dort über seine Arbeit als Psychotherapeut erzählt, gut recherchiert ist.

Leider wirkt Alan von Anfang an nicht sonderlich sympathisch und die wenigen Sympathiepunkte, die er zunächst noch hat, verspielt er im Lauf der Handlung komplett. Denn Alan ist nicht nur vollkommen überheblich, sondern gerät nach und nach in einen Gewissenskonflikt. Man hat beim Lesen ziemlich oft das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt und dass es nicht recht voran geht. Deshalb gerät man schon fast in Versuchung die Seiten zu überfliegen oder gar das gesamte Buch abzubrechen. Zum Glück gibt es dann aber entscheidende Wendungen, die doch noch etwas Spannung erzeugen. Wobei das eigentlich schon fast zu spät ist. Das Ende selbst ist überraschend und kann dann doch noch fesseln.

Die Aussage, dass dieses Buch der "Thriller des Jahres" sein soll, erweckt ziemlich hohe Erwartungen bei Spannungsfans. Das war bei mir natürlich ganz genauso. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich sofort gefragt habe, warum denn beim Thriller des Jahres die Genre-Einordnung "Roman" auf dem Cover zu lesen ist. Das hat mich gleich misstrauisch gemacht und meine hohen Erwartungen ein wenig heruntergeschraubt. Das war auch gut so, denn sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich enttäuscht abgebrochen. Der Einstieg war für mich ziemlich holprig und die Handlung konnte mich über weite Teile nicht fesseln. Erst eine überraschende Wendung konnte mich dann überzeugen, doch durchzuhalten und das Buch zu beenden. Die Auflösung selbst hat mich dann überrascht. Wobei mir insgesamt gesehen viel zu wenig Spannung geboten wurde. Ich vergebe deshalb gut gemeinte drei Bewertungssterne und eine eher eingeschränkte Leseempfehlung. Mein Thriller des Jahres war dieses Buch definitiv nicht!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Thriller mit Sogwirkung

Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken
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Jenny Milchman

Night Falls - Du kannst dich nicht verstecken

Thriller


Sandra Tremont führt ein scheinbar perfektes Leben. Die Ehe mit Ben ist noch immer glücklich und ihrer 15-jährigen Tochter fühlt ...

Jenny Milchman

Night Falls - Du kannst dich nicht verstecken

Thriller


Sandra Tremont führt ein scheinbar perfektes Leben. Die Ehe mit Ben ist noch immer glücklich und ihrer 15-jährigen Tochter fühlt sie sich, trotz gelegentlicher pubertärer Zickereien, sehr nah. Gemeinsam mit Hund Mac leben die Tremonts in einem echten Traumhaus mitten in der Natur. An einem Abend endet das harmonische Leben jedoch abrupt. Denn zwei fremde, gewaltbereite Männer dringen in das Haus ein, setzen Ben brutal außer Gefecht und nehmen Sandra und ihre Tochter gefangen. Als Sandra plötzlich erkennt, dass der eine Eindringling für sie kein Unbekannter ist, weiß sie, dass ihre Vergangenheit sie eingeholt hat. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt....

Der Einstieg in den Thriller verläuft eher gemächlich. Denn man beobachtet zunächst die Hauptprotagonistin Sandra und lernt sie und ihre Lebensumstände näher kennen. Da man ja weiß, was bald passieren wird, wirkt die Atmosphäre angespannt und bedrohlich. Man wartet förmlich auf den Moment, in dem sich das Leben der Familie in einen Alptraum verwandeln wird. Das Interesse an der Handlung wird dadurch bereits früh geweckt.

Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Dadurch bekommt man einen guten Gesamtüberblick über die Handlung. Außerdem gibt es, neben dem aktuellen Zeitstrang, auch noch einen, der zurück in die Vergangenheit führt. Man ist vom ersten Moment an gespannt, wie sich die beiden Handlungsstränge wohl miteinander verknüpfen werden.

Jenny Milchmans Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Sie beschreibt die Charaktere und Handlungsorte so lebendig, dass man sie beim Lesen spontan vor Augen hat. Manche Beschreibungen wirken zuweilen allerdings etwas zu detailliert, sodass man dann das Gefühl hat, dass die Erzählung selbst etwas auf der Stelle tritt und dass es nicht recht voran geht. Das ist zum Glück nicht so oft der Fall, denn kurze Kapitel und rasante Szenenwechsel sorgen schnell dafür, dass die Handlung Fahrt aufnimmt. Da die Protagonisten so lebendig wirken, kann man sich gut in sie hineinversetzen und regelrecht mit ihnen mitfiebern. Denn die Gefühle, die die Charaktere hier durchleben, werden so authentisch vermittelt, dass man förmlich in den Sog der Handlung gerissen wird und sich nur schwer vom Gelesenen lösen mag.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und dieses Exemplar hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Ich muss zugeben, dass ich die Beschreibungen anfangs manchmal schon fast ein wenig zu detailliert fand, sodass die Handlung etwas auf der Stelle trat und zähflüssig wirkte. Doch das legte sich zum Glück recht schnell. Denn die Spannungskurve stieg steil nach oben, sodass ich das Buch nicht eher aus der Hand legen konnte, bevor ich am Ende angekommen war. Deshalb vergebe ich auch alle fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung!