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KirstinK

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2025

Liebevoller Blick auf eine starke Frau

Das Licht in den Wellen
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Mit "Das Licht in den Wellen" von Janne Mommsen hält man ein wunderschön gestaltetes Buch in den Händen, das bereits durch die Coverillustration die Sehnsucht nach dem Meer weckt und auf das Trefflichste ...

Mit "Das Licht in den Wellen" von Janne Mommsen hält man ein wunderschön gestaltetes Buch in den Händen, das bereits durch die Coverillustration die Sehnsucht nach dem Meer weckt und auf das Trefflichste auf den Buchinhalt vorbereitet: Mit Anfang 20 verlässt Inge, eine Föhrer Bauerstochter, ihre Heimatinsel und erhofft sich im pulsierenden New York einen Neuanfang. Was sie von ihrer geliebten Insel wegtreibt, bleibt lange im unklaren. Die Sehnsucht nach Föhr und Inges Verwurzelung in ihrer Heimat wird aber immer deutlich. Durch ihre besondere Persönlichkeit und ihre Begabung, ausgefallene Gerichte zuzubereiten, schafft sie es, sich in New York von einer einfachen Verkäuferin in einem Delikatessenladen zur Besitzerin eines gehobenen Restaurants hochzuarbeiten.
Erzählt wird die Geschichte rückblickend aus Inges Perspektive, denn nun, mit 100 Jahren und seit vielen Jahren zurück auf Föhr, möchte sie noch einmal die Überfahrt nach New York antreten, begleitet von ihrer Urenkelin Swantje. Auch diese scheint an einem Scheidepunkt in ihrem Leben zu stehen und ist unsicher, wie sie in die Zukunft gehen soll. Inge hofft, durch diese Reise nicht nur sich selbst Frieden zu verschaffen, sondern auch Swantje helfen zu können.
Besonders gut hat mir an diesem Buch die liebevolle Charakterisierung der Figuren gefallen. Vor allem Inge wird so natürlich, sympathisch und herzlich beschrieben, dass man sie einfach gerne haben muss.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Eine Heimat in der Fremde finden

Ein Ort, der bleibt
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In Sandra Lüpkes neuem Buch "Ein Ort, der bleibt" verbindet ein alter botanischer Garten in Istanbul das Schicksal von drei Frauen. Magda Heilbronn verlässt 1933 unter dem erstarkenden Nationalsozialismus ...

In Sandra Lüpkes neuem Buch "Ein Ort, der bleibt" verbindet ein alter botanischer Garten in Istanbul das Schicksal von drei Frauen. Magda Heilbronn verlässt 1933 unter dem erstarkenden Nationalsozialismus mit ihrem jüdischen Ehemann und ihren beiden Kindern Münster. Als Genetikprofessor hat ihr Mann eine Einladung an die neu errichtete Universität Istanbul erhalten. Hier findet die Familie eine neue Heimat, umso mehr, als beide sich für den Aufbau eines neuen botanischen Gartens engagieren können. Als Assistentin wählt sich Professor Heilbronn schnell Mehpare aus, die als eine der wenigen Frauen zur damaligen Zeit in der Türkei Akademikerin ist und die bei ihm promoviert. In der heutigen Zeit begibt sich Imke, eine Stadtplanerin, nach Istanbul, die ein Gutachten über den Zustand und den möglichen Erhalt des Gartens anfertigen soll. Sandra Lüpke verwebt gekonnt beide Erzählzeiten und die unterschiedlichen Handlungsstränge miteinander. Sie schreibt flüssig und interessant, man taucht bildhaft in die Farben, Geräusche und Gerüche des damaligen und heutigen Istanbuls ein. Das Buch ist sehr gut recherchiert und erzählt die Lebensgeschichte der Familie Heilbronn sowie von Mehpare realistisch. Es ist daher ein spannendes Stück deutsche Geschichte, denn das Exil von oft jüdischen Akademikern, die während des Krieges nach Istanbul flüchteten, ist nicht sehr bekannt. Der Schwerpunkt des Romans liegt auf der Vergangenheit, mir hätte eine gleichmäßigere Gewichtung noch besser gefallen, denn die Geschichte, wie Imke sich von ihrer Mutter emanzipiert, ist ebenso spannend.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Ruhiger Sommerroman

Brombeerblaue Tage
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"Brombeerblaue Tage" ist ein ruhiger, atmosphärischer Roman für entspannte Lesezeiten. Simone Veenstra erzählt die Geschichte einer zunächst zerrütteten Vater-Tochter-Beziehung, die in einer Notlage auf ...

"Brombeerblaue Tage" ist ein ruhiger, atmosphärischer Roman für entspannte Lesezeiten. Simone Veenstra erzählt die Geschichte einer zunächst zerrütteten Vater-Tochter-Beziehung, die in einer Notlage auf den Prüfstand gestellt wird. Elisa meistert als Landschaftsarchitektin ihren Alltag im turbulenten Berlin und kann schon lange die Liebe zu den Pflanzen, die sie eigentlich hat ihren Beruf wählen lassen, nicht mehr ausleben. Da erreicht sie eine Nachricht ihres Vaters, zu dem sie bereits vor vielen Jahren den Kontakt abgebrochen hat. Er bittet sie, Hund und Haus auf Rügen zu hüten, so lange er ins Krankenhaus muss. Elisa willigt widerwillig ein, und die Lebenssituation des Vaters auf Rügen entpuppt sich als deutlich herausfordernder, als angenommen. Das Gutshaus ist baufällig, der Garten verwildert und die Dusche ein Behelf aus Gießkannen im Garten. Doch Elisa stellt sich der Herausforderung und findet zunehmend zu sich selbst. Sie erkennt, was ihr früher einmal wichtig war und kann Weichen für ihre Zukunft stellen. Auch dem Vater nähert sie sich wieder an. Simone Veenstra ist eine gut lesbare Beziehungsgeschichte gelungen. An manchen Stellen hätte dem Roman vielleicht noch ein wenig mehr Tiefgang gut getan.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Abwechslungsreiche Detektivgeschichte

Tod zur Teestunde
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Die Protagonistin des Buches ist die Lektorin Susan Ryeland. Nach einigen Schicksalsschlägen kehrt sie zurück nach London und wird von ihrem Verleger gebeten, ein Sequel der berühmten Atticus Pünd-Detektivromane ...

Die Protagonistin des Buches ist die Lektorin Susan Ryeland. Nach einigen Schicksalsschlägen kehrt sie zurück nach London und wird von ihrem Verleger gebeten, ein Sequel der berühmten Atticus Pünd-Detektivromane zu lektorieren und den jungen, noch unerfahrenen Autor zu betreuen. Mit gemischten Gefühlen nimmt Susan die Aufgabe an, denn die Arbeit mit dem ursprünglichen Autor hat in der Vergangenheit schlimme Folgen für Susan gehabt. Sie lernt den neuen Autor Eliot Crace kennen und beginnt mit dem Lesen der ersten Kapitel. Schnell bemerkt sie, dass Eliot seine eigene Vita und die schlimmen Kindheitserfahrungen, die er mit seiner berühmten Großmutter, einer Kinderbuchautorin, gemacht hat, in seinem Buch verarbeitet. Da der scheinbar fiktive Detektivroman immer mehr Bedeutung für die reale Welt der Familien Crace erlangt, beginnt ein gefährlicher Machtkampf innerhalb der Familie. Das Andenken der Großmutter, der die Familien ihren Reichtum und ihr Ansehen verdankt, soll keinesfalls beschmutzt werden. Als Eliot Crace plötzlich stirbt, steht Susan unter Verdacht.
Anthony Horowitz hat mit diesem Kriminalroman eine Hommage an die klassischen Detektivgeschichten geschrieben. Es gelingt ihm geschickt, die Ebene des noch im Entstehen seienden Detektivromans um Atticus Pünd mit den Ereignissen in Susans realer Welt zu verknüpfen. Das Buch ist kein atemloser Pageturner, aber solide Krimikost.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Eine farbenfrohe Reise zur Trostinsel

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge
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Dieser zweite Bilderbuchband über Malte und seine Taube Oßkar ist ein ganz besonderes Buch. Zum einen berührt die erzählte Geschichte durch ihre poetische Wortwahl und die gefühlvolle, sensible Ausdrucksweise ...

Dieser zweite Bilderbuchband über Malte und seine Taube Oßkar ist ein ganz besonderes Buch. Zum einen berührt die erzählte Geschichte durch ihre poetische Wortwahl und die gefühlvolle, sensible Ausdrucksweise des Autors. Zum anderen wird die Handlung von traumhaft schönen, detailreichen Illustrationen begleitet, welche die phantastische Handlung auf ganz besondere Weise unterstreichen.
Jeden Tag schicken sich Malte und Phia Briefe in einem Körbchen von Haus zu Haus. Als die Taube Oßkar eines Tages verletzt wird, verspürt Malte eine solche Angst, dass er schrumpft und so klein wird, wie er sich fühlt. Er packt die verletzte Taube in das Postkörbchen, er selbst passt nun auch hinein, und in großer Not sausen beide hinüber zu Phia. Zum Glück kann Phia helfen und Malte ein wenig von seiner Angst, Oßkar zu verlieren, nehmen. Auch Phia hat bereits ein geliebtes Tier verloren, ihre Hündin Milla, deshalb versteht sie Maltes Sorgen. Doch wirklich besser geht es ihm erst, nachdem er von der Trostinsel zurückgekehrt ist. In diese wundersame Parallelwelt führt tatsächlich Phias Schublade. Dort trifft er nicht nur Phias verstorbene Hündin Milla wieder, sondern auch ein riesiges, gütiges, zottelig-weiches Wesen - den Trost. Der Trost ebnet alle Wege, auch den Weg über den breiten Fluss der tropfenden Tränen. Mit der Zusage des Trostes "Ich bin immer für dich da", kann Malte zurück in seine Welt reisen und wieder mit neuem Mut in die Zukunft blicken. Ein ungewöhnliches, phantasievolles Buch, das tatsächlich in keine Schublade passt - so wie es der Klappentext bereits ankündigt.

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