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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2018

Ein Mord macht noch kein Weihnachten...

Das Geheimnis der Grays
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Und wieder einmal ein Weihnachts-Krimi aus dem Hause Klett-Cotta: Auf knapp dreihundert Seiten erzählt Anne Meredith in "Das Geheimnis der Grays" genau über dies - das Geheimnis einer Familie. Dabei erinnert ...

Und wieder einmal ein Weihnachts-Krimi aus dem Hause Klett-Cotta: Auf knapp dreihundert Seiten erzählt Anne Meredith in "Das Geheimnis der Grays" genau über dies - das Geheimnis einer Familie. Dabei erinnert ihr Schreib- und Geschichtsstil an die von Rex Stout oder natürlich Agatha Christie - der Großmeisterin des englischen Krimis.

Und obwohl Meredith mich wie diese Autoren begeistern konnte, ist es doch ganz anders! Denn anders als erwartet, erfährt man als Leser schnell von dem Mörder und begleitet vielmehr die Familie auf ihrem Weg, die gleichen Erkenntnisse zu erhalten: zwischen problematischen Familienverhältnissen und der Kälte des Winters für den Mörder manchmal ein leichtes, manchmal anstrengendes Spiel, seine Schuld zu verstecken, während man sich als Leser fragt: Kann er damit davonkommen?

Loben muss man die Autorin wohl auch für ihre Charaktere: Die Protagonisten führen interessant durch die Geschichte und geben dem ganzen Plot eine Atmosphäre, wie man sie nur in solchen Büchern erhält: Die vermeintliche Oberschicht versucht ihre Probleme zu überspielen, während hinter jeder Person eine neue Anekdote steckt.

Auf jeden Fall ein Tipp für Fans, die auch mal ein wenig abseits des klassichen Krimis lesen wollen!

Veröffentlicht am 11.03.2019

Zeitreisen im Miniformat

Split Second - Zurück in der Zeit
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In "Split Second" funktionieren Zeitreisen - jedoch geht es gerade Mal eine Zeitspanne, die um einiges kürzer als ein Wimpernschlag ist, zurück.

Ähnlich kurzweilig ist aber der gesamte Thriller, der ...

In "Split Second" funktionieren Zeitreisen - jedoch geht es gerade Mal eine Zeitspanne, die um einiges kürzer als ein Wimpernschlag ist, zurück.

Ähnlich kurzweilig ist aber der gesamte Thriller, der zwischen Action und Sci-Fi wandert. Flüssig liest man sich durch das Buch und begleitet die gut ausgearbeiteten Protagonisten auf ihrer Flucht vor der Großmacht. Dabei lässt der Klappentext auf den Physiker Nate Wexler als Hauptcharakter schließen, jedoch folgen wir seiner Freundin Jenna, was ich nicht ersichtlich aus dem Klappentext finde.
Der Autor verwebt Grund- und weiterführende Infos mit dem Plot, sodass ein schlüssiges Werk entsteht, der durch die verschiedenen Sichten, Beweggründe und Figuren noch belebter wird.

Insgesamt ist "Split Second" ein durchaus gelungenes Buch, dass voller Spannung, actiongeladener Szenen und schnell wechselnden Orten und Personen besteht, die sich alleine zum Ende hin etwas in ihren Intrigen und Plänen verstricken. Eine große Empfehlung für Fans von Blake Crouchs "Dark Matter"!

Veröffentlicht am 07.02.2019

Das Erbe

Die Farben des Feuers
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Erzählt wird die Geschichte der jungen Frau Madleines Péricourt, deren Vater 1927 verstirbt und somit das schwere Erbe der Familienbank in ihre Hände gibt. Zuerst überfordert, meistert sie sich schnell ...

Erzählt wird die Geschichte der jungen Frau Madleines Péricourt, deren Vater 1927 verstirbt und somit das schwere Erbe der Familienbank in ihre Hände gibt. Zuerst überfordert, meistert sie sich schnell und behauptet sich zwischen den Wirren des beginnenden Zweiten Weltkriegs, einiger Börsenskandale und von Habgier trotzenden Menschen.

Die Leseprobe hatte ja schon viel versprochen: interessante Geschichte, tolles Setting und ein richtig guter Schreibstil. Das Buch verfügte über nicht weniger! Elegant und entspannt erleben wir das neue Leben der Alleinerbin, dass erst langsam beginnt und dann richtig Fahrt aufnimmt. Dabei geht der Autor nach einiger Einführungszeit in die Story und die Figuren irgendwann so zielstrebig vor wie Madeleine im Kampf um die Bank, um sie für ihren Sohn zu retten.

Schreiben kann Lemaitre auf jeden Fall. Dabei geht er sehr gründlich, feinfühlig und elegant vor. Zwischendurch eine Priese Bosheit, dann wieder ein kleiner Witz lockern das ganze, perfekt geschliffene Konstrukt auf.

Der Leser muss zwar einige Aufmerksamkeit mitbringen, um zwischen den Intrigen, Namen und Ereignissen durchblicken zu können, aber genauso wie es fordert, gibt das Buch dem Leser eine spannende und gleichzeitig gut geschriebene Geschichte zurück!

(Gleichzeitig habe ich im Lemaitre-Rausch auch das Hörbuch zu „Drei Tage und ein Leben“ gehört. Es fühlte sich zwar vom Schreibstil und der Geschichte ganz anders an, (was wohl an der Eintönigkeit liegt) wird aber auch in dieser französischen Entspanntheit erzählt, die gemächlich durch das Hörbuch leitet und den Leser wundert lässt, dass es doch so schnell vorüber ist.)

Veröffentlicht am 02.12.2018

Buchinger, die zweite!

Lange Beine, kurze Lügen
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Große und kleine Lügen - darüber schreibt Michael Buchinger in seinem neuen Buch: Über Ausreden, Alltagslügen und Notlügen, alles ist dabei, in dem das Wort "lügen" vorkommt.

Doch ich möchte nicht lügen: ...

Große und kleine Lügen - darüber schreibt Michael Buchinger in seinem neuen Buch: Über Ausreden, Alltagslügen und Notlügen, alles ist dabei, in dem das Wort "lügen" vorkommt.

Doch ich möchte nicht lügen: Für mich ist das Buch ähnlich wie schon das erste des Youtubers. Zwar hat es einen anderen Inhalt, aber ist doch gleich aufgebaut. Denn wir bekommen hier eine Anekdotensammlung, die durch ein Hauptthema verbunden ist. Wo es beim letzten Mal der Hass war, ist es diesmal das Lügen.

Buchinger schreibt flüssig und in seinem bekannten Stil, der irgendwie an Kollumnen und Kommentare erinnert, aber auch sehr erzählende Elemente hat. Immer natürlich mit einem Ziel: Den Leser zu unterhalten. Wer hier literarisch wertvolle und ausdrucksstarke Texte erwartet, ist hier wahrscheinlich eher falsch, aber das ist eben auch nicht der Sinn des Buches. Vielmehr geht es darum, zu lachen oder zumindest hin und wieder zu schmunzeln.

Ich selbst bin zwar durch das Buch geflogen und freue mich schon jetzt das ganze nochmal als Hörbuch zu hören, muss aber zugeben, dass es kein Buch ist, bei dem ich auf dem Boden gelegen habe. Man wird hier nicht mit Witzen konfrontiert, sondern einfach mit toller Unterhaltung, die mich wirklich begeistern konnte. (Ich muss aber dazusagen, dass ich schon vorher ein großer Buchinger-Fan war und neben den Videos auch schon sein erstes Buch kenne) Für Fans auf jeden Fall eine tolle Erweiterung!

Veröffentlicht am 10.11.2018

Horror im Axton House

Mörderische Renovierung
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Ohne die Möglichkeit, das Buch zu gewinnen, hätte ich es wohl niemals auf dem Schirm gehabt. Nach Entdecken auf Vorablesen.de hätte ich es selbst gekauft, wenn ich es nicht zugeschickt bekommen hätte.

Insgesamt ...

Ohne die Möglichkeit, das Buch zu gewinnen, hätte ich es wohl niemals auf dem Schirm gehabt. Nach Entdecken auf Vorablesen.de hätte ich es selbst gekauft, wenn ich es nicht zugeschickt bekommen hätte.

Insgesamt hat es mir auch ganz gut gefallen. Natürlich fällt – wie schon in der Leseprobe – das Buch aus dem Rahmen. Die Geschichte an sich wirkt noch ziemlich normal, aber die Umsetzung ist alles andere als klassisch. Denn anders als nur durch Erzählung und Dialoge, wird der Leser zusätzlich anhand von Briefen, Tagebüchern, Videos und Mitschriften durch das Horror-House geleitet, bei dem der Leser wirklich miträtseln kann.

Denn es ist wirklich ein Horror-House – komplett mit unerklärlichen Geschehnissen. Wir begleiten die Protagonisten Niamh und A. (wessen vollständiger Name leider nie aufgelöst wurde), welche durch ihre vielen Facetten wirklich gelungen sind.

Für mich ist „Mörderische Renovierungen“ von Edgar Cantero wirklich eine spannende Story mit einer interessanten Schreibart. Die 400 Seiten sind abwechslungsreich und kurzweilig, ohne die Spannung zu vergessen. Allein das Ende kam etwas zu plötzlich und deckte leider nicht alles auf. Trotzdem: Tolle Umsetzung einer msystischen Geschichte mit dem gewissen Etwas!